Transporter - The Mission

Produktionsnotizen

Bereits vor seinem Start in Frankreich im Oktober 2002 hatte THE TRANSPORTER jenseits des Atlantik für Furore gesorgt: Er war bei verschiedenen Filmmärkten hoch gehandelt worden und erfolgreich im Kino gestartet. Das überzeugte Twentieth Century Fox davon, eine Fortsetzung in Angriff zu nehmen.

Regisseur Louis Leterrier kommentiert: "Das Studio hat schnell gemerkt, dass das Publikum auf den Film anspringt. Ich glaube, dass die Hauptfigur die Zuschauer überzeugt hat. THE TRANSPORTER markiert etwas Neues im Action-Film. Wir haben es hier nicht mit einem übermächtigen Helden zu tun, sondern mit einem normalen Mann. Ohne technische Spielereien und ohne Superkräfte ist er eher ein sympathischer Typ, der Fehler macht und der nicht immer die richtige Antwort parat hat, wenn es um ihn herum kracht.

Ich glaube, das Publikum wurde verführt von der Mischung aus Natürlichkeit und der Willenskraft des Protagonisten." In Frankreich hatte der Film einen eher untypischen Erfolg: Die bemerkenswerten Verkaufszahlen der DVD kamen zum hohen Einspielergebnis an der Kinokasse dazu. Auch in Deutschland übertraf die Zahl der verkauften DVDs die Zahl der Kinobesucher.

Louis Leterrier dazu: "Das Publikum hat uns bewiesen, dass der Film etwas Besonderes ist. Es hat nicht nur die Figur angenommen, die Jason Statham verkörpert, sondern es hat auch den Ton des Films geliebt, die Originalität des Helden und sein Verhalten, wenn es drauf ankommt."

Alles in Bewegung halten, ohne etwas preiszugeben Louis Leterrier erklärt: "Trotz des Erfolges war es nicht leicht, TRANSPORTER - THE MISSION auf die Beine zu stellen. Alle, die am ersten Teil beteiligt waren, haben sich in der Zwischenzeit weiterentwickelt und es wurde immer schwieriger, den Zeitplan einzuhalten. Ich hatte Zweifel, dass ich in der vorgesehenen Zeit fertig würde, aber schließlich haben wir es doch hingekriegt und beschlossen, die gleiche Arbeitsteilung wie beim ersten Teil zu praktizieren: Corey Yuen kümmert sich um die Kampfsequenzen, ich mich um den Rest.

Die Fortsetzung hat mich gereizt, weil ich wieder mit Corey, Jason, François Berléand und all den anderen zusammen arbeiten konnte, mit denen wir beim ersten Teil so viel Spaß hatten. Die Fox wollte einen Film, der in den USA spielt, auch das hat die Dinge vorangetrieben. Aus einem kleinen Film war plötzlich eine riesige Produktion geworden, mit anderen Anforderungen z.B. ans Casting und an die Stunts.

Ein ganzer Komplex von Änderungen mußste gemacht werden, es gibt viel aufwändigere Sets und ein vielköpfiges Team. All das entsprach jedoch nicht unbedingt dem speziellen Geist der Geschichte, und deshalb habe ich auch das Drehbuch nochmals überarbeitet, damit es nicht von der Action beherrscht wird. Ich wollte ein Gleichgewicht herstellen." Für den jungen Regisseur war die Wiederaufnahme von THE TRANSPORTER auch die Verwirklichung eines Traums.

Nachdem er UNLEASHED - ENTFESSELT mit Jet Li, Morgan Freeman und Bob Hoskins gedreht hatte, kehrt er damit zu dem Film zurück, mit dem er als Regisseur debütierte. Er erzählt: "Gerade mal drei Jahre liegen zwischen den beiden Filmen, aber in dieser Zeit habe ich viel erlebt. In der Zwischenzeit bin ich Regisseur geworden! Beim ersten Teil mußste ich den Zug zum Laufen bringen und mich erst einmal an alles gewöhnen.

Beim zweiten Teil hatte ich viel konkretere Vorstellungen von dem, was ich wollte und wie ich es erreiche. Budget, Zeitplan und Drehort standen fest. Wir mußsten den Film in nur drei Wochen vorbereiten, ein reiner Wahnsinn! Ich habe UNLEASHED - ENTFESSELT - von dem ich sehr viel halte - abgedreht und mich sofort in das neue Projekt gestürzt. Dazwischen habe ich sogar noch geheiratet.

