Die Legende des Zorro

Produktionsnotizen

Zorro - der Held des Volkes Zorro schwang im Jahr 1919 in dem Roman "The Curse Of Capistrano" erstmals seine Peitsche und gilt als erster maskierter Held der modernen amerikanischen Fiktion. Martin Campbell, der Regisseur von DIE LEGENDE DES ZORRO bemerkt: "Zorro beschützt den gewöhnlichen Mann - vor ihm haben das nicht viele Helden getan. Er ist wahrlich ein Mann des Volkes. Und er hat keine Superkräfte oder technischen Spielereien, nur seinen Degen, seine Peitsche und seine Klugheit und Witz."Aber Campbell stellt klar: "Natürlich mußs man immer im Kopf behalten, dass Zorro mit diesen Requisiten ziemlich außergewöhnliche Dinge anstellen kann. Aber letztlich ist er ein Mann aus Fleisch und Blut und keine digitale Figur wie viele andere Superhelden von heute."

Es war die Menschlichkeit von Zorro, die auch die Produzentin Laurie MacDonald reizte. "Der Grund, warum ich Zorro gut finde ist, dass wir uns alle in ihn hineinversetzen können - eben weil er keine übermenschlichen Kräfte hat", sagt sie. "Er ist ein gewöhnlicher Mensch. Er kann zwar besser reiten als die meisten anderen und er ist ein Experte im Schwertkampf, aber unterm Strich ist er genau wie jeder andere Mann, der mit ganz normalen Problemen umgehen mußs." Und Antonio Banderas, der in DIE LEGENDE DES ZORRO als Titelheld zurückkehrt, sieht seine Figur "als Charakter, der aus dem Volk heraus geboren wurde und dem Volk nun etwas zurückgibt. Das Volk braucht jemanden und Zorro ist für sie wie ein Traum, der wahr geworden ist - jemand, der sie vor dem retten kann, was für sie unfair und ungerecht halten." Die Legende des Zorro: Die Saga geht weiter "Das neue Abenteuer führt uns tiefer hinein in die Geschichte von Zorro, einem wahren Helden nach amerikanischer Tradition - ein Mann, der bereit ist, sich den Unterdrückern entgegenzustellen, obwohl er damit ein großes persönliches Risiko eingeht", erklärt Regisseur Campbell. Ein großer Teil der Erfolgs von The Mask of Zorro (Die Maske des Zorro, 1998) war die schlagfertige Besetzung von Antonio Banderas und Catherine Zeta-Jones für die Rollen von Zorro und Elena. Der Produzent Walter F. Parkes erinnert sich: "Da gab es etwas, das zwischen ihnen auf der Leinwand zündete." Dieser Funke sorgte dafür, dass der Film weltweit über 250 Millionen Dollar einspielte.

DIE LEGENDE DES ZORRO greift die Geschichte nun eine Dekade später wieder auf: Zorro und Elena sind verheiratet, haben ein Kind und müssen sich einem neuen Abenteuer stellen. "Eine der Herausforderungen bei der Schöpfung des neuen Films war es für uns, dass wir die beiden am Ende des ersten Teils verheiratet haben", sagt Produzentin MacDonald. "Wir besuchen sie zehn Jahre später wieder, sie sind immer noch glücklich verheiratet, es gibt aber ein paar Probleme zwischen ihnen - und zwar genug, dass sich zwischen ihnen eine Kluft aufgetan hat. Und von diesem Punkt aus entwickelt und vertieft sich die Bindung von Zorro und Elena in einer sehr dramatischen Art und Weise."

In DIE LEGENDE DES ZORRO stellte sich Zorros und Elenas Trennung als perfekter Ausgangspunkt für das neue Abenteuer der beiden heraus. "Liebesgeschichten sind immer dann am besten, wenn ihr Status quo offen ist", erläutert Regisseur Campbell, "wenn die Liebenden etliche Hindernisse überwinden müssen, um sich zu finden oder, wie in unserem Fall, sich wiederzufinden. Und genau das geschieht hier."

