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Ein Schlaganfall kommt
unerwartet. Er vernichtet alle Zukunftspläne. Gerade als
junger Mensch ist man nicht darauf vorbereitet, so abrupt aus dem
Leben gerissen zu werden. Als der 33-jährige Musiker Boris
Baberkoff in New York einen schweren Schlaganfall erleidet,
entwickelt seine Frau, die Regisseurin Katarina Peters, eine
eigensinnige Überlebensstrategie. Sie hält sich an ihrer
Kamera fest.
Nach einem fröhlichen Abend mit Freunden bricht Boris zusammen. Die Diagnose lautet: Stammhirninfarkt ? Boris ist ?locked-in?. Reglos liegt er da, bei vollem Bewusstsein in seinem Großhirn eingeschlossen. Die Prognosen der Ärzte sind niederschmetternd ? Katarina aber ringt nach Auswegen, dem Prinzip Hoffnung folgend ... Einen Monat später werden Boris und Katarina nach Hause geflogen, eine Schuldenlast von 350.000 $ im Gepäck. Zurück in Berlin, beginnt für Boris ein langer, mühsam qualvoller Weg der Heilung und Auseinandersetzung. Ist anfangs der Tod körperlich spürbar, wächst in den folgenden Jahren die psychische Belastung in der Partnerschaft. Ein neuer Alltag mit der Behinderung bringt tägliche Erschütterungen für beide: Existenzängste, Außenseitertum und Beziehungsstress. Der Film stellt die großen Fragen des Lebens ? Liebe und Hass, Leben und Tod, Verantwortung und Schuld. Die Erzählstruktur bewegt sich auf zwei Ebenen: dokumentarisches DV-Material wird verwoben mit inszenierten 35mm-Bildern. Traumvisionen und schmerzhaft-reale Etappen einer Heilung bestimmen die Dynamik und Bildsprache des Films. In der dokumentarischen Auseinandersetzung begleitet die kleine schnelle DV-Kamera Boris aus minimaler Distanz. Mit unerschrockenem Humor und ohne Scham offenbart sich der Kranke in seinem Ausgeliefertsein ? aber auch in seinem unerschütterlichen Willen, wieder gesund werden zu wollen. ?Es ist unglaublich, wie schön das ist, wenn man zurückkommt zum Leben?, sagt Boris in der Mitte des Films. Katarinas innere Wirklichkeit, inspiriert von ihren Träumen, findet einen Ausdruck in opulenten Kinobildern. Inszenierte Szenen, in denen sich Katarina in Boris? Cello verkriecht, mit Wasserfluten kämpft oder ein Gehirn häkelt ergänzen die beobachtete Außenwelt. Bei der Suche nach Lösungen für ihre Beziehung im Ausnahmezustand vertraut die Regisseurin auf die reale Kraft ihrer Vorahnungen und Intuitionen. |
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