Der kleine Eisbär 2 - Die geheimnisvolle Insel

Produktionsnotizen

Hans de Beers beliebte Bilderbuchgeschichten um den kleinen Eisbären Lars und seine Freunde vom Nordpol wurden in den 90er-Jahren zunächst fürs Fernsehen aufbereitet, und 2001 brachten die Berliner Cartoon-Film und Warner Bros. Pictures "Der kleine Eisbär" ins Kino, der sich schnell als erfolgreichster deutscher Kinderfilm etablierte.

"Der große Erfolg des ersten Teils hat mich überrascht ? umso schöner war dieses Gefühl", erinnert sich der belgische Regisseur Piet De Rycker, der mit seinem deutschen Regie-Partner Thilo Graf Rothkirch neben "Der kleine Eisbär" und "Tobias Totz und sein Löwe" auch "Lauras Stern" (Deutscher Filmpreis 2005 als Bester Kinderfilm) inszeniert hat ? die beiden arbeiten bei der "Eisbär"-Fortsetzung bereits zum vierten Mal zusammen. "Ich bin sehr dankbar für all die Mühe, die unser Team damals in den kleinen Lars investiert hat. Natürlich ist das ein Ansporn, den zweiten Teil noch besser zu machen!"

"Wir haben seitdem eine Menge dazugelernt", fährt De Rycker fort. "Den zweiten Teil gestalten wir eher klassisch, weniger naiv. Wir versuchen uns dem Geist der Kinderbücher von Hans de Beer noch mehr anzunähern." Auch auf technischem Gebiet hat die intensive Erfahrung beim ersten Teil und bei "Lauras Stern" viele Verbesserungen gebracht. "Nicht dass ich mit den früheren Filmen unzufrieden wäre", sagt De Rycker. "Aber in Bezug auf die Animation sind wir den Vorgängern mit unserem neuen Projekt ,Der kleine Eisbär 2 ? Die geheimnisvolle Insel? um Klassen überlegen."

Auch bei der Umsetzung der beliebten Geschichten in ein kinogerechtes Drehbuch entwickelte sich das Cartoon-Film-Team weiter. "Ein Kritikpunkt bei Teil 1 war die etwas episodenhafte Handlung", berichtet De Rycker. "Manche Zuschauer meinten, dass eher drei Geschichten erzählt wurden als eine. Diesmal ist die Story stringenter, aus einem Guss."

"Das Autorenteam Bert Schrickel und Thomas Wittenburg hat schon das Drehbuch zum ersten Teil geschrieben", sagt Thilo Graf Rothkirch. "Natürlich sind sie nach diesem großen Erfolg wieder dabei. Sie kennen die Figuren in- und auswendig, also setzen wir weiterhin auf diese bewährte Zusammenarbeit."

Neu im Team ist der renommierte Filmwissenschaftler und Buchautor Dr. Rolf Giesen ("Lexikon des Fantasy-Films", "Künstliche Welten"). "Ich kenne Rolf seit 20 Jahren und schätze ihn als Zeichentrickfan und -experten", berichtet Rothkirch. "Bei ,Der kleine Eisbär 2? ergab sich nun erstmals seine offizielle Mitarbeit ? zunächst als dramaturgischer Berater. Er hat sich im Laufe seiner Beurteilung von außen derart in die Materie eingearbeitet und so viel Einfluss genommen, dass wir ihn jetzt als Co-Autor im Vorspann nennen. Ich bin froh, von seinem Können und seiner Fantasie profitieren zu können."

Reif für die Insel: Recherchen auf Galápagos Regisseur Rothkirch hatte die Idee, Lars diesmal auf den Galápagos-Inseln stranden zu lassen. Dazu Piet De Rycker: "Ich bin deswegen mit meinem Haupt-Animator Alberto Campos und einem kleinen Drehteam dorthin gereist, wir nahmen über 900 Fotos auf und drehten auch Realfilmmaterial, das wir als Anschauungsmaterial zu einem einstündigen Film zusammenschnitten. Denn es ging uns nicht nur darum, eine überzeugende Story zu entwickeln, sondern wir wollten auch die Inselatmosphäre möglichst authentisch darstellen. Bei anderen Pazifik-Inseln wäre ein solcher Aufwand nicht nötig gewesen ? da hätte auch ein Reisekatalog oder ein Fotoband als Vorlage gereicht. Doch Galápagos ist eine unverwechselbare Inselgruppe. Sie wird als ,letztes Paradies auf Erden? gepriesen. Aber das mußs man erklären, denn wenn man die Fotos sieht, gibt es dort vor allem schwarze, erstarrte Lava, kaum Bäume, nur kleine Büsche, seltsame Tiere, Land-Iguanas und Meeres-Iguanas, den Fregattenvogel, den Albatros, die alle merkwürdige Verhaltensmuster zeigen. Wieso also ,Paradies?? So etwas erfährt man nicht aus Büchern. Wir mußsten uns das vor Ort anschauen, unsere Hausaufgaben machen und erkunden, was denn so paradiesisch ist."

