Spiel ohne Regeln

Produktionsnotizen

Adam Sandler sah man zuvor in den Sportkomödien Happy Gilmore (Happy Gilmore, 1996) und The Waterboy (Waterboy ? Der Typ mit dem Wasserschaden, 1998). In SPIEL OHNE REGELN kehrt er jetzt mit seiner Variante eines seiner Lieblingssportfilme, The Longest Yard (Die härteste Meile, 1974) auf das Footballfeld zurück. Sandler wagt sich an die Figur, die ihn am allermeisten bewegte: den Quarterback Paul Crewe, der im Original von Burt Reynolds gespielt worden war.

Produzent Jack Giarraputo merkt an, dass sich die Filmemacher dem Projekt mit dem größtmöglichen Respekt näherten. ?Wir riefen Burt Reynolds an, um uns seinen Segen geben zu lassen ? was er auch tat?, sagt er. Doch nicht nur das. Wie sich herausstellte, war Reynolds sehr daran interessiert, an dem Projekt beteiligt zu sein.

?Ich hatte keine Lust auf einen einfachen Gastauftritt?, berichtet Reynolds. ?Ich sagte ihnen: ,Wenn ihr zum Mond fliegt, will ich mit an Bord des Raumschiffs sein.??? Der Star der Filmfassung übernimmt jetzt die Rolle des Trainers Nate Scarborough. ?Ich fühle mich geehrt, dass ein Film, den wir vor 30 Jahren gedreht haben, auch heute nicht in Vergessenheit geraten ist?, meint er. ?Mir schien, als wäre es eine gute Idee, jetzt eine neue Fassung zu drehen. Ich kann Ihnen versprechen, dass all das, was die Menschen am ersten Film mochten, diesmal noch viel besser ist.?

?Ich sah das Original mit meinem Vater. Und jetzt sind die Jungs in meinem Alter selbst Väter, die wiederum ihre Söhne mit in den Film nehmen können?, sagt Giarraputo. ?Wir packten die großartige Gelegenheit beim Schopf, diese wunderbaren Figuren einer neuen Generation vorzustellen.?

Chris Rock, der als Caretaker zu sehen ist, jener Typ, an den man sich im Knast wendet, wenn man irgendetwas von draußen organisiert haben will, betont, dass sich die Darsteller und Filmemacher den Klassiker als Inspiration zu Herzen nahmen und sich alle Mühe gaben, die guten Zeiten und die Ensemble-Energie des Originals erneut einzufangen. ?Unser SPIEL OHNE REGELN ist ein Spaßfilm mit einer großen Besetzung ? genau die Art von Film, in der ich mitspielen wollte?, erzählt Rock. ?Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal einen Film dieser Art gesehen habe ? ein Film, in dem jeder die Gelegenheit erhält, komisch zu sein, und jeder so gut wie möglich rüberkommen darf.?

Regisseur Peter Segal, der mit Adam Sandler zuvor bereits an den Komödienerfolgen 50 First Dates (50 erste Dates, 2004) und Anger Management (Die Wutprobe, 2003) gearbeitet hatte, erklärt seinen Ansatz bei einem Remake eines allseits beliebten Klassikers. ?Es ist, als würde man in einem Schuppen auf einen Corvette stoßen. Das ist ein amerikanischer Klassiker?, erklärt der Regisseur. ?Man mußs sehr vorsichtig sein, wenn man ihn wieder auf Vordermann bringen will. Man lässt die Karosserie in Frieden, aber man bringt vielleicht neue Reifen an, richtet das Innendekor neu her. Und dann dreht man eine Runde damit. Das Publikum kann bei unserer Fassung immer noch das genießen, was es am ersten Film mochte.?

Rap-Künstler Nelly gibt in SPIEL OHNE REGELN sein Spielfilmdebüt. Er sagt, dass es ausreichend Gründe für das Publikum geben wird, sich auf die Seite des Sträflingsteams zu stellen. ?Jeder jubelt am liebsten dem Underdog zu?, meint er. ?Wenn man einen Typen am Boden liegen sieht, der eigentlich keinen Grund hat, wieder aufzustehen, und es dann aber trotzdem macht ? will man sehen, wie er das schafft und wie er den anderen eins auswischt. Der Gefängnisdirektor macht den Jungs das Leben zur Hölle, aber sie stehen immer wieder auf.?

