Into The Blue

Produktionsnotizen

Eintauchen Regisseur John Stockwell hat bereits mit seinem Surfabenteuerfilm BLUE CRUSH (?Blue Crush?, 2002), der in den Wellen Oahus vor Hawaii spielt, Erfolge gefeiert. Als erfahrener Surfer und Taucher, freute er sich darauf, wieder im und unter Wasser zu arbeiten, als er den Auftrag, bei INTO THE BLUE das Steuer zu übernehmen, annahm. ?Da war etwas bei der Rückkehr zum Wasser, ebenso wie bei der Arbeit unter Wasser, was eine wirkliche Herausforderung darstellte,? sagt Stockwell, der auch bei dem romantischen Drama CRAZY/BEAUTIFUL (?Verrückt/Schön?, 2001) Regie geführt hatte.

?Ich war davon überzeugt, dass das Drehbuch von INTO THE BLUE wirklich Schwung und Originalität besitzt. Ich liebe es auf dem Wasser zu sein, und 70% dieses Films spielen auf oder unter der Wasseroberfläche.? Auf der Suche nach geeigneten Drehorten in Florida oder auf den Cayman Islands entschieden sich die Filmemacher schließlich für die Bahamasinsel New Providence, auf der auch die farbenfrohe Hauptstadt Nassau liegt. Man hatte zwischendurch zwar auch andere Orte ins Auge gefasst, erklärt Produzent David Zelon, aber New Providence erfüllte alle Anforderungen an eine anstrengende Produktion am Meer.

?Wir kamen hierher wegen des kristallklaren Wassers und wegen der Haie, die in fast jeder Szene zu sehen sind, sowie wegen der unvergleichlichen Schönheit der Insel und einer Vielzahl an fähigen Arbeitern und Schauspielern in Nassau,? sagt Zelon. ?Wir wollten, dass alles natürlich wirkt, und John wollte so viele Bewohner der Bahamas haben um im Film einen natürlichen Eindruck zu erschaffen.? Einer der ersten Bewohner der Bahamas, der angestellt wurde, war der Hai-Veteran und Tauchexperte Stuart Cove, der sein Unterwasser-Fachwissen schon für Produktionen wie THUNDERBALL (?James Bond 007 ? Feuerball?, 1965) und FLIPPER (?Flipper?, 1996), Filme die zum größten Teil im Meer spielen, zur Verfügung gestellt hatte.

Auch für einen solch erfahrenen Mann wie Cove, schienen die Bedingungen von INTO THE BLUE zunächst etwas entmutigend, gesteht er. ?Was die Unterwasserszenen angeht, kam dem glaube ich höchstens THUNDERBALL nahe,? sagt Cove, dessen Tauchzentrum eines der größten der Karibik ist. ?Aber in INTO THE BLUE ist alles drin ? Free Diving, Haie, Flugzeugabstürze über dem Meer, große Kampfszenen, und beinahe die Hälfte der Dreharbeiten fanden unter Wasser statt.? Die Filmemacher nutzten nicht nur viele von Coves Booten, sie begaben sich quasi unter seine Fittiche, ließen sich von ihm führen und profitierten während der sechsmonatigen Produktion von seinem Equipment und seinen vielen Angestellten.

Cove sagt, dass er beeindruckt war, wie sehr das Filmteam um die Sicherheit und um die Bewahrung der Natur besorgt war. ?Das Wichtigste für mich, als ich den Job annahm, war: ?Werden sie der Umwelt auch keinen Schaden zufügen??? gibt Cove zu. ?Ich bin froh, sagen zu können, dass dies in meiner 25-jährigen Arbeit für Filme die umweltfreundlichste Gruppe war, mit der ich je gearbeitet habe. Sie stellten auch viele Bewohner der Bahamas an, was ein Segen für die örtliche Wirtschaft war.? Eine der Hauptsorgen Stockwells bei den Unterwasserdreharbeiten war, wie lange die Schauspieler wohl die Wassertemperatur aushalten würden. Obwohl der Film in den gemäßigten Gewässern der Bahamas gedreht wurde, fand der größte Teil der Dreharbeiten während der relativ kühlen Wintermonate statt.

?Januar bis März sind üblicherweise ziemlich warm, aber die Wassertemperatur beträgt nur ungefähr 21° C,? sagt Stockwell. ?Das bedeutet, dass die Schauspieler, besonders wenn sie in kurzen Hosen oder Bikinis tauchen, sich nach ungefähr zwanzig Minuten im Wasser unterkühlt fühlen. Die Schauspieler würden in jedem Fall leiden müssen.? Der sich schnell verbreitende Sport des Free Diving ähnelt zwar auch dem Schnorcheln, bei dem die Schwimmer Schnorchelmasken tragen, mehr jedoch dem Tauchen mit Sauerstoffflaschen, bei dem für eine längere Zeit in die Tiefe getaucht wird. Anfänger wagen sich 45 Sekunden lang in Tiefen von 10 Metern. ?Extremere? und erfahrenere Taucher gehen tiefer ? der aktuelle Rekord liegt bei 100 Metern ? für mehrere Minuten während eines Tauchgangs.