Außerdem merkte De Rycker, dass die Fotos in Büchern die Inseln allesamt atmosphärisch verklären, sie nur in bestimmten Stimmungen zeigen: "Vor Ort merkten wir, dass dort ein anderes Licht herrscht. Die Fotos in den Büchern geben so etwas nur unvollkommen wieder." Die vom Filmteam auf den Inseln neu aufgenommenen Fotos sollten möglichst 1:1 zeigen, wie es dort aussieht, um den Animatoren und Hintergrund-Zeichnern Anhaltspunkte zu geben. Auch all die Tiere, die dort leben, wurden ausführlich auf Fotos dokumentiert.

"Wir stellten fest, dass ,Paradies? nicht der richtige Ausdruck ist. Für uns definierten wir das jetzt anders: Die Inseln sind kein Paradies, aber ein Ort, an dem man unbeschwert leben kann. Die Welt hat sich seit Charles Darwins Zeiten sehr verändert. Galápagos steht für den Versuch der heutigen Menschheit, den verbleibenden Tieren genügend Freiraum zu erhalten, damit sie so weit wie möglich ihrer Bestimmung nach natürlich leben können ? so als ob der Mensch nie in dieses Reich eingedrungen wäre. Denn überall sonst zerstört der Mensch die Natur. Als Darwin die Inseln besuchte, mußste er buchstäblich über die Iguanas klettern ? sie lebten dort zu Milliarden. Heute sind es immer noch viele, aber längst nicht mehr in den Mengen, die er beschrieben hat. Erstaunlicherweise gibt es dort heute noch uralte Schildkröten, die schon miterlebt haben, wie Darwin die Galápagos-Inseln auf seiner Expedition 1831?36 besuchte!"

Selbst dieser natürliche Freiraum ist trotz strikter Naturpark-Kontrollen nicht ungefährdet. "Der Tourismus auf den Galápagos-Inseln hat erheblich zugenommen", sagt der für die Postproduction und das Making-of zuständige Michael Braun. "Wir mußsten unsere Film- und Geräuschaufnahmen mehrfach unterbrechen, als Dutzende amerikanische Senioren per Schlauchboot angelandet wurden." Dennoch brachte Sounddesigner Stephan Colli eine Menge Originaltöne von den Inseln mit, die im Film als Geräuschkulisse Verwendung finden.

Über die wirklichkeitsnahe Umsetzung seiner Inselerfahrungen berichtet De Rycker: "Natürlich zeigen wir nicht das ganze Galápagos-Archipel mit den 13 großen, 8 kleinen und etwa 40 winzigen Inseln, wir konzentrieren uns auf eine Insel. Wir vermeiden auch bewusst die merkwürdigen geologischen Gegebenheiten ? es gibt dort rote und schwarze Strände, die man uns in einem Realfilm wohl glauben würde, aber im Animationsfilm wirken sie zu unecht, selbst wenn sie der Wirklichkeit entsprechen. Mit solchen Aspekten wollen wir die Zuschauer nicht überstrapazieren."

Vom Nordpol zum Äquator: Die Filmstory Die Galápagos-Reise hat De Rycker und sein Team nachhaltig beeindruckt. Aufgrund der Erlebnisse fügte er eine Menge Details nachträglich in das Skript mit ein ? und veränderte es dadurch sehr stark. "Die Arbeit am Skript für einen animierten Film unterscheidet sich grundlegend von einem Realfilm", sagt De Rycker. "Beim Realfilm mußs das Drehbuch unbedingt abgeschlossen sein, bevor man mit den Dreharbeiten beginnt. Denn der Dreh dauert nur 28 oder 35 Tage, da kann man zwischendurch nicht mehr lange überlegen."

Bei einem auf Jahre angelegten Animationsprojekt ist jedoch das Storyboard die entscheidende Richtschnur. Daran arbeiten die Filmemacher acht Monate, und in dieser Zeit kann man jederzeit Storyänderungen integrieren. "Das Drehbuch an sich ist noch offen ? was wir allerdings unbedingt brauchen, ist eine funktionierende Grundstruktur", sagt De Rycker. "Bei den Dialogen halten wir uns zurück, die werden von unseren Storyboard-Zeichnern hinzugefügt, sie sind mehr oder weniger für die endgültigen Dialoge zuständig. Natürlich werden diese von den Drehbuchautoren überarbeitet. Aber der Aufbau der Szenen, das Tempo werden von den Zeichnern konzipiert und festgelegt. Das gilt auch für die Figuren. Wenn wir mit fünf Hauptfiguren anfangen, kommen im Lauf der Arbeit noch viele weitere hinzu. Wenn sie uns gefallen, halten wir uns nicht zurück. Es kommt vor, dass 20 Prozent des Skripts im Papierkorb landen, weil die Entwicklungen am Storyboard viel interessanter sind."

