Frau mit Hund sucht Mann mit Herz

Produktionsnotizen

"Eine schöne Frau wie du kann doch nicht einfach aufgeben, Sarah. Das Leben geht auch nach der Scheidung weiter, begreif das endlich."

"Die Welt wird immer hektischer, und wir möchten zeigen, was eine Frau manchmal durchmachen mußs", sagt Regisseur Gary David Goldberg, der die Filmfassung von Claire Cooks Bestseller "Must Love Dogs" selbst geschrieben hat. Als Produzent wird er von Suzanne und Jennifer Todd unterstützt.

"Sarah Nolans Leben verläuft nicht so, wie sie sich das vorgestellt hat. Sie befindet sich in einer Übergangsphase. Sie mußs ihren ganzen Mut zusammennehmen, um sich wieder hinauszuwagen, einen neuen Anfang zu versuchen. Denn niemand nimmt sie mit offenen Armen auf - schön wär's ja, aber so ist unsere Welt nun mal nicht eingerichtet. Oft genug fühlt man sich darin sehr unbehaglich, oft ist sie auch sehr komisch. Was sie da an menschlichen Schwierigkeiten durchmachen mußs, können wir alle bestens nachvollziehen."

Das allzu Menschliche ist Goldberg durchaus nicht fremd: Er hat sich im Unterhaltungsbereich oft mit den Themen Familie, Liebe, Erwachsenwerden, Trennung und Neuanfang auseinandergesetzt - wobei er nie eine gesunde Prise Lachen vergisst. Er hat Drehbücher für die TV-Serien "The Bob Newhart Show", "Alice" (Imbiss mit Biss) und "M*A*S*H" (M*A*S*H) geschrieben, und als Autor/Produzent prägte er die Serie "Lou Grant" (Lou Grant).

Dann konzipierte er die Serien "Family Ties" (Familienbande; auch: Jede Menge Familie) und "Spin City" (Chaos City). Seinen ersten Emmy gewann er mit "Lou Grant", den zweiten mit "Familienbande" - für diese Serie wurde er vier Jahre lang hintereinander nominiert. Eine weitere Nominierung erhielt er als Executive Producer der von der Kritik gepriesenen Serie "Brooklyn Bridge".

Die Gratwanderung zwischen Humor und Rührung gelang ihm auch 1989 mit dem Kinofilm "Dad" (Dad) - Jack Lemmon und Ted Danson spielen Vater und Sohn, die sich auf dem Weg zur Versöhnung ständig in den Haaren liegen. Goldberg plante gar keinen Film, als er zufällig den Roman "Must Love Dogs" entdeckte.

"Eigentlich fühlte ich mich daheim in meiner kleinen Stadt in Vermont schon als halber Rentner", erinnert er sich. Er genoss es, nicht mehr um vier Uhr morgens aufzustehen, an Konferenzen und langwierigen Besetzungsverfahren teilnehmen zu müssen. In einem Buchladen fiel ihm eines Tages Claire Cooks Roman auf, der von einem Buchclub vorgestellt wurde. Der Buchhändler pries ihn als "Buch der Woche" an. Goldberg las und lachte schallend. Es dauerte nicht lange, bis er über eine Filmfassung und den Erwerb der Filmrechte nachdachte.

"Claire hat ein wunderbares Gespür für Situationen", sagt Goldberg über das surreale Loch, in das man nach der Scheidung fällt: "Man lebt wie im Schock, zieht sich zurück. Das Selbstvertrauen ist erschüttert, man scheut sich vor jeder Entscheidung. So lernen wir Sarah kennen." Goldberg fand zwei dynamische Produzentinnen, die seinen Enthusiasmus in Bezug auf das Buch teilen: die Schwestern Suzanne und Jennifer Todd, die "Memento" (ausgezeichnet mit dem Independent Spirit Award 2002 und nominiert vom American Film Institute), "Boiler Room" (Risiko) und die phänomenal erfolgreichen "Austin Powers"-Filme produziert haben.

Suzanne erhielt 1997 mit Partnern eine Emmy-Nominierung für den gefeierten HBO-Film "If These Walls Could Talk" (Das Haus der stummen Schreie), und das Team Todd wurde 2000 mit dem hinreißenden Sequel "If These Walls Could Talk 2" (Women Love Women) nominiert. "Viele Liebeskomödien sind von vornherein sehr auf Übertreibung angelegt", stellt Suzanne Todd fest. "Aber bei ,Must Love Dogs' ist das anders, der Humor ergibt sich aus glaubhaften Figuren und realen Situationen." "Ein liebenswerter, ehrlicher Film über die Schwierigkeiten, sein Leben wieder in Ordnung zu bringen", sagt Jennifer Todd.

"Suzanne und mir gefällt aber auch die Beziehung der Schwestern und der gesamten Familie zueinander, die sich verblüffend nah an der Wirklichkeit orientiert. Seit ich mit Suzanne im Team arbeite, sprechen uns viele Menschen darauf an: Sie finden es einerseits toll oder möchten auch mit Geschwistern arbeiten - aber auch das Gegenteil hören wir: dass sie sich überhaupt nicht vorstellen können, wie wir als Geschwister arbeiten können, ohne uns heillos zu zerstreiten. Jeder bezieht das auf seine eigene Familiensituation. Und das gilt auch für Sarahs Familie - dort mischt sich jeder in das Leben der anderen ein."

Weil Goldberg keine Schwestern hat, freut er sich, in den Todds Expertinnen auf diesem Gebiet zur Seite zu haben, vor allem bei den Szenen, in denen es zwischen Sarah (Diane Lane) und ihrer dominanten Schwester Carol (Elizabeth Perkins) liebevoll, aber oft auch sehr heftig zur Sache geht. "Sie haben mich eingeweiht", sagt Goldberg über seine Co-Produzentinnen. "Als Diane und Elizabeth die Szenen durcharbeiteten, überlegten wir alle gemeinsam, und dann sagten Jennifer oder Suzanne oft: ,Also, wir würden das so machen' oder, ,Ich würde ihr dann Folgendes sagen', und immer wirkte das sehr schlüssig.