Ich mußste Standortsuche in Miami betreiben, einem Ort, den ich nicht kannte. Man kann sagen, wir haben den Film während der Dreharbeiten vorbereitet. Zum Glück waren alle hoch motiviert, wir hatten bereits Erfahrungen mit dem ersten Teil gesammelt und UNLEASHED - ENTFESSELT hat mich gelehrt, worauf es wirklich ankommt."

Wiedersehen mit Frank Leterrier fährt fort: "In diesem zweiten TRANSPORTER - Abenteuer gibt es ein Wiedersehen mit Frank, aber er hat sich, anders als Action-Helden das normalerweise tun, weiter entwickelt. Er hat Erfahrungen gemacht, die ihn verändert haben. Seine Grundhaltung ist immer noch sehr menschlich, aber diesmal ist er nicht in eine seiner Missionen verstrickt. Sein Anliegen ist in erster Linie ein humanes.

Um Frank in dem Film richtig zu verstehen, habe ich mir vorgestellt, dass er neu anfangen will, dass er ans andere Ende der Welt nach Miami gegangen ist, weil er hofft, dort als Chauffeur arbeiten zu können. Aber das Schicksal will es anders, und auch wenn er nicht vorhat, sich wieder in irgendwelche zweifelhaften Angelegenheiten zu mischen, steckt er bald bis zum Hals drin, um ein Kind zu retten.

Die Idee, Frank mit einem kleinen Jungen zu konfrontieren, verleiht seiner Figur auch etwas Anrührendes. Unter Lebensgefahr beschützt er Jack, er schlägt sich für ihn. Diesmal geht es nicht um eine seiner Missionen, sondern um Überzeugungen und Empfindungen. Auch die Beziehung, die Frank zu Tarconi hat, der von François Berléand gespielt wird, unterstreicht noch einmal diese menschliche Seite. Das war mir wirklich wichtig.

Sie sind nahe an dem Punkt, dass Tarconi kommt, um seine Ferien bei Frank zu verbringen. Der Polizist weiß, dass sein Kumpel kein Engel ist, aber er weiß auch um dessen Loyalität. Er weiß, dass er in Ordnung ist, keiner von den Bösen. Das Verhalten der Männer untereinander gefällt mir, es ist komisch und rührend zugleich. Sie kennen einander genau und wissen, dass sie sich aufeinander verlassen können."

Der Regisseur fährt fort: "Was er auch tut oder was er auch will, Frank ist immer ein Gefangener seiner selbst. Seine Persönlichkeit und das Leben führen ihn immer wieder zu dem zurück, was er ist: ein Transporter. Ich wollte am Ende dieses Films, ebenso wie im ersten Teil, mit einem Augenzwinkern dazu überleiten, dass er einen Anruf erhält, er solle sich zur Arbeit melden. Er wird nie entkommen!"

International und wichtig: Die Besetzung Louis Leterrier erzählt: "Aufgrund der Erfahrungen bei UNLEASHED - ENTFESSELT wollte ich Jason mit echten Schauspielern umgeben. Sie steuern so viel mehr bei als ein hübsches Gesicht und der Film braucht diese Intensität. Natürlich haben wir sehr hübsche Mädchen dabei, wie Kate Nauta in ihrer ersten Rolle als Lola. Aber der Film zieht seine Kraft vor allem aus den Schauspielern mit ihrer starken Präsenz.

François Berléand ist fantastisch in seiner Rolle. Er hat eine desillusionierte Seite, sehr philosophisch, und gleichzeitig weiß er genau, wo's langgeht. Amber Valletta, die Jacks Mutter spielt, ist dabei, sich als starke Schauspielerin zu etablieren. Es gelingt ihr, natürlich zu erscheinen, mütterlich und als Frau, die in Sorge um ihr Kind ist. Sie kann sowohl zärtlich sein als auch den Behörden Widerstand leisten.

Matthew Modine ist ein großer Schauspieler, der schon immer verstanden hat, seine Figuren realistisch zu gestalten. Er spielt einen Familienvater, der von seiner Arbeit beherrscht wird und gerade in eine leitende Funktion im Kampf gegen die Drogenkartelle eingesetzt wurde. Er ist eine stattliche Erscheinung voll Energie, doch man spürt, dass er von seiner neuen Aufgabe erdrückt wird. Er ist auch eines der unfreiwilligen Glieder in der Kette des Komplotts.