Auf bestimmte Weise ist das, was zwischen Zorro und Elena in DIE LEGENDE DES ZORRO passiert, eine Hommage an die klassischen Hollywoodliebesgeschichten. "Es ist eine Art Rückkehr zu den Hollywoodkomödien, in denen der Held und die Heldin nicht miteinander - aber auch nicht ohne einander leben können", bemerkt Produzent Parkes. "Das ist nicht nur ein kraftvolles Werkzeug für die Geschichte - es entzündet auch die romantische Energie wieder neu, die zwischen ihnen besteht."

Als Banderas das neue Drehbuch las, fand er alle Elemente wieder, die er in dem ersten Film für gut befunden hatte: "Da war die Comedy, die essenziell für diese Art Film ist, es gab sehr gut geschriebene Dialoge und eine Menge Abenteuer. Ich wusste, dass Martin und viele andere, die schon an dem ersten Teil mitgearbeitet hatten, wieder dabei sein würden und dass es sehr aufregend sein würde, selbst wieder mitzumachen."

Zeta-Jones ergänzt: "Keiner von uns hätte sich wohl auf ein neues Abenteuer eingelassen, wenn wir nicht gewusst hätten, dass wir die gleiche Magie wie beim ersten Film wieder erschaffen können. Als wir sahen, dass das Drehbuch genau dies geschafft hatte, wussten wir einfach, dass es ein Volltreffer war." Und für Regisseur Campbell war die Produktion von DIE LEGENDE DES ZORRO "eine dieser seltenen Gelegenheiten, bei denen sich alle darüber einig waren, was wir da tun und alle von uns teilten die Begeisterung. Wir haben die finale Version des Drehbuchs gedreht. Es gab nur ein paar kleine Änderungen. Und so etwas geschieht beim Film ziemlich selten."

Der Sohn des Zorro? Die Suche nach dem geeigneten jungen Schauspieler, der Zorros Sohn Joaquin darstellen sollte, erstreckte sich weltweit von Los Angeles über London, Miami, Spanien, New York bis hin nach Mexiko. "Wir hatten schon mit den Dreharbeiten angefangen, als nur noch zwei Jungs zur Auswahl standen - ein sehr talentierter junger Schauspieler aus Amerika und Adrian Alonso", sagt Walter F. Parkes. Es war der Regisseur Martin Campbell, der sich schließlich für den zehnjährigen gebürtigen Mexikaner entschied, trotz der wenigen Erfahrung, die Alonso in nur zwei Filmen gesammelt hatte - und der Tatsache, dass er kein Wort Englisch sprach. Und dennoch, sagt Campbell, "wusste ich, dass Adrian der Richtige war. Wir hatten am Ende nur zwei Jungs in der Auswahl, die wir getrennt voneinander mit Antonio sprechen ließen und dies dann filmten."

Banderas erinnert sich, dass "Martin mir sagte: ?Geh mal mit den Jungs vor die Kamera und rede einfach mit ihnen. Ich will, dass du mit ihnen interagierst und über normale Dinge sprichst - Fußball, Schule, Schauspielkurse?' Als ich das tat, wurde auch mir klar, dass es Adrian sein mußste."

Catherine Zeta-Jones gehört zu Alonsos größten Fans: "Martin hat für die Rolle von Joaquin ein kleines Juwel gefunden. Der entzückende Adrian könnte der nächste Marlon Brando werden, wenn er sich darauf konzentriert. Er hat diese fantastische natürliche Qualität - er spielt nicht einfach, er ist einfach er selbst. Es ist schwer genug, einem Erwachsenen zu erklären, er solle einfach er selbst sein, aber bei einem Kind ist es noch schwerer. Und auch die Tatsache, dass er kaum ein Wort Englisch sprach, hat mich immer wieder fasziniert. Martin spielte ihm immer diese Art Marcel-Marceau-Pantomimen vor und das hat wunderbar funktioniert."

