Stolz & Vorurteil

Produktionsnotizen

Jane Austens Klassiker "Stolz und Vorurteil" wurde zwar mehrfach (1938, 1952, 1967, 1980 und 1995) für das Fernsehen verfilmt, doch bislang gab es nur eine einzige Kinoversion: 1940 unter der Regie von Robert Z. Leonard, mit Laurence Olivier und Greer Garson in den Hauptrollen. Nun kehrt "Stolz und Vorurteil" triumphierend auf die Kinoleinwände zurück.

Tim Bevan, einer der Produzenten des Films, meint: "Vielleicht erinnern sich ja einige Zuschauer noch an die zwei jüngsten TV-Filme und an den einzige, Kinofilm aus dem Jahr 1940, der allerdings sehr die romantisch-komödiantische Seite der Geschichte betont. Im Laufe der Jahrzehnte wurde Jane Austens zentrale Beschreibung von Lizzie und Darcy allerdings zum Vorbild für eine ganze Reihe anderer Spielfilme - darunter einige unserer eigenen Produktionen wie "Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück" und "Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns". Wir dachten, es sei an der Zeit, den Schwerpunkt auf Lizzie zu legen und Jane Austens Originalgeschichte in all ihrer Pracht wieder auf die große Kinoleinwand zu bringen, damit die Zuschauer auf der ganzen Welt sich daran erfreuen können."

Produzent Paul Webster stimmt zu: "Das Original von "Stolz und Vorurteil" war die Mustervorlage für so viele romantische Komödien - also ist es wirklich überraschend, dass 65 Jahre lang keine neue Kinoversion des Romans realisiert wurde. Die beiden BBC-Filme stehen für sich alleine, wobei der zweite das erfolgreichste BBC-Drama aller Zeiten war, doch unsere Absicht war es, eine Kinoversion zu schaffen, die sich nicht mit den TV-Klischees einer heilen Fernseh-Welt begnügt."

Ausführende Produzentin Debra Hayward meint: "Die vorherigen Arbeiten von Regisseur Joe Wright, darunter "Charles II: The Power and the Passion", hatten uns wirklich beeindruckt. Wir haben ihn getroffen, und seine Vision für die Realisierung einer klassischen Austen-Geschichte war völlig mit der unseren im Einklang. Wir waren alle der Ansicht, dass es nicht darum ging, die Geschichte neu zu erfinden, denn sie ist in ihrer Originalform weltweit beliebt. Wir wollten diese Story jedoch so präsentieren, wie sie geschrieben wurde, die Rollen mit Schauspielern in den von Jane Austen angegebenem Alter besetzen und sie so darstellen, dass die "süßliche" Atmosphäre der TV-Verfilmungen vermieden wird. Joe ist ein echter Romantiker, dreht diese Geschichte jedoch auf ganz moderne Weise, ohne sie dabei zu unterwandern."

Der einzigartige Ansatz des preisgekrönten Regisseurs ist verständlich, denn er gibt zu: "Ich habe "Stolz und Vorurteil" niemals gelesen und auch keinen der TV-Filme gesehen. Ich stamme aus dem Bereich der gesellschaftskritischen TV-Dramen, also hatte ich wohl etliche Vorurteile gegenüber diesem Stoff und erachtete es als ziemlich bourgeoises Zeug. Als ich jedoch die Drehbuchadaption las, war ich emotional gefangen und habe gegen Ende sogar geweint. Also habe ich das Buch gelesen und entdeckt, dass Jane Austen eine sehr präzise Charakterstudie über eine gewisse Gesellschaftsschicht verfasst hatte. Ich habe erkannt, dass sie eine der ersten britischen Realisten war. Sie hatte die zu ihrer Zeit so beliebte Gothic-Literatur gelesen, sich davon abgewandt und begonnen, über die Dinge zu schreiben, die sie kannte - und dabei ein neues Literaturgenre geschaffen."

"Ich war begeistert von der Idee, die Geschichte auf eine neue Weise zu drehen, wie sie wohl noch nie gezeigt wurde. Es sollte ein Stück britischer Realismus sein, nicht die pittoreske Tradition fortsetzen, die dazu neigt, eine idealisierte Version des englischen Erbes als eine Art Himmel auf Erden zu präsentieren. Mein "Stolz und Vorurteil" sollte wahrheitsgetreu, auf den Punkt gebracht und vor allem so aufrichtig wie möglich sein. Jane Austens Figuren sind junge Leute - Lizzie ist 20, Darcy 28, Lydia 15. Ihre Gefühle sind diejenigen von jungen Leuten, die sich zum ersten Mal verlieben. Das hat mich bewegt."

Wright bediente sich auch seiner Erfahrungen aus der Regie von "Charles II": "Aus dieser Regiearbeit an meinem ersten Kostümfilm habe ich gelernt, dass, wenn man die Merkmale einer historischen Epoche sehr genau im Tandem mit den emotionalen Wahrheiten einsetzt, diese Kombination für das moderne Publikum sehr bedeutsam wird." Während der Recherchen über die besagte Epoche sammelten Wright und sein Team Entdeckungen und Fakten, die im Film nicht explizit zur Sprache kommen, jedoch das Verständnis für die von Austen so fein gezeichneten Protagonisten vertiefte.

Wright sagt: "Das Establishment in England blickte über den Ärmelkanal auf die Französische Revolution und fragte sich, wie das alles sie wohl betreffen würde. Die Upper Class bangte und beschloss, sich den unteren Schichten anzunähern. So entstanden die sogenannten Assembly Rooms, Tanzsäle in den Verwaltungsgebäuden der Ortschaften, wo sich auch Menschen von Stand wie Darcy und Bingley einfanden. Dort trafen sie auf Personen, mit denen sie sich zuvor niemals abgegeben hätten. Es war für die gesamte Gesellschaft eine ganz neue Ära. Für junge Frauen waren das besonders aufregende Zeiten - so als ob zum Beispiel Prince William in der Dorfdisko auftauchen würde. Es gab plötzlich die Aussicht auf weitaus bessere Eheschließungen. Bingley geht mit der ganzen Situation recht gut um, während seiner Schwester Caroline entsetzt ist von der Idee, sich unter das gemeine Volk zu mischen."

Drehbuchautorin Deborah Moggach, die selbst Romanschriftstellerin ist, fügt hinzu: "Ich habe versucht, dem Buch treu zu bleiben; es beinhaltet eine perfekte Struktur in drei Akten, also habe ich nicht viel verändert. Die Geschichte ist wunderschön aufgebaut - die ultimative Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen, die sich zu hassen glauben, sich in Wahrheit jedoch leidenschaftlich lieben. Mein Gefühl war: Wenn es nicht irgendwo hakt, mußst du auch nicht glätten. Ich wollte auf keinen Fall etwas ?verschlimmbessern'."

"Tatsächlich müssen die Bennet-Töchter heiraten, oder sie stehen vor dem Ruin. Auf einen modernen Zuschauer wirken diese Mädchen jedoch recht begütert! Also mußsten wir ihre Angelegenheiten wichtig nehmen, damit das Ergebnis auch dem Publikum wichtig ist. Sie scheinen wohlhabend zu sein - sie leben in einem großen Haus, verwöhnt von ihren Eltern, haben eine Kutsche und Diener -; also mußsten wir klarstellen, dass, wenn sie keinen gutsituierten Ehemann finden, diese Mädchen ihr Leben im Elend fristen würden, ausgestoßen von ihrer eigenen Schicht, wie von den unteren Schichten."