Athletische Schauspieler auszuwählen, die sich schnell an die Umgebung unter Wasser anpassen konnten, war Stockwells schwierigste Aufgabe. Er suchte nach Darstellern, die im Meer ?zu Hause? sind und bei denen man davon ausgehen konnte, dass sie die vielen Stunden in der Sonne und die Stunts genießen würden. Der erste Schauspieler, den er ansprach, war Paul Walker, der damit einverstanden war, die Hauptrolle des Jared Cole zu spielen, obwohl er sich über die Schwierigkeiten der Arbeit auf und im Wasser im Klaren. Walker surft sein Leben lang, fährt Wasserski und ist Free Diver und er wuchs an den Stränden Südkaliforniens auf. Er wusste daher, dass seine Rolle ein gehöriges Maß an körperlichem Durchhaltevermögen erforderte.

?Mir war klar, dass die Rolle körperlich erschöpfend sein würde,? sagt Walker. ?21° mag für kalifornische Bedingungen relativ warm sein, aber das Wasser absorbiert die Körpertemperatur 25 mal schneller als die Luft. Du fängst an zu zittern, sobald dein Körper zwei oder drei Grad Körpertemperatur verliert. Ich stellte fest, dass wir lange Pausen brauchen würden, um uns wieder aufzuwärmen. Ich versuchte mich vorzubereiten, indem ich gut aß und möglichst viel schlief. Ich vertraute John und wusste, dass er alles so real wie möglich halten würde.?

Um Walker bei der Stange zu halten, wählte Stockwell bewusst Walkers Freund Scott Caan für die Rolle von Jareds Kumpel Bryce Dunn, denn er spürte, dass die beiden sich gegenseitig über und unter Wasser anspornen würden. ?Was ich an Paul und Scott mochte, war, dass sie schon eine Beziehung zueinander als Freunde hatten, die eine natürliche Konkurrenz darstellte,? erinnert sich Stockwell. ?Sie sind wirklich wie Brüder, aber es gibt eine interessante Rivalität zwischen den beiden, die ich versuchte während der Dreharbeiten zu fördern.?

Walker und Caan hatten zuvor schon bei dem populären Highschool-Football-Film VARSITY BLUES (?Varsity Blues?, 1999) zusammengespielt und waren auf der Suche nach einem weiteren Projekt, bei dem sie gemeinsam auftreten konnten. INTO THE BLUE war nicht nur ein aufregendes Abenteuer, das den beiden starke Rollen bot, sondern auch eines, das ihnen Spannung und einzigartige körperliche Herausforderungen gab. ?Paul und ich standen immer in einer Konkurrenz zueinander,? gibt Caan zu. ?Sei es wegen Mädchen oder beim Sport oder sonst wo. Wir stoßen mit den Köpfen gegeneinander, weil wir den anderen übertreffen wollen. Das passte hervorragend zu unseren Charakteren. Und es wurde verstärkt, sobald wir mit dem Dreh begonnen hatten,? fügt er mit einem verschmitzten Lachen hinzu.

Während Walker und Caan sich vorbereiteten und lernten, Boote, Jetskis und die Tauchausrüstung zu bedienen, verbrachte Ko-Star Jessica Alba einige Wochen damit, ihre Tauchfähigkeiten auf den nahegelegenen Cayman Islands aufzubessern, bevor sie sich dem Team auf den Bahamas anschloss. Die Schauspielerin hatte für ihre Rolle in der Fernsehserie ?The New Adventures of Flipper? (?Flippers neue Abenteuer?) in Australien in den Jahren 1995-97 Freediving sowie das Tauchen mit Sauerstoffflaschen gelernt, noch vor ihrem Durchbruch in der Rolle der Max in der erfolgreichen Fernsehserie ?Dark Angel? (?Dark Angel?).

?An dem Drehbuch von INTO THE BLUE war ich vor allem interessiert, weil die Geschichte im Wasser spielt, das Element des Wassers zieht mich an,? sagt Alba. ?Als ich ein Kind war, spielte ich häufig, ich sei eine Meerjungfrau. Heute liebe ich das Schwimmen, Freediving und das Tauchen mit Sauerstoffflaschen. Die Unterwasserwelt ist so ruhig und einsam. Der Ozean ist eine schöne, reiche Welt, die wir in unserem täglichen Leben häufig vergessen.? Alba genoss es, an der Seite von Paul Walker zu spielen, mit dem sie sich sofort gut verstand.

?Wir trafen uns mehrere Monate vor den Dreharbeiten und wir kamen sofort wunderbar miteinander zurecht,? sagt sie. ?Wir sind beide seit unserer Kindheit Schauspieler und wir wuchsen in der selben Gegend auf. Er surfte mit Jungs, mit denen ich aufwuchs. Wir wurden sofort gute Freunde. Ich war beeindruckt, wie hart er arbeitete und wie er die Dreharbeiten voran brachte.? Die beiden weiteren Hauptdarsteller waren Ashley Scott, in der Rolle von Bryces neuer Freundin Amanda Collins, und Josh Brolin, der Jareds Schatzjägerrivalen Derek Bates spielt.

Während der athletische Brolin sich schnell an die Strenge des Tauchunterrichts gewöhnte, brauchte Scott länger, sich unter Wasser entspannt zu fühlen, gibt sie zu. ?Ich habe habe nie zuvor getaucht, ich habe nur ihn und wieder etwas geschnorchelt,? sagt Scott. ?Wir fingen damit an, mit einer Sauerstoffflasche im Pool zu tauchen. Es war wie ein Sommerferiencamp, mit Hausaufgaben und Unterricht. Dann, ungefähr zwei Wochen vor Beginn der Dreharbeiten, gingen wir mit Sicherheitstauchern ins Meer und gingen auf Entdeckungsreise. Ich wurde schließlich vertraut damit und bin nun ein Taucher mit Diplom. Ich kann überall auf der Welt und tauchen gehen. Das ist wie noch ein zusätzliches Geschenk, als ob ich das noch gebraucht hätte für einen Dreh auf den Bahamas....?.

