Madagascar

Produktionsnotizen

Tierpfleger Innerhalb von nur zehn Jahren hat die Computeranimation alle übrigen Animations-Genres in den Schatten gestellt und sich als erfolgreichste Filmkunstform aller Zeiten etabliert; "Shrek 2 - Der tollkühne Held kehrt zurück" von DreamWorks Animation ist weiterhin einer der Spitzenreiter. Die "Shrek"-Filme sind bis heute das beste Beispiel dafür, wie ausgefeilt die Arbeit der Animations- und Effekte-Spezialisten bei PDI/DreamWorks geworden ist, besonders wenn es um Gesichtsausdrücke geht sowie darum, lebensechte Personen und realistische Welten am Computer zu erschaffen.

Die Kluft zwischen diesen hochmodernen Animationen und den klassischen Zeichentrickfilmen unserer Jugendzeit wird immer größer. Doch die Traditionen werden immer wieder neu erfunden ... Unter der Leitung der Drehbuchautoren und Regisseure Eric Darnell und Tom McGrath haben die Teams bei DreamWorks Animation und PDI/DreamWorks die allerneueste Computer-Animationstechnik eingesetzt, um diesen altmodischen Zeichentrickfilm-Look zu erschaffen, in einer Hommage an Legenden der Branche wie Chuck Jones und Tex Avery.

McGrath erläu-tert: "Wir wurden von den besten klassischen Zeichnern der 30er und 40er Jahre inspiriert, als ein Großteil der Komödie durch die Bewegung und Animation der Figuren entstand. Genau diese Art von Komödie mußste auch "Madagascar" haben. Es sollten breit angelegte Gags sein, es mußste Slapstick sein."

Darnell fügt hinzu: "Unsere Charaktere sind sehr stilisiert und basieren nicht auf der Realität, also konnten wir mit ihrem Aussehen und ihren Bewegungen herumspielen. Die Inspirationsquelle sind zweidimensionale Figuren, doch hier werden sie in der dreidimensionalen Welt des Computers erschaffen. Das verlieh uns eine große Portion Freiheit, denn es ist ganz klar ein Zeichentrickfilm."

Produzentin Mireille Soria stimmt dem zu: "Dieser Film gehört viel eher ins Zeichentrick-Genre als irgendein anderer, den wir jemals realisiert haben. Genau diesen Stil haben wir für die Figuren und das gesamte Design des Films verwendet." Der Zeichentrick-Komödienstil von "Madagascar" verlangte es, dass die Animations-Spezialisten bei PDI/DreamWorks dazu in der Lage waren, bei den Figuren einen visuellen Trick anzuwenden, den man "squash and stretch" nennt, also "quetschen und strecken".

Dieses Markenzeichen der klassischen Zeichentrickfilme ist der Vorgang, den die Zeichner benutzen, um ein Objekt zu verformen und es dann in seine ursprüngliche Form zurückschnappen zu las-sen, um Bewegung oder Aufprall zu vermitteln. Mit einem Zeichenstift ist das leicht zu be-werkstelligen - doch am Computer gestaltet sich "squash and stretch" weitaus schwieriger.

"In der Vergangenheit war die Menge an squash und stretch, die man am Computer erzeugen konnte, ziemlich eingeschränkt - also lag eine unserer größten Herausforderungen genau hier, um somit die Art von Komödie zu erschaffen, die wir uns vorgestellt hatten", meint McGrath. "Die Leute bei PDI/DreamWorks kreierten ein System, das diese Technik auf ein neues Niveau anhob, in dem die Spezialisten die Objekte nach Lust und Laune verzerren und verformen kön-nen, ohne sie zu zerstören."

Jeffrey Katzenberg, CEO von DreamWorks Animation SKG, sagt dazu: "Die Technologie für computeranimierte Filme ist weiterhin hochexplosiv und sie befähigt die Geschichtenerzähler vor allem dazu, noch fantasievoller zu sein. Wir haben hier keine 200 verrückten Wissenschaft-ler, die bloß abgefahrene Geräte erfinden, die wir dann einzusetzen versuchen. Genau das Ge-genteil ist der Fall. Wir beginnen mit einer Geschichte und wissen bereits, dass wir viele beson-dere Werkzeuge brauchen werden, um sie zum Leben zu erwecken? und dann ziehen die 200 verrückten Wissenschaftler los und besorgen uns genau diese Werkzeuge", lacht er.

"Letztendlich geht es nur darum, eine tolle Geschichte zu erzählen." Die Story von "Madagascar" entwickelte sich ausgehend von einer einzigen Frage: Was würde passieren, wenn man vier Tiere aus dem New Yorker Zoo aus der Zivilisation, in der sie ihr ganzes Leben verbracht haben, mitten in der Wildnis des echten Dschungels aussetzen würde?

Eric Darnell erzählt: "Es ist die klassische "Ein-Fisch-auf-dem-Trockenen"-Prämisse, und dar-aus entwickeln sich so viele witzige Ideen. Man mußs nur die Ausgangssituation beschreiben, und sofort versteht jeder, worum es geht. Genau das will man erreichen, besonders bei Anima-tionsfilmen - eine Idee, die man in einem Satz zusammenfassen kann, und schon leuchten die Augen des Zuhörers. Wenn man die Augen leuchten sieht, dann weiß man, man ist auf der richtigen Spur."

Darnell, der bereits bei "Antz", dem ersten von DreamWorks produzierten Animationsfilm, Regie führte, hatte anfangs an einem ganz anderen Projekt gearbeitet. Er und Produzentin Mi-reille Soria entwickelten den sogenannten "Rockumentary", ein Ulk, basierend auf den Beatles-Film "A Hard Day's Night", in dem eine Gruppe von vier Pinguinen die Hauptrollen spielen sollten. Tom McGrath kam auch bereits früh mit an Bord, doch leider erwiesen sich die Musik-Lizenzen als unüberwindbares Hindernis, und der Pinguin-Film wurde auf Eis gelegt.

Kurz darauf entstand die Idee zu "Madagascar" und Darnell, McGrath und Soria ergriffen die Gelegenheit beim Schopf, erneut gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten - wenn auch mit anderen Tieren, in diesem Fall ein Löwe, ein Zebra, eine Giraffe und ein Nilpferd. Die Autoren Mark Burton und Billy Frolick wurden zusammen mit Darnell und McGrath engagiert, um das Drehbuch zu schreiben.

Die Rahmenhandlung war relativ einfach: Vier Tiere aus dem Zoo im Central Park finden sich als Schiffbrüchige auf der Insel Madagaskar wieder - und müssen lernen, im Dschungel zu überleben. Als sich die witzigen Aspekte abzuzeichnen begannen, wurde Tom McGrath damit beauftragt, herauszufinden, wie man Alex, Marty, Melman und Gloria vom Schiff auf die Insel bringen könnte. Der Regisseur sah hierin die perfekte Chance, um die Pinguin-Charaktere wieder auferstehen zu lassen, und sie mit einer neuen Mission zu betrauen.

Indem er die ehemalige ?Band auf der Flucht' in eine missratene Kameraden-Bande verwandelte, erfand McGrath die aberwitzige Sequenz, in der die Pinguine dafür verantwortlich sind, dass aus den Zoo-Insassen nun Schiffbrüchige werden. McGrath offenbart: "Ursprünglich wurden die Käfige der Tiere von einem schweren Sturm von Bord des Schiffes gespült, aber das fand ich so abgegriffen. Ich wollte einen interessanteren Übergang schaffen. Wir hatten doch all diese Zootiere, die zurück nach Afrika verfrachtet werden, darunter auch die Pinguine - und es stellte sich die Frage: Was sollen die Pinguine in Afrika?

