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Statement von Regisseur Lars
Jessen
ist ein persönlicher Film
über die 68er aus der Perspektive ihrer Nachkommen: einer
Generation, die ihre Kindheit in den Wohn- und
Beziehungsexperimenten ihrer Eltern verbrachte. Zu Zeiten, als
Sitzblockaden wichtiger als Hausaufgaben waren, Weihnachten als
religiöse Verschwörung galt und freie Liebe mehr Pflicht
als Möglichkeit war.
Es ist aber auch ein Film über meine ganz persönlichen Erfahrungen in dieser Szene. Denn Anfang der 80er lebte ich tatsächlich ein paar Jahre mit meiner Mutter in einer solchen Wohngemeinschaft in der Nähe von Brokdorf. Ich war zwar viel jünger als unser Protagonist Niels, der Grundkonflikt mit meiner Mutter und ihrem Liebhaber sowie einige Figuren und Begebenheiten aus dieser Zeit finden sich aber in unserer Geschichte wieder. Die Selbstverständlichkeit, mit der in unserem ?Alternativen Wohnkollektiv? (Kommune galt bei uns als Schimpfwort) jede noch so alltägliche Handlung in einen politischen Kontext gestellt wurde, verfolgt mich bis heute. Als Kind war die Welt der Kommune für mich voll von Konflikten. Meine erwachsenen Mitbewohner versuchten mit autoritären Maßnahmen, den verwöhnten Wohlstandsbengel (der ich auch tatsächlich war), in ein funktionierendes Mitglied der Gemeinschaft zu verwandeln - was meinerseits auf wenig Gegenliebe stieß. Ich wollte keine Rechte und erst recht keine Pflichten. Ich sah einfach keinen Sinn darin, den Gong zu schlagen, um im Plenum mit allen Mitbewohnern meine Probleme bis ins letzte Detail auszudiskutieren. Insofern ist der Film auch eine ganz persönliche autobiographische Zeitreise und eine Auseinandersetzung mit einschneidenden Erfahrungen meiner Kindheit und Jugend. |
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