Was das Herz begehrt

Produktionsnotizen

In den zwei Jahrzehnten ihrer bemerkenswerten - und bemerkenswert erfolgreichen - Karriere als Drehbuchautorin und jetzt auch als Regisseurin hat Nancy Meyers die heutigen Differenzen zwischen Mann und Frau äußerst klug analysiert. In einer Zeit, in der Filme glaubwürdige zwischenmenschliche Beziehungen oft genug zugunsten von technischen Zaubertricks vernachlässigen, konzentrieren sich Meyers' Filme auf Menschen, die sich miteinander, mit der Liebe und mit der Familie arrangieren müssen. "Something's Gotta Give" (Was das Herz begehrt) folgt dieser Tradition und entwickelt sie weiter.

"Praktisch alle meine Drehbücher gehen auf eigene Erfahrungen zurück", stellt die Filmemacherin fest. "Ich gebe gern zu, dass mich die Beziehung älterer Männer zu jüngeren Frauen fasziniert. Andererseits interessiert mich auch das, was man als genau das Gegenteil bezeichnen könnte: das Verliebtsein, das emotionale Aufblühen in späteren Jahren. Denn ich bin davon überzeugt, dass die späte Liebe genauso hautnah und überwältigend wirkt wie die zwischen 25-Jährigen."

In "Was das Herz begehrt" kombiniert Meyers beide Motive, wobei sie außerdem die Möglichkeiten einer Beziehung junger Mann/ältere Frau auslotet. "Die Liebe von Männern und Frauen jenseits der besten Jahre bereitet mir keinerlei Kopfzerbrechen", stellt Meyers fest. "Was Harry und Erica erleben, hat universelle Gültigkeit. Liebe ist Liebe - egal wie alt die Beteiligten sind. Außer dass man sie als schmerzlicher erlebt, je älter man wird."

Beim Konzept ihrer Geschichte, und noch bevor sie das erste Wort zu Papier brachte, kannte Meyers bereits ihre Traumbesetzung für die Rollen von Harry Sanborn und Erica Barry - also für den Playboy, der Bindungen scheut, und die erfolgreiche, geschiedene Theaterautorin, die gemeinsam ein emotionales Abenteuer bestehen, das ihre Vorstellungskraft bei weitem übersteigt. In diesen Rollen sah sie Jack Nicholson und Diane Keaton vor sich.

Mit Nicholson hat Meyers noch nicht gearbeitet - er ist eine echte Ikone des Kinos, heutzutage scheint er sogar noch fester im Superstar-Sattel zu sitzen als vor 30 Jahren, als er berühmt wurde. Schon mehrfach arbeitete sie allerdings mit Diane Keaton, die etliche von Meyers geschriebene Hauptrollen gespielt hat, zum Beispiel in "Baby Boom" (Baby Boom - Eine schöne Bescherung), "Father of the Bride" (Vater der Braut) und "Father of the Bride II" (Ein Geschenk des Himmels).

Keaton erinnert sich an das erste Meyers-Drehbuch, das sie zu Gesicht bekam: "Baby Boom". "Ich war schlichtweg begeistert. Anders kann man gar nicht darauf reagieren", sagt sie. "Große Teile waren einfach hervorragend geschrieben. In Nancys Geschichten fühle ich mich irgendwie immer wie zu Hause."

"Nancy hat darum gekämpft, dass ich die Rolle in ,Baby Boom' bekam", fährt Keaton fort. "Und mit dieser zähen Art hat sie mich immer wieder verblüfft. Wenn sie etwas will, dann lässt sie einfach nicht locker. Wenn sie sich etwas in den Kopf setzt, dann bekommt sie das auch hin. Nancy kann nicht nur hervorragend schreiben, auch als Produzentin trägt sie die harten Bandagen. Das ist kein Witz. Keiner setzt sich so durch wie sie. Sie weiß ganz genau, was sie will."

Als Meyers den ersten Akt geschrieben hatte, "stellte ich ihn Jack vor, obwohl ich noch gar nicht genau wusste, was als Nächstes kommen sollte", erinnert sie sich. "Ich habe ihn in Los Angeles besucht, und er zeigte sich sehr interessiert. Ihm gefiel das Thema, er unterstützte meine Sache, so dass ich also in der Hoffnung abziehen durfte, dass ihm wohl auch das fertige Buch gefallen würde. Auch Diane wollte das Drehbuch gern lesen, sobald es fertig war. Dazu habe ich etwa zehn Monate gebraucht, und etwa zur Halbzeit rief ich Jack und Diane an und sagte: ,Etwa fünf Monate brauche ich noch, aber ich habe das definitive Gefühl, dass etwas Brauchbares dabei herauskommt."

Keaton lacht, als sie sich an dieses Verfahren erinnert: "Vor etwa zweieinhalb Jahren rief mich Nancy an und sagte: ,Lass uns essen gehen.' Also trafen wir uns zum Lunch, und sie erzählte mir von ihrem Drehbuchplan - der Lovestory eines mittelalterlichen Paares - und dass ich neben Jack Nicholson die Hauptrolle spielen soll. Ich sagte nur: ,Aber klar doch, Nancy.' In der nächsten Phase sagte sie: ,Also, jetzt fange ich mit dem Schreiben an.'

