Shouf Shouf Habibi

Ausführlicher Inhalt

Ab ist Marokkaner, Anfang zwanzig und lebt mit seinen Eltern und seinen Geschwistern in Holland. Er hat keine Arbeit und hängt die meiste Zeit mit seinen Freunden ab, die mit kleinen und größeren Gaunereien versuchen, ihr Glück zu machen. In der Familie ist nicht alles zum Besten bestellt: Der Vater wollte nie in Holland alt werden, findet jedoch die jungen Frauen, die ihm auf Plakaten, im Fernsehen und auf der Strasse entgegen lächeln durchaus anziehender als seine eigene Frau.

Das bleibt bei ihr nicht unbemerkt, doch sie weiß sich zu helfen. Ab?s älterer Bruder Samir hat sich als Polizist voll integriert und seine Schwester Leila macht eine Ausbildung zur Modedesignerin. Bleibt noch der kleine Bruder, Driss, der sich sein Taschengeld mit kleinen Erpressungsversuchen aufbessert ...

Eines Morgens klingeln die Freunde Ab mal wieder aus dem Bett, damit er ihnen hilft, einen Container zu knacken. Zwar kann er ihn mit seinen bemerkenswerten Fähigkeiten tatsächlich öffnen, aber drin finden sie ? wieder mal gar nichts. Seine Schwester Leila schließt unterdessen ihre Ausbildung zur Modedesignerin ab und versucht, ihren eigenen Weg jenseits der marokkanischen Tradition zu gehen.

Das ist überhaupt nicht im Sinne ihres Vaters, der sie endlich an einen Marokkaner verheiraten will. Dafür lädt er einen Bewerber samt dessen Vater ein, doch Leila macht sich nicht einmal die Mühe, mit dem Anwärter zu sprechen. Statt dessen schleicht sie sich nachts über die Leiter aus dem Haus und trifft sich mit Daan, einem reichen Holländer, der nichts unversucht läßt, sie herum zu kriegen. Aber auch darauf will sie sich nicht einlassen und läuft wieder nach Hause zurück.

Ab träumt währenddessen von einem Leben als Schauspieler und versucht seinen Freunden klar zu machen, dass eine große Karriere auf sie wartet, jetzt wo Marokkaner für Verfilmungen von Attentaten und militärischen Kreuzzügen benötigt würden. Selbst auf dem Arbeitsamt verlangt er Jobs als Schauspieler und lehnt irgendwelche Aushilfjobs schlichtweg ab. Da kann auch der Sachbearbeiter nur noch mit Ironie reagieren: ?Soll ich Spielberg anrufen?? Ab: ?Haben sie etwa seine Nummer??

Ab?s älterer Bruder Samir, der als Polizist vollständig integriert ist, verschafft ihm über eine Kollegin schließlich einen Job in einer Bank. Auch nicht schlecht: ein Leben als Investment-Banker kann er sich auch gut vorstellen. Seine Freunde haben jedoch bereits andere Pläne mit ihm und der Bank: Sie wollen sie lieber ausrauben und Ab soll ihnen dabei helfen ... Ab?s jüngerer Bruder, Driss, bessert unterdessen sein Taschengeld mit kleinen Erpressereien auf: er fotografiert heimlich andere Marokkanerinen, die sich auf der Schultoilette schminken und zurecht machen. Er droht ihnen, die Bilder ihren Eltern zu zeigen. Bis er vom Direktor erwischt wird ...

Unter dem Vorwand, die Zukunft ihrer Tochter zu erfahren, geht Ab?s Mutter mit Leila zu einer Wahrsagerin. Doch eigentlich geht es ihr um etwas ganz anderes: Sie sucht ein Mittel, um ihren Mann wieder gefügig zu machen. Sie bekommt eine speziellen Kräutermischung zur Teezubereitung, verliert darüber aber kein Wort gegenüber Leila. Driss, der kleine Bruder, mußs sich in der Zwischenzeit vor dem Schuldirektor verantworten, im Beisein seines Vaters, der kein Wort holländisch versteht.