Adam Sandler trainierte mit dem ehemaligen NFL-Quarterback Sean Salisbury, um wie ein echter Quarterback werfen und sich bewegen zu können. ?Damals gab es Gerüchte, Salisbury würde mit Dennis Green bei den Arizona Cardinals als Quarterback-Coach arbeiten. Schlussendlich landete er bei dem viel härteren Job?, berichtet Giarraputo.

?Als ich Adam zum ersten Mal beim Pickup-Basketball zusah, wusste ich, dass er das nötige Ballgefühl hatte?, sagt Salisbury. ?Das machte meinen Job deutlich einfacher.

Mark Ellis, der Sportkoordinator des Films, bemerkt, dass es hilfreich war, dass der Schauspieler sowohl die Action so real wie möglich aussehen lassen wollte als auch die nötigen athletischen Voraussetzungen mitbrachte, um das umzusetzen. ?Sandler ist ein Kämpfer?, beobachtet Ellis. ?Er arbeitet hart und das Publikum wird diesem Typen wirklich alles glauben. So wie es in der Realität ist.?

Über die Figuren Einer der Gründe für die anhaltende Popularität des Original-Films, so Giarraputo, sei der bunt zusammengewürfelte Haufen denkwürdiger Figuren, die das Gefängnis bevölkern. Daran erinnerten sich die Filmemacher, als sie sich an eine Reihe ehemaliger Footballprofis, Wrestler und andere knallharte Jungs wandten, die diese Charaktere zum Leben erwecken sollten. ?Meine Lieblingsfigur im Original ist der Riese, der von Dick Kiel gespielt wurde?, erzählt Giarraputo. ?Wir nahmen ihn und ein paar weitere Figuren als Inspiration für eine etwas andere, aber mindestens genauso unvergessliche Truppe von schrägen Typen.?

Der Geist der Figur des Riesen lebt in Dalip Singh weiter, ein 2,20 Meter großer, 180 Kilo schwerer Ringer aus Indien. ?Sein Agent schickte uns ein Band. Wir fanden ihn ziemlich gut, aber verstanden nicht so recht, was das Besondere an im sein sollte ? bis ein Mann mit normaler Größe neben ihn ins Bild trat. Dalip war ungefähr drei Meter größer als der Typ. Zum Frühstück isst er ungefähr zwei Dutzend Eier und vier Hühnchen. Er ist riesig.?

Das Rückgrat der Mean Machine bilden Quarterback Paul Crewe, der von Adam Sandler gespielt wird, seine rechte Hand Caretaker, dargestellt von Chris Rock, der Coach Nate Scarborough, gespielt von Burt Reynolds, und der Running Back Megget, der von Nelly in seinem Filmdebüt verkörpert wird.

Den Ton gibt Paul ?Wrecking? Crewe an. Er selbst wird aus der Liga geschmissen, weil er Spiele manipuliert. Dann landet er im Knast, weil er die Polizei zu einer halsbrecherischen Fahrt durch die Nacht zwingt.

Adam Sandler, dessen Filme mittlerweile mehr als eine Milliarde Dollar eingespielt haben, spielt Crewe. Er wird von den anderen Gefangenen gehasst, weil er die Spiele manipuliert hat (er wird sogar als ?unamerikanisch? beschimpft). Crewe will einfach nur seine Strafe absitzen, für sich bleiben und dann wieder abhauen. Der Gefängnisdirektor macht diesen Plan umgehend zunichte.

