Goal!

Produktionsnotizen

Hollywood hat den Zuschauern im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche bewegende und inspirierende Filme über den Sport geschenkt, von ROCKY (?Rocky?, 1975) über RAGING BULL (?Wie ein wilder Stier?, 1980) bis MIRACLE (?Miracle ? Das Wunder von Lake Placid?, 2004). Nur eine Frage beschäftigte die Produzenten Mike Jefferies und Matt Barrelle: Warum war bis heute kein einziger Hollywoodfilm über Fußball mit dabei?

?Wir haben tonnenweise ausgesprochen erfolgreiche Filme gesehen, in denen Sport die reizvolle Kulisse bildet. Filme über Baseball, über Basketball, über Golf, was auch immer. Für mich war es völlig unbegreiflich, warum ausgerechnet der größte Sport der Welt ? der weltweit im übrigen auch der meistgesendete Inhalt ist ? nie Thema eines anständigen Hollywoodfilms war?, sagt Jefferies. Als Jefferies und Barrelle im Jahr 2002 die Weltmeisterschaft in Japan besuchten, begann ihre Idee langsam Form anzunehmen. Barrelle verbrachte ein Jahr damit, sich zunächst über die Filmindustrie als solche schlau zu machen und anschließend die Feinheiten des geplanten Projekts auszukundschaften. Schnell brachten die den Amerikaner Danny Stepper mit an Bord.

Das Projekt nahm Fahrt auf. ?Für uns lag die Idee förmlich auf der Hand?, erklärt Jefferies. ?Wenn es uns gelingen würde, einen Film über die Geschichte dieses talentierten Jungen zu machen, der auf einer dramatischen Ebene Eindruck hinterlassen würde und damit etwas schaffen könnten, was Zuschauer jenseits der Sportfangemeinde ansprechen würde, etwas, das sich über die verschiedenen Zielgruppen, Territorien und Geschlechter hinwegsetzt, dann hätten wir etwas wirklich Aufregendes an der Hand?, sagt Jefferies. Schon bald setzten sich Jefferies und Stepper in ein Flugzeug, um sich mit Offiziellen der Fédération Internationale de Football Association, auf der Welt besser bekannt als FIFA, zu treffen.

?Wir nahmen Kontakt zur FIFA auf, weil wir jemand brauchten, der uns Zugang zum Weltfußball verschaffen sollte?, erklärt Jefferies. ?Wir wollten in den großen Stadien drehen können und Genehmigungen bekommen, wollten in der Lage sein, potenzielle Probleme im Vorfeld zu entschärfen, die wir bei der Verwendung von Lizenzen und Bilderrechten bekommen könnten. Die FIFA sollte uns bei der Hand nehmen und durch etwaige Untiefen navigieren.?

Der Deal mit der FIFA war von strategisch eminent großer Bedeutung beim Sichern der Mitwirkung der großen Mannschaften ? und um die Authentizität des Films zu erhöhen. ?Mit der FIFA handelseinig zu werden, war unglaublich wichtig für uns ? genau wie im Anschluss all die Deals mit den Mannschaften und tatsächlichen Spielern unter Dach und Fach zu bringen?, erklärt Barrelle. ?Wir wollten echte Teams benutzen, weil man den Fans nichts vormachen kann. Und Fußballfans sind ganz offensichtlich die fanatischsten, die man auf der Welt finden kann. Die täuscht man nicht so leicht. Wir wollten das gar nicht erst versuchen. Hoffentlich sieht man das auch auf der Leinwand.?

Nachdem man einige Mannschaften in die engere Auswahl genommen hatte, fiel die Wahl der Filmemacher schließlich auf Newcastle United ? eine Mannschaft in einer Ein-Team-Stadt, wo jeder Spieler ein Superstar ist. ?Newcastle sprach uns aus einer Reihe von Gründen an?, erklärt Mike Jefferies. ?Sie haben sehr leidenschaftliche, begeisterungsfähige Fans. Fußball ist in Newcastle wie eine Religion. Sie haben ein tolles Stadion. Und sie sind bekannt für hingebungsvollen Angriffsfußball. Auch in kreativer Hinsicht wurden unsere Wünsche erfüllt: Die Stadt ist sehr filmisch.?