Die Drehbuchautoren kennen diese Arbeitsweise und sind in diese Entwicklungsarbeit mit eingebunden. Auch Hans de Beer, dessen Erfindung Lars zwischen Buchdeckeln eine vielfache Millionenauflage erlebte, beobachtet nach wie vor genau, wie die Filmemacher den kleinen Eisbären auf die große Leinwand übersetzen. "Ich habe mich lange gesträubt, die Zustimmung zur Verfilmung meiner Bücher zu geben, weil man immer wieder hört, dass Autoren ihre Werke in den Filmen überhaupt nicht wiedererkennen", sagt de Beer. "Doch bei der ursprünglichen Fernsehserie, die mit Cartoon-Film und dem WDR entstand, entwickelte sich eine sehr angenehme Zusammenarbeit, die meinem Eisbären absolut gerecht wurde. Aufgrund dieser Erfahrung hatte ich dann genug Vertrauen in das Cartoon-Film-Team, um einer Kinoversion zuzustimmen."

Auch an die Produktion des ersten Spielfilms hat de Beer nur positive Erinnerungen. Er machte von seinem vollen Mitspracherecht durchaus Gebrauch: "Natürlich unterscheiden sich die Medien, der Film hat andere Erfordernisse als ein Kinderbuch, die grafischen Elemente lassen sich nicht einfach übernehmen, und das ist ganz in Ordnung. Aber was mir nicht gefiel, das kam auch nicht in den Film. Wir sprachen genau ab, was Lars' Charakter ausmacht, was er tun und lassen sollte. Mit dem Ergebnis war ich sehr zufrieden ? die Verwandlung des kleinen Eisbären in einen Filmhelden ist rundum gelungen, die Essenz meiner Geschichte blieb erhalten." Der Grund war einfach: Bei Cartoon-Film und Warner Bros. Pictures gilt ebenfalls als oberstes Gebot, dass sich der Film möglichst exakt an die Vorlage hält. De Beer arbeitete ausführlich mit den Animatoren zusammen, demonstrierte ihnen seinen Zeichenstil und die Verwendung von Hintergründen und Farben. Fast alle Filmfiguren entstanden in Absprache mit dem Autor/Illustrator.

Weil dasselbe Team jetzt auch den zweiten Film produziert, bringt es umfangreiche Erfahrungen mit de Beers Helden mit. Aber es gab natürlich viele neue Figuren und Schauplätze. "Die habe ich mir sehr genau angeschaut", sagt Hans de Beer. "Wieder war ich einige Male in Berlin, um mit den Zeichnern zu sprechen, wir diskutierten ihre Entwürfe. Aber ich hatte diesmal nicht mehr so viel zu tun, denn ich fand nichts an der Arbeit von Piet De Rycker, Thilo Rothkirch und ihren Animatoren auszusetzen ? es war eine sehr erfreuliche Zusammenarbeit. Auf das Resultat bin ich so gespannt, dass ich es mir schon ohne die fertige Tonabmischung anschauen werde."

Wie im ersten Teil geht Lars auf eine große Reise ? ein Motiv, das sich auch durch alle "Eisbär"-Bücher von de Beer zieht: Lars ist nie auf seine Welt am Nordpol fixiert, sie bildet meist nur den Ausgangspunkt für seine Abenteuer. In Teil 1 und in der Fernsehserie war es oft so, dass Lars aus Neugier oder purem Übermut in ein Abenteuer schlidderte. Diesmal möchte er nur seinem Freund Caruso aus seiner Misere helfen und tritt dann die Reise gezwungenermaßen an.

"Ja, Lars darf sich weiterentwickeln, ein wenig reifer werden. Das macht die Geschichte interessanter. Im Gegensatz zu vielen anderen Serienhelden verändert er sich, er darf seinen Kopf gebrauchen", lacht De Rycker. "Er merkt, dass sein Handeln Konsequenzen hat."

Das soziale Moment spielt in der Story ebenfalls eine große Rolle. Der kleine Eisbär ist immer von seinen Freunden umgeben, die ihn tatkräftig unterstützen. Doch der Motor der Handlung ist und bleibt natürlich Lars persönlich, aber er ist eben nicht der allein auf sich gestellte Held im traditionellen Sinn.

"Lars ist die Hauptfigur, weil er das Herz auf dem rechten Fleck hat", sagt De Rycker. "Wenn er merkt, dass irgendwo Unrecht geschieht, mußs er handeln. dass er aktiv wird, geht allein von ihm aus. Natürlich ist er immer auf seine Freunde angewiesen, er braucht ihre Unterstützung. Ohne Hilfe erreicht er sein Ziel nicht ? darin unterscheidet sich eine Zeichentrickgeschichte nicht von der Realität."