Wir dachten, es wäre doch lustig, wenn sie da gar nicht hinwollen. Es sind doch Pingu-ine, sie wollen also in die Antarktis. Sie befreien sich aus ihren Käfigen, übernehmen das Schiff und machen eine scharfe Wende, was dazu führt, dass die anderen Käfige über Bord gehen. Das hat riesigen Spaß gemacht, die Pinguine zu einer Art Kriegsgefangenen zu machen, die aus der Gefangenschaft ausbrechen."

Das Manöver der Pinguine führt Alex, Marty, Melman und Gloria schließlich unfreiwillig nach Madagaskar. Darnell berichtet, dass diese Insel als Hintergrund - und als Filmtitel - gewählt wurde, weil "wir einen Ort finden mußsten, der einen völligen Kontrast zu Manhattan bildet. Die Hauptdarsteller sind Tiere, die eigentlich in Afrika heimisch sind - doch den afrikanischen Kontinent hat jeder schon im Fernsehen gesehen, und er vermittelt nicht ganz die Exotik, die wir erzielen wollten.

Madagaskar ist eine Insel vor der afrikanischen Küste, und sie ist absolut einzigartig, mit Pflanzen und Tieren, die es nirgendwo anders auf der Welt gibt. Besonders mochten wir die Lemuren, die ausschließlich dort vorkommen. Es ist ein fantastischer Ort, der uns viel Freiheit gab, um herumzuspielen und genau den richtigen Dschungel zu erschaffen, in dem unsere Helden dann landen."

Tierischer Instinkt Jeder, der schon einmal einen Tierfilm gesehen hat, weiß, dass sich Löwen und Zebras nicht in der gleichen Gruppe bewegen ... es sei denn, einer der beiden rennt um sein Leben. Aber in "Madagascar" gehören Beute- und Raubtiere zum gleichen Freundeskreis und leben in guter Nachbarschaft. "Jeder weiß, dass Löwen Zebras fressen; das ist das klassische Ying und Yang", sagt Darnell. "Aber im Zoo des Central Park können diese beiden Tiere zu den besten Freunden werden, ganz im Gegensatz zu ihrem angeborenen Verhalten." McGrath ergänzt: "Die Beziehung zwischen Alex und Marty ist das Herz der Geschichte; beide haben keine Ahnung von ihrer wahren Natur, denn sie sind in der Zivilisation aufgewachsen. Sobald sie aus dieser Umgebung herausgenommen werden und in die Wildnis zurückkehren, beginnen ihre Instinkte zu erwachen. Und ihre Freundschaft wird auf die Probe gestellt."

Der König des Großstadtdschungels, der Löwe Alex, weiß vielleicht nicht, dass er an der Spit-ze der Nahrungskette steht, ist jedoch stolz darauf, die Hauptattraktion des Zoos zu sein. "A-lex steht gerne im Mittelpunkt", erzählt Darnell. "Er betritt gerne seine "Bühne" und mag die Bewunderung der Menschenmassen. Er kann sich gar nicht vorstellen, irgendwo anders zu sein. Für Alex ist New York der Mittelpunkt der Welt."

Ben Stiller, der die Originalstimme von Alex spricht, kann sich als gebürtiger New Yorker mit Alex identifizieren: "Ich bin selbst in New York aufgewachsen und kenne diesen gewissen an-geborenen Stolz. Alex ist in seiner Welt im Zoo des Central Park sehr glücklich. Er wird ver-wöhnt, lebt ein gemütliches Leben und liebt die Bewunderung der Menschen. Wie Alex es sa-gen würde: "Da sind die Fans, das Essen, der Luxus? was will man mehr?"

Seine Steaks wer-den ihm serviert, und für ihn sind Steaks einfach Steaks, sie sind einfach da - portioniert, zube-reitet und genau richtig gewürzt. Niemals würde er auf die Idee kommen, dass seine Freunde eigentlich seine Nahrung sein könnten. Als er dann jedoch die wirkliche Welt betritt, beginnen seine Instinkte zu erwachen, und das ist beängstigend - denn er ist eben sein bester Freund, den er gerade im Traum verspeist."

"Ben Stiller ist ein großartiger Alex", meint Darnell. "Alex ist der Kerl, der Selbstvertrauen hat, solange alles in Ordnung ist - doch sobald es Probleme gibt, bricht auch Alex zusammen. Ben hat die Fähigkeit, so zu klingen, als sei er zu allem bereit, doch wenn man ihn sich genauer anschaut, stellt man fest, dass er sich viel größere Sorgen macht als die anderen. Seine Brauen sind gerunzelt, und die Art, wie er spielt, ist sehr anrührend, denn er macht uns auch Alex' Verletzlichkeit bewusst. Es war toll, dass Ben dies in die Figur mit einbringen konnte, und er inspirierte auch die Zeichner sehr."

Stiller erzählt: "Alex ist ziemlich festgefahren. Er hat Angst, etwas zu riskieren und sich außer-halb seiner Bequemlichkeits-Zone zu wagen. Sein bester Freund Marty ist viel abenteuerlusti-ger, will hinaus und die Welt sehen, was Alex wiederum verrückt macht, denn Marty bringt den Status quo durcheinander - er "beißt die Hand". Obwohl Alex und Marty Freunde sind, regen sie sich auch übereinander auf, wie es bei allen Freunden der Fall ist. Sie machen auch schwere Zeiten durch - aber genau in den harten Zeiten findet man heraus, wer die wahren Freunde sind."

Ko-Produzentin Teresa Chang stellt fest: "Marty und Alex sind beste Freunde, obwohl der eine fast das genaue Gegenteil des anderen ist. Alex fühlt sich wohl im Zoo und will keine Verände-rungen, während Marty ständig nach neuen und aufregenden Erlebnissen Ausschau hält." McGrath sagt: "Alex und Marty waren ihr ganzes Leben lang Nachbarn, und sie unterstützen sich gegenseitig. Doch Marty hatte gerade seinen zehnten Geburtstag.

Er stellt fest, dass sein halbes Leben vorüber ist, und beginnt darüber zu grübeln, was es auf der Welt wohl noch so gibt. Ich glaube, Marty macht so etwas wie eine Midlife-Crisis durch." Chris Rock spricht die Originalstimme von Marty, dessen Abenteuerlust ihm und seinen Freun-den einen "Walk on the Wild Side" beschert.

"Marty langweilt sich in der Routine des Zooall-tags, und will daher ausbrechen und die Wildnis erleben - obwohl er gar nicht weiß, was das bedeutet", gibt Rock zu. "Als sie nach Madagaskar kommen, erleiden alle einen Kulturschock. Sie sehen sich Hindernissen gegenüber, die sie nie erwartet hätten - zum Beispiel die Tatsache, dass Jagen nicht so ihr Ding ist. Aber man weiß nie, wer die wahren Freunde sind, bis eben Probleme auftreten. Freundschaft ist einfach, wenn die Dinge glatt gehen - aber wenn alles auseinander bricht, stellt man fest, wer wirklich zu einem hält."

Rock fügt hinzu, dass seine Freundschaft mit Stiller auch zur Leinwandbeziehung zwischen Alex und Marty beigetragen hat: "Die Tatsache, dass Ben und ich bereits befreundet sind, hat geholfen. Es gibt so einen Rhythmus, wenn sich Freunde unterhalten, und obwohl wir nicht im gleichen Raum zusammen waren, haben die Animations-Spezialisten das genau richtig aufge-griffen. So funktioniert es gut."

