Stealth - Unter dem Radar

Produktionsnotizen

Abheben in den Himmel In den letzten Jahren hat Autor/Regisseur Rob Cohen immer wieder darüber nachgedacht, einen Film über Navy-Kampfpiloten zu drehen - aber in einer völlig neuen Art und Weise. So, wie man es noch nie auf der Leinwand gesehen hat. "Ich war mir sicher, dass es eine Möglichkeit gibt, diese besondere Inszenierungin der Luft realitätsnah darzustellen," so Cohen, "so, wie ich Straßenrennen in The Fast and the Furious (2001) oder die Lawine in XXX (xXx - Triple X, 2002) gezeigt habe."

Cohen war außerdem von einer neuen technologischen Entwicklung namens Tergen (Terrain Generator) fasziniert, die aus der Digital Domain Abteilung entworfen wurde und ihm die Möglichkeit bot, extrem realistische virtuelle Hintergründe zu zeigen. "Falls du also eine Szene haben willst, die aussieht, als würde man über die Berge von Tadschikistan fliegen, rufst du einfach an und lässt dir die echten Karten schicken" erklärt er.

"Damit lässt sich dann das tatsächliche Terrain dreidimensional im Computer erschaffen, und sobald man es als virtuelles Terrain vorliegen hat, kann man damit weiter arbeiten. Vor der Anwendung von Tergen mußste man die Veränderungen des Hintergrunds an jede einzelne Bewegung eines Flugzeuges, das darüber fliegt, anpassen. Das war ein extrem aufwändiger Prozess. Jetzt aber brauchen wir das Terrain nicht mehr verändern, da es sich - einmal im Computer -automatisch jeder Flugbewegung eines Jets anpasst, egal wie extrem sie auch sein mag."

Thematisch geht es in STEALTH - UNTER DEM RADAR um Kampf und Technologie und laut Cohen fast noch wichtiger, auch darum, was passiert, wenn uns die von uns erschaffene Technologie überflügelt. "Wie sehen die Konsequenzen aus", fragt er, "wenn Computer klüger, schneller und kreativer sind, wenn sie anfangen, sich selbst zu erschaffen und zu reproduzieren? Wenn sie die Kontrolle über unsere Energiereserven haben, über unsere Kommunikationssysteme und über unseren militärischen Apparat? Was passiert, wenn sie sich im Laufe ihrer Evolution auf einmal entscheiden, ihren freien Willen auszuüben?"

Die Story in STEALTH - UNTER DEM RADAR dreht sich um den Prototyp eines Computer gesteuerten Flugzeugs namens "EDI" (Extreme Deep Invader). Das Militär nennt das UCAV (unmanned combat aerial vehicle). "Im Film verfolgen wir die Entwicklung dieser Technologie und wie sich Kriege verändern, wenn sich die technische Gleichung verschiebt, weil Amerika in der Lage ist, eine schlagkräftige Lufteinheit aus intelligenten ferngesteuerten Flugzeugen wie "EDI" zu erschaffen.

Die technischen Voraussetzungen dazu existieren bereits. Es ist längst keine Science-Fiction mehr. Die Navy sagte mir, dass sie keine Jets mehr bestellt, die von menschlichen Piloten geflogen werden müssen." In der Vorbereitungszeit für STEALTH - UNTER DEM RADAR arbeitete Cohen an den Designs für "EDI" und die "Talons", die anderen Navy-Jets, die im Film gezeigt werden.

"Das sind Überschallflugzeuge mit beweglichen Tragflächen und "Pulse Detonation Engines" (hochfrequente Explosionen erzeugen den Schub), die sich schon in den Entwicklungsskizzen der Navy finden, aber noch nicht vollkommen ausgereift für die Produktion sind", erklärt Cohen. Gemeinsam mit zwei erfahrenen Designern von North Aviation kam Cohen auf den ersten Prototypen des Talon.