Moggach erläutert weiter: "Ich habe den Schwerpunkt auf Lizzies Geschichte gelegt. Anders als im Roman behält sie hier ihre Geheimnisse für sich und trägt daran eine schwere Last. Es gibt Dinge, die sie weder ihren Eltern, noch ihrer besten Freundin Charlotte und auch nicht ihrer geliebten Schwester Jane anvertrauen kann. Lizzie leidet einsam. Sie beobachtet, wie ihr Vater die Schwestern vernachlässigt - er ignoriert Lydias Launen, was dieser das Durchbrennen erleichtert - und betrachtet die Ehe ihrer Eltern als Tragikomödie. Lizzie sieht wie Charlotte, nur um versorgt zu sein, den ekelhaften Mr. Collins heiratet, und wie ihre Schwester Jane im Liebeskummer versinkt. Außerdem fragt sie sich, ob ihre eigene Chance auf das Glück schwindet. Während sie kein Wort über all diese Dinge verliert, verspüren wir umso mehr Mitgefühl mit ihr. Die wahrhaftigste Komödie entsteht meiner Überzeugung nach aus dem Schmerz."

"Die Bennets könnten ohne weiteres auch heute leben - und ich bin sicher, das tun sie auch. Es ist lediglich die wirtschaftliche Seite der Situation, die Abhängigkeit der Mädchen von einem gutsituierten Ehemann, die für jene Epoche typisch ist. Die emotionale Seite hingegen ist auch heute genauso zutreffend. Nehmen wir z.B. Lizzie: Sie hat eine Mutter, die ihr oftmals peinlich ist, eine beste Freundin, von der sie enttäuscht wird, verfällt einem Mann (Wickham), der ihre Liebe nicht erwidert und sich als Schuft entpuppt; auch die Loyalität der Schwestern, die Eifersüchteleien und Streitereien sind immer aktuell; schließlich verliebt sie sich wahnsinnig in Darcy und kann sich das noch nicht einmal selbst eingestehen."

In ihrer Adaption legte Moggach besonders großen Wert auf die Dialoge: "Ich habe die Dialoge praktisch fein ausgekämmt; natürlich kann man Austens ungezähmte, wundervolle Dialoge nicht vollständig reproduzieren. Aber vieles davon habe ich bewahrt, denn es ist, als koche man mit den allerbesten Zutaten. Die Menschen lieben dieses Buch so sehr, dass sie es praktisch auswendig können. Ich war oft in Versuchung, eine Szene auf einen bestimmten, besonders beliebten Satz hin auszurichten, von dem man weiß, dass ihn die Zuschauer auf keinen Fall missen wollen."

Wright fügt hinzu: "Im Roman sind die Figuren von Jane Austen ausgesucht höflich und warten, bis der andere ausgeredet hat, bevor sie selbst etwas sagen. Ich weiß jedoch genau, dass man - besonders in Großfamilien mit Töchtern - dazu neigt, die anderen ständig zu unterbrechen oder die Sätze der anderen zu beenden. Genau so sollten die Gespräche der Bennet-Famile meiner Meinung nach ablaufen."

Moggach sagt: "Eines der wundervollen Aspekte bei Jane Austen ist die Tatsache, dass sie auf einer sehr kleinen Leinwand gemalt hat. Genau das wurde an ihrem Werk zwar kritisiert; ihr wurde vorgeworfen, andere Gesellschaftsschichten und zeitgenössische Ereignisse von Weltrang außen vor zu lassen. Doch das hat sie nie abgestritten; sie beobachtete einen kleinen Ausschnitt der Welt, in der sie lebte. Es gibt in ihren Büchern zum Beispiel keine einzige Szene, in der Männer alleine in einem Raum sind. Entweder wusste sie nicht, worüber sie wohl sprachen, oder es interessierte sie einfach nicht. Die große Welt wird durch kleine Portionen dargestellt. Zum Beispiel liest Caroline Bingley einen Brief und ruft aus: ?Lady Bathurst dekoriert ihren Ballsaal neu im französischen Stil! Etwas unpatriotisch, nicht wahr?' Ich nehme das als kleine Anerkennung all dessen, was sich zu jener Zeit in Frankreich abspielte."

"Mein Hauptinteresse gilt jedoch der Familiendynamik; schließlich wird Jane Austen ja nicht aufgrund ihrer historischen Darstellungen gelesen und gemocht. Ich habe selbst drei Schwestern, also weiß ich, wie es ist, unter vielen Mädchen zu sein - und ich hatte einen Vater, der zuhause eindeutig in der Minderheit war. Zuvor hatte ich Nancy Milfords "Love in a Cold Climate" adaptiert, und da ging es auch um viele Mädchen und einen Vater, der sich von ihnen übermannt fühlt. Daher fühle ich mich in dieser Welt kichernder, streitender, mitfühlender und eifersüchtiger Mädchen wie zuhause."

Die Filmemacher wollten den Film unbedingt vollständig vor Ort in Großbritannien drehen, wo die Kamera in Luxus schwelgen sollte, von Innen nach Außen und umgekehrt blicken und den Protagonisten überall hin folgen konnte. Ein elfwöchiger Drehplan wurde aufgestellt und Groombridge, ein im 17. Jahrhundert erbautes und befestigtes Herrenhaus, wurde ausgewählt, um als Longbourn, das Haus der Bennets, zu dienen, wo allein Mr. Bennets Bibliothek einen Hort der Ruhe bietet. Webster sagt: "Es ist in einem Film dieser Ausmaße recht ungewöhnlich, vollständig direkt vor Ort zu drehen. Ein Teil von Joes Vorstellung war es, eine Realität zu erschaffen, die es den Schauspielern gestattet zu entspannen und mit ihrer Umgebung eins zu werden." Dieser Ansatz erwies sich schon früh als praktikabel; die Schauspieler gingen, statt sich in ihre Wohnmobile zurückzuziehen, in ihre eigenen Schlafzimmer in Groombridge.

In der Absicht, die sogenannte "pittoreske Tradition" zu vermeiden, meint Wright: "Ich glaube, dass die Leute, wenn sie einen Kostümfilm drehen, sich auf die Gemälde aus der jeweiligen Zeit stützen, denn damals gab es noch keine Photographie. In einem Gemälde ist jedoch alles formal durchkomponiert, es ist nicht das wirkliche Leben. Dann werden Aufnahmen der Umgebung gezeigt, um die historischen Details am Set zu zeigen. Meiner Meinung nach liegt die Detailarbeit jedoch an den kleinen Dingen, wie Krümel auf einem Tisch, Blumen in einer Vase. Austens Prosa gab mir viele visuelle Bezugspunkte für die Menschen in dieser Geschichte, also habe ich auch viele Großaufnahmen eingesetzt. Außerdem habe ich versucht, Kutschen-Szenen herauszuschneiden. In einem modernen Film ist es schlicht nicht sehr interessant, Leuten dabei zuzusehen, wie sie in ein Auto steigen und wegfahren - was also sollte bei den Kutschen interessanter sein? Es gibt viele Klischees hinsichtlich historischer Filme; manche finden sich hier, andere nicht, doch mir schien es wichtig, alles in Frage zu stellen."