Mireille Soria fügt hinzu: "Chris Rock ist einfach irre witzig in allem, was er sagt und tut. Er brachte diese unglaubliche Energie und Begeisterung in Marty ein, und er ist von Natur aus so lustig, was auch das Drehbuch bereichert hat." Darnell meint: "Marty ist ein Charakter, der einfach das Leben liebt. Er ist überschwänglich, clever, witzig und an seiner Umwelt interes-siert.

Chris Rock war für diese Rolle einfach perfekt; er ist ja bekannt für seine scharfe, bissige Comedy, die jedoch niemals niederträchtig wird. Auf seinem Gesicht spielt immer ein ver-schmitztes Grinsen, und genau das wollten wir für Marty haben." Während Marty neugierig auf die Welt da draußen ist, zieht sein Freund Melman, die Giraffe, die kontrollierte Umgebung des Zoos vor, wo er Zugang zu all den Wundern der modernen Medizin hat.

McGrath bestätigt: "Melman ist ein echter Hypochonder; er hat gerne über die Woche hinweg Termine beim Tierarzt und hat sich an die Dinge gewöhnt, die die Zivilisation zu bieten hat - in seinem Fall medizinische Behandlung. Er hat auch keine Ahnung, wie er je-mals ohne Nasenspray überleben soll." David Schwimmer spricht die Originalstimme von Melman, der in der Wildnis auf Madagaskar unter Umständen eine ganzheitlichere Herangehensweise an seine medizinischen Probleme fin-den werden mußs.

"Melman hat viele Ängste und Phobien, aber im Zoo hat er zumindest seine Routine und wird regelmäßig von den jeweiligen Fachärzten versorgt", erzählt Schwimmer. "Melman braucht einen geregelten Tagesablauf, um sich geborgen und sicher zu fühlen. Als er also in der Wildnis landet - oder auch nur kurz das Zoogelände verlässt - ist er vollständig entsetzt und verängstigt. Seine Reise besteht darin, zu begreifen, dass er überleben kann? mit ein wenig Hilfe von seinen Freunden."

McGrath sagt, dass die Filmemacher von Anfang an genau wussten, dass Schwimmer für die Rolle des Melman die perfekte Besetzung sein würde. "Die Stimmen mancher Schauspieler bieten sich einfach für animierte Figuren an, und Davids Stimme ist genau richtig. Man braucht ihn nur zu hören, und weiß, es ist der perfekte Melman. Die Giraffe sollte sowohl der Comic Relief als auch wirklich liebenswert sein, und David verfügt über diesen Charme und diese Aufrichtigkeit, die in jeder Zeile spürbar wird. Außerdem ist er ein sehr pflichtbewusster Schau-spieler und ist vollständig in seiner Rolle aufgegangen."

Schwimmer fügt hinzu: "Ich bin ein großer Fan von Animations-Filmen, also war ich total be-geistert, als sie mich angerufen haben. Als ich hörte, dass ich eine Giraffe spielen sollte, war ich noch aufgeregter. Giraffen habe ich schon immer geliebt; sie haben wegen ihrer Größe etwas Komisches an sich, und sie sehen so freundlich und lieb aus? das machen vielleicht die langen Wimpern. Von diesen vier Tieren war die Giraffe für mich die beste Rolle: Das größte und coolste unter allen Hauptdarstellern im Film? OK, nicht wirklich? Aber er ist der Größte!"

Das Prädikat "hippstes Tier der Gruppe" würde natürlich Gloria, die Nilpferddame, bekom-men. "Gloria ist das Fundament der Clique, und bei Weitem auch die Vernünftigste", berichtet McGrath. "Während sich die anderen wie die Teenager aufführen, ist Gloria der Katalysator." Jada Pinkett Smith, die Originalstimme von Gloria, meint: "Ich mag Gloria wirklich. Sie ist die einzige Frau und verhält sich dadurch sehr mütterlich, nimmt die Dinge in die Hand.

Sie hat das Gefühl, die Verantwortung für die Jungs übernehmen zu müssen und sicherzustellen, dass die sich nicht verletzen? Und eine Figur zu spielen, die sich um all die Jungs kümmert, ist ja nicht so verschieden von dem, was ich im wirklichen Leben tue. Gloria setzt sich jedenfalls mit ihrem ganzen Gewicht ein", lacht die Schauspielerin, "ist jedoch ihren Freunden gegenüber sehr loyal, was mir besonders gefällt. Das macht sie für mich von Innen und von Außen schön."

Auf den ersten Blick mag die kleine, schlanke Schauspielerin nicht wie die geeignete Verkörpe-rung einer Nilpferddame wirken, doch Darnell verrät, dass alles von der Art und Weise abhing, wie sie spricht: "Gloria ist eine üppige Nilpferddame, die kräftig und stark ist - also könnte man meinen, wir müssten genau so jemanden in dieser Rolle besetzen. Dabei ist Jada eine der kräftigsten und stärksten Frauen, die mir jemals begegnet ist.

Sie lässt sich nichts gefallen und weiß ganz genau, was sie will; genau das ist eben Gloria. Gloria mag zwar dick sein - man könnte sogar sagen, fett -, aber Nilpferde sind von Natur aus dick und fett, also hat sie wegen ihrer ausladenden Figur auch keine Komplexe. Sie ist groß und schön, Jada ist klein und schön, und für diesen Film passte das perfekt zusammen."

"Ich fand Gloria wunderbar, obwohl es sehr lustig ist, eine mehr als vollschlanke Nilpferddame mit meiner Stimme sprechen zu hören", sagt Jada Pinkett Smith. "Die Filmemacher sagten mir, dass ihnen mein Auftreten und meine Haltung imponierten, und genau diesen Aspekt meiner Persönlichkeit sollte ich mit Gloria vermitteln. Darauf sagte ich, sie sollten damit vorsichtig sein, was sie sich wünschten", lacht die Schauspielerin.

"Meiner Meinung nach ist aber genau das so interessant an Animationsfilmen: Normalerweise wird von Schauspielern verlangt, ihre eigene Persönlichkeit abzustreifen, um in bestimmte Rollen zu schlüpfen - hier aber dauert es nur eine Minute, man darf so sein, wie man eben ist, und den Animationscharakter genau so verkörpern."

Die Tiere mögen zwar jeweils verschiedene Formen und Größen haben, doch als sie auf der Insel Madagaskar ankommen, entdecken sie andere Tiere, die keinem der Bewohner des Zoos im Central Park ähneln. Als erstes treffen sie auf den Lemuren-Clan, angeführt vom selbster-nannten König Julien XIII., ein ringelschwänziger Lemur, der als echtes Party-Tier glänzt.

König Julien wird im Original von Sacha Baron Cohen aus der "Da Ali G Show" gesprochen; McGrath sagt, dass sein bemerkenswertes Talent für Akzente und Dialekte ausschlaggebend war, um die Figur zu gestalten. "Er spielt viele Figuren mit verschiedenen Akzenten, also ha-ben wir ihn engagiert und er entwickelte diese Sprechweise, die zum Teil indisch, zum Teil französisch, und außerdem nach wer weiß was noch klingt.