Au weia. Na gut, Nancy, toll. Dann: ,Okay, jetzt habe ich es im Studio vorgestellt, die wollen das machen.' In jeder Phase arbeitete sich Nancy hartnäckig voran wie die kleine blaue Lokomotive aus dem Kinderbuch. Das ist einfach unglaublich. Ich kenne keine Frau wie sie. Und sie hat ein wirklich tolles Drehbuch geschrieben."

Den allgemein gültigen Anspruch der Story bewunderte Keaton besonders, aber auch die Tatsache, dass hier Alters- und Generationsunterschiede überwunden werden. "Es geht um den Kampf der Geschlechter, und der läuft im Grunde immer ähnlich ab. Natürlich nimmt er im Alter schärfere Formen an. Also nach dem Tenor: Warum sollte ein Typ, der nur mit jungen Frauen ausgeht und mit seinem Leben sehr glücklich und zufrieden ist, sich ausgerechnet in eine ältere, sehr anspruchsvolle Frau verlieben, die ihm in jeder Beziehung ebenbürtig ist?"

Nicholson las das Skript und beurteilte es genau wie Keaton. Und als das Drehbuch dann in Hollywood die Runde machte, waren zahlreiche Schauspieler mehr als bereit, Nicholson und Keaton zu folgen und sich auf die warmherzige, wunderbar komische und anrührende Geschichte der Filmemacherin einzulassen. "Offenbar hat die Story sehr viel mit Nancy selbst zu tun", stellt Keanu Reeves fest, der sich um die Rolle des Dr. Julian Mercer bemühte: Er behandelt Harry auf Long Island und macht Erica aggressiv den Hof.

"Die Story ist traumhaft, das Drehbuch ist traumhaft, einfach wunderbar. Ich finde es sehr clever, ein reines Vergnügen. So etwas läuft mir nicht oft über den Weg. Die Geschichte ist sehr originell. Die Figuren sind überzeugend entwickelt, wirken absolut lebendig, sie sind nicht nur auf der Suche nach einem Lebenspartner, sondern sie müssen auch zu sich selbst finden. Das ist eine erfrischende Abwechslung - in Hollywood-Filmen bekommt man so etwas eher selten zu sehen, denn leider sind Weisheit und Lebenserfahrung im amerikanischen Kino einfach nicht gefragt.

Ältere Leute sind entweder Miesepeter oder abgehobene Philosophen, oder sie sterben gerade. Es ist also eine nette Abwechslung, sie lebendig, vital, verliebt und durchaus unfertig zu erleben - sie suchen noch, alles ist offen. Und mit Jack Nicholson und Diane Keaton als Hauptdarstellern ist das ein erotisch aufgepeppter Spaß." Laut Meyers entsprach Reeves hundertprozentig ihrer Vorstellung von dem jungen Arzt. "Ungewöhnlich ist dabei nicht, dass Keanu einen Doktor spielt", sagt sie. "In diesem Fall sind wir allerdings überrascht, dass er den Nebenbuhler gibt."

Frances McDormand - Meyers bezeichnet sie als "bestmögliche Besetzung" der Zoe, Ericas Schwester, die als Professorin am College Vorlesungen über Feminismus hält - ließ sich von einer bemerkenswerten Rede überzeugen, die Meyers Zoe in den Mund legt: Darin formuliert sie so präzise und so ätzend scharf wie nur möglich, was die meisten Frauen jenseits der 40 wirklich über jene älteren Männer denken, die ausschließlich jüngeren Frauen hinterherlaufen. "Dieser Monolog beim Abendessen war für mich ausschlaggebend", verrät die Oscar®-Preisträgerin.

"Außerdem freute ich mich darauf, Diane Keaton näher kennen zu lernen - ich habe sie immer schon sehr bewundert. Sie ist eine Ikone, sie hat als Schauspielerin unser Bewusstsein stark geprägt. Ich habe den Eindruck, dass die Zuschauer sie sehr gut zu kennen glauben - dabei kennen sie im Grunde vor allem ihr komisches Genie." Außerdem gefiel McDormand, dass "das Drehbuch Autoren wie Preston Sturges und den Liebeskomödien der 30er und 40er Jahre Reverenz erweist - damals waren die Filmhelden immer ein wenig raffinierter und gewitzter als wir. Und sie bekamen damals auch mehr Zeit zu sagen, was sie auf dem Herzen haben."

Amanda Peet spielt Ericas Tochter Marin, die sich ständig die falschen Männer aussucht. Sie berichtet, dass sie vor dem ersten gemeinsamen Vorsprechen mit Partner Nicholson völlig in Panik geriet. "Ich habe gezittert wie Espenlaub", gibt sie zu. "Aber Jack ist sehr verspielt, aufmerksam, und er geht auf sein Gegenüber ein." Peet bemühte sich sehr um die Rolle, weil sie vom Drehbuch völlig begeistert war. "Es enthält tiefe Wahrheiten über das Single-Dasein, über das Älterwerden - selten gibt es Filme, die solche Themen wirklich umfassend abhandeln. Nancy schreibt sehr lustige Dialoge - und Komödien bedeuten harte Arbeit. Aber auch als Liebesgeschichte hat mich das Buch völlig hingerissen."