Mich interessiert nur der Humor, der sich aus echten Situationen ergibt. Alle Menschen kennen solche Situationen, wir nehmen sie in unserer Geschichte auf und münzen sie in nachvollziehbare Gags um. Mir geht es darum, dass die Zuschauer sich in Alltagsmomenten wiederfinden und deshalb lachen. Sie schauen zu und erkennen sich selbst oder ihre Geschwister und Freunde wieder. Man lacht letztlich über sich selbst, seine eigenen Macken und merkt gleichzeitig, dass es anderen Menschen genauso geht."

Sarah wird mit ihren Schwierigkeiten eindeutig nicht allein gelassen. Das würde ihre Familie nie zulassen. Es ist offensichtlich zu lange her, dass Sarah mit einem Mann ausgegangen ist. Und ihre Schwestern wollen die Sache unbedingt selbst in die Hand nehmen. Die Geschichte setzt acht Monate nach Sarahs Scheidung ein: Der gesamte Clan - Geschwister, Schwäger und Familienpatriarch Bill - hält in ihrer Küche Kriegsrat: Sie stellen eine Liste aller verfügbarer Männer auf, die ihnen einfallen, und sie lassen sich auch von dem einen oder anderen Model in den Illustrierten inspirieren.

"Als Single könnte Sarah ganz einfach ihrer Arbeit nachgehen und ihr nicht vorhandenes Liebesleben im Alltag völlig ignorieren. Doch ihre Familie liebt sie und zwingt sie, sich mit ihrer Situation auseinanderzusetzen", erklärt Suzanne Todd. "Dadurch bekommen ihre Date-Probleme eine ganz neue Qualität." "Die große irischstämmige Familie ist sich sehr nah.

Alle meinen zu wissen, was den anderen gut tut, und sie halten damit auch überhaupt nicht hinter dem Berg. Im Moment finden sie, dass Sarah zu viel Trübsal bläst - sie soll öfter unter Menschen gehen und sich einen neuen Mann suchen", sagt Lane. Sie beschreibt Sarah als eine Frau, die einstecken mußste und ihre Illusionen weitgehend, aber ihren Optimismus nicht ganz verloren hat.

Lane kann eine Menge bemerkenswerter dramatischer Rollen vorweisen, zum Beispiel "A Walk on the Moon" (A Walk on the Moon), "The Perfect Storm" (Der Sturm), "My Dog Skip" (Skip), ihre Emmy-Nominierung für den Auftritt in "Lonesome Dove" (Once Upon a Time; auch: Der Ruf des Adlers) und zuletzt die mitreißende Darstellung einer untreuen Ehefrau in "Unfaithful" (Untreu), die ihr Nominierungen für den Oscar und den Golden Globe einbrachte. 2003 glänzte Lane in der Liebeskomödie "Under the Tuscan Sun" (Unter der Sonne der Toskana). Sie freut sich sehr, wieder einmal in einem Genre aufzutreten, in dem sie sich den Zuschauern mit ihrem Humor präsentieren kann.

"Dianes Gespür für Komik passt perfekt zu der Sarah in Garys witzigem Skript über eine moderne Frau, die sich nach Liebe und einem Gefährten sehnt, obwohl beides sehr schwer zu finden ist", sagt Jennifer Todd. "Sie hat ein präzises Timing, und wenn Sarah spricht, hört man unterschwellig ihren Minderwertigkeitskomplex heraus."

"Sarah ist im Grunde ganz in Ordnung", sagt Lane. "Sie war bereit, ihre Ehe fortzuführen, obwohl das Feuer erloschen war. Und sie ist wirklich überrascht, als dann ihr Mann ausbricht. In Wahrheit hat sie die große Liebe ihres Lebens nie gefunden. Man mußs ihr die akute Depression nachsehen - wenn sie keinen Beruf hätte, würde sie wahrscheinlich einen Monat lang im Bett bleiben. Aber entscheidend ist, dass sie sich immer noch auf neue Möglichkeiten einlässt. Sie will einen neuen Versuch starten." Man mußs ihr nur ein wenig unter die Arme greifen ...

"Partner-Shopping?" - "Stell dir vor, du kaufst dir eine Hose? in diesem Fall steckt eben ein Mann drin."

Es dauert nicht lange, da sind die Schwestern Carol und Christine nicht mehr damit zufrieden, Sarahs Liebesleben zu analysieren - sie bringen die Sache richtig ins Rollen. Sie melden sich unter Sarahs Namen auf perfectmatch.com an und fügen eine provokante Selbstdarstellung sowie ihr Schulabgangsfoto hinzu - mit Robe und Doktorhut. (Zu ihrer Verteidigung führen die beiden an, dass es kein späteres Foto von Sarah gibt, auf dem nicht auch ihr Ex-Mann abgebildet ist.)

Auf die Frage, wie sie reagieren würde, falls jemand das mit ihr machte, sagt Jennifer Todd unmissverständlich: "Das wäre ein Albtraum!" Doch dann gesteht sie, dass Suzanne und sie tatsächlich einmal die Daten einer Freundin an eine Internet-Partnervermittlung geschickt haben - mit folgender Einschränkung: "Wir haben ihr aber gesagt, was wir da machen. Heutzutage ist das gar nicht so verrückt, wie es scheint."

Und Suzanne fügt hinzu: "Romantisch wirkt das nicht gerade, aber was spielt das für eine Rolle, wenn es klappt und man tatsächlich den Richtigen findet? Wenn man sich klar macht, wie viele Menschen ihre Partner über das Internet kennen gelernt und dann geheiratet haben, dann ist das nur kurzfristig wenig romantisch, aber auf lange Sicht durchaus."

Bei der Vorbereitung des Films suchte Goldberg Rat bei der berühmten Beziehungsstrategin Susan Page, Autorin von "If I'm So Wonderful Why Am I Still Single?" (Ich finde mich so toll - warum bin ich noch Single?), um zu erfahren, was ein Single nach der Scheidung realistischerweise erwarten kann. "Susan vergleicht die Menschen, die sich heute in Amerika verlieben möchten, mit jenen Menschen, die während der Depression in den 30er-Jahren auf Arbeitssuche waren", sagt er.