Mit der Entscheidung, so nah wie möglich am von Austen genannten Alter der Figuren zu bleiben, waren die Filmemacher überzeugt, etwas zu tun, was die vorherigen Verfilmungen nicht berücksichtigt hatten. Webster erläutert: "In der früheren Kinoversion waren Laurence Olivier und Greer Garson Mitte 30, also reduzierte sich das Gefühl dieser Erfahrung der ersten großen Liebe."

Elizabeth Bennet ist für viele Generationen eine Identifikationsfigur gewesen. Keira Knightley beschreibt sie als "Traum eines jeden Mädchens". Dennoch gibt Joe Wright zu: "Anfangs hatte ich keine Schauspielerin in Betracht gezogen, die so schön ist wie Keira. Ich habe nach jemandem gesucht, der nicht den üblichen weiblichen Maßstab erfüllten, klug und etwas schwierig sein sollte. Denn ich war überzeugt, Lizzie Bennet wäre jemand, mit dem sich das Zusammenleben nicht unkompliziert gestaltet: Sie kann sich durchsetzten und hinterfragt ständig alles."

"Als ich Keira traf, stellte ich fest, dass sie sich selbst und auch andere Menschen hinterfragt und eigentlich ein ziemlicher Wildfang ist. Sie ist aufgeweckt und hat einen großartigen Sinn für Humor. Während der Dreharbeiten hat sie mich immer wieder überrascht. Wonach sucht man also bei einem Schauspieler? Nach originellen Gedanken, nach jemandem, der sich mit Leib und Seele einsetzt und der den anderen Schauspielern wirklich zuhören kann. Keira hat das alles getan und sehr hart gearbeitet."

Knightley war sich der Fußangeln bei der Verkörperung einer so beliebten Heldin sehr wohl bewusst. Sie meint: "Diese Rolle anzunehmen, hat mich sehr unter Druck gesetzt; es ist eine der besten Frauenrollen aus der Literatur überhaupt. Als Schauspielerin kann man sich eine solche Gelegenheit einfach nicht entgehen lassen - aber es macht einem Angst, denn wenn man "Stolz und Vorurteil" liest, hat man das Gefühl, sie zu besitzen. So ging es mir, und sicher geht es jedem anderen genauso; man hat eine ganz klare Vorstellung davon, wer Elizabeth Bennet ist. Deshalb war dies eine aufregende Herausforderung."

"Jane Austens eigene Kritik an ihrem Buch lautete, es sei zu oberflächlich. Sie hatte das Gefühl, die Beziehung zwischen Jane und Elizabeth sei nicht realistisch genug. Wir haben ihrer Kritik gehorcht und versucht, dem Film einen Realismus zu verleihen, der im Buch vielleicht nicht so deutlich dargestellt ist, und die Tatsache betont, dass diese Schwestern zwei Mädchen sind, die über viele Jahre hinweg unter dem selben Dach lebten und im selben Bett schliefen. Sie sind zwar auch genervt, lieben sich jedoch aufrichtig und halten zusammen, freuen sich aneinander und teilen das Leid der jeweils anderen."

Knightley fügt hinzu: "Die Arbeit mit John als Regisseur war wunderbar, denn er hat eine sehr genaue Vorstellung davon, wie der gesamte Film aussehen soll. Deshalb kann er auch sagen: ?Du kannst ruhig etwas abweichen, das ist OK.' Denn ich glaube, das mußs man auch tun, um wirklich von einer Figur Besitz zu ergreifen. Es ist ein ganz anderer Prozess, einen Film zu drehen, der auf einem Buch basiert, denn die inneren Dialoge deiner Rolle sind alle festgeschrieben. Wenn es also eine Szene gab, bei der ich Probleme hatte, griffen wir auf das Buch zurück, und auf die eine oder andere Weise fand sich dort eine Lösung. Dennoch mußs man auch etwas wagen und sagen: ?Gut, das steht zwar so im Buch, aber das kann ich so nicht tun, denn es macht keinen Sinn, also verändere ich es einfach ein wenig.' Dann mußs man mutig sein und sich etwas zutrauen."

Die Besetzung der Rolle von Mr. Fitzwilliam Darcy war für die Filmemacher wahrscheinlich eine noch größere Herausforderung. Doch Wright erinnert sich: "Ich hatte weder die TV- noch den Kinofilm gesehen, also konnte ich nach dem Darcy suchen, der in meiner Vorstellung lebte - und Matthew Macfadyen kam für mich als Einziger in Frage. Darcy ist 28, und Matthew war 29. Ich wollte nicht nur einen hübschen Kerl besetzen, denn Darcy ist viel interessanter und komplizierter als das. Er ist ein junger Mann, dessen gesellschaftliche Manieren mehr als nur zu Wünschen übrig lassen und der großes Verantwortungsgefühl besitzt.

Seine Eltern sind verstorben und haben ihm ein riesiges Anwesen sowie eine jüngere Schwester hinterlassen, um die er sich zu kümmern hat - ich denke, er mußste allzu schnell erwachsen werden. Matthew hat Darcy als diese vielschichtige Persönlichkeit verkörpert, die sich in der eigenen Haut nicht ganz wohl fühlt und es den anderen nicht leicht macht, ihn zu mögen - der aber ein guter Mensch von Ehre und Anstandsgefühl ist. Anders als viele Schauspieler ist Matthew nicht eitel und hatte deshalb auch keine Angst davor, zu Beginn der Geschichte vom Publikum nicht gemocht zu werden. Wir müssen ihn sogar ablehnen, denn wir sehen ihn ja durch Lizzies Augen. Und genau wie sie lernen wir, ihn zu lieben."

Knightley offenbart: "Als ich die erste Leseprobe mit Matthew hatte, haute er mich dermaßen um, dass es mir buchstäblich die Sprache verschlug. Ich konnte ihn nur anstarren und dachte: ?Was zum Teufel ist passiert seit du als Matthew hereingekommen bist und dann zu lesen begonnen hast?' Denn er hat sich wirklich in Darcy verwandelt, und die Szenen sind nur so herausgeströmt." Wright fügt hinzu: "Keira und Matthew waren fantastisch zusammen."

"Matthew ist die Art Mann, der sexy wie Richard Burton ist und noch eine Portion Alan Rickman besitzt", schwärmt Knightley. "Genau diese verwegene Schönheit mußs man in Darcy erkennen und wissen, dass dies ein Mann ist, der über Felder läuft, auf Bäume klettert und seine Ländereien zu managen weiß. Das steht in Matthews Gesicht geschrieben, aber er vermittelt auch diese außergewöhnliche Verletzbarkeit. Man kann Darcy als sehr kalt verstehen, doch Matthew verleiht mit seiner überwältigenden Männlichkeit und gleichzeitigen Empfindsamkeit dieser Figur noch mehr Tiefe."