Mit seinem Produktionsdesigner J. Michael Riva und einem Team von Industriedesignern verfeinerten sie das Design und machten daraus einen gut aussehenden" Talon, der von den drei Hauptpiloten im Film geflogen wird (gespielt von Josh Lucas als Lt. Ben Gannon, Jessica Biel als Lt. Kara Wade und Jamie Foxx als Lt. Henry Purcell). Dazu gestalteten sie auch den unbemannten "EDI". "Ich wollte, dass die Talons sehr formschön und kraftvoll aussehen", so Cohen. "?EDI"? dagegen sollte sowohl cool als auch erschreckend aussehen. Und ich war mit den Endergebnissen extrem zufrieden."

Spezialeffekte - Verlass auf die Kardanaufhängung Um den "EDI" und die Talons zum "Fliegen"? zu bringen, brauchte Cohen eine spezielle Kardanaufhängung, die es erlaubt, die Kampfjets in alle Richtungen und Winkel zu drehen. WWas unsere mechanische Technologie angeht, haben wir eine Aufhängungsvorrichtung gebaut, wie man sie vorher noch nie gesehen hat", so Cohen. "Sie wiegt ungefähr 100 Tonnen, ist in der Lage Beschleunigungskräfte von bis zu 5 G zu erzeugen und hat ein extrem weites Bewegungsspektrum."

Cohen wurde bei der Gestaltung der Aufhängungsvorrichtung von John Frazier unterstützt, dem Experten für die Spezialeffekte des Filmes. "John ist ein Meister, wenn es um mechanische, und in diesem Fall hydraulische Fragen geht", so Cohen. "Er und seine Ingenieure entwarfen und bauten die Kardanaufhängung in Amerika und transportierten diese in Einzelteilen nach Australien und bauten sie dort wieder zusammen."

Laut Frazier lässt sich seine Arbeit am Film in zwei Bereiche unterteilen; zum einen der Einsatz von Explosionen und zum anderen die Gestaltung der Aufhängevorrichtung: "Diese machte gut die Hälfte des Filmes für mich aus", erklärt er. "Sie war kompliziert zu entwerfen und zu bauen und ist sicherlich ein einzigartiges Gerät. Normalerweise erlauben solche Kardanaufhängungen eine einfache Auf- und Abbewegung.

Dieser aber hat fünf verschiedene Achsen und konnte so die Bewegungen ausführen, die Kampfjets tatsächlich machen können. Kompliziert wurde das Design zusätzlich durch die Tatsache, dass so viele verschiedene Anforderungen in Betracht gezogen werden mußsten. Wir hatten die Digital Domain Abteilung für die Hintergründe der Einstellungen. Die Beleuchtung wiederum wurde elektronisch gesteuert, damit sie synchron zu den Bewegungen verläuft.

Wir mußsten die Aufhängung zudem mit der Cable Cam koordinieren, einer komplett Computer gesteuerten Kamera. All das mußste perfekt aufeinander abgestimmt sein, bevor wir die Kardanaufhängung einschalten konnten; insgesamt benötigten wir 17 Computerbildschirme, um sie zu kontrollieren." Frazier ist begeistert von der wegweisenden Arbeit, die sie mit der Kardanaufhängung bei STEALTH - UNTER DEM RADAR geschaffen haben.

"Es war die komplexeste und gleichzeitig befriedigendste Arbeit meines Lebens. Ich denke, es wird noch eine lange Zeit dauern, bis ein Film dieser Größenordnung diese Technologie wieder nutzen wird." Um es noch realistischer aussehen zu lassen, ließ Cohen die in der Aufhängung installierten Flugzeuge von echten Kampfpiloten per Fernbedienung fliegen, damit die Bewegungen der Jets auch den tatsächlichen Bedingungen entsprechen.

"Diese Typen wissen, wie man fliegt. Also konnten wir mit ihnen darüber reden, in welcher Höhe wir sind, über welchen Terrain der Jet fliegen soll, wie die Wind- und Wetterverhältnisse sind, welche Wolkenformationen zu sehen wären und wie Lichtverhältnisse zu bestimmten Tageszeiten aussehen - und sie saßen dann an den Fernbedienungen der Aufhängung und flogen einfach wie immer." Darüber hinaus wurden über 800 Visual-Effects-Einstellungen erstellt, um die Wirkung der Spezialeffekte zu verstärken und zu verbessern.