"Die traditionelle Art, sich kennen zu lernen, verschwindet zusehends. Die Gemeinschaft von früher gibt es nicht mehr. Stattdessen formiert sich eine völlig neue Internet-Gemeinde, aber diese Welt ist vielen von uns noch sehr fremd. Als ob Sarah auf einem großen Ball die Tanzschritte nicht kennt." Den Filmemachern war klar, dass eine heutige Geschichte über Dates ohne das Internet nicht auskommt.

"Das Netz dominiert inzwischen alles", sagt Goldberg, der dem Internet-Element in der Kinofassung von "Must Love Dogs" einen wichtigen Platz einräumte, während die Heldin in Cooks Roman noch auf die Kontaktanzeigen einer Zeitung reagierte. "Internet-Dates haben viele faszinierende Aspekte", sagt Suzanne Todd. "Man kann seine Auswahl leicht einschränken in Bezug auf Alter, Größe, Interessen, Religion - praktisch in allen Bereichen. Trotzdem weiß ich vorher nie, ob es zwischen dem Kandidaten und mir funkt, nur weil er auf dem Foto gut aussieht."

Und Goldberg fügt hinzu: "In der Cyber-Welt fällt das Schummeln leichter", wobei er aber zugibt, dass man sich in Liebeshändeln immer schon gern etwas vorgemacht hat. Im Grunde hat sich also gar nichts verändert. Täuschung bleibt Täuschung. Andererseits gibt es nach wie vor ungeschliffene Diamanten, die nur entdeckt werden wollen. Ob über Zeitungsanzeigen, den superschnellen Computer oder eine lieb gemeinte Verkupplung durch den Cousin vom Nachbarn des Zahnarztes deiner Tante.

Die Regeln, Erfolgschancen und mögliche Fettnäpfchen der liebeshungrigen Singles sind letztlich seit den Tagen, als Oma auf dem Gemeindeball debütierte, gleich geblieben. Auf die Wachsamkeit kommt es an. Und auf den Sinn für Humor. Elizabeth Perkins ("The Flintstones", "Cats & Dogs", "Finding Nemo"/Findet Nemo) übernimmt die Rolle der Carol.

Sie beschreibt eine typische Albtraumsituation: "Im Chatroom trifft man online einen Typen, der sich als 1,88 m groß, dunkel, blauäugig und sportlich beschreibt. Dann betritt man den Coffee Shop, den verabredeten Treffpunkt, und glaubt sich in der Adresse geirrt zu haben, denn in dem gesamten Lokal gibt es niemanden, der auch nur annähernd dieser Beschreibung entspricht. Wäre doch komisch, oder?"

"Must Love Dogs" spielt dieses Konzept durch, mit irrwitzigen und - so schrecklich sie sind - dennoch plausiblen Konsequenzen, bei denen jedem Vater, jeder Tochter und jedem Familientherapeuten die Haare zu Berge stehen würden. Sarah kennt sich mit dem Verfahren noch nicht aus, als sie auf eine Anzeige antwortet, in der sich ein Mann als "junger 50er" beschreibt. Im verabredeten Café findet sie dann ihren eigenen 71-jährigen Vater vor, der die Anzeige aufgegeben hat.

Der liebe alte Dad tut ganz unschuldig und behauptet, dass er "im Grunde meiner Seele" erst 50 Jahre alt ist - "der Rest ist Poesie". Ganz ähnlich reagiert Carol, als Sarah ihr die Wahl der Adjektive in der Beschreibung für ihr eigenes Web-Profil vorwirft, vor allem "üppig" und "sinnlich", von dem Umstand ganz zu schweigen, dass sie überhaupt keinen Hund besitzt. Die große Schwester behauptet einfach, dass die Vorschriften der Werbung, ausschließlich die Wahrheit zu sagen, in diesem Fall nicht anwendbar seien.

In den Kontaktanzeigen gehe es einfach nur darum, Interesse zu erregen und Dates zu verabreden. Die Details kann man dann später regeln. Diese dynamische Auffassung wird von Dolly geteilt: Sie gehört zu Bills Internet-Bekanntschaften und wird gespielt von der Oscar-Kandidatin Stockard Channing ("Six Degrees of Separation"/Das Leben - ein Sechser-Pack; "Practical Magic"/Zauberhafte Schwestern).

Die spritzige Dolly hat viele Interessen und bekommt Kontakte durch ein Dutzend verschiedener Internetprofile, mit denen sie ganz unterschiedliche Persönlichkeiten durchprobiert. "Einmal verkleidet sie sich als Rodeo-Girl mit Fransenjacke und Cowboy-Hut, ein anderes Mal steht sie auf Champagner und Kaviar", sagt Jennifer Todd. "Sie handelt gemäß der Einstellung: Je mehr du dich zur Schau stellst, desto größer sind deine Chancen." Außerdem: Wie soll man denn wissen, ob man Fallschirmspringen, Rodeos oder die Oper mag, wenn man das noch nie ausprobiert hat?

So beginnt Sarahs irrwitzige Odyssee erster Dates, die sie später so beschreiben könnte: der Armdrücker, der Handschellenexperte, der Mann, der seine 14-jährige Tochter mitbrachte, und der hemmungslose Schluchzer - ganz zu schweigen von dem Typen, der den Hinweis "mußs Hunde mögen" wörtlich nahm und ihr per Voicemail einen Heuler schickte. Zweimal. Oder der Trottel, der beim Essen mit der Tür ins Haus fiel und sagte: "Ich hätte nicht gedacht, dass Sie so alt sind."

"Unglaublich, wie dumm manche Typen sind", sagt Goldberg und erzählt, die Szene mit dem Satz "Ich hätte nicht gedacht, dass Sie so alt sind" sei einer Freundin tatsächlich passiert. Dasselbe gilt für den Märchenprinzen, der seine missmutige Tochter mitbrachte. Tatsächlich sind fast alle Dates, die Sarah erlebt, dem Leben abgelauscht: Die Filmemacher sammelten Stories ihrer Freunde und kramten auch in ihren eigenen Erinnerungen. "Man staunt immer wieder, wie unmöglich sich die Leute aufführen."