Brolin beeindruckte seine Schauspielerkollegen mit seiner Anpassungsfähigkeit während des mehrwöchigen intensiven Tauchtrainings mit den professionellen Tauchern des Filmteams. Die Schauspieler lernten nicht nur den Umgang mit den Sauerstoffgeräten und die Tauchtechniken, sie lernten auch, die Luft beim Free Diving anzuhalten und ihre natürliche Angst vor der Tiefe zu verlieren. Aber Brolin machte sich auch ein wenig über die anderen lustig, wie er selbst zugibt. Er hatte schon früher im Jahr in den kälteren Gewässern der kalifornischen Küste tauchen gelernt.

?Es war kalt, aber ich habe es geliebt, denn ich lernte das Tauchen zusammen mit meinem Sohn,? sagt er. ?Das war eine großartige Erfahrung. Als ich auf die Bahamas kam, schien es dort so viel wärmer und einfacher zu sein als in Kalifornien, so dass ich mich einfach entspannen konnte und die spektakuläre Aussicht genießen. Wenn man den ersten 3-Meter-Hai sieht, vergisst man das nie, glaubt mir das.? Walker und Caan nahmen auch intensiven Jetskiunterricht bei dem Stunt-Koordinator Mickey Giacomazzi und wurden mit den vielen Booten im Film vertraut gemacht - von riesigen Jachten bis hin zu kleinen Zodiac-Pontons.

Haie, Boote und versunkene Schätze Die Geschichte von INTO THE BLUE mag Fiktion sein, aber die Manie der Unterwasserschatzsuche ist sehr real (siehe auch den Abschnitt VERSUNKENE SCHÄTZE weiter unten). Von daher waren die Bahamas eine logische Wahl als Drehort, da vom 15. bis zum 18. Jahrhundert vermutlich mehr als 500 spanische Galeonen in den gefährlichen Gewässern verloren gingen ? von denen die Mehrheit nie gefunden wurde und die angeblich mit Milliarden Dollar in Gold und unschätzbaren Artefakten beladen gewesen sein sollen. Die Gegend der Südküste von New Providence ist unter Tauchern und Sportlern berühmt als Paradies für Haisichtungen. Nicht weit von der Küste lauert ein gähnender, Hunderte von Metern tiefer Abgrund, der riesige Fischschwärme anlockt.

Und wo Fische sind, sind auch Haie, vor allem sanftmütige karibische Riffhaie, aber auch eine große Population unberechenbarer Tigerhaie. Sowohl Tiger- als auch Riffhaie kommen im Drehbuch des Autors Matt Johnson (TORQUE, ?Hart am Limit?, 2004) als wichtiger Teil der Geschichte von INTO THE BLUE vor. ?Wir kamen hier auch wegen der Haie hierher,? sagt Produzent David A. Zelon. ?Aber ich denke, dass nicht jeder glauben wird, dass diese Schauspieler im Wasser wirklich in die Nähe der Haie gerieten. Sie werden wohl glauben, dass sie computeranimiert sind. Es gibt viele Szenen, in denen die Haie auftauchen und mit unseren Stars zusammenstoßen. Zwar waren zu jeder Zeit Sicherheitsmänner direkt in der Nähe, aber diese Haie waren immer ganz nahe und umkreisten sie.?

Vor dem Drehstart machten die Schauspieler einige Übungstauchgänge damit ihnen und den Stuntleuten die Herausforderungen der Arbeit unter Wasser klar wurde. bringen. Über die grundlegenden Sicherheitsabläufe beim Tauchen und die Unterwasser-Kommunikationstechniken hinaus trainierten sie, sicher mit richtigen Haien zu tauchen und sie lernten Freediving (in die Tiefe zu schnorcheln mit einem einzigen Atemzug). Die Schauspieler sollten 12 Meter in die Tiefe tauchen, während sie nach dem Schatz suchen, mit Handsignalen kommunizieren und sich ihrer Körpersprache bedienen, um sich auszudrücken.

Jeder Schauspielerin und jeder Schauspieler hat nun seine oder ihre eigene Geschichte zu diesen Tiefseejägern, die sie zunächst fürchteten. Aber bald lernten sie, die Haie zu respektieren und mit ihnen während des Drehs zu leben. ?Ich war wie gelähmt vor Angst vor diesen Haien,? erinnert sich Scott. ?Diese Angst hatte ich schon immer, seit meiner Kindheit. Am ersten Tag, an dem ich ins Wasser ging, haben sie mir nicht wirklich gesagt, wie viele Haie dort unten sein würden, sonst wäre ich wohl nie getaucht. Als ich hinunter ging, sah ich mehr als zwanzig Riffhaie, die im Futterrausch umher schwärmten. Ich schrie. Aber ich gewöhnte mich schnell an sie und wenn man sie von einem sicheren Ort aus beobachten kann, sind sie sehr schön.?

Caan mußste ebenfalls seine angeborenen Ängste überwinden, besondern bei den Dreharbeiten zu einer Szene, in der er einen Hai im offenen Meer mit nichts weiter als einem Mopp verjagen mußste. ?Ich surfe seit ich ein Kind war und Haie bedeuteten immer schlechte Nachrichten,? erinnert sich Caan. ?Diese Haie kamen direkt in meine Nähe. Sie schnappten den Stiel des Mopp direkt aus meinen Händen mit ihren Mäulern von der Größe eines Motorblocks. Ich fühlte mich nie richtig wohl mit ihnen.? Walker und Alba hatten ebenfalls sehr nahe Begegnungen mit Riffhaien. Im Film wird Walker unter anderem von Riffhaien auf der Futtersuche umschwärmt, als er versucht, in den Taucheranzug zu kommen, während er im Wasser schwimmt.