Spezialeffekte - Nicht nur die üblichen Explosionen Frazier verspricht spektakuläre Explosionen in STEALTH - UNTER DEM RADAR, "eine größer als die andere. Man weiß, dass es in einem Rob-Cohen-Film immer große Knalleffekte gibt und dass es eine totale Actionachterbahnfahrt ist. Aber hier ist es noch einmal etwas ganz anderes."

Der Film beginnt bereits mit einer gigantischen Explosion in einer Höhle. Außerdem gibt es eine Simulation einer großen Treibstoffexplosion im Himmel über Nordkorea, die an einem sicheren Ort in den Blue Mountains von Sydney nachgestellt wurde, sowie eine nukleare Explosionswolke in China." "Wir mußsten an unserem Drehort in den Berg bohren, um die Höhle entstehen zu lassen", so Frazier.

"Es ging darum, dass die Explosion so aussieht, als würde sie aus den Tiefen einer Höhle kommen und nicht von der Oberfläche. Wir haben sogar Ventillöcher gebohrt, um zu zeigen, wie tief das Höhlensystem im Berg verborgen ist." Aber die vielleicht größte Explosion im Film findet statt, wenn "EDI" sich den Weg aus einem Hangar in Alaska bahnt. "Obwohl die Sequenz in Alaska spielt, haben wir in Sydney an einem Ort namens Schofields gedreht, ungefähr 2 Stunden mit dem Auto entfernt im Nordwesten der Stadt.

Dort gab es einen verlassenen Flugplatz, den wir komplett umgebaut haben. Für die Szenen, in denen sich ?EDI? den Weg aus dem Hangar freischießt, wollte Rob nicht nur, dass die Türen wegfliegen. Er wollte die Größe und Kraft der Raketen zeigen. So gestalteten wir die Explosion in einer Art, dass alles vom Explosionsherd wegfliegt - der Treibstoff, die Autos und die Stuntmen. Alles war darauf abgestimmt, sich nacheinander auf die verschiedenen Kameras hin zubewegen.

Wir haben ungefähr 1.900 Liter Benzin für diese Szene verbraucht, wahrscheinlich 1.500 Liter mehr als die Norm bei solchen Effekten. Wir haben die echten Hangartüren gegen Balsaholztüren ausgetauscht, damit sich die Stuntmen nicht verletzen. Die Autos waren mit Seilen versehen, das sie zum sich mehrmaligen Überschlagen bringen konnten, aber jedes Auto hing außerdem noch an einem weiteren Zugseil, so dass es beim sich Überschlagen auf die jeweilige Kamera hin bewegt werden konnte.

Alles war mit Seilen befestigt, so dass wir immer genau wussten, wohin sich jedes Auto bewegen würde. Insgesamt hat es vier Monate gedauert, das zu planen, denn bei einer derart großen und komplexen Spezialeffekte- und Explosionssequenz kann man nichts dem Zufall überlassen."

Die Drehorte Cohen hielt Australien für den perfekten Drehort für STEALTH - UNTER DEM RADAR. "Unsere Basis schlugen wir in den Fox Studios auf, weil wir viel Studioplatz benötigten, mehr, als wir in Los Angeles jemals hätten bekommen können", erklärt er. "Darüber hinaus brauchten wir Drehorte, die als Double für Alaska, Nordkorea und Asien dienen konnten. All das haben wir entweder in oder nahe Australien gefunden.

Es ist ein sehr filmfreundliches Land. Die Techniker und die gesamte Infrastruktur haben sich innerhalb der letzten Jahre enorm entwickelt. Die Crew, die ich bei STEALTH - UNTER DEM RADAR hatte, konnte sich nicht nur mit Hollywood messen, es war die beste Crew, mit der ich jemals gearbeitet habe, egal in welchem Land ich schon war."

