Kung Fu Hustle

Produktionsnotizen

Im Frühjahr 2002, nach mehr als 50 Filmen, befand sich Stephen Chow auf dem Höhepunkt seiner Karriere. "Time Asia" hatte ihn gerade als beliebtesten Entertainer Asiens gefeiert. Siu lam juk kau (Shaolin Kickers, 2001), sein letzter Film als Darsteller, Autor, Regisseur und Produzent, brach Boxoffice-Rekorde und gewann die wichtigsten Filmpreise Asiens. Was sollte er als Nächstes tun? Für Stephen Chow war die Antwort auf diese Frage einfach: Er wollte einen Weg finden, sich jenen Traum zu erfüllen, der ihm seit er ein kleiner Junge war im Kopf herumging - ein Martial-Arts-Experte zu werden, ein Kung-Fu-Held, zumindest auf der Leinwand.

"Natürlich ist es zu spät für mich, ein echter Kung-Fu-Meister zu werden", scherzt Chow, nun Anfang vierzig. "Aber zumindest kann ich ein Kung-Fu-Experte im Film sein - so viel kann ich tun. Ein Martial-Arts-Held, genau wie Bruce Lee." Im Gegensatz zu den vorangegangenen, überlebensgroßen Figuren, die er oft auf der Leinwand spielt, ist der private Stephen Chow ein ruhiger, bescheidener Mensch, der sogar schüchtern wirken kann, wenn man ihm das erste Mal begegnet. Doch seine Augen leuchten, wann immer der Name Bruce Lee fällt.

Für Chow persönlich ist KUNG FU HUSTLE ein entscheidender Film in seiner Karriere. Es ist sowohl eine Arbeit der Liebe sowie der Erfüllung der Träume eines unter bescheidensten Umständen im Hongkong der 70er Jahre herangewachsenen Jungen. Chow fand Freude daran, ins Kino zu gehen und die Martial-Arts-Klassiker dieser Ära zu sehen. In den verdunkelten Lichtspieltheatern identifizierte sich der junge Stephen Chow mit den Helden und sehnte sich danach, in ihre erstaunlichen Fußstapfen zu treten.

Als Barbara Robinson, Managing Director von Columbia Pictures Film Production Asia, der in Hongkong ansässigen Produktionstochter von Sony Pictures Entertainment, an Chow mit der Bitte herantrat, bei einem Projekt zusammenzuarbeiten, erkannte er, dass er endlich in der Lage sein würde, seine Träume wahr werden zu lassen. Stephen Chows Inspiration zu KUNG FU HUSTLE kam aus seinen Erinnerungen an seine Kinobesuche als Kind in Hongkong. Chow hatte einen sehr bescheidenen Start. Geboren als Sohn einer armen Familie mit drei Kindern - Chow hat zwei Schwestern - gab es nicht viel Extrageld für Entertainment.

Über eines Tages nahm ihn seine Mutter mit ins Kino, und das war laut Chow der Beginn einer lebenslangen Leidenschaft für ihn. "Ich erinnere mich so genau an den Tag, als wäre es gestern gewesen", sagt Chow. Es war ein Bruce-Lee-Film. "Wir waren in einem völlig heruntergekommenen Theater, aber das war egal. Es war einfach überwältigend, allein durch die Filmerfahrung. Diesen Film im Dunkeln zu sehen, fühlte sich an, als ob mein Herz explodieren würde, und ich hatte Tränen in meinen Augen. Bruce Lee war so unglaublich, nicht nur wegen seiner Martial-Arts-Kunst, sondern auch wegen seines furiosen Temperaments. Er füllte die ganze Leinwand aus. Er wurde ein Idol für mich. Ich beschloss damals, dass ich wie er sein wollte - ich wollte Bruce Lee werden."

"Ein Martial-Arts-Experte zu werden war wirklich meine erste Wahl; ein Schauspieler zu werden, die zweite - alles in allem ist das eben genau das, was auch Bruce Lee war", sagt Chow lachend. Der neunjährige Stephen Chow setzte seinen Weg, Bruce Lee zu werden, fort. Er begann mit dem Martial-Arts-Training und suchte sich selbst einen Lehrer, doch seine Familie konnte es sich nicht leisten, für den Unterricht aufzukommen, also fuhr Chow fort, alleine weiter zu üben. Er versuchte, sich selbst die Methoden sämtlicher unterschiedlicher Schulen der Martial Arts beizubringen.