Macfadyen beschreibt seinen Charakter als "sehr zugeknöpft; er ist sehr stolz und hochnäsig. Manch einer würde sagen, er sei arrogant; ich behaupte, er wird missverstanden. Und er ist für einen Schauspieler eine fabelhafte Rolle! Der Stoff ist so dicht gewebt. Natürlich lauern im Hinterkopf all diejenigen, die vor mir diese Rolle gespielt haben - Olivier und Colin Firth -, aber das ist ja bei vielen Rollen so. Wenn man sich darüber den Kopf zerbricht, dann kann man niemals eine Shakespeare-Rolle annehmen! Jeder Schauspieler trägt doch etwas Anderes zur jeweiligen Rolle bei."

"Die Kommunikation zwischen den Geschlechtern ist heutzutage wahrscheinlich genauso verwirrend wie zu Jane Austens Zeiten. Neben der körperlichen Anziehungskraft ist Darcy auch von Lizzies lebhaftem Geist und ihrer Lebensfreude bezaubert. Bei ihrer ersten Begegnung sagt Darcy zu Bingley, Lizzie sei nicht hübsch genug, um ihn zum Tanzen zu bewegen. Diese Bemerkung hört sie jedoch und gibt eine solch charmante und kluge Erwiderung, dass er auf der Stelle begeistert ist. Er ist ein ernsthafter junger Mann, trägt große Verantwortung und hat noch nie eine junge Frau wie Lizzie getroffen. Als er ihr einen Antrag macht und dabei zunächst erklärt, was für eine schlechte Partie sie sei, so tut er das aus Aufrichtigkeit, nicht aus Arroganz."

Wright erklärt: "Zu Beginn kann Darcy nicht damit umgehen, dass er sich zu Lizzie hingezogen fühlt, also benehmen sie sich wie Kinder auf dem Spielplatz, die sich an den Haaren ziehen, weil sie nicht wissen, wie sie ihre Gefühle zum Ausdruck bringen sollen. Er braucht ihre Neckereien, er mußs sich an ihrer Seite lockern können. Sie ihrerseits braucht jemanden, der genauso zuverlässig, aufrichtig und gutherzig wie sie selbst ist. Das ist das Fundament für eine hoffentlich glückliche Zukunft miteinander."

"Von dem Augenblick an, da sie sich begegnen, haben sie große Auswirkungen auf das Leben des jeweils anderen. Als er ihr im Regen den Antrag macht, entgegnet sie, sie habe auf Anhieb gewusst, dass er der letzte Mensch auf Erden sei, den sie zu heiraten gedenke. Doch wenn man auf jemanden trifft, bei dem die Chemie nicht stimmt - weshalb würde man da überhaupt an Heirat denken? Und während sie überlegt, wie sehr sie ihn verabscheut, so denkt sie dennoch an ihn."

Die Besetzung der Rolle von Mr. Bennet, dem einsamen Vater in einem Haus voller Frauen, mit dem zweimaligen Golden-Globe-Gewinner Donald Sutherland war für Regisseur Wright eine besondere Freude: "Donald ist eine Legende. Als Kind habe ich als Statist in einem Film mit dem Titel "Revolution" mitgespielt und ihn bei der Arbeit beobachtet. Außerdem ist "Wenn die Gondeln Trauer tragen" einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Als ich ihn vor kurzem an der Seite von Nicole Kidman in "Unterwegs nach Cold Mountain" gesehen habe, wurde mir klar, dass er das Zartgefühl treffen konnte, das wir für Mr. Bennet brauchten. Genau das hat er getan - und schien sich als Patriarch in dieser wunderschönen Runde königlich zu amüsieren."

Sutherland sagt: "Ich liebe Jane Austen, obwohl ich diesen Roman seit über 40 Jahren nicht mehr gelesen hatte. Joe schrieb mir einen Brief und meinte, es gäbe in "Unterwegs nach Cold Mountain" etwas an mir, das er für den Vater dieser Mädchen bräuchte - jemanden, der erst im Alter von 45 geheiratet habe, so drückte er sich aus. Er mußste warten, bis sein eigener Vater gestorben war, und bekam dann fünf Töchter. Man mußs deutlich machen, dass keine davon als Erbin in Frage kommt, denn laut Gesetz bekamen nur männliche Nachkommen das Erbe - in diesem Fall wäre das ein entfernter Verwandter, Mr. Collins. Insgesamt eine faszinierende Rolle."

Brenda Blethyn, die bereits zwei Mal für den Oscar nominiert wurde, übernahm die Rolle der Mrs. Bennet. Wright meint: "Das ist eine schwierige Rolle, denn sie kann furchtbar nervig sein; man möchte sie mit ihrem Geschnatter und Gekreische gerne zum Schweigen bringen. Doch Brenda verfügt über den Humor und das Herz, was nötig ist, um zu zeigen, wie sehr Mrs. Bennet ihre Töchter umsorgt und liebt." Blethyn selbst sagt zu ihrer Rolle: "Mrs. B hat ein sehr schwerwiegendes Problem, das niemand außer sie selbst ernst zu nehmen scheint: Sie hat fünf Töchter, für die sie Ehemänner finden mußs, und in der Umgebung von Longbourn sind geeignete Kandidaten nicht gerade dicht gesät. Als die gestandenen Soldaten in das Dorf Meryton kommen, ist sie deshalb entzückt."

Um die Authentizität dieser Armee zu gewährleisten, engagierten die Filmemacher Mitglieder der Napoleonic Society - einem Verein, der historische Schlachten nachstellt - für die Szenen, in denen die Soldaten eintreffen und abreisen; diese wurden in Stamford, Lincolnshire, gedreht. Anfang des 19. Jahrhunderts hatte die britische Armee einen Feldzug gegen Napoleon gestartet. Statisten wurden unterwiesen, wie sie zu marschieren und ihre Uniform zu tragen hatten. Die Heere bestanden damals hauptsächlich aus Freiwilligen, die Offiziere stammten meist aus den oberen Schichten (und waren insbesondere diejenigen, die Besitztümer in bestimmten Bezirken oder große Ländereien besaßen). Es wurde als die Pflicht des Mannes von höherem Stand angesehen, seinem Land in dieser Weise zu dienen.

Diese Armee sollte in zweierlei Hinsicht nützlich sein: um als zweite Verteidigungsfront zu dienen, sollte ein fremdes Heer tatsächlich auf den Britischen Inseln einfallen, wobei den Menschen angesichts der Gerüchte um eine Invasion ein Gefühl von Sicherheit vermittelt werden sollte, und gleichzeitig, um möglichen Aufständen oder Separatistenbestrebungen vorzubeugen, denn sowohl die Krone als auch das Parlament befürchteten stets, dass manch ein Untertan beschließen könnte, dem Beispiel Frankreichs oder der amerikanischen Kolonien zu folgen und eine Republik auszurufen.