"Der Film beginnt in Nevada, für das die australischen Flinders-Ranges-Berge als Drehort dienten", fährt Cohen fort. "Danach geht die Action im zerklüfteten Bergterrain Nordkoreas weiter, das wir in den Blue Mountains von Sydney gefunden haben. Anschließend ging es nach Neuseeland, wo wir ein paar Szenen drehten, die wie Alaska aussehen.

Wir drehten in Myanmar (ehemals Burma) in einem Gebiet namens Zetlands in Sydney und engagierten über 100 Burmesen als Statisten und stellten zudem eine Einheit koreanischer Soldaten zusammen." Nach dem Abschluss der Dreharbeiten in Australien zog die Produktion für drei Wochen in den Norden von Thailand und im Anschluss daran vor die Küste von San Diego auf den aktiven Flugzeugträger USS Carl Vinson.

Der Einfluss der U.S. Navy Um die Authentizität zu erreichen, die Rob Cohen für entscheidend hielt, damit die Action in STEALTH - UNTER DEM RADAR funktioniert, arbeitete er während der gesamten Produktionszeit eng mit aktiven und ehemaligen U.S.-Navy-Experten zusammen. Der pensionierte Navy-Kapitän David Kennedy, ein Testpilot mit F/A-18 Flugzeugträgererfahrung, der mit Cohen vorher schon bei XXX zusammen gearbeitet hatte, überwachte alle Szenen, die den Einsatz der Waffensysteme zeigten, die Operationsweise eines Geschwaders oder die Art, wie der Staffelführer mit seinem Flügelmann arbeitet.

Kennedy erklärt: "Rob bat mich, immer direkt zu sein. Was real aussieht ist und was nicht und wie man es Originalgetreu machen könnte. Als wir das Luftkampfszenario ausarbeiteten, haben wir jeden Schritt und jede einzelne Bewegung in einem Diagramm geplant. Also war alles sehr echt. Ich habe tatsächliche Kampfszenarien von Flugzeugkampfeinsätzen als Vorlage genommen und versucht, dass die Kampftaktik im Film aktuelle Einsatzrichtlinien widerspiegelt."

Cohen engagierte Kennedy auch, um das Flugzeug tatsächlich zu "fliegen". "Wir benutzten die Kardanaufhängevorrichtung, um die Flugszenen in einer Art zu präsentieren, wie ein Pilot ein Flugzeug in einer Kampfsituation fliegen würde", erklärt Kennedy. "Eine Fernbedienung war direkt mit der Aufhängevorrichtung verbunden, die eine Steuerung der Rollgeschwindigkeit und der Bewegungen um alle Achsen erlaubte. So konnte ich Aufhängevorrichtung mit der Fernbedienung fast so ?fliegen'? wie ein echtes Flugzeug."

Um einen einzigartigen Flugstil zu kreieren, der zu den einzelnen Charakteren passt, versammelte Kennedy ein Elite-Team aus Piloten für die Kardanaufhängevorrichtung, darunter die U.S.-Navy-Tespiloten Chip Shanle und Wade Knudsen, sowie der ehemalige Royal Australian Air Force F/A-18 Pilot und jetzige Qantas-Pilot Paul Donazzan. "Es war Teamarbeit", sagt Kennedy "und genau so wollte es Rob."

Zu Kennedys anderen Aufgaben beim Film gehörte, den Schauspielern bei Bedarf technischen Beistand zu leisten: "Ich sollte ein Backgroundtraining für die Schauspieler durchführen, damit sie wirklich verstehen, was es bedeutet, ein Kampfpilot zu sein", so Kennedy.

"Wir haben Josh Lucas auf die Naval Air Station in Lemoore geschickt, wo er am Flugspychologieprogramm und Wasser-Überlebenstraining der Piloten teilnahm. Auch Jessica Biel verbrachte einige Tage dort mit einem der besten Fliegergeschwader der Navy und Jamie Foxx legte die gesamte Ausrüstung an und bestieg das Cockpit einer F-14 Tomcat auf der Naval Air Station bei Point Mugu im Norden von Los Angeles."