Ein traditioneller Kinoheld vollbringt dann am Kulminationspunkt der Story die entscheidende Großtat. "Doch ein solcher einsamer Held ist Lars eindeutig nicht", fährt De Rycker fort. "Vielmehr versuchen wir zu zeigen, dass Lars seine Freunde sehr stark motiviert, ihn zu unterstützen. Wir greifen damit ein ganz allgemein menschliches Problem auf: Wer sich auf Freunde einstellen kann, ist niemals allein. Voraussetzung für erfolgreiches Handeln ist also eine Reihe von Sozialtugenden. Wir orientieren uns mit dieser unterschwelligen Botschaft demnach nicht am klassischen Konzept der Hollywood-Filme, sondern eher am wirklichen Leben."

Von großer Bedeutung beim Konzept eines Films wie "Der kleine Eisbär 2" ist das junge Publikum, das von der Handlung nicht überfordert werden darf. Dazu De Rycker: "Bei der Entwicklung unserer Filmstory müssen wir unsere Zielgruppe immer im Auge behalten, allerdings noch nicht so sehr beim Drehbuchentwurf. Aber beim Storyboard kommt es darauf an, was man konkret ins Bild bringt und was die kleinen Zuschauer möglicherweise verängstigen könnte ? Letzteres wollen wir auf jeden Fall vermeiden."

"Das Leben besteht nicht nur aus Gut gegen Böse, man mußs Geschichten nicht immer auf diesen Kontrast reduzieren", weiß Regisseur Rothkirch. "Wir sind überzeugt, dass Geschichten, bei denen das dramatische Pendel weniger stark ausschlägt, ebenso gut funktionieren."

"In unseren Filmen gibt es keine bösen Menschen. Wir haben dieses Motiv schon aus dem ersten Film bewusst heraus genommen. Negativ besetzt war dort nur das anonyme schwarze Schiff (dessen Besatzung keine Rolle spielt)", berichtet De Rycker. "Wir haben also einen Film ohne Bösewichte gedreht. Woraus sich sehr interessante neue dramaturgische Strukturen ergeben. Die abgedroschene Schwarzweißmalerei konventioneller Kinofilme ist gar nicht nötig. Wir gehen spiritueller vor, konzentrieren uns auf Herz und Kopf unserer Hauptfigur: Lars steht vor einem Dilemma, das sich aber in ihm selbst abspielt. Es wird nicht durch einen Gegner personifiziert."

Trotzdem bleibt Dramatik natürlich für jeden Film eine Grundvoraussetzung. In "Der kleine Eisbär 2" freundet sich Lars im Meer vor der Galápagos-Insel mit einem prähistorischen Riesenfisch an. Nordpol-Forscher erfahren übers Internet von der Entdeckung dieses lebenden Pliosauriers und fliegen zum Archipel, um ihn einzufangen. Dazu Rothkirch: "Die Forscher sind keine Bösewichte. Sie erfüllen nur ihren Auftrag: Wenn es eine wissenschaftliche Sensation gibt, dann wollen sie die zu Forschungszwecken nutzen. Sie wollen den großen Fisch ja nicht töten und ausstopfen, sondern ihm nur eine Sonde einpflanzen, damit sie ihn wissenschaftlich beobachten und analysieren können. Sie gehören also auch zu den Guten. Selbst der gewaltige Fisch wirkt bei uns nicht bedrohlich: Natürlich mußs ein großer Fisch riesige Mengen fressen, aber das ist nur der eine Aspekt. Er kann nämlich genauso sanft sein wie jedes andere Wesen auch."

"Auf manche Zuschauer mag er zunächst wie ein Monster wirken, aber wir alle haben Mitleid mit ihm: Es ist einfach nicht fair, dass der Fisch von den Lavamassen bewegungsunfähig eingeklemmt ist", kommentiert De Rycker.

Nicht einmal der Lava speiende Vulkan erscheint gefährlich: "Wir zeigen, dass alles zwei Seiten hat: Der Vulkan spendet Leben und nimmt Leben", sagt Rotkirch, und De Rycker ergänzt: "Je realistischer die Lava auf unsere Helden zufließt, desto unheimlicher und gefährlicher erscheint sie. Sollten wir sie deshalb nicht zeigen? Für uns gab es keine zwei Meinungen: Der Vulkan als Story-Element mußs im Film auftauchen. Ohne die Vulkantätigkeit gäbe es gar keine Galápagos-Inseln. Wir zeigen diese Urgewalt aber nicht als Gefahr. Der Vulkan strahlt eher eine spirituelle Kraft aus, denn er ist immer schon dagewesen. Er bildet die Grundlage für das Leben auf den Inseln."