"Mancher wird annehmen, dass wir die Szenen komisch übertreiben, aber in Wahrheit erlauben wir uns gar keine Freiheiten, so etwas passiert wirklich", bestätigt Jennifer Todd. "Sie hätten miterleben sollen, welche Horrorstories wir zu hören bekamen, als sich herumsprach, dass wir diesen Film machen."

In der bunt zusammengewürfelten Kandidaten-Parade fällt der Individualist Jake Anderson besonders auf. Die Rolle übernimmt der vielseitig begabte John Cusack, der in ernsten wie in komischen Rollen überzeugt, was er in Filmen wie "Being John Malkovich" (Being John Malkovich), "Pushing Tin" (Turbulenzen - und andere Katastrophen), "The Grifters" (Grifters), "Bullets Over Broadway" (Bullets Over Broadway), "The Thin Red Line" (Der schmale Grat), "Midnight in the Garden of Good and Evil" (Midnight in the Garden of Good and Evil) beweisen konnte.

2000 wurde Schauspieler/Autor Cusack mit "High Fidelity" (High Fidelity) für den Preis der Writers Guild (Gewerkschaft der Autoren), den Golden Globe und den British Academy Award (BAFTA) nominiert. Jake ist wie Sarah seit kurzem geschieden und lebt seine Ängste als freiwilliger Einsiedler aus, indem er sich hinter seinem hämischen Humor verschanzt. Meist verkriecht er sich zu Hause und entwirft hölzerne Rennboote oder schwelgt in seiner liebsten unglücklichen Liebesgeschichte, indem er sich zum zigsten Mal "Dr. Zhivago" (Doktor Schiwago) anschaut.

Wie Sarah wird auch Jake widerstrebend auf den Single-Markt getrieben. In seinem Fall ist es nicht die Familie, sondern sein bester Freund Charlie (Ben Shenkman aus "Angels in America"/Engel in Amerika), der vom russischen Winter und vom griesgrämigen Jake offenkundig die Nase voll hat. Jake weigert sich beharrlich, mit den langbeinigen Blondinen in Charlies Telefonverzeichnis auszugehen.

Deshalb versucht es Charlie andersherum. Ohne Jakes Wissen verabredet er per Internet ein Date zwischen Sarah und Jake im Hundepark - dazu müssen beide Hunde ausleihen, um ihrem Netz-Profil zu entsprechen. Jake erscheint mit dem lebhaften Terrier seines Nachbarn, Sarah führt den imposanten Neufundländer ihres Bruders an der Leine, der auf den Namen Mutter Teresa hört.

Jake ist gebildet, sehr emotional, und er nimmt kein Blatt vor den Mund. Außerdem übertreibt er gern ein wenig. Von Konversation hält er nichts, er will sofort wissen, wer die Frau ihm gegenüber ist, was sie bewegt, was sie beispielsweise über den Sinn des Lebens denkt, und er gibt auch sehr gern seine eigenen Theorien zum Besten. "Das geht natürlich meist nach hinten los", erklärt Goldberg.

"Denn er besteht im unehrlichsten Moment der Menschheitsgeschichte auf absoluter Aufrichtigkeit." Sarah arbeitet sich derzeit erst langsam aus der Talsohle heraus, es fällt ihr immer noch schwer zu entscheiden, ob sie sich für den Abend das Haar hochstecken soll oder nicht. Deshalb mußs ihr so etwas wie eine Beziehung zu Jake viel zu anstrengend vorkommen.

Unterdessen gibt es einen anderen "Vielleicht"-Kandidaten, den sie auf die altmodische Art - persönlich - an ihrem Arbeitsplatz im Kindergarten kennen gelernt hat. Der attraktive, charmante und lockere Bob Connor ist allein erziehender Vater eines ihrer Schützlinge. Diese Rolle übernimmt Dermot Mulroney, der vielseitige Star aus "About Schmidt" (About Schmidt), "My Best Friend's Wedding" (Die Hochzeit meines besten Freundes), Tom DiCillos "Box of Moonlight" (Box of Moonlight) und "Living in Oblivion" (Living in Oblivion) sowie dem mitreißenden Drama "Longtime Companion" (Longtime Companion; 1990).

Seit Wochen flirten Sarah und Bob schüchtern zwischen den Kreidestiften und Kinderbüchern, wenn der liebevolle Dad seinen Sohn abholt. Aber Sarah zögert natürlich, ihre Stellung zu gefährden, indem sie sich mit dem Vater eines ihrer Schützlinge einlässt. Doch ihre Schwestern weisen sie sofort darauf hin, dass sie diesen Grund nur vorschiebt, um kein Risiko eingehen zu müssen. Oder vielleicht erscheint ihr Bob auch als derart perfekter Traummann, dass sie zurückschreckt.

"Natürlich ist Sarah in einer schwierigen Situation, denn sie will keinen Fehler mehr begehen", sagt Jennifer Todd. "Gerade hat sie sich aus dem Graben hervorgearbeitet - da will sie nicht wieder hineinrutschen. Ihr fehlt das Selbstvertrauen, um die richtige Entscheidung zu treffen." "Die einfachsten Ratschläge lassen sich am schwersten umsetzen, zum Beispiel der sinnvolle Tipp, anderen nichts vorzumachen", sagt Goldberg.

"Man mußs eben warten, bis jemand auftaucht, der uns so nimmt, wie wir sind, statt zu raten, welche Werte andere möglicherweise vertreten, um sich dann diesem Vorbild anzupassen. So lange man sich nicht ehrlich klar macht, was man wirklich will und warum, kann man keine richtigen Entscheidungen treffen - man bekommt das Leben nicht in den Griff. Das funktioniert nicht von einem Tag auf den anderen. Versuch macht klug." Und Glück. "Ja, Glück hilft auch. Und nicht zu knapp."