Obwohl Kennedy nicht das erste Mal als militärischer Berater bei einer Filmproduktion arbeitet, sagt er, dass seine Erfahrungen bei STEALTH - UNTER DEM RADAR einzigartig waren. "Die Art, wie wir das Fliegen von einem Flugzeug simulieren konnten, war dank der Kardanaufhängevorrichtung wirklich etwas Besonderes. Auch Rob Cohens Liebe zum Detail war bemerkenswert.

Er ist nicht nur ein großartiger Filmemacher, er ist ein klassischer Anführer im militärischen Sinne, inspirierend und ermutigend für die Mitglieder seines Teams. Wir alle wollten einen großartigen Film machen, den sich die Leute anschauen und sagen: ?Wow, das war realistisch, das war überwältigend.'"

Cohen nutzte außerdem die Dienste von Navy-Verbindungsoffizier Lt. Cmdr. Christy Hagen, um alle Interaktionen zwischen der Produktion und der United States Navy abzustimmen. "Es begann noch in der Drehbuchphase, als wir uns die Entwürfe ansahen, um sicherzustellen, dass sie den Richtlinien entsprechen, die die Navy vorsieht, wenn sie eine Filmproduktion unterstützt", erklärt Hagen.

"Das beinhaltet die filmische Darstellung in einer durchführbaren Interpretation militärischen Lebens zu zeigen, ihr einen informativen Wert geben und sicherzustellen, dass sie möglicherweise unserem Rekrutierungsprogramm helfen könnte. Für uns ist es wichtig, dass jeder Film, den die Navy unterstützt, einen korrekten Kontext hat, in dem ein Filmemacher dann seine Geschichte erzählen kann."

Hagen sagt, dass sie vom Drehbuch zu STEALTH - UNTER DEM RADAR beeindruckt war. "Es zeigt den enormen Schwierigkeitsgrad der Missionen, die die Navy heutzutage durchführt, und eine völlig vernetzte Hightech-Abteilung des Militärs, die in Echtzeit auf jede mögliche Krise reagiert", beschreibt sie. "Außerdem werden einige tolle Persönlichkeiten gezeigt, die als Team zusammenarbeiten, und das war uns sehr wichtig."

Sie bestätigt außerdem, dass die Geschichte im Film tatsächlich kein futuristisches Szenario ist, sondern dass die Navy schon jetzt unbemannte Kampflugzeuge einsetzt. "Diese unbemannten Flugzeuge werden für die Ausspähung, Beobachtung und für den gezielten Abwurf von Bomben genutzt. Sie können außerdem bestimmte Ziele ausschalten und damit einen Einsatz etwas sicherer machen. Sie sind zu einem entscheidenden militärischen Instrument geworden und helfen, unsere Piloten zu schützen."

Hagen stimmt Kennedy zu, dass Regisseur Cohen sehr bedacht darauf war, einen authentischen Kontext für die Story zu entwickeln. "Rob hat extrem genau darauf geachtet, dass jedes Detail stimmt - vom Aussehen der Uniformen über die Art, wie wir gehen bis zu der Sprache, die wir benutzen." Einer der wichtigsten Schauplätze, der für den Film gebaut wurde, und einer der beeindruckendsten dazu, war der Hangar auf dem Flugzeugträger, für den eine ganze Halle der Fox Studios verbaut wurde.

Regisseur Cohen, Produktionsdesigner J. Michael Riva und einige Mitarbeiter des Art Departments verbrachten einige Zeit auf der USS Stennis, sowohl im Hafen wie auch auf See. Sie studierten den echten Flugzeugträgerhangar und die dortigen tglichen Abläufe. Hagen erklärt: "Ich habe das perfekte Resultat dieser Arbeit sofort erkannt, als ich auf das Hangar-Set kam. Das Einzige was fehlte, war der Geruch von Benzin. Es war fantastisch.

Auf dem Deck hatten sie natürlich auch die Linien eingezeichnet, die man an Bord eines echten Flugzeugträgers nicht überschreiten darf. Und ich bin unbewusst auch am Set immer außen um die Linien herum gegangen. Jedes Detail stimmte, die Farben, das Antirutsch-Material auf dem Hangardeck und sogardie Feuerlöschwerkzeuge an den Wänden. Sie hatten nichts vergessen."