Der Toon Army ? das ist der Spitzname der Fans von Newcastle United, ungeachtet ihrer Herkunft, denn viele der Anhänger kommen gar nicht aus dem United Kingdom ? ?ist es wirklich wichtig, ob Newcastle verliert oder gewinnt. Bei Siegen explodiert das Stadion förmlich, und die Stimmung in der ganzen Stadt ist elektrisierend?, sagt Barrelle. Außerdem befindet sich Newcastle im Norden des Landes, womit der Kontrast zu Santiagos verrückter Heimatstadt Los Angeles noch stärker zu Tage tritt. ?Und die Fans dort sind so unfassbar hingebungsvoll, was sich natürlich positiv auf die Aufnahmen auswirken sollte. Das auf Film festzuhalten, war uns wirklich sehr wichtig?, sagt Barrelle.

Nachdem die Wahl auf Newcastle gefallen war, mußsten die Produzenten Kontakt zum Team aufnehmen, um sich dessen Unterstützung zu sichern. Die Produzenten reisten in die Gegend und sahen sich dort ein wenig um. Mit seinen grauen Wolken und fanatischen Anhängern hatte Newcastle alles, was sich die Filmemacher gewünscht hatten. Die Mannschaft zeigte sich absolut offen, was die Mitwirkung bei dem Film anbetraf. ?Ihnen gefiel die Idee, dass ihre Markenzeichen mit Hilfe des Films in die ganze Welt getragen werden würden?, sagt Matt Barrelle. ?Sie verstanden, welche kommerziellen Auswirkungen der Film haben könnte. Je mehr Geld sie haben, desto mehr Geld können sie in neue und bessere Spieler investieren.?

Und Barrelle fügt hinzu: ?Sie verstanden, was ein Hollywood-Film für Newcastle United bedeuten könnte. Wir sind uns schnell einig geworden.? Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit lag darin, sich das Vertrauen von Newcastle-Chairman Freddy Shepherd zu sichern. ?Sie wussten, dass wir verstanden, dass ihre Kernaktivität das professionelle Fußballspiel ist. Wir mußsten dem Respekt entgegen bringen und darum herumarbeiten? erzählt er. Die Filmemacher nahmen Abstand davon, die Spieler an den Tagen vor den wichtigen Spielen zu filmen. Der Manager von Newcastle mußste im Vorfeld zu allen filmischen Aktivitäten seine Zustimmung geben.

?Außerdem mußsten wir die Grenzen beachten und respektieren ? buchstäblich die physischen wie auch die logistischen. Wir durften an Spieltagen nicht aufkreuzen, wir konnten die Spieler nicht ablenken. Aber vor und nach den Spielen waren sie absolut zuvorkommend und einladend. Sie hatten jede Menge Spaß daran und erkannten auch das Potenzial. Newcastle und die FIFA setzten alle Hebel in Bewegung, um uns zu unterstützen?, erinnert sich Jefferies. Die Entspanntheit der Beziehung spiegelte sich auch im gesamtheitlichen Professionalismus der Mannschaft wider.

?Newcastle United ist ein gutes Beispiel für ein eng gestricktes, professionell geführtes Team?, merkt Barrelle an. ?Wenn auf dem Spielfeld alles zusammenpasst, dann trifft das auch auf die anderen Aspekte zu. Wir hatten viel Glück, dass wir mit Newcastle arbeiten konnten.? Nachdem sie sich um die Infrastruktur gekümmert und sich der totalen Unterstützung durch Newcastle und die FIFA versichert hatten, machten sich die Filmemacher auf die Suche nach einem geeigneten Regisseur. Sie mußsten nicht lange fahnden: Der 36-jährige Brite Danny Cannon, der im US-Fernsehen zuletzt als ausführender Produzent der Erfolgsserie ?CSI? auf sich aufmerksam gemacht hatte, war der richtige Mann.