Alessandro Gassman spielt einen gerissenen, mächtigen Schurken. Eigentlich ist er kein typischer Darsteller für eine solche Rolle. Er ist verführerisch, fast sympathisch. Erst seine Taten entlarven ihn als das, was er wirklich ist. Auch die kleineren Rollen habe ich mit Schauspielern besetzt, die hoch motiviert waren, aber nicht unbedingt dem Klischee entsprachen.

Chris David spielt den Bullen und Jason Flemyng verkörpert Dimitri. Abends ist er oft echten Russen auf der Straße gefolgt, um ihre Sprache zu hören und seinen Akzent zu verfeinern. Hunter Clary in der Rolle des Jack ist ein echter Glücksfall. Es ist sein Debüt, er ist noch gänzlich unberührt vom Hollywood-System. An Jacks Seite spielt er ein total süßes, realistisches Kind. Er hat sich wunderbar in das Schauspieler-Ensemble eingefügt.

Für die Lola wollten wir eine Person mit starker weiblicher Präsenz, die aber eher atypisch für die Rolle ist. Luc Besson hat Kate Nauta entdeckt. Sie ist Mannequin und kann gleichzeitig wahnsinnig anziehend und beunruhigend sein. Weil die Schauspieler unübliche Register zogen, hat jeder von ihnen einen neuen Aspekt eingebracht. Sie zusammen agieren zu sehen war sehr inspirierend.

Sie haben sich geholfen und sich gegenseitig unterstützt. Nach mehreren Proben und nachdem wir einige Szenen intensiv besprochen hatten, sah ich, wie Jason und Alessandro sich gegenseitig Tipps gaben, wie man die Figur noch böser bzw. noch freundlicher anlegen könnte."

Action, Stunts und Wirbelstürme Der Regisseur erzählt: "Wir hatten nur 60 Drehtage, 12 Stunden täglich plus vier für die Vorbereitung des nächsten Tages. Während der Woche drehten wir alle Spielszenen mit den Schauspielern. Am Wochenende haben wir uns die Stunt-Sequenzen vorgenommen. Corey drehte die Kampfszenen, während ich die nächsten Takes vorbereitete. Das Ganze bei einer Hitze zum Umfallen und einer erstickenden Luftfeuchtigkeit.

Jason war meistens bei mir, weil es mehr Action- Szenen als Kämpfe gibt. Überflüssig zu erwähnen, dass ich kaum Zeit hatte, meinen großen, klimatisierten Wohnwagen zu nutzen." Er fährt fort: "In Frankreich war ich es gewohnt, mit demselben Stab von Technikern zu arbeiten, die ohne großartige Anweisungen wissen, was zu tun ist,. Bei den Amerikanern war alles viel spezialisierter. Führt in Frankreich eine Person eine bestimmte Arbeit durch, braucht man in Amerika dafür drei!

Wenn ich in Frankreich mehr Licht brauche, weist der Kameramann seinen Techniker an, es aufzustellen und fertig. Dort drüben fragt der Kameramann seinen Chefbeleuchter, der seinen Best Boy zuzieht, der den Wunsch an einen Elektriker weitergibt ... der nimmt seine Leuchte in die Hand und wartet, dass ein Mechaniker das Gestell bringt, das er selbst nicht anfassen darf! Kein Gedanke daran, eine Einstellung nur mit drei Teammitgliedern und einem Schauspieler zu drehen.

Aber der ganze Aufwand beeinträchtigte nicht die Effizienz. Jeder hat ein sehr genau abgegrenztes Arbeitsgebiet und es ist unmöglich, diese Hierarchien zu umgehen. Das ist ihr System, es ist halt anders und man mußs sich daran gewöhnen. Zum Glück ist es mir schnell gelungen, das Eis zu brechen. Danach hat das Team mir vertraut und wunderbar gearbeitet.

Der Zeitplan war extrem eng und das Wetter hat uns nicht gerade das Leben erleichtert. Es gab nie so viele Wirbelstürme in der Region wie zu der Zeit unseres Drehs. Jeden Tag hing neben meinem Monitor eine Karte, auf der das Fortschreiten und die Bewegung der Stürme verzeichnet waren. Zwei haben sich aufs Meer verzogen, aber zwei andere sind mit Windgeschwindigkeiten von 300 km/h über unsere Gegend gefegt! Das ist eine unglaubliche, wirklich Furcht einflößende Erfahrung.

