Weltverbesserungsmassnahmen

Ausführlicher Inhalt

Die Welt braucht Ideen, Visionen, Utopien, Perspektiven - die Welt braucht Maßnahmen.

Der Spediteur Bernd K. ist vom Innenstadtverkehr und deren hanebüchenen Ampelschaltungen dermaßen gestresst, dass er auf Anraten seiner Gattin die Selbsthilfegruppe Ampel e.V. aufsucht. Dieser Verein hat sich die Stau-Entzerrung in der "Rush hour" durch rücksichtsvolles Fahrverhalten zum Ziel gesetzt. Aber die Therapiegruppe lehrt Bernd nicht nur die Autoschlange als "einheitlichen Organismus" zu begreifen - nein, darüber hinaus gewinnt er auch Erkenntnisse über die eigene Psyche. Das Credo von Gruppenleiter Rolf T.: "Mehr Mobilität für den Einzelnen bedeutet mehr Mobilität für alle!"


"Mehr Ästhetik für alle" war Anlass und entscheidender Antrieb für Götz T. zusammen mit Freunden eine Initiative ins Rollen zu bringen, die sich der ästhetischen Wahrnehmung, genauer der Wahrnehmung von Farben im öffentlichen Raum widmet. Getreu der Devise "Schöner unsere Städte, schöner unsere Plätze" stimmt Götz aus freiem Antrieb und völlig kostenlos die jeweiligen Wagenfarben auf Parkplätzen aufeinander ab und weist Autofahrer nach einem angelegten Farbenspektrum in ihre Parkbuchten ein.

Die Welt scheint im Gleichgewicht, farblich zumindest. Deutschland im Jahr 2005 - knapp fünf Millionen Arbeitslose, über vier Millionen Einzelkinder. Im Zeitalter der Geburtenrückgänge und Massenarbeitslosigkeit stößt das visionäre Leihgeschwister-Programm auf fruchtbaren Boden. Wunschziel ist es, Einzelkindern mit Hilfe von Arbeitslosen als "Ersatzgeschwistern" einen sozialen und kommunikativen Ausgleich zu schaffen.

Im konkreten Fall sieht das wie folgt aus: Martin B. galt als schwer vermittelbar. Er unterzog sich daher einer Umschulung zum "Leihbruder", welche er auch gleich als Jahrgangsbester abschloss. Wenige Tage später steht der fünfjährige Jonas vor seinem neuen "Bruder" - es ist Martin, und Martin ist 35 Jahre alt ... Wie Utopien zur Stärkung der lokalen Identität und einem damit einhergehenden Wirtschaftswachstum durch "Geld mit begrenztem Haltbarkeitsdatum" ein ideales Maß erreichen können (oder nicht), demonstriert der Erfinder des "Sorbischen Euro".

In der sächsischen Oberlausitz wird ganz still und heimlich neben dem regulären Euro die neue Währung "Sorbischer Euro" eingeführt, um Konsumenten zum volkswirtschaftlich dringend notwendigen Geldausgeben anzuregen. Das Besondere an den neuen Geldnoten ist, dass sie binnen mehrerer Wochen durch ein ausgeklügeltes drucktechnisches Verfahren buchstäblich wertlos werden. Jetzt heißt es, schnell zu konsumieren. Allerdings tut sich besonders der geschäftstreibende Mittelstand mit der Akzeptanz etwas schwer ...

Weniger ums liebe Geld als vielmehr um das bereits erwähnte und diesmal ganz greifbare "ideale Maß" geht es dem Tüftler Holger G., der seine Umwelt auf demokratische "Augenhöhe" bringen will: Seine umgebauten (erhöhten) Schuhe revolutionieren das Gleichheitsprinzip. Aber auch das Büro im Park (um die Vorzüge der Frischluft zu entdecken) oder der Mensch als natürliche Energieressource (um auf künftige Energieprobleme vorbereitet zu sein) - wichtig ist für alle Erfinder und Nutzer, neue Wege zu beschreiten und sich dabei selbst nicht allzu ernst zu nehmen!

Jährlich steigen die Beiträge der Krankenversicherungen und doch steht unser Gesundheitssystem vor dem Kollaps. Friedrich B. will mit seiner "Aktiven Krankenversicherung" vor allem Sozialschwachen eine Alternative zum bestehenden Gesundheitssystem bieten. Seine "Aktive Krankenversicherung" offeriert sensationell niedrige Tarife, weil alle Versicherungsnehmer nicht nur potenzielle Patienten sind, sondern gleich auch ärztliche Tätigkeiten übernehmen müssen. Das hilft Kosten sparen, vor allem die lästige Praxisgebühr!

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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