Verliebt in eine Hexe

Produktionsnotizen

Die Produzenten Douglas Wick und Lucy Fisher von Red Wagon Entertainment trugen sich schon lange mit der Idee, die beliebte romantische Comedy-Serie "Verliebt in eine Hexe" für die Leinwand zu adaptieren. Während sie das Projekt entwickelten, signalisierte Oscar®-Gewinnerin Nicole Kidman ihr Interesse an der weiblichen Hauptrolle. In Wicks Augen war das eine blendende Idee. "Wir sahen den Film immer als Lovestory zwischen der jenseitigsten Frau und dem irdischsten Mann der Welt", sagt er.

"Nicoles statuenhafte Schönheit verleiht ihr eine perfekte, verzauberte Aura. Ihre Brillanz als Schauspielerin macht sie zu einer glaubwürdigen Frau mit übersinnlichen Fähigkeiten. Außerdem ist da der weitere Bonus von Nicoles Nase und ihrer wundersamen Ähnlichkeit mit Elizabeth Montgomery." "Danach", sagt Fisher, "mußsten wir nur noch jemanden finden, der genauso perfekt für das Drehbuch und die Regie geeignet war."

Es war Columbia Pictures'-Präsidentin Amy Pascal, die als erste Nora Ephron vorschlug, die für verschiedene unvergessliche romantische Komödien wie When Harry Met Sally (Harry und Sally, 1989, als Drehbuchautorin) sowie Sleepless in Seattle (Schlaflos in Seattle, 1993) und You've Got Mail (e-m@il für Dich, 1988, als Ko-Autorin und Regisseurin) verantwortlich zeichnete.

Es war Ephron, die das Konzept, das Kidman überzeugte, lieferte. "Ich erzählte ihr die zugrunde liegende Idee von einer Hexe im Jahr 2005, die für ein Remake der TV-Serie gecastet wird - weil sie genauso aussieht wie Elizabeth Montgomery und weil sie keine Konkurrenz für denjenigen sein würde, der die Hauptrolle spielt. Der will nämlich nicht wirklich neben einer gleichberechtigten Partnerin vor der Kamera stehen", so Ephron. "Das war der Anfang von allem."

Allen Beteiligten gefiel es, dass Ephrons Idee eine Hommage an die Fernsehshow sein würde, ohne dass sie versuchte, diese zu kopieren. "Das Kunststück, das Nora und Delia vollbracht haben, war, dass sie es schafften, die Romantik und die Comedy der Originalserie zu erhalten", sagt Wick. "Und sie haben dem Ganzen einen smarten, modernen Anstrich verpasst." In Fishers Augen gelang mit Ephrons Ansatz die Adaption einer Fernsehserie für die große Leinwand auf eine frische und spannende Art und Weise.

"Wir wussten immer, dass wir keine sklavische Kopie des 1960er-Stils der Show machen wollten", sagt Fisher. "Wir wollten kein Remake mit Filmstars machen. Das wäre zu viel der Rundumerneuerung und in kreativer Hinsicht unambitioniert gewesen. Was wir auf jeden Fall machen wollten, war der Essenz der Show Tribut zu zollen, wenn auch in einem moderneren Kontext. Nora ist es gelungen, all die Aspekte, die die Leute an der Serie mochten, zu bewahren, und gleichzeitig den Film in eine neue Richtung zu lenken."

Im Rahmen ihrer Recherchen für den Film studierten die Ephron-Schwestern die Original-Quellen und entdeckten, dass diese viele zeitlose Themen enthielten. "Delia und ich sahen viele ,Verliebt in eine Hexe?-Episoden und begannen uns vorzustellen, wie das Ganze als Film funktionieren könnte", sagt Ephron. "Was die Serie zeitgemäß macht, obwohl sie so altmodisch ist, ist die Balance des Verhältnisses von Mann und Frau und das ist es immer Wert, weiterverfolgt zu werden.

Es gab gewisse Elemente, die spezifisch für die Zeit waren. Samantha hatte keinen Job und sie nutzte ihre Kraft meistens für den Abwasch und solche Dinge. Aber darüber hinaus handelte die Serie immer noch von einem Paar mit einer sehr starken Verbindung und von seiner Fähigkeit, damit umzugehen, dass sie so eine starke Persönlichkeit ist."

Kidman gibt zu, dass ihr ursprüngliches Interesse von nostalgischer Art war. Aber als Ephron dazu kam, erkannte Kidman, dass das Projekt sehr viel mehr sein könnte und ihr die seltene Gelegenheit bieten würde, in einer romantischen Komödie unter der Regie einer Filmemacherin vor der Kamera zu stehen, die eindeutig das Genre liebt und ständig neu definiert.

"Alle sagten mir ständig, dass ich Elizabeth Montgomery so ähnlich sehe und das war das Erste, was mein Interesse an der Möglichkeit einer Kinoadaption weckte", sagt Kidman. "Als kleines Mädchen habe ich fast keine Episode der Serie verpasst. Als Nora dann ankündigte, dass sie das Drehbuch schreiben und Regie führen würde, dachte ich mir, dass dies wohl einfach etwas ist, was ich machen mußs. Es war toll zu beobachten, wie sie nach und nach diese sehr, sehr clevere, doppelbödige Story entwickelte."

Die vielseitige Kidman sieht nicht nur wie Montgomery aus, sondern teilt auch deren seltenes Talent, ihre Nasenspitze auf liebenswerte Weise zu kräuseln. Der Respekt vor Kidmans Fähigkeit wuchs, als Ephron eines Tages Cast und Crew vor der Kamera zwischen den Aufnahmen versammelte und allen die Möglichkeit gab, sich im Nasekräuseln zu versuchen - mit sehr begrenzten Erfolgserlebnissen.

Da Kidman schon sehr früh dabei war, hatte Ephron den zusätzlichen Vorteil, ihr ihre Rolle auf den Leib zu schneidern. Die Rolle der Isabel ist eine deutliche Kehrtwende von den vielen dunkleren, neurotischen Charakteren, die Kidman zuletzt gespielt hat - wie ihre Oscar®-prämierte Rolle als suizide Virginia Woolf in The Hours (The Hours - Von Ewigkeit zu Ewigkeit, 2002) oder die der todgeweihten Kurtisane Satine in dem romantischen Musical Moulin Rouge (Moulin Rouge, 2001, die ihr eine weitere Nominierung für den Academy Award® einbrachte).

Isabel versucht eher, der Prototyp des Mädchens von nebenan zu sein und ist offen und aufrichtig und eine echte Augenweide, selbst wenn sie von denen, denen sie vertraut, und von ihren eigenen besonderen Kräften schon ziemlich unter Druck gesetzt wird. Das Ergebnis ist hinreißend komisch und ansprechend. "Ich weiß nicht einmal genau, wie ich diese Rolle mit den anderen vergleichen soll, die Nicole gespielt hat", kommentiert Ephron.