Stephen Chow hat einige bunte Erinnerungen an jene Tage - er erinnert sich, wie er die berühmte Szene aus Jing wu men (Todesgrüße aus Shanghai, 1972) nachspielte, in der Bruce Lee ein Schild vor einem Park zerstört, auf dem steht: "Hunde und Chinesen verboten". Eines Tages in der Schule, sehr zur Freude der anderen Schüler, trat Chow ein Schild nieder, das an einer Tür angebracht war. Ohne formelles Training machte Chow wenige Fortschritte als Kung-Fu-Experte - doch dies sollte ein Segen sein für die Millionen, die ihn später als Komödiant lieben lernten; Chow sagt, die Reaktionen, die er als Junge auf seine Kung-Fu-Stunts erntete, ließen in ihm den Wunsch reifen, Schauspieler zu werden.

Die Idee des kleinen Jungen, der ein großer Held werden will, steht im Mittelpunkt von KUNG FU HUSTLE. Chow fügte dem Film weitere Aspekte hinzu, die ebenfalls den Filmen, die er als Heranwachsender gesehen hatte, und der Welt, in der er aufwuchs, ihre Reminiszenz erweisen. Bei der Auswahl von Cast und Crew schloss Chow viele legendäre Figuren des Hongkong-Kinos ein. Vielleicht zuallererst und vor allen anderen ist Actionchoreograph Yuen Wo Ping zu nennen, dessen Arbeit an The Matrix (Matrix, 1999) und Wo hu cang long (Tiger & Dragon, 2000) ihn zu einen der am meisten geachteten Action-Zauberern unserer heutigen Zeit gemacht hat.

Yuens Karriere reicht zurück in die erste klassische Ära des Hongkong-Martial-Arts-Kinos in den 1960ern und 1970ern, genau wie die von Sammo Hung, der ebenfalls an dem Film mitwirkte, indem er zusätzliche Actionchoreographien lieferte. "Als ich erkannte, dass ich mit Columbia die Möglichkeit hatte, das denkbar beste kreative Team zu versammeln, wusste ich sofort, dass ich mit Legenden wie Yuen Wo Ping und Sammy Hung zusammenarbeiten wollte", sagt Chow. Chow wurde außerdem von der Musik der Ära beeinflusst, die er auch für seinen Film auswählte.

Der Song, der von Fong gesungen wird, dem stummen Eiscreme-Mädchen (Huang Sheng Yi), ist ein Mandarin-Klassiker aus den 1970ern mit dem Titel "Zhi Yao Wei Ni Huo Yi Tian", geschrieben von dem legendären Singer-Songwriter Liu Jie Chang. Der Song handelt von den unvergesslichen Erinnerungen eines Mädchens an jemanden, den es einst geliebt hat und für den es wieder leben möchte, wenn auch nur für einen Tag. Auch bei der Besetzung traf Chow einige faszinierende Entscheidungen, indem er mehrere Schauspieler aus der klassischen Periode des Hongkong-Kinos auswählte.

Yuen Wah, der den "Vermieter" spielt, war in hunderten von Hongkong-Filmen in den letzten 30 Jahren zu sehen - und war einmal sogar einer von Bruce Lees Stuntleuten. Tatsächlich verleiht Yuen Wah dem Film eine direkte Verbindung zu Chows Bruce-Lee-Träumen - es ist Yuen, der in der Parkschild-Szene in Jing wu men gegen Lee kämpft (und verliert). Die Rolle der Frau des "Vermieters", die "Vermieterin", spielt Yuen Qiu, ein Star aus den 1970er Jahren, die sich vor mehr als 20 Jahren vom Filmgeschäft zurückgezogen hat (abgesehen von ihren zahlreichen Hongkong-Rollen war sie als Bond-Girl in The Man With the Golden Gun (James Bond 007 - Der Mann mit dem goldenen Colt, 1974) zu sehen).

Chow spürte sie auf und flehte sie an, ihren Ruhestand aufzugeben und bei seinem Film mitzuwirken. "Ich wollte es zuerst nicht tun. Mein Leben war sehr angenehm, und ich hatte gerade meinen ersten Enkel bekommen", sagt sie. Doch Chow wollte ein "Nein" als Antwort nicht akzeptieren. Bei der Vorbereitung für den Film war Yuen Qius größte Herausforderung, nicht nur ihre Martial-Arts-Fähigkeiten wieder zu beleben (die sie in derselben Pekingoper-Schule gelernt hatte, in der auch Sammo Hung, Yuen Wah und Jackie Chan trainiert hatten), sondern auch 30 Pfund in zwei Monaten zuzulegen, um ihrer normalerweise schlanken Figur die ihrer Filmfigur angemessene Masse zu verleihen.