Plötzlich wird es kalt, die Luft bewegt sich nicht mehr und dann bricht die Hölle los! Die Behörden hatten uns evakuiert und in einem winzigen, unterirdischen Hotelbunker in der Nähe des Flughafens einquartiert. Die Palmen bogen sich unter den Windstößen; alles, was nicht festgezurrt war, flog weg. Selbst Lastwagen sind umgekippt. Und wir sahen unseren Drehplan davonfliegen! Wir haben neun Tage verloren.

Als wir im Krankenhaus drehen wollten, war es überfüllt von Opfern des Sturms. Aber diese Unwägbarkeiten haben uns nicht nur Ärger eingebracht. Die Verfolgungsjagd zwischen dem Lamborghini und dem Privatjet konnten wir genauso drehen wie vor dem Sturm geplant, aber als Zugabe, neben dem ganzen unglaublichen Stress, hatten wir einen wolkenverhangenen Hintergrund in einem hinreißenden Schiefergrau, der perfekt zur Situation passte!

Für die Kampfszenen haben wir uns wieder viel einfallen lassen. Corey hat beeindruckende Arbeit geleistet. Er kennt Jasons Potenzial genau und das erlaubt es ihm, es voll einzusetzen und im Idealfall noch zu steigern. Wir haben uns perfekt ergänzt und vertrauen einander vollkommen. Die Erfahrungen, die wir miteinander beim ersten Teil sammeln konnten, haben uns diesmal geholfen, mit den Problemen und Verspätungen fertig zu werden.

Corey hat alle Kampfsequenzen mit einer Ausnahme gefilmt: die mit der Feuerspritze habe ich ohne ihn realisiert. Das war meine erste Kampfszene! Der Drehort Miami hat das Drehbuch nicht entscheidend beeinflusst, aber natürlich die Atmosphäre des Films geprägt. Dort ist alles bunt und flittert. Die Mädchen und die Autos haben alle generalüberholte Fahrwerke! Die Fauna ist nicht so ganz mein Fall.

Aber wenn man sich die Mühe macht und hinter die Klischees und Fassaden der Stadt blickt, entdeckt man sehr interessante kubanische und haitianische Gemeinschaften. Miami war für uns Dekor, ein guter Hintergrund." Louis Leterrier zieht seine Schlussfolgerungen: "Der Dreh dort hat mir den menschlichen und fachlichen Wert der Mannschaft deutlich gemacht und mir ermöglicht, neue Erfahrungen zu sammeln, sowohl bei den spektakulären Szenen als auch in der Schauspielführung.

Nach meinem ersten Film auf amerikanischem Boden bin ich Mitglied der Director's Guild of America geworden, was konkret bedeutet, dass ich endlich das Recht habe, eine Kamera in die Hand zu nehmen wie in Frankreich. Das macht mir Lust, wiederzukommen und warum nicht für einen dritten Teil des TRANSPORTERS? Aber dann würde ich mir etwas mehr Zeit und weniger Wirbelstürme wünschen! Es hat mir gefallen, die amerikanische Arbeitsweise kennen zu lernen, die nicht mit meiner Vorstellung vom Charakter des Films kollidiert ist.

TRANSPORTER - THE MISSION ist ein Genrefilm, gespickt mit Action und Stunts und ich bin sicher, dass er sein Publikum gut unterhalten wird. Aber ich hoffe auch, dass es überrascht und überzeugt wird von der menschlichen Seite des Films, die sich in den Figuren zeigt. Ich wünsche mir, dass Jason neue Fans gewinnt und hoffe, dass die, die ihn bereits lieben, sich freuen, ihn wieder zu sehen!"

Jason Statham über Frank Frank ist eine Figur, die besonders wichtig für mich geworden ist. THE TRANSPORTER hat meine Karriere mehr geprägt als irgendein anderer Film. Es war meine erste Hauptrolle und Frank ist als Action-Held ein anderes Kaliber. Obwohl er nicht sehr geübt darin ist, seine Emotionen auszudrücken, steckt er doch voll davon! Einige sagen, dass er mir ähnlich sei. Dieser erste Film bleibt eine starke Erinnerung für mich.

Außerdem markiert er mein erstes Zusammentreffen mit Luc Besson und Louis Leterrier, mit denen die Zusammenarbeit hervorragend war. Durch sie habe ich eine andere Art des Geschichtenerzählens entdeckt, ein konstruktives Arbeiten, und dann drehten wir auch noch im Süden Frankreichs! In dieser herrlichen Umgebung zu spielen, in Nizza, Cannes und an der Cote d'Azur, wo sie am schönsten ist, war wirklich ein Erlebnis.