"Ich kann mich an keine Ähnliche erinnern. Die Sache mit Nicole ist die, dass sie eine so immense Tiefe und Bandbreite beherrscht und - wie jeder großartige Schauspieler - unglaublich hart arbeitet, um es aussehen zu lassen, als wäre das, was sie da tut, einfach." Komiker Will Ferrell, der neben Kidman als egozentrischer Jack Wyatt besetzt wurde, wagte sich mit VERLIEBT IN EINE HEXE ebenfalls in unbekannte Gewässer.

Bekannt für seine komischen Auftritte in "Saturday Night Live" und Filme wie Old School (Old School - Wir lassen absolut nichts anbrennen, 2003) und Elf (Buddy - der Weihnachtself, 2003), versucht sich Ferrell in VERLIEBT IN EINE HEXE in der Rolle des romantischen Helden, der sowohl lustig als auch liebenswert ist. Wiederum war es Pascal, die als erste Ferrell vorschlug, und Ephron nahm die Idee sofort an.

"Wir hatten nicht das Gefühl, dass es ein besonderes Casting war", sagt Ephron. "Es war einfach so, als wären wir allen genau eine Minute voraus. Dann kam Elf ein paar Monate später in die Kinos und wir dachten nur: ?Was für ein Glück für uns!?"

"Wir waren Fans von Will seit seinen Tagen bei ,Saturday Night Live???, bemerkt Fisher. "Wir waren begeistert von der Vorstellung, ihn in diesem Film zu sehen. Mit Will und Nicole machte es einfach Klick, obwohl sie beide in für ihre Verhältnisse sehr ungewöhnlichen Rollen zu sehen sind. Nicole ist so mädchenhaft und feminin und sanft und lustig in diesem Film, zugänglich und verletzlich. Und Will ist ein wunderbarer romantischer Held."

"Es herrscht so eine Art Hepburn-Tracy-Verhältnis zwischen ihnen", fügt Wick hinzu. "Das High-Class-Geplänkel mit reichlich emotionalen Wahrheiten unter der Oberfläche und der jahrhundertealte Kampf der Geschlechter - alles ist dabei." "Hauptsächlich", ergänzt Fisher, "geht es darum, jemanden zu finden, der dich liebt - selbst wenn du eine Hexe bist. Und das kann man interpretieren, wie immer man will", lacht sie.

"Aber Nora hat ein Händchen für die universelle Menschlichkeit ihrer Figuren und Storys, weshalb sie so ansprechend und echt sind. Und das alles gelingt ihr mit Humor und sehr viel Herz." Ephron hatte das Vergnügen, Ferrell und Kidman miteinander bekannt zu machen. "Wir trafen uns alle in den Kaufman-Astoria-Studios in Queens, als Nicole The Stepford Wives (Die Frauen von Stepford, 2004) drehte", erinnert sich die Regisseurin.

"Will kam zu dem Treffen in groß-karierten Bermudashorts, einem sehr weiten T-Shirt, Sportsocken und Turnschuhen. Wir kamen in Nicoles Garderobe, in der sie uns in dem exquisitesten weißen Kostüm begrüßte, das ich je gesehen hatte, dem perfektesten weißen Kashmir-Pullover und weißen Rock mit perfektem Make-Up. Sie sah aus wie eine Märchenprinzessin. Sie waren das albernste und wenigsten zusammen passende Paar, mit dem ich je in einem Raum gewesen bin.

Während des Treffens mußste ich einfach anfangen zu lachen, wegen dieses enormen Kontrasts, den die beiden - in jeder Hinsicht - abgaben, wobei sie einander wirklich charmant fanden." "Wir hatten so ein Glück, dass wir Will dafür gewinnen konnten", sagt Kidman. "Ich freute mich jeden Tag darauf, zur Arbeit zu kommen, weil er mich auf seine spezielle Art zum Lachen brachte. Er ist eine so liebenswerte und einzigartige Person. Es ist eine wunderbare Kombination."

Und für Ferrell galt dies entsprechend: "Nun, ich drücke es mal so aus: Es war nicht schwierig, jemanden zu spielen, der sich in Nicole Kidman verliebt. Aber selbst darüber hinaus war es ein besonderes Vergnügen, mit ihr zu arbeiten, weil sie so greifbar ist bei ihrer Arbeit, dass jegliche Bedenken, die ich vielleicht vorher hatte, neben jemandem ihres Kaliber zu spielen, sich sofort in Luft auflösten.

Was ich wirklich interessant fand war, dass sie eine so großartige Komödiantin ist, weil sie so eine fantastische Schauspielerin ist. Obwohl dies eine romantische Komödie ist, geht sie mit derselben Ernsthaftigkeit daran, mit der sie einen Kostümfilm oder ein Drama dreht." Kidman, fährt Ferrell fort, bliebe immer der Realität jeder Szene verhaftet, selbst wenn es darin um ihre Hexereien ging.

"Das Komische entsteht aus der Hingabe an diese bizarre Situation. Das ist nicht einfach nur ein ,Och, mal sehen, was ich in dieser Szene umstoßen kann, um die Lacher auf meiner Seite zu haben." Ferrell ist bekannt für seine sowohl schnellen und hinreißend komischen Improvisationen als auch für seine herausragenden Fähigkeiten, in jedweder Situation den Humor zu sehen. Seine Herangehensweise passte wie angegossen zu Ephrons Stil.

"Als ich damit begann, Drehbücher zu schreiben, dachte ich, man dürfe niemals jemanden die Dialoge ändern lassen", lacht sie. "Aber wenn man eine Komödie macht und erkennt, dass die Leute Input haben, der komischer ist als das, was auf den Seiten steht, wäre es ja idiotisch, sie nicht alles, was sie können, in ihre Rolle einbringen zu lassen. Das ist nämlich die Art, mit der ich gerne arbeite.

Da Will für seine Improvisationskunst bekannt ist, probten wir zuerst zwei Wochen, bevor wir mit den Dreharbeiten begannen, weil ich wollte, dass er und Nicole sich aneinander gewöhnten und den Rhythmus des anderen kennen lernten. Es stellte sich heraus, dass Nicole ebenfalls gut im Improvisieren war. Zum Teil deshalb, weil sie sich mit Will sicher fühlte, zum Teil, weil sie ihre Rolle wirklich gut kannte und sich wohl darin fühlte. Sie lieferte einige wirklich charmante Improvisationen während der Proben, die in den Film übernommen wurden."

Kidman stimmt zu, dass die von Ephron eingeräumte Probenzeit eine wichtige Komfortzone in komödiantischer Hinsicht für sie brachte. "Das Tolle an Nora ist, dass sie dir ganz still dieses kleine Bisschen an Regieanweisungen gibt, die die gesamte Szene für dich ändern", bemerkt Kidman. "Sie gestattet sehr viele schauspielerische Freiheiten während einer Szene - und ermutigt einen dazu, weil es, wie sie sagt, ,eine Komödie ist?. Für mich ging es dabei vor allem darum, das Nichtgeplante zu tun, das aus dem Nichts kommt."

