Holy Lola

Ausführlicher Inhalt

Dr. Pierre Cessac (Jacques Gamblin) und seine Frau Geraldine (Isabelle Carré) wünschen sich sehnlichst Nachwuchs. Da sie kein eigenes Kind bekommen können, haben sie sich für die Alternative einer Adoption entschieden. Sie machen sich auf den Weg nach Phnom-Penh, denn manchmal mußs man in Europa Jahre warten, um als Adoptiveltern in die engere Wahl zu kommen - unerträglich lange für ein Paar, in dessen idyllischem Häuschen schon das Kinderzimmer eingerichtet ist.

Doch sie wissen nicht, worauf sie sich einlassen ... Es ist Monsun in Phnom-Penh: Wolkenbrüche empfangen Pierre und Geraldine bei der Ankunft in Kambodscha. Im Hotel, das sie ansteuern, begegnen sie auf Schritt und Tritt Schicksalsgenossen. Neben vielen kleinen Tipps wird ihnen auch geraten, sich in Geduld zu üben: eine Adoption regulär und mit Anstand über die Bühne zu bringen kann Monate dauern!

Ja, wenn man einem Mittelsmann 4.000 Dollar zahlen würde, könnte es schneller gehen! Vor allem Amerikaner und Kanadier nutzen diese Gelegenheit: Sie kommen über Agenturen für zwei bis drei Tage nach Phnom-Penh, zahlen bis zu 20.000 Dollar und treten die Heimreise mit einem Kind an. Viele werdende Eltern wollen - und können - diesen Weg aber nicht beschreiten. So bekommen sie beim wochenlangen Aufsuchen immer neuer Waisenhäuser auch ausreichend Gelegenheit, das Land kennen zu lernen ...

Pierre und Geraldine beginnen ihre Odyssee durchs Labyrinth der kambodschanischen Bürokratie mit einem Besuch bei der französischen Botschaft. Hier bekommen sie die Nummer 38, den Ratschlag, immer großzügig zu "spenden" und eine Liste der infrage kommenden Waisenhäuser - mehr kann man hier nicht für sie tun.

Tag für Tag besuchen sie fortan Waisenhäuser, sehen viele, viele Kinder, aber bekommen immer wieder die gleiche Auskunft: es gibt kein Baby für sie. Sie treffen auf andere französische Paare, die vom Warten zermürbt und ungeduldig sind, erfahren von Kindern, die Aids haben, Hepatitis, Hautausschläge.

Der Fahrer, der sie zu einem Waisenhaus an der vietnamesischen Grenze fährt, präsentiert ihnen endlich ein Baby. Doch es soll sehr viel Geld kosten: ein Mädchen unter der Hand vermittelt. Pierre weigert sich, mit einem Kinderhändler Geschäfte zu machen. Geraldine aber fühlt sich durch den moralischen Rigorismus ihres Partners übergangen. Sie hat mit dem kleinen Wesen innerlich schon Kontakt aufgenommen. Beider Nerven liegen zunehmend blank.

Im Laufe der Zeit wird Dr. Cessac - in seiner Funktion als Allgemeinmediziner - immer öfter von den anderen Wartenden um Rat und Hilfe gebeten. Annie (Lara Guirao), eine der wenigen, die ohne ihren Mann nach Kambodscha gekommen sind, hat einen Sohn zur Adoption zugesprochen bekommen. Spätere Tests ergeben, dass er Hepatitis B hat. Was kann das im schlimmsten Fall bedeuten? Was soll sie tun?

Die Tage vergehen. Endlich, nach Wochen des Wartens, bekommen die Cessacs die Nachricht vom Waisenhaus Holy Baby, dass ein Mädchen zur Adoption für sie bereit ist. Das Baby heißt Holy Lola und macht Geraldine augenblicklich glücklich. Doch die Begegnungen mit den Vertretern der kambodschanischen ?Adoptions-Branche' wachsen sich immer mehr zum absurden Theater aus.

Schikanen, die an Schildbürgerstreiche erinnern, treiben sie fast zur Verzweiflung. Die Zeit drängt, da sie ihren Rückflug in wenigen Tagen, bald sind es nur noch wenige Stunden, für den 23. Dezember gebucht haben ...

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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