Sie befolgte eine Diät, die ihr Chow empfahl und die von japanischen Sumo-Wrestlern angewendet wird, um zuzunehmen. Der 70er-Jahre-Star Leung Siu Lung spielt "DAS BIEST", den Furcht erregendsten Kämpfer in KUNG FU HUSTLE. Während seine Präsenz seit den 1980ern nicht mehr auf der Leinwand zu spüren gewesen war, wurde Leung als einer der "drei Drachen" in den 70ern neben Bruce Lee und Jackie Chan bekannt (die so genannt wurden, weil die chinesischen Spitznamen von allen Dreien das Wort "Drachen" enthielten). Ironischerweise war Leung einer von Chows großen Leinwandhelden, als er ein Junge war.

"Er hat eine Art, sich zu bewegen, sein Bein mit erstaunlicher Kraft in den Himmel zu strecken, die niemand sonst so schön beherrscht", sagt Chow. "Im Gegensatz zu vielen Stars, die Kung Fu nur spielen und eine gewisse Anzahl von Positionen einnehmen können, ist Leung ein großartiger Kung-Fu-Meister - er hat wirkliches Training genossen. Wenn man sich seine Hände, seine Handflächen und Gelenke ansieht, sind diese mit dicker Hornhaut bedeckt und hart wie Eisen." Fung Hak On, der den "Harfenisten Nr. 2" spielt, ist ein weiterer Held von Chow.

Mit seinen Martial-Arts-Fähigkeiten und Erfahrungen war Fung in den letzten Dekaden in einer beeindruckenden Reihe von Filmen zu sehen. "Ich habe jeden einzelnen Film mit ihm gesehen, als ich ein Kind war", sagt Chow. Nicht jeder aus dem Ensemble ist ein aus Chows Jugend bekanntes Gesicht. Chow traf auch einige originelle Entscheidungen hinsichtlich neuer Talente. Zum Beispiel entdeckte er die Newcomerin Huang Sheng Yi für die Rolle der Fong, in die sich Sing im Film verliebt. Huang, die gerade erst die Pekinger Filmakademie abgeschlossen hat, ist begeistert von dem Star-Regisseur.

"Es ist unglaublich, mit Stephen zusammen zu arbeiten, der ja selbst Schauspieler ist. Als er Regie führte, konnte er uns genau zeigen, wie die verschiedenen Gefühle zu spielen waren. Seine Art, Regie zu führen, war für mich als Newcomer von unschätzbarem Wert." Der zentrale Ort des Films, das lebendige, vor Menschen wimmelnde Viertel namens Schweinestallgasse, ist ein weiterer Weg, den Chow wählte, um seiner Vergangenheit Tribut zu zollen. Das Design des überfüllten Wohnkomplexes ähnelt den labyrinthischen Gebäudekomplexen Hongkongs, in denen Chow aufgewachsen ist.

"Dieser Gebäudestil war üblich in Südchina in den 1940ern, in denen der Film spielt", sagt Ausstatter Oliver Wong. "Als Hongkongs Bevölkerung in den 1950ern explodierte, kopierten die Baumeister den Gebäudestil, in dem die meisten Menschen in Hongkong zwischen 1950 und 1970 aufgewachsen waren - überfüllt, verrückt, lustig." Die Kulisse und Atmosphäre der Schweinestallgasse entstammen ganz genau Chows Kindheitserinnerungen. "Der Ort, an dem ich lebte, als ich ein Junge war, war ganz genau so", sagt er. "Es war ein überfüllter Ort, an dem jeder eingepfercht und eng mit den anderen lebte.

Natürlich glaubt man, dass man jeden und alles in der Nachbarschaft kennt, aber tatsächlich gab es dort viel, das unbekannt und versteckt unter der Oberfläche des alltäglichen Lebens im Viertel war. Zum Beispiel entdeckte ich eines Tages aus heiterem Himmel, dass einer meiner Nachbarn tatsächlich ein Martial-Arts-Meister war. Er lebte dort seit drei Jahren, und ich nannte ihn immer ,alter Onkel?. Selbst in meinen wildesten Träumen hätte ich ihn mir nicht als großen Meister vorgestellt, aber er war einer."

