House of Wax

Produktionsnotizen

Besuchen Sie Trudys berühmtes Wachsmuseum Dark Castle Entertainment, die Produktionsfirma des erfolgreichen Spuk-Thrillers "Gothika" und der Horror-Hit-Remakes "House on Haunted Hill" (Haunted Hill) und "Thir13en Ghosts" (Dre13ehn Geister), präsentiert nun "House of Wax", die gruselige Story von sechs Freunden, denen ein Autotrip zum Verhängnis wird: Ein geheimnisvoller Killer setzt alles daran, um sie als Neuzugänge seiner grausigen Sammlung hyperrealistischer Wachsfiguren einzuverleiben.

",House of Wax' ist eine moderne Variante der Slasher-Filme aus den 1970er- und 1980er-Jahren", sagt Produzent Joel Silver, der zusammen mit seinem Partner Robert Zemeckis 1999 mit dem Horror-Hit "Haunted Hill" den Einstand von Dark Castle Entertainment produzierte. "Diese Achterbahnfahrt packt uns bei unseren Urängsten - wir fürchten uns vor Verfolgung, vor dem Eingesperrtsein. Plötzlich stecken wir in einem Albtraum-Szenario, in dem nichts so ist, wie es scheint - und Fluchtwege gibt es nicht."

"House of Wax" bezieht sich mit seinem Titel auf den Horrorklassiker von 1953 (dt. Titel: "Das Kabinett des Professor Bondi"), in dem Vincent Price als talentierter Bildhauer ein Wachsmuseum leitet, dessen Ausstellungsstücke unheimlich lebensecht wirken. Wachsfiguren strahlen eine bestimmte Faszination aus", meint Silver. "Sie wirken beunruhigend, irgendwie gruselig, aber man kann die Augen nicht von ihnen abwenden."

Richtig schauerlich wird es, als herauskommt, dass der Professor (Price) seine kostbaren Wachsskulpturen aus echten Leichen herstellt. Doch abgesehen von dieser Grundidee hat die neue Dark-Castle-Produktion kaum Ähnlichkeit mit dem Vorbild. "Uns gefiel die Idee eines Wachsmuseums, in dessen Figuren echte Menschen stecken: Das war unser Ausgangspunkt. Der Rest ist eine völlig neue Geschichte, die das Konzept um wahrhaft schaurige Dimensionen erweitert", sagt Silver.

"Aus dem Wachsmotiv holen wir wirklich alles heraus", bestätigt Regisseur Jaume Collet-Serra. "Blut und Wachs ergeben eine tolle Kombination aus Sex und Grusel, und was wir mit dem Wachs anstellen, hat es auf der Leinwand noch nie gegeben: Wir kreieren eine ganze Stadt voller Wachsfiguren, und im Finale gehen unsere Darsteller und das Wachsmuseum spektakulär in Flammen auf. Nach diesem Film werden Sie Wachs mit anderen Augen wahrnehmen!"

Das Drehbuch schrieben die Zwillinge Chad Hayes und Carey W. Hayes, die bereits Episoden zu vielen TV-Serien verfasst haben, darunter auch zu "Mysterious Ways" (Mysterious Ways). In ihrer Filmstory fahren ein paar Freunde zu einem College-Football-Spiel, und plötzlich bekommen sie es mit irren Zwillingen zu tun, die ihre Opfer blutig abmurksen, um sie dann als ständige Bewohner in die gespenstische Bevölkerung ihrer Heimatstadt einzureihen.

"Chad und Carey haben sich eine sehr ungewöhnliche Geschichte mit interessanten Beziehungen zwischen den Figuren und originellen Einfällen ausgedacht", sagt Produzentin Susan Levin, die als Produktionschefin bei Silver Pictures arbeitet, die Entwicklung der Filmstoffe bei Dark Castle überwacht und "Gothika" produziert hat.

"Im Horrorgenre sieht man gern starke Frauen, die in Bedrängnis geraten, aber sich ihrer Haut zu wehren wissen. Diesem Motiv fügen wir eine neue Variante hinzu: Unsere Hauptfiguren sind Bruder und Schwester, die am Anfang der Story zerstritten sind und sich erst vertragen müssen, denn nur gemeinsam können sie um ihr Leben kämpfen."

"Traditionell geht es in Horrorfilmen um Bedrohungen von außen, die das Leben des Helden total auf den Kopf stellen - entweder nimmt er den Kampf auf, oder er versucht zu fliehen", berichtet Collet-Serra. "Doch wer flieht, mußs normalerweise dran glauben - nur wer sich der Situation stellt, kommt meist mit dem Leben davon. In unserem Film geht es um Bruder und Schwester, die ein noch größeres Problem haben als die tödliche Bedrohung, nämlich ihre eigene Beziehung.