Die Bestrebungen der Frauen nach Unabhängigkeit waren praktisch unvorstellbar. Brenda Blethyn nimmt auf Donald Sutherlands Aussage Bezug und erklärt: "Mrs. Bennets Sorgen liegen darin begründet, dass Frauen damals keinerlei Rechte besaßen. Das Erbrecht besagte, dass das Vermögen ihres Mannes, das Heim ihrer Familie, einem entfernten Verwandten als Erbe zuteil werden sollte. Das würde bedeuten, dass sie selbst und ihre Töchter völlig auf sich allein gestellt wären - oder sogar zur Zwangsarbeit verpflichtet würden. Also besteht die Lösung darin, dass zumindest eine ihrer Töchter einen Mann heiraten mußs, der vermögend genug ist, um für die gesamte Familie zu sorgen. Sie versucht das Problem nach bestem Wissen zu lösen."

"Ich glaube, Mrs. Bennet selbst hatte nur eine sehr kleine Mitgift und heiratete aus Liebe - was, wie in dieser Geschichte deutlich wird, damals nicht die Regel war. Man kann sehen, dass die Eheleute Bennet sich zugetan sind. Er ist tolerant und freundlich, obwohl er auch außerhalb seines heimischen Dramas eigene Interessen hat - Bücher, Pflanzen, die Natur? Sie ist ihrer Familie manchmal peinlich, aber alle Eltern können ja manchmal peinlich sein."

Für die Rolle der Bennet-Tochter, die wohl am meisten von den Bemühungen ihrer Mutter betroffen ist, meint Wright: "Ich suchte auf gewisse Weise nach dem Gegenteil von Keira: Eine Schauspielerin, die das verkörpern konnte, was damals als die ideale Frau galt, da Jane als die Schönheit der Familie beschrieben wird. Rosamund Pike war einfach perfekt und ist in ihrer Rolle wunderbar."

Pike sagt zu ihrer Rolle: "Als älteste der Bennet-Töchter hat Jane wohl eine Menge Verantwortung in der Erziehung der jüngeren Schwestern übernommen, also hat sie so etwas wie einen Anflug von Mutterinstinkt. Ich wollte sie jedoch nicht als sehr unterwürfige und etwas langweilige Figur spielen. Manche sagen, Jane sei etwas fade. Ich spiele sie als jemanden, der gerne und oft lacht. Die gesamte Bennet-Familie solle durch Frohsinn und Bewegung gekennzeichnet sein; wenn viele Mädchen in einem Haushalt leben und langsam heranwachsen, dann ist das eben dieses kunterbunte Durcheinander."

Wright fügt hinzu: "Die Schwestern sollten alle ähnliche Züge tragen, damit man weiß, dass sie aus dem selben Stall stammen und sich gegenseitig lustig finden." Pike meint: "Anders als Lizzie neigt Jane dazu, nur das Beste von ihren Mitmenschen zu denken. Es für sie am leichtesten, durchs Leben zu gehen, indem die glaubt, die Menschen seien lieb und nett, ohne ihnen zu misstrauen oder ihre Beweggründe zu hinterfragen. Jane hat wirklich nicht viel Stolz und Vorurteil ..."

"Jane Austen hat eine so unglaublich romantische Geschichte geschrieben. Während der gesamten Dreharbeiten hat mich das bewegt. Es ist tief romantisch, und gerade heutzutage brauchen wir solche Filme. Das kann die Menschen aufbauen." Die einzige Amerikanerin unter den Schauspielern ist Jena Malone, deren mitreißende Darstellung von jungen Frauen die Filmemacher davon überzeugte, dass sie die Richtige sei, um Lydia Bennet zu spielen.

Malone selbst hatte das Gefühl, diesen Teenager gut zu verstehen, und meint: "Lydia sieht nur schöne Schleifen und Soldaten. Sie ist 15 Jahre alt und verliebt in die Vorstellung, verliebt zu sein; sie verbringt ihre Zeit damit, sich vorzustellen, was sie anziehen wird, wenn sie junge Männer trifft. Sie kann nicht wirklich viele Männer persönlich kennen lernen, sondern nur diejenigen, die über den geeigneten sozialen Status verfügen. Deshalb möchte sie auch so gerne auf Bälle gehen; das ist der einzige Ort, wo sie mit verschiedenen Männern tanzen kann, sogar mit den Kaufmannssöhnen. Ihr Alltag ist recht einfach, denn sie macht keine Hausarbeit und mußs auch nicht zur Schule gehen - ihre Erziehung wird vernachlässigt. Da sie die Jüngste ist, genießt sie auch mehr Freiheiten als die anderen Schwestern."

"Dennoch sind ihre Möglichkeiten viel eingeschränkter als die der jungen Frauen von heute. Für Lydia ist der einzige Weg in eine sichere Zukunft die Ehe; ansonsten würde man bei der eigenen Familie bleiben, oder höchstens in einer anderen Familie Erzieherin werden - was dazu führt, dass man einen tieferen Status bekleidet und keinerlei Hoffnungen haben könnte auf eine Ehe innerhalb der eigenen sozialen Schicht. Viele Frauen waren pragmatischer, wenn es um die Gründe für eine Eheschließung ging, und die Vorstellung, aus Liebe zu heiraten, wurde gar als oberflächlich abgetan. Aber Lydia ist in die Liebe verliebt, überglücklich durchzubrennen - und erkennt nicht die möglicherweise verheerenden Folgen; sie will ihren Schwestern einfach nur imponieren, indem sie die einzige ist, die verheiratet ist."

Um den Kreis der Bennet-Schwestern abzurunden, sehen wir die Newcomerinnen Carey Mulligan und Talulah Riley in den Rollen von Kitty und Mary. Wright erinnert sich: "Dies war für beide die erste Filmrolle, und beide waren große Fans von Jane Austen. Sie waren so gespannt auf den ganzen Ablauf, dass dies die Atmosphäre der Familienszenen noch intensivierte."

Ein weiterer Jane-Austen-Fan, dessen Traum in der Mitwirkung an diesem Film in Erfüllung geht, ist Tamzin Merchant. Sie wurde als Darcys Schwester Georgiana besetzt, nachdem sie dem Casting-Regisseur einen Brief geschrieben hatte, in dem sie erläuterte, warum sie für diese Rolle perfekt sei. Nach einem Treffen wurde sie tatsächlich engagiert, obwohl Tamzin über keinerlei Schauspielerfahrung verfügte. Sie stürzte sich mit Begeisterung in die Arbeit und lernte sogar, die Klavier-Stücke zu spielen, die Georgiana auf der Leinwand vorträgt.

Die Rolle von Darcys großartiger Tante, Lady Catherine de Bourg, verlangte nach einer Schauspielerin mit beträchtlich mehr Erfahrung - und die Filmemacher schätzten sich glücklich, Judi Dench dafür gewinnen zu können. Wright berichtet: "Am ersten Drehtag haben wir eine Szene im Esszimmer gefilmt. Wie jeder Regisseur bestätigen kann, sind solche Tischszenen äußerst schwierig - und mit Dame Judi Dench am Kopfende am ersten Drehtag meines ersten Kinofilms war ich schlicht angsterfüllt. Doch sie ist ein vollkommener Profi und ein wahrhaft netter Mensch; es war eine Freude, sie dabei zu beobachten, wie sie sich in diese schwierige Frau verwandelte."