?Als Crewe ins Gefängnis wandert, ist Football die letzte Sache, an die er einen Gedanken verschwendet?, sagt Regisseur Peter Segal. ?Das ist Teil einer bitteren Vergangenheit. Als er dann vom Gefängnisdirektor rekrutiert wird, will er nichts damit zu tun haben. Aber obwohl er letztlich dazu gezwungen wird, erhält er eine zweite Chance, den Respekt für das Spiel wieder zu gewinnen ? und das hat dann auch für die Mitinsassen, diese Horde von Kriminellen und Außenseitern, Bedeutung.?

Segal sagt, dass Sandler genau der Richtige sei, in die Rolle von Burt Reynolds zu schlüpfen. ?Als Burt Reynolds die Rolle spielte, war er ein Sexgott?, erläutert der Regisseur. ?Er war der bestaussehende Mann des ganzen Planeten und der größte Star der Welt. Das ist ganz schön einschüchternd, aber Adam nahm sich der Sache an und sorgte dafür, dass die Rolle voll und ganz seine wurde. Er ist so witzig, wie man es von ihm gewohnt ist, aber er zeigt sich auch von einer ungewohnt harten Seite. Er wird eine Menge Leute überraschen.?

Crewes rechte Hand ist Caretaker, der über beste Kontakte nach draußen verfügt. ?Caretaker ist der Typ, der Beziehungen überall im Knast hat?, erklärt Giarraputo. ?Er kann alles besorgen, kann jeden mit jedem bekannt machen. Er ist der perfekte Freund, wenn man im Knast sitzt.?

Für diesen Part wandten sich die Filmemacher an Chris Rock, was bedeutete, dass die ehemaligen ?Saturday Night Live?-Kollegen Sandler und Rock erstmals gemeinsam an einem Spielfilm arbeiteten. Giarraputo sagt, dass Rock der perfekte Typ für die Rolle war.

?Sandler wollte seit den alten ,SNL?-Tagen mit Rock arbeiten. Als er sah, in welche Richtung sich die Figur des Caretakers entwickelte, dachte er sofort an Rock, den er für perfekt hielt.?

?Chris Rock trägt dazu bei, dass man diesen Klassiker einer neuen Generation vorstellen kann?, sagt Segal.

?Ich bin seit 18 oder 19 Jahren mit Adam Sandler befreundet?, überlegt Rock. ?Als wir bei ,Saturday Night Live? arbeiteten, teilten wir uns sogar drei Jahre lang ein Büro. Aber bei diesem Film haben wir zum ersten Mal wirklich zusammen gearbeitet.?

Trotz der Tatsache, dass er das einzige Mitglied des Casts war, das sich nicht in Footballklamotten werfen konnte, hat Rock nicht den Eindruck, er habe etwas verpasst. ?Football ist nichts für mich?, sagt er. ?Romanowski, Bosworth ? diese Typen haben Nacken, die dicker sind als ein Bein von mir. Damit will ich nichts zu tun haben. Ich mußs mir doch nicht von Romanowski Schläge auf den Kopf einfangen. Dalip ist der größte Typ da draußen ? ich wette, dass sich meine Hände für ihn anfühlen wie die Hände meiner Tochter für mich.?

Dennoch kann der preisgekrönte Komödiant nicht verhehlen, dass er sich durchaus in einer Konkurrenzsituation befand. ?Adam Sandler ist wirklich komisch in diesem Film?, meint er. ?Ich mußste mich richtig anstrengen, um ihn zu übertreffen.?

Bevor man sich mit dem Rest der Besetzung beschäftigte, wandten sich Giarraputo und Sandler an Burt Reynolds, der im Original-Film die Rolle des Quarterbacks Paul Crewe gespielt hatte. Reynolds übernahm die Rolle von Coach Nate Scarborough, ein ehemaliger Sooner und mittlerweile Gefängnisinsasse. Obwohl seine Zeit auf dem Spielfeld längst passé ist, kann Scarborough mit lebenslanger Footballerfahrung glänzen. Im gleichen Maße war Reynolds? Erfahrung von unschätzbarem Wert für die Filmemacher. ?Burt ist Herz und Seele des Films?, sagt Giarraputo. ?Es war eine immense Hilfe, dass wir ihn am Set hatten ? er ließ uns wissen, wie die Dinge beim ersten Mal gelaufen waren.?