König Julien war eine so witzige Figur, und die Zusammenarbeit mit Sacha war toll. Er kam zur Aufnahme ins Studio und mußs-te eigentlich nur einen Satz sprechen, aber er machte daraus acht Minuten reinste Comedy. Er hat uns so viel Material gegeben, es war umwerfend." Mireille Soria fügt hinzu: "Sacha kann erstaunliche Charaktere erschaffen, und wenn er in eine Rolle schlüpft, dann wird er zu dieser Figur. Als er König Julien gesprochen hat, lagen wir alle am Boden und haben uns vor Lachen gewälzt, denn er war nicht mehr zu stoppen."

König Juliens rechte Hand ist Maurice, eine andere Lemuren-Art, auch bekannt als "aye aye", was gut zu seinem Job passt. Die Originalstimme spricht Cedric the Entertainer, und Eric Dar-nell merkt an, dass es hier ebenfalls eine untypische Rollenbesetzung war, was die Figur des Maurice so bereicherte: "Cedric hat diese große, tiefe und kraftvolle Stimme, und der Kontrast zwischen dem spindeldürren König Julien, der ja ein totaler Trottel ist, und Maurice - der un-tersetzter, massiger, eindeutig intelligenter, aber doch nur der Gehilfe ist - macht das Duo rich-tig witzig.

Jeder weiß, dass eigentlich Maurice der Chef sein sollte, doch Julien ist nun mal König - und Maurice akzeptiert das, ist sogar glücklich dabei, Julien zu unterstützen." Cedric stimmt dem zu: "Maurice hat Achtung vor seinem Job und möchte, dass jedermann versteht, wie wichtig es ist, der zweite Mann an der Spitze zu sein. Maurice mußs auf König Julien aufpassen und ihn vor der eigenen Dummheit beschützen; es ist wirklich gut, dass Mau-rice da ist, denn der König würde ohne ihn in Teufels Küche landen."

Der kleinste und niedlichste der Lemuren ist Mort, ein Mäuse-Lemur, der seine Ausstrahlung wohl zu nutzen weiß. Mort wird im Original von Andy Richter gesprochen, der meint: "Mort ist ein ziemlich umgänglicher kleiner Kerl, solange er bekommt, was er will - denn wie alle niedlichen Wesen ist er auch recht manipulativ. Es hängt wahrscheinlich mit dem runden Kopf zusammen, der Knopfnase, den großen Kulleraugen und auch mit der Stimme. Denn Mort hat die zurzeit niedlichste Stimme in Hollywood."

Darnell sagt: "Ich weiß nicht, wie er es geschafft hat, aber Andy hat diese großartige Kind-chen-Stimme eingesetzt, die ganz natürlich klingt - das war umwerfend lustig. Aus Andys Bei-trägen für Mort haben wir die Rolle schließlich ausgeweitet und ihn in mehreren Szenen einge-setzt. Wir wollten aus Mort den verdammt süßesten Lemuren weit und breit machen, und wenn es seine Kulleraugen einsetzt und das Publikum entzückt seufzt, dann wissen wir, dass wir ei-nen guten Job gemacht haben."

Abgesehen von flauschigen kleinen Lemuren sind es jedoch die vier ausgefuchsten Pinguine, die es meisterlich verstehen, durch ihr "niedliches und goldiges" Wesen zu manipulieren; durch ihren Fluchtplan setzen sie auch die gesamte Story in Bewegung. Und in Animationsfilmen ist es praktisch bereits Tradition, dass manche Filmemacher sich während der Vorbereitungsarbeit so sehr mit manchen Figuren identifizieren, dass sie schließlich auch die Stimme der Figuren sprechen.

Ganz vorne dabei ist hier Regisseur Tom McGrath, der im Original die Stimme von Skipper spricht, der pragmatische Pinguin-Anführer, der plant, seine Truppe in die "offenen Weiten der Antarktis zu führen". McGrath erzählt: "Ich hatte mit dieser Figur schon so viel herumexperi-mentiert, dass wir uns einfach an die Stimme gewöhnt haben. Die Inspirationsquelle für meine Stimme war Robert Stack, gemischt mit einer Portion Charlton Heston, aber eigentlich ging es nur darum, jedes einzelne Wort übergenau zu artikulieren."

Die Original-Stimmen der Pinguine Kowalski und Private sind jeweils Chris Miller, der in den "Shrek"-Filmen bereits den Zauber-spiegel sprach und gerade im dritten Teil von "Shrek - Der tollkühne Held" Regie führt, sowie Schnitt-Assistent Chris Knights. Das vierte Mitglied der Pinguin-Truppe, Rico, spricht zwar nicht, trägt jedoch einen bösartigen Plastiklöffel bei sich.

Auch den Regisseur von "Shrek 2 - Der tollkühne Held kehrt zurück", Conrad Vernon, der bereits als Stimme des Pfefferkuchenmannes in beiden "Shrek"-Teilen zu unsterblichem Ruhm gelangte, kann man in "Madagascar" hören als Originalstimme von Mason, dem pseudo-intellektuellen Schimpansen, der zwar nicht lesen kann, aber die Zeichensprache versteht.

Eine durchgeknallte Verschwörung Das Design der vier Hauptfiguren für "Madagascar" begann mit den grundlegenden Merkma-len für einen Löwen, ein Zebra, ein Nilpferd und eine Giraffe. Darnell erzählt: "Es ist toll, zu sehen, wie sich die Tiere gegenseitig ergänzen. Es gibt den langen, schlaksigen; den großen, runden; den Typen mit der wallenden Haarmähne und den mit dem Irokesen-Schnitt. Die Cha-raktere vervollständigen sich perfekt."

Produktionsdesignerin Kendal Cronkhite fügt hinzu: "Sie funktionieren fast wie die Teile eines Puzzles, die ineinander greifen. Alex ist ein umgekehrtes Dreieck, Gloria ist ein Kreis, Melman ist ein dünner Stock und Marty ist ein Zylinder. Ihre Silhouetten unterscheiden sich zwar, ba-sieren aber auf der gleichen Design-Ästhetik, also auf übertriebenen Proportionen und scharf gezeichneten Formen und Details."

Craig Kellman war der Designer der Hauptfiguren und verantwortlich für die Erschaffung der Zeichentrick-Versionen der vier Zoo-Tiere. Mireille Soria meint: "Craig Kellman hat beim Look der Protagonisten großartige Arbeit geleistet. Er hat genau das eingefangen, was uns vorschwebte, also im Stil des Zeichentrickfilms, der sich auf alle Design-Elemente des Anima-tionsfilms übertragen sollte. Wir nannten es das "Whacking" unserer Figuren, sie also etwas durchgeknallter wirken zu lassen."

McGrath erläutert: "Craigs Design war die Vorgabe dafür, dass diese ganze Welt leicht ver-schoben war - nicht zu überzeichnet, nur ein bisschen aus den Fugen geraten und durchge-knallt eben. Wir begannen das den "Whack-Faktor" zu nennen, und so hatten wie einen Maß-stab, anhand dessen wir Dinge sagen konnten wie: "Das hat zu viel Whack-Faktor". Es wurde zu einem geflügelten Wort unter uns."

Der Gesamtstil der Charaktere wurde durch eine Vielzahl klassischer Zeichentrickfilme sowie von unterschiedlichen Kinderbüchern inspiriert. "Craig hat diese Ideen, die wir zu den Figuren entwickelten, ganz wundervoll in animationsfähige Tiere umgesetzt, die man aus der zweidi-mensionalen Seite herausholen und in die 3D-Welt des Computers einfügen konnte", berichtet Darnell.