Ferrell schwelgte natürlich im Glück. "Zwischen Nora und mir machte es in komödiantischer Hinsicht von Beginn an Klick, und wir teilen denselben Sinn für Humor", sagt er. "Sie schuf so viel Vertrauen während der Proben, dass wir mit Beginn der Dreharbeiten in der Lage waren, immer noch eins draufzusetzen. Nora ist nicht nur eine smarte Regisseurin und erstaunliche Autorin, sie ist wirklich eine lustige Person. Während sie mir also die Freiheiten gab, Dinge zu erfinden, kam sie mit immer noch besseren Ideen an, während wir drehten - sehr zu meinem Nutzen."

Zwei weitere Schlüsselmitglieder des Casts, die Einfluss auf Jack und Isabels magische Romanze nehmen, sind Michael Caine (als Isabels höflicher, wenngleich missbilligender Vater Nigel Bigelow) und Shirley MacLaine (die die unbezähmbare Diva Iris spielt, die Schauspielerin, die Endora in der neuen "Verliebt in eine Hexe"-Fernsehserie mimt).

"Delia und ich schrieben den Part für Michael Caine", sagt Ephron. "Obwohl keine von uns ihn jemals getroffen hatte, konnte ich Michael die Zeilen von der Minute an sagen hören, in der wir mit dem Schreiben begonnen hatten. Ich hatte das Gefühl, Delia und ich würden unterbewusst mit ihm Kontakt aufnehmen."

Gleichermaßen, fügt sie hinzu, sei MacLaine eine instinktive Wahl gewesen. "Wir wussten, es würde eine Endora geben und eine Schauspielerin, die sie wie eine Diva spielen würde. Als wir Nicole hatten, schien es irgendwie klar, dass wir Shirley bekommen mußsten." Caine erwähnt, dass MacLaine damals verantwortlich dafür war, dass er für seinen ersten amerikanischen Film besetzt wurde, und er war begeistert davon, bei VERLIEBT IN EINE HEXE wieder mit ihr vor der Kamera zu stehen.

"Shirley war der Star eines Films namens Gambit (Das Mädchen aus der Cherry-Bar, 1966) und sie konnte den männlichen Hauptdarsteller auswählen. Sie hatte mich in einem meiner sehr frühen Filme gesehen, The Ipcress Files (Ipcress - Streng geheim, 1965) und ließ mich aus England herüberbringen. Ich drehte ein paar Jahre später noch einen kleinen Part in einem Film mit ihr, aber VERLIEBT IN EINE HEXE ist der erste große Film, den wir seitdem zusammen drehten. Wie in Gambit sind wir darin wieder verliebt ineinander, nur, dass das Ganze eben ein wenig später im Leben stattfindet."

Caine ergänzt, dass er sich extrem geschmeichelt fühlte, dass Nora und Delia Ephron den Part für ihn geschrieben hatten und bemerkt, dass VERLIEBT IN EINE HEXE der erste Film in seiner langen Karriere sei, in dem er ausschließlich von Frauen umgeben ist. "Ich habe keine Szene mit Will, nur mit Nicole und Shirley, und zwischen ihnen und Nora fühlte ich mich wie in einem kompletten Frauenfilm, was fantastisch war", lacht er.

Seine Figur in VERLIEBT IN EINE HEXE hat eine direkte Verbindung zu einem anderen unvergesslichen Helden, den Caine in den frühen Tagen seiner Karriere verkörperte. "Nigel Bigelow ist ein Zauberer und er hat immer ein Auge auf Isabel wie ein Vater es im realen Leben auf seine Tochter hat", sagt Caine.

"Ich habe zwei Töchter, also weiß ich ganz genau, wie man das spielt. Aber er selbst ist ein alter Schwerenöter und gerade die sind ganz besonders vorsichtig, was ihre Töchter angeht. Tatsächlich erinnert er sehr an einen Mann namens Alfie, den ich vor vielen Jahren gespielt habe. Nigel ist ein sehr erwachsener, sehr erfahrener Alfie. Er ist immer hinter den Frauen her und kann einfach nicht anders. Ganz wie Alfie."

MacLaine brachte ebenfalls ein wenig von ihrer eigenen Persönlichkeit mit in ihre Rolle in VERLIEBT IN EINE HEXE, die Ephron clever in ihrer Figur anlegte. "Shirley ist wahrlich eine Naturgewalt und sie hat dank ihrer eigenen besonderen Haltung und Überzeugungen viel in den Film mit eingebracht", erklärt Ephron. "Sie hat die Rolle in großem Maße erweitert. Sie hat ein ganz genaues Gespür dafür, wer diese Person sein mußste, damit die Menschen, die Endora lieben, damit zufrieden sind."

MacLaine ist bekannt für ihr Interesse an der Realität und der Erforschung von irdischen und mystischen Welten. So natürlich ihr die magischen Seiten Endoras und des Films erschienen, so waren es auch die herrischen Seiten ihrer Figur Iris. "Ich mag es, was Nora mit dem Film gemacht hat, weil er dem nachgeht, was man braucht, um das Wesen der Magie zu erfassen. Genau daraus besteht die Liebe und genau daraus macht man Filme", sagt MacLaine.

"Ich interessiere mich sehr für diesen Prozess, wie wir selbst unsere eigene Realität erschaffen, und der Film folgt genau diesem Aspekt. Außerdem gefiel mir die Vorstellung, eine große egozentrische Diva zu spielen", sagt sie. MacLaine hatte mehrere Szenen mit Ferrell, und ihre beiden Charaktere hassen es, Rampenlicht abgeben - oder auch nur teilen - zu müssen. Dieses Vor und Zurück bringt sehr viele komische Momente in die Szenen dieser Fernsehserie innerhalb des Films, wenn MacLaine und Ferrell um Aufmerksamkeit des Publikums kämpfen und sich einschmeicheln.

"Will war sensationell. Er ist ein Genie, sehr spontan und alles, was er anfasst, hat immer einen ersten, zweiten und dritten Akt", beobachtet MacLaine. Ferrell gibt das Kompliment zurück. "Shirley war für alles zu haben. Sie ist eine talentierte Komödiantin und liebt die lauten, extremen Sachen. Es war toll, ihr dabei zuzusehen, wie sie ihren Weg fand und verschiedene Dinge ausprobierte, wenn unsere Figuren miteinander konkurrierten."