Sie müssen nicht nur die in ihnen schlummernden Kräfte mobilisieren, sondern auch ihre Streitfragen klären und einander vertrauen lernen, denn nur als Team können sie es mit den Killern aufnehmen." Carly ist eine ehrgeizige College-Studentin, die in New York Karriere machen möchte. Diese Rolle vertrauten die Filmemacher Elisha Cuthbert an, einer fähigen jungen Schauspielerin, die mit der Hit-Serie "24" (24) ihren Durchbruch erzielte und in der Kinokomödie "The Girl Next Door" (The Girl Next Door) die Titelrolle spielte.

"Elisha ist ungeheuer begabt", sagt Silver. "Sie wirkt sehr überzeugend, bringt eine große darstellerische Bandbreite mit, bewältigt intensive dramatische Szenen ebenso wie Slapstick. Wir merkten sofort, dass sie die Idealbesetzung für Carly ist. Carly hat ihre Ziele, ihre Zukunft ganz klar vor Augen, doch plötzlich geht es nicht mehr um ihre Karriere, sondern ums nackte Überleben." "Eine Rolle wie die Carly habe ich noch nie gespielt", sagt Cuthbert.<Ü>

"Klamotten und Aussehen sind ihr völlig egal. Sie konzentriert sich ganz auf ihren beruflichen Werdegang. Doch plötzlich mußs sie um ihr Leben kämpfen. Ihr Bruder Nick riskiert gern eine dicke Lippe, er ist auf Krawall gebürstet. Doch Carly hat sich noch nie geprügelt, und einen Albtraum wie diesen hat sie natürlich erst recht nicht erlebt. Eine Lara Croft ist sie absolut nicht - sie mußs das alles mit ihrem körpereigenen Adrenalin in den Griff bekommen."

Chad Michael Murray, Hauptdarsteller der beliebten WB-Serie "One Tree Hill", spielt Carlys straffälligen Bruder Nick, der sich einbildet, dass Carly auf ihn herabsieht und dagegen aufbegehrt. "Wahrscheinlich hatte Nick als Jugendlicher großes Potenzial, aber im Vergleich zu seiner sehr ehrgeizigen Schwester schnitt er immer schlecht ab", meint Murray. "Irgendwann lehnte er sich dagegen auf, hat sich oft geprügelt.

Er trainierte sich eine harte Schale an, die eigentlich nicht seinem Wesen entspricht. Ich fühlte mich also von der reizvollen Aufgabe herausgefordert, die innere Verletzlichkeit zu zeigen, die sich hinter seiner Fassade aus Wut und Frust verbirgt." "Chad arbeitet Nicks Charaktereigenschaften sehr überzeugend heraus: Wir spüren, dass er unter der rauen Schale eine Menge für seine Freunde und seine Schwester übrig hat", sagt Collet-Serra. "Wir wissen also, dass er nicht kneifen wird: Er steigt in den Ring und beschützt sie."

Nick beschreibt sich selbst als "bösen Zwilling", der sich ständig mit dem "guten Zwilling" Carly in den Haaren liegt - diese Beziehung findet ihre Entsprechung in der komplizierten und verkorksten Beziehung ihrer Peiniger: Zwischen beiden Geschwisterpaaren gibt es Streit um Selbstbehauptung, Minderwertigkeitskomplexe und Vertrauen. "Chad und Elisha gestalten die Geschwisterbeziehung sehr überzeugend", stellt Levin fest.

"Man spürt förmlich die Spannungen, die sich durch viele ähnliche Situationen zwischen ihnen aufgebaut haben. Doch gleichzeitig gewinnt ihr Verhältnis dadurch auch an Tiefe." Im Gegensatz zu dem rauflustigen Nick wirkt Carlys Freund Wade wie "ein normaler, sehr lockerer Typ", sagt Jared Padalecki, der mit Murray schon in der Serie "Gilmore Girls" vor der Kamera gestanden hat und ab dem 2. Juni in Deutschland in dem Kino-Abenteuer "Flight of the Phoenix" (Der Flug des Phoenix) zu sehen ist.

"Wade macht gerade seinen College-Abschluss und weiß nicht so recht, was er mit seinem Leben anfangen soll. In Gainesville ist Wade bekannt und beliebt, daher zögert er, mit Carly nach New York zu ziehen, denn da ist er nur ein kleiner Fisch in einem großen Teich. Dadurch kommt es zu Spannungen zwischen den beiden, und wenn Nick dabei ist, wird alles nur noch schlimmer." Obwohl Wade den sympathischen Typ abgibt, wird ihm schließlich seine grenzenlose Neugierde zum Verhängnis.