Die Besetzung: Das perfekte Gruppen-Date wird organisiert "Comedy heißt Teamarbeit", weiß Goldberg. "So etwas kann man nicht von oben verordnen." Entsprechend schafft er am Set eine lockere Atmosphäre, die allen Beteiligten erlaubt, sich mit Instinkt und voller Energie einzubringen. "Mit dem besten Witz, der lustigsten Variante kann man Gary immer überzeugen, ob er das genau so geschrieben hat oder nicht", bestätigt Jennifer Todd. "Er reagiert ungeheuer flexibel und ist auch im letzten Moment noch bereit, Änderungen vorzunehmen und etwas Neues auszuprobieren - das ist bei seiner Arbeitsweise mit eingeplant."

In diesem Fall "hängt alles an Diane Lane, weil sie praktisch in jeder Szene auftritt", sagt Goldberg, der Lane ein makelloses Timing und Gespür für Slapstick-Situationen attestiert, aber auch die subtilere Fähigkeit, "sich in eine fast surreale Situation hineinzuspielen und trotzdem mit beiden Beinen auf der Erde zu bleiben. Um komisch zu sein, mußs Diane ihre Persönlichkeit nicht verleugnen und als völlig andere Figur auftreten.

Nicht alle Schauspieler können dieses Mittelfeld bespielen - viele lassen absolut keinen Zweifel daran, dass sie jetzt witzig sein wollen, und dadurch wird der Zuschauer meiner Meinung nach aus der Stimmung herausgerissen. Man lässt das Publikum dann nicht mehr mitarbeiten. Aber Schauspieler wie Diane können ihre Darstellung sehr nuanciert variieren und jede Übertreibung vermeiden, und dann fühlen wir als Zuschauer mit ihnen."

Lane schloss ihre Rolle schon beim ersten Lesen ins Herz - während sie lauthals lachte, spürte sie, wie nah die Story der Wahrheit kommt, besonders für "viele Menschen, die sich ernsthaft um einen Partner bemühen und dabei oft genug sehr frustriert sind. Tatsächlich suchen mehr Frauen nach einem Partner, als Männer verfügbar sind. Viele Frauen und Männer probieren also erstmals Vermittlungsinstitute aus. Diese Situation können sich die Zuschauer durchaus vorstellen."

Ihr gefiel auch die Umkehr der traditionellen Geschlechterrollen in Sarahs und Jakes gemeinsamen Szenen: "Jake sucht von Anfang an etwas ganz Besonderes. Er will ganz offensichtlich keine Zeit mit einer Kandidatin verlieren, die nicht so empfindet wie er. Sarah will sich dagegen zunächst einmal umschauen und die Sache etwas lockerer angehen. Durch diesen Mann mit seinen Ansichten und dem unkonventionellen Vorgehen ergibt sich eine interessante, originelle Dynamik."

Tatsächlich sucht Jake eine ganz besondere Frau, die mehr sein mußs als nur einfach verfügbar. "Falls er es überhaupt noch einmal versucht, verlangt er eine Romanze von epischen Ausmaßen", sagt John Cusack. Er spielt einen Schiffskonstrukteur mit Neigung zur klassischen Romantik. "Er begreift durchaus, dass Höhen und Tiefen unabdingbar sind, er ist auf süße Liebespein gefasst, also wirklich ein leidenschaftlicher Mensch."

Was würden wir auch anderes von einem Typen erwarten, dessen emotionales Vorbild Dr. Schiwago ist. Obwohl es die Rolle des Jake Anderson auf dem Papier bereits gab, als Cusack seinen Vertrag unterschrieb, holte Goldberg den Schauspieler, der sich auch als Drehbuchautor profiliert hat ("Grosse Pointe Blank"/Ein Mann - ein Mord; und der für den BAFTA und vom Autorenverband nominierte "High Fidelity") gern ins Team, um die Figur zu überarbeiten und sie "zu einem genauer definierten und interessanteren Mann auszugestalten, als ich mir vorstellen konnte."

Über die ersten Gespräche erzählt der Regisseur: "John analysierte die Figur sehr eingehend, und ich forderte ihn auf: ,Schreib das doch mal auf, ich schreibe auch was, und dann setzen wir uns zusammen und gehen das duch.' Am Anfang wusste er nicht so recht, aber dann entfuhr es mir: ,Also, von den 400 Ideen, die du mir innerhalb der letzten acht Minuten angeboten hast, gefallen mir vor allem Nr. 17, 21, 43?' und so weiter. Er hat sich energisch für die Sache engagiert."

Cusack weist auf eine weitere Rollenumkehrung in der sich entwickelnden Beziehung zwischen Jake und Sarah hin: "Üblicherweise mußs ich mich um das Mädchen bemühen. Aber in diesem Fall wird die Geschichte aus Sarahs Sicht erzählt. Durch ihre Anzeige übernimmt sie die Initiative. Sie möchte ihren potenziellen Partner aktiv kennen lernen, während Jake darauf reagiert."

Cusack war schon als Teenager Schauspieler - er vergleicht erste Dates mit Casting-Terminen und erinnert sich ironisch an "Albtraumszenen", in denen "manchmal eben alles schief geht. Man trifft sich, gibt sein Innerstes preis, und dann wird man angestarrt, als ob man alles falsch gemacht hat."

Am anderen Ende des Date-Spektrums steht Sarahs neuer Verehrer Bob Connor, den Dermot Mulroney mit gelassener Selbstsicherheit spielt, der man anmerkt, dass Bob sich nie über einen guten ersten Eindruck Gedanken macht. Bei ihm hat das immer geklappt. Bob ist ein wirklich wunderbarer Vater, was Mulroney auch zugibt, allerdings mit der Einschränkung, dass Bobs väterliches Engagement "den zusätzlichen Vorteil hat, dass Frauen ihn für sehr sensibel halten".

Was natürlich auf dem Date-Markt ein großes Plus ist. Bob weiß das geschickt einzusetzen, weil es ihm überhaupt nicht schwer fällt. "Er trifft Sarah in der Vorschule, wo sie seinen Sohn unterrichtet. Sie ist also die Erwachsene, die Kinder betreut, aber Bob spürt, dass sie eigentlich selbst umsorgt werden möchte", lacht Mulroney. "Denn Bob ist doch ein lieber Mensch. Er spielt seine Rolle."