Caine dankt Ephron dafür, dass sie dem gesamten Cast dabei half, der Komödie treu zu bleiben. "Nora hat ein außerordentliches Gespür für Humor und dafür, was lustig ist. Ich bin mir sicher, dass sie schon viele Schauspieler haben sagen hören, dass Komödien sehr schwierig wären, und genau so ist es! Man mußs es einfach genau richtig machen und Nora hat eine fantastische Ader dafür, zu wissen, wann und wo der Punkt gekommen ist. Sie ist wie ein Adler der Komödie; sie sieht alles und ihr entgeht nichts."

VERLIEBT IN EINE HEXE versammelte einen brillanten Cast, dem einige der größten Talente aus Film und Fernsehen angehören. Auf der Liste finden sich Jason Schwartzman als Ferrells schmieriger Manager, Kristin Chenoweth und Heather Burns als Isabels neue irdische Freundinnen, David Alan Grier als frustrierter Regisseur der neuen "Verliebt in eine Hexe"-Fernsehserie, Stephen Colbert und Jim Turner als gequälte Fernsehserien-Autoren und Steve Carell und Carole Shelley als die beliebten "Verliebt in eine Hexe"-Stützpfeiler Onkel Arthur und Tante Clara.

"Der Grund für diese fantastische Besetzung ist eindeutig Nora. Sie hat ein großartiges Händchen für Schauspieler und alle wollen mit ihr arbeiten. Ich glaube, wir haben bei allen Figuren im Film unsere erste Wahl besetzt", sagt Fisher. Schwartzman holt das Beste aus seiner Rolle heraus, trifft schräge Entscheidungen, die fast immer bei Cast und Crew hinter der Kamera Lachkrämpfe auslösten. "Als ich das Drehbuch las, war meine Reaktion: Ja! Das ist genau das, worauf ich gewartet habe", sagt der Schauspieler.

"Ich war begeistert von der Idee der Fernsehserie innerhalb eines Films, weil es diesen so vielschichtig macht - mal ganz abgesehen von den ganzen Streichen!" Einige von Schwartzmans persönlichen Streichen rühren daher, dass er den ultimativen Hollywood-Schleimer spielt, wobei er die Unterhaltungsindustrie, insbesondere das Fernsehen, gehörig auf den Arm nimmt. "Grundsätzlich ist Richie Jacks Manager und Motivator. Jack ist seine einzige Daseinsberechtung - und der Grund für sein teures Auto und sein Gehalt", sagt Schwartzman.

"Richie selbst ist nicht sehr kreativ, aber er weiß sehr genau, wie man vorgibt, das zu sein. Hauptsächlich unterstützt er blind alles von Jack und findet alles fantastisch, was Jack macht. Ich habe mich dabei nicht an irgendjemandem orientiert, obwohl man nicht anders kann, als in diesem Business Dinge zu sehen, die einfach lächerlich sind. Ich habe mir ein paar davon herausgepickt und überzogen dargestellt - so wie dies bei Erdbeeren, die genetisch verändert werden, der Fall ist. Sie sind immer noch Erdbeeren, aber sie sind übergroß."

Schwartzman fügt hinzu, dass die außerordentlichen Freiheiten, die Ephron dem Cast erlaubte, ihm halfen, einen besonderen "Richie-ismus" zu erfinden, mit besonderen Ausdrücken und Händeschütteln, willkürlichem Armstrecken in Meetings und natürlich Richies charakteristischen, überschwänglichen Umarmungen. Außerdem sei die Arbeit mit Ferrell und seinen Kohorten Grier, Colbert etc. eine aufregende und lehrreiche Erfahrung gewesen.

"Es war wie ein Platz in der ersten Reihe in Second City. Ich fand es einfach toll, mit ihnen herumzuhängen und ich lernte immens viel. Will ist großartig im Improvisieren, und so hilfreich und ermutigend und freigiebig, er wollte wirklich mit dem Stoff spielen. Richie nahm einige unerwartete Wendungen an, weil man ja mit Will nie weiß, was passiert. Er ist ein Dirigent der Zufälle."

Im Film findet Richie in der Person der Maria, Isabels freundlicher Nachbarin, gespielt von Kristin Chenoweth, eine willkommene Abwechslung von der einseitigen Unterstützung für Jack. Maria und Isabel sind außerdem mit Nina befreundet, einer unterschätzten Assistentin eines TV-Autoren, die von Heather Burns gespielt wird. Im Film ist das Schließen von Freundschaften Isabels Bestreben nach Normalität, erklärt Ephron.

Die Figur der Maria ist redselig, aufgeweckt und direkt, ständig in Bewegung und voller Ideen im Gegensatz zu der seit langem leidenden Nina, deren Talente immer von Männern verdrängt werden, mit denen sie zusammen arbeitet. Innerlich kocht sie. Die zwei Frauen haben eines gemeinsam - ihre Freundschaft mit Isabel. Als Isabel die schmerzhafteren Erfahrungen des sterblichen Daseins erlebt - Betrug und ein gebrochenes Herz - stehen die beiden Frauen geschlossen hinter ihr, obwohl die Ratschläge, die sie ihr geben, ungewollt einen Ausbruch schwarzer Magie hervorrufen.

"Maria zu spielen machte wirklich Spaß", gibt Chenoweth zu. "Sie ist eine große Unterstützung für ihre neue Freundin Isabel. Maria ist Karriereberaterin, also will sie immer so hilfreich sein, wie sie nur kann. Der Humor ergibt sich oft aus der Tatsache, dass sie Isabels Magie einfach nicht erkennt. Sie geht einfach darüber hinweg, denn wer würde schon glauben, dass seine direkte Nachbarin eine Hexe ist?"

Interessanterweise spielte Chenoweth vor VERLIEBT IN EINE HEXE "Glinda the Good Witch" und gewann eine Nominierung für einen Tony in dem Broadwaymusical-Hit "Wicked". Im Film war es keine große Anstrengung, Kidmans Freundin zu spielen, im wahren Leben bereitete es - körperlich gesehen - doch einige Mühen. "Nicole und ich waren wie Pat und Patterchon", lacht sie. "Nicole ist etwa 1 Meter 80 groß - ich bin etwa 1 Meter 50. Ich mußste die meiste Zeit im Film Absätze tragen. Ich bin nur froh, dass sie in der Lage waren, uns vor der Kamera in denselben Frame zu bekommen."

Chenoweth hatte Spaß an der Dreier-Freundschaft mit den Figuren Isabel und Nina. "Wie Isabel sucht Maria nach einer Wegbegleiterin, also nimmt sie Anteil an Isabels Höhen und Tiefen mit Jack und daran, wie die Männer in ihrem Leben sie nicht immer sehr nett behandelt haben. Nina, die immer mitten in einer von Männern dominierten Welt festsitzt, fühlt sich ebenfalls unterschätzt. Also haben die drei Frauen sofort eine Verbindung.

Sie haben Spaß zusammen, unterstützen sich, sind ehrlich zueinander, und das ist genau das, was ich mir von echten Freundinnen im Leben wünsche. Nora hat das sehr klar herausgestellt, dass sie wie reale Menschen sind. Es ist eben nur so, dass die Umstände etwas überzogen und sehr lustig sind."