Das vierstöckige Gebäude der Schweinestallgasse wurde extra für die Produktion auf einem Studiogelände in der Stadt Chedun gebaut, etwa 15 Meilen südlich von Shanghai. Ausstatter Wong stellte detaillierte Recherchen an, studierte hunderte von Büchern und alte Fotografien, um ein Gefühl für das hektische Nachbarschaftstreiben auf die Leinwand zu bringen. Zum Beispiel wurden die sechs großen Werbetafeln an einem Eingang des Wohnkomplexes direkt von alten Fotos kopiert. Das Erdgeschoss des "Schweinestalls" ist mit unterschiedlichsten Arten von Geschäften mit faszinierenden Namen belegt.

Dazu gehören ein "100 Herb Cool Tea Shop" und ein "10 Thousand Wealth"-Weingeschäft nebenan. Die "Snake King Explosion" ist spezialisiert auf Schlangen-Produkte mit mehreren Käfigen mit lebenden Schlangen, die während der ganzen Produktion am Set waren - Schlangen sind noch immer eine typische Delikatesse in China. Es gibt außerdem ein Reisgeschäft, ein Porridge-Restaurant, ein Lebensmittelgeschäft, einen Friseur und einen Schneider, Ärzte und Handleser sowie eine Polizeistation und eine Feuerwehr im ersten Stock.

Einen Gegensatz dazu bildet die zweite wichtige Location, das glitzernde Kasino der Axt-Gang. "Ich versuchte, den Unterschied zwischen dem Kasino und dem sehr chinesischen ,Schweinestall' zu betonen. Das Kasino hat einen starken westlichen Einfluss, der sich in den Möbeln, der Dekoration und den Gemälden an den Wänden zeigt." Nach zwei Monaten Kulissenbau startete die Produktion Ende Juni 2003 mitten in der intensiven tropischen Sommerhitze an der chinesischen Küste.

Obwohl große Teile des Films im und vor dem Hintergrund des "Schweinestalls" gedreht wurden, nutzte man auch andere Locations in Shanghai, abgesehen von dem Studio, welches das Kasino beherbergte. Die Ballsaal-Szene wurde in einem alten Sportclub aus der Kolonialzeit an Shanghais berühmter Shoppingmeile Nanjing Road gedreht. Die Dreharbeiten liefen vier Monate lang glatt - ein ungewöhnlich langer Drehplan, gemessen an den Standards der unermüdlichen Filmindustrie Hongkongs. Der lange Drehplan war notwendig aufgrund der langen und komplizierten Actionszenen.

Chow behauptet, dass KUNG FU HUSTLE der körperlich forderndste Film ist, den er je gedreht hat. "Ich habe viele Martial-Arts-Kampfszenen in diesem Film, im Vergleich zu früheren Projekten, die ich gemacht habe. Diesmal habe ich mich selbst am härtesten gefordert." Es gibt einen Schlüsselmoment im Film, den Chow von Beginn an im Kopf hatte. Um Bruce Lee Respekt zu zollen, wollte Chow sein Shirt in einer Szene ausziehen und eine von Bruce Lees berühmten Posen einnehmen und seine starken Rückenmuskeln zeigen. Wochenlang arbeitete Chow hart daran, neben dem Martial-Arts-Training seine Rückenmuskulatur aufzubauen.

Am Ende, sagt er, mußste er sich eingestehen, dass "meine Rückenmuskulatur immer noch nicht den Punkt erreicht hat, an dem ich vollkommen zufrieden war, aber ich werde mein Shirt trotzdem ausziehen. An diesem Tag war es so kalt! Filme zu machen, ist immer so: An dem kältesten Tag bittet man dich, dich auszuziehen, und an dem heißesten Tag, verlangt man von dir, immer mehr Lagen von Kleidung anzuziehen!" Auf die Frage, ob das Entblößen seines Rückens ein Trick sei, ein größeres Publikum anzulocken, bricht Chow in lautes Lachen aus.

"Nein, oh, nein! Daran habe ich nie gedacht. Ich glaube nicht, dass mein Oberkörper nur annähernd so attraktiv ist wie der von Bruce Lee!" Chow sagt, dass ihn der jüngste, weltweite Erfolg von Wo hu cang long (Tiger & Dragon, 2000) und des Films Ying xiong (Hero, 2002) von dem großartigen chinesischen Regisseur Zhang Yimou, ebenfalls ein Martial-Arts-Epos, inspiriert hatten. Er fühlt, dass diese Filme Martial Arts zu einem neuen Level künstlerischer Inspiration erhoben und vom Hongkong-Kino beeinflusste Filme wie The Matrix gezeigt haben, wie die alte Schönheit der Martial Arts mit Hollywoods digitalen Spezialeffekten kombiniert werden kann, um einen neuen und erfrischenden Stil zu kreieren.