Bobs frecher Sohn Austin (gespielt von Bobby Coleman) erklärt, dass sein Vater verfügbar ist, indem er in der Gruppe erzählt, was er bestimmt von seiner Mutter gehört hat: "Dad mag andere Frauen" - bei vorsichtigen Frauen sollte in diesem Moment die rote Ampel aufleuchten. Andererseits könnte es sich dabei um eine verbitterte und unberechtigte Kritik handeln, weil der Mann eben noch nicht die Richtige gefunden hat.

"Bob passt ganz offensichtlich zu Sarah", stellt Goldberg fest. "Er sieht gut aus, ist charmant, versteht sich auszudrücken, nimmt seine Vaterrolle ernst. Er wirkt also wie der Traummann" - und zwar so offensichtlich, dass Sarah sich anfangs fragt, ob das nicht irgendwie doch zu einfach ist. Aber wenn etwas stimmt, sollte es dann nicht ganz einfach funktionieren?

Aus Sarahs Sicht sagt Jennifer Todd: "Sie kann sich in seine Lage versetzen: Seine Ehe ist kürzlich gescheitert. Jetzt mußs er sich neu in der Welt orientieren. Er befindet sich also in derselben Situation wie sie. Für Dermot ist das eine saftige Rolle, denn er spielt eine Figur, die im Lauf der Handlung sehr unterschiedliche Seiten von sich preisgibt."

"Eine erwachsene Liebesgeschichte finde ich sehr erfrischend", sagt Mulroney, der seine Karriere in der Brat-Pack-Ära mit "Young Guns" (Young Guns) begann und inzwischen in einer ganzen Bandbreite bedeutender Filme aufgetreten ist, vom berühmten "Longtime Companion" über "Living in Oblivion" und den für den Emmy nominierten "Bastard Out of Carolina" (Schutzlos - Schatten über Carolina) auf Showtime bis zur romantischen Komödie "My Best Friend's Wedding" (Die Hochzeit meines besten Freundes).

"Das Drehbuch ist hervorragend geschrieben, der Humor echt. Ich habe also das Gefühl, dass ich mich nicht dabei erwischen lassen sollte, es noch lustiger machen zu wollen. Ich gehe in Deckung und versuche mich aus dem Schlamassel herauszuhalten." Mulroney ist seit über zehn Jahren mit der Schauspielerin Catherine Keener verheiratet, die beiden haben einen kleinen Sohn. Auf die Frage, ob er jemals einen Hund benutzt hat, um Frauen auf sich aufmerksam zu machen, lacht er: "Na ja, sagen wir mal: eher nicht. Ja, dabei belassen wir es lieber."

Goldberg und Elizabeth Perkins waren sich völlig darüber einig, welche Aufgabe Sarahs Schwester Carol im "Must Love Dogs"-Ensemble übernimmt. "Als wir eine Schauspielerin für die Rolle suchten, fragte ich mich ständig laut: ,Gibt es denn keine Eve Arden mehr? Keine Ann Sothern?'" sagt Goldberg in Bezug auf jene legendären Schauspielerinnen, die grundsätzlich in wichtigen Nebenrollen auftraten, mit scharfzüngigen Dialogen glänzten und den Figuren Gehalt und unnachahmliches Flair verliehen.

"Als wir dann glücklicherweise Elizabeth gefunden hatten, fragte sie eines Tages zufällig beim Dreh, ohne dass sie meine Bemerkungen je gehört hätte: ,Weißt du, an wen mich Carol erinnert? Eve Arden.'" "Elizabeth ist als nette, aber ätzende große Schwester einfach zum Schreien", sagt Suzanne Todd. "Sie peppt die klassische große Schwester für unsere Gegenwart auf - intrigant, besserwisserisch, dominant.

Man weiß genau, dass sie jeden umbringen würde, der Sarah etwas antut. Jennifer und ich begeistern uns besonders für die Beziehung zwischen Sarah und Carol, weil sie uns so ähnlich sind. Eine Schwester ist immer der größte Fan und die übelste Kritikerin. Es ist wunderbar, dass es einen Menschen gibt, der mir immer die absolute Wahrheit sagt, mich bedingungslos liebt und alles tun würde, damit ich glücklich werde."

Doch Carol nimmt sich mit Sarahs Internet-Profil einige Freiheiten heraus. "Für Carol bedeutet Sarahs Glück, dass die Schwester auf dieselbe Art glücklich werden soll, wie sie selbst glücklich wurde, was aber nicht unbedingt Sarahs Wünschen entspricht", gibt Perkins zu.

"Was aber letztlich egal ist, weil Carol für jede Situation ihre eigene Lösung parat hat. Sie weiß genau, was jedermann tun sollte, und hält sich mit diesen Ratschlägen auch nicht zurück. Möglicherweise ist da auch ein wenig Eifersucht im Spiel, denn Carol ist verheiratet, hat Kinder und lebt durch das neue Liebesleben ihrer Schwester vielleicht ihre eigenen Wunschträume aus - aber das würde sie natürlich nie zugeben."

Privat ist Perkins die jüngste von drei Schwestern. Die Darstellung der ältesten Schwester macht ihr besonders Spaß, "weil ich damit erstmals meine Träume ausleben kann und endlich auch mal bestimmen darf - das finde ich echt toll. Außerdem bekomme ich etliche der besten Sprüche, weil Carol immer das letzte Wort haben mußs." "Die Rolle ist ihr auf den Leib geschrieben. Auch privat weiß Elizabeth es immer besser", behauptet Lane augenzwinkernd.

In Wahrheit sind die beiden seit vielen Jahren eng befreundet. Gemeinsam traten sie in dem Spielfilm "Indian Summer" (Indian Summer - Eine wilde Woche unter Freunden) und in Griffin Dunnes neuem Drama "Fierce People" auf. Diane Lane selbst ist Einzelkind - über Perkins sagt sie: "Ich könnte mir keine bessere Schwester vorstellen, und dieses Verhältnis macht unsere Rollen umso interessanter."