?Ich sah Haie, als ich in Fiji, Hawaii und Costa Rica tauchte,? sagt Walker. ?Aber ich habe nie so viele an einem Ort gesehen. Es sind wilde Tiere und man mußs sie die ganze Zeit beäugen, auch wenn Sicherheitstaucher um einen herum sind. In dieser einen Szene strample ich im Wasser und die Haie schwimmen überall um mich herum. Die stoßen dich häufig an, so dass man versucht, sie so gut wie möglich wegzutreten. Das müssen 30 Haie um mich herum gewesen sein. Es war sehr beeindruckend.? Albas Figur, Sam, ist eine professionelle Haipflegerin beim Atlantis Resort in Nassau.

Die Schauspielerin mußste viel Zeit damit verbringen, zu lernen, wie man mit Haien umgeht, indem sie sie in mehreren Szenen vor der Kamera fütterte. Sie drehte eine Szene im Haibecken des Atlantis Resort, in der sie eine Schule von Ammenhaien mit der Hand füttert, die für gewöhnlich nicht zubeißen. Dennoch hörte Alba genau auf die Anweisungen der Haipfleger des Resorts, so dass sie sicher sein konnte, dass nach dem Dreh der Szene noch alle ihre Finger und Zehen intakt waren.

?Man mußs auf seine Hände und Füße aufpassen,? sagt sie, ?und beten, dass dich die Haie nicht mit einem Fisch verwechseln. Ich befinde mich in ihrem Territorium und sie machen, was sie wollen. Ich habe gelernt, dass die Haie den Geschmack der Menschen nicht mögen. Wir sind kein Fisch, und das ist, was sie fressen wollen. Sie sind wirklich unglaubliche Geschöpfe.? Es gibt auch noch gefährlichere Szenen im Film, mit Tigerhaien, bei denen die Schauspieler am lebenden Objekt arbeiteten. Die Haie im Film waren wilde Tiere und konnten nicht trainiert werden, also war der Hai, der im Film zu sehen ist, einer, der an jenem Tag vor Ort da war.

Um sicher zu gehen, dass die Haie auftauchten, wenn sie gebraucht wurden, stellte Alex Edin, Coves erfahrener Haispezialist, ein Tigerhai-Jagdteam zusammen, das in der Morgendämmerung aufstand, um die Angelschnüre darauf zu untersuchen, ob irgendein großer Hai über Nacht gefangen worden ist. Das Team sollte ihn dann in eine Kiste auf ihrem Boot verfrachten und ihn zu einem speziellen Haikäfig zu bringen. (Alle Haie wurden später freigelassen). Doch der erste gefangene Tigerhai hatte andere Pläne, erzählt Cove. ?Eines morgens, als wir merkten, dass wir einen 3-Meter-Hai gefangen hatten, waren wir alle sehr aufgeregt,? sagt er.

?Er schlug umher und als wir versuchten, ihn aufs Boot zu ziehen, geriet er mit den Zähnen in ein Stahlkabel und biss es durch. Es war verheerend, denn wir waren die ganze Nacht auf, um ihn zu fangen. Es dauerte wieder einige Wochen, bis an einen Hai dieser Größe kamen.? Für Stockwell verstärkte die Verwendung richtiger Haie den Realismus des Films, nach dem er strebte. ?Wir erhielten einige unglaubliche Aufnahmen von allen Schauspielern und den Haien,? sagt er. ?Ich will, dass die Leute verstehen, dass diese Haie echt sind. Ich glaube, der Film profitiert von der Tatsache, dass wir nicht auf digitale Animation zurückgegriffen haben.?

Um die gigantische Produktion über und unter Wasser zu unterstützen, war eine Armada von Booten notwendig, die während der ganzen Dreharbeiten bereit gehalten werden mußste. Meereskoordinator Ricou Browning (BAD BOYS 2 (?Bad Boys 2?, 2003)), sammelte mehr als 50 Schiffe, von 45-Meter-Lastschiffen bis hin zu kleinen, aufblasbaren Zodiacs. Das Schiff von dem aus hauptsächlich gedreht wurde, war ein Kameraschiff, das Browning gebaut hatte, um den Anforderungen des INTO THE BLUEKameramanns Shane Hurlbut (MR. 3000, (?Mr. 3000?, 2004), CRAZY/BEAUTIFUL, (?Verrückt/Schön?, 2001)) zu genügen. Das Kameraschiff namens ?The Corinthian?, trug einen vielseitigen, langarmigen Kamerakran, der für Aufnahmen im Wasser und auf der Wasseroberfläche ebenso benutzt wurde, wie für die Aufnahmen auf anderen Booten.

Zu einigen anderen Schiffen, die im Film verwendet wurden, gehören die Jacht ?Uniesse? (das Freizeitboot, das Bryce gemietet hatte), die luxuriöse ?Milk and Honey? sowie die ?Sea Robin?, Derek Bates? funktionales Schatzjägerschiff, die mit einem Paar ?Briefkästen? ausgerüstet ist (am Heck montierte Trichter, die dazu dienen, Sand vom Boden des Meeres wegzublasen). Das Team wurde von und zum Drehort mit einer ganzen Flotte von kleinen Booten transportiert und mit einem großen Katamaran, der ?Caribbean Queen?, die als die schwimmende Cafeteria der Produktion diente.