Cannon wuchs in Luton auf. Er ist von Kindesbeinen an ein begeisterter Fußballfan. ?Profifußballer beeindrucken mich gewaltig?, sagt er. ?Das haben sie schon immer, auch als ich ein Kind war. Das, was sie machen, machen sie mit beeindruckender Brillanz.? Die Produzenten hatten vollstes Vertrauen in ihre Wahl eines Anführers für ihr ambitioniertes Vorhaben. ?Dies ist ein ausgesprochen kunstvoller Film. Was Danny hier rein kreativ auf die Beine stellt, hat noch nie ein Sportfilm geleistet. Wir kennen Filme über Pferderennen und Golf und jede erdenkliche Sportart, aber noch nie hat sich jemand an einen Film über die größte Sportart überhaupt gewagt?, meint Danny Stepper.

?Als wir uns also für dieses Projekt entschieden, war nicht nur das ambitioniert. Auch die Art und Weise, wie wir die Action auf Film festhielten, war ambitioniert. Dies ist ein Film, wie nur Danny ihn machen konnte.? Mit dem Regisseur an Bord wandten sich die Produzenten an die erfahrenen Autoren Dick Clement und Ian La Frenais, das mit Emmys und BAFTA Awards prämierte Duo hinter Drehbüchern für Filme wie THE COMMITMENTS (?Die Commitments?, 1991) und STILL CRAZY (?Still Crazy?, 2000) sowie die HBO-Serie ?Tracey Takes On ...?. Das Duo wurde erst relativ spät während der Vorproduktion verpflichtet. ?Wir trafen uns mit Mike Jefferies und Danny Cannon?, weiß Clement. ?Kurz darauf gab man uns grünes Licht für eine erste Drehbuchfassung.?

La Frenais stammt ursprünglich aus Newcastle, und beide Autoren leben in Los Angeles, also brachten sie die nötigen Voraussetzungen mit. ?Wir verstehen die Stadt, in der unsere Geschichte spielt?, meint La Frenais. ?Wir wissen, was Fußball im soziologischen Sinne bedeutet. Wir kapieren das.? Aber für die Drehbuchautoren ging die Geschichte weit über das Spielfeld hinaus. ?Jeder versteht die Geschichte eines Jungen, der aus dem Nichts kommt, der aus seinem vertrauten Umfeld gerissen wird, wie ein Fisch, den man aus seinem Wasser kippt?, sagt Clement. ?Jeder versteht, was auf dem Spiel steht, worum es Santiago geht.?

Eine entscheidende Frage war weiterhin unbeantwortet: Wer sollte die sympathische und talentierte Hauptfigur Santiago Munez spielen? ?Wir wollten jemand finden, der noch kein großer Superstar ist?, sagt Matt Barrelle. ?Er mußste außerdem die Figur eines waschechten Athleten haben, ein guter Schauspieler sein, und man mußste ihm abnehmen, dass er lateinamerikanischer Herkunft ist. Außerdem wollten wir einen Jungen finden, der vor der Kamera charismatisch rüberkommt und eine gewisse Unschuld ausstrahlt. Santiago soll ein bisschen frech, aber eben auch unschuldig wirken, das war sehr wichtig.?

Eine große Herausforderung für einen Newcomer, aber der gebürtige Mexikaner Kuno Becker erfüllte sämtliche Anforderungen. Als aufstrebender Schauspieler ist Becker in seiner Heimat schon jetzt einer der bekanntesten Fernsehstars. ?Einen guten Schauspieler gefunden zu haben, der absolut glaubwürdig war, war von großer Bedeutung für uns?, sagt Barrelle. ?Uns war klar, dass wir einen Film machen wollten ? und nicht ein Sportlager aufmachen. Viele andere Filme wurden mit professionellen Sportlern anstatt mit guten Schauspielern besetzt.? Die Filmemacher testeten eine große Anzahl unterschiedlichster Schauspieler. ?Wir sahen uns Schauspieler hispanischer Herkunft an, die auch Fußball spielen können mußsten?, erinnert sich Jefferies.