Bleistift oder Computer? "Ich las in einem Zeitungsartikel, dass Karlsruher Forscher an der mexikanischen Pazifikküste einen fossilen Pliosaurier gefunden haben", berichtet Regisseur Rothkirch. "In einer BBC-Dokumentation sah ich dann eine Rekonstruktion dieses Meeressauriers, des größten Raubtiers seines Erdzeitalters. Dadurch kam ich auf die Idee mit dem großen Fisch, denn Mexiko ist ja nicht allzu weit von Galápagos entfernt."

Wie in "Der kleine Eisbär 1" setzen die Filmemacher traditionelle Handzeichnungen neben Computeranimationen ein. Beide Techniken bieten Vorteile, und sie lassen sich nahtlos miteinander verschmelzen.

"Der große Fisch bot sich als Computerobjekt an ? er schwimmt langsam, bewegt sich nie hektisch, er spricht nicht, mußs also nicht lippensynchron animiert werden", sagt Regisseur De Rycker. "Eines der größten Probleme für Animatoren ist die lebensnahe Darstellung der Augen. Die ist uns mit dem Computer sehr gut gelungen: Der große Fisch kommuniziert mit seinem Riesenauge, er versteht Lars und seine Freunde, und er hat auch seinen eigenen Willen. All das müssen wir mit seinem Auge ausdrücken! Eine echte Herausforderung. Das klappte nicht auf Anhieb. An einem bestimmten Punkt mußsten wir entscheiden, alle Fischszenen noch einmal zu überarbeiten, weil sein Augenausdruck nicht lebendig genug war. Zum Glück hatten wir noch genug Zeit."

"Ich freue mich, dass solche Fälle bei unserer Arbeitsweise vorgesehen sind", fährt De Rycker fort. "Denn man kann noch so gut planen ? man weiß nie genau, wie das fertige Bild später wirkt. Erst wenn man das gesehen hat, fällt die Entscheidung, ob eine weitere Bearbeitung nötig ist. Es hätte nämlich sein können, dass unser Publikum nicht mitmacht, wenn der Fisch nicht glaubwürdig wirkt. Inzwischen weiß ich, dass er absolut überzeugt."

Wäre der Fisch traditionell animiert worden, hätte er bei seinen langsamen Bewegungen viele aufwändige Zwischenzeichnungen erfordert. Nur im Fall einer lebhaften Mimik würde man sich eher für die 2D-Animiation entscheiden, aber mit seinem Gesicht drückt der Fisch sehr wenig aus. Beste Voraussetzungen also für den Einsatz der Digitaltechnik.

"Mit dem Computer lassen sich langsame Bewegungen sehr überzeugend darstellen", sagt de Rycker. "Ich bin mit dem Ergebnis mehr als zufrieden, auch mit dem Licht der Unterwasseratmosphäre, die dem Fisch erst eine überzeugende Umgebung schafft. Wir sind ja nicht unbedingt auf jene Action aus, bei der putzige Figuren ständig in Bewegung sind und etwas Verrücktes anstellen. Wir legen hier mehr Wert auf Stimmungen und Gefühle."

Bärenstark: Die deutsche Comedy-Szene im Tonstudio "Erst die Postproduction haucht dem stummen Filmbild das Leben ein", weiß Postproduction Supervisor Michael Braun, der 2004 für Cartoon-Film auch schon "Lauras Stern" betreut hat. "Lebendig wird die Story durch den sprachlichen Ausdruck der Filmhelden, durch die akustische Ergänzung der Atmosphäre, durch Geräusche und Effekte."

Die sprechenden Figuren unterteilen sich einerseits in die kindlichen Helden, also Lars, Greta, Robby, Lena, Pieps und das Zwergpinguinmädchen Maria, andererseits in die erwachsenen Tiere beziehungsweise die merkwürdigen Tiere, denen die Helden auf der Galápagos-Insel begegnen. Sie alle erhalten ihren unverwechselbaren Charakter durch die Stimme.

"Unsere Aufgabe unterscheidet sich deutlich von der üblichen Synchronisation, bei der ja die schon vorhandene Stimme einer anderen Sprache in der deutschen Fassung möglichst genau imitiert werden mußs", sagt Braun. "Wir dagegen liefern das Original, jene Vorlage, nach der man sich in den anderen Ländern richten mußs, wenn ,Der kleine Eisbär 2? später dort läuft."