Pilotenstaffel: Die Besetzung "Die Besetzung für STEALTH - UNTER DEM RADAR auszusuchen, hat mir großen Spaß gemacht", so Regisseur Cohen, "denn Sony Pictures erlaubte mir ein paar wirklich tolle Schauspieler, die einfach absolut richtig für die Rollen waren. Sie ließen mich Josh Lucas, Jessica Biel, Jamie Foxx, Sam Shepard, Joe Morton und Richard Roxburgh besetzen, die alle wirklich perfekt für diese Rollen waren und sich selbst übertrafen."

Josh Lucas, der die Rolle des Navy-Piloten Lt. Ben Gannon spiel, sagt: "Einer der interessantesten Aspekte an Ben war, dass er wie viele Navy-Piloten etwas überheblich ist und glaubt, er wäre unverwundbar. Die Piloten brauchen diese Arroganz, da ihr Job so enorm gefährlich ist. Ein Flugzeug auf einer 140 Meter langen Landebahn zu landen, die sich mitten in einem Sturm ständig auf und ab bewegt, bedeutet eine ziemliche Anspannung.

Der Jet hat eine Geschwindigkeit zwischen 240 und 400 Kilometern pro Stunde und die Piloten sehen die Rollbahn nur wenige Sekunden bevor sie landen. Dann müssen sie wieder vollen Schub geben, falls sie das Kabel nicht eingefangen haben sollten, das sie bremsen soll. Ich denke, man braucht eine bestimmte Mentalität, und um diesem Druck standzuhalten, ein unglaubliches Selbstvertrauen. Ben durchlebt eine interessante Verwandlung, wenn er anfängt, menschlicher zu reagieren, weil er auf einmal verletzlicher ist."

Anders als bei vielen anderen Actionfilmen, so Lucas, hatte das Drehbuch zu STEALTH - UNTER DEM RADAR eine erfrischende Komplexität. "Es gibt einen allegorischen Aspekt, den ich faszinierend fand: Die Geschichte von Macht und dem Missbrauch von Macht. Die Ideen von der zerstörerischen Kollision zwischen Mensch und Technologie sowie von der Abwesenheit jeder Menschlichkeit im Herzen der Technologie gaben der Story eine wundervolle psychologische Kraft.

Und zu guter Letzt ist STEALTH - UNTER DEM RADAR ein großer Sommer-Actionfilm und ein visuelles Fest außergewöhnlicher Bilder." Der Glamour der Schauspieler konnte auch durch das Herumschütteln, dem sich Josh Lucas und seine Filmpartnerin Jessica Biel bei ihren Einstellungen im Flugzeugcockpit, das auf der riesigen Aufhängevorrichtung montiert war, aussetzen mußsten, nicht beeinflusst werden.

"Diese Aufhängevorrichtung ist ein 100 Tonnen schwerer hydraulischer Mechanismus. Er konnte das Cockpit durch eine 5-G-Rolle bewegen", erklärt er. "Im Training, das ich vor den Dreharbeiten hatte, habe ich mich auch mal in eine Zentrifuge gesetzt und bin bei 4 G in Ohnmacht gefallen. Das ist die Beschleunigung, bei der die meisten normalen Menschen ohnmächtig werden. Die Dreharbeiten im Cockpit waren eine große Herausforderung.

Wir wurden derart brutal umher geworfen, dass blaue Flecken und Seekrankheit zu den Standardnebenwirkungen gehörten. Jeden Tag bin ich in dieses Ding gekrabbelt, habe mich festgeschnallt, die Sauerstoffmaske angelegt und mit 14 Stunden Dreharbeiten begonnen. Es war für uns alle eine Grenzüberschreitende Erfahrung." Wie die meisten Besetzungsmitglieder machte Lucas all seine Stunts selber. "Es gibt keine einzige Einstellung in meinen Szenen, die nicht tatsächlich mich darstellen", sagt der Schauspieler. "Und der Preis dafür war auch noch eine schlimme Gehirnerschütterung in dieser Aufhängevorrichtung."