?Es war hart da draußen! Wir hatten riesengroßes Glück, dass wir Kuno gefunden haben. Für uns stellte er die perfekte Mischung dar.? ?Kuno ist auf unterschiedlichsten Ebenen ein wunderbarer Junge?, merkt Danny Stepper an. ?Erst einmal ist er privat ein prima Kerl. Wir wollten uns mit Leuten umgeben, mit denen die Arbeit Spaß machen würde. Und Kuno ist toll. Und er ist ein versierter Fußballer, und das war wichtig. Unser Film wäre unglaubwürdig, wenn die Hauptfigur nicht Fußball spielen kann. Und schließlich ? und da glaube ich einfach, was mir von den Mädchen erzählt wird ? sieht er blendend aus. Für uns war er die perfekte Wahl.?

Kuno sicherte sich auch den Respekt und die Bewunderung des Regisseurs. ?Keiner arbeitet härter als Kuno. Er trainierte hart, er spielte hart, er übte die Szenen und Texte immer und immer wieder und brachte sich voll und ganz in die Rolle ein. Er ist ein außergewöhnliches Talent. Noch haben Sie womöglich nicht von ihm gehört, aber bald schon werden Sie nicht mehr aufhören können, über ihn zu reden. Starqualität. Hundertprozentig?, sagt Danny Cannon.

Für den 27-jährigen Becker war es eine verrückte Angelegenheit. ?Es war unglaublich?, überlegt er. ?Jeden Tag habe ich Neues dazu gelernt. Wir haben uns Mühe gegeben, alles so echt wie möglich aussehen zu lassen. Ich hoffe, dass der Film funktioniert.? Beckers Schauspielkollegen blieb die Last, die auf seinen Schultern ruhte, nicht unbemerkt. ?Mein Herz schlug für Kuno, von dem Moment an, an dem ich ihn kennen lernte. Mir war bewusst, dass das eine große Sache für ihn war, in ein anderes Land zu kommen, in dem er niemand kennt, und direkt nach Newcastle zu gehen, wo er mit den ganzen richtigen Spielern mittrainierte?, sagt Anna Friel, die Santiagos Freundin spielt.

?Das kann schon entmutigend sein, aber er ging mit dem Druck brillant um. Und er jammert nicht. Er ist einer der wenigen Schauspieler, die man kennen lernen kann, die niemals etwas zu beklagen haben. Das ist bewundernswert.? Danach machten sich die Filmemacher daran, Becker mit einem einmaligen, herausragenden Cast zu umgeben. Ähnlich wie bei anderen Ensemblestoffen wie "Der Herr der Ringe" oder "Harry Potter" war es den Filmemachern wichtig, dass es ?um die Story und nicht die Schauspieler geht. Das war essenziell. Wir wollten neben Kuno sehr talentierte Schauspieler sehen, denen es um ihr Handwerk und nichts anderes geht?, erklärt Matt Barelle. ?Wir wollten nie auf die Schauspieler hinweisen. Uns ging es darum, GOAL ? Der Film vor allem als Geschichte der Odyssee eines jungen Mannes zu erzählen.?

Der Amerikaner Alessandro Nivola wurde als Gavin Harris besetzt, den der Schauspieler als ?den neu verpflichteten Mann im Team? bezeichnet: ?Ich bin ein sehr teurer Spieler mit teurem Geschmack und einer unerschütterlichen wilden Einstellung, was meine Karriere und mein Privatleben anbetrifft.? Er fährt fort: ?Gavin ist eine Art schlechter Einfluss für Santiago. Aber er hat viel Respekt vor dem Talent des Jungen, und er setzt sich für ihn ein, wo er nur kann. Gavin ist einer jener Menschen, die oftmals aus purem Zufall das Richtige machen, was zu so mancher komischer Situation führt. Ihn zeichnet eine Mischung aus Übermut und Charme aus und das Talent, dass ihm niemand wirklich böse sein kann.?