Die Schauspielerin kann sich intensiv mit ihrer Rolle als Marin identifizieren, weil das Drehbuch einfühlsam, aber auch knallhart die Höhen und Tiefen in der Mutter-Tochter-Beziehung beschreibt. "Als ich Nancy kennen lernte, erzählte ich ihr, wie sehr mich das Drehbuch an mein Verhältnis zu meiner eigenen Mutter erinnert. Ich konnte sehr gut nachvollziehen, wie nahe sich Erica und Marin sind."

"Ich habe mich wegen der Besetzung der Marin mit unzähligen schönen und jungen Hollywood-Frauen getroffen", berichtet Meyers. "Aber als ich Amanda kennen lernte, merkte ich gleich, dass sie nicht nur genau dem Typ Frau entspricht, auf den Harry Sanborn steht, sondern gleichzeitig war sie auch die Richtige als Ericas Tochter. Jede Menge Kandidatinnen sahen durchaus so aus wie Frauen, mit denen Harry ausgehen würde - aber ich nahm ihnen nicht ab, dass sie auch jemandes Tochter sind. Unsere Story wirkt wie ein Echo auf Amandas eigenes Leben, und deshalb fand ich, dass die Rolle so gut zu ihr passt."

In Nebenrollen besetzte Meyers so gestandene Schauspieler wie Jon Favreau als Harrys treuen Adjutanten Leo und - in einem seltenen Auftritt als Darsteller - den "Starsky und Hutch"-Star und heutigen Regisseur Paul Michael Glaser als Ericas Ex-Mann Dave. "Im Gegensatz zu dem, was uns all die Erbsenzähler, Anwälte, Agenten und Geschäftemacher weismachen wollen, kommt es beim Filmemachen nur auf eines an: Leidenschaft", stellt Glaser fest. "Nancy hat diese Leidenschaft, und als Autorin bringt sie außergewöhnliches Talent und einen analytischen Verstand mit."

Auch hinter der Kamera stellte Meyers ein erstklassiges Team zusammen, darunter ihren langjährigen Mitarbeiter, den Produzenten Bruce A. Block, den Oscar®-preisgekrönten Kameramann Michael Ballhaus und den Produktionsdesigner Jon Hutman (er betreute zuvor bereits ihren "What Women Want"/Was Frauen wollen). "Ich kenne niemanden, der einem so klugen Drehbuch besser und filmgerechter Leben einhauchen könnte als Nancy", stellt Block fest. "Auf geradlinige und selbstbewusste Art übersetzt sie den Inhalt der Drehbuchseiten auf die Leinwand."

Der Osten auf dem Weg nach Westen Für die ersten ununterbrochenen acht Wochen der Dreharbeiten nistete sich Nancy Meyers mit ihrem gesamten "Was das Herz begehrt"-Team in der Studiohalle 26 der Sony Pictures Studios in Culver City ein - dort entstand ein komplettes, geschmackvolles, prächtiges Long-Island-Strandhaus: In dieses elegante Refugium in den Hamptons (den noblen Küstenvororten von New York) zieht sich Erica Barry zurück, hier spielt die Handlung des Films, in dieser völlig realistischen Umgebung konnten sich die Schauspieler bestens in ihre Rollen einleben.

Meyers legt in ihren Filmen kamera- und ausstattungstechnisch großen Wert auf opulente Bilder. Deshalb engagierte sie Michael Ballhaus, der New York bereits in so unterschiedlichen Filmen wie "GoodFellas" (GoodFellas - Drei Jahrzehnte in der Mafia), "The Age of Innocence" (Zeit der Unschuld), "Gangs of New York" (Gangs of New York), "Working Girl" (Die Waffen der Frauen) und "Quiz Show" (Quiz Show) bebildert hat.

"Der Look, das Design des Films spielen bei mir eine große Rolle", sagt Meyers. "Denn die Handlung meiner Filme ist meist in Schlafzimmern, Küchen und Wohnzimmern angesiedelt - großartige Landschaftspanoramen kommen selten vor. Mir macht es großen Spaß, die Figuren durch die von ihnen selbst gewählten Lebensräume zu definieren."

"Das ganze Haus ist als Ericas Traumhaus konzipiert", stellt Produktionsdesigner Jon Hutman fest. "Laut Drehbuch hat sich die äußerst erfolgreiche New Yorker Theaterautorin Erica Barry dieses Haus nach ihrer Scheidung gebaut - als sicheren Hafen zum Schreiben. Es ist mit Schindeln verkleidet, hat zwei Schlafzimmer für Erica und ihre Tochter Marin oder auch für Gäste, die Manhattan gern einmal entfliehen wollen, weil Platz in der Stadt notorische Mangelware ist.

