Die weisse Massai

Produktionsnotizen

Die Idee zu der Verfilmung von DIE WEISSE MASSAI hatte Produzent Günter Rohrbach bereits vor sechs Jahren, als er zufällig sah, wie Corinne Hofmann in einer Talkshow von Alfred Biolek ihr Publikum mit einer fulminanten Kurzfassung ihrer ungewöhnlichen Geschichte fesselte. Johannes W. Betz (DER TUNNEL, NICHTS ALS DIE WAHRHEIT) schrieb das Drehbuch nach dem gleichnamigen Bestseller von Corinne Hofmann, die der Arbeit beratend zur Seite stand.

DIE WEISSE MASSAI entstand an Originalschauplätzen in Kenia, unweit der Gegend, in der Corinne Hofmann mit ihrer Samburu-Familie vor ca. 15 Jahren gelebt hat. Gedreht wurde außerdem in Nairobi, Maralal und im Krankenhaus der kleinen Stadt Wamba. Vor allem in den Städten war viel Security zur Sicherung der Drehorte nötig - die Menschen waren so fasziniert von den Dreharbeiten, dass sie nur schwer vom Set fernzuhalten waren.

Auch wenn es einfacher gewesen wäre, den Film in Südafrika zu drehen - einem Land mit besserer Infrastruktur und einer funktionierenden Filmwirtschaft -entschieden sich Produzent Günter Rohrbach und Regisseurin Hermine Huntgeburth im Einvernehmen mit den Verantwortlichen bei Constantin Film als Drehort für Kenia. Eine Entscheidung, die der Authentizität der Geschichte zugute kommt.

Allerdings auch eine Entscheidung, die dem Team einiges abverlangte und die Organisation um Herstellungsleiter Jürgen Tröster vor immer wieder neue logistische Herausforderungen stellte. In einer wunderschönen Landschaft, aber mitten im Busch, wurden das Dorf und die Missionsstation errichtet. Es waren weder Wasser noch Strom vorhanden, alles mußste über holprige Pisten herangeschafft werden.

Ein weiteres Risiko war auch, dass man nicht genau wusste, wann die Regenzeit einsetzen würde - ein Umstand, der die Dreharbeiten unmöglich gemacht hätte. Die Samburu bauten "ihre" Hütten selbst, unter Berücksichtigung spezieller Anforderungen der Set-Designer, da ja direkt in den ausgeleuchteten Behausungen gefilmt wurde. Vor Drehbeginn wurden die Lehmhütten eingewohnt, um ihnen die entsprechende Patina zu verleihen.

Für Schauspieler und Crew wurde ein Basiscamp errichtet, man schlief im Zelt, duschte unter freiem Himmel. Wildhüter sicherten das Areal, auch wenn man, um wilde Tiere zu sehen, eigentlich in den Nationalpark fahren mußs. Aber es gab Hyänen, und auch Leoparden sollen in der Nähe gewesen sein. Die meisten Laien-Darsteller und Komparsen waren Samburu (ein den Massai verwandter Stamm mit der gleichen Sprache, der Maa-Sprache) aus der Umgebung.

Die Crew setzte sich aus Deutschen und Kenianern, vor allem aus Nairobi, zusammen. Jenny Pont, die seit Jahren Filmteams in Kenia ausstattet, war mit ihrem Production-Service eine unverzichtbare Hilfe. Ebenso der in Kenia lebende Deutsche Rolf Schmidt, der täglich das Wunder vollbrachte, ein Team von 150 bis 200 Leuten zu verpflegen.

Insgesamt standen die Dreharbeiten unter einem guten Stern und verliefen ohne größere Zwischenfälle; abgesehen von einigen Fliegenbissen, die starke Hautreaktionen hervorriefen und die nicht überschminkt werden konnten - und denen auch Nina Hoss zum Opfer fiel. Ihr Engagement an einer Berliner Bühne erforderte zwei Mal eine Unterbrechung der Dreharbeiten für einige Tage. Gedreht wurde 46 Tage lang, von Ende September bis Anfang Dezember 2004. Das Budget des Films betrug 7 Millionen Euro.

Das ungewöhnliche und aufwändige Projekt sorgte dafür, dass viele Einheimische für eine Zeitlang in Lohn und Brot waren (in Kenia verdienen 50 % der Menschen weniger als 1 Euro am Tag, 30 % verdienen gar nichts). Außerdem hinterließ das Filmteam, das überall für Gesprächsstoff sorgte, auch einen bleibenden Eindruck: Nach Beendigung der Dreharbeiten wurde die Missionsstation als Schule ausgebaut und das Team verpflichtete sich, diese in Zukunft mit Spenden zu unterhalten.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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