Der "Whack-Faktor" aller Figuren in "Madagascar" wurde auch durch die intensive Nutzung der "squash and stretch"-Technik besonders hervorgehoben. Traditionelle Trickfilmzeichner waren schon immer in der Lage, ihre Figuren oder Objekte nach Belieben zu verformen, denn es wurde alles auf Papier verwirklicht. Am Computer jedoch kann man ein 3D-Objekt nur bis zu einem gewissen Grad verformen, dann ist Schluss.

In den letzten Jahren wurden etliche Fortschritte in der Anwendung dieser "squash and stretch"-Technologie in der 3D-Animation gemacht, was man besonders in Filmen wie "Große Haie - Kleine Fische" feststellen kann. Doch der Zeichentrick-Stil von "Madagascar" verlangte es, dass die Spezialisten diese Effekte noch weiter auf die Spitze trieben. Grundsätzlich bedeutete das, dass sie sich mit einem einzi-gen Maus-Klick die ganze Freiheit eines Zeichenstiftes erobern mußsten.

Teresa Chang berich-tet: "Unsere Animations-Spezialisten sind daran gewöhnt, auf realistischere Weise zu animie-ren, indem sie Werkzeuge wie unsere Mimik-Software verwenden, bei der man jeden Ge-sichtsmuskel aufbaut, um Ausdrücke zu erzeugen, die vollständig auf der realen Welt basieren. Als wir an "Madagascar" zu arbeiten begannen, beschlossen wir, eine andere Herangehenswei-se zu benutzen, ausgehend vom klassischen Zeichentrick-Stil, mit extremen Posen und über-triebenen Proportionen, die - sogar wenn die Figur still dasteht - komisch aussehen."

Der Leiter der Figuren-Animation, Rex Grignon, bestätigt: "Für "Madagascar" wollten wir etwas ausprobieren, das im Bereich 3D-Animation noch nicht gemacht worden war, also die realistischeren Strukturen der Charaktere vernachlässigen und uns an traditionellen Zeichen-trickfilmen orientieren. Wir haben die Anatomie der Figuren verändert, um Dinge tun zu kön-nen wie deren Arme in die Länge zu ziehen und ihre Oberkörper zu zermantschen. Von Anfang an sollte dieser Film körperbezogene Elemente der Slapstick-Comedy enthalten."

Die technischen Leiter (TD) der Figuren, unter der Aufsicht von Milana Huang und Robert Vogt, waren dafür verantwortlich, die Kontrollen, auch "rigging" genannt, für alle Charaktere am Computer zu erschaffen. Grignon arbeitete eng mit Huang und Vogt zusammen, um die Gebiete zu identifizieren, in denen die Animations-Spezialisten das "squash and stretch" wür-den anwenden müssen, um sie auf diese lebhafte und zackige Art zu animieren.

Um die Parameter zu erweitern und den Effekt zu verstärken, so erläutert Vogt, "haben wir "squash and stretch" für verschiedene Bereiche der Charaktere entwickelt, darunter auch für das Gesicht, den Kopf und verschiedene Körperteile. Wir wollten den Animations-Spezialisten auch klarmachen, wann sie es zu weit trieben, damit die Figuren nicht zerstört wurden. Früher hatten wir nicht die Möglichkeit, zu visualisieren, was bei solchen Vorgängen mit der Außen-haut geschieht - das konnte man erst viel später feststellen.

Bei "Madagascar" haben wir soge-nannte "texture maps", also Oberflächen-Landkarten, als Referenzen angefertigt; so konnten die Animations-Spezialisten verfolgen, wie Martys Streifen oder Melmans Flecken aussehen und feststellen, wo Probleme auftauchen würden - und dann haben sie sich etwas zurückgehal-ten." Fans der klassischen Zeichentrickfilme wissen genau, dass der Humor aus sich heraustretenden Augen und sperrangelweit offenstehenden Mündern entstehen kann, ohne dass ein einziges Wort gesagt werden mußs.

Indem man breit angelegte "squash and stretch"-Effekte in die Mi-mik integrierte, erzielte man die Art von Komödie, die bisher allein die Domäne traditioneller Trickfilmzeichner gewesen war. Grignon berichtet: "Wir begannen mit dem grundlegenden Animations-System für Gesichter aus "Shrek". Dann mußsten wir herausfinden, welche weiteren Kontroll-Systeme nötig waren, um den Gesichtern besondere Beweglichkeit zu verleihen.

Wir wollten die Köpfe ganz herum-drehen können, die Größe und Blickrichtung der Augen vollständig verändern, die Nüstern aufblähen und die ganze Mimik noch weiter ausbauen. Also haben wir sämtliche Grenzen ge-sprengt. Es war der Traum eines jeden Animations-Spezialisten."

Kopf oder Schwanz Zusätzlich zur "squash and stretch"-Technik verlangte jedes der Tiere dem Kreativ-Team wei-tere Besonderheiten ab, angefangen bei Alex' Mähne; genauso verhielt es sich mit Melmans Hals und Glorias Taillenweite. Marty hatte ein besonderes Talent dafür, ständig die Haltung zu ändern: Vom Vierbeiner verwandelt er sich in einen Zweibeiner, der mit der Vorderläufen ges-tikuliert und dessen Hufe als Hände agieren. Vogt gibt zu: "Eine Vorgabe zu erschaffen, um sowohl den vierbeinigen als auch den zweibeinigen Marty überzeugend wirken zu lassen, war wirklich eine Herausforderung."

Gloria wiederum mußs, obwohl ziemlich rundlich, trotzdem leichtfüßig und flexibel wirken, und verfügt über einen Bewegungsspielraum, die ihre Figur Lügen straft. Milana Huang meint dazu: "Es war sehr schwierig, diesen großen Körper dazu zu bringen, sich fließend zu bewe-gen. Für Gloria haben wir Hunderte von Kontrollen eingefügt, damit die Animations-Spezialisten ihre Schultern unabhängig von ihren Hüften und jeden Teil ihres Körpers separat bewegen konnten, bis hin zu den Fingerspitzen."

Ganz im Gegensatz dazu wollten die Regisseure, dass die viel kleineren Pinguine "wie ein Mehlsack" watscheln, so Huang: "Wir haben also sichergestellt, dass es die Kontrollen ermög-lichten, jeden Pinguin insgesamt wie eine einzige runde Masse zu bewegen." Melman erwies sich für die Spezialisten als echtes Kopfzerbrechen, denn sie mußsten einen Weg finden, um seinen Kopf neben den anderen Tieren darzustellen - obwohl die anderen viel kleiner gewach-sen sind als die Giraffe.

Vogt erzählt: "Ständig haben wir seinen Hals in die unmöglichsten Verrenkungen versetzt, damit sein Gesicht da auftauchte, wo wir es haben wollten. Das hat wiederum neue Schwierigkeiten verursacht, denn die Regisseure wollten diese Einstellung bei-behalten - aber wenn man den Körper bewegt, dann bewegt sich der Kopf mit. Schließlich haben wir ein ganz neues Kontroll-System entwickelt, das es den Animations-Spezialisten ges-tattete, vom Kopf abwärts zu animieren, während der Kopf in einer bestimmten Einstellung verharrt."

Das für Melmans Hals verwendete Animations-System war dem ähnlich, das man für die lan-gen Schwänze gewisser Tiere einsetzte. "Wir brauchten ein sehr robustes Schwanz-System, das organische Bewegungsabläufe und gleichzeitig graphische Formen ermöglichte", erklärt Vogt. "Alex' Schweif zum Beispiel ist oft scharf abgeknickt, wenn er jedoch rennt, braucht er einen fließenden Bewegungsablauf. Wir haben ein System entwickelt, das es den Spezialisten gestattet, nach Bedarf die richtige Portion Kurve oder Beugung an verschiedenen Punkte ein-zusetzen."