Aber das war es wert, um die von Cohen angestrebte Realitätsnähe zu erreichen. "Rob wollte einen Film, der völlig aus der Perspektive eines Piloten erzählt wird, in dem man die tatsächliche Angst in seinen Augen sehen kann, sagt Lucas. Und glauben Sie mir, es gab Momente, in denen ich Angst hatte. Aber weil Rob seine Arbeit derart konzentriert macht, ist man selbst auch voll konzentriert. Er war der Oberbefehlshaber eines epischen Filmes, der ausschließlich in seinem Kopf entstanden und seine eigene Schöpfung ist.

Jeden Tag versuchte er jedem am Set klarzumachen, was er erreichen wollte. Er weiß, wie er die Kamera zu bewegen hat, wie er eine Geschichte erzählen mußs und er versteht es, lebendige Bilder zu erzeugen."

Zum Beispiel, so Lucas, gab es die zahlreichen und brillant umgesetzten Explosionen im Film: "Eine der Explosionen - als sich ?EDI' seinen Weg aus dem Hangar frei schießt - war so groß, dass sie diese bei der NASA anmelden mußsten, damit sie die Regierungen weltweit auf eine Filmexplosion in Australien hinweist, die man sogar aus dem All sehen kann. Und das war die größte Freude für Rob. Es mußs die größte Explosion der südlichen Hemisphäre sein und wahrscheinlich die größte Explosion in der Filmgeschichte."

In STEALTH - UNTER DEM RADAR spielt Jessica Biel Lt. Kara Wade, eine der wenigen Kampfjetpilotinnen der Welt. "Das ist es, was diesen Charakter beim Spielen so aufregend für mich gemacht hat", sagt Biel. "Sie istso unglaublich hartnäckig, stark und klug. Außerdem ist sie ein Adrenalinjunkie und jedes Mal, wenn sie zur Arbeit geht, ist sie bereit, ihr Leben aufs Spiel zu setzen. Irgendwie hat sie mich sogar eingeschüchtert. Es war eine riesige Herausforderung, Kara zu spielen, und auf vielen Ebenen dabei zu sein."

Biel spielt den einzigen weiblichen Hauptcharakter im Film und war die meiste Zeit auch die einzige Frau am Set. "Es ist immer schwierig, in eine reine Männerriege zu geraten. Glücklicherweise bin ich unter Jungs aufgewachsen und so war es nicht allzu schwer für mich. Du mußst nur einer von ihnen werden und es ihnen zeigen. Zudem haben mich Josh und Jamie unglaublich unterstützt, genauso wie die Crew.

Teil eines Männerclubs zu sein, war eigentlich sogar echt cool - das einzige Mädchen zu sein, das akzeptiert und gleichberechtigt behandelt wird. Das stellte sich als etwas heraus, dass ich und mein Charakter im Film gemein hatten." Biel sagt, dass Cohen das Beste aus ihr herausgeholt hat. "Rob ist unglaublich talentiert und ein echter Teamworker. Ich bin begeistert, wenn ich neue Dinge versuchen kann, und ich finde es toll, wenn mir ein Regisseur Rückmeldungen gibt.

Wenn man eine Szene liest, sieht man es meistens nur aus der eigenen Perspektive. Rob aber sieht es aus sehr vielen unterschiedlichen Blickwinkeln und wenn er dir das vermittelt, hilft dir das, deine Darstellung etwas tiefgründiger zu gestalten." Da Biel unter Seekrankheit leidet, war ein Großteil ihrer Szenen eine große physische Herausforderung. "Das Gute ist, dass ich wahrscheinlich jetzt von meiner Seekrankheit kuriert bin", lacht sie.

Biel nahm natürlich an den Sessions in der Aufhängevorrichtung teil, obwohl sie es schwierig fand, so lange alleine und isoliert im Cockpit zu sein. Auch die Arbeit vor dem Green Screen war neu für sie. "Es ist sehr viel schwieriger als ich gedacht hätte"", gibt sie zu.