Banderas stimmt ihr zu und ergänzt: "Adrian ist einfach umwerfend. Er hat ein unglaubliches Gespür für Rhythmus und Timing. Er ist sehr lustig und versteht den Humor des Films, der für Kinder eher schwer nachvollziehbar ist." Seine Dialoge lernte der junge Schauspieler rein phonetisch durch die Arbeit mit seiner Dialog-Trainerin Tina French, die sämtliche Szenen mit ihm ohne Kamera durchspielte. "Tina ist unsere unbesungene Heldin, denn durch sie kam Adrian absolut begeistert an den Set und es konnte sofort losgehen. Er hatte vollkommen verstanden, um was es sich in jeder einzelnen Szene handelt", erinnert sich Campbell.

Und Parkes ergänzt: "Adrian ist absolut uneitel und hat einen fantastischen Sinn für Humor und Timing - und das ist das wertvollste Geschenk, das ein Schauspieler haben kann. Ich habe das noch nie vorher so ausgeprägt bei einem Kinderdarsteller gesehen."

Die Schurken Rufus Sewell, den viele noch als Bösewicht aus A Knight's Tale (Ritter aus Leidenschaft, 2001) kennen, und Nick Chinlund, Veteran aus Filmen der vergangenen zwanzig Jahre mit Rollen in Training Day (Training Day, 2001) und Ultraviolet (2006), spielen in dem Ensemble zwei sehr unterschiedliche Männer, die beide ihre Gründe dafür haben, warum sie Kalifornien nicht als Teil der Vereinigten Staaten sehen wollen. Der Produzent Parkes erinnert sich daran, dass während der Entwicklung von DIE LEGENDE DES ZORRO, "als wir über unseren Schurken Armand redeten, wir ihn nicht unbedingt als einen bösen Buben, der nur hinter Geld her ist, haben wollten. Statt dessen fügten wir dieser Figur eine neue Facette hinzu und machten ihn zum Letzten einer langen Reihe von Rittern, die das zu erreichen versuchen, was sie als ihr Schicksal in der Welt ansehen."

Der von Sewell gespielte Armand ist ein Repräsentant des alten Europa, der das von ihm durchaus bemerkte Wachstum von Amerika als Supermacht zu stoppen versucht. "Er sieht sich selbst als eine Art moralisches Signalfeuer in der Welt", erläutert Parkes. "Das bringt eine historische und beinahe mythische Note in das jüngste Zorro-Abenteuer." Regisseur Campbell wählte Sewell für die Rolle des Gentlemans Armand aus, der sich darüber hinaus von Zorros Frau Elena angezogen fühlt. "Man soll glauben, dass Armand ein guter Kerl ist und dass seine Motive ehrenhaft sind", sagt Campbell. "Rufus bringt diese Art, etwas vorzugeben was er nicht ist, extrem gut rüber."

Nachdem er schon einmal den Schurken gespielt hatte, war Sewells Interesse relativ gering, als Schauspieler noch einmal das Gleiche zu spielen. Aber nachdem er die Rolle mit Campbell diskutiert hatte, entdeckte er, dass Armand kein gewöhnlicher Bösewicht ist. "Martin sieht Armand als Patriot und als Soldat", erläutert Sewell. "Er widmet sich voll und ganz seiner Sache. Leider ist es nur die falsche Sache." Für die Rolle des heimtückischen Jacob McGivens entschied sich Campbell für Nick Chinlund. "In meinen Augen sieht Nick bedrohlich aus und bringt diese Vollstreckerattitüde mit - er ist der Revolvermann, der angeheuert wird, um die Drecksarbeit zu erledigen", erklärt der Regisseur.

Chinlund sagte für den Part zu, weil er mit Campbell arbeiten wollte, aber hauptsächlich, weil ihn das Drehbuch faszinierte: "Die Worte waren großartig, die Art der Sprache war sehr speziell. Es gibt nur eine Art und Weise, diese Dialogzeilen rüberzubringen und es ist wie ein Geschenk, wenn es so funktioniert.."