"Wade geht ins Wachsmuseum, als er dort nichts zu suchen hat", erzählt Collet-Serra. "Er betritt die Garage, um sich einen Keilriemen zu besorgen - er wartet nicht darauf, dass der Besitzer ihm einen überlässt. Er schleicht sich in das Sinclair-Haus und schnüffelt herum. Wir hatten schon mehrere Wochen gedreht, und immer mußste Jared den netten und sehr neugierigen Typen spielen - ich wusste also überhaupt nicht, wie er mit den schwierigen Szenen zurecht kommen würde, in denen er überfallen und in die Wachsfigur verwandelt wird.

Aber er hat das bravourös gemeistert. Aus seinen Augen spricht die nackte Angst, als der Raum plötzlich dunkel wird und er nicht weiß, wo der Killer steckt. Und später, als der Killer Wade als Wachsfigur präpariert, wirkt Jareds Darstellung erstaunlich überzeugend. Sein Leiden verstärkt den Realismus dieser wirklich gruseligen Sequenz." Mit dem Schlimmsten rechnen mußs auch Carlys beste Freundin Paige, die von Paris Hilton gespielt wird. "Sie war begeistert bei der Sache und brachte sich wirklich sehr intensiv ein", sagt Silver.

"Paige ist eher bodenständig", beschreibt Hilton ihre Rolle. "Sie unterstützt zwar Carlys Pläne, aber sie kann sich nicht vorstellen, selbst aus Gainesville wegzugehen. Sie ist ganz zufrieden mit ihrem Leben. Meine Erfahrung mit meiner Reality-Show ,The Simple Life' hat mir bei der Rollengestaltung durchaus geholfen. Auf unserer Reise durch die Staaten kamen wir auch nach Louisiana, wo ich mich mit vielen Leuten unterhalten habe, die sich gar nicht vorstellen konnten, in eine Großstadt zu ziehen."

"Paris hat sich gründlich vorbereitet", bestätigt Collet-Serra. "Sie nahm begierig jede Anregung auf und hat sehr intensiv an ihrer Rollengestaltung gearbeitet, um Paige glaubwürdig darzustellen und ihre Position innerhalb der Freundesgruppe zu definieren." Über ihre erste große Rolle als Schauspielerin sagt Hilton: "Ich fand es schwer, echte Angst auszudrücken, mich in diese schreckliche Situation einzufühlen.

Und meine Sterbeszene war wirklich schwierig. Als Beweis kann ich eine Menge blauer Flecken vorweisen! Aber ich finde, dass ich die coolste Todesszene des ganzen Films spiele. Sie ist einfach schauerlich." Robert Ri'chard spielt Paiges Freund Blake, der mit seinem GPS-Empfänger die verhängnisvolle Abkürzung entdeckt und das Wohnmobil in die tödliche Falle lenkt.

"Blake ist der Gastgeber an diesem gemeinsamen Wochenende", sagt Ri'chard, der aktuell neben Samuel L. Jackson in dem Basketball-Drama "Coach Carter" (Coach Carter) zu sehen war. "Um ihn gruppiert sich die Clique, und er fühlt sich für die gute Stimmung verantwortlich. Denn ohne ihn hätten sie den Trip nie unternommen. Blake fordert Nick und seinen Kumpel Dalton auf mitzukommen, dadurch verändert sich die Atmosphäre in der Gruppe - die anderen hatten das so nicht erwartet."

"Wie Wade setzt auch Blake sich nie mit seinen Problemen auseinander - was beide angreifbar macht", sagt Collet-Serra. "Wade will nicht riskieren, mit Carly nach New York zu ziehen. Blake ignoriert einfach die Möglichkeit, dass seine Freundin schwanger sein könnte. Weil sie die Tatsachen einfach nicht zur Kenntnis nehmen, bekommen sie die tödlichen Konsequenzen zu spüren."

Der Letzte der Gruppe ist Dalton (gespielt von Jon Abrahams), der bei der Stadtreinigung arbeitet und schon lange heimlich in Carly verliebt ist - was er zu verbergen sucht, indem er sich ständig hinter seiner Videokamera versteckt. "Dalton ist schüchtern, und dass er aus der Arbeiterklasse stammt, setzt ihn von den anderen ab", sagt der erfahrene Abrahams, der unter anderem in "Meet the Parents" (Meine Braut, ihr Vater und ich) und "Scary Movie" (Scary Movie) zu sehen war. "Er versucht sich also über seine Videokamera in die Gruppe zu integrieren. Dadurch kann er die sozialen Unterschiede überbrücken."