"Man ist da völlig auf sich alleine gestellt. Man spricht nicht wirklich mit jemandem und schaut niemanden wirklich an. Deine Gefühle müssen sichtbar werden, ohne dass sie zu extrem erscheinen. Es hat sehr viel Konzentration gekostet, damit das natürlich und realistisch wirkt. Ich habe viel dabei gelernt."

Eine ihrer größten Herausforderungen, so Biel, war die Arbeit in einem Gerät namens "two-axis rig" (Zweiachsenaufhängung), das in den Szenen verwendet wurde, in denen Kara über Nordkorea mit den Schleudersitz aussteigen mußs. Wie bei der großen Aufhängevorrichtung bot auch diese kleinere Aufhängung einen völlig neuen Mechanismus, der es Cohen ermöglichte, realistischere Action zu zeigen. "Die Aufhängung bewegte sich von oben nach unten und seitwärts", erinnert sich Biel.

"Es war zehnmal schlimmer als in der eigentlichen Trägervorrichtung. Die Schleudersitz-Sequenz war wahnsinnig intensiv. Wir haben es in vier Takes gefilmt und ich glaube, ich hätte keinen weiteren geschafft, ohne dass mir dabei wirklich übel geworden wäre." In der Szene, in der Lt. Wade den Schleudersitz betätigt, dreht sich der Jet um seine Nase und so mußs sie nach unten aussteigen. Das Flugzeug explodiert über ihr.

Heiße Splitter und große Metallstücke fliegen um sie herum, als sie sich mit ihrem Fallschirm auf die Erde zu bewegt. Und dann fängt der Fallschirm Feuer. "Wir haben das so gedreht, dass man mich wirklich fallen sieht", erläutert Biel. "Ich hing verpackt in Gurtzeug an einem Kran und baumelte 10 Meter über der Erde.

Dann löste ich die Sicherheitsleinen und wurde in die Horizontale geschleudert und mit dem zweiten Loslösen fing ich an, mich schnell zu drehen und aus dem Leinengewirr zu lösen; knapp 1 Meter über der Erde hörte dies auf. Und dann krachte ich auf den Boden. Es war schrecklich und ich kann immer noch nicht glauben, dass ich das geschafft habe."

Der kürzlich gekürte Oscar®-Gewinner Jamie Foxx (Ray, 2004) spielt Lt. Henry Purcell, einen Charakter, den er selbst als "einen Klugscheißer und etwas anmaßend" bezeichnet. "Aber das ist sehr realistisch", so Foxx. "Vor unserer Arbeit haben wir ein paar Kampfpiloten getroffen und sie alle hatten ein bisschen etwas davon an sich. Das mußs aber so sein, denn einiges von dem, was sie tun müssen, ist ganz schön verrückt.

Eine falsche Bewegung hier, ein Zentimeter zu weit dort und du bist tot. Henry ist ein bisschen arrogant, aber er ist in gewisser Hinsicht auch spirituell. Er glaubt an Tierkreiszeichen und Numerologie und all das Dazugehörige. Das relativierte Joshs Charakter." Im Gegensatz zu seinen Kopiloten glaubt Henry tatsächlich an die Technologie. "Er sieht das ferngesteuerte Flugzeug "EDI" als Fortschritt an. Er sieht es ganz pragmatisch.

Wenn es ferngesteuerte Flugzeuge gibt, mußs er nicht mehr wirklich hinaus fliegen und beschossen werden. Die Kriegstaktik würde sich mit den ferngesteuerten Flugzeugen weiterentwickeln, also begrüßt er "EDI" durchaus. Dennoch mußs er feststellen, dass es mit jeder Maschine, ob Videorekorder oder hoch entwickelte ferngesteuerte Flugzeuge, Probleme geben kann, egal wie großartig die Technologie auch sein mag."

Foxx genoss die Erfahrung, in Australien zu drehen: "Die Dynamik am Set war sehr entspannt und in der Freizeit hatten wir ein tolle gemeinsame Zeit. Wir haben eine Menge Partys gefeiert. Wir haben viel Kraft in die Arbeit investiert, aberauch viel Energie verbraucht, um gemeinsam eine gute Zeit miteinander zu verbringen.

Szenenfoto
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