Die Fassung von The Longest Yard (Die härteste Meile) aus dem Jahr 1974 war ein riesiger Hit gewesen. Wie fühlte es sich für Reynolds, einen der größten Filmstars der 70er-Jahre, an, seine Paraderolle Adam Sandler, einem der größten Filmstars dieser Dekade, zu überlassen?

?Es war wirklich ein komisches Gefühl, Adam das Jerseyhemd mit dem Namen Crewe auf dem Rücken tragen zu sehen?, sagt Reynolds. ?Am ersten Drehtag rief Chris ,Crewe!? und ich drehte mich um und ruinierte damit die Aufnahme. Aber es war ein cooles Gefühl zu wissen, dass wir diesen Film drehten, weil die erste Fassung so beliebt ist.?

?Burt spielte für Florida State ? er ist ein echter Athlet und kennt das Spiel?, sagt Segal. ?Er bringt alles mit ans Set. Er steckt einen echten Zusammenstoß auf dem Feld einfach weg. Er ist ein legendärer Athlet bzw. Schauspieler. Mir lief es eiskalt den Rücken runter, als ich ihn auf das Feld joggen sah und er die Nummer 22 trug.?

Reynolds war auch eine echte Inspiration für viele der anderen Athleten am Set, wie Kickboxer Bob Sapp betont. ?Kurz vor dem Dreh des großen Spiels hielt er eine Rede?, erinnert sich Sapp. ?Er sagte: ,Ich habe zu meiner Zeit Hunderte von Filmen gedreht und ich kann euch sagen: Dies sind die Momente, an die ihr euch immer erinnern werdet. Sorgt dafür, dass ihr mit Leidenschaft und Herz reagiert und euer Bestes gebt, weil ihr nie wieder einen Moment wie diesen in eurem ganzen Leben haben werdet.? Das bedeutete uns sehr viel.?

Der Erfolgsrapper Nelly gibt sein Spielfilmdebüt als Meget, der Star des Teams als Running Back. Er war begeistert von der Aussicht, mit Adam Sandler und Chris Rock arbeiten zu können.

?Das ist Komödien-Poesie?, findet der Rapper. ?Sie spornen sich gegenseitig an. Und wenn sie einfach nur so dastünden und sich ansähen ? man müsste trotzdem lachen. Es ist verrückt.?

?Nelly ist zweifellos ein zukünftiger Filmstar?, sagt Jack Giarraputo. ?Er hat jede Menge Talent, daran besteht kein Zweifel. Das Publikum fiebert mit seiner Figur mit. Man kann prima mit ihm arbeiten ? er ist definitiv der netteste Rapper, den ich kenne.?

?Meine Mama würde sagen, dass ich schon mein ganzes Leben lang Schauspieler bin?, lacht Nelly. ?Sie sagt, dass sie nie weiß, wer am Morgen aufwachen wird. Aber mal ganz im Ernst, es ist eine Herausforderung, sich locker zu machen, in verschiedenen Situationen verschiedene Charaktere zu spielen. Aber das ist es, worum es beim Schauspiel geht.?

Neben seinem Talent für das Rappen beherrscht Nelly auch das Footballspiel. ?Wir sahen ihn vor ein paar Jahren beim Football bei einem MTV Event beim Super Bowl. Es ist offensichtlich, dass er ein wirklich guter Athlet ist?, sagt Giarraputo. ?Selbst die Profis waren erstaunt von seinem Können.?

?Er ist ein wirklich großartiger Sportler?, bestätigt Peter Segal. ?Und er unternahm alles in seiner Macht Stehende, um seinen ersten Film zu einem denkwürdigen Ereignis zu machen. Er hat sich mit vollem Einsatz in alles gestürzt. Er war so enthusiastisch. Oft mußsten wir sein Stuntdouble auf die Bank setzen, damit Nelly selbst vor der Kamera stehen und sein Ding durchziehen konnte.?