Laut Collet-Serra "gibt Dalton ein bisschen die Witzfigur der Story ab, und Jon hat nicht nur seine Rolle mit großem Engagement gestaltet, sondern auch unter den Kollegen jeden Tag für gute Stimmung gesorgt. Er improvisierte, erfand neue Dialoge und trug wesentlich zur authentischen Gruppendynamik bei. Selbst wenn ich nicht da war und offiziell Drehpause angesagt war, hockten die Schauspieler zusammen, und er drehte mit seiner Videokamera, um glaubhafte Situationen für den Film zu gestalten."

Die ahnungslosen Freunde werden in eine tödliche Falle gelockt, die ihnen die Brüder Bo und Vincent Sinclair stellen. Brian Van Holt, der bedeutende Auftritte in "Black Hawk Down" (Black Hawk Down) und "S.W.A.T." (S.W.A.T. - Die Spezialeinheit) absolviert hat, übernimmt beide Rollen: Bo, den Eigner der einzigen Tankstelle im Ort, und seinen eher künstlerisch interessierten, aber genauso sadistischen Zwillingsbruder Vincent.

"Ich habe mich sehr angestrengt, diese düsteren Abgründe auszuloten und in ihre Haut zu schlüpfen", berichtet Van Holt. Als Vorbild für das Verhältnis der Brüder diente ihm die sehr enge Beziehung seiner eigenen Zwillingsschwestern. "Diese Rollen haben Spuren in mir hinterlassen. Aber es bringt sehr viel Spaß, als Schauspieler auf dieses extreme Niveau vorzustoßen." "Brian hat sich in diesen beiden anspruchsvollen Darstellungen hervorragend geschlagen", stellt Collet-Serra fest.

"Aber nicht nur das: Vincents Outfit hat ihn zudem sehr stark behindert, er trug eine Maske und konnte nur mit einem Auge sehen, während er sich über den rutschigen Wachs-Fußboden bewegte. Das gelingt ihm fabelhaft, und der Effekt wirkt entsprechend absolut haarsträubend." In Jaume Collet-Serra fanden Silver und Levin einen renommierten Werbespot-Regisseur, der sich mit präzisem Blick für Bildgestaltung und ausgereifter Erzähltechnik als perfekte Wahl anbot: Es gelang ihm, das ehrgeizige junge Ensemble auf ihrem schaurigen Trip zu dirigieren und bis an die Pforten der Hölle zu führen.

"Ich schaue mir ständig die neuesten Arbeiten von Werbespot-Regisseuren an", berichtet Levin. "Aber als ich mir Jaumes Cassette ansah, merkte ich sofort den Unterschied. Er hat ein Händchen für unheimliche, außergewöhnliche Situationen, wirkt unangepasst. Jeder seiner Werbespots unterscheidet sich völlig von den anderen, und dennoch verbindet sie alle seine visionäre Kraft, seine erkennbare Handschrift. Ich zeigte Joel die Cassette, und er wollte sich sofort mit Jaume treffen."

"Was mich an Jaume noch mehr beeindruckte als sein unglaubliches optisches Gespür, war seine kluge Analyse des Drehbuchs und vor allem der Figuren", berichtet Silver von seinem ersten Treffen mit dem Regisseur. "Ihm lag sehr viel daran, die Beziehung der Hauptfiguren glaubwürdig zu gestalten und als Rückgrat der Geschichte aufzubauen. Und in Bezug auf die Erzählstruktur entwickelte er durchdachte Ideen und überzeugende Vorstellungen."

"Ich will vermeiden, dass der Film schick aussieht", erklärt Collet-Serra. "Am Anfang soll er unstrukturiert, fast dokumentarisch wirken. Erst im Lauf der Handlung, wenn die Helden langsam kapieren, in welche grauenvolle Situation sie geraten, wirkt die Optik präziser, eleganter - aber nie lenkt sie von der Entwicklung der Figuren ab." Zusammen mit Kameramann Steve Windon ("Anacondas", "Deep Blue Sea"), gestaltete Collet-Serra die unheimlichen Nuancen des Film-Looks - teilweise mithilfe natürlich wirkender Beleuchtung und Handkameras.