Außerdem wurden manche der Tiere mit dem ausgestattet, was das Animations-Team "Stunt-Zunge" taufte. Vogt erklärt: "Vor diesem Film verfügten wir bereits über verschiedene Kon-trollen, um eine Zunge effizient zu animieren, wenn sie den Mund verlässt. Aber in "Madagas-car" gibt es etliche Zungen-Gags, also hat Penny Leyton ein Stunt-Zungen-System entwickelt, das es der jeweiligen Figur möglich macht, mit ihrer eigenen Zunge zu interagieren. Das erwies sich als extrem witzig, also haben wir sechs verschiedenen Charakteren im Laufe des Films solche Stunt-Zungen verpasst."

Haare und Fell sind oft das Verhängnis im Leben eines Animations-Spezialisten, und in "Ma-dagascar" gibt es mehr haarige Kreaturen als in irgendeinem computeranimierten Film zuvor. Das haarigste Problem war die Mähne des Löwen Alex, die sich aus über 50.000 verschiedenen Strähnen zusammensetzt. Um die Mähne zu erhalten, haben die TD- und Effekte-Teams das für "Shrek 2" entwickelte Perücken-System ausgebaut: Es kombiniert dynamische Bewegun-gen - Haare, die als Reaktion auf Bewegungen des Kopfes und des Körpers automatisch mit-schwingen - und manuelle Kontrollen, die von Hand eingesetzt werden.

Alex' Mähne beinhaltet Hunderte von Kurven, und jede Kurve beinhaltet etliche Kontrollpunkte für die Animation. Außerdem wurden weitere Kontrollen eingebaut, damit die Mähne sich entsprechend verfor-men lässt, wenn sie von Objekten oder Krafteinwirkungen berührt wird. Der Leiter der visuellen Effekte, Philippe Gluckman, erläutert: "Wir mußsten uns schon viele Details überlegen für jede der Szenen, in denen Alex sich gegen irgendetwas lehnt oder mit seiner Hand durch die Mähne streicht ... Jede einzelne Haarsträhne - in diesem Fall also Fellsträhne - mußste mit diesem Kontakt interagieren, und da Alex einer der Protagonisten ist, mußsten wir das über den gesamten Film aufrechterhalten."

Es sind dann wirklich die Fellfetzen geflogen, als die Lemuren auftraten, denn neben König Julien, Maurice und Mort sind es Tausende! Die Massenszenen haben sich im Animationsbe-reich von Film zu Film verbessert, da die Systeme kontinuierlich modernisiert werden. Doch in "Madagascar" gibt es mehr Massenszenen als in allen vorherigen 3D-animierten Filmen von DreamWorks Animation, angefangen von der Eröffnungssequenz des Films, in der Tausende Menschen in den Zoo strömen, um Alex, Marty, Melman, Gloria und die anderen Tiere zu be-wundern.

Der sogenannte Dynamic Crowd Character, DDC, der zum ersten Mal in "Shrek 2" eingesetzt wurde, verleiht den Massen echtes Leben, da sie auf die Action reagieren können. Die Technik, die zur Erschaffung der Massen eingesetzt wird, ist grundsätzlich die gleiche geblieben, inklusive unzähliger Variationen von Körperformen, Köpfen, Kleidung und Haaren, die mit unterschiedlichen Verhaltenszyklen verknüpft werden, um so eine buchstäblich endlose Menschenmenge zu erschaffen.

Doch sobald unsere vier Freunde auf Madagaskar landen, be-stehen diese Massen nicht aus Menschen, sondern aus Lemuren, und - in geringerem Maße - auch aus ihren Erzfeinden, den räuberischen Fossas. Beide Tierarten haben eines gemeinsam: Sie tragen Pelz, was wiederum die Komplexität der Massenszenen sehr erhöhte. Gluckman lacht: "Große Gruppen von pelzigen Tieren am Computer zu erzeugen, ist schon sehr schwierig - und die Lemuren sind außerdem alle völlig verrückt!

Sie verhalten sich total irre, also mußsten wir extrem chaotische Szenen erschaffen, und das ist extrem schwer. Die Lemuren-Massen mußsten Dinge tun, die wir noch nie zuvor ausprobiert hatten, und besonders die Übergänge waren sehr anspruchsvoll, also brauchten wir eine Menge neuer Verhaltenszyk-len. Es gab eine ganze Reihe neuer Techniken, die wir erst entwickeln mußsten, um diese Pelzmassen zu bewältigen."

Beweg' dich, beweg' dich Da über zwei Drittel des Films "Madagascar" im Dschungel spielen, erwies sich die Gestaltung der Flora als noch anspruchsvoller als die Fauna. Die tropische Vegetation ist üppig und dicht, mußs jedoch so lebendig wirken wie die anderen Charaktere - allerdings auf subtilere Art und Weise. Der Leiter der Effekte, Scott Singer, bestätigt: "Der größte Effekt in "Madagascar" ist sicher der Dschungel selbst.

Es gab keinen Ausweg: Da sind unzählige Bäume und Pflanzen, und wir mußsten sie so naturgetreu wie nur möglich in Bewegung versetzen, ohne von der Handlung abzulenken. Es wäre einfach zu viel gewesen, herauszuarbeiten, wie genau sich jede einzelne Pflanze möglicherweise bei diesen oder jenen Windverhältnissen bewegt hätte - wir mußsten uns einen direkteren Weg überlegen, um die Geometrie zu manipulieren."

Das Effekte-Team mußste nicht nur festlegen, wie alle Grünpflanzen ständig in Bewegung gehalten werden, sondern diese Bewegungen auch in Verhältnis zu dem setzen, was sich gera-de abspielt: Die Reichweite umfasst sowohl Bäume, die sich in der sanften Brise wiegen, als auch Pflanzen, die von einer Stampede fast plattgetreten werden.

So entwickelte des Team verschiedene Arten, den Dschungel in Bewegung zu halten, darunter einen Vorgang, den Phi-lippe Gluckman belustigt "the force", also "die Kraft", nennt: "Wir haben eine Art Kraftfeld um die Charaktere herum erzeugt, das alles um sie herum in Bewegung versetzte, ohne die Anima-tion der Figuren zu beeinträchtigen und ohne zusätzliche Handarbeit." Für komplexere Einstel-lungen kombinierten sie verschiedene Techniken, darunter auch die Animation bestimmter Pflanzen von Hand.

Da Madagaskar eine Insel ist, ist sie von sich ständig bewegende Sand und Wasser umgeben, zwei Elemente, die ebenfalls bedeutende Herausforderungen darstellten. Es gibt eine Reihe von Strandszenen, angefangen bei der Ankunft der vier Schiffbrüchigen. Aufgrund der Anforderun-gen bestimmter Szenen konnten die Animations-Spezialisten sich nicht auf generische Compu-ter-Simulationen des Ozeans beschränken, sondern mußsten die Höhe, den Standort und das Timing der Wellen selbst bestimmen können.

Gluckman erklärt: "Es gibt Augenblicke im Film, in denen die Figuren wirklich im Wasser sind, z.B. wenn das Zebra Marty auf den Delphinen surft. Wir mußsten genau choreographieren können, wie sich das Wasser dabei verhält, also haben wir Systeme entwickelt, mit denen wir die Wellen von Hand animieren konnten. Außerdem ist der Film sehr stilisiert, also mußsten wir darauf achten, diesen Stil zu respektieren, statt nur nach Realismus zu streben."