Nivola gefiel es, dass die Figur ein liebenswerter Taugenichts ist. ?Wenn man die Gelegenheit erhält, ein Publikum zu überraschen und etwas Unerwartetes zu spielen, dann ist das für einen Schauspieler immer eine gute Sache.? Die Figur des Glen Foy wurde als ehemaliger Fußballer aus Schottland erdacht, der vor Jahren für Newcastle gespielt hat, bis er seine Karriere nach einer Verletzung beenden mußste. Mittlerweile ist er als Talentscout unterwegs. Er wird von Stephen Dillane gespielt.

Dillane erklärt, wie er als Foy über den Rohjuwel Santiago stolpert: ?Glen sieht seinem Enkel beim Fußball zu. Dabei fällt ihm ein junger mexikanischer Spieler namens Santiago auf. Ihm gefällt der Look des Jungen. Er ist begeistert, wie er spielt. Also nimmt er Kontakt mit Newcastle auf und arrangiert ein Testtraining für Santiago. Er nimmt den Jungen bei sich auf, kümmert sich eine Weile um hin und begleitet ihn durch manche Höhe und Tiefe. Schließlich wird er sein Agent.?

Dem Schauspieler war bewusst, dass es eine Anzahl von Gründen gibt, warum Foy den talentierten Santiago rekrutiert: ?Wenn man seinen Job macht und erregt von dem ist, was möglich ist, und man das Potenzial in jemandem entdeckt, dann will man auch, dass das gefördert wird und sich entfaltet. Womöglich ist es auch eine egozentrische Sache. Man will der Eine sein, der verantwortlich dafür ist, dass dem Jungen eine Möglichkeit gegeben wird, sein Talent auszuspielen.? Anna Friel, die sich während des Drehs in den ersten Monaten einer Schwangerschaft befand und nach eigenem Bekunden noch nie ein Fußballspiel besucht hat, kam als Santiagos Freundin Roz an Bord. Sie war beeindruckt vom Drehbuch.

?Es hatte einen ausgezeichneten Fluss. Es war eine schöne Geschichte mit liebenswerten, sympathischen, handfesten und nachvollziehbaren Figuren, die alle auf substanzielle und glaubwürdige Weise zusammen gebracht wurden?, sagt Friel. ?Das fühlte sich ganz anders als andere Sportfilme an.? Roz verliebt sich schnell in Santiago, nachdem sie sich in einem Krankenhaus kennen lernen. Nach Friels Aussage ?steigt die Temperatur spürbar an. Sie misst seinen Blutdruck. Also gibt es gleich zu Beginn ausreichend Gelegenheit für einen heftigen Flirt.? So gut sie mit Santiago auskommt, so sehr liegt sie mit dem auffälligen Gavin im Clinch.

?Sie hält Gavin für einen Angeber?, meint Friel. ?Sie steht einfach nicht auf Gucci und das sinnlose Verprassen von Geld. Sie ist ein bodenständiger Typ und lässt sich von Ruhm nicht beeindrucken, weshalb sich Santiago letztlich auch zu ihr hingezogen fühlt. Sie ist eine Krankenschwester und führt ein einfaches Leben. Sie ist kein besonders großer Fußballfan und hält die meisten Fußballer für Idioten. Aber sie ändert ihre Meinung, als sie Santiago trifft.? Sean Pertwee übernahm die Rolle des Fußballagenten Barry Rankin. ?Barry ist ein Haifisch. Er ist nur an sich selbst interessiert; er würde wirklich jeden übers Ohr hauen. Er macht alles, solange es nur zu seinem Vorteil ist und seinen Lebensstil finanziert?, erklärt der Schauspieler.