Der Humor im Film kommt zum Teil von den unerwarteten Boshaftigkeiten, die Ninas Mund entweichen. Burns macht keine Entschuldigungen für die heimliche gewalttätige Ader ihrer Figur, aber sie liefert Ninas außerordentliche Bemerkungen in einem ruhigen, sachlichen Tonfall. "Nina ist ein bisschen unheimlich", lacht Burns.

"Sie ist davon besessen, Jack zu töten, was sich bei ihr auf sehr komische Art und Weise festgesetzt hat. Grundsätzlich habe ich beschlossen, das ganz straight zu spielen und nicht verrückt. Nora und ich haben beide erkannt, dass es lustiger ist, diese verrückten Sätze in einem ganz sachlichen, ruhigen Ton zu sprechen. Darüber hinaus ist Nina einfach ein hart arbeitendes, hingebungsvolles Mädchen, das nie irgendwelche Achtung erfährt und kurz davor ist, auszuflippen. Aber da sie ihren Job behalten möchte, ist sie eben passiv-aggressiv geworden."

Burns, die zuvor in Ephrons You've Got Mail (e-m@il für Dich, 1998) mitgewirkt hatte, glaubt, dass es eine bestimmte Magie in allen romantischen Komödien gibt und ganz besonders in denen von Ephron. "Nora trifft die Stimmung ihrer Bilder so wunderschön. Die Art und Weise, wie sie New York in You've Got Mail gefilmt hat, war atemberaubend, aber exakt das, was in diesem Frame benötigt wurde. Hier hat sie dasselbe mit Los Angeles gemacht. Sie nimmt Locations wie das San Fernando Valley und macht daraus diese magischen, klassischen Welten."

Wie man die Stimmung verhext John Lindley, Ephrons langjähriger Kameramann, ist ein unerlässlicher Partner, wenn es darum geht, die Stimmung einzufangen. Ihr gemeinsamer Prozess beginnt mit ausführlichen Storyboards, die das Produktionsteam täglich der Crew aushändigte. Insgesamt endete Ephron mit mehr als 300 Seiten Storyboards. Während Storyboards Standard bei Actionfilmen sind, insbesondere bei Filmen mit großen Sets, werden sie selten so detailliert oder häufig in romantischen Komödien benutzt.

"John und ich haben mit ein und demselben Künstler in jahrelanger Arbeit den Film zusammen mit Storyboards geplant", sagt Ephron. "Als ich mit den Dreharbeiten anfing, hatte ich Angst, ich würde nicht alle Einstellungen am Anfang des Tages wissen und das Tolle an Storyboards ist, dass du weißt, dass dort immer irgendetwas ist, was du machen kannst. Du kannst vom Drehplan abweichen, aber zumindest hast du immer einen Ausgangspunkt.

Wenn man einen Film schreibt, hat man ein Bild von allen Szenen im Kopf und das Storyboard ist ein Weg, auszudrücken, was du gesehen hast, als du es geschrieben hast. Was ich gelernt habe, ist, dass du dich nicht an alles auf den Boards halten mußst, aber sie sind trotzdem nützlich, weil sie dir die technischen Daten der Szene vorgeben. Sie erzählen dir, wie viele Einstellungen du brauchst und zwingen dich dazu, den Film in Bildern zu sehen, zu wissen, welche Gags man machen mußs, um sich vorzustellen, ob es einen Schlüsselmoment in der Szene gibt und welcher das ist."

Die Storyboards zu VERLIEBT IN EINE HEXE wurden in vielen Diskussionen abgestimmt, die sie und Lindley über "Los Angeles, Fernsehen und das wahre Leben führten", fährt Ephron fort. "Als wir fertig waren, hatten wir beide eine Menge von Ideen eingebracht. Ich begann mit der Idee mehrerer berühmter L.A.-Bilder und wir fanden weitere Wege, um sie in dem Film unterzubringen. Neil (Spisak, der Szenenbildner des Films) hat ebenfalls sehr viel dazu beigetragen."

Der Aspekt "Fernsehen-vs.-echtes-Leben" des Films lieferte Lindley einige einzigartige und zufriedenstellende Ideen. "Eine der Herausforderungen, die der Film für mich bereit hielt, war die Fernsehshow innerhalb des Films", sagt er. "Normalerweise nimmst du ein Set und baust es auf einer Bühne auf, aber in diesem Film ist die Bühne das Set. Manchmal, während wir die TV-Serie drehten, konnte man das Set sehen und zur selben Zeit den Backstagebereich, der ein vollständig anderes Licht brauchte.

Die Leute wechselten die ganze Zeit zwischen dem ,Verliebt in eine Hexe?-Fernsehset in den Backstagebereich und wieder zurück und so wurde ein Teil der TV-Beleuchtung tatsächlich Teil unserer Einstellung", erinnert sich Lindley. Ephron unterstützte diese Mischung aus Realität und Filmwelt, indem sie ihr Produktionsteam zu Statisten machte. Ihre Produktionsassistenten der "Verliebt in eine Hexe"-Fernsehserie waren in selber Funktion beim Film VERLIEBT IN EINE HEXE tätig.

Ihr Scriptgirl Dianne Dreyer spielte in der TV-Serie innerhalb des Films eine Version von sich selbst, ebenso wie Kidmans und Ferrells Hairstylisten, Visagisten und Garderobieren. Ephron castete sogar Schauspieler Michael Badalucco als mitgenommenen Requisiteur der "Verliebt in eine Hexe"-Fernsehshow, ein Hinweis auf seinen früheren Beruf als Filmrequisiteur unter anderem bei Ephrons Sleepless in Seattle (Schlaflos in Seattle, 1993).

Lindley bemerkt, dass es potentielle ästhetische Probleme beim Drehen einer Fernsehshow gab: "Als Nora und ich erstmals über die Stimmung des Films sprachen, wollten wir eine gewisse Wärme und ein Leuchten, um den romantischen Aspekt zu betonen. Das war einfach in den Szenen, die wir außerhalb des TV-Show-Sets drehten, aber die meisten Sitcoms haben einen bestimmten Look, der von der Schedule bestimmt wird.

Sie werden sehr schnell gedreht und mit drei Kameras, die jeden Blickwinkel aufnehmen. Normalerweise sind sie auf sehr flache Art und Weise ausgeleuchtet, so, wie man Filme eben nicht aufnimmt. Also mußsten wir das bei unserer Herangehensweise überwinden." Lindley sagt, dass er das Dilemma zum Teil löste, indem er sich auf den Szenenbildner des Films, Neil Spisak, verließ.