Ein weiteres Schiff wurde als Bühnenbereich für die Schauspieler verwendet, einschließlich einer heißen Badewanne, damit sie sich aufwärmen konnten, wenn sie Stunden im kühlen Wasser verbracht hatten. Wenn es diesen Ort, an dem die Schauspieler wieder auf ihre ?normale? Körpertemperatur kommen konnten, nicht gegeben hätte, hätten sie nur wenige Stunden am Tag arbeiten können. Ein 44 Meter langes Lastschiff wurde für die schwierige Aufgabe benötigt, zwei der DC3-Flugzeuge, die im Film benutzt wurden, auf den Meeresboden abzusenken.

Die Produktionsdesignerin Maia Javan (HOUSE OF SAND AND FOG, (?Das Haus aus Sand und Nebel?, 2003)) und Art Director David Klassen (WATERWORLD, (?Waterworld?, 1995)) entschieden nicht nur darüber, wie die Flugzeuge unter Wasser auszusehen hatten, sie wählten auch die meisten der fotogenen Orte für den Unterwasserkameramann Peter Zuccarini (PIRATES OF THE CARIBBEAN: THE CURSE OF THE BLACK PEARL, (?Fluch der Karibik?, 2003)) aus. Die Produktion nutzte drei identische Lastenflugzeuge für ihre Zwecke. Die ?Sunshine? kam aus Kalifornien, die ?Jose? wurde in Puerto Rico gefunden und die ?Kalik? wurde direkt in Nassau entdeckt, wo sie am Eingang des Inselflughafens stand.

Ein Flugzeug wurde an einem Tiefsee-Drehort am Rand eines Riffs positioniert, um längere einführende Einstellungen zu drehen. Ein weiteres wurde an einer flachen Stelle im Meer stationiert, um Aufnahmen aus der Nähe zu machen. Das dritte wurde in einen riesigen, umgebauten Wassertank abgelassen und für Nah- und Innenaufnahmen verwendet. ?Das äußere Beschaffenheit der Flugzeuge war von besonderer Bedeutung für uns, wegen des Wellengangs, den sie aushalten mußsten, während sie sich für längere Zeit am Meeresboden befanden,? erklärt Javan.

?Alleine einen ruhigen Tag zu finden, an dem die Flugzeuge versenkt werden konnten, war eine Herausforderung. Als wir einmal eine ebene Meeresoberfläche vorgefunden hatten, luden wir das Flugzeug auf das Schiff und eilten zu unserem Drehort. Wir ließen die DC3 langsam mit einem riesigen Kran herab, bis sie mit Wasser gefüllt war. Dann bliesen wir Bojen auf einer Tragbalkenstruktur auf, senkten das Flugzeug mit Hilfe von Ketten ab und befestigten es mit riesigen Verankerungen am Meeresboden. Wir brauchten mehr als 70 Leute um jeden Tauchgang zu vollenden.?

Eine noch größere Sorge bedeutete die Suche nach passenden Unterwasserlocations für die Flugzeuge. Jede Stelle mußste sowohl mit dem Tourismusministerium der Bahamas als auch mit örtlichen Umweltschutzgruppen geklärt werden, um sicher zu stellen, dass kein Riff und keine Meereslebewesen zu Schaden kommen würden. ?Wir installierten vorgefertigte Stahlstrukturen, die mit künstlichen Korallen bedeckt waren als Anker für beide Flugzeuge,? erklärt Klassen. ?Auf diese Weise konnten wir einerseits das Flugzeug sichern und andererseits Peter Zuccarini interessante Perspektiven bieten, die das Wrack so aussehen ließen, als ob es ein gefährlicher Ort wäre.?

Der erfahrene Kameramann Zuccarini arbeitete als Second Unit Director ? der Unterwasserabteilung ? eng mit Stockwell zusammen, um einige meisterliche Unterwasserbilder zu drehen, die dennoch den strengen Sicherheitsauflagen genügten. Die unvorhersehbaren Dinge, die die meisten Produktionen im Wasser gefährden, wurden bei INTO THE BLUE als einzigartige visuelle Gelegenheiten ergriffen, erläutert Zuccarini. ?John sah Haie, Wellen, Seekrankheit, Probleme mit Motoren und Flauten als Elemente, mit denen man umgehen mußste und die in die Geschichte und die Ablaufpläne eingearbeitet werden konnten.?

Zuccarini sagt, dass er begeistert darüber war, dass ein so großer Teil von INTO THE BLUE im richtigen Ozean gefilmt wurde, da die meisten Produktionen sich davor scheuen, wegen der fehlenden Kontrolle der Bedingungen, im Meer zu arbeiten: Wetter, Licht, Sicht, Temperatur usw. ?Unsere Crew hatte in dieser Umgebung Erfolg. Die Unterwassercrew bestand aus einer Gruppe von Wasserjunkies, Haifans, darunter der Erfinder des Kettenhemdes gegen Haie, weltberühmten Unterwasserhöhlenforschern, Weltmeistern im Luftanhalten, olympiareifen Schwimmern, Haitauchspezialisten, Tauchrettungssanitätern und einem Haiforscher, um nur einige zu nennen.?