Die Arbeit mit Kindern erlebt Braun immer als besonders interessant, weil sie bestimmte Situationen anders und viel schneller erfassen. "Maximilian Artajo als Lars ist einfach unschlagbar", sagt er. "Er hat bereits den Synchron-Nachwuchspreis gewonnen ? als Sprecher des kleinen Eisbären in der Fernsehserie. Beim ersten ,Eisbär?-Kinofilm war Maximilian noch als Robby dabei. Der ursprüngliche Lars-Sprecher Mijail Verona ist inzwischen im Stimmbruch ? das Schicksal steht Maximilian natürlich auch noch bevor: Er wird wie Mijail dann ins Erwachsenenfach wechseln. Falls die ,Eisbär?-Serie fortgesetzt wird, bekommen wir große Schwierigkeiten, einen würdigen Lars-Nachfolger zu finden." "Auch Céline Vogt spricht die Greta bereits sehr professionell ? sie hat vor einem Jahr die Hauptrolle in ,Lauras Stern? übernommen", fährt Braun fort. "Die übrigen Kinder bringen großenteils schon Erfahrungen in ihren Rollen als Lena, Pieps etc. mit ? um so problemloser gestaltet sich die Arbeit."

Um die schillernd-exotische Welt in "Der keine Eisbär 2" akustisch angemessen zu gestalten, beschlossen die Filmemacher, die Erwachsenenrollen mit der Crème de la Crème der deutschen TV-Comedians zu besetzen.

"Sehr gelungen ist zum Beispiel die Paarung Ralf Schmitz als Blaufußtölpel Pepe und Mirco Nontschew als Pracht-Fregattvogel Booby: Die beiden schrägen Vögel sind die Ersten, die Lars auf der geheimnisvollen Insel begrüßen", berichtet Braun.

Ingolf Lück übernimmt wie im ersten Teil die Rolle von Lars' Vater Mika: "Routiniert, problemlos, souverän. Und Anke Engelke spricht das etwa achtjährige Meer-Iguana-Mädchen namens Iguanita ganz wunderbar ? man hört überhaupt nicht, dass sie im selben Film (wie schon in Teil 1) auch die Rolle von Lars' Mutter übernimmt. So etwas kann ich nur einer Künstlerin zumuten, von der ich weiß, dass sie ihre Stimme bravourös verstellen kann."

"Wir wissen ja, was Anke als Synchronsprecherin der Dory in ,Findet Nemo? geleistet hat", erinnert sich Regisseur Rothkirch. "Genauso genial meistert sie ihren neuen tierischen Auftritt ? sie ist einfach Spitzenklasse." Der komische Pinguin Caruso sucht eine Freundin und findet sie in dem Zwergpinguin-Mädchen Maria auf Galápagos. "Dirk Bach als Caruso ist natürlich genauso überzeugend wie in Teil 1", sagt Braun. "Er darf außerdem singen: einerseits den Caruso-Song und andererseits ein Duett mit dem neunjährigen ,Schnappi?-Shootingstar Joy: Die beiden harmonieren fantastisch. Und auch als Synchronsprecherin hat sich die kleine Debütantin Joy auf Anhieb bewährt."

"Ich freue mich sehr, dass wir Harry Rowohlt wieder für eine Mitwirkung gewinnen konnten, auch wenn sein Auftritt nicht gerade wortlastig ist: Die uralte Schildkröte namens ,Einsamer George? spricht eben nicht viel", sagt Braun. "Aber was Harry sagt, wird im Gedächtnis bleiben ? es gibt keinen Besseren für diese Rolle. Weil er bereits in Teil 1 dabei war, meinte er zunächst: ,Aber die Kinder kennen mich doch schon ? für sie bin ich doch Hippo das Nilpferd!? Worauf ich ihn beruhigte: ,Harry, mach' dir keine Gedanken ? das werden die Kinder verzeihen!?"

Die Lemminge sind fast genauso besetzt wie beim ersten Mal: Roberto Capitoni, Johann König und Thomas Hackenberg wirkten damals schon mit, der terminlich verhinderte Hans Werner Olm wurde durch Michael Koslar ersetzt: "Die vier sind ein Hort der Freude, ein ausgelassenes Quartett, das die Aufnahmen zu viert absolvierte."

Auch das Eisbären-Trio Kalle, Palle und Nalle trat gemeinsam im Studio an. "Atze Schröder, Oliver Kalkofe und Bastian Pastewka sprechen sehr ineinander verzahnte Dialoge ? da ist es von großem Vorteil, wenn sie gemeinsam vor dem Mikro stehen", sagt Braun. "Denn sie müssen sich nicht nur in ihre eigene Rolle finden, sondern sich auch stimmlich von den beiden anderen absetzen: Schröder als ,böser? Kalle, Kalkofe als ,dicker? Palle und Pastewka als ,dummer? Nalle." "Nicht vergessen wollen wir die etwas trotteligen Forscher: Zumindest gehen sie bei ihrem Vorhaben ziemlich tollpatschig zu Werke ? eben so, wie Erwachsene in Kinderfilmen oft wirken. Eine Superbesetzung: Elton spricht sehr passend den etwas beleibten Wissenschaftler Bill, was Simon Gosejohann alias Carlson zu gewissen Textänderungen veranlasste ? nach dem Motto: ,Ey, Dickerchen, stell dich nicht so an!? Beide Comedians standen erstmals im Synchronstudio und sorgten für wirklich spaßige Szenen."