Ganz im Sinne von Mulroney und den anderen Kollegen sagt Perkins: "Es ist wunderbar, auch mal ein Skript zu lesen, in dem die Leute nicht ständig ausrutschen und die Treppe hinunter fallen - hier handelt es sich um eine intelligente Beziehungskomödie." Obwohl es in erster Linie um Sarahs Liebesleben geht, müssen sich die Schwestern langsam auch mit einer anderen möglichen Beziehung arrangieren, die sich an der Peripherie ihres Familienkreises anzubahnen scheint: Die temperamentvolle Dolly hat bereits drei Ehen hinter sich und rangiert in der Internet-Partnervermittlung unter den Kandidatinnen um die Gunst ihres verwitweten Vaters immer deutlicher an erster Stelle.

"Dolly hat eine unbändige Lebenslust", sagt der gefeierte Bühnen-, Film- und Fernsehstar Stockard Channing. 1993 war sie mit "Das Leben - ein Sechserpack" für den Oscar nominiert. "Manchmal wirkt sie etwas albern und eingebildet in ihren schrillen Outfits, aber im Grunde ist sie eine lebenskluge und hilfsbereite Seele, die die Liebe und die Menschen realistisch einschätzt." Channing war bereit elfmal für den Emmy nominiert und gewann den Preis 2002 gleich zweimal, für "The Matthew Shepard Story" und als First Lady Abigail Bartlet in der Serie "The West Wing", in der sie seit 1999 mitwirkt.

Die Rolle der Dolly gefiel ihr unter anderem, weil sie einen großen Kontrast zu ihrer sehr ernsten Rolle als First Lady bietet. "Ich mag die gute alte Abigail sehr", sagt sie. "Aber ich bin von Haus aus Komikerin. Die First Lady spiele ich jetzt schon so lange, dass mir die Blödeleien fehlen. Dolly hat eindeutig ihre alberne Seite. Sie will das Leben einfach genießen."

"Stockard wirkt als Dolly einfach unwiderstehlich", sagt Goldberg. "Dolly ist eine Art Hansdampf in allen Gassen - was Stockard ganz offensichtlich viel Spaß macht. Aber sie bleibt dabei immer konzentriert, und man spürt deutlich, dass diese Frau eine Menge Lebenserfahrung hat."

Unglücklicherweise hat Dollys lockerer Umgang mit dem Cyber-Dating auch seine Schattenseiten: Weil sie auf einem Dutzend Websites die unterschiedlichsten Profile veröffentlicht hat, sorgt ihr reichlich lockerer Umgang mit den Tatsachen für Verwirrung und beschert ihr einen klassischen Harold-und-Maude-Moment, denn einer ihrer regelmäßigen E-Mail-Partner entpuppt sich als 15-jähriger Junge, der Dolly für einen Teenager halten mußste. Damit nicht genug: Als er spontan persönlich auftaucht und die Wahrheit erfährt, lässt er sich davon keineswegs entmutigen.

So behutsam, wie sie mit ihrem Möchtergern-Romeo umgeht, akzeptiert Dolly auch die Tatsache, dass der ihr sehr ans Herz gewachsene Bill sich derzeit nicht binden will - vielleicht niemals. "Sie weiß, dass er leidet, versteht ihn nur zu gut. Sie begreift, dass seine verstorbene Frau seine große Liebe war - er will sie gar nicht ersetzen", berichtet Channing.

"Sie erkennt in ihm den wahren Menschen, betrachtet ihn nicht als den attraktiven Witwer, den man sich ,angelt'. Entsprechend lässt sie sich einiges von ihm gefallen - er lädt zum Beispiel gleich drei Frauen zum Thanksgiving-Essen ein und erwartet, dass sie nebeneinander sitzen. Dolly will das aussitzen, weil sie findet, dass er das wert ist." Dem würde Bill sicher zustimmen - mit spitzbübischem Grinsen und einem passenden philosophischen Reim.

Der legendäre, renommierte Schauspieler Christopher Plummer stellt Bill dar als einen Menschen voller Energie und Lebenslust. Generationen von Kinofans schätzen ihn als Patriarch einer anderen Leinwand-Familie, den von Trapps aus "The Sound of Music" (Meine Lieder - meine Träume).

Seit 50 Jahren profiliert sich Plummer in allen Schauspielsparten - Highlights seiner Karriere sind "The Man Who Would Be King" (Der Mann, der König sein wollte), "Somewhere in Time" (Ein tödlicher Traum), seine Emmy-preisgekrönte Leistung in Arthur Haileys "The Moneychangers" (Die Bankiers), "The Thorn Birds" (Die Dornenvögel), "Dolores Claiborne" (Dolores) und in den letzten Jahren Michael Manns "The Insider" (The Insider) sowie "A Beautiful Mind" (A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn). Sechsmal war er am Broadway für den Tony nominiert, zweimal gewann er ihn - als "Cyrano" 1974 und 1997 mit der Titelrolle in "Barrymore".

"Bei Bill habe ich mich etwas an meinem Schwiegervater orientiert, einem wirklich charmanten irischen Gentleman, sehr liebevoll und zuvorkommend. Man mußste ihn nur fünf Minuten kennen, und schon hätte man seine halbe Einrichtung geschenkt bekommen", verrät Goldberg. "Und er wusste immer über alles genau Bescheid, auch als er schon in den 80ern war, er hat sich immer dafür interessiert, was in der Welt vorgeht."

Goldberg hat selbst Töchter und erlebt "die Beziehung zwischen Bill und Sarah als bewegend und tiefgründig. Chris bringt phänomenale schauspielerische Fähigkeiten mit, er drückt eine Menge zwischen den Zeilen seiner Dialoge aus, ohne dass ich stundenlang mit ihm darüber diskutieren mußs. Man spürt genau, wie tief er empfindet, wie sehr ihm seine Kleine am Herzen liegt und wie sehr er seine verstorbene Frau geschätzt hat. Noch bevor er es Sarah erklärt, macht er deutlich, dass seine Dates nichts mit ihrer Mutter zu tun haben - natürlich kann niemand sie ersetzen."