"Jaume hat seinen ganz eigenen Filmstil", stellt Silver fest. "Seine Bilder wirken ungehobelt, rau und improvisiert - tatsächlich plant er aber alles ganz strategisch, um die fahrige, dynamische Atmosphäre am Anfang des Films einzufangen. Dann leitet er nahtlos über zu den komplexeren Einstellungen, durch die die Angst und Erwartung der Zuschauer gesteigert und der Grusel umso intensiver wird." "Jaume dreht Einstellungen, bei denen wir echt Gänsehaut bekommen - egal, ob wir nun einen Gruselfilm drehen oder nicht", fügt Jared Padalecki hinzu.

Der Regisseur machte sich auch den ungewöhnlichen Drehplan zunutze, der vorsah, dass der Beginn des Films fast vollständig in der Szenenfolge des Skripts gedreht wurde. "In den Szenen, die die Hauptfiguren erstmals präsentieren, lernten auch die Schauspieler ihre Rollen erst kennen", sagt Collet-Serra, der seine Darsteller dabei zum Improvisieren aufforderte.

"Wegen anderer Verpflichtungen der Mitwirkenden konnten wir nie mit allen Darstellern zugleich proben, bevor wir dann tatsächlich zu drehen anfingen. An diesem ersten Abend wuchs das Team zusammen." "Als ich die anderen Kollegen kennen lernte, haben wir uns auf Anhieb derart gut verstanden, als ob wir immer schon Freunde waren", erinnert sich Paris Hilton.

Elisha Cuthbert merkte, dass ihr der Dreh in der richtigen Reihenfolge der Szenen sehr bei der Gestaltung von Carlys Verhältnis zu ihrem Peiniger Bo half. "Die Arbeit an dieser Sequenz war körperlich sehr anstrengend. Denn ich mußste auf die Ereignisse reagieren, ohne dass ich schreien oder sonstwie Lärm machen konnte", sagt Cuthbert. "Das hat mich sehr mitgenommen, aber weil wir in der richtigen Reihenfolge drehten, konnten wir die wachsende Intensität in der Beziehung der Figuren besser gestalten, während der Konflikt eskaliert."

"Mich hat Elisha schwer beeindruckt, vor allem in diesen Szenen", sagt Collet-Serra. "Zwei Tage lang war sie praktisch ständig an einen Stuhl gefesselt, sie schwitzte, wurde geschlagen. In jeder Einstellung zeigte sie eine unglaublich emotionale, starke und intensive Leistung, die einen Schauspieler völlig auslaugt. Aber sie war sehr zuvorkommend und hat sich in jeder Einstellung bis zum Anschlag verausgabt."

Van Holt äußert sich ähnlich wie seine Kollegen über das präzise Konzept des Regisseurs, seine Konzentration auf überzeugend entwickelte Hauptfiguren und seine genaue Vorbereitung jedes Details. "Ich arbeite sehr gern mit Jaume", sagt er. "Er hört immer zu, sucht das Gespräch mit uns, und manchmal, wenn es mir nicht gelingen wollte, in meinen Rollen zu den nötigen Extremen vorzustoßen, hat er mich so lange angetrieben, bis ich es schaffte." "Sie haben sich wirklich sehr, sehr angestrengt", sagt Collet-Serra über seine Darsteller. "Sterben ist eben kein Zuckerschlecken."

Poesie in Wachs: Die Dreharbeiten Der Film spielt zum Großteil in dem fiktiven Ort Ambrose, einem unheimlichen, seltsamen, völlig abseits gelegenen Nest in Louisiana. Gedreht wurde "House of Wax" in den Warner Roadshow Studios in Queensland/Australien und in dem Städtchen Guanaba, 45 Autominuten vom Studio entfernt. Dort schufen Regisseur Collet-Serra, Kameramann Steve Windon und Produktionsdesigner Graham "Grace" Walker ("Gothika", "Ghost Ship") den umfangreichen Hauptset extra für diesen Film.

"Für ,Ghost Ship' haben wir einen Ozeandampfer gebaut, und für ,Gothika' die Innenräume des Irrenhauses", sagt Silver. "Für ,House of Wax' stampften wir schließlich eine ganze Stadt aus dem Boden." "Als ich das Skript gelesen hatte, entwarf ich den Straßenplan von Ambrose, und unabhängig von mir las auch Grace das Drehbuch und zeichnete einen Grundriss - und beide Entwürfe stimmten haargenau überein", erinnert sich Collet-Serra.

"Was den Architekturstil der Stadt angeht, wollte Joel deutlich über den Look einer ,normalen' Kleinstadt und die typische Gothik üblicher Horrorfilme hinausgehen." "Wann kommt es schon mal vor, dass man für einen Film eine ganze Stadt baut", fragt Silver, der schon über 40 Filme produziert hat - doch Ambrose ist die erste Stadt, die er in Auftrag gab. "In allen unseren Dark-Castle-Filmen bemühen wir uns immer wieder um einzigartige Sets, wie man sie in noch keinem Gruselfilm gesehen hat. Mit Ambrose konnten wir nun noch einen großen Schritt weiter gehen."