Campbell bereute die Wahl von Chinlund und Sewell zu keinem Zeitpunkt und lobt das Zusammenspiel der beiden in den höchsten Tönen. "Ich fand es großartig, dass es Nick niemals übertrieben hat", gibt der Regisseur zu Protokoll. "Er hat sich sehr zurückgenommen. Er spielt einen Mann, dem man abnimmt, dass er nur für das Geld arbeitet, dass er für Geld tötet und darin auch sehr effizient ist. Er ist ein sehr starker Kontrast zu dem weltmännischen Armand, der es verachtet, sich mit jemandem wie McGivens abgeben zu müssen, aber es tun mußs, um sein Ziel zu erreichen. McGivens auf der anderen Seite genießt es, dass Armand immer wieder daran Anstoß nimmt.. Das hat eine großartige Dynamik."

Auch Antonio Banderas war begeistert von der Besetzung Sewells und Chinlunds. "Es ist unglaublich wichtig, dass man fantastische Schauspieler zur Verfügung hat, die Schurken glaubwürdig darstellen können", sagt er. "Wenn du keinen entsprechenden Gegenspieler hast, wenn die Person, gegen die du kämpfst, nicht glaubwürdig ist, dann interessiert sich das Publikum auch nicht für dich. Rufus und Nick sorgen dafür, dass das nicht geschieht."

Die Nebendarsteller Nachdem alle Schlüsselrollen besetzt waren, machte sich Campbell mit der gleichen Hingabe daran, ein ebenso glaubwürdiges Ensemble von Nebendarstellern zu finden. Von dem Charakterdarsteller Julio Oscar Mechoso als Fray Felipe über die mexikanischen Schauspieler Raúl Mendez als Ferroq, Gustavo Sánchez Parra als Cortez, Giovanna Zacarias als Blanca und Pedro Armendariz als Gouverneur von Kalifornien bis hin zu Mary Crosby (an die sich sicher noch viele als die Frau erinnern, die in "Dallas" auf J.R. geschossen hat) in einer Gastrolle, brachte jeder Schauspieler seine persönliche Präsenz in die Geschichte ein.

Da DIE LEGENDE DES ZORRO in Mexiko gedreht wurde, bot sich für die Filmemacher die Möglichkeit, lokale Talente zu engagieren. Mendez hat dank seiner Arbeit an der mexikanischen Satire Matando Cabos (2004) eine große Fangemeinde. Zacarias spielte eine Hauptrolle in der teuersten TV-Produktion des Landes - in der epischen Miniserie "Zapata". Und Armendariz spielte schon in etlichen englischsprachigen Filmen, die in Mexiko gedreht wurden. Auch in The Mask of Zorro ist er zu sehen - dort spielte er die Rolle von Don Pedro.

Action und noch mehr Action Wie die meisten Filmfans wissen, ist Martin Campbell ein versierter Action-Regisseur, der schon Hits wie GoldenEye (James Bond 007 - GoldenEye, 1995), Vertical Limit (Vertical Limit, 2000) und The Mask of Zorro verantwortet hat. DIE LEGENDE DES ZORRO, gibt er zu, ist allerdings eines seiner komplexesten Actionprojekte. "Die Kampfszenen sind, was die Fechtkunst angeht, viel intensiver als im ersten Teil und gegen Ende des Films gibt es eine aufwändige Szene auf einem Zug. Es gibt so viel Action, dass wir sowohl für die First als auch für die Second Unit eine außergewöhnlich lange Planungsphase anberaumen mußsten. Alles mußste präzise mit Storyboards vorbereitet und sehr sorgfältig ausgearbeitet und geplant werden."

Nachdem er schon etliche Jahre mit Martin Campell zusammengearbeitet hat, weiß der Chefkameramann Phil Meheux: "Martin kennt sich mit Actionfilmen gut aus. Er weiß, wie man sie dreht und das basiert auf seinen Erfahrungen beim britischen Fernsehen, als er an einigen Polizeiserien arbeitete, die vollgepackt mit Action waren. Weil diese immer sehr schnell gedreht werden mußsten, wurde alles bis ins kleinste Detail geplant. Und Martin ist ein Meister der Planung."