In dem Entwurf treffen sich Ericas und mein Geschmack, vor allem aber auch Nancys Geschmack, denn diese Geschichte liegt ihr sehr am Herzen, und alle ihre Filme bieten wunderschöne Bilder. Nancy kümmert sich um jede Einzelheit, wir diskutieren über jeden Farbton, jedes Möbelstück, jeden Stoff. All das ist Ausdruck ihrer Ästhetik. Und wir legen auch großen Wert darauf, dass das Haus Ericas Charakter widerspiegelt. Es soll bewohnt aussehen, also vermeiden wir tunlichst alle 08/15-Elemente, jede Sterilität."

Ericas Strandhaus orientiert sich nicht nur an einem echten Haus in Southampton - wo das Filmteam später Außenaufnahmen drehte -, sondern auch an etlichen anderen, die Meyers, Hutman und ihr Team während der Motivsuche in den Hamptons unter die Lupe nahmen. Alle Utensilien im Haus, von den Sofastoffen über die Gemälde, Fotos und gerahmten Erinnerungsstücke an den Wänden bis zum Geschirr im Küchenschrank, wirken so echt und überzeugend, weil sie tatsächlich echt sind.

"Nancy wollte mit dem Haus deutlich machen, dass hier eine Frau über 50 erstmals in ihrem Leben allein wohnt", fügt Innenrequisiteurin Beth Rubino hinzu. "Vieles, was im Haus zu sehen ist, haben wir extra dafür angefertigt. Die meisten Einrichtungsgegenstände im Haus haben wir selbst gebaut oder überarbeitet. Nancy steht auf Qualität, sie schätzt alte Dinge. Sie freut sich an einigen Stücken in der Küche, die aus der Provence des 19. Jahrhunderts stammen, während wir andere bei e-Bay für 1,99 Dollar gekauft haben. Aber alles passt wunderbar zusammen."

Weil Erica im Theaterleben New Yorks eine wichtige Rolle spielt, fertigte Rubino Theaterprogramme mit den erfundenen Titeln ihrer Stücke an, aber auch gebundene Textbücher der Bühnenstücke, gerahmte Briefe berühmter Theaterkollegen (zum Beispiel ein Original des legendären Autors George S. Kaufman), und in ihrem Arbeitszimmer im Strandhaus stehen sogar Tonys und Drama Desk Awards, die Erica gewonnen hat. Außergewöhnlich ist auch Ericas Handbibliothek, die im Wohnzimmer zu sehen ist. "Ich liebe Bücher leidenschaftlich, und ebenso leidenschaftlich lege ich Wert darauf, dass jedes Detail stimmt", berichtet Rubino.

"Und ich finde, dass man eine Person nicht besser definieren kann als über den Inhalt eines Bücherregals. Also habe ich mich hingesetzt und überlegt, mit welchen Themen Erica Barry sich wohl beschäftigen würde: Reisen, Theater, Finanzen, Scheidung, Fotobänden, Architektur, Design. Dann mietete ich 100 Meter Bücher vom Buchladen Strand in New York City - das ist der einzige Buchhändler, die mit derart großen Aufträgen zurande kommt."

Jeden Tag wurden frische Blumensträuße und Zierpflanzen in die Halle 26 geliefert, um dem Strandhaus auch in dieser Hinsicht Authentizität zu verleihen. "Wer in den Hamptons wohnt, legt meist auch Wert auf äußerst gepflegte Gärten und ständig frische Blumen", sagt Rubino. "Auf der Leinwand merkt man den Unterschied zwischen frischen und künstlichen Blumen durchaus. Also versuchte ich, ausschließlich echte Blumen zu verwenden. Als Bonus kam ihr Duft hinzu, für den Diane sich ausdrücklich bedankte."

Und Hutman fügt hinzu: "Es wirkt wie ein echtes Haus. Man vergisst sehr schnell, dass wir uns eigentlich auf einem Filmset befinden, wenn man von der Ausrüstung absieht. Nur wer nach oben schaut, sieht die Decke der Studiohalle." Außerdem mußste Hutman zwei elegante New Yorker Restaurants im Sony-Studio nachbauen - beide haben großstädtisches Flair, unterscheiden sich aber deutlich in der Atmosphäre. Das erste Restaurant taucht in der Eingangssequenz und auch später noch einmal auf.

Hutman beschreibt seinen Ansatz: "Ich wünsche mir, dass die Zuschauer das sehen und dabei denken: ,Wow, da möchte ich auch mal essen.'" In diesem namenlosen, edel ausgestatteten Restaurant spürt man den Glamour der New Yorker Oberschicht. Es gibt sich ganz modern mit Deco-Tönen und herrlicher Holztäfelung. Der Springbrunnen im Zentrum des großen Raums wirkt in dieser Umgebung fast wie ein Zentrum der Ruhe. Das zweite Restaurant hat eine leicht asiatische Färbung mit unaufdringlich-filigranen Holzschnitzereien und tief hängenden Lampen.

In der berühmten Hennessy Street (auch als "Annie Street" bekannt) auf dem Gelände der Warner Bros. Studios verwandelten Hutman, Rubino und ihre Teams die originalgroßen Kulissen dreier New Yorker Straßen in eine kunstvolle Mischung aus dem westlichen Greenwich Village und Tribeca. Mehr als 25 Ladenfassaden mußsten überarbeitet werden, und plötzlich wurden die Straßen lebendig: angesagte Shops, Restaurants, Cafés und Coffeeshops, typische New Yorker Obst- und Blumenstände, Wohnhäuser und U-Bahn-Eingänge.