Nicholas Turturro spielt Brucie, einen Ganoven, der viel Begeisterung, aber nur wenig Talent beim Football hat. ?Er ist der mit Energie geladene, verrückte, kleine Typ?, sagt Turturro. ?Er hat immer kesse Sprüche auf den Lippen, doch eigentlich ist er ein Softie. Aber er ist ein Spieler, und er mußs einstecken können.?

Überdies hat Rob Schneider einen Gastauftritt, um einen Satz zu sagen, den viele Sandler-Fans bereits bestens kennen. Kein Wunder, denn Schneider sagt genau diesen Satz bereits in The Waterboy und Little Nicky (Little Nicky - Satan Junior, 2000): ?You can do it!? (?Du kannst es!?)

Immer auf die Zwölf: Der Dreh der Footballszenen Um sicherzugehen, dass die Footballszenen so authentisch wie möglich aussahen, holte sich die Produktion einen ehemaligen NFL-Quarterback und einen bekannten Footballkoordinator, die den Schauspielern die Feinheiten des Sports beibringen sollten.

Als Sportkoordinator war Mark Ellis, der bereits an Coach Carter (Coach Carter, 2005), Friday Night Lights (Friday Night Lights, 2004) und Any Given Sunday (An jedem verdammten Sonntag, 1999) gearbeitet hatte, dafür verantwortlich, dass die Schauspieler so für ihre Footballszenen vorbereitet wurden, dass sie vollkommen sicher und doch so echt wie möglich umgesetzt werden konnten.

?Ich sorgte dafür, dass das Footballspiel authentisch und sicher ist und dazu beiträgt, die Geschichte zu erzählen?, berichtet Ellis. ?Nachdem wir die Spieler ausgewählt hatten, schätzten wir die Jungs zuerst einmal ein, um festzustellen, wo ihre Stärken und wo ihre Schwächen lagen.? Und dann konnten wir ihre Stärken zu unserem Vorteil nutzen.

Der Regisseur merkt an, dass Sandler bereits vor dem Projekt das nötige Rüstzeug besaß. ?Adam ist ein wirklich guter Athlet?, sagt Segal. ?Er war Quarterback des Pop-Warner-Teams. Zurzeit verbringt er jeden Tag bis zur Erschöpfung auf dem Basketballplatz. Allerdings hatte er schon lange keinen Football mehr geworfen, also war Salisbury zur Stelle, um seine 14-jährige NFL-Erfahrung mit Adam zu teilen und ihn in Footballform zu bringen. Es dauerte nicht lange, dann hatten Adams Würfe den typischen engen Spiralendreh und er arbeitete die Formationen und Kommandos aus ? alles, was einen Quarterback auszeichnet.?

Segal merkt auch an, dass zur Darstellung eines Quarterbacks allerdings mehr gehört als ein paar präzise Würfe: ?Es geht auch darum, wie man sich hält, man braucht den richtigen Gang. Man mußs mit dem nötigen Selbstvertrauen auf den Platz treten, mußs immer so aussehen, als hätte man alles unter Kontrolle, wenn man der Mittelpunkt des Spiels ist, die Verteidigung analysiert und die Kommandos gibt. Adam bringt das von sich aus mit. Und je länger das Training dauerte, desto klarer wurde jedem, dass er wirklich der Anführer des Teams ist.?

Um sein Vertrauen zu stärken, zeigten Ellis und sein Team dem Star, wie er durch die Veränderung seiner Tonlage seinen Mitspielern gegenüber bei der Rückpasslinie die Führung in dem Gedränge signalisieren konnte, wie das ein ehemaliger NFL-Spieler tun würde, der die Kontrolle über die Mean Machine hat.

Coach Ellis war beeindruckt vom Einsatz des Stars und seinen athletischen Fähigkeiten. ?Wir drehten eine Szene mit Adam, in der er einen Football wirft. Der Ball verlässt seine Hand und die Kamera folgt dem Ball etwa 15 Meter, wie er schließlich mitten in die Arme von Michael Irvin segelt. Da gibt es keinen Schnitt?, sagt Ellis. ?Ich mache das jetzt seit 13 Jahren, aber noch nie ist es mir gelungen, diese Szene so hinzukriegen, wie wir es mit Adam geschafft haben.?