Der ausführende Produzent Bill Borden beschreibt KUNG FU HUSTLE als einen Katalog sämtlicher Kung-Fu-Kampfstile. "Am Anfang des Films ist es mehr wie in den 1970ern; ein eher akrobatischer Jackie-Chan-Stil. Und in der letzten Szene, ist es mehr der ,Matrix?-Stil, bei dem Spezialeffekte dazu kommen. Der Film erkennt an, wo Martial-Arts-Filme herkommen, wo sie zurzeit stehen und wohin sie sich weiterentwickeln werden."

Trotz der Tatsache, dass große Teile des Films von Stephen Chows Liebe zu Martial-Arts-Filmen geprägt sind, ist es auch ein typischer Stephen-Chow-Film in dem Sinne, dass im Mittelpunkt der Story ein liebenswerter, heruntergekommener Underdog steht, der gegen starke Mächte kämpfen mußs. Dieses erprobte Element wird auch in anderen Bereichen der Produktion betont. So erklärt Kostümdesignerin Shirley Chan: "Zu Beginn der Story ist Sing zu arm, um sich selbst Kleidung zu kaufen, deshalb ist sein ganzes Zeug entweder geliehen oder gestohlen.

Er sieht wirklich schlimm aus! Dann schließt er sich der Gang an, also beginnt er, Anzüge zu tragen. Später kehrt er zu seinem neuen Ich zurück und hat einen vollkommen anderen Look, sehr chinesisch elegant." Produzent Jeff Lau - dessen Erfahrungen von der Regie über das Schreiben von außergewöhnlichen Komödien und Actionfilmen, für die Hongkong bekannt ist, bis zur Produktion tiefgründiger Arthouse-Hits von Regisseur Wong Kar-Wai (Duo luo tian shi (Fallen Angels, 1995) reichen - sagt, dass Chow schon immer "ein Regisseur war, der einen Schauspieler spielt".

"Wenn er spielt, hat er die Denkweise eines Regisseurs", sagt Lau, unter dessen Regie Chow in dem Erfolgsfilm Xi you ji di yi bai ling yi hui zhi yue guang bao he (Eine chinesische Odyssee, 1994) agierte. "Für jede Szene hatte er seine eigenen Ideen, die wir diskutierten und die ich dann mit meinen eigenen Vorstellungen kombinierte. Es war sehr aufregend. Als Schauspieler spielt er nicht einfach eine isolierte Szene, er denkt auch an die Szenen, die direkt davor und danach kommen."

Der ausführende Produzent Bordon glaubt, dass es Chows schauspielerische Fähigkeiten sind, die KUNG FU HUSTLE seinen universellen Reiz verleihen. "Stephens Gabe ist die Art und Weise, wie er Emotionen übersetzen kann, ohne zu sprechen", sagt Bordon. "Shaolin Kickers ist ein großartiges Beispiel. Ich habe drei Kinder, die diesen Film lieben, der Kantonesisch mit englischen Untertiteln ist. Sie haben alle den Film 15 Mal gesehen und manchmal ohne die englischen Untertitel, und es macht gar nichts."

Trotz seines überwältigenden Erfolgs als Schauspieler träumt Stephen Chow bis heute den sehnsüchtigen Traum, eines Tages das wirkliche Können eines Kung-Fu-Masters zu erringen. Selbst bei seinem viel beschäftigten Tagesablauf versucht er, seine Martial-Arts-Bewegungen mindestens eine Stunde täglich auszuführen. "Ich habe erkannt, dass ich kein großer Martial-Arts-Künstler werden kann", gibt er lächelnd zu. "Aber ich kann zumindest einen Martial-Arts-Film drehen, in dem ich einen Kung-Fu-Experten spiele. Es war mein Traum als Filmemacher, seit ich begonnen habe, meine eigenen Filme zu drehen."

"Ich bin natürlich stark von allen Martial-Arts-Filmen beeinflusst", führt er fort. "Und KUNG FU HUSTLE ist natürlich ein Ergebnis dessen. Wie auch immer, dieser Film ist vor allem eine neue Story, denn als der ganze Film anfing, in meinem Kopf Form anzunehmen, habe ich nicht an einen einzigen dieser Filme im Besonderen gedacht. Ich glaube, sie sind einfach zu einem integralen Bestandteil von mir geworden. Wovon KUNG FU HUSTLE wirklich handelt, ist der Geist der Martial Arts, den ich tief in mir verinnerlicht habe." Und was ist, Chows Ansicht nach, der spirituelle Kern der Martial Arts? "Courage. Ja, KUNG FU HUSTLE ist ein Film über Courage", sagt Chow.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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