Auf ganz ähnliche Weise hat auch der Sand bestimmte Eigenschaften, die ein eigenes System nötig machten, um Trittspuren im Sand für jeden der Charaktere zu erschaffen oder um dern-Sand fliegen zu lassen, wenn die Tiere den Strand entlang rennen. Was steigt, mußs auch wieder fallen - doch Singer sagt, die Animations-Spezialisten haben lernen müssen, die Schwerkraft zu manipulieren, um mit der Zeichentrick-Action Schritt zu halten: "In diesem Film kann eine Figur in die Luft springen und eine ganze Weile schweben, bevor sie herabfällt.

Wenn jemand Sandstaub aufwirbelt, dann bewegt sich dieser Staub nicht einfach entsprechend des Gesetzes der Schwerkraft: Er hängt noch länger dort? aber wenn er zu lange hängt, sieht das einfach eingefroren aus. Also mußsten die Spezialisten, die daran ge-wöhnt waren, die Schwerkraft wie eine Konstante zu behandeln, sich nun umstellen und die Schwerkraft wie eine Variable ansehen, entsprechend der jeweiligen Szene. Die Schwerkraft verringert sich z.B., wenn einer der Hauptcharaktere schwebt, tritt jedoch mit aller Wucht wie-der in Kraft, wenn diese Figur wieder hinunterstürzt."

Mit all der Flora und Fauna, dem Sand und dem Wasser war die Menge der zu erschaffenden Bilder weitaus größer, als es sich das Animations-Team vorzustellen vermochte. Singer gibt zu: "Wir haben festgestellt, dass diese Datenmenge bei Weitem alles überstieg, was wir in vor-herigen Filmen gemacht hatten. Und es gibt brillante Köpfe hier, die sich interessante Wege haben einfallen lassen, um solche Datenmengen zu bewältigen."

Die stetige Zusammenarbeit von DreamWorks mit dem bevorzugten Technologie-Lieferanten Hewlett-Packard (HP) hat ebenfalls dazu beigetragen, dieses Problem zu lösen. Hunderttau-sende Arbeitsstunden wurden in die hochmoderne Utility Rendering Service-Zentrale von HP geschickt. Diese Abteilung von DreamWorks Animation verfügte über die nötigen Rechnerka-pazitäten, um die Arbeit an "Madagascar" zu vervollständigen.

HP war auch ausschlaggebend, um das neue Virtual Studio Collaboration System (VSC) von DreamWorks zu implementieren, das den Autoren, Regisseuren, Produzenten, Animations-Spezialisten, Zeichnern, Designern und dem Effekte-Team ermöglichte, ständig zur selben Zeit an zwei verschiedenen Orten zu sein. Da ein Großteil des Teams am PDI/DreamWorks-Standort in Redwood City sitzt, während sich ein anderes Team bei DreamWorks Animations auf dem Campus in Glendale befindet, machten es die wandgroßen VSC-Monitore den Filme-machern möglich, über alle relevanten Themen Videokonferenzen abzuhalten, angefangen bei den Story-Pitches bis hin zu Effekt-Szenen in Real-Time und Lebensgröße.

Jeffrey Katzenberg sagt: "Das ergab sich aus einer Frage der Logistik, denn viele Talente sind hier in Glendale ansässig, und genau so viele begabte Leute sitzen bei PDI. Wir haben sogar Mitarbeiter, die an ganz anderen Projekten arbeiten - und zwar in England oder Hongkong. Eine der Herausforderungen war die Frage, wie wir unsere Künstler jeweils an den Ort brin-gen, an dem sie gerade gebraucht werden. Was wir mit VSC versucht haben, ist einen Weg zur Zusammenarbeit zu finden, ganz unabhängig vom jeweiligen Standort der Person."

Zwei Dschungel "Madagascar" spielt in zwei ganz unterschiedlichen Dschungeln: der Großstadtdschungel von New York City und der wörtlich gemeinte Dschungel des Filmtitels. Produktionsdesignerin Kendal Cronkhite und Art-Direktorin Shannon Jeffries haben zusammengearbeitet, um zwei Welten zu erschaffen, die real genug waren, um glaubwürdig zu wirken, doch gleichzeitig son-derbar genug waren, um in den Zeichentrick-Stil des gesamten Films hineinzupassen.

Cronkhite stellt fest: "Craig Kellman entwarf die ersten Versionen für die vier Hauptfiguren des Films - und sie waren umwerfend witzig - in einem sehr graphischen und altmodischen Stil. Sie waren eindeutig beeinflusst von den 2D-Zeichentricks der 50er und 60er Jahre, und das hat sich natürlich auch auf das Produktionsdesign ausgewirkt. Es sollte nicht so aussehen, als ob Zeichentrick-Figuren in der realen Welt herumlaufen. Vielmehr mußsten alle Elemente einen einheitlichen Eindruck vermitteln, und ganz und gar überzeugend wirken."

Wir lernen den Löwen Alex, das Zebra Marty, die Giraffe Melman und die Nilpferddame Glo-ria zunächst in ihrer Heimat, dem Zoo im Central Park, kennen. Der echte Zoo in New York hat sich im Laufe der Jahre ziemlich verändert, also verwandelte Cronkhite ihn in seinen alten Glanz zurück. Regisseur Tom McGrath meint: "In Wahrheit sind die großen Tiere dort heute nicht mehr zu sehen, also erdachte Cronkhite eine imaginäre Version des Zoos und der Stadt, wie sie in den 60ern gewesen waren."

Ben Stiller, der selbst in New York aufgewachsen ist, sagt: "Ich finde es toll, was sie aus New York und dem Zoo im Central Park gemacht haben, denn ich erinnere mich gut daran, wie es war, als ich dort als Kind hinging. Die Filmemacher haben dieses ikonenhafte Bild eines Zoos so stilisiert umgesetzt, dass es wie die Zeichentrickfilme aus meiner Kindheit aussieht. Ich liebe diese Zeitlosigkeit."

Cronkhite recherchierte in den alten Archiven des Zoos im Central Park und verglich die histo-rischen Fotos mit heutigen Aufnahmen, und sie meint: "Unser Zoo im Film ähnelt eher dem, den es vor 40 oder 50 Jahren dort gab. Wir haben auch ein Gebäude eingefügt, The Arsenal, das schon immer dort stand, genau wie den Uhrenturm, ein echtes Markenzeichen, und um sie herum haben wir dann den Zoo entworfen. Anfangs haben wir ihn als reale Welt konzipiert, um ihn dann anschließend zu "whacken", also die Proportionen übertrieben, alles im Stil der Zei-chentrickfilme."

Die Produktionsdesignerin und ihr Team haben sich auf die gleiche Weise der Gestaltung von New York genähert, bis hin zur Grand Central Station, wo die Tiere ihrem Publikum etwas zu nahe auf die Pelle rücken. Doch trotz aller Eigenheiten mangelt es dem New York-Szenario absichtlich an Natürlichkeit und Farbenfreude - es wirkt sogar etwas klaustrophobisch. Cronk-hite erzählt: "Wir haben uns für New York im Spätherbst entschieden, wodurch wir die Palette eher gedeckter Farben verwenden konnten.