Manchmal hat man bei Filmen, an denen man mitgewirkt hat, ein sehr gutes Gefühl, aber sie kommen beim Publikum nicht an. Mit THE TRANSPORTER hatten wir dieses Problem wirklich nicht. Schon während der Dreharbeiten haben wir gespürt, dass ein erfrischender, rhythmisch gegliederter Film entsteht, aber diese Reaktion des Publikums hatten wir nicht erwartet. Überall sagten mir die Leute, dass sie ihn lieben, was weiß Gott nicht immer der Fall ist.

Die Zuschauer scheint ein besonderes Band mit dem Helden zu verbinden. Man sagt, sie empfinden beinahe mehr Mitgefühl als Bewunderung für ihn. Das gefällt mir. Ich war erstaunt, mit wie viel Wohlwollen der Film in der ganzen Welt aufgenommen wurde. Als Luc mich fragte, ob ich einen zweiten Teil drehen würde, war ich folglich gleich mit von der Partie. Ich freute mich darauf, die Kollegen und das Team wiederzutreffen. Aus Gründen der Co-Produktion sollte der Film in den USA entstehen.

Zum Glück konnten wir dort mit derselben Mannschaft arbeiten. Der Erfolg des ersten Teils machte es möglich, dass wir über mehr Mittel verfügen konnten. Alles war vervielfacht worden und das Problem bestand darin, darüber nicht den besonderen Ton des Films aus den Augen zu verlieren. Aber als ich das Drehbuch las, war ich was diesen Teil angeht, beruhigt. Es enthielt genau die einzigartige Mischung aus spektakulärer Action und zutiefst menschlichen Gefühlen, die jeden anspricht.

In unserer Geschichte will Frank seine dubiosen Jobs an den Nagel hängen und eine normale Arbeit finden, aber es scheint, dass das Schicksal ihn unerbittlich in Situationen zwingt, wo er mit dem Schlimmsten konfrontiert wird. Dieses Mal kämpft er wegen eines Kindes. Dieser Umstand legt andere Facetten seiner Persönlichkeit bloß, ohne etwas von seiner Entschlossenheit zurückzunehmen.

Diese Szenen habe ich sehr gern gespielt, ich finde es spannend, die Zartheit herauszustellen, wenn alles um uns herum lostobt. Mir gefiel auch die Entwicklung in der Beziehung zwischen Frank und Tarconi, den François Berléand spielt. Er hat einen unglaublichen Sinn für Humor, und wieder mit ihm zu arbeiten war ein großes Vergnügen.

Die Bandbreite der darstellerischen Möglichkeiten ist in diesem Film größer als beim ersten Teil. Einerseits gibt es viele komische Szenen mit hohem Einsatz - es geht um familiäre Fragen, ums Überleben, um Unschuld - und andererseits, eng damit verbunden, viele Action- und Kampfsequenzen. Die Dreharbeiten waren ein Wechselbad der Gefühle und Empfindungen. An einem Tag spielte ich mit Amber Valletta, die eine beunruhigte Mutter darstellt, und am nächsten Tag war ich dem apokalyptischen Kugelhagel einer Gang ausgeliefert!

Das war ein Wechsel von größter Intimität zur blanken Action, manchmal in einer einzigen Szene! Einen Bus auf Jet-Ski zu verfolgen, Traumwagen durch die Sonne steuern und an unglaublichen Schauplätzen mit ungewöhnlichen Waffen kämpfen, das alles war spannend! Der Kampf im Flugzeug gegen den Schurken, den Alessandro Gassman spielt, wird mir immer in Erinnerung bleiben. Wir kämpften Mann gegen Mann, in einem Bereich der Führerkabine, die sich um sich selbst drehte.

Es war sehr schwer, dabei die Choreographie einzuhalten, weil wir nie wussten, ob wir uns gerade am Boden oder in der Luft in diesem trudelnden Flugzeug befanden. Am Ende strömten Tonnen von Wasser über uns! Der Dreh in Miami war sehr intensiv. Der Zeitplan war von vornherein gedrängt, aber wir hatten nicht mit dem Wirbelsturm gerechnet, der über die Stadt brauste. Wir haben Tage verloren und standen dabei ständig unter Stress.