Als Anregung wies Silver seine Designer auf die kleine Stadt Asmara in Ostafrika hin: Die Architektur von Asmara ist vor kurzem wiederentdeckt worden - der Ort diente italienischen modernistischen Architekten in der 30er-Jahren als Spielwiese für innovative Experimente und gilt seither als "Miami von Afrika". Executive Producer Herb Gains entdeckte das ideale Gelände für Ambrose auf einer ausgedehnten Rinderweide in Guanaba. "Das freie Feld ist von Hügeln umgeben und wirkt dadurch sehr isoliert", sagt Gains.

"Die Kühe mußsten wir wegtreiben", sagt Walker, der die Stadt Ambrose mit seinen Zimmerleuten und Bauarbeitern in nur zehn Wochen aufbaute. Bevor die Gebäude errichtet werden konnten, wurden Gräben ausgehoben, Wasser- und Stromleitungen gelegt - Leitungen von insgesamt vier Kilometer Länge versorgten die strategisch angebrachte Straßenbeleuchtung, die Windon und seine Beleuchter individell dimmen konnten.

Auf der staubigen Hauptstraße wuchs in den Spalten der Gehwege echtes Unkraut. Walkers Team baute eine Tankstelle, ein Kino, einen Frisörsalon, einen Eckladen, eine Tierhandlung und mehrere alte Wohnhäuser. Am Ende der Straße stand eine Kirche mit einem Friedhof, und noch weiter weg auf einem Hügel befand sich das alte Haus der Sinclairs. Die gottverlassene Stadt Ambrose wird von seiner größten Attraktion beherrscht: Trudys Wachsmuseum.

Die vom Pech verfolgten Besucher entdecken im Film sehr schnell, dass buchstäblich das gesamte Museum aus Wachs besteht, von der stromlinienförmig-modernen Fassade über die Kuriositäten und Möbel, die dem Inneren des Museums einen seltsamen Charme verleihen: Zahlreiche Wachsfiguren formieren sich dort zu einer riesigen Party-Szene, die wie eine Fotografie eingefroren erscheint. "Graces Design des Wachsmuseums enthält jede Menge unheimliche Details", berichtet Silver begeistert. "Die elegante Fassade wirkt sehr einladend, aber je näher man hinschaut, desto bedrohlicher wirkt das Museum."

20 Tonnen Wachs waren nötig, um die Sets des Wachsmuseums zu gestalten: Gebaut wurden sie aus traditionellen Baumaterialien - erst zum Schluss sprühte man eine Wachsschicht auf. "Das farblich überzeugendste natürliche Wachs ist Bienenwachs", erzählt Walker. "Es enthält ein sattes Braun mit goldorangefarbenem Schimmer. Diese Bienenwachs-Tönung benutzten wir als Grundfarbe des Wachsmuseums, aber auch bei dem Wachs, mit dem Vincent im Film arbeitet."

Das Wachsmuseum besteht aus vier Haupt-Sets: dem Wohnzimmer, dem Musikzimmer, der Küche und Vincents unheilvoller Werkstatt im Keller. Alle vier wurden für das heiße Finale des Films dupliziert und abgeändert: In diesem Moment geht alles in Flammen auf, so dass die Wachsfiguren langsam schmelzen. "Diesen Schmelzzustand zwischen festem und flüssigem Wachs zeigen wir ganze zehn Filmminuten lang", sagt Collet-Serra.

"Deswegen waren diese Szenen technisch am kompliziertesten zu bewerkstelligen. Es gibt nämlich keine Anleitung dafür, wie man Wachs so aussehen lässt, als ob es schmilzt - wie erreicht man das ohne Hitzeeinwirkung? Denn sonst wären auch unsere Schauspieler geschmolzen." Walkers Team probierte unterschiedliche Wachsarten aus, um ein geeignetes Material zu finden, mit dem man "weiche Sets" bauen konnte, die sich bei Berührung durch die Darsteller verformten.

Nach jeder Einstellung mußste der Ausgangszustand jeder Oberfläche wiederhergestellt, jedes Möbelstück aufwändig per Hand bemalt werden, um eine Wiederholung der Aufnahme zu ermöglichen. "Ich schätze an meiner Arbeit als Designer vor allem, mit einem so kreativen Team arbeiten zu dürfen", lobt Walker seine Mitarbeiter. "Es ist ein wunderbares Gefühl, wenn meine Entwürfe vor meinen Augen zum Leben erwachen und sogar meine höchsten Erwartungen noch übertreffen."