Das nutzt Driss natürlich aus und übersetzt nichts von den Vorwürfen des Direktors. Statt dessen stellt er sich dem Vater im besten Licht dar. Bis der Hausmeister hereinkommt, der ebenfalls Marokkaner ist, und der Unterredung eine neue Wendung gibt ... Zuhause steht der nächste Bewerber für Leila an. Doch auch diesmal weigert sich Leila, mit dem Anwärter zu reden. Nebenbei versucht die Mutter die Situation zu nutzen, um ihren neuen Tee an ihrem Mann zu testen. Doch auch dabei verläuft nicht alles planmäßig.

Leila hält es zuhause nicht mehr aus und flüchtet sich zu Daan. Doch ihr kleiner Bruder verfolgt sie und weiß jetzt wo sie ist ... Am nächsten Morgen mußs Ab zu seinem ersten Arbeitstag antreten. Aber schon der Start ist ein Fiasko: Ab hat die Sommerzeit vergessen und kommt eine Stunde zu spät. Zudem hat er sich seinen Job anders vorgestellt. Statt große Geschäfte abzuwickeln, langweilt er sich an einem kleinen Schreibtsich und vertreibt sich den Tag mit sinnlosen Spielchen.

Zuhause nehmen die Dinge ihren Lauf: Der Vater hat sich bei einem seiner Wutausbrüche das Bein gebrochen und ist an den Rollstuhl gefesselt, was seiner Frau nicht wirklich unrecht ist. Und Driss verheimlicht mit allen Mitteln seiner Mutter, dass Leila in der letzten Nacht abgehauen ist. Nach dem gescheiterten Versuch, im wahren Berufsleben Fuß zu fassen, läßt Ab sich von seinen Freunden zu einem Bankeinbruch überreden. Vielleicht winkt hier wenigstens das große Geld.

Auch Leila ist bei ihrem Freund Daan nicht sehr glücklich. Seine Freundinnen akzeptieren sie nicht und Daan selbst mußs sich einigermaßen umstellen, um eine Beziehung ohne Sex zu führen. Schließlich gerät auch Samirs Leben ins Trudeln, als er sich nämlich in seine Kollegin Maja verliebt und sie zusammen mit ihrem Mann sogar zum Essen zu sich nach Hause einlädt. Wie zu erwarten, wird der Banküberfall von Ab und seinen Kumpels ein einziges Fiasko.

Nicht nur, dass die Vorbereitungen äußerst amateurhaft sind, weigert sich einer seiner marokkanischen Freunde schließlich auch noch, eine Schweinsmaske aufzusetzen. Nur knapp entkommen sie der Polizei, doch beim Öffnen eines im Vorbeilaufen geklauten Koffers wird Ab von oben bis unten mit roter Farbe bespritzt. Damit ist er geliefert, sein eigener Bruder mußs ihn verhaften und abführen. Nach einer hitzigen Diskussion mit seinem Bruder hat Ab dann dennoch Glück: die Zeugen erkennen ihn nicht eindeutig wieder und er wird wieder frei gelassen.

Zuhause spitzt sich die Lage zu: Die Eltern sind erschüttert, als sie erfahren, dass Leila abgehauen ist; die Familienehre ist beschmutzt. Auch Ab kann sich damit nicht abfinden und findet in der Verdammung seiner Schwester das richtige Ventil für sein eigenes Scheitern. Als Driss ihm auch noch verrät, wo sie sich versteckt hält, nimmt das Unheil seinen Lauf. Ab rastet völlig aus und schlägt aus lauter Frust seine eigene Schwester nieder.