Nur dem Umstand, dass wir schon den ersten Film zusammen gestemmt hatten, haben wir es zu verdanken, dass wir durchgehalten haben. Eine von Leterriers besten Eigenschaften ist es, nie die Ruhe zu verlieren. Immer wenn er Entscheidungen treffen mußste, vor neuen, unmöglichen Situationen stand, hat er seine innere Ruhe auf das ganze Team übertragen. Ein bewundernswerter Mann, der weiß, was er will.

Als Engländer habe ich etwas die Stimmung vermisst, die an einem europäischen Set herrscht, vor allem an einem französischen. In Amerika geht es weniger familiär zu, alles ist offizieller, hierarchischer. Die Höhe der Mittel erleichtert nicht die Arbeit, aber sie verleiht dem Film seine Opulenz. Ich bin froh, dass es uns bei all den Zwängen - wie Wettervorhersage und Zeitplan - gelungen ist, dem Geist der Figur treu zu bleiben.

Ich glaube, das Potenzial von Frank ist noch lange nicht ausgeschöpft. In TRANSPORTER - THE MISSION erfahren wir mehr über ihn, über seine Fähigkeiten und seine Charaktereigenschaften, aber es bleibt noch viel zu entdecken. Die Rolle entwickelt sich weiter, sie entfaltet sich und begnügt sich nicht damit, Heldentaten zu vollbringen.

Ich habe alle Action- und Kampfszenen selbst ausgeführt, aber paradoxerweise waren das nicht die schwierigsten Sequenzen für mich. Wenn Sie den Film genau anschauen, sehen Sie, dass ich unheimlich oft renne - wenn Sie das im Kostüm tun, das ja auch tadellos bleiben soll, bei über 30 Grad und 80% Luftfeuchtigkeit in Miami, können Sie sich vielleicht vorstellen, wovon ich spreche.

François Berléand über Tarconi THE TRANSPORTER war eine sehr gute Erfahrung für mich, vor allem in menschlicher Hinsicht, durch die Arbeit mit Louis und dem ganzen Team. Außerdem habe ich in dem Film eine andere Rolle gespielt als sonst üblicherweise. Mir ist etwas Lustiges zugestoßen, das mir die Bedeutung des Films klargemacht hat.

Ich war unterwegs in Südafrika, wo mich keiner kennt, und auf dem Flug von Johannesburg zum Kap, beugt sich der Steward zu mir herunter und sagt: "Sie sind Schauspieler -THE TRANSPORTER!" Alle, die an dem Film mitgewirkt haben, haben erfahren, dass die Menschen überall auf der Welt den Film mochten! Am Vorabend der Premiere von THE TRANSPORTER wussten wir bereits, dass er in den USA sehr gut angelaufen war, und ohne überhaupt die Einspielergebnisse in Frankreich abzuwarten, sprach man schon mit mir über eine mögliche Fortsetzung.

Auch wenn es schwierig für mich war, auf Englisch zu drehen, habe ich sofort zugesagt! Diese etwas verschrobene Rolle habe ich sehr gern wieder aufgenommen. Dieses Mal wird Tarconi von den Ereignissen völlig überrollt. Er will in Miami ein paar Tage Urlaub machen und wird von einer Elitetruppe in Empfang genommen und in ein Polizeirevier geschleppt, das zehnmal größer ist als die, die er kennt. Sein Verhältnis zu Frank hat sich auch verändert, sie sind jetzt Freunde.

Letztendlich ist es Tarconi, der Frank von innen heraus helfen wird. Auch wenn meine Figur die ganze Zeitdauer des Films präsent ist, war meine Spielzeit auf ein paar Tage reduziert und absurder Weise hatte ich keine einzige Szene mit Jason. Wir haben am Telefon gesprochen und blieben während der ganzen Dreharbeiten in Kontakt, aber wir standen nie zusammen vor der Kamera! Zuerst habe ich die Rolle mit Louis erörtert.

Danach habe ich in Frankreich mit einem Sprachcoach am englischen Text gearbeitet und dann bin ich nach Miami gefahren. Es war mein erster Dreh in den USA! Drüben ist alles überdimensioniert. Die Tage haben zwölf Arbeitsstunden, das Techniker-Team ist doppelt so wichtig wie in Frankreich. Das erste, was man am Drehort sieht, sind die endlosen Schlangen von riesigen Wohnwagen, einer für jeden Schauspieler.

