Von Anfang an war
allen Beteiligten klar, dass die Verfilmung nach der Erzählung
des Literatur-Nobelpreisträgers Günter Grass eine
große Herausforderung darstellt. In der Vergangenheit hatte es
bereits mehrere Anläufe gegeben, die satirische und politisch
brisante Geschichte für das Kino zu adaptieren. Die
Lösung war letztlich so einfach wie kompliziert. Und sie war
dem Sujet angemessen: Der Film entstand auf allen Ebenen und bis in
die letzte Konsequenz als deutsch-polnische Ko-Produktion, wie auch
der Versöhnungsfriedhof von Alexander und Aleksandra eine
solche gemeinschaftliche Anstrengung beider Nationen ist. Von
deutscher Seite produzierten Regina Ziegler und Elke Ried, von
polnischer Henryk Romanowski und von britischer Seite Mike Downey
und Sam Taylor.
Auch seitens der Förderer zeigten
beide Länder Flagge für das Projekt: Auf deutscher Seite
leistete die Filmstiftung NRW einen bedeutenden Beitrag, in Polen
unterstützten das polnische Kulturministerium sowie die Stadt
Gdansk und Kino Swiat Int. den Film. Auch auf europäischer
Ebene wurden die "Unkenrufe" als ambitioniertes Vorhaben
wahrgenommen und durch Eurimages und das MEDIA Plus Programme der
Europäischen Union mitfinanziert. Mit der ARD / Degeto Film
GmbH auf deutscher Seite und Telewizja Polska S.A. auf polnischer
konnten zwei Fernsehsender für das Projekt gewonnen werden,
die den Film nach der Kinoauswertung ausstrahlen werden.
Die Drehbuchentwicklung war ein
spannender binationaler Balanceakt, bei dem alle Beteiligten
intensiv diskutierten und mehr über die jeweils andere Nation
lernten. Als Autoren zeichnen verantwortlich der polnische
Schriftsteller und Drehbuchautor Pawel Huelle und sein Landsmann
Cezary Harasimowicz sowie der Deutsche Klaus Richter. Die
Buchentwicklung erfolgte in enger Absprache mit Günter Grass
und seiner Verlegerin Dr. Maria Sommer, die sich als anregende und
konstruktive Mitstreiter erwiesen. Denn anders als in vielen
berühmt-berüchtigten Fällen von
Literaturverfilmungen verstanden und akzeptierten sie, dass das
Medium Film ein grundsätzlich anderes ist als die Literatur
und anderen erzählerisch-dramaturgischen Bedingungen
unterworfen ist. Günter Grass ist voll des Lobes für die
Verfilmung seiner Erzählung: "Ich bin damit sehr zufrieden,
mir hat das sehr gefallen. Die Ironie, der Humor des Buches sind
dabei erhalten geblieben. Es gelingt dem Film, ein ernstes Thema
heiter zu behandeln, ohne so eine Schwere. Das gefällt mir,
und das entspricht auch der Erzählung. Der Film bewahrt das
ironische Spiel mit den jeweiligen Klischeevorstellungen ?
wie ein Deutscher zu sein hat, wie ein Pole zu sein
hat."
Nach monatelanger Vorbereitung wurde
der Film von Ende September bis Mitte November 2004 in Gdansk,
Düsseldorf, Köln, Duisburg, Vilnius, Rom und Terracina
gedreht. Die gemeinsame Zeit am Set war immer auch ein gelebtes
Stück Völkerverständigung. Wenn die "Unkenrufe" auch
im Kino einen Beitrag für die "Zeit der Versöhnung"
zwischen Polen und Deutschen leisten und die Annäherung beider
Nationen, die für die Zukunft Europas eine
Schlüsselbedeutung hat, weiter voranbringen, dann haben sich
alle Mühen vor und hinter der Kamera gelohnt.
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