Coach Ellis nahm sich auch 22 150-Kilo-Typen vor und schickte sie durch zwei Football-Training-Camps, zuerst in Los Angeles und dann in Santa Fe, New Mexico. Die Herkunft seiner Rekruten war ganz unterschiedlich: Sie waren ehemalige NFL-Spieler, AFL-Spieler, Wrestler, Kickboxer, Schauspieler und einer war sogar Musiker.

Das Training wurde nach allen Regeln der Kunst durchgezogen. ?Viele der Jungs hatten am Morgen ihr Workout mit Gewichten. Am Nachmittag schickten wir sie dann ins Training?, erinnert sich Ellis. ?Das Training ist erschöpfend ? mental und körperlich. Aber das war Teil dessen, um die Kameradschaft aufzubauen, die ein solches Team braucht. Man mußs sich kennen lernen, genauso wie man zu spielen lernen mußs.?

Obwohl die körperlichen Anforderungen an die Spieler hoch waren, mußsten sie auch daran erinnert werden, dass es darum ging, gemeinsam einen Film zu drehen. Deshalb mußsten die Footballsequenzen in eine koordinierte Struktur gebracht werden ? eine inszenierte Realität. ?Man kann eine Analogie zwischen der Choreographie für einen Tanz und Football sehen?, erklärt Ellis. ?Ich habe 22 Jungs, die an einem sehr gewalttätigen Tanz teilnehmen. Also müssen sie wissen, was sie tun. Andernfalls ist die Chance ziemlich hoch, dass sich jemand verletzt.?

Der Aufbau der 'Mean Machine' (und die Rekrutierung der Wachen) Um die restlichen Rollen der Ganoven und Wachen zu komplettieren, wandten sich die Filmemacher an echte NFL-Spieler, professionelle Wrestler und andere harte Jungs. ?Football kann man nicht vortäuschen? sagt Peter Segal. ?Dies ist das quintessenzielle amerikanische Spiel ? jeder im Land hält sich für einen Experten. Die Treffer müssen echt sein. Ich bin stolz darauf, dass wir mitten reingegangen sind und man die Gesichter der tatsächlichen Spieler und Schauspieler, die ihre eigenen Stunts absolvierten, sehen kann.?

Im Zentrum der Mean Machine steht der Star-Receiver Deacon Moss. Für diese Rolle hatten die Filmemacher einen der größten Spieler in der Geschichte des Sports ausgewählt: den ehemaligen Receiver der Dallas Cowboys und Nominierten für die Football Hall of Fame, Michael Irvin.

?Ich hatte die Polster schon eine Weile nicht mehr angelegt?, gesteht Irvin. ?Aber sobald ich in die Uniform geschlüpft war, fing ich an, darüber nachzudenken, doch wieder mit dem Spielen anzufangen ? gegen diese Gedanken war ich machtlos. Aber ich wurde für den Film so hart rangenommen, hatte so viele blaue Flecken und war am Ende so hundemüde ? ich kann mir nicht vorstellen, jemals wieder als Spieler zurückzukehren.?

?Der Unterschied zwischen einem Film und dem realen Spiel besteht darin: Wenn man davor steht, einen Schlag ins Gesicht zu kriegen, kann man das Stuntdouble aufs Feld rufen?, lacht Irvin. ?Aber ich liebe dieses Spiel wirklich von ganzem Herzen.?

Irvin merkt an, dass es eine entscheidende Parallele zwischen dem Dreh eines Films und dem Footballspiel gibt: ?Ich fand es ganz bemerkenswert, dass man einen Haufen Jungs zusammensteckte, die einander nicht kannten, und ein richtiges Footballteam aus uns machte. Wir haben viel Zeit miteinander verbracht, wie man das auch in der NFL macht, und wuchsen zu einer echten Mannschaft zusammen.?