Entsprechend eingekleidete Statisten vervollständigten das Bild, auch New Yorker Taxis, Straßenlampen und Verkehrsampeln durften nicht fehlen - selbst eingefleischte New Yorker würden die Straßen wohl kaum vom Original unterscheiden können. Rubino trieb diesen Aufwand, damit Meyers in Ruhe einen hitzigen Streit zwischen Harry und Erica auf dem Gehweg filmen konnte: Diese Aufnahmen wären an Originalschauplätzen in New York ein logistischer Albtraum gewesen - wenn nicht sogar ganz unmöglich.

Dazu Rubino: "Ich stamme aus New York und weiß genau, dass die New Yorker Straßen von derart vielen unverwechselbaren Details und Strukturen geprägt sind, dass sich so etwas nur sehr schwer mit einer Studiokulisse nachahmen lässt. Ich ärgere mich regelmäßig schwarz, wenn New York in Filmen nur sehr oberflächlich dargestellt wird. Meist fehlt die realistische Patina. Doch Jons Entwurf erlaubte uns, die Straße in ihrer Komplexität auszugestalten und dem Ganzen den Hauch des echten Ambientes zu verleihen. Das große Engagement des Teams und die vielen Arbeitsstunden haben sich wirklich bezahlt gemacht."

Hutman richtete auch zahlreiche andere Schauplätze im Studio und vor Ort in Los Angeles ein, die dann überzeugend die New Yorker Atmosphäre doubelten, zum Beispiel das minutiös nachgestaltete Innere des berühmten Gourmet-Lebensmittelgeschäfts "Barefoot Contessa" in East Hampton - es wurde in einem Haus in Hollywood nachgebaut, das die legendäre Architektin Julia Morgan 1926 entworfen hatte.

So wie das Studio-Strandhaus und das "Barefoot Contessa" in Los Angeles überzeugend das Ostküsten-Flair nachahmten und entsprechend perfekt zu den an den Originalschauplätzen gefilmten Außenfassaden passten, fanden Hutman und Meyers auch das perfekte Pendant zu einem Broadway-Theater: Das bemerkenswerte Grand Theatre entstand 1928 in der Innenstadt von Los Angeles. Dort kommt es zu einer kurzen Begegnung zwischen Harry und Erica, während auf der Bühne ihr neues Stück geprobt wird. Die Teammitglieder, die Nicholson und Keaton bei ihren dramatischen und komischen Eskapaden beobachten durften, kamen sich dabei vor, als ob sie Freikarten zum besten Stück der ganzen Stadt bekommen hätten.

Kleidsame Verkleidungen Während man die Sets um sie herum noch ausstattete, wurden die Stars mit genau derselben Detailliebe eingekleidet, wobei Stil ebenso wie Tragekomfort eine Rolle spielten. "Nancy und ich sind das Skript Szene für Szene durchgegangen", berichtet Kostümbildnerin Suzanne McCabe. "Wir diskutierten, welche Garderobe jede Figur benötigen würde, wie wir den Spannungsbogen jeder Szene auch in den Kostümen ausdrücken können. Alles wurde in groben Zügen festgelegt, und bei den Dreharbeiten haben wir uns dann mit der Lupe an die Detailarbeit gemacht."

"Harry Sanborn ist ein etwas ungewöhnlicher Unternehmer und Geschäftsmann, ein echter New Yorker, der sich gern und häufig in den unterschiedlichsten Gruppen bewegt, modemäßig also wie eine Art Chamäleon wirkt", erklärt McCabe. "Wir haben verschiedene Möglichkeiten durchprobiert. Schließlich entschieden wir uns für ein konservatives Outfit: Harry trägt zwar sehr edle und teure Kleidung, die aber ungewöhnlich wirkt, weil sie merkwürdig zusammengestellt ist. Harry bekommt einerseits einen City-Look, aber in den Szenen im Strandhaus ist er auch sehr leger gekleidet."

"Ähnlich gehen wir bei Erica vor", fährt McCabe fort. "Wir lernen sie in ihrem Strandhaus kennen, wo sie sich erholt, aber auch schreibt. Sie soll zwar attraktiv aussehen, aber Nancy legte größten Wert darauf, dass Erica bequeme Kleidung trägt, weil sie stundenlang am Schreibtisch sitzt. Diane trägt also fast ausschließlich bequeme T-Shirts und Rollkragenpullover, die im Drehbuch eine große Rolle spielen."

"Keanu spielt einen Arzt, der in den Hamptons praktiziert - er wirkt gleichzeitig leger und adrett, jungenhaft. Keanu wollte seine Kleidung unbedingt realistisch und unauffällig gestalten", sagt McCabe. "Und Frances McDormand, die eine feministische Professorin spielt, weiß genau, wie sich solche Leute kleiden, denn sie wohnt selbst in New York." "Was Marin betrifft", sagt McCabe, "verpassten wir ihr den Look eines typischen Girls aus dem Nobelviertel an der Upper East Side, die eine Privatschule besucht hat und immer stilsicher und smart gekleidet ist."

