Das Lächeln der Tiefseefische

• Inhalt • Darsteller & Stab • Filmkritiken •

Titel Deutschland: Das Lächeln der Tiefseefische
Titel USA: -
Genre: Drama
Farbe, Deutschland, 2005

Kino USA: -
Kino Deutschland: 7. Juli 2005
Laufzeit Kino: 88 Minuten, FSK 6



Inhalt Es ist Sommer im Seebad Ahlbeck, dem kleinen Urlaubsort kurz vor der polnischen Grenze auf der Ostseeinsel Usedom. Eine feine Sache für zahlreiche Touristen, trister Alltag jedoch für Malte, der dort mit seinem Vater Dietmar in einer heruntergekommenen Villa lebt.

Die Mutter ist vor Jahren gestorben, die Schwester in den Westen gezogen, der Vater trinkt und die finanziellen Mittel sind knapp. Keine leichte Zeit für Malte, der in einer Woche volljährig wird, keine genaue Idee für sein weiteres Leben hat, jedoch ein großes Ziel für die unmittelbare Zukunft: Die Führerscheinprüfung machen und nichts wie weg!

Um Geld zu verdienen arbeitet er in einem Fischimbiss und schmuggelt regelmäßig mit seinem Freund Pavel Zigaretten über die polnische Grenze. Im Gegensatz zu Malte ist Pavel ein Lebenskünstler, der immer gute Laune hat und am liebsten nach seiner polnischen Methode am Strand mit den Urlauberinnen flirtet. Er ist es auch, der Malte, der sich zeitweise lieber zurück zieht und sich seiner großen Leidenschaft, dem Sprayen von Graffitis widmet, energisch auf zwei Mädchen aufmerksam macht: Annika und Lisa. Die Schwestern machen mit ihrer Mutter Urlaub auf Usedom. Pavel sei Dank lernen sie sich schnell kennen.

Völlig unerwartet kehrt Maltes Schwester Hannah mit ihrem fünfjährigen Sohn Lukas nach Ahlbeck und in das gemeinsame Haus zurück. Sie findet schnell einen Job und bittet Malte, sich zeitweise um seinen kleinen Neffen zu kümmern. Als die Familie zur selben Zeit die Nachricht erhält, dass sie die baufällige Villa nicht werden halten können und diese geräumt werden soll, spitzt sich die Lage zu.

Für Malte wird die Situation unerträglich. Kurzentschlossen packt er seine Sachen und zieht zu Pavel. Der kleine Lukas heftet sich jedoch immer wieder an seine Fersen und fordert die Aufmerksamkeit, die ihm zusteht. Er hat ein Faible für Tiefseefische, will alles über sie wissen und nach ihnen suchen, auch, als sich Malte in Annika verliebt und mit ihr Zeit verbringen will.

Viel passiert und doch läuft nichts nach Plan in dieser Woche, aber am Ende ist Malte volljährig, nichts ist mehr so, wie es mal war und er weiß, warum Tiefseefische lächeln ...


Darsteller & Stab Darsteller: Jacob Matschenz (Malte), Alice Dwyer (Annika), Adrian Topol (Pavel), Victoria Mayer (Hannah), Benjamin Meyer (Lukas), Peter Kurth (Dietmar), Jessica Richter (Lisa), Bo Hansen (Götz), Tom Jahn (Paule), Fritz Roth (Buttwang), Annette Wurbs (Clara), Gernot Endemann (Knottke)

Stab:Regie: Till Endemann • Produktion: Elke Ried • Drehbuch: Till Endemann • Vorlage: - • Filmmusik: - • Kamera: Felix Cramer • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Stefan Schönberg • Schnitt: Rebecca Khanide • Kostüme: Sandra Jones • Make Up: Bettina Heyl, Anja Landwehr • Ton: Patrick Grögler • Ton(effekt)schnitt: Richard Borowski • Stunts: - •


Filmkritiken Reinhard Kleber (Rhein-Zeitung 7. Juli 2005): In Das Lächeln der Tiefseefische schildert der 1979 in Hamburg geborene Regisseur Till Endemann die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens in einer konfliktreichen Familienkonstellation. Dabei stellt er die prekäre finanzielle Lage der Familie und die Alkoholsucht des Vaters in scharfem Gegensatz zu der heiter-entspannten Stimmung eines sommerlichen Ostseebads. Deutlich legt er Wert auf eine sorgfältige Milieuzeichnung.

ZDF Online 9. Februar 2005: Langsam und behutsam entfaltet sich die Geschichte und mit ihr ein Film, der die unterschiedlichen Charaktere und ihre Schicksale liebenswürdig mit aller Ruhe erzählt. Das Lächeln der Tiefseefische ist eine unprätentiöse filmische Fragestellung nach einer möglichen Zukunft inmitten von Perspektivlosigkeit und Zukunftsangst. Ein Film über das Erwachsenwerden - und das ohne auch nur eine Sekunde post-pubertärem Kitsch zu verfallen.

Elke von Berkholz (Financial Times Deutschland, 21. Juli 2005): dass er sich im entscheidenden Augenblick ein Herz fasst und das Richtige sagt, ist nur ein wunderbarer Moment in diesem brillant beobachteten und gespielten Mikrokosmos. Vorallem Jakob Matschenz fasziniert als Malte, hat er in seiner schlacksig-zähen Zerbrechlichkeit so gar nichts von den typischen Teeniehelden. Die schönste Sommerliebe seit langem!

Der Spiegel 27/2005: Inmitten dieser mit deutscher Gründlichkeit erzählten Hartz-IV-Tristesse gönnt Till Endemann (Buch und Regie) seinem maulfaulen Helden und dem Zuschauer gelegentlich einen Lichtblick: Die schöne Annika (Alice Dwyer), die schüchterne Flirtversuche unternimmt, scheint sich aus Eric Rohmers Sommer-Komödie "Pauline am Strand" an die Ostsee verirrt zu haben.

Filmplakat
Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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