"Neil half uns enorm, indem er das Set der Fernsehshow dunkler machte als jede reale Sitcom. Wenn wir sie flach ausleuchteten, um die TV-Show nachzuahmen und eine große Gruppe von Schauspielern auf einem kleinen Raum versammelten, waren dort immer noch Schatten und Kontraste im Hintergrund", sagt Lindley. Zu Spisaks Herausforderungen bei VERLIEBT IN EINE HEXE gehörte die Kreation von drei unterschiedlichen, aber miteinander verbundenen Realitätsebenen.

"Es gab die Realität der Fernsehshow, die Realität, die wir als ,echte Welt? auffassen und eine Art magische Realität, die Welt von Isabels Hexereien, in der die klassischen ,Verliebt in eine Hexe?-Charaktere zum Leben erweckt werden. Sie alle werden am Ende des Films miteinander verbunden."

Die Fernsehshowrealität entstammt unter anderem einer Exkursion, die Spisak und Ephron unternahmen, um ein paar Sitcoms in Los Angeles zu besuchen. Das Ergebnis war eine lang gestreckte Fernsehbühne, mit mehreren kleinen Sets, einschließlich eines Esszimmers, eines Restaurants, einer Ladenfront und eines Schlafzimmers - alle mit einer subtilen Romantik. "Wir hatten zwei Ladenfronten bei unserem ,Verliebt in eine Hexe?-Fernsehshowset und wir wollten, dass diese einen romantischen Touch erhielten", sagt er.

"Also gehörte die eine zu einer Konditorei, die andere zu einem Porzellan- und Glaswarengeschäft. Das gab uns die Gelegenheit, ein bisschen mit den etwas übertriebenen Fensterauslagen zu experimentieren." Einige der anderen übertriebenen Momente fanden sich in Spisaks-Schlafzimmer-Set der Fernsehserie. Er entwarf diesen Höhepunkt insbesondere für die Szene, in der Endora in einer Rauchwolke erscheint und einen großen Auftritt hinlegt.

Aber im Drehbuch läuft mit der Mechanik etwas schief und der Rauch erstickt fast Cast und Crew der TV-Show. Ironischerweise hatte das Effekteteam des Films tatsächlich seine Probleme damit, den Rauch einzudämmen und Cast und Crew des Films schüttelten sich vor Hustenkrämpfen und kämpften mit tränenden Augen, bis das Problem behoben war. Als es an das Design der Heime von Isabel und Jack ging, richtete sich Spisak erneut nach Ephrons Wunsch, dass diese die Psychologie der Figuren widerspiegelten.

Isabels Haus lag in einem verschlafenen, von Bäumen gesäumten Valley-Vorort und war durchschnittlichen Häusern nachempfunden, komplett mit weißem Lattenzaun. Das Innere war so heimelig und einladend wie das Äußere, alles mit hellen Holzböden, bequemen überladenen Möbeln, angereichert mit charmantem, eigenwilligen Glasnippes und Souvenirs - mit Blick auf eine Terrasse im Garten und einem alten, gemauerten holländischem Ofen, umrahmt von Büschen, Bäumen und Blumen.

"Unsere Idee war, dass Isabel, die sich ja verzweifelt nach Normalität sehnt, was auch immer das heißt, in ein charmantes, einfaches Haus im Valley gezogen ist und einen wunderschönen Platz findet, um ihr neues Leben zu beginnen", so Spisak. "Nora mochte das Äußere des Hauses, das wir fanden, und stimmte darauf das Innendesign ab. Das Konzept betonte dessen Einfachheit, aber auch eine gewisse Weiblichkeit der Möblierung und der Details.

Ich glaube, wir verliebten uns sofort in Isabel, weil wir uns alle mit dem Konzept des Nichthineinpassens und des Versuchs, alles Mögliche zu tun, um das zu vermeiden, identifizieren können. Wenn wir diesen Prozess mit ihr erleben, haben wir wirklich Mitleid mit ihr. Also ist die Umgebung wie Isabel selbst ein wenig naiv, ein Ort, der neutral ist, aber warm und bequem.

Außerdem, technisch gesehen, mußsten wir einen Raum kreieren, in dem sich die Kamera bewegen konnte, einen Raum, der bewegliche Wände und Fenster hatte und jedem Kamerawinkel gerecht werden würde sowie allen Entwicklungen und Figuren." In starkem Kontrast dazu ist Jacks Haus das exakte Gegenteil von Isabels, ein modernes Kleinod auf einem Hügel. Das Haus, designt von dem berühmten Architekten William Pereira, besteht fast ausschließlich aus Fenstern, wodurch ein Panoramablick aufs Valley und die Hügel drumherum geboten ist.

"Jacks Haus ist moderner und sehr viel strenger", sagt Spisak. "Es ist nicht weniger interessant, aber es ist lateraler und kantiger als Isabels. Wir verwendeten Streifen und die inhärente Männlichkeit des Hauses als Designschwerpunkt. Isabels Haus hat mehr Natürlichkeit, mit einer Menge Laub, kleinen Efeupflänzchen und Blumen." Die zwei Designmuster verschmelzen zunehmend in der "Verliebt in eine Hexe"-Fernsehshow, in der die von Jack und Isabel geteilten Sets Elemente beider Charaktere übernehmen.

Die tatsächliche Mischung entsteht natürlich, wenn Magie und Realität kollidieren. "Wir haben die Fassade des Hauses, das wir uns als das ,Verliebt in eine Hexe?-Fernsehshow-Haus vorgestellt haben, gebaut. Diese Fassade wurde auch zum Hintergrund der romantischen Komödie, die sich Backstage zwischen Jack und Isabel abspielt. Sie basiert auf einem realen Haus in Hancock Park (einem alten Viertel von Los Angeles mit großen, traditionellen Häusern), das auch als Jacks und Isabels Zukunft vorstellbar ist. Also spielte es eine Rolle in allen Realitäten des Films", so Spisak.

Um die verschiedenen Realitäten zu betonen, verließ sich Spisak auf subtile Details. Blinkende Sterne zum Beispiel erscheinen immer wieder im Laufe des Films, bis sie während der Fantasysequenz in einem Vorhang aus weißem Licht und einem nächtlichen Hintergrund aus riesigen Sternen gipfelten, bei denen einem die Augen übergehen. Im Laufe der Dreharbeiten, die 20 Locations und 66 Sets umfassten, unterstrich Spisak die Realität, aber entfernte sich nie völlig von ihr.

"In einer romantischen Komödie mußs man eine Welt kreieren, die ein wenig süßer ist als das reale Leben. Wenn man verliebt ist, bekommt alles so einen leichten rosa Schimmer. Als Designer kann man eine Umgebung kreieren, die leicht übertrieben ist, so dass diese Art romantischer Situationen möglich sind, ob sie nun in einem Buchladen stattfinden oder in einem Imbiss. Aber bei dem, was Nora und ich diskutierten, ging es darum, dies alles auf reellem Boden zu belassen.