McCabe mußste außerdem darauf achten, dass auch alle Statisten - ob in Los Angeles, in den Hamptons, in New York oder Paris - entsprechend eingekleidet wurden. Tausende von Outfits sorgten dafür, dass die in Los Angeles gefilmten New Yorker Szenen mit dem angemessenen Look aufwarteten.

Gen Osten! Nach Abschluss der Dreharbeiten an der Westküste packten Meyers und Co. die Koffer und reisten nach Osten, um sich auf jenem privilegierten Ostende von Long Island niederzulassen, der als The Hamptons bekannt ist. Ein Großteil der Handlung von "Was das Herz begehrt" ist dort angesiedelt. Drei Wochen dauerten die Außenaufnahmen mit Nicholson, Keaton, Reeves, McDormand und Peet - in herrlicher Natur und exklusiver Eleganz: Beides wusste das Team zu seinem Vorteil zu nutzen.

Ein Großteil der Szenen entstand am Flying Point Beach, wo die schönen Küstenorte Southampton und Water Mill praktisch ineinander übergehen. Ein schönerer Sandstrand lässt sich in den gesamten Vereinigten Staaten kaum finden - er wird gesäumt von klassischen Strandhäusern und grasbewachsenen Dünen.

Doch für das Filmteam war es alles andere als ein Urlaub, denn die sperrige Ausrüstung lässt sich im feinen Sand schwer transportieren, und auch das New Yorker Klima erwies sich selbst im Frühsommer als notorisch unberechenbar: Die sengende Sonne konnte jederzeit von allen natürlichen Himmelsvarianten abgelöst werden: Regenschauer, Wind und Nebel - oft genug alles an einem Tag. Niemand in dem schwer heimgesuchten Team von Meyers und Co. konnte sich erinnern, im Mai jemals derart mieses Wetter erlebt zu haben - es blieb ihnen nichts anderes übrig, als buchstäblich zwischen den Regentropfen hindurchzufilmen.

Gedreht wurde auch vor dem wunderschönen Strandhaus in Southampton, das Jon Hutman als Vorlage für sein überwältigendes Studioset 4800 Kilometer weiter westlich diente. Hollywood hielt Einzug in dem Bilderbuchdorf East Hampton, dem wohl berühmtesten der kleinen Küstenorte, wo Nicholson, Keaton, McDormand und Peet eine Sequenz in der berühmten Einkaufszone Newtown Lane drehten - am Schluss dieser Szene betreten sie das echte "Barefoot Contessa".

Die Bewohner der Hamptons lassen sich üblicherweise von Stars kaum beeindrucken, denn tatsächlich haben viele Stars und andere VIPs direkt vor Ort ihr Wohnhaus oder ihre Sommerresidenz, aber bei diesem besonderen Staraufgebot versammelte sich doch eine große Menschenmenge begeisterter, geduldig zuschauender Ortsansässiger. Wegen des Regens mußste das Team auch in die East Hampton Studios ausweichen, ein voll ausgestattetes Filmstudio, das nur wenige Kilometer von dem berühmten Dorf entfernt liegt.

Vom Ostende "der Insel" ging die Reise dann ins dicht bevölkerte, quirlige New York City. Dort drehte Meyers mit ihren Darstellern und Mitarbeitern innerhalb nur einer Woche an einer verwirrenden Vielzahl von Schauplätzen, angefangen am südlichen Broadway, dann nordwärts zur East Side, der West Side und in weiteren Stadtvierteln. Ein Stadthaus aus dem 19. Jahrhundert mit modernem Interieur, an der 78. Straße gelegen, dient als Harry Sanborns Domizil.

Der Central Park spielt seine Rolle wie immer vorzüglich, und für eine Bildmontage, die in das exklusive New York einführt, drehte Meyers Einstellungen in einigen der angesagtesten Etablissements der Stadt, zum Beispiel im Markt im Schlachthofviertel, im Tribeca Grand Hotel und im superhippen Restaurant Aureole an der 61. Straße.

Schließlich kam der Tag, an dem das Team am Broadway draußen vor dem Ethel Barrymore Theatre filmte. Dieser Tag hieß bald nur noch "Als Jack Bill traf". Der ehemalige Präsident Bill Clinton fuhr vor, um gegenüber vom Theater an der 47. Straße eine Rede zu halten, und hörte, dass sein Freund Nicholson nur ein paar Schritte entfernt drehte. Eine ungestüme und ausgelassene New Yorker Menge war bereits versammelt, um einen Blick auf Jack Nicholson zu erhaschen - jetzt drehten die Zuschauer vollends durch, als sie erlebten, wie sich die beiden strahlenden amerikanischen Berühmtheiten mitten auf der 47. Straße umarmten, und den Paparazzi gingen die Augen über.