Selbst die Logen sind gigantisch, die größten, die ich je gesehen habe. Mir stand sogar eine Limousine mit Chauffeur zu. Mir, der ich gewohnt bin, mich dem Metier vom künstlerischen Standpunkt aus zu nähern, kam das alles doch recht komisch vor. Zum Glück gab Louis mir seine Regieanweisungen auf Französisch. Ich habe mich wirklich sehr gefreut, wieder mit ihm zu arbeiten. Er ist so angenehm und mir scheint, dass er, auch wenn er genau weiß, was er will, sich zuerst einmal völlig zurücknimmt.

Er hat sich auch ohne Zusammenstöße mit dem amerikanischen Team arrangiert. Es ist wirklich leicht, mit ihm zu drehen. Ich habe immer gute Laune am Set, ich mache Späße und rede mit den Leuten. So bin ich nun mal. Das war umso leichter, weil es keinen Druck gab. Ich habe den Film nicht auf meinen Schultern getragen. Also blieb mir Zeit zum Scherzen. Alle haben mich angeguckt, als sei ich ein Außerirdischer!

Ich hatte meine Dialoge auf Englisch haargenau vorbereitet und wenn es eine Textänderung in letzter Minute gab, war das eine Katastrophe! Ich brauchte ein bisschen, um daran zu arbeiten, den Akzent zu treffen. Mit den anderen Aspekten der Rolle, den "exotischen", hatte ich kein Problem.

Ich habe irgendwann damit angefangen, mich in die Hawaii-Hemden zu schmeißen, die meine Figur trägt und schließlich sogar geschafft, den Anschein zu erwecken, als könne ich einen Computer bedienen, auch wenn ich zwei Tage brauche, um einen Accent circonflexe auf ein "e" zu setzen! Für mich war der ganze Dreh das reinste Vergnügen. Ich stand weder unter Zeitdruck, noch mußste ich gefährliche Actionszenen spielen.

Man ließ mich sogar mit einer SWAT-Einheit drehen und ich kann nur sagen, das ist sehr eindrucksvoll, selbst wenn es nur nachgestellt ist. Sie sind in aller Ruhe bei einem Freund am Kochen und plötzlich stürmen Dutzende Kerle herein, schlagen Türen und Fenster ein. Das macht was her! Und es waren Mitglieder einer echten Elite-Truppe! Ich weiß, dass Louis und das Team große Schwierigkeiten mit den Wirbelstürmen hatten, aber ich bin mit knapper Not entkommen.

Irgendwie ist es immer schön, wenn ich einen Film drehe! Meine Drehzeit war am Vorabend des ersten Sturms zu Ende. Den Produzenten habe ich erzählt, dass ich Glück bringe und dass sie, wenn sie schönes Wetter wollen, nur mir die Hauptrolle geben müssen. Für mich persönlich war es eine wunderbare Erfahrung. Ich habe es geliebt, wieder mit Louis und Jason zusammen zu sein und mit den Amerikanern zu arbeiten. Ich liebe auch diese untypische Mischung, die den Film ausmacht.

Er spielt sich wirklich frei von den Zwängen des Genres. Sollte es einen dritten Teil geben, bin ich dabei. Zu gerne würde ich wieder mit Jason spielen, aber die Action-Szenen überlasse ich gerne ihm!

Alexandre Azaria über die Musik Ich hatte bereits schon einmal die Gelegenheit, in den Kosmos von THE TRANSPORTER einzudringen - beim ersten Teil wurde ich um Unterstützung gebeten, um die Musik für die letzte Verfolgungsjagd zu komponieren, wozu Stanley Clark nicht mehr die Zeit hatte. Die Arbeit hat mir sehr gefallen und als sich die Pläne für eine Fortsetzung konkretisierten, war es glaube ich Louis Leterrier, der mich ins Spiel brachte.

Wir teilen das gleiche musikalische Universum, sind von den gleichen Einflüssen geprägt und haben sehr gut zusammen gearbeitet. Eine Filmmusik zu schreiben bedeutet für mich zunächst, einzutauchen in die Atmosphäre, eine Verbindung herzustellen zwischen dem Bild und der Tonspur. Die Erzählweise eines Films ist in erster Linie visuell, und die Entstehung der Musik hängt direkt von der Vision des Regisseurs ab. Das ist echte Teamarbeit, auch wenn das Komponieren selbst ein eher einsamer Vorgang ist.

Meiner Meinung nach hat gute Filmmusik kein bestimmtes Genre - die großen Kompositionen sind solche, die perfekt zu dem Film passen, für den sie geschrieben wurden. Viele Einflüsse haben mich geprägt, keinen möchte ich ausschließen. Ich liebe John Barry, aber ich bewundere auch John Carpenter für seine Leistung und die Bedeutung, die er seiner Musik verleiht. Ich müsste viele andere nennen.