Dench meint zu ihrer Rolle: "Sie ist unerträglich. Sie ist autokratisch, misstrauisch und sehr trickreich; sie will unbedingt, dass Darcy ihre eigene Tochter heiratet. Ich kannte das Buch sehr gut. Sie wissen, dass Jane Austen noch sehr jung war, als sie es schrieb. Dann legte sie es für Jahre in eine Schublade? Es ist ein Meisterwerk und eine großartige Liebesgeschichte. Ich habe mich über das Rollenangebot gefreut, und ich wollte gerne mit Joe zusammenarbeiten. Er ist 33, und in meinem Alter ist es sehr schön, von einem so jungen Menschen aufgefordert zu werden, etwas für ihn zu tun. Er ist sehr integer."

Für die Arbeit hinter den Kulissen engagierte Wright eine langjährige Mitarbeiterin, Produktionsdesignerin Sarah Greenwood. Er erzählt: "Sarah und ich haben beruflich die gleiche Wellenlänge und verstehen uns praktisch ohne viel Worte. Ich beziehe sie immer so früh wie möglich mit ein, und gemeinsam haben wir daran gearbeitet, den Drehorten von "Stolz und Vorurteil" die größtmögliche Dosis Realität zu injizieren."

Auch der Garderobe wurde sehr früh große Aufmerksamkeit gewidmet, gemeinsam mit Kostümdesignerin Jacqueline Durran ("Vera Drake"). Der Regisseur berichtet: "Ich finde die Kleider im Empire-Stil sehr hässlich, also habe ich etwas recherchiert. Obwohl der Roman 1813 zum ersten Mal veröffentlicht wurde, schrieb Jane Austen die erste Version, damals unter dem Titel "First Impressions", bereits 1797. Also haben wir uns für eine Garderobe im älteren Stil entschieden; bei den Kleidern sitzt die Taille um einiges tiefer und ist somit vorteilhafter.

Wenn Caroline Bingley auftritt, dann trägt sie natürlich die neueste Mode. Aber die Kleider von Mrs. Bennet stammen aus einer Zeit vor 1797, und Lady Catherines Garderobe ist noch älter, denn die besten Kleider der beiden Damen stammen aus früheren Jahren. Jacqueline hat mit Mike Leigh zusammengearbeitet und kennt sich in diesem an den Charakteren orientierten, realistischen britischen Filmstil bestens aus; ihre Auswahl von Stoffen und Farben für diesen Film war exquisit."

Keira Knightley meint: "Wenn die männlichen Schauspieler in ihren Alltags-Klamotten herumstanden, konnten wir Mädchen uns normal mit ihnen unterhalten. Aber sobald sie ihre Kostüme anzogen, standen wir Schwestern - mich inbegriffen - plötzlich diesen verführerischen Wesen gegenüber und verwandelten uns in kichernde Idiotinnen, die kein klares Wort herausbrachten. Sie waren so perfekt gekleidet!"

Joe Wright meint abschließend: "Was Jane Austen geschrieben hat ist auf gewisse Weise ein Märchen. Ich denke, die besten Märchen basieren auf sozialem Realismus und vermitteln innewohnende emotionale Wahrheiten, die über Generationen hinweg nicht an Relevanz einbüßen und es Wert sind, wieder und wieder erzählt zu werden. Auch heute noch verlieben sich Menschen, haben Vorurteile und sind gelegentlich zu stolz. Wir mögen es, wenn man uns erzählt, dass es die Liebe gibt, und diese Geschichte ist dafür eine fröhliche und befriedigende Bestätigung. "Stolz und Vorurteil" ist eine Liebesgeschichte darüber, dass man versuchen sollte, sich gegenseitig zu verstehen."

Die Drehorte Groombridge Place (Longbourn, das Haus der Familie Bennet)

Groombridge Place liegt bei Turnbridge Wells, an der Grenze zwischen Kent und East Sussex in Südengland; das Anwesen besteht aus einem ruhig gelegenen, befestigten Backsteinhaus inmitten mehrerer ACRES Garten. Auf diesem Grundstück wurde bereits um das Jahr 1200 ein erstes Gebäude errichtet, doch das jetzige Haus stammt aus der Zeit um 1660, als auch der Landschaftsarchitekt John Evelyn die erste Gartenanlage formvollendet plante. Diese Gärten wurden im Laufe der Jahre erweitert und umgestaltet, darunter der einzigartige White Rose Garden, der Drunken Garden und der Knot Garden.

Der Apostle Walk ist heute eher unter dem Namen Draughtsman's Garden bekannt, nachdem er als Schlüssel-Location für Peter Greenaways Film "Der Kontrakt des Zeichners" verwendet wurde. Während das Haus von Privatleuten bewohnt wird, sind die Gärten im Sommer dem Publikum zugänglich und werden jedes Jahr von rund 200.000 Menschen besucht. Die Filmemacher von "Stolz und Vorurteil" hatten das Glück, die Anfrage nach der Verwendung des Wohnsitzes als Heim der Bennet-Familie zu einem Zeitpunkt zu starten, als das Anwesen gerade den Besitzer gewechselt hatte - erst zum zweiten Mal innerhalb von 400 Jahren.

Der neue Eigentümer konnte dazu überredet werden, seine Renovierungspläne so lange aufzuschieben, bis die Bennets und das Filmteam wieder ausgezogen waren. Produktionsdesignerin Sarah Greenwood und ihr Art Department konnten die Innenräume in einen dem ausklingenden 18. Jahrhundert entsprechenden "schäbig-schicken"-Stil verwandeln; so entstand Longbourn, der Sitz der Familie Bennet. Auch die Außenansicht wurde umgestaltet; Lizzies Lieblings-Brücke wurde gegenüber der Befestigungsanlage gebaut, die Fenster wurden der Epoche angemessen ausgetauscht und ein makelloser Hof verwandelte sich in einen mit Dunghaufen übersäten Unterschlupf für die vielen Nutztiere, die irgendwann auf dem Esstisch der Bennet-Familie landen.

Basildon Park (Netherfield Park, vermietet an Mr. Bingley)

Netherfield ist der zeitweilige Wohnsitz des schneidigen und wohlhabenden Mr. Bingley; in Wirklichkeit ist dies Basildon Park (bei Reading, Berks), eine wundervolle Palladin-Villa aus dem 18. Jahrhundert, die mit Blick über die Themse in Berkshire inmitten eines riesigen Parks liegt. Basildon Park wurde zwischen 1776 und 1783 erbaut, verfiel jedoch Anfang des 20. Jahrhunderts zusehends. Es waren Lord und Lady Iliffe, die das Anwesen in den 1950er Jahren retteten und restaurierten; sie statteten es auch mit bedeutenden Gemälden, kostbaren Stoffen und Möbeln aus.

1978 übertrugen die Iliffes den Besitz mitsamt der üppigen Innenausstattung an den National Trust. Das Anwesen und die Gärten sind heutzutage von Frühling bis Herbst dem Publikum zugänglich. Die Kinozuschauer werden die westliche Fassade und die Loggia von Basildon Park sehen, außerdem das Esszimmer sowie den achteckigen Salon, ein Raum mit Blick auf den East Park, dessen Decke im italienisch-florentinischen Stil ausgeschmückt ist.