Barry ist ein typischer Agent, der ?die richtigen Anzüge, die richtigen Mädchen, die richtigen Autos besitzt?, sagt Pertwee. ?Er hat zwei Typen, die immer mit ihm rumhängen und helfen, Mädchen aufzugabeln... und Alkohol und Drogen. Er ist völlig daneben, wenn man ehrlich ist.? Danny Stepper sieht Barry als ?schmierigen Agenten, der das macht, was alle schmierigen Agenten machen?, aber er ist auch von großer Bedeutung für den Erfolg von Santiago: ?Barry hat alle Schlüssel zu den wichtigen Positionen im Fußball. Und Glen gibt sich Mühe, Santiago durch all die Untiefen zu navigieren und ihm zu helfen, dass er in der Welt des Fußballs seinen Weg macht.?

Cassandra Bell, die freimütig zugibt, dass sie ?nichts? über Fußball weiß, spielt Christina, die Freundin von Gavin Harris. Bell fand, dass die Figur eine echte Abwechslung war. ?Ich sehe sie als starke, selbstbewusste Lady. Sie weiß, was sie will. Sie liebt ihren Freund über alles. Und weil sie ihn so sehr liebt, lässt sie ihm auch so manches durchgehen?, sagt Bell. ?Sie weiß, worum es geht, also kennt sie diese Situation schon ein bisschen länger. Die Frage ist nur, wie lange sie noch bereit ist, das alles mitzumachen.? Der Fußballveteran, der Santiago das Leben schwer macht, ist Hughie McGowan. Er wird von Kieran O?Brien gespielt. ?Es macht Spaß, einen harten Hund zu spielen?, lächelt O?Brien. O?Brien fühlt sich herausgefordert, als Santiago auf der Bildfläche erscheint.

?MacGowan ist schon seit längerem in Newcastle und weiß, dass sich seine Karriere so langsam dem Ende zuneigt. Längst läuft er nicht mehr in der Stammformation auf. Und dann kommt auch noch dieser junge Alleskönner Santiago, der einfach alles auf dem Kasten hat. Alles spricht für ihn. Hughie kann das nicht ausstehen. Als er Santiagos Asthma-Spray am Boden zertreten kann, ist das für ihn eine Genugtuung.? Dann will McGowan herausfinden, ob Santiago wirklich gut für das Team ist. ?Natürlich ist er genau das, was das Team braucht. Man wird sehen, dass auch Hughie das erkennt und letztendlich nur will, dass Newcastle gewinnt?, überlegt O?Brien. ?Er ist kein schlechter Typ. Er will, dass alle für den Club kämpfen. Und er setzt alles daran, dass das auch umgesetzt wird.?

Tony Plana stößt zur Besetzung als Hernan Munez, der Vater von Santiago und ein wichtiger Einfluss in seinem Leben. Zunächst unterstützt Hernan die Träume seines Sohnes nicht, mehr aus seinem Leben zu machen, als nur ein regelmäßiges Einkommen zu beziehen wie sein Vater, der als Gärtner arbeitet. ?Hernan mußste bis zum Äußersten gehen, damit er mit seiner Familie nach Amerika gehen konnte. Er kann die Träume seines Sohnes nicht begreifen. Er versteht nicht, warum jemand von mehr träumen sollte, als unbedingt nötig ist?, erklärt Plana. ?Es geht wirklich um den Kampf zwischen Hernans sehr limitierten Lebensträumen, in denen es ausreicht, ein eigenes Geschäft zu betreiben und vielleicht die nächste Sprosse der sozialen Leiter zu erklimmen, und der Einstellung von Santiago, der es an die Spitze der Fußballwelt schaffen will.?