Der Schwertmeister Mark Ivie, der schon bei The Mask of Zorro als Assistent des Schwertmeisters beteiligt war, bestätigt: "Die Schwertkämpfe in diesem Film gehen einen Schritt weiter als im ersten Teil. Sie sind dynamischer und komplexer, denn sie finden an dramatischen und schwierigen Schauplätzen statt, zum Beispiel auf einem Aquädukt, ein Sechs-Personen-Kampf auf einem Weingut und auf dem Dach eines fahrenden Zuges. Martin ist ein großartiger Actionregisseur, der seine Konzepte ausarbeitet, mit den Storyboardzeichnern bespricht und so präzise zu Papier bringt, dass wir damit arbeiten konnten. Als wir dann die Sets sahen, konnten wir die Kämpfe so detailiert choreografieren, so dass sie für alle Beteiligten am Ende wunderbar funktionierten."

Der Stuntkoordinator Gary Powell, der nach den massiven Schlachtszenen von Alexander (Alexander, 2004) direkt an den Set von DIE LEGENDE DES ZORRO kam, gibt zu: "Als ich die Drehpläne bekam, wurde mir schnell klar, dass dies wahrscheinlich der anstrengendste Film werden würde, an dem ich je gearbeitet hatte. An jedem einzelnen Drehtag wurde ein Stunt aufgenommen. Jeder hatte unglaublich viel zu tun, auch Catherine. Im ersten Teil war sie eher das Fräulein in Not. In diesem ist sie definitiv eine Heldin. Sie hat drei große Kampfszenen."

"Ich denke, wenn ich für den ersten Teil nicht so fantastisch von Bob Anderson und Mark Ivie trainiert worden wäre - so richtig klassisch trainiert -, wäre es für mich nicht so einfach gewesen, zurückzukehren und schnell wieder reinzukommen", sagt Catherine Zeta-Jones. "Und meine Kämpfe in DIE LEGENDE DES ZORRO würden nicht so elegant aussehen. Etwas passierte mit mir, wenn ich den Degen in die Hand nahm: Ich fühlte mich auf einmal stark. Fechten ist ein fantastischer, athletischer Sport und ich sollte das eigentlich als Hobby betreiben, denn es ist sehr ein sehr gutes Ganzkörpertraining."

Wie in den meisten seiner Actionrollen wollte Antonio Banderas auch hier den größten Teil seiner Stunts selbst erledigen. "Ich versuche das meiste selbst zu spielen, denn ich bin gerne ehrlich mit dem Publikum, und ich möchte, dass man mich auch in Actionszenen erkennt", sagt er. Banderas war dazu auch mehr als in der Lage, verrät Campbell: "Die Wahrheit ist: Antonio ist ein deutlich besserer Fechter als die meisten der Stuntmänner. Er ist jemand, der alles gibt und dies auf der Leinwand auch gern zeigt."

Campbells Crew Für DIE LEGENDE DES ZORRO versammelte Regisseur Campbell wieder etliche seines üblichen Hinter-der-Kamera-Teams, unter anderem seinen langjährigen Mitarbeiter und Chefkameramann Phil Meheux. "Jeder Regisseur ist anders", sagt Meheux. "Jeder hat einen anderen Arbeitsstil, aber bei Martin bekommt man sofort ein Gespür dafür, wie er sich seinem Projekt nähert. Ich finde, dass sein Stil das Beste aus jedem herausholt. Ich habe ganz sicher einige meiner besten Filme mit ihm zusammen gedreht."

Ihr jüngstes gemeinsames Projekt forderte Meheuxs Einfallsreichtum. "Das größte Problem mit der Figur des Zorro ist, dass der eigentliche Autor ihn mit einem schwarzen Umhang, Maske und Hut dargestellt hat", erläutert er. "Wenn er also nachts auftaucht oder dort, wo es keine natürliche Lichtquelle gibt, verschafft das einem schon einiges Kopfzerbrechen, besonders weil er auch noch ein schwarzes Pferd reitet. In einer Szene springt Zorros Pferd von einem Zug in einen Güterwagen, der in einem Tunnel verschwindet. Also haben wir da einen Mann in schwarz, der auf einem schwarzen Pferd in einem Tunnel sitzt. Es hat uns einige Mühe gekostet, einen realistischen Weg zu finden, den Helden dort überhaupt sichtbar zu machen."