Ein animiertes Team Seit zehn Jahren arbeiten Piet De Rycker und Thilo Graf Rothkirch eng zusammen. "Wir haben uns bei der Arbeit an ,Tobias Totz und sein Löwe? kennen gelernt und zusammengerauft, mit unseren Stärken und Schwächen", berichtet Rothkirch. "Damals ging es darum, uns möglichst effektiv gegeneinander abzugrenzen und zu ergänzen, um die jeweiligen Stärken sinnvoll einzusetzen. Seitdem verstehen wir uns kongenial, es gibt keinen Kompetenzstreit, sondern immer nur konstruktive Auseinandersetzungen. Einfach fantastisch."

De Rycker greift direkt in die Entwicklung der Geschichte mit ein. Als Co-Autor entwickelt er das Drehbuch mit, behält die emotionale, philosophische Linie der Story im Auge, leistet damit einen entscheidenden Beitrag zum Gelingen. "Diese Arbeit schlägt sich in seinen Storyboards nieder, und das überlasse ich ihm völlig", fährt Rothkirch fort. "Ich sehe meine eigene Aufgabe darin, diese Ergebnisse ,von außen? zu beurteilen. Zusammen mit anderen finde ich dann die Schwachstellen, die wir überarbeiten müssen. Das heißt: In etlichen Produktionsphasen wirke ich von außerhalb auf den Arbeitsprozess ein, was Piet voll akzeptiert. Denn er weiß, dass ein Außenstehender Fehler viel schneller erkennen kann."

Ein solcher "Außenstehender" ist auch Willi Geike, Geschäftsführer der Warner Bros. Film Productions Germany, die seit "Tobias Totz und sein Löwe" alle Cartoon-Film-Kinoprojekte mitproduziert hat. "Wir kennen Willi Geike schon sehr lange", sagt Rothkirch. "Und mir fällt immer wieder auf: Wenn es um die Arbeit geht, wirkt er wie ein ganz anderer Mensch. Er analysiert und kommentiert unsere Arbeit mit wachem Verstand und aus tiefster Seele ? er würde nie oberflächlich reagieren. Wenn er etwas zu sagen hat, dann sehr sicher, fundiert und bestimmt. Bei der Beurteilung der Storyboard-Fassung und späterer Versionen vergisst er nie, dass wir mit unserer Geschichte unmittelbar die Seelen der Kinder ansprechen. Mit untrüglichen Sensoren achtet er darauf, dass die Farben der Bilder nicht zu intensiv wirken: Die Hauptfiguren müssen eine pastellene Leichtigkeit behalten, um die Kleinen nicht zu überfordern. Er weiß auch präzise, in welchem Maß die Musik eingesetzt werden mußs. Seine Sensibilität hilft uns sehr, denn wir bei Cartoon-Film stecken manchmal derart tief in dem Projekt, dass wir den nötigen Abstand verlieren. Willi erinnert uns dann daran, was wir unseren Zuschauern zumuten können. Und wir folgen gern seinem Rat: Wir nennen ihn den Anwalt der kleinen Kinder." Es bleibt in der Familie<'P> Schon bei "Der kleine Eisbär" zeigten Produzent/Regisseur Rothkirch und seine Produzentin/Ehefrau Maya Gräfin Rothkirch die früheste Storyboard-Arbeitsfassung des Films ihren gemeinsamen Töchtern Vera und Marlene ? ein unbestechliches Testpublikum, das spontan auf die Stärken und etwaigen Schwächen des Konzepts reagiert. Diese Tradition wird im Hause Rothkirch auch beim zweiten Teil fortgesetzt: "Es ist immer interessant zu beobachten, mit welchen Figuren die beiden sich identifizieren, welche Figuren sie mögen", sagt Maya Rothkirch. "Verstehen sie die Geschichte als Ganzes? Dieses Feedback ist uns nach wie vor sehr wichtig, obwohl die Mädchen inzwischen neun und elf Jahre alt sind und langsam aus unserer Zielgruppe herauswachsen."

Thilo Rothkirch kommentiert: "Die beiden hatten jetzt kürzlich die Möglichkeit, eine spätere Arbeitsfassung des Films in Farbe zu sehen, aber das lehnten sie rundweg ab: Sie bestehen darauf, den kleinen Eisbären bei der Premiere in der kompletten Kinofassung auf der Leinwand zu erleben ? zusammen mit allen anderen Kindern."