Hernan ist ein Mann, der von seiner Frau verlassen wurde. In seiner Familie spielt er die Vater- und Mutterrolle. Seine Mutter Mercedes (gespielt von Miriam Colon, die die Besetzung komplettiert) ist die ?Mama? der gesamten Familie. ?Die Familiendynamik ist nicht ganz typisch. Daraus ergeben sich ein paar interessante Spannungen?, sagt Plana. Die Schauspieler waren gecastet. Das bedeutete, dass es jetzt an der Zeit war, endlich das Fußballfeld zu betreten. Zunächst mußsten alle in Fußballer-Rollen besetzten Schauspieler ein intensives Fußballtraining mit Fußballberater und Choreograph Andy Ansah absolvieren. Ansah spielte zwölf Jahre lang professionell Fußball in England und war sechs Staffeln lang in verschiedenen Produktionspositionen in die erfolgreiche britische Dramaserie ?Dream Team? involviert.

Selbst Regisseur Danny Cannon machte beim Training mit. ?Um mich in Form zu bringen, trainierte ich fünf Wochen lang, drei Mal in der Woche, mit einigen der Schauspieler, die tatsächlich semiprofessionelle Fußballer sind und erfolgreich auf Kreisklassenniveau spielen?, sagt Cannon. ?Ich ließ sie zunächst nicht wissen, dass ich der Regisseur bin. Ich glaube allerdings, dass sie das schon bald merkten. Immerhin war ich der Älteste und der mit Abstand schlechteste Spieler. Aber ernsthaft, das Training machte mir viel Spaß. Ich dachte mir, wenn ich die Jungs schon beim Dreh stundenlang über den Platz hetze und rumschubse, dann sollte ich wenigstens das gleiche Training absolvieren und mir ihren Respekt erarbeiten.?

Kuno Beckers Training war aus offensichtlichen Gründen deutlich intensiver. Er übte fünf Wochen lang, vier oder fünf Stunden am Tag, und verbrachte obendrein noch viel Zeit im Fitness-Studio. Einige Schauspieler wurden vom Jugendcoach von Newcastle trainiert, der alle Jugendspieler bei ihrem Weg in die erste Mennschaft begleitet. Das gab den Schauspielern, die in ihrer Jugend Fußball gespielt hatten, die Gelegenheit, den Sport neu zu erlernen und ihr Können aufzufrischen. ?Ich habe Fußball nur in der Schule gespielt. Das lässt sich natürlich nicht mit dem vergleichen, was Profis leisten?, gesteht Becker. ?Ich würde auch nicht so weit gehen zu behaupten, dass ich es heute mit den Profis aufnehmen könnte. Aber meine Technik ist spürbar besser geworden. Und in den Grundzügen kann ich so gut mithalten, dass es zumindest echt aussieht.?

Für Alessandro Nivola waren die zwei Wochen Training ein Traum, der in Erfüllung ging. ?Ich zog mehr aus der Erfahrung, als ich es mir jemals hätte träumen lassen?, schwärmt er. ?Das war wie eine Kindheitsfantasie. Es war toll, weil ich noch einmal ganz von vorn anfangen konnte. Ich konnte all die simplen Dinge tun und sie richtig gut erlernen.? Orchestriert wurden die Trainingsanstrengungen von Ansah, der die gesamte Besetzung wie Profis aussehen ließ. Sie waren sehr dankbar für Ansahs Können und Einsatz. ?Ich ziehe meinen Hut vor Andy. Wie er die Sache durchzog, war mehr als beeindruckend?, sagt Cannon, der sich auch bei der Choreographie der Fußballszenen auf die Expertise Ansahs verließ.

?Ohne Andy hätten wir den Film nicht drehen können. Er weiß, wie man Fußball spielt. Er weiß aber auch, wie man Fußball auf Film gut aussehen lässt?, fährt Cannon fort. ?Er ist sehr geduldig, sehr nett, sehr ehrlich. Es ist also einfach, mit ihm zu arbeiten. Er weiß, was wir tun. Und er kennt sich beim Fußball aus.? ?Alles, was man auf dem Spielfeld sieht, ist Danny Cannon, dem ,Governor?, und Andy Ansah zu verdanken?, erklärt Kieran O?Brien. ?Andy ist ein guter Typ. Er hat mir viel beigebracht. Das trifft auch auf die Menschen in Newcastle zu?, sagt Kuno Becker, der sich ein paar kleinere Verletzungen zuzog. Und wie seine Kollegen taten ihm nach dem intensiven Training auch regelmäßig sämtliche Knochen weh.