Um herauszufinden, wie Meheux dieses Problem gelöst hat, müsse man sich allerdings den Film ansehen ... Darüber hinaus hat DIE LEGENDE DES ZORRO ein außergewöhnliches Setdesign. Die Produktionsdesignerin Cecilia Montiel, die auch schon am ersten Teil mitgearbeitet hat, hatte rund 76 verschiedene Schauplätze für das neue Abenteuer gestaltet "und kein einziger davon war wirklich einfach", sagt sie. "Ich hatte sehr viele Mitarbeiter, denn wir mußsten an vieles denken: wie die Charaktere sich in den Sets bewegen, was sie am Set machen wollten, die Specialeffects, die Stunts und besonders die Schwertkämpfe ? für all das braucht man viel Platz. All diese Elemente mußsten bei dem Design des Films bedacht werden."

Montiel hofft, dass "das Publikum gar nicht bemerkt, dass vor einem künstlichen Hintergrund gedreht wurde, sondern dass es so aussieht, als ob alle Kulissen real existieren. Ich möchte sogar, dass es ihnen gar nicht mehr auffällt, dass sie einen historischen Film sehen. Das ultimative Kompliment für einen Produktionsdesigner ist es, wenn alles echt aussieht." Auch die Garderobe spielt eine signifikante Rolle in dem Film und auch hier mußsten etliche besondere Überlegungen angestellt werden, um den Anforderungen der Actionszenen an die Kostüme gerecht zu werden.

Die Kostümdesignerin Graciela Mazon, die ebenfalls an The Mask of Zorro beteiligt war, erläutert: "Als ich den Stoff für das Cape kaufte, brauchte ich einen fließenden Stoff, der elegant und mit Stil fällt. Aber gleichzeitig durfte er nicht schwer sein oder gar Antonios Bewegungen behindern. Schließlich mußste er ihn einige Monate lang tragen. Dasselbe galt für Catherines Kleidung. Ich nahm einige kleine Änderungen am Gewicht des Stoffes vor, so dass sie sich freier bewegen und sich darin richtig wohl fühlen konnte."

Die Pferdeflüsterer Die Produktion trainierte insgesamt elf Pferde, die Zorros schwarzen Hengst Tornado spielen sollten. Der Leiter der Abteilung, Jack Lilley, ist seit über 50 Jahren als Stuntman und als bekannter Tiertrainer im Filmgeschäft. Über die benötigten elf Pferde sagt er: "Manche waren Springpferde, drei oder vier wurden für ?Schönheits'-Aufnahmen benutzt - wenn Tornado zum Beispiel neben dem fahrenden Zug entlang galoppieren mußste. Dann gab es die stillen Pferde, die ganz ruhig bleiben mußsten, damit die Schauspieler ungestört ihre Dialoge sprechen konnten." "Weil wir so viele verschiedene Pferde auf der Leinwand benutzt haben, erscheint es einem fast so, als hätte Tornado eine gespaltene Persönlichkeit", lacht Lilley.

Bobby Lovgren, der Cheftrainer, der auch für Seabiscuit (Seabiscuit, 2003) arbeitete, begann mit seiner Arbeit über ein Jahr vor der eigentlichen Produktion von DIE LEGENDE DES ZORRO. "Man kann Pferde nicht unter Druck setzen und dann dazu bringen, bestimmte Dinge zu tun", sagt Lilley. "Die Stunts erfordern eine Menge Routine und Trainer wie Bobby brauchen dazu sehr viel Geduld. Bewegungsabläufe wie z.B. sich gegen etwas anlehnen oder die Beine kreuzen entsprechen nicht dem Naturell eines Pferdes. Die Trainer haben mit jedem einzelnen Pferd so gearbeitet; immer wieder Pausen eingelegt und dann alles wiederholt. Irgendwann haben es dann die Pferde verstanden: ? Oh, das soll ich also jetzt tun!', und dann haben sie es raus."

Alles in allem kamen bei DIE LEGENDE DES ZORRO 40 Pferde, 15 Esel, 29 Kühe, 15 Schweine und 50 Hühner zum Einsatz. "Auf Schafe und Ziegen haben wir verzichtet", grinst Lilley. "Die machen zu viel Lärm."