Was zählt ist, dass die Musik integrativer Bestandteil des Films wird, dass sie zu seinem Rhythmus beiträgt, zu seiner Emotionalität, seiner Identität. Mir gefällt die Idee, dass es keine Regeln gibt, dass sich das Mysterium dieser Begegnung jedes Mal aufs Neue entfaltet. Frank, der Transporter, ist es gewöhnt, seinen Lebensunterhalt zu verdienen, ohne Fragen zu stellen. Das ist sogar die Grundvoraussetzung seines Jobs.

Dieses Mal wird er von der Situation überwältigt und mußs viele dramatische Entscheidungen treffen. Das macht ihn zu einem menschlichen Helden. Er erledigt nicht seinen Job, sondern er schlägt sich für eine Sache, für seine Überzeugungen und für ein Kind. Das hat etwas Rührendes ...

Louis wollte, dass ich ein wiederkehrendes Thema einführe, was es beim ersten Teil nicht wirklich gab. Wir haben darüber gesprochen und ich habe ihm einen Vorschlag gemacht für eine Musik, die von Anfang an eingesetzt wird. Die hat Louis gefallen und ich hatte damit eine Basis für die weitere Komposition. Ein großer Vorteil, der dem Film zugute kommt. Anschließend habe ich andere Themen entwickelt, darunter eins für den Bösewicht und eins, das ich ?Das Versprechen' nenne, weil es immer wieder um die Auffassung von Pflicht geht.

In TRANSPORTER - THE MISSION mischen sich reine Action-Elemente mit sehr starken Gefühlen. In einer einzigen Sequenz können Kampf- und Actioneinstellungen mit menschlichen Situationen gemischt sein. Von einer Totalen aus dem Hubschrauber gefilmt, wechselt man zu einer ganz intimen Einstellung. Diese Bandbreite ist ein Traum für einen Komponisten! Man kann gleichzeitig harmonisch und rhythmisch arbeiten, auch wenn man aufpassen mußs, dass die Emotion jedes Augenblicks erhalten bleibt.

Für die Kampfszene im Flugzeug am Ende des Films z.B. galt es, die Nähe des Zweikampfs ebenso einzufangen wie die Weite des Himmels, während das Flugzeug selbst ins Trudeln gerät. Man mußs die Gewalt des Nahkampfs ebenso einfangen wie die Tragweite der spektakulären Flugbahn, die manchmal den Kampf beeinflusst. Diese beiden Kontexte dürfen nicht von den gleichen Instrumenten, der gleichen Orchestrierung symbolisiert werden.

Ich habe die Themen, den Rhythmus und die Instrumente geändert und nebeneinander gestellt. Das ist ein komplexes Unterfangen und sehr spannend! Dabei ging es mir nicht darum, mehr Themen einzuführen, denn man mußs ihnen auch die Zeit lassen, sich zu entfalten. Die Schnitte sind schnell und dicht und geben nicht immer die Gelegenheit, die Themen zu installieren.

Für TRANSPORTER - THE MISSION habe ich eng mit Louis zusammen gearbeitet und wir haben ein gutes Gleichgewicht gefunden. Ich habe Stücke komponiert, die sechs oder acht Minuten lang sind, das verschafft einem die Zeit, herumzufeilen. Man lässt sich führen von kleinen Momenten, die der Intrige, dem Verlauf der Geschichte und den Figuren dienen. Für den speziellen Kosmos des Films habe ich eine Orchestrierung gewählt, die symphonische Elemente mit elektronischen Einlagen verbindet.

Für diese symphonisch-elektronische Fusion sind 50 Saiten- und 17 Blechinstrumente zum Einsatz gekommen. Jeder Film ist eine neue Erfahrung, bei der ich lerne, mich entwickle, ausprobiere. TRANSPORTER - THE MISSION bedeutet mir sehr viel, weil die Arbeit mit Louis ein konstruktives, dauerhaftes Vergnügen ist und weil das Thema des Films und seine Energie ein großes Potenzial bieten.

Über die reine Arbeit des Komponierens hinaus konnte ich auch die Fortschritte beim Schnitt beobachten, leichte Verschiebungen der Aufnahmen und musikalische Brüche, die den Film fließender machen. Auch wenn das nur Details sind, so bin ich doch sicher, dass sie zur positiven Wahrnehmung des Films beitragen.

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