World-Champion-Wrestler Bill Goldberg legte ebenfalls zum ersten Mal seit einigen Jahren die Polster wieder an. Obwohl man ihn vor allem als Wrestler kennt, hatte er zuvor fünf Jahre in der NFL verbracht. ?Es war ein tolles Gefühl, nach zehnjähriger Pause wieder die Polster umzuschnallen?, meint Goldberg. ?Aber der Tag danach fühlte es sich gar nicht mehr so toll an. Ich wachte auf und fühlte mich, als wäre ich von einem Monsterlastwagen angefahren worden.?

Dennoch fand es Goldberg toll, eine Figur zu spielen, die so voll und ganz seiner Persönlichkeit entspricht. ?Ich wusste, dass ich den härtesten Typen auf dem Feld spielen wollte, wenn ich die Gelegenheit bekäme, bei dem Film mitzumachen. Ich wollte der sein, der die Gegenspieler am allerkompromisslosesten rannimmt?, sagt er. ?Ich habe es auf jeden einzelnen Wärter im gegnerischen Team abgesehen. Sie sind alle auf meiner schwarzen Liste.?

Eine Reihe weiterer ehemaliger NFL- und Wrestling-Größen spielen Wärter in dem Film, die es mit der Mean Machine aufnehmen wollen. Der vierfache Super-Bowl-Champion Bill Romanowski landete in der Rolle des gewalttätigsten Wärters. ?Football kann man nicht vortäuschen. Man kann es nicht vortäuschen, wenn man jemand mit voller Wucht rammt?, sagt Romanowksi.

Wie nicht anders zu erwarten, liebte Romanowski die Action auf dem Spielfeld. ?Die Polster wieder anzulegen, da rauszugehen, rumzurennen und Football zu spielen, das war einfach toll?, gibt er zu Protokoll. ?Was man wirklich vermisst, wenn man mit dem Football aufhört, ist die Kameradschaft. Man vermisst das Team, man vermisst die Jungs. Dies war ein wunderbarer Ersatz dafür. Es hat viel Spaß gemacht.?

Romanowski, der berühmt für seine bedingungslose Härte auf dem Spielfeld ist, nahm sich die Green-Bay-Packer-Legende Ray Nitschke als Vorbild. Während des Drehs der Fassung von 1974 hatte Nitschke unentwegt versucht, den Star des Films, Burt Reynolds, anzugreifen. ?Romanowski ist ein authentischer Champion?, sagt Giarraputo. ?Es schien, als hätte er vergessen, dass er am Set eines Films war. Er schnallte die Polster um ? und für ihn bedeutete das, dass er wieder ein Profi auf dem Spielfeld war. Seine Angriffe waren allesamt echt. Seine Energie ist einmalig.?

Wrestler Kevin Nash ist als Wärter Engleheart zu sehen, der beschließt, sich mit Hilfe von Steroiden einen entscheidenden Vorteil auf dem Spielfeld zu verschaffen. Obwohl Nash ein ausgewiesener Athlet ist und über eine imposante Erscheinung verfügt, war seine Footballtechnik ein wenig eingerostet. ?In der Schule habe ich Basketball gespielt. Auf dem Footballfeld habe ich seit der zehnten Klasse nicht mehr gestanden?, gesteht er. ?Als wir uns zum Training zusammenfanden und das Kommando ,Shift!? kam, fragte ich ganz dämlich: ,Was soll das denn bedeuten??. Zum Glück war Bill Romanowski mein Mentor. Er nahm mich unter seine Fittiche.?

K-1-Kickboxer Bob Sapp tritt international unter dem Namen The Beast auf. Er meint: ?Das Beast kann viele Gestalten annehmen. Diesmal ist The Beast ein Kätzchen ? Switowski ist einfach nur ein großer, gemütlicher Kerl. Das soll nicht heißen, dass er nicht auch wütend werden kann. Und wenn er wütend wird, dann sollte man besser nicht derjenige sein, der es abbekommt, denn sonst wirst man heulen wie ein kleines Kind.?

