Inside Deep Throat

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Der Pornofilm "Deep Throat", herausgebracht im Januar 1972, wurde von Gerard Damiano geschrieben und inszeniert, die Hauptrolle übernahm der angehende Sexstar Linda Lovelace. Der Film entwickelte sich bald nach seinem Leinwandstart als enormer Publikumsmagnet. Nach "Behind the Green Door" war "Deep Throat" der zweite pornografische Spielfilm, der in den USA landesweit in die Kinos kam.

Von der 1968 gegründeten Filmbewertungseinrichtung Motion Pictures Association of America (MPAA) erhielt er zwar keine Altersfreigabe, wurde jedoch auch in Mainstream-Kinos gespielt und initiierte eine kurze Phase des so genannten "Porn Chic". Damals galt es in einigen Kreisen als "cool", sich Pornos anzusehen - vor allem in Begleitung mit seiner Partnerin oder umgekehrt. Bereits 1973 kam "Deep Throat" als Video auf den Markt.

Der Film wurde produziert von Louis "Butchie" Peraino, der dafür das meiste Geld von seinem Vater Anthony Peraino und seinem Onkel Joe "The Whale" Peraino bekommen hatte. Vater und Onkel waren Mafia-Mitglieder der berüchtigten Colombo-Familie. Die Produktionskosten beliefen sich auf rund 25.000 Dollar. Allein schon durch seine mehr als kostendeckenden Einspielergebnisse rangiert "Deep Throat" aller Wahrscheinlichkeit nach unter den erfolgreichsten Filmen aller Zeiten, allerdings gibt es hierüber keine exakten Boxoffice-Zahlen.

Regisseur Gerard Damiano, der sich anfänglich die Rechte über ein Drittel der Einspielergebnisse gesichert hatte, wurde, kurz nachdem sich der Kassenerfolg abzeichnete, von den Perainos seiner Rechte entbunden. Hauptdarstellerin Linda Lovelace (1949-2002, ihr wirklicher Name lautete Linda Boreman) schrieb in ihrer Autobiographie, dass sie von ihrem gewalttätigen Ehemann Chuck Traynor gezwungen worden war, mitzuspielen.

Traynor habe seinerseits 1200 Dollar an Gage erhalten. Ihr Co-Darsteller Harry Reems war ursprünglich als Crew-Mitglied für 200 Dollar eingestellt worden, stimmte aber rasch zu, auch vor der Kamera aufzutreten, obwohl dies bedeutete, dass er lediglich mit 100 Dollar rechnen konnte. "Deep Throat" dauert rund eine Stunde und ist durchaus humorvoll angelegt: Mit schmalzigen Dialogen und Liedern, mit eingeblendeten Feuerwerks-Szenen und Glockengeläut, das beim Orgasmus ertönt, vor allem aber mit einem komischen Plot.

Ein Arzt entdeckt bei einer sexuell frustrierten Frau, dass sich ihre Klitoris ausgerechnet in ihrem Rachen befindet. Dies befähigt die Frau daher zu besonders raffinierten oralen Sextechniken mit verschiedenen männlichen Partnern. In diversen Gemeinden der Vereinigten Staaten wurde der Film sogar vor Gericht vorgeführt, um herauszufinden, ob er gemäß dem 1973 vom Obersten Bundesgericht eingeführten "Miller-Test" obszön sei - allerdings mit keineswegs eindeutigen Ergebnissen.

Im Jahr 1976 gab es diverse Gerichtsverhandlungen in Memphis im US-Bundesstaat Tennessee, bei denen über 60 Privatpersonen und Firmen einschließlich der Perainos, Regisseur Gerard Damiano und Darsteller Harry Reems vorgeladen waren. Ihnen wurde vorgeworfen, gemeinschaftlich und organisiert Pornografie auch über die Grenzen des Bundesstaats hinaus verbreitet zu haben. Die ursprünglichen Urteile konnten zwar durch einen Formfehler ad acta werden.

Aber die Peraino-Familie und einige andere Hauptdarsteller, die mit dem organisierten Verbrechen in Verbindung standen, wurden erneut vorgeladen, verurteilt und verbüßten schließlich kurze Haftstrafen.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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