Die Dreharbeiten in Mexiko Obwohl die Handlung von DIE LEGENDE DES ZORRO in Kalifornien spielt, wurde der komplette Film an Originalschauplätzen in San Luis Potosí, Mexiko, gedreht, denn es stellte sich als unmöglich heraus, das Kalifornien des 19. Jahrhunderts in Kalifornien selbst zu rekonstruieren. Die mexikanische Stadt gilt als das Herz des kolonialistischen Mexiko und produzierte den größten Teil an Silber und Getreide, das Mexiko verarbeitete, als es noch unter spanischem Gesetz stand. Das Terrain ist eine Halbwüste, liegt in der Nähe der Oriental Mountains der Sierra Madre und wird "Altiplano" genannt, was spanisch für "Hochplateau" ist.

Die Produktion mußste während der Dreharbeiten mit einigen Wetterumschwüngen zurecht kommen, besonders während einer Schlüsselsequenz bei der festlichen Gala von Armand (Rufus Sewell), die eine Tanzszene mit Antonio Banderas, Catherine Zeta-Jones und 500 Statisten erforderte. "Das schlechte Wetter war sehr frustrierend beim Dreh und gleichzeitig auch die größte Herausforderung", erinnert sich Martin Campbell. "Die Gewitter waren einfach schrecklich und wir sind buchstäblich im Regen untergegangen. Wir standen knietief im Wasser und die Statisten konnten keinen Schutz suchen. Der Himmel brach über uns herein - es war eine Katastrophe."

Zeta-Jones ergänzt: "Wir mußsten uns eine ganze Woche lang mit dem Regen herumschlagen. Jedes Mal, wenn die Kameras gerade wieder anliefen, hörten wir in der Ferne schon wieder Donner und sahen die Blitze. Innerhalb von Sekunden gab es dann einen richtigen Wolkenbruch. Alle Blumen lagen platt gedrückt vom Regen auf dem Boden, die Kerzen gingen aus, die Crew rannte, um das Feuerwerk ins Trockene zu bringen ? Wenn man die Szene im fertigen Film sieht, hält man es für unglaublich, dass so etwas passiert ist, denn sie sieht so einfach aus. Aber ich kann Ihnen sagen ..."

Drehtage auf der Hacienda Gogorrón "Beim ersten Teil sind wir sehr oft umgezogen und haben dadurch einen großen Teil der Drehtage verloren", erklärt Martin Campbell. "Also habe ich mich entschlossen, diesmal eine Hacienda zu finden, um die wir unseren Film herumbauen konnten." Die Entscheidung fiel auf die Hacienda Gogorrón als zentraler Drehort - hier entstanden ca. 75 Prozent des Films.

Die Hacienda Gogorrón wurde im Jahr 1750 von einem reichen Spanier namens Pedro Arizmendi Gogorrón erbaut, der sich in den Silberminen von San Luis Potosí ein Vermögen erarbeitet hatte. Das Anwesen wurde in der Familie weitergegeben und wuchs teilweise auf eine Größe von bis zu 35.000 Hektar. Die letzte Generation der Familie wechselte auf dem Anwesen, das bis Ende des 19. Jahrhunderts - durch die natürliche Wasserversorgung - erfolgreich in der Landwirtschaft war, die Branche und verdiente ihr Geld mit Textilien und in der Mescal-Herstellung und baute etliche Fabriken auf dem Gelände. Die derzeitigen Besitzer haben die Hacienda umfangreich restauriert, um sie wieder in ein prächtiges spanisches Herrenhaus zu verwandeln.

Der Produzent Lloyd Phillips, der schon in Dutzenden von Ländern auf dem ganzen Globus gearbeitet hat, traf sorgfältige Vorbereitungen, um die abgelegene Location nutzen zu können: "Nachdem die Entscheidung gefallen war, einen Drehort mitten im Nirgendwo zu verwenden, war es nötig, eine Infrastruktur mit Telefon- und Stromleitungen aufzubauen. Wir hatten sehr viel Glück, dass wir diese Hacienda gefunden haben, denn die Besitzer waren sehr kooperativ und ließen uns schalten und walten wie wir wollten." Für die Produktionsdesignerin Montiel bot die Hacienda zahllose wundervolle Möglichkeiten. "Sie hat eine rund 300-jährige Geschichte, die sich den verschiedenen Stilen der drei Fassaden widerspiegelt, und das haben wir ausgiebig genutzt", sagt sie.