?Als ich ankam, begannen sie, mir alles beizubringen, was beim Fußball wichtig ist. Wie man einen Pass spielt, wie man mit dem Ball läuft. Sie waren so gut zu mir.? Trotz all der Vorbereitung ?war es nicht möglich, die Jungs darauf vorzubereiten, was es bedeutet, mit richtigen Profis auf dem Platz zu stehen?, sagt Matt Barrelle. ?Es ist ein gewaltiger Schritt vom gemütlichen Samstagkick zum professionellen Fußballspiel. Diese Jungs betreiben diesen Sport an jedem Tag ihres Lebens. Dazu kommt das Gewichtstraining, die spezielle Diät. Der Schritt vom Schauspieler, der Fußball spielen kann, zum Fußballprofi, ist riesig.?

Die Dreharbeiten begannen am 29. Januar 2005. Für Produzent Mike Jefferies und die anderen Filmemacher war es ein ganz besonderer Moment. ?Drei Jahre hatte die Reise in Anspruch genommen, von der ersten Idee zur ersten Klappe?, sagt der Produzent. ?Das war ein großer Augenblick.? ?Jahre lang hatten wir auf diesen einen Augenblick hingearbeitet. Es war einfach nur wunderbar, mit dabei zu sein und mitzuerleben, wie weit wir gekommen waren, und zu sehen, wie weit wir noch gehen würden. Es war eine unglaubliche Reise?, meint auch Danny Stepper.

Die Produktion der klassischen Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Geschichte begann in Newcastle, wo das Team im tatsächlichen St. James? Park und den angeschlossenen Einrichtungen filmen konnte. ?Wir haben ein paar fantastische Aufnahmen im Trainingsraum gemacht, sowie im Gewichtsraum mit Alan Shearer, dem damaligen Kapitän von Newcastle United, und den anderen Jungs?, sagt Matt Barrelle. ?Alle Spieler waren ganz heiß auf den Dreh.? Was die Action auf dem Feld anbetrifft, war es Danny Cannon wichtig, einerseits die Schönheit des Spiels einzufangen, andererseits aber auch seine kriegerischen Qualitäten zu zeigen. Es war das erste Mal, dass eine Filmproduktion live bei einem Spiel der Premier League dabei sein durfte.

Wie nicht anders zu erwarten, bedurfte diese Anstrengung der Zusammenarbeit einer Reihe von verschiedenen Instanzen und entsprechende logistische Manöver. Die Produktion unterzeichnete einen Deal mit Sky TV, um sich rund ums Feld positionieren zu können und gute Kamerapositionen zu sichern. ?Wir wollten das Spiel drehen, wie wir uns das vorgenommen hatten ? ganz nah dran, so wie man das noch nie vorher gemacht hat?, sagt Matt Barrelle. ?Wir wollten uns nicht einfach bei vorhandenem TV-Material bedienen und Bekanntes wieder verwenden und alte Aufnahmen groß aufziehen. Wir wollten unsere eigenen Kameras vor Ort haben und das aufnehmen, was uns wichtig für unseren Film erschien.?

Das Festhalten dieser Art von rasanter Action war nicht einfach, wie Danny Cannon betont: ?Das ist ein ganz schöner Zirkus, wenn man mit sieben Kameras gleichzeitig verschiedenste Dinge während eines Spiels filmt. Und dann mußs man ein paar Tage später die Nahaufnahmen und dramatischen Sequenzen mit den Schauspielern drehen und an das vorhandene Material anpassen.? Jedes Spiel hatte sein eigenes Tempo, seinen eigenