Fat Albert

Produktionsnotizen

Nahezu eine Generation junger Amerikaner wuchs mit den TV-Cartoons "Fat Albert and the Cosby Kids" auf, die von 1972 - 79 ausgestrahlt wurden und zu den erfolgreichsten TV-Serien der Cartoon-Geschichte zählen. Von 1979 - 84 lief die Nachfolgeserie "The New Fat Albert Show". Jetzt sind Bill Cosbys beliebte Figuren in einem Live-Action-Kinofilm auf der großen Leinwand zu sehen. Der FAT ALBERT-Film basiert - wie die berühmte Serie - auf Bill Cosbys Stand-Up-Comedy-Monologen über seine Jugend mit seinen Freunden in Philadelphia.

Die Show war nicht nur phänomenal erfolgreich, sie war bahnbrechend und innovativ, denn sie riss soziale und ethnische Grenzen ein. Sie war umwerfend komisch und hatte zudem eine Botschaft. "Wenn du nicht sehr aufpasst, könntest du etwas lernen", teilte Cosby seinen Zuschauern in jeder Episode mit. Cosby und die Produzenten der Show beschäftigten ein eigenes Beratergremium für das Format.

Die Arbeit des bemerkenswerten Panels, zusammengesetzt aus Linguisten, Psychologen, Historikern, Pädagogen und anderen Wissenschaftlern hatte ein klar definiertes Ziel: Ein Unterhaltungsprogramm entwickeln, das Jugendliche jeden Alters begeistert und dabei altersgemäße Lektionen über positives Sozialverhalten vermittelt. Der Erfolg des Programms basierte gleichermaßen auf seinem pointensicheren Humor und Spaß und seinen sozialen Botschaften.

"Mit dieser Show wollten wir Gutes tun", sagt Cosby. "Sie verstieß gegen alle Stereotypen. Fat Albert und seine Freunde sind normale, clevere Kids?auf ihre sehr eigene Art. Fat Albert selbst ist stark übergewichtig, aber ein Held, Mushmouth mag ein Sprachproblem haben, aber er ist ein intelligenter junger Mann". "Die Geschichten hatten einen ernsten Kern, aber sie amüsierten die Leute und vermittelten ihnen ein gutes Gefühl", fährt Cosby fort.

"Sie fühlten sich gut, weil sie Fat Albert und seinen Freunden vertrauten, sie mochten und gerne ihre Zeit mit ihnen verbrachten. Dabei sind sie keine Superhelden, sondern Jungs von der Straße. Ihnen geht's gut, obwohl sie in nicht gerade idealen Verhältnissen leben. Sie treffen die richtigen Entscheidungen und helfen anderen dabei, auch die richtigen Entscheidungen zu treffen". Jetzt, da FAT ALBERT den Sprung auf die große Leinwand macht, bleiben die Figuren, Themen und natürlich der Spaß gleichermaßen relevant.

"Die Probleme und Sorgen, die junge Leute beschäftigen sind seit der Serie unverändert", meint Cosby. Der Kinofilm verleiht den Figuren jetzt eine weitere Dimension, indem er die Jungs in die "reale Welt" schickt, sie mit Leben erfüllt und mit Herausforderungen konfrontiert, von denen sie als Comic-Charaktere nicht mal geträumt hätten. Jahrelang haben Hollywoods bedeutendste Filmstudios versucht, Bill Cosby zu einer Kinoversion von FAT ALBERT zu überzeugen.

Aber Cosby, besorgt um seine geliebten Figuren, hielt seine schützende Hand über Fat Albert und seine Freunde, bis Produzent John Davis und Twentieth Century Fox ihn überzeugen konnten, dass die Zeit reif war, die Jungs ins Kino zu bringen. Davis, seit vielen Jahren ausgemachter Fan der Serie, war begeistert mit Cosby an diesem Film zu arbeiten. "Bill Cosby ist Fat Albert," sagt Davis. "Er ist sein Herz und seine Seele. Er war die Stimme von Fat Albert und all die Jahre sein Beschützer. Er liebt diese Figuren von ganzem Herzen und Teil unserer Aufgabe war es, sie so zum Leben zu erwecken, dass die Zuschauer - und Bill - sie lieben."

Mr. Cosby hatte die Idee, die animierten Figuren aus einem Fernseher kommen zu lassen, um einem traurigen Teenager in der wirklichen Welt zu helfen. "Eine wundervolle Idee", meint Davis. "Sie verbindet die Welt der Cartoons mit der Realität und die Vergangenheit mit der Gegenwart." "Wir wollten, dass Fat Albert einen Grund hat, unsere Welt zu besuchen", meint Cosby. "Ich machte die Figuren älter als in der Serie, damit sie sich verlieben konnten, neue Gefühle ausleben und einen Schritt in ein neues Leben unternehmen konnten. Das sind wundervolle, sehr wirkliche Gefühle."

"Fat Albert wird stärker herausgefordert als jemals zuvor", ergänzt Cosby. "Der Held, der sonst jedermanns Probleme löst, steht jetzt vor einer großen persönlichen Herausforderung: Er verliebt sich zum ersten Mal. Im Film sehen wir, wie die Hauptperson mit seinen Entscheidungen kämpft und gleichzeitig versucht, die Probleme anderer zu lösen". Bill Cosby schrieb das Drehbuch zu FAT ALBERT gemeinsam mit Charles Kipps, der früher bereits mit Cosby an den Serien "The Cosby Mysteries" ("Detektiv Hanks - Großes Herz und coole Schnauze", 1994, TV), "Little Bill" (seit 1999) und "Fatherhood" (seit 2004) zusammenarbeitete.

"Sein Humor ist bodenständig und universell. Er entwickelt sich aus den Handlungen der Protagonisten. Und er hat Herz - egal ob die Geschichte in den 50er Jahren, den 70ern oder im neuen Jahrtausend spielt", meint Kipps. Als das Drehbuch Konturen annahm, machten sich die Produzenten auf die Suche nach einem Regisseur. Die Wahl fiel auf Joel Zwick, einen anerkannten Theater- und Fernsehfilmregisseur, der mehr als 500 Sitcom-Episoden inszeniert hat und dessen Indie-Spielfilm MY BIG FAT GREEK WEDDING ("My Big Fat Greek Wedding - Hochzeit auf Griechisch", 2002) ein Überraschungserfolg war.

"Joel ist eine Miniature-Ausgabe von Fat Albert", meint John Davis, "er hat ein großes Herz." Und Bill Cosby ergänzt: "Joel war eine gute Wahl. Er stammt aus einem ähnlichen Milieu wie ich, er kommt aus Brooklyn. Er kennt sich mit so Typen wie unseren Protagonisten aus und das ist enorm wichtig". "Ich wollte diesen Film aus zwei Gründen unbedingt machen", sagt Zwick. Wegen Bill Cosby und wegen Bill Cosby. Sollte es noch einen dritten Grund geben, wäre es das Thema der ersten Liebe. Das ist etwas, das jeder durchgemacht hat und mir gefällt die Universalität des Themas".

Zwick und Davis suchten im ganzen Land nach einem Darsteller für ihren Fat Albert. "Wir haben überall gesucht", sagt Zwick, "aber es gibt nicht viele Leute, die Fat Albert sein könnten, denn er mußs fett, flink und funny sein". Schließlich entschieden sich Zwick und Davis für Kenan Thompson aus dem Ensemble von "Saturday Night Live". Aber bevor Thompson Fat Albert werden konnte, brauchten die Filmemacher Bill Cosbys Zustimmung. "Ich besuchte Bill Cosby in New York", sagt Zwick.

"Ich steckte das Casting-Tape in seinen VHS-Recorder und sagte, ?Das ist unser Fat Albert.' Bill Cosby sah nicht mehr als 15 Sekunden seines Vorsprechens und sagte ?Engagier ihn'". Bill Cosby ahnte nicht, dass die designierte Personfikation seiner Lieblingsfigur nach eigener Aussage sein größter Fan war. "Ich bin mit 'The Cosby Show' ("Die Bill Cosby Show", 1984 - 92) aufgewachsen und habe ihn nachgemacht, seitdem ich sprechen kann", erzählt Thompson. Ihn zu treffen und eine seiner wichtigsten Figuren zu spielen, war wie die Erfüllung eines Traums."

Thompson erinnert sich an einen Ratschlag Cosbys: "Bill Cosby beschrieb Fat Albert als einen 'Humanisten' und keinesfalls als Helden im üblichen Sinne und darum machte er ihn groß und gab ihm ein großes Herz. Wenn jemand ein Problem hatte, war es Fat Alberts Mission, es zu lösen". Thompson gefiel die Liebesgeschichte des Films und der Umgang der Freunde miteinander: "Fat Albert und seine Clique sind ?Pre-Rock'n'Roll' und sie haben eine Mentalität, die mit der heutigen Welt nicht viel zu tun hat.