Grundsätzlich haben wir einen Zoo aus Ziegelstei-nen, Beton und Kalkstein vor dem Hintergrund der Bäume mit Herbstlaub. Alle Bäume und Büsche sind sehr gepflegt. Die Tiere sind in Gefangenschaft - sogar um die Grünpflanzen her-um sind Zäune aufgestellt - und der Zoo selbst ist von der Skyline von New York umgeben, was wiederum zum Gefühl der Enge beiträgt. Am Himmel sieht man weder die Sonne noch den Mond oder die Sterne. Wir haben praktisch jedes Element der Natur aus New York ent-fernt - um die geballte Kraft der Natur dann über Madagaskar zu ergießen."

Deshalb ist Madagaskar eine wahre Explosion von lebhaften, vibrierenden Farben. Während in New York alles linear und fast steril wirkt, erscheint Madagaskar weit offen, frei und überbor-dend vor Leben. "Die Farben sollten strahlend und so vielfältig sein, wie man sie in der Natur findet", meint Cronkhite. "Also kann eine einzige Pflanze bereits pink, rot, gelb und grün schimmern."

Die Einflüsse der Designer waren ebenfalls eine Kontraststudie. Klassische Trickfilme und Kinderbücher dienten als Konzeptvorlagen sowohl für die Charaktere als auch für die Stadt New York, während für Madagaskar die Gemälde des berühmten Franzosen Henri Rousseau als Inspirationsquelle dienten. Regisseur Eric Darnell meint: "Wir wollten einen Fantasie-Dschungel erschaffen, und Henri Rousseau ist ein Künstler, der niemals persönlich im Dschun-gel war, aber dennoch wunderbare, exotische Gemälde dieser fantastischen, geheimnisvollen Urwälder erschaffen hat.

Seine fast kindliche, naive Vision dessen, was ein tropischer Dschun-gel sein kann, war unser Ausgangspunkt für "Madagascar"." Shannon Jeffries sagt: "Wir haben wirklich genau analysiert, was Henri Rousseaus Stil zu dem macht, was er ist. Allerdings arbeitete er natürlich auf einem zweidimensionalen Medium, also ist seine Arbeit flach und typisch für einen Maler.

Für unsere Umgebung in 3D mußsten wir jedoch eine ganze Bühne erschaffen." Für diese Bühne wurden zunächst Sets errichtet, die Fa-cundo Rabaudi in Modell-Größe erbaute; mit deren Hilfe konnte das Art Department diese Sets in 3D sehen und ein Gefühl für die Dimensionen und den Raum entwickeln. Mit einer kleinen Lipstick-Kamera konnten die Filmemacher außerdem das Szenario aus dem Blickwin-kel der verschiedenen Tiere visualisieren und den Raum kennen lernen, in dem sie arbeiten mußsten.

Rabaudi erschuf sogar Baobab-Bäume in Miniatur, die Cronkhite folgendermaßen beschreibt: "Sie sehen aus, als ob sie auf dem Kopf stehen, und die Wurzeln oben gelandet sind. Sie sind groß und schön, und ich habe erfahren, dass es auf Madagaskar die größte Viel-falt an Baobabs weltweit gibt - also ist auch unser Dschungel voll davon."

"Madagascar" ist im Film nicht nur eine farbenfrohe und lebendige Insel, sondern vermittelt auch das Gefühl von Weite und Freiheit. Cronkhite meint: "Von dem Augenblick an, als die vier Freunde am Strand landen, wollte ich die Menschen damit in den Bann ziehen, dass sich die Figuren nun in einer völlig anderen Welt befinden. Es geschieht unbewusst, aber wir woll-ten auch andeuten, dass - obwohl diese Tiere wohl New York als ihre Heimat ansehen - sie eigentlich viel besser in die Wildnis passen."

Dieser Blickwinkel wurde der Layout-Abteilung angetragen, die genau das tut, wofür im Spiel-film sonst der Kameramann verantwortlich ist. Layout-Leiter Ewan Johnson erläutert, dass die jeweiligen Einstellungen mit den Charakteren dazu beigetragen haben, das Gefühl zu vermit-teln, dass die offenen Weiten Madagaskars unseren vier Tieren besser zu Gesicht stehen als die Enge des Zoos im Central Park. "Je nach Location haben wir spezifische Kamerabewegungen und Kompositionen gewählt.

In New York haben wir uns für engere Rahmen entschieden, die unsere Charaktere umzingeln. Wir haben zu vermitteln versucht, dass sie sich in einer klaustro-phobischen Umgebung befinden und sich nicht außerhalb der vorgegebenen Grenzen bewegen können. Auf Madagaskar haben wir dann weitere Winkel und großangelegte Aufnahmen ge-wählt, in denen sich die Figuren frei bewegen können und ihre Umwelt erfahren dürfen."

Johnson fügt hinzu, dass er auch die Kamera benutzt hat, um den Größenunterschied zwischen den Tieren zu verdeutlichen: "Bei "Madagascar" waren besonders jene Einstellungen eine Her-ausforderung, in denen sowohl die einheimischen Insel- als auch die Zootiere auftreten. Die Lemuren reichen dem Löwen Alex ja gerade mal bis ans Knie, also mußs man sich Möglichkei-ten überlegen, um diese Unterschiede entweder zu kaschieren oder hervorzuheben.

Wenn sie sich zum ersten Mal begegnen, haben wir z.B. ganz extreme Winkel eingesetzt, um die Per-spektive dieser winzigkleinen Kreaturen zu verdeutlichen, die auf diese vier Giganten starren. So konnten wir beide Gruppen in die gleiche Komposition einfügen und den Größenunter-schied noch betonen, was das Ganze noch komischer macht."

Kendal Cronkhite erzählt, dass es nur einen einzigen Ort gibt, an dem sich der Zoo und die Wildnis überlappen: Die labyrinthischen Felsformationen auf Madagaskar, das sogenannte Tsingy, das für die Raubtier-Seite der Insel steht. "Das sind kilometerlange, graue Kalkstein-formationen, die fast post-apokalyptisch anmuten. Es gibt kaum Pflanzenwuchs, und die Felsen sind von der Natur zu diesen Spitztürmchen geformt worden, die an die Hochhäuser von New York erinnern.

Als Alex mit dem wilden Löwen in seinem Inneren konfrontiert wird, zieht er sich dorthin zurück und errichtet so etwas wie einen eigenen Käfig, der sich anfühlt wie sein Gehege im Zoo - statt etwas zu tun, das er vielleicht bereuen könnte." Tom McGrath meint: "Wie man so schön sagt: Man kriegt den Jungen aus der Stadt, aber man kriegt die Stadt nicht aus dem Jungen. Mit diesen Figuren wollten wir immer die Idee aufrecht-erhalten, dass ein New Yorker immer ein New Yorker bleibt - jetzt aber sind sie New Yorker mit dem Vorteil, in der Wildnis etwas Wertvolles gelernt zu haben."

Darnell sagt: "Alex findet schließlich heraus, dass es ganz egal ist, wo sie sind - solange sie zusammen sind. Das ist die Lektion, die sie alle lernen." Soria fügt hinzu: "Alex, Marty, Mel-man und Gloria machen eine Reise durch, auf der sie entdecken, dass es ganz egal ist, was die Gesellschaft denkt oder sogar was Mutter Natur dir sagt. Wenn die Freundschaft stark genug ist, kann man alle Hindernisse überwinden. Ich hoffe, diese Botschaft kommt an."

Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto

Dirk Jasper FilmLexikon

© Fotos: UIP © 1994 - 2010 Dirk Jasper