Auch bei einem anderen Walker-Set läuft es einem kalt den Rücken hinunter: Carly und ihre Freunde entdecken auf ihrem Weg nach Ambrose eine alarmierend große Grube mit von Autos überfahrenen Tieren - ein grausiger Hinweis auf die entsetzlichen Erlebnisse, die ihnen noch bevorstehen. Die Ausstattungsabteilung gestaltete die Grube mithilfe von Tierschädeln und präpariertem Fell, wobei Beamte des Gesundheitsamtes auf die Einhaltung aller Vorschriften achteten.

Weitere Überreste toter Tiere formte man aus Gipsteilen. (In dieser Sequenz wurden keinerlei echte Tierleichen verwendet.) Das Ganze wurde mit Filmblut übergossen, bis sich ein ekelhafter Sumpf bildete, der tatsächlich so abstoßend stank, wie er im Film wirkt. "Das war echt eklig", lacht Walker. "Alles war von Filmblut durchtränkt und stank fürchterlich. Offenbar hat sich vorher niemand ausgemalt, wie schlimm das tatsächlich werden würde!" "Als ich das Drehbuch las, fragte ich mich, wie sie das wohl machen würden", erzählt Chad Michael Murray.

"Aber sie haben's geschafft. Sie haben eine ganze Stadt gebaut, völlig abgelegen, gruselig und absolut realistisch, von all den anderen tollen Sets ganz zu schweigen. Das erleichtert unsere Arbeit ungemein." "Durch meine Erfahrung mit Werbespots bin ich es gewohnt, neben der Regie auch die Ausstattung und die Kamera zu verantworten", erklärt Collet-Serra. "Als ich nun die Regie eines Spielfilms übernahm, mußste ich die Verantwortung delegieren und vertrauensvoll in Graces Hände legen - und das ist das Beste, was mir passieren konnte."

Schöne Leichen: Was Sie schon immer über Wachsfiguren wissen wollten Das Herzstück der gruseligen Atmosphäre in dem Bilderbuchort Ambrose sind die "Bewohner" aus Wachs, die den umfangreichen Stadtset bevölkern. Der für die Wachsfiguren verantwortliche Jason Baird ist Experte für Masken und Spezial-Make-up - er hat bereits an "The Matrix Reloaded" (Matrix Reloaded), "The Matrix Revolutions" (Matrix Revolutions) und "Star Wars: Episode II" (Star Wars: Episode II) mitgearbeitet. In diesem Fall befehligte er ein Team von 35 Künstlern, die sich ausschließlich auf Design und Anfertigung der Wachsfiguren konzentrierten.

Sieben Monate lang schufteten Bairds Mitarbeiter - Bildhauer, Gussformexperten, Maler und Perückenmacher - täglich zwölf Stunden, um über 100 bis ins kleinste Detail ausgestaltete Wachsfiguren für den Film anzufertigen: die Party-Gäste in Trudys Wachsmuseum, die Trauergemeinde (inklusive Organist und Pastor), die sich zu einer Beerdigung in der Kirche eingefunden hat, sowie Zuschauer und Platzanweiser - ständige Besucher im örtlichen Kino, in dem ewig der Thriller "What Ever Happened to Baby Jane?" (Was geschah wirklich mit Baby Jane?, 1962) läuft (wiederum eine nette Variante der Geschwisterrivalität, die in "House of Wax" eine so bedeutende Rolle spielt).

Die Figuren, die Bos und Vincents menschliche Opfer darstellen, bezeichnete das Team als "Wachsleichen": Sie sind laut Drehbuch ermordet, mit Wachs überzogen und dann überall in der Stadt aufgestellt worden. Diese Figuren bestehen aus Fiberglas und transparenten Silikonschichten. Eine Reihe von Effekte-Figuren wurden speziell angefertigt, um sie vor der Kamera zu zerbrechen oder zu verbrennen.

Bairds Team betrieb ausführliche anatomische Studien, um dann per Gussform künstliche Skelette anzufertigen, die unter der Silikonhaut steckten, um die verwesenden Leichen in der Wachshülle darzustellen. Vier Figuren "ganz aus Wachs" repräsentieren die Virtuosität der Wachskünstlerin Trudy Sinclair, die ursprünglich jene lebensechten Skulpturen auf traditionelle (also nicht mörderische) Art anfertigte und im Wachsmuseum von Ambrose ausstellte.