Cheesburger Eddy wird von dem ehemaligen NFL-Profi Terry Crews dargestellt; Cheeseburger Eddy ist der Ganove, der dir den Quarterpounder mit Käse besorgen kann. Der indische Wrestler Dalip Singh ist Turley, der größte und gemeinste Ganove vom ganzen Block.

Der ehemalige NFL-Profi Brian Bosworth spielt den Wärter Garner und der ehemalige Wrestler Steve Austin ist als Wärter Dunham zu sehen. Beide finden immer einen Weg, den Sträflingen das Leben zur Hölle zu machen. ?Man mußs erstmal Bösewichte haben, um dann auch Helden zu bekommen?, merkt Bosworth an. ?Man mußs die Wärter abgrundtief hassen können, wenn man zu den Sträflingen halten soll. Aber aus Sicht der Wärter haben all diese Typen natürlich etwas angestellt ? sonst wären sie ja nicht im Knast. Sie erkennen nicht, dass die schweren Jungs etwas aus ihrem Leben machen wollen. Also setzen die Wärter alles daran, ihnen das Leben schwer zu machen.?

Die Grounds-Crew: Das Design von Gefängnis und Spielfeld Die Filmemacher durchkämmten das gesamte Land, um ein Gefängnis zu finden, das die nötige Einsamkeit, Trockenheit und Isolation aufwies, die für das fiktive Allenville Federal Penitentiary gesucht waren. Ausstatter Perry Andelin Blake bereiste ganz Amerika ? von Chicago über Nashville und Hawaii bis Los Angeles ? und stieß schließlich auf das Santa Fe State Penitentiary, das man als ?Old Main? kannte, bevor es vor 20 Jahren stillgelegt wurde. Blake sagt: ?Old Main hatte den perfekten Look, genau die richtige Struktur. Das alte Gefängnis liegt am Rand einer langen, weit offenen Ebene: Wüste, wohin man sieht.?

?Es verstärkt das Gefühl, dass man sich in der Mitte von Nirgendwo befindet. Man glaubt sofort, dass dieser Gefängnisdirektor hier das Sagen hat, weil es niemanden gibt, der ihn beobachten könnte ? da ist nichts und niemand um das Gefängnis herum?, sagt Produzent Jack Giarraputo.

Während die existierende Struktur eines Gefängnisses aus den 50er-Jahren ? eine Reihe von flachen und eng beieinander liegenden Gebäuden ? eine großartige Basis bot, hatten Blake und Segal den Eindruck, dass einige gewaltige Bauten das Gefängnis umgeben müssten. Blake und sein Team errichteten Wachtürme, ein Kraftwerk mit Schornsteinen und einen neuen Gefängnishaupteingang mit großen Fenstern. Hinter diesen Fenstern befindet sich das Büro des Gefängnisdirektors, von dem aus er dem Footballtraining der Wärter zusehen kann (und zusätzlich ein Auge auf das Feld der Sträflinge werfen kann).

Neben den beiden Zellblöcken befindet sich die von Blake gebaute Rotunda, ein Eingang mit großen, ausladenenen Rundbögen. Diese strahlen eine gewisse Stärke und Macht aus ? sie vermitteln den Sträflingen zusätzlich das Gefühl, dass sie gegen ein System ankämpfen, das man nicht in die Knie zwingen kann.

Nach einem Monat Dreharbeiten in New Mexico zog die Produktion weiter nach Los Angeles, um dort das letzte Spiel zwischen den Wärtern und den Häftlingen zu filmen. Die Filmemacher hatten nach einem Footballstadion gesucht, das das Feeling einer texanischen Kleinstadt vermitteln sollte ? und waren ausgerechnet in der zweitgrößten Stadt des Landes fündig geworden. Das Stadion am El Camino College in Torrance mit seiner Hufeisenform war perfekt ? mit einer Ausnahme. ?Wir bauten eine Anzeigetafel, die aussah wie die Frontansicht des Alamo?, sagt Blake. ?Sie war klein, also nannten wir sie Mini-Alamo, und dies hieß bald nur noch Malamo.?

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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