Wenn es zu fantastisch werden würde, würde man sich nicht mit den Figuren identifizieren können. Also war das Visuelle zwar bezaubernd, aber niemals so übermäßig und behielt ein gewisses Maß an Authentizität", sagt Spisak. Lindley hielt sogar eine ähnliche Balance zwischen Fantasie und Realität in den Flugsequenzen des Films (wie alle anständigen Hexen bevorzugt Isabel die Reise auf einem Besenstiel).

"Wann immer wir über die Magie redeten, verhinderten Nora und ich alles, was zu sehr - sagen wir mal mangels fehlender Worte - ,durchgeknallt? war", erklärt Lindley. "Wir wollten ganz einfach, dass es lustig ist, aber nicht die Story übernahm. Deshalb wollten wir, dass der Film die Magie des Fliegens auf eine Art und Weise zeigte, die die Charaktere nicht dominieren würde oder sie albern aussehen ließ. Es wird nicht allzu viel geflogen im Film, weshalb es noch wichtiger war, dass es dann aber richtig aussah.

Bei der Herangehensweise, die wir wählten, ging es darum, die Leute nicht zu oft in voller Größe fliegen zu sehen. Wenn Nicole zum Beispiel auf ihrem Besenstiel ankommt, zeigen wir ihr Gesicht und ihre Füße in der Luft und den Besen, der ein Rosenbeet bürstet. Die Kamera übernahm eine subjektive Perspektive, als würde sie selbst fliegen, im Gegensatz zu einer Einstellung, in der man jemanden an Kabeln über einer Windmaschine hängen sieht", sagt er.

Lindley fügt hinzu, dass die Sony Spydercam, ein spezielles Montage- und Computerprogramm, das Kameras erlaubt, auf standardisierten, reproduzierbaren Wegen durch den Raum zu reisen, das Point-of-view-Fliegen der Kamera unterstützte. Die Spydercam ersetzte Isabels Blick in den Sequenzen, in denen sie wie ein Dämon voller Wut und Frust vom Boden abhebt.

"Die Spydercam-Einstellung rührte von einer Idee her, die ich aufgrund von Isabels Geisteszustand in dieser besonderen Szene hatte", sagt Lindley. "Ich habe immer gesagt: Wenn sie in einem Auto säße, würde sie Vollgas geben, aber da sie auf einem Besen sitzt, mußs sie etwas anderes tun. Also mußsten wir sie sehr schnell starten lassen, als ob sie rasend schnell davon fliegt. Aber dann macht sie eine Kehrtwendung und schießt in einem Sturzflug auf Will herab, wie ein Raubvogel es tun würde, dreht eine Runde und verschwindet wieder.

Selbst in dieser Einstellung sieht man ihren ganzen Körper nur einen kurzen Moment. Wenn sie abhebt, siehst du sie auch nicht ganz. Dann bewegt sie sich ziemlich schnell in etwa sechs bis acht Bildern vor der Linse. Wenn sie zurückkommt und herumfliegt, ist das der einzige Moment, in dem du ihren ganzen Körper siehst, aber selbst dann geschieht das wirklich schnell." Kostümdesignerin Mary Zophres' unterschiedliche Einflüsse für die Garderobe in VERLIEBT IN EINE HEXE waren eine Mischung aus Historischem und Zeitgemäßem.

"Natürlich habe ich viele Episoden der Originalserie gesehen und habe Recherchematerial studiert", so Zophres. "Ich habe noch einmal Lieblingsfilme wie Funny Face (Ein süßer Fratz, 1957) und Breakfast at Tiffany's (Frühstück bei Tiffany, 1961) gesehen, weil ich Nicoles Figur klassisch, schön, zeitlos machen wollte und einige meiner Referenzen waren Audrey Hepburn, Jean Shrimpton und Jean Seberg.

Ich habe tonnenweise zeitgenössische Modemagazine durchgeblättert, denn ist es ja kein Zeitdokument, und wir wollten, dass die Kostüme modern und frisch aussahen. Aber auf eine ganz eigene Art und Weise gibt es einen Bezug zu einer TV-Show aus den 1960ern. Indem wir vergangene und gegenwärtige Motive ansahen, haben wir beide miteinander verschmolzen."

Teil der Herausforderung lag nicht nur darin, eine Garderobe zu entwerfen, die Isabels Sehnsucht nach Normalität wiedergab, sondern auch zu Kidman passte, eine der weltberühmtesten Fashion-Ikonen des Films. Außerdem sollte Isabels Garderobe einen Gegensatz zu jener bilden, die sie als Samantha in der Fernsehschow im Film trug. "Nicole wurde zur Fashion-Ikone, weil sie statuengleich ist und weil alles, was sie trägt, unglaublich an ihr aussieht", erklärt Zophres.

"In diesem Film versuchten wir, dem irgendwie entgegenzutreten. Grundsätzlich wollten wir, dass sie fabelhaft aussieht, aber nicht im Sinne eines Fashion-Catwalks/Roter Teppich-Situation. Das erste, was ich zu Nora sagte, als wir über Nicole sprachen, war: ,Ich denke, dass sie anbetungswürdig aussehen sollte, und das meinte ich mit Ausrufezeichen. So, als wolltest du sie spontan umarmen.?"

"Oftmals ist das erste Adjektiv, das einem in den Sinn kommt, wenn man an Nicole denkt, sophisticated - anmutig und kultiviert - wegen ihrer Silhouette, der Art, wie sie sich bewegt und der Mode, die sie trägt", fährt Zophres vor. "Vieles daran liegt auch an den dunkleren Farben und satteren Tönen, die sie trägt, was sehr urban wirkt - alles, was Isabel nicht ist. Also entschieden wir, sie in hellere Farben zu kleiden, nicht nur in Pastelltöne, sondern in sanftere Schattierungen, oft etwas Neutrales mit einer hellen Farbe gepaart.

Wir fügten außerdem weibliche Details wie Stickereien und Perlen hinzu und einen weiten Rock. Es gibt auch diese Ausgelassenheit, Unbefangenheit, das Zusammengemixte an Isabels Garderobe - ein Paar Levis-Jeans und ein Pullover von Express, eine Second-Hand-Weste und Caprihosen mit Turnschuhen. Ich freute mich immer, wenn die Mädchen im Büro sagten, was immer Nicole an diesem Tag trug, sei süß, und sie fragten, wo sie es kaufen könnten, selbst, wenn wir es selbstgemacht hatten."

Für die Szenen, in denen Isabel Samantha in der TV-Serie spielt, beschloss Zophres, ihre Garderobe zu koordinieren. "Alles passte ein bisschen mehr zusammen, perfekter. Sie trug richtige Schuhe, keine Sneaker, oder wenn sie Sneaker trug, dann Keds. Gegen Ende des Films, wenn Realität und Fantasie anfangen, sich zu vermischen, verschmelzen auch die beiden Stile." Bei Ferrell lag Zophres' Herausforderung darin, seine berühmte komische Persönlichkeit in die des romantischen Helden zu verwandeln.