Während der Dreharbeiten unter Wasser trugen die Schauspieler Bikinis und Shorts, mit einer minimalen Tauchausrüstung. ?Wir merkten, dass es für die Schauspieler wichtig war, nicht zu viel Ausrüstung zu tragen, so dass sie sich in den Actionszenen normal bewegen konnten und erkennbar blieben,? sagt Zuccarini. ?Und ihre sonnengebräunten Körper sahen vor dem intensiven, blauen Wasser der Bahamas fantastisch aus.? Zuccarini erläutert, dass Stockwell in der Lage sein wollte, der Handlung über, unter und an der Wasseroberfläche zu folgen, wenn die Schauspieler ins Meer gingen oder herauskamen. Spezielle Linsen wurden entworfen um Wassertropfen loszuwerden und die Lichtbrechung zu korrigieren, was dabei helfen sollte, die Kamera ständig ins Wasser hinein und heraus zu bewegen.

?Auf der großen Leinwand ist dieser Effekt ein schöner Übergang von über dem Wasser in die Welt der Blasen, der fehlenden Erdanziehung und dem schimmernden blauen Licht,? sagt Zuccarini, ?oder es verbreitet Schrecken, wenn ein Charakter bis zum Hals im Wasser steckt und das Publikum dasselbe fühlt.? Dreidimensionale Kamerabewegungen wurden ohne die arbeitsaufwändige Aufbauzeit, die normalerweise erforderlich ist, um eine Dollybewegung oder eine Kranaufnahme zu drehen, verwirklicht. Unter Wasser ist eine Kamera gewichtslos, was dem Kameramann gestattet, Aufnahmen aus vielen verschiedenen Winkeln zu erhalten und schnelle Bewegungen auszuführen.

Die Kamera konnte einem Schauspieler in einen gespenstischen Tunnel hinein folgen, durch einen Fischschwarm hindurchstoßen, plötzlich ein zuvor unsichtbares Gesicht offenbaren und sich zu einer Nahaufnahme auf die Augen eines Schauspielers, der in seiner Tauchermaske reagiert, annähern. Für die nächtliche Bergungsszene wurden starke Scheinwerfer unter dem Kameraboot installiert und jeder Taucher hatte spezielle Scheinwerfer auf seiner Tauchausrüstung. ?Der Wellengang wurde stärker während wir unter Wasser waren, so dass die Scheinwerfer in den riesigen Wellen umherschwankten,? erklärt Zuccarini.

?Am Meeresboden bewegten sich die Lichtflecke umher und brachten uns immer wieder in totale Dunkelheit. Der Effekt war großartig und verstärkte die Gefahr für die Charaktere als sie das Wrack ausräumten, nichtsahnend, welche Gefahren in der Dunkelheit lauern könnten. Um den Zuschauer mit an die spukhaftesten Orte im Wrack mitzunehmen, versetzten wir den Drehort immer wieder in tiefschwarze Dunkelheit, bis auf die Reflektionen der kleinen Scheinwerfer der Taucher.?

Für Nahaufnahmen in der abgesenkten DC3 wurde aus einem Molassetank ein spezieller Tank gebaut, der sich an der Südküste der Insel befand. Dies hatte zur Folge, dass Tausende von Litern von Molasse entfernt werden mußsten und der 12 Meter tiefe Tank gewaschen und geputzt werden mußste. Er wurde dann mit verschiedenen Schattierungen von blau angemalt, um die wirklichen Farben des Ozeans zu imitieren. Der Tank wurde dann mit 37° C warmem Wasser gefüllt, das mit Hilfe einer vom Team konstruierten Pipeline über Hunderte von Metern vom Meer hergepumpt wurde.

Das Art Department entwarf noch weitere Schiffswracks, unter anderem das eines altertümlichen Segelschiffs voller Kanonen und Holzbalken. Das Wrack, das möglicherweise Jareds Leben ändern könnte, wurde aus Beton und Fiberglas gebaut, basierend auf den Forschungen über ein Segelschiff aus der Zeit um 1840. ?Um in jeder Hinsicht glaubwürdig zu sein, untersuchten wir das Design eines Segelschiffes jener Zeit,? sagt Art Director Klassen. ?Bestimmte Holzbalken würden unter dem Sand noch intakt sein, während alles über der Sandlinie verrottet sein würde. Wir bauten das Schiff in mehreren Abschnitten, so dass wir die Illusion erzeugen konnten, dass es zerbrach, als es vor vielen Jahren sank.?

Unter Wasser schauspielern ?Die Umwelt unter Wasser ist sehr dynamisch, und nichts bewegt sich langsam,? erklärt Stockwell. ?Jeder Schauspieler hatte beim Schwimmen unter Wasser seinen eigenen Stil. Paul war kraftvoll, wie ein Delfin. Scott war entschlossener, mit einem raueren Beinschlag, während Jessica und Ashley sanft und anmutig waren. Jessica hielt den Atem wahrscheinlich länger als die anderen Schauspieler an, während Scott am Schluss 30 Meter tief tauchen konnte. Es gibt eine Schönheit und ein Geheimnis bei den Unterwasseraufnahmen, was den Film zu einer wahren Freude werden ließ. Es ist der selbe Grund, warum ich es so genoss, BLUE CRUSH zu drehen.?

Der Stuntkoordinator Mickey Giacomazzi (MASTER AND COMMANDER: THE FAR SIDE OF THE WORLD, (?Master and Commander ? Bis ans Ende der Welt, 2003)) und der für die Tauchsicherheit Verantwortliche Dan Malone (THE PUNISHER, (?The Punisher?, 2004)) wurden angestellt um sicher zu stellen, dass die Schauspieler während der vielen Kampfszenen des Films nicht zu Schaden kommen würden. Haie, Sprengstoffe, Boote und Schusswaffen mußsten hin und wieder verwendet werden und die bewegte See war immer ein Unsicherheitsfaktor während der alltäglichen Dreharbeiten.