Seit vielen Jahren teilen sich die Rothkirchs die Arbeit als Produzenten. "Ich bin mehr für die finanziellen, organisatorischen und vertraglichen Dinge zuständig, er konzentriert sich auf das Künstlerische, auf die Regie", sagt Maya Rothkirch. "Inhaltlich kommen wir uns also selten ins Gehege ? jeder weiß die Stärken des anderen zu schätzen."

Ihren Teil des Pensums beschreibt sie so: "In meiner Funktion mußs ich die Finanzierung auf die Beine stellen ? gemeinsam mit meinem Mann. Dann beantragen wir Förderungen, erstellen die dazu erforderlichen Kalkulationen. Ich handele die Verträge aus, und dann geht es ans Organisieren, ans Verteilen der Arbeit: Mit welchen Partnerstudios arbeiten wir zusammen, wer übernimmt welche Dienstleistung? Wie sieht der Zeitplan aus, der eine Realisierung des Projekts mit der verfügbaren Zahl von Mitarbeitern erlaubt?"

Etwa 300 Mitarbeiter sind nötig, um einen Film wie "Der kleine Eisbär 2" zu realisieren. Ein Animator bearbeitet pro Monat etwa 15 bis 20 Filmsekunden. Reinphasenzeichner und Zwischenphasenzeichner schaffen die gleiche Menge: Ein anschauliches Beispiel dafür, wie arbeitsintensiv ein solches Projekt ist ? 75 Filmminuten sind unter diesem Gesichtspunkt eine sehr lange Zeit.

In Berlin arbeitet Cartoon-Film mit der Firma Kringel-Medien AG zusammen. Seit vielen Jahren setzen die Rothkirchs auf die bewährte Kooperation mit Motion Works in Halle/Saale, wo Teile der Animation und der Hintergründe entstehen. In Ungarn übernimmt die Kecskemét-Film weitere Teile der Animation und der Kolorierung, Animagix in Köln ist ebenfalls für die Kolorierung zuständig. Die Animationsfabrik in Hamburg erstellt die gesamte digitale Animation, das Compositing (das Zusammenfügen der digitalen und traditionell animierten Bildelemente mit den Hintergründen) und die digitalen Effekte. Und BB-Film in Köln verantwortet die gesamte Postproduction: Sprachaufnahmen, Geräusche und Abmischung. Die Filmemacher waren begeistert, als auch der renommierte Hollywood-Komponist und Oscar-Preisträger Hans Zimmer ("Der König der Löwen", "Batman Begins") erneut einwilligte, die Musik zum neuen Cartoon-Film-Projekt zu liefern. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Zimmer hatte 2004 bei "Lauras Stern" begonnen.

Wer sich professionell derart intensiv mit Unterhaltung für Kinder beschäftigt wie die Rothkirchs, mußs auch dafür Sorge tragen, dass die Kinder der eigenen Familie nicht zu kurz kommen. "Unser Leben organisieren wir so, dass wir uns abwechselnd in Berlin und an unserem Wohnort bei Parchim in Mecklenburg-Vorpommern aufhalten", sagt Maya Rothkirch. "Denn heutzutage kann man sehr gut auch von zu Hause aus arbeiten ? per E-Mail und Telefon. Trotzdem brauchen wir bei der Betreuung der Kinder Hilfe von außen, weil wir zu sehr in die Arbeit eingespannt sind. Ich bin glücklich, dass Vera und Marlene das durchaus akzeptieren."

Auf das Ziel des Cartoon-Film-Teams angesprochen, das Piet De Rycker bei Lars' Odyssee durch den Pazifik immer im Auge behält, sagt der Regisseur: "Ein Film mußs seinen Schwerpunkt natürlich in der Optik konzentrieren, aber gleichzeitig wollen wir eine spirituelle Geschichte erzählen. Dabei versuchen wir drei Aspekte immer im Gleichgewicht zu halten: Wer komisch sein will, mußs lustige Situationen erfinden. Wer spirituell sein will, mußs geheimnisvolle, mystische Wesen vorstellen. Und bei der Darstellung der realen Galápagos-Welt müssen wir so wirklichkeitsnah wie irgend möglich vorgehen. Das erzeugt eine fast dokumentarische Atmosphäre. Unsere Recherche-Abteilung hat hervorragende Arbeit geleistet. Denn auf der Leinwand sehe ich Galápagos direkt vor mir, aber dennoch bleibt uns reichlich Gelegenheit, vor diesem Hintergrund lustige Begebenheiten zu erzählen. Und auch der mysteriöse große Fisch funktioniert."

"Ich habe Alberto Campos und alle Kollegen gefragt, die mit auf Galápagos waren: ,Erkennt ihr die Inseln wieder, oder schockiert euch der Kontrast??", fährt De Rycker fort. "Die Antwort war eindeutig: ,Der Film zeigt die Inseln genauso, wie wir sie erlebt haben.? Alles passt zusammen."

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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