Die Front des Hauptgebäudes wurde für die Außenaufnahmen von Armands Hacienda genutzt, die Ostseite war das Äußere der De-La-Vega-Villa und die Westseite stellte den Platz der Stadt dar, an dem die Geschichte beginnt. Darüber hinaus fanden die Produktionsbüros, die Pferdeställe, die künstlerische Abteilung, die Trainingshalle für die Schwertkämpfer und Stuntmen und 20 weitere Sets für den Film - darunter die Straßen von San Francisco im Jahr 1850 - innerhalb des Anwesens der Hacienda Platz.

Der Mühen Lohn Wahrscheinlich wäre ein zweiter Zorro-Film ohne das Talent und das handwerkliche Geschick eines Regisseurs wie Martin Campbell überhaupt nicht möglich gewesen, sagt Produzent Parkes. "Martin ist in seinem Metier extrem versiert. Was er in diesem Film, noch mehr als im ersten Teil geschafft hat, ist, über sein eigenes Ziel hinauszuwachsen. Er hat Stunts und einen visuellen Rahmen und eine Größenordnung kreiert, die unsere Geschichte viel weiter gehen lässt als im ersten Film." Die Produzentin Laurie MacDonald ergänzt: "Martin wird nicht müde, seinen eigenen Regiestil zu verfolgen. Es gibt nur wenige Regisseure, die eine so wunderbar altmodische Geschichte mit einer solchen Leidenschaft darstellen können. Weil er bekennender Liebhaber dieses Genres ist, war er mit seinem präzisen Sinn für Comedy und Action in der Lage, den Film auf ein ungeahntes Niveau heben."

"Der Film ist mit ganz verschiedenen Elementen angereichert", sagt Zeta-Jones. "Es gibt familiäre Liebe, eine Romanze, eine Menge Humor. Wir hätten niemals ein solches Unterfangen begonnen, wenn wir nicht wirklich daran geglaubt hätten, dass dieser Teil nicht noch besser und magischer werden könnte als der erste. Ich glaube, wir haben uns dabei selbst übertroffen, auch dadurch, dass wir unseren Sohn Joaquin in DIE LEGENDE DES ZORRO vorstellen, den man kennen- und prompt lieben lernen wird."

Neben seinem Anspruch, sein Talent als Actionregisseur in DIE LEGENDE DES ZORRO voll auszuschöpfen, erweiterte Campbell laut Zeta-Jones auch die humoristischen Elemente, die beim ersten Teil nicht nur für die Schauspieler eine reine Freude waren. "Er erlaubt es einem stets, selbst inmitten der Actionszenen den Humor durchscheinen zu lassen, besonders beim eigentlichen Zorro-Thema. Das macht den Film zu einem Riesenspaß. Außerdem gibt es keine harte Gewalt in dem Film. Die Action basiert auf der wunderbaren Kunst des Schwertkampfs. Die Fechtszenen sind wunderschön, wunderbar rasant im Tempo und stilistisch hervorragend ..."

Am Ende ist es die menschliche Seite, die der Geschichte ihren Glanz verleiht, meint Antonio Banderas. "Dieser Film wurde unter größten Anstrengungen produziert und manchmal floss sogar ein wenig Blut: Das Publikum wird das zu schätzen wissen. Er nimmt einen mit in eine Zeit, als Hollywood noch regelmäßig solche heldenhaften Figuren erfand und solche Filme drehte." Und sein Regisseur Martin Campbell bringt es abschließend auf den Punkt: "DIE LEGENDE DES ZORRO ist ein wahrhaft romantisches Actionabenteuer mit großartigen Actionszenen, wunderbarem Humor, viel Herz und einer wirklich guten Story."

Szenenfoto
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