Als der Ex-Präsident abends nach seiner Rede wieder abfahren wollte, drehte das Filmteam noch immer. Wieder kam Clinton ans Set, setzte sich im "Video-Dorf" neben Nancy Meyers und beobachtete die Monitore, während die Kameras liefen. Später am Abend belohnte Nicholson seine geduldigen Fans, kam aus dem Theater und begrüßte Hunderte Zuschauer am Straßenrand, schüttelte Hände und ließ sich mit den Fans ablichten - so wie er in den 40 Jahren seiner Karriere traditionell immer seine Dankbarkeit ausgedrückt hat. Am nächsten Tag kletterte die Temperatur fast auf Rekordhöhe, nachdem der Juni als der regenreichste überhaupt in die New Yorker Annalen eingegangen war.

Le Grand Finale "Jeder Film kann sich glücklich schätzen, wenn er in Paris enden darf", stellt Produzent Block fest - natürlich spricht er auch für die anderen Mitglieder des "Was das Herz begehrt"-Teams, die das Glück hatten, zum Abschluss der Dreharbeiten mit nach Paris reisen zu dürfen, in die Stadt der Lichter, wo ein neues französisches Team schon darauf wartete, die Amerikaner zu unterstützen.

Der erste der durchweg historischen und wunderschönen Schauplätze war die Brasserie Le Grand Colbert, ein grandioser Speisesaal aus der Belle Époque - ein schönerer Ort für ein romantisches Rendezvous in Paris lässt sich schwer vorstellen. Im Le Grand Colbert spürt man noch deutlich die Proust-Atmosphäre. Hier und dort legte Produktionsdesigner Jon Hutman Hand an, um durch vorübergehende bauliche Veränderungen die Fin-de-Siècle-Stimmung noch zu intensivieren.

Zu den weiteren prächtigen Drehorten gehört das Plaza Athéneé, das vielleicht opulenteste der Pariser Grandhotels, und der Pont d'Arcole, eine traumhafte Seine-Brücke, von der man das Hotel de Ville auf dem rechten Ufer und die Conciergerie auf dem linken Ufer sehen kann. Während der gesamten Dreharbeiten war sich das Team einig: Es war ein reines Vergnügen, "Was das Herz begehrt" zum Leben zu erwecken. "Ich hatte schon sehr früh das Gefühl, dass Jack und Diane in den Schaffensprozess eingebunden waren, denn ich habe ihnen die Rollen ja auf den Leib geschrieben", sagt Meyers.

"Ich fühlte mich ihnen verbunden, weil ich immer gehofft habe, dass sie die Rollen später spielen würden. Jack lässt sich von mir als Regisseurin genauso diszipliniert anleiten wie alle Profis, mit denen ich es bisher zu tun hatte. Meine Beziehung zu Diane geht ja schon viele Jahre zurück - bei ihr habe ich immer das Gefühl, dass sie mir völlig vertraut - ganz egal, was ich verlange. Die Atmosphäre am Set war betont locker - weil wir uns gegenseitig respektierten, konnten wir uns so geben, wie wir sind."

"Jack ist eine Seele von Mensch", fährt Meyers fort, "und er ist ein Meister der Großaufnahme. Er holt Nuancen aus den Szenen heraus, die niemandem sonst gelingen würden. Und Diane ist ein echtes Original, absolut einzigartig. Ihre Energie ist der Motor jeder Szene. Jack und Diane haben sich sehr genau an die Drehbuchvorlage gehalten, sie kamen bestens vorbereitet ans Set, so dass wir umso mehr Möglichkeiten hatten, verschiedene Versionen der Szenen durchzuprobieren."

Keaton ließ sich von ihrer Regisseurin inspirieren: "Nancy sorgt für die richtige Atmosphäre, nach dem Motto: ,Mach das so, wie du es für richtig hältst. Ich schaue dir gern zu und weiß deinen Einsatz zu schätzen.' Regisseure wie Nancy charakterisiert man am besten dadurch, dass sie für ihre Darsteller ein dankbares Publikum darstellen. Mit einem solchen Regisseur arbeite ich gern, denn in diesem Umfeld strengt man sich auch gern mehr an."

Über ihren Partner in der Filmromanze sagt Keaton: "Als Zuschauer haben wir Jack schon in den unterschiedlichsten Situationen erlebt. Das macht ihn zur Legende. Ich traf ihn erstmals vor vielen Jahren, als wir zusammen ,Reds' drehten, doch dies hier war eine viel intensivere Erfahrung, weil ich ihn erheblich besser kennen lernen durfte. Wer Jack persönlich kennt, kommt sich vor wie im halsbrecherisch dahinrasenden Auto der Kröte im Kinderbuch ,Der Wind in den Weiden': Man bekommt alles immer erst nachher mit.

Wie sieht es in Jack Nicholson aus? Wer weiß? Er ist mit niemandem vergleichbar, einen wie ihn hat es nie gegeben und wird es nie geben. Viele große Filmstars erleben unglaubliche Karrieren, aber so eine unglaubliche Karriere wie Jack kann wohl niemand vorweisen. Er ist ein echter Abenteurer. Ich will damit sagen, dass er als Schauspieler Risiken eingeht, und darin ist er ein größerer Künstler als alle anderen.