Burghley House (Rosings, der Wohnsitz von Mr. Darcys Tante Lady Catherine de Bourg)

Für die Außen- und Innenaufnahmen in Rosings, dem beeindruckenden Wohnsitz der gleichfalls beeindruckenden Lady Catherine (Erbtante von Darcy und Gönnerin von Mr. Collins) ließen sich die Filmemacher in Burghley House nieder, eines der größten Anwesen in England. Das Haus ist noch immer in den Händen der Familie, dessen Vorfahr, William Cecil Lord Burghley (Kanzler und Günstling von Queen Elizabeth I), es Mitte des 16. Jahrhunderts erbaute. Das Haupthaus wurde im Laufe der Jahrhunderte kaum verändert. Viele der Nachfahren von Cecil erwarben große Kunstwerke und engagierten Künstler und Handwerker aus ganz Europa, um das Anwesen zu verschönern. Der Heaven Room, im Film als Lady Catherines Wohnzimmer eingesetzt, ist dafür ein herausragendes Beispiel.

Der 5. Earl, Lord Exeter, engagierte den italienischen Künstler Verrio, um sowohl in diesem Raum als auch in dem darauf zulaufenden Treppenhaus die Wände und Deckengemälde zu gestalten. Verrio arbeitete mehrere Jahre lang in Burghley House und machte es sich zur Gewohnheit, seinen Verdienst im George Hotel in nahegelegenen Stamford auszugeben, wo auch die Schauspieler während der Dreharbeiten untergebracht waren. Verrio fiel schließlich in Ungnade und verließ Burghley House - wobei er bei etlichen Dorfbewohnern schwer verschuldet war.

Burghley House befindet sich heute im Besitz einer Treuhandgesellschaft der Familie, und der Besitz wird von Lady Victoria Leatham verwaltet (der Tochter des Marquis of Exeter, dem Olympia-Teilnehmer, der im Oscar-preisgekrönten Film "Die Stunde des Siegers" von Ian Charleson dargestellt wird). Lady Victoria nimmt regelmäßig an der "Antiques Roadshow" (der britischen Version von "Kunst und Krempel") teil, wobei sie die Zuschauer hinsichtlich der Herkunft und des Wertes von Objekten berät, die diese von zuhause mitbringen.

Chatsworth House (Pemberley, der Wohnsitz der Familie von Mr. Darcy)

Chatsworth House ist das größte Landhaus in Privatbesitz in England und Wohnsitz des Grafen und der Gräfin von Devonshire. Im Film fungiert es als Außenansicht von Pemberley, dem Wohnsitz der Familie Darcy. Jane Austen selbst erwähnte Chatsworth in "Stolz und Vorurteil", und die Gräfin ist natürlich fest davon überzeugt, dass die Autorin an Chatsworth dachte, als sie Pemberley beschrieb. Deborah, die Gräfin von Devonshire, ist eine der berühmten "Mitford Girls" (ihre Schwestern waren die Schriftstellerinnen Nancy und Jessica Mitford, außerdem auch Unity Mitford und Diana Mitford).

Während des Zweiten Weltkrieges wurde das im 17. Jahrhundert erbaute Chatsworth als Mädchenpensionat Penrhos College benutzt. Von 1939 bis 1946 lebten und arbeiteten 300 Schülerinnen und ihre Lehrer dort. Später wurde das Anwesen wieder dem Publikum zugänglich gemacht, 1973 wurden dann ein Bauernhof und ein Abenteuerspielplatz hinzugefügt. Im Inneren des Hauses befindet sich das ausladende Treppenhaus Painted Hall, wo üblicherweise Benefizveranstaltungen und die Kinder-Weihnachtsparty abgehalten werden; dort beginnen Lizzie Bennet und die Gardiners (gespielt von Penelope Wilton und Peter Wight) ihre Besichtigungstour durch Pemberley. In der Sculpture Gallery, die so genannt wird weil der 6. Graf diesen Raum den Bildhauerarbeiten zugedacht hat, sieht Lizzie die Büste von Mr. Darcy - und erfährt mehr über seine Tugenden.

Wilton House Salisbury (ebenfalls Pemberley)

Das Wilton House Salisbury wurde im 16. Jahrhundert auf einem Grundstück erbaut, das zuvor über fast 800 Jahre lang von einer Abfolge verschiedener Glaubensgemeinschaften beansprucht wurde; es ist der Wohnsitz des 18. Earl of Pembroke, dessen Vater, der 17. Earl, der Regisseur und Produzent Henry Herbert war. Das einzigartige Design des Double Cube Room dient als Salon des Wohnsitzes der Familie Darcy, wo Lizzie seiner Schwester Georgiana vorgestellt wird.

Der Double Cube Room ist berühmt als eines der besten noch bestehenden Beispiele für den durch den Architekten Palladio inspirierten Architektur-Stil des 17. Jahrhunderts in England; dieser Raum beherbergt eine Sammlung von Familienporträts, die im 17. Jahrhundert von Sir Anthony van Dyck geschaffen wurden.

Haddon Hall (The Inn in Lambton)

Der Bankett-Saal in Haddon, eingesetzt als Esszimmer des Lambton Inn, ist die Quintessenz eines mittelalterlichen Anwesens aus dem 14. Jahrhundert und konnte seinerzeit - als Hauptaufenthaltsraum - gleichzeitig 40 bis 50 Menschen fassen. Seit mehr als 400 Jahren befindet sich dieses Haus, das in Bakewell, Derbyshire liegt, im Besitz der Familie Manners; Haus und Grundstück sind für Besucher zugänglich. Dort wurden auch andere Spielfilme gedreht, darunter z.B. "Elizabeth" und die neueste Version von "Jane Eyre".

Zusatzliche Drehorte

Apollo-Tempel in den Stourhead Gardens (in Wiltshire); fungiert als Garden in Rosings in der Sequenz, in der Darcy sich Lizzie offenbart, jedoch zurückgewiesen wird.

St. George's Square in Stamford, Lincolnshire, ist der Ort, an dem sich die Szenen im Dorf Meryton abspielen.

Hunsford (The Alms House auf dem Boughton House Estate in Northhamptonshire) fungiert in Szenen als Mr. Collins Pfarrhaus (neben dem Rosings-Haus im Film).

Hunsford Church (St. Peter Brooke, in Rutland) ist die Kirche, deren Innenräume im Film als Mr. Collins Kirche dienen.

Peak District (Stanage Edge, in Hathersage Moor, Derbyshire) ist die Gegend, die Lizzie mit den Gardiners bereist.

Jane Austen Als siebtes von acht Kindern (und jüngste von nur zwei Schwestern) war Jane Austen (1775-1817) das Kind von Cassandra und George Austen; geboren wurde sie in Steventon, Hampshire. Die ersten 25 Jahre ihres Lebens verbrachte sie in dieser kleinen Ortschaft im Süden Mittelenglands. Ihr Vater war der Pastor der örtlichen Gemeinde. Abgesehen von wenigen Schuljahren wurde sie größtenteils auf informelle Weise zuhause unterrichtet; ihre Mutter z.B. brachte ihr Französisch, etwas Italienisch sowie das Klavierspielen bei.

