Am Tag als Bobby Ewing starb

• Inhalt • Darsteller & Stab • Filmkritiken • Produktionsnotizen • Filmplakat im Großformat: Deutschland

Titel Deutschland: Am Tag als Bobby Ewing starb
Titel USA: -
Genre: Komödie
Farbe, Deutschland, 2005

Kino USA: -
Kino Deutschland: 2. Juni 2005
Laufzeit Kino: 95 Minuten, FSK 6



Inhalt 1986 ? Die Protestbewegung gegen den Bau des Atomkraftwerks in Brokdorf ist in den letzten Zügen. Nur eine letzte Landkommune ist übrig geblieben. Peter, Eckhard, Gesine, Walther, Elly und Bauer Hein leben in ihrem ?Alternativen Wohnkollektiv Regenbogen? gemütlich vor sich hin und denken nicht daran, den friedlichen Widerstand aufzugeben.

Für sie könnte es immer so weiter gehen: mit endlosen Konsensdiskussionen, Schafe scheren und nacktem Gemeinschaftsbaden. Wäre da nicht der drohende Abschied ihrer Sozialarbeiterin Gesine. Da kommen den Flachland-Kommunarden die beiden modernen Städter Hanne und ihr Sohn Niels gerade recht. Die zwei stranden nach Hannes Scheidung in der norddeutschen Provinz.

Während Hanne sich überraschend schnell an Schreitherapie und Gemüseaufzucht gewöhnt (und noch viel schneller an die Tantraspiele mit Kommunenguru Peter), hat Niels immer weniger Lust auf dogmatische WG-Regeln wie: kein Fleisch, keine Gewalt, kein Atomstrom. Schnell findet er Anschluss bei Dorfrocker Rakete und Martina, der Tochter des Bürgermeisters. Mehr aus Trotz als aus Überzeugung schließen sie sich dem gewaltbereiten AKW-Widerstand an.

Ihre Aktionen bringen das beschauliche Chaos der Kommune jedoch reichlich durcheinander und setzen sogar den Fortbestand der pazifistischen Gemeinschaft aufs Spiel. Zum großen Knall kommt es aber erst, als im entfernten Tschernobyl ein Reaktor explodiert. Genau an dem Tag, als Bobby Ewing stirbt, der Erdölprinz aus ?Dallas? und Serienliebling der Kommune.


Darsteller & Stab Darsteller: Peter Lohmeyer (Peter), Gabriela Maria Schmeide (Hanne), Franz Dinda (Niels), Nina Petri (Gesine), Richy Müller (Eckardt), Luise Helm (Martina), Peter Heinrich Brix (Prestin), Jens Münchow (Rakete)

Stab:Regie: Lars Jessen • Produktion: Elke Peters, Neue Mira • Drehbuch: Ingo Haeb, Kai Hensel, Lars Jessen • Vorlage: - • Filmmusik: Paul Rabiger • Kamera: Andreas Höfer • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Heike Lauer-Schnurr • Schnitt: Elke Schloo • Kostüme: Simone Simon • Make Up: Elisabeth Harlan, Anke Wallrabe • Ton: Stephan Hyndes, Bianca Ihnken • Ton(effekt)schnitt: - • Stunts: - •


Filmkritiken Rudolf Worschech (Rhein-Zeitung 2. Juni 2005): Wenn man das erste Mal Peter Lohmeyer als Peter mit langen Haaren sieht, die ihm einen Hauch von Karikatur geben, fragt man sich unwillkürlich: Kann das gut gehen? Schon einmal, in "Sie haben Knut", ist der Versuch eines deutschen Films, diese Ära einzufangen, in der Verulkung der Rhetorik jener Jahre stecken geblieben. Lars Jessen, [...], ist ein einfühlsamer Film gelungen, weil er bei allem Schmunzeln über Pazifismus und fleischlose Ernährung eine tiefe Sympathie für seine Figuren zeigt.

Jury Max Ophüls Preis 2005: Der Film führt uns in eine politische Zeit, die bisher als humorfreie Zone galt. Auffällig ist sein großzügiger, in keinem Moment ideologisch verkrampfter Blick auf politische und private Verbohrtheiten ? die erwartbare Abrechnung gerät zu einer Liebeserklärung. Klug und mit leichter Hand inszeniert, besticht der Film durch einen wissenden Blick: Das Kleine wird groß erzählt - das Große klein. Wir haben einen Film gesehen, der wie ein ?Antidepressivum? wirkt ? mit einem großen Schuss Selbstironie.

film-dienst 11/2005: Eine unterhaltsame, präzis rekonstruierte und hervorragend gespielte Mischung aus Polit-Satire, Provinzkomödie und Coming-of-Age-Geschichte, die nie hämisch, sondern liebevoll und melancholisch einen Schwebezustand der Desorientierung beschreibt, der durch die Reaktor-Katastrophe in Tschernobyl durchgerüttelt wird und eine bis heute aktuelle Brisanz der Thematik offenbart.

Der Tagesspiegel: Eine nostalgiegetränkte Zeitreise in die 80er. Lustig, Peter Lohmeyer zuzusehen, wie er mit schulterlangen Haaren Windräder aufstellt und gegen ?imperialistischen? Bohnenkaffee wettert.

Fluter / Bundeszentrale für politische Bildung: Auf einen grandiosen Peter Lohmeyer als Kommunenscheffe, andere brillierende Darsteller und auf geschliffene authentische Dialoge darf man sich freuen.

FAZ: Unangestrengt lustig! In der aktuellen Diskussion um die 68er und ihr Erbe ein Gewinn.

SR-Online: Der Film hält, was die Besetzung verspricht.

Filmplakat
Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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