Trudys ewige Gäste sind zwei Damen in Kleidern und Kopfschmuck im Stil der Goldenen 20er-Jahre: Eine trägt ein mit schwarzen Perlen besetztes Kleid, die andere ein graubraun schimmerndes Gewand. Hinzu kommt ein Zigarre rauchender Gentleman und ein Hausmädchen, das in der Küche putzt. Diese Figuren mußsten wie rohe Eier behandelt werden, weil sie bei Temperaturschwankungen extrem leicht Risse bekamen und aus der Form gerieten.

Alle Figuren im Film sind tatsächlichen Menschen nachgebildet. Baird leitete mit Regisseur Jaume Collet-Serra richtige Casting-Termine, um Statisten für jede einzelne Figur und Pose auszusuchen. Von diesen stellte man Gussformen ihrer Köpfe, Hände und Körper her, mit deren Hilfe dann die Fiberglas-Puppen entstanden. Die Models, die die "Wachsleichen" in der Kirche und in dem vollbesetzten Kino darstellen sollten, posierten in den tatsächlichen Kirchenbänken und Kinositzen der Filmsets, um später, bei den Dreharbeiten, die genaue Passform der Wachsfiguren zu garantieren.

Nachdem die rohen Abgüsse ihre endgültige Oberflächenbehandlung erhalten hatten, übernahmen die Maler und Perückenmacher den letzten Schliff: Make-up, Haare und Bärte. Von den Abgüssen der Körperformen bis zur Einkleidung der fertigen "Person" dauerte die Bearbeitung jeder einzelnen Figur drei bis vier Wochen. "Das war ein gewaltiges Unternehmen", sagt Baird. "Ich bin sehr stolz auf die hohe Qualität, die wir innerhalb so kurzer Zeit geliefert haben.

Es fällt mir zwar schwer, eine Lieblingsfigur unter den Wachspuppen auszusuchen, aber ich mag die alte Dame mit Hut sehr, die in der Kirche sitzt und einen Rosenkranz hält. Die sieht unglaublich echt aus!" (Und in einer Schlüsselszene verliert sie dank Carly einen Arm.) "Ich bin schwer beeindruckt von der hervorragenden Arbeit, die Jason mit seinem Team geleistet hat", sagt Joel Silver. "Immer wenn sie mir neue Figuren präsentierten, schickte ich sie sofort los, um noch mehr anzufertigen."

Als weitere "Wachsleichen" für die Massenszenen in der Kirche und im Kino stattete Baird lebende Statisten mit Silikonmasken, falschen Augen, Perücken und farblich abgestimmtem Make-up auf den Händen aus und platzierte sie zwischen den Wachsfiguren. Bairds Team gestaltete auch Duplikate jener Hauptdarsteller, die auf grausige Art umkommen und dabei das schreckliche Schicksal erleiden, unter einem Wachsmantel zu verschwinden.

Carlys Freund Wade gehört zu den Unglücklichen, die Vincents tödlichem Ritual zum Opfer fallen. "Mit Wades Tod demonstrieren wir den Zuschauern, wie Vincent vorgeht: Er fängt sein Opfer ein und bedeckt es noch lebend mit der Wachsschicht", sagt Collet-Serra, der Wert darauf legte, die Wachsprozedur des abartigen Killers und seine dabei verwendete Maschine - die an ein mittelalterliches Folterinstrument erinnert - in realistischer Detailfreude zu demonstrieren.

"Ich wollte genau wissen, wie man tatsächlich einen Menschen zur Wachsfigur machen könnte. Als effektivste Methode stellte sich ein Ganzkörper-Sprühverfahren heraus. Eines der kniffligsten Probleme, die ich mit Grace Walker für diesen Film lösen mußste, war diese Sprühapparatur. Ich stellte mir eine Maschine vor, die furchterregend, aber realistisch wirkt und wie selbstgebaut aussieht." Jared Padalecki unterzog sich vor den Dreharbeiten einem 3-D-Scan seines Körpers, um so eine Vorlage für seine Wachsleiche zu ermöglichen.

Diese Daten wurden im Computer gespeichert und vom KNB-FX-Team in Los Angeles in eine Hartschaum-Puppe verwandelt, die exakt Padaleckis Körperformen entspricht. Von dieser Puppe fertigte man dann eine Reihe von Abgüssen. In den Szenen, in denen Wade innerhalb seiner Wachshülle noch am Leben ist, trug der Schauspieler ein "Wachsleichen-Outfit": Eine Silikonmaske wurde Padaleckis Gesicht und Händen angepasst - sie entspricht jenen Masken, die auch die Statisten in den Rollen der Wachsleichen tragen.

Szenenfoto
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