Jack interessiert sich ausschließlich für das Drehbuch, und als er Nancys Drehbuch las, war die Sache für ihn klar. Wenn Jack sich für einen Stoff entscheidet, steht er auch dazu. Er ist einzigartig, ein Original. Jack hat sich auf alle Drehorte dieses Films eingelassen, weil wir eine wunderbare Geschichte voller Hoffnung erzählen - jeder Zuschauer darf hoffen, dass er irgendwann, so oder so, seinen perfekten Sparringspartner findet."

Am Set legt Meyers in den Drehpausen oft passende Musik auf, manchmal sogar zwischen den einzelnen Szenenwiederholungen - es geht ihr darum, eine bestimmte Stimmung zu schaffen (und viele dieser Musiktitel finden sich später tatsächlich im Soundtrack wieder). Auch Diane Keaton glaubt, dass Musik für die richtige Stimmung sorgt - oft genug konnte man sie bei der Ankunft oder beim Verlassen des Sets mit ihrem Walkman beobachten, mit dem sie sich in die Szene einstimmte.

Dazu Meyers: "Manchmal verzichte ich bewusst darauf, zu Jack und Diane zu gehen und etwas anzumerken - stattdessen spiele ich einen Song, der ein bestimmtes Gefühl transportiert, eine Stimmung, eine Atmosphäre kreiert. Ich halte die Musik im Film für äußerst wichtig. Irgendwie ist es doch verrückt, dass sie erst anschließend eingefügt wird. Je mehr ich sie schon vorher aussuchen und so die Darsteller auf die Emotionen der Szenen einstimmen konnte, desto mehr hatte ich den Eindruck, dass sich dieses Gefühl auf sie übertrug."

Obwohl Nicholsons und Keatons Starkollegen selbst schon eine Menge Erfahrung mitbringen, waren sie doch begeistert, mit derartigen Berühmtheiten arbeiten zu dürfen. "Für mich war es eine tolle Erfahrung, neben Jack und Diane auftreten zu dürfen", berichtet Reeves beeindruckt. "Beide sind absolute Ausnahmeschauspieler. Jack verfügt über erstaunliches Handwerk, über große Spontaneität, und das gilt auch für Diane. Ich empfinde es als echtes Glück, dass ich im richtigen Moment dabei war und einige Wochen mit ihnen verbringen durfte."

McDormand genoss es ausgesprochen, sich mit Diane Keaton und Amanda Peet in ihren vielen gemeinsamen Szenen die Dialogbälle zuzuwerfen. "Wenn wir drei gleichzeitig im Bild waren, kamen wir uns vor wie die weibliche Version der Marx Brothers", lacht sie. Peet war allerdings dadurch etwas eingeschüchtert, dass sie mit Keaton arbeiten durfte, "weil ich sie über alles verehre. ,Der Stadtneurotiker', ,Die letzte Nacht des Boris Gruschenko', ,Manhattan', ,Innenleben'? ständig zitieren meine Freunde und ich Dialoge aus diesen Filmen. Als ich dann mit Diane persönlich arbeiten sollte, hatte ich dementsprechend einen Riesenbammel".

Für alle Beteiligten dauerte das Abenteuer "Was das Herz begehrt" fast ein halbes Jahr - es war ein Stück Lebenserfahrung. "Über das eigentliche Handwerk des Filmemachens wird allgemein viel zu wenig gesprochen", sagt Keaton. "Unser Standfotograf Bob Marshak hat eine Menge Aufnahmen gemacht, die die Arbeit beim Dreh sehr gut illustrieren - das gilt für die Darsteller genauso wie für das Produktionsteam. Das Ganze ist ein gigantischer Campingausflug, der sechs Monate dauert. Ganz erstaunlich, was man entdeckt, wenn man diesen Prozess auf den Bildern nachvollzieht.

Für mich besteht das Abenteuer der Dreharbeiten im Zusammenspiel mit dem Team, das zu einer großen Familie zusammenwächst. Die Bindungen, die durch die gemeinsam erlebten Momente entstehen, bleiben unvergesslich. Ich durfte mit Frances McDormand arbeiten, die ich schlicht für ein Genie halte. Und Keanu Reeves ist echt köstlich. Viele Menschen erleben diesen Typ wie einen Gott - tatsächlich ist er ein sehr respektvoller Gentleman mit guter Kinderstube.

Ich durfte mit Amanda Peet arbeiten, einer wunderschönen jungen Frau, die eine große Starkarriere vor sich hat. Und über die Erfahrung mit Jack kann ich gar nicht genug sagen. Es war wirklich außergewöhnlich, mit ihm vor 20 Jahren und jetzt wieder zu arbeiten, ihn besser kennen zu lernen, ihn am Set, als Persönlichkeit und talentierten Kollegen zu erleben."

Abschließend wünscht sich Meyers, dass sich die Menschlichkeit, die Leidenschaft, die sie in ihr Drehbuch und ihren Film investiert hat, auf die Zuschauer überträgt: "Hoffentlich wird es ein Film, der sich von ihren bisherigen Kinoerfahrungen abhebt ? Ich würde mich wirklich freuen, wenn die Menschen wieder daran glauben würden, dass die Liebe jederzeit möglich ist."

Szenenfoto
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