"Unser Ziel bei Will war, ihn wie einen leading man zu kleiden. Wann immer wir Kostümproben hatten und die Kleidung an ihm lustig aussah, legten wir sie weg. Er braucht keine Klamotten, um lustig zu sein. Um ihn mehr zum romantischen Helden zu machen, waren seine Kostüme urbaner, mit einer dunkleren Farbpalette. Und als ihm seine Gefühle für Isabel klar werden und er ein glücklicherer Mann wird, warfen wir mehr Farben ein."

Ferrells Look im Film, fügt Zophres hinzu, entfaltete sich mit den voranschreitenden Dreharbeiten. "Will war ein totaler Profi. Wir brachten ihm ganz viel Klamotten, weil wir wussten, dass es bestimmte Momente geben würde, in denen er Anzüge tragen würde, und andere, in denen er leger gekleidet war. Aber wir wollten immer, dass er ohne Anstrengung stylish aussah. Glücklicherweise fanden wir den besten Anzug beim ersten Versuch.

Trotzdem suchten wir noch zwei oder drei andere Kleiderstangen durch, um ganz sicher zu sein. Aber die Silhouette von Dolce & Gabbana stand ihm sehr gut und der Look war perfekt für Jack, weil er modern und hip ist. Dann versuchten wir, die perfekte Jeans zu finden, und wieder war der Gewinner das erste Paar, das er anprobierte, ein Paar Lucky Brand Jeans. Wir hatten auch ein Paar Prada-Hosen und ein paar nette Herbst-Kashmir-Pullis."

Angemessenerweise waren die außergewöhnlichsten Outfits die von Shirley MacLaine, sowohl für Iris (die Schauspielerin) als auch für Endora (die Figur, die sie in der TV-Serie spielt), was ihren Hang zum Dramatischen unterstreicht. "Shirleys Kostüme waren wirklich sehr ungewöhnlich", sagt Zophres. "Nora wollte, dass ihre Garderobe so schmeichelhaft wie möglich war und wir alle wollten Agnes Moorehead als Endora in der Original-Serie Respekt zollen.

Also versuchten wir, ihre übertriebenen Kleidungsstücke dennoch schmeichelhaft und attraktiv zu machen. Sie trug meistens leuchtende Juweltöne, viel Chiffon, viele Federn -einschließlich hoher oder gefalteter Kragen und gerüschter Ärmel, die das Dramatische unterstreichen. Während Nicoles Figur die meiste Zeit des Films versucht, sich anzupassen, will Shirleys auffallen, immer im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen. Uns gelang das meistens mit Stil, Farben, Perlen und Stoffen."

MacLaines Outfit erscheint kompliziert und überladen, ist jedoch unkompliziert entworfen", so Zophres, weil MacLaine schnell an- und umgezogen sein möchte. "Es ist fast so, als ob wir jemanden ganz schnell Backstage hinter der Theaterbühne umgezogen haben, weil Shirley es nicht mag, wenn so viel Aufhebens gemacht wird. Wir verließen uns sehr häufig auf Klettverschlüsse."

Die schnellen Wechsel wurden unterstützt von der Anwesenheit von blauen Zelten neben dem Set, in denen MacLaine rasch verschwand und genauso schnell in einem neuen fantastischen Outfit wieder herauskam. MacLaine, die ihre Karriere auf der Bühne begonnen und noch immer die Haltung einer professionellen Tänzerin hat, machte das Beste aus ihren Kostümen, wedelte mit ihren Federn und zwirbelte mit ihren langen Ärmeln und Capes mit theatralischem Flair.

Caines Kostüme waren klassisch, sehr British Saville Row. "Bei Michael hatte ich dieses Bild von Männern vor mir, die man in Europa sieht. Egal, welchen finanziellen Status sie haben, sie besitzen eine erstaunliche Grazie und Stil", bemerkt Zophres. "Ich erinnere mich an meinen Onkel und seine Freunde in Italien, die alle ihre Jackets über ihren Schultern trugen und die Via Venetto mit solcher Angeberei herunterschlenderten.

Das hatte ich im Kopf und als ich dieses Drehbuch las und sah, dass Michael Caine einige Spaziergänge und Gespräche mit Shirley haben würde, kehrte das Bild zurück. Nora war von der Idee begeistert und da er seinen Mantel über der Schulter tragen würde, konnte man auch manchmal das Futter sehen. Wir fanden diesen erstaunlichen Futterstoff bei Sulka in New York und von da an waren wir in der Lage, den Rest seiner Garderobe ganz ohne Mühe zusammenzusetzen.

Alles wurde hier in Los Angeles mit Stoffen aus England und Italien maßgeschneidert. Ich war in der Lage, alle Wechsel je nach Inhalt der Szenen einzuplanen. Michael ist so ein höflicher und eleganter Mann. Er hat so einen großartigen Geist, also war es ein echtes Vergnügen, ihn einzukleiden." VERLIEBT IN EINE HEXE markiert Zophres' erste Zusammenarbeit mit Nora Ephron, die sofort ein Fan wurde.

"Mary ist eine Kostümdesignerin, die eine wirklich erstaunliche Bandbreite von Projekten beherrscht", sagt Ephron. "Alle erinnern sich an ihre Kostüme aus Something About Mary (Verrückt nach Mary, 1998) und wenn du Intolerable Cruelty (Ein (un)möglicher Härtefall, 2003) gesehen hast, erinnerst du dich an alles, was Catherine Zeta-Jones getragen hat. Das waren alles sehr zeitgemäße Kostüme und in vielerlei Hinsicht waren diese schwieriger herzustellen als die Garderobe für Zeitdokumentfilme.

Die Garderobe am Ende von The Ladykillers (Ladykillers, 2004) zeigt eine der tollsten Kostümepisoden, die ich je gesehen habe, so echt und so charmant. Sie kann nicht nur moderne Kleidung für die unterschiedlichsten Figuren schaffen, sondern sie kann auch sehr geistreich sein, ohne albern zu werden. Die Garderobe, die sie für Steve Carell als Onkel Arthur entworfen hat, zum Beispiel, sind das Werk eines Genies. Der Stoff, den sie fand, erinnerte an Paul Lynde (der die Figur in der Original-Serie spielte).

Abgesehen von Carell war Carole Shelley alias Tante Clara die andere Figur, die beinahe Replikas der Kostüme aus dem Original trug. "Ich hatte ein wenig Angst, dass ich zu sehr an die Grenze gehen würde mit meiner Interpretation von Onkel Arthur", lacht Carell, "aber dann erinnerte mich Will daran, dass es Paul Lynde war, der ihn in der Serie spielte. Also war die Latte sowieso ziemlich hoch gesetzt."

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Dirk Jasper FilmLexikon

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