Wieder zuhause schwört Ab, jetzt ein ganz anderer zu werden: Er wird sich eine Frau aus Marokko nehmen, einen vernünftigen Job suchen und ein normales, ehrenhaftes Leben führen. Währenddessen wird das Abendessen bei Samir und seiner Frau, zu dem er seine Kollegin und ihren Mann eingeladen hat, zu einer Katastrophe. Der Mann macht sich plump an Samirs Frau heran, um sich für die Affäre zwischen seiner Frau und Samir zu rächen. Für alle ein höchst peinliches und verletzendes Desaster. Als dann auch noch seine verstörte Schwester Leila auftaucht und um Hilfe bittet, ist Samir völlig überfordert und schickt sie wieder weg. Alles gerät aus den Fugen ...

Ab hingegen macht ernst mit seinem neuen Leben und nimmt sich Arbeit bei einem marokkanischen Schlachter, doch auch hier läuft nicht alles nach Plan. Neben den Problemen mit dem fachmännischen Töten von Tieren holt ihn auch noch seine Vergangenheit wieder ein: Ein Junge, dem er vor geraumer Zeit sein Quad gestohlen hat, erkennt ihn wieder und hetzt ihm zwei Schläger auf den Hals. Doch auch die Hinwendung Ab?s zu einem ehrenhaften Leben kann seinen Vater nicht beschwichtigen.

Er macht seiner Frau unentwegt Vorwürfe, wie sie es zulassen konnte, dass die Familie so verkommt: Leila eine Hure, der Älteste ein angepasster Halb-Holländer und der Jüngste ein Lügner. Als sie die ewigen Tiraden nicht mehr ertragen kann, greift sie zu handfesteren Mitteln und bugsiert ihren Mann kurzerhand mit dem Rollstuhl vor das nächstbeste Haltestellen-Häuschen ...

Das bleibt nicht ohne Folgen und die Aufregung greift das Herz des alten Mannes an. So schickt er seinen Sohn Ab nach Marokko, damit er sich um seine letzte Ruhestätte kümmert und ein anständiges Grab anlegen läßt. Gleichzeitig kann Ab die Reise nutzen, um sich ein ?reines? und jungfräuliches marokkanisches Mädchen als Frau zu suchen.

Ab kehrt also zurück in das Land seines Vaters und hat die freie Auswahl: Von vier marokkanischen Schwestern wählt er die jüngste und hübscheste als seine Braut. Die älteste bekniet ihn zwar nachts, doch sie zu wählen, aber er bleibt bei seiner Wahl und arrangiert die Hochzeit in Holland. Gleich nach der Rückkehr findet das große Fest statt: Alle Verwandten und Freunde kommen, der Vater wird auf einer Liege hereingefahren, die Braut nach alter Tradition geschmückt und Ab bittet schließlich Driss, seinen kleinen Bruder, auch Leila zum Kommen zu bewegen.

Und sie kommt tatsächlich, merkt aber sofort, dass Ab die ganze Veranstaltung selbst äußerst suspekt ist. Je näher die eigentliche Zeremonie rückt, desto nervöser wird er und als die ganze Gesellschaft schließlich nur noch auf ihn wartet, nimmt er Reißaus und versteckt sich bei seinen Freunden in der Billardhalle. Samir versucht zwar zu beschwichtigen, doch die Hochzeitsgesellschaft kommt immer mehr in Rage, denn die Braut bleibt alleine sitzen. Die Veranstaltung platzt, der Vater überlebt die Aufregung nicht, und die ganze Gesellschaft löst sich auf.

Die Familie trifft sich schließlich noch mal zu seiner Beerdigung in Marokko. Vor dem Grab wird klar: Alle haben ihre Blessuren davon getragen, aber sind auch um einige wichtige Erfahrungen reicher. Am Ende findet selbst Ab einen Weg in den holländischen Alltag: Zusammen mit seinen Freunden arbeitet er jetzt als Schaffner bei der holländischen Eisenbahn ...

Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto

Dirk Jasper FilmLexikon

© Fotos: TelePaten © 1994 - 2010 Dirk Jasper