Sie kennen die angesagte Sprache und Musik nicht, sie sind perfekte Gentlemen, wissen auf welcher Seite des Bürgersteigs man zu gehen hat, wenn man eine Dame begleitet - aber eine Getränkedose kriegen sie nicht auf, weil sie den Verschluss nicht kennen". In weiteren Hauptrollen als Fat Alberts Freunde sind Shedrack Anderson III (JUST DEAL, 2000) als Rudy, Jermaine Williams ("The Jersey", 1999, TV) als Mushmouth, Keith D. Robinson ("American Dreams", Serie, 2002 - 05) als Bill, Alphonso McAuley ("Joan of Arcadia", Serie, seit 2003) als Bucky, Aaron A. Frazier (HOUSE OF SAND AND FOG, 2003) als Old Weird Harold und Marques B. Houston (YOU GOT SERVED, 2004) als Dumb Donald zu sehen.

"Die Kameradschaft zwischen diesen sieben Jungs war beeindruckend - vor wie hinter der Kamera", erinnert sich Joel Zwick. "Sie haben die positive Einstellung der Clique auf den Punkt gebracht". Die weiblichen Figuren bringen eine ganz neue Dimension in diese Welt. Durch einen Fernsehbildschirm tauchen Fat Albert und seine Freunde in diese Welt ein, um Doris (Kyla Pratt) zu helfen, die ein Problem hat.

Pratt meint: "Fat Albert merkt, dass Doris einsam ist; wenig Selbstbewusstsein hat und aufgebaut werden mußs. Obwohl sie diesen Typen gegenüber, die sie nur als Zeichentrick-Figuren kennt, anfangs zurückhaltend ist, entwickelt sich schließlich eine große Freundschaft, die für alle Beteiligten viele Überraschungen bereithält". Nicht zuletzt die, dass Fat Albert die Liebe entdeckt. Er verliebt sich Hals über Kopf in Lauri (Dania Ramirez), Doris' allseits beliebte jüngere Schwester. Alberts Gefühle sind so stark, dass er sogar überlegt, nicht in seine Cartoon-Welt zurückzukehren.

Eine weitere prominente Rolle in FAT ALBERT spielt ein gewisser Bill Cosby, der der Hauptfigur zu verstehen hilft, dass er trotz dieser Gefühle für Lauri in seine Welt zurückkehren mußs. "Ich brauchte eine Weile, um mich in diese Rolle hineinzufinden", scherzt Cosby. "Aus Gründen der Recherche zog ich in das Haus ein, schlief mit seiner Frau und sprach mit den Kindern. Das sind, nebenbei bemerkt, alles sehr nette Leute. Und ich fragte sie über diesen 'Bill Cosby' aus".

In weiteren Rollen sind in FAT ALBERT der ehemalige B2K-Frontmann Omari Grandberry als Reggie und J. Mack Slaughter Jr.("Like Family", Serie, 2003 - 04) als Arthur zu sehen. FAT ALBERT wurde an Original-Drehorten in und um Los Angeles gedreht. Das berühmte rückseitige Gelände der Paramount-Studios diente als Set für Doris' und Lauris Nachbarschaft in Philadelphia, während viele der Innenaufnahmen auf der Stage 16 der Culver Studios gedreht wurden. Zu den weiteren Drehorten gehörte die Hollywood High School, an der Berühmtheiten wie Judy Garland, James Garner, Mickey Rooney und Jason Robards die Grundsteine für ihre Karrieren legten sowie die Broadway Bridge in L.A., wo die Produktion die Welt Fat Alberts und seiner Freunde in Philadelphia nachbaute.

Der bekannte Musikproduzent Damon Elliott verwandelte den Fat Albert-Song in einen energetischen Rap. Elliott: "Es hat Nerven gekostet, den Original-Song von Bill Cosby so umzustricken, aber ich finde, die Jungs haben das sehr gut gemacht. Sie können alle gut singen - und Kenan kann sich bewegen". "Thompson tanzte diese Schritte unter einem "Fat Suit", das fast 10 Kilo wog. Das Kostüm hatte am Rücken einen Reißverschluss, ein Oberteil, das in die Hosen reichte und einen abnehmbaren Kragen.

Am Set stand für Thompson ein einzigartiger XXL-Regiestuhl bereit und er hatte ein gut gekühltes Wohnmobil zur Verfügung, um die Pausen in seinem beschwerlichen Anzug zu überstehen. Während des ganzen langen Entstehungsprozesses des Films zweifelten Bill Cosby und die Filmemacher nie daran, dass die Geschichte von Fat Albert heute so relevant ist wie vor einem Vierteljahrhundert. FAT ALBERT bringt es auf den Punkt: "Sich kümmern, teilen und Spaß haben wird nie aus der Mode kommen".

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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