Plummer würdigt, wie es dem Autor/Regisseur gelingt, "Kitsch-Fallen zu umgehen, das Ganze locker und mit Biss zu gestalten". Das Drehbuch "bringt alle Geschichten auf den Punkt und löst sie so, dass jedermann zufrieden ist. Mir gefällt vor allem, dass manches auch unserer Fantasie überlassen wird. Man fragt sich zum Beispiel, wie es in Dollys und Bills Situation weitergeht, weil seine wahre Liebe und Treue doch seiner verstorbenen Frau gehören. Wir dürfen uns mit Dolly nicht allzusehr anfreunden, weil wir nicht wissen, wo das hinführt."

Und wie im richtigen Leben weiß sie das natürlich auch nicht. Jennifer Todd spricht für alle Kollegen und das gesamte Team, wenn sie Plummer als "unglaublich charismatisch" bezeichnet. "Durch ihn wirkt Sarahs Vater absolut glaubwürdig. Die beiden gehen ja in etwa parallele Wege, indem sie im Internet einen Partner suchen, aber Unterschiede werden natürlich deutlich. Einmal ergeben sich dadurch viele komische Momente, andererseits rührt uns ihr Schicksal sehr - dank Dianes und Christophers zurückhaltendem Spiel in ihren gemeinsamen Szenen."

Zu den Hauptdarstellern gehören außerdem Ali Hillis ("Kiss Kiss, Bang Bang") als Sarahs intrigante jüngere Schwester Christine mit ihren "hundertprozentig funktionierenden" Dating-Tipps aus dem Magazin Sports Illustrated, und Glenn Howerton ("ER"/Emergency Room) als ihr Bruder Michael.

Julie Gonzalo ("Christmas With the Kranks"/Verrückte Weihnachten) und Brad William Henke ("Nikki") spielen June und Leo, Sarahs hilfsbereite Kollegen im Kindergarten, und Ben Shenkman (mit "Engel in Amerika" wurde er für den Emmy und den Golden Globe nominiert) ist als Jakes zynischer Freund Charlie zu sehen, der zwar in Bezug auf Frauen weder Gespür noch Geschmack hat, aber zumindest Sarahs Internet-Anzeige für Jake aussucht.

Hunde - bedingungslose Liebe Sarah besitzt zwar keinen eigenen Hund, passt aber gern auf Bruder Michaels verspielten Neufundländer namens Mutter Teresa auf und borgt sich das gutmütige Riesen-Wollknäuel für ihr erstes Date mit Jake im Hundepark aus. Im Gegensatz zu den dramatischen Komplikationen und Täuschungen im Umgang der Menschen untereinander zeigt Mutter Teresa nur bedingungslose Zuneigung.

Die riesigen Neufundländer sind als Rasse nicht sehr verbreitet - Cusack beschreibt sie passend als "große, liebenswerte, kuschelige Teddybären". Mutter Teresa wird von zwei Neufundländer-Weibchen dargestellt: Molly und Mabel wurden von dem berühmten Tiertrainer Boone Narr ausgesucht und betreut. Sein Haupttrainer ist Mark Harden, das Team seiner Firma Boone's Animals for Hollywood gilt seit 33 Jahren als Brancheninstitution.

Obwohl sie die Leinwand wahrlich ausfüllen, waren beide Hunde zur Zeit der Dreharbeiten noch sechs Monate alte Welpen mit 36 Kilogramm Lebendgewicht - nur die Hälfte dessen, was sie erwachsen auf die Waage bringen. Traditionell werden die ausgewachsenen Neufundländer als Rettungshunde in der Seefahrt eingesetzt - Weibchen werden etwa 70 Kilo schwer, Männchen 75 Kilo. Hundefreund Goldberg besaß bereits vier Stück und adoptierte auch Molly und Mabel nach Ende der Dreharbeiten sehr gern.

"Der Hund in Claires Roman ist kein Neufundländer, aber ich finde sie einfach toll. Sie sind so gutmütig, ihr Augen so ausdrucksstark." Narr fand zwei Welpen, die sich ähnlich sehen, und begann ihre Ausbildung sechs Monate vor Drehstart. "Bestimmte Schwächen des einen Hundes gleicht der andere aus", erklärt Narr, der aus Erfahrung weiß, dass die Tiere beim Training nach und nach ihre Begabung und Persönlichkeit ganz natürlich zum Ausdruck bringen.

Molly und Mabel müssen nicht nur ihre Markierungen vor der Kamera beachten, sich setzen, aufstehen, ihre Köpfe auf die Pfoten legen, bellen, in bestimmte Richtungen blicken, in einen See springen und aufs Stichwort schwimmen, sondern manchmal müssen sie sich auch auf den Schauspieler konzentrieren, der laut Drehbuch ihr Herrchen/Frauchen ist - das ist wohl ihre schwierigste Aufgabe, denn gleichzeitig müssen sie auf die Anweisungen des Trainers hinter der Kamera reagieren, ohne dass der Zuschauer das merkt.

Was die Trainer bewerkstelligen können, bewiesen sie in der Hundepark-Szene des Films, in der Statisten mit 26 dressierten Hunden unterschiedlicher Rassen auftreten, die verständlicherweise nur mit großen Schwierigkeiten ihre Neugier auf all die neuen Gerüche und Ereignisse in dem öffentlichen Park in Long Beach bezähmen konnten. "Glücklicherweise wollte Gary gerade dieses natürliche, kontrollierte Chaos", sagt Narr. "Das hat also gut geklappt."

Bekanntermaßen ist es unter Profischauspielern nicht gerade beliebt, mit Hunden und Kindern zu arbeiten - Narr bezieht sich darauf, wenn er sagt: "Wie die Schauspieler mit dem Tier umgehen, ob es nur gut dressiert ist oder nicht, kann sich entscheidend auf das Funktionieren der Szene auswirken. Die Kollegen hier haben das toll gemacht.

Sie haben auch ihre Freizeit investiert, um mit uns zu arbeiten, und sie setzen alles daran, die Situation mit den Hunden reibungslos zu gestalten. Diane gibt dem Hund selbst Anweisungen und belohnt ihn, wenn wir nicht schnell genug zur Stelle sind. Sie hat auch nichts dagegen, wenn sie zugeschlabbert wird. Denn es macht ihr nichts aus, sich die Finger schmutzig zu machen."

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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