Jane Austen war eine begierige Leseratte; bereits als Teenager begann sie, kurze Satiren zu schreiben. Das Originalmanuskript zu Pride and Prejudice (Stolz und Vorurteil), damals noch unter dem Titel First Impressions (Erste Eindrücke), beendete sie zwischen 1796 und 1797, im Alter von knapp 21 Jahren. Zuvor hatte sie sich in einen jungen Mann verliebt - doch seine Familie sprach sich gegen eine Heirat aus, da keiner der beiden über irgendein Vermögen verfügte. Wenige Jahre danach verlobte sich Jane Austen mit einem anderen, löste diese Verlobung jedoch bereits einen Tag später auf - vielleicht weil sie sich bewusst wurde, nicht in ihn verliebt zu sein.

Etliche Jahre lang unterbrach sie ihre Schreibtätigkeit, denn nach dem Tod ihres Vaters (1805) begann die Familie häufig umzuziehen. Erst ab 1809, nachdem sie sich mit ihrer Mutter und ihrer Schwester Cassandra in einem Haus in Chawton, das einem ihrer Brüder gehörte, niedergelassen hatte, setzte sie ihr schriftstellerisches Werk fort. Jahre zuvor hatte ein Verleger das erste Manuskript zu First Impressions abgelehnt; nun begann sie damit, das zu überarbeiten, was schließlich in Pride and Prejudice münden sollte. Auch andere ihrer frühen Werke wurden zu späteren Romanen überarbeitet.

Zwei Jahre nach der erfolgreichen Veröffentlichung von Sense and Sensibility (Sinn und Sinnlichkeit) - für dessen Druckkosten Jane selbst aufgekommen war und das in seiner ursprünglichen, über 10 Jahre zurückliegenden Form den Titel Elinor and Marianne trug - erschien Pride und Prejudice im Januar 1813 zum ersten Mal. Dieser Roman erfreute sich unmittelbar großer Beliebtheit und hat nach bald 200 Jahren nichts von seiner Frische eingebüßt. Es folgten vier weitere Romane: Mansfield Park, Emma, Persuasion (Überredungskunst / Anne Elliot) und Northanger Abbey (Die Abtei von Northanger).

Die beiden letzten wurden 1817 posthum veröffentlicht, nachdem Jane Austen nach langer Krankheit im Alter von 41 Jahren verstorben war. Northanger Abbey hatte sie bereits 1798 unter dem Titel Susan verfasst. Sie hinterließ außerdem den unvollendeten Roman Sanditon. Jane Austen hatte einige Zeit lang hinter einer Tür gearbeitet, die beim Öffnen knarrte - so wurde sie vor Besuchern gewarnt und konnte ihre Manuskripte verbergen, bevor jemand eintrat. All ihre Bücher wurden anfangs anonym veröffentlicht. Trotzdem wurde Pride and Prejudice ein solch durchschlagender Erfolg, dass bereits im September 1813 (acht Monate nach der Erstveröffentlichung) kein Geheimnis mehr um die Autorin gemacht wurde.

Sicherlich wussten auch ihre nächsten Angehörigen und Freunde sowie die literarischen Kreise genau, dass sie die Autorin gewesen war. Obwohl die anonymen Veröffentlichungen es verhinderten, dass sie zu Lebzeiten einen Namen als große Schriftstellerin erwerben konnte, konnte sie so jedoch ihr Privatleben schützen - zu einer Zeit, in der die englische Gesellschaft den Eintritt einer Frau ins öffentliche Leben damit gleichsetzte, dass sie ihre Weiblichkeit und Ehrbarkeit verlor. Außerdem bedrohten die Napoleonischen Kriege (1800 - 1815) die Sicherheit und das Fortbestehen sämtlicher europäischer Monarchien, weshalb auch die Regierung strenge literarische Zensur übte.

Im sozialen Milieu im England zu Jane Austens Zeiten waren die Gesellschaftsschichten besonders deutlich voneinander getrennt und im Standesdünkel sowie Vermögensfragen tief verwurzelt. Die Autorin äußert sich oft kritisch bezüglich der Haltung und Vorurteile der Upper Class. Sie unterscheidet zwischen "internal merit" (den inneren Werten oder wie gütig eine Person ist) und "external merit" (den äußeren Werten oder über welche Güter und Titel eine Person verfügt). Obwohl sie die Snobs häufig parodistisch unter die Lupe nimmt, macht sie sich ebenfalls über die schlechte Erziehung und Manieren der gesellschaftlich unter ihr stehenden lustig.

Die vorhandene - oder mangelnde - Selbstwahrnehmung ihrer Figuren trägt zum Amüsement, zur Schärfe und zur dramatischen Wirkung ihrer Werke bei. In vielerlei Hinsicht war sie Realistin, indem sie das England ihrer Zeit akkurat porträtierte, wo gesellschaftlicher Aufstieg so gut wie ausgeschlossen und das Klassenbewusstsein extrem ausgeprägt war. Zwar konnten sich junge Männer durchaus im Militär, im Kirchendienst oder in den Rechtswissenschaften auszeichnen - junge Frauen jedoch konnten allein durch den Erwerb von Reichtum eine gewisse Sicherheit erlangen. Und dieses Ziel vermochten sie nur dadurch zu erreichen, dass sie einen standesgemäßen und begüterten Ehemann fanden; aus diesem Grund spiegelt sich das Thema der Eheschließungen in sämtlichen Dialogen von Jane Austens Werk.

Obwohl den jungen Frauen Anfang des 19. Jahrhunderts bereits etwas mehr Entscheidungsfreiheit zugestanden wurde als noch im 18. Jahrhundert, wenn es um die Wahl eines Gatten ging, so standen dennoch praktische Erwägungen immer im Vordergrund. Jane Austen wird oft vorgeworfen, einen sehr eingeschränkten Blick auf die Welt zu vermitteln. Als Tochter eines Geistlichen hat sie sicherlich in der Gemeinde mitgeholfen und war sich zweifellos der sie umgebenden Armut bewusst. Sie beschrieb jedoch ihre eigene Welt, nicht die der anderen.

Ihre Kritik am Standesdünkel scheint sich lediglich auf die Mittel- und Oberschicht zu beschränken; die unteren Schichten - wenn sie überhaupt vorkommen - sind für gewöhnlich Bedienstete, die mit ihrem Schicksal nicht zu hadern scheinen. Auch wenn dieses mangelnde Interesse am Alltagsleben der Armen kritisiert werden mag, so entsprach es doch genau der Haltung der gesamten englischen Gesellschaft zu jener Zeit. Der Einfluss, den das Gesamtwerk von Jane Austen sowie besonders Pride and Prejudice im Kino, Fernsehen und in der Literatur ausübt, ist auch heute noch deutlich zu erkennen. So lange die menschliche Komödie inszeniert wird, so lange Liebe und Klassenunterschiede alles noch komplizierter machen - so lange bleibt auch Jane Austens Perspektive bedeutend und erfrischend.

"Denke nur so lange an die Vergangenheit, wie diese Erinnerung dir Freude bereitet." - Elizabeth Bennet in "Stolz und Vorurteil"

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Dirk Jasper FilmLexikon

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