Obwohl drei Teams von Doubles für die gefährlichsten Stunts des Films verwendet wurden, wurde die meiste Arbeit von den Schauspielern selbst geleistet. ?Die Einstellung wurden immer so gewählt, dass unsere Wassersicherheitsleute die ganze Zeit so nah an der Handlung wie möglich sein konnten,? sagt der Produzent Zelon. ?Wann auch immer unsere Schauspieler unten waren, waren immer zwei oder drei Taucher direkt bei ihnen, auch wenn wir nicht mit Haien arbeiteten.? Bei einer Kampfszene an Bord des Schatzsucherbootes Sea Robin war Alba an einem wilden Showdown mit dem Schauspieler Chris Taloa, der den Schatzjäger Quinn spielt, beteiligt. In der Szene schlägt Alba Taloa immer wieder mit einem Enterhaken, bis sie schließlich über das Deck in das aufgewühlte Wasser fielen.

?Ich war sehr dankbar, dass Jessica bei ihrer bisherigen Arbeit schon so viel Stunttraining gehabt hatte,? sagt Taloa, der auch in Stockwells BLUE CRUSH (?Blue Crush?, 2002) mitgespielt hatte. ?Sie war mit dem Enterhaken sehr rücksichtsvoll zu meiner Haut, der glücklicherweise einen einfahrbaren Haken hatte. Wenn an diesem Tag jemand ein Stuntdouble gebraucht hat, dann war ich das. Sie ist sehr hart.? Alba beeindruckte viele vom Team mit ihrer Bereitschaft, direkt in jeder Szene, die ihre Figur verlangte, mit dem Eifer einer erfahrenen Stuntfrau aufzutreten.

?Jessica ist definitiv nicht zimperlich,? lacht Stockwell. ?Sie will sich die ganze Zeit raufen. Sie konnte ihren Atem am längsten anhalten, kämpfen wie jeder Stuntman und beschwerte sich nie.? Ihr Ko-Star Walker pflichtet dem bei. ?Jessica ist wirklich koordiniert und hat unglaubliche Fähigkeiten. Sie ist richtig dabei, wenn es um Tritte oder Faustschläge geht. Ich liebte es, ihr zuzusehen. Sie war so kampfeslustig. Sie ist wirklich sehr feminin, aber in ihrem Herzen ist sie ein richtiger Junge.?

Die bleibende Erinnerung an die Dreharbeiten waren für Alba aber nicht die Actionszenen, sondern die engen Beziehungen zu den anderen Schauspielern. Nach dem monatelangen Training und den lang andauernden Dreharbeiten in gleißender Sonne und im kühlen Wasser wurden die Schauspieler zu einem verschworenen Team. ?Wir verbrachten so viel Zeit zusammen auf dem Boot und in der Sonne, Tag für Tag, dass wir uns wirklich sehr gut kennen lernten,? erinnert sie sich. ?Es gab keine Diven bei diesem Film. Wenn man unter Wasser arbeitet, mußs man jedem sein Leben anvertrauen können. Wir haben nun ein unausgesprochenes Band zwischen uns.?

Stockwell entdeckte, dass dieses Band bei den schwierigen Unterwasserszenen unbezahlbar war, als er nämlich die Regieanweisungen nicht so geben konnte, wie er es an Land konnte. Während schon die Arbeit in den bewegten Wellen in BLUE CRUSH eine Herausforderung war, war das kein Vergleich zum Umgang mit den Unterwasseraufnahmen in INTO THE BLUE. ?Einem Schauspieler unter Wasser Regieanweisungen zu geben ist, wie diese auf dem Mond zu geben,? gibt Stockwell zu.

?Es war für sie unmöglich, mich zu hören, also ging ich dazu über, Zeichensprache zu verwenden, oder eine kleine Schiefertafel. Die Schauspieler können dann nur noch mit ihren Augen arbeiten, da sie im Mund üblicherweise die Mundstücke halten. Das war der Grund, warum ich entschied, so viele Freediving-Szenen wie möglich im Drehbuch zu haben, so dass wir wenigstens ihre Gesichtsausdrücke sehen konnten.? Aber es waren letztendlich die natürliche Schönheit der Bahamas und das Überwinden der Schwierigkeiten bei den Dreharbeiten, die die Filmemacher am befriedigendsten empfanden.

?Es war so schön, jeden Abend nach Hause zu fahren, mit dem Wind und dem Sonnenuntergang,? erinnert sich Zelon. ?Es war in jedem Fall besser als auf der Autobahn festzusitzen.? Jeder der Beteiligten genoss während des vollgepackten Drehplans so viel von den Bahamas wie er konnte. Stockwell, Walker, Caan und Taloa surften oft um die Insel, während Alba, Brolin und Scott ihre Wohnungen am Meer und die unberührten Strände genossen. ?Ich hoffe, dass der Zuschauer schätzen wird, was wir versucht haben zu schaffen,? fasst Alba zusammen. ?Es ist ein Action-Abenteuer-Thriller voller Spaß. Und es geht um Liebe, Gier und Loyalität.?

Free Diving als Sport INTO THE BLUE ist einer der ersten Kinofilme der sich um den populären Sport des Free Diving dreht ? worin alle Schauspieler vor den Dreharbeiten trainiert wurden. Free Diving ist vergleichbar mit dem Schnorcheln, bei dem die Schwimmer Schnorchelmasken tragen, ähnelt aber mehr dem Tauchen mit Sauerstoffflaschen. Anfänger können schnell in Tiefen von 10 Metern tauchen, für eine Dauer von ca. 45 Sekunden. Auf einer ?extremeren? Ebene des Wettbewerbs, überschreiten die aktuellen Rekorde die 90-Meter-Marke mit einer Dauer von mehr als drei Minuten.

Die Attraktivität des Free Diving, so sagen Fans, besteht darin, dass es eine außerordentlich befriedigende und ruhige Erfahrung ist. Da man nur eine Maske, Schnorchel, Taucherflossen, Badekleidung und ein Gürtelgewicht trägt, ist es eine sehr preiswerte und angenehme Möglichkeit, mit Delfinen und Fischschwärmen zu schwimmen oder Unterwasserfotos zu machen. Das erforderliche Training ist wenig aufwändig und es fängt in einem normalen Swimmingpool mit langsamen und tiefen Atemübungen in horizontaler Position an, indem man sich am Poolrand festhält und zu einer entspannten Fötalstellung übergeht.

Nach der Lektion über das Atmen und die Unterwasserentspannung gehen die Free Diver zu den schwierigeren Flossenschlägen über ? dem Flatter-, dem Frosch- und dem Delfinbeinschlag. Den Flatterbeinschlag benutzen die Free Diver meistens, mit dem Froschbeinschlag lockert man verkrampfte oder ermüdete Muskeln. Der Delfinbeinschlag dient kurzen Spurts mit hoher Geschwindigkeit. Der nächste Schritt beim Free Diven ist das Oberflächentauchen, das in einem Bett simuliert werden kann, indem man mit dem Bauch nach unten daliegt und am Bettrand in Hüfthöhe balanciert.

Indem man einen Arm absenkt und das gegenüberliegende Bein hochhebt, verlagert sich das Gewicht abwärts. Im Wasser kippt der Schwimmer dann nach vorne und gewinnt an Geschwindigkeit. Nach einiger Übung können Free Diver vertikal absteigen. Nachdem man dieses Manöver geschafft hat, lernt der Schwimmer, sich stromlinienförmig zu halten und den Kraftaufwand möglichst gering zu halten, während er sich im Wasser bewegt.

Das Tauchen nach verborgenen Schätzen Nach manchen Schätzungen beträgt der Wert versunkener Schätze in den Ozeanen der Welt zwischen Milliarden und Billionen von Dollars. Seit dem 15. Jahrhundert, als die Spanier die Neue Welt entdeckten, während der legendären Jahre der Freibeuter und Piraten wie zum Beispiel dem berüchtigten Blackbeard, der seine Hauptquartiere auf den Bahamas im 18. Jahrhundert gründete, wurden unzählige Schiffe von Europa nach Amerika geschickt, um die unermesslichen Reichtümer und Bodenschätze dieser Welt zu bergen. Beladen mit Gold, Silber und Juwelen reisten die Schiffe und Galeonen auf der Reise zurück häufig durch die klaren Gewässer der Karibik.

Sie wurden häufig von Piraten überfallen und von Hurricanes heimgesucht. Man schätzt, dass von den ungefähr 13.000 Schiffen, die nach Spanien reisten, alleine die Hälfte versank, bevor sie Europa erreichten. INTO THE BLUE auf den Bahamas anzusiedeln war daher eine logische Folge in Hinblick auf die Entdeckung versunkener Schätze. Diese Inseln haben in der Vergangenheit bewiesen, dass sie eine gefährliche Gegend für die Schiffe sind ? was sie für moderne Schatzjäger und Wracksucher sehr attraktiv macht.

Die natürliche Geographie der Bahamas machte sie auch zum Anziehungspunkt für Piraten, da sie dort ihre Schiffe zwischen den vielen kleinen Inseln verstecken konnten und nichtsahnende Schiffsbesatzungen leicht überfallen konnten. Gefährliche Riffe und raues Wetter stellten noch größere Gefahrenquellen dar. Über die Jahrhunderte, so sagt man, seien alleine in den Gewässern der Bahamas mehr als 500 Galeonen verschwunden. Der Großteil der Ladungen dieser Schiffe liegt immer noch auf dem Meeresboden. Sie liegen Jahrhunderte verborgen bis ein Hurricane sie plötzlich dem Meeresboden entreißt und unschätzbare Artefakte hebt, um diese aus ihren Unterwassergräbern zu befreien und sie an die Küsten zu schwemmen.

Während so viele dieser wertvollen Reichtümer in Greifweite scheinen, riskieren Schatzjäger dennoch ihr Leben und investieren Millionen von Dollars in ihre Schatzsuchausrüstung, da der Gewinn möglicherweise enorm ist. Der bekannte Tauchpionier und Entdecker Mel Fisher verbrachte 16 Jahre in den Florida Keys auf der Suche nach dem spanischen Schiff Nuestra Senora de Atocha, das angeblich eines der wertvollsten Schiffswracks ist, das je verloren ging. 1985 wurde Fishers Traum wahr und er fand die versunkene Galeone in nur 17 Meter tiefem Wasser mit einem Schatz im Wert von schätzungsweise 400 Millionen Dollar. Noch größere Schätze harren ihrer Entdeckung auf dem Meeresboden ? nur ein Atemzug entfernt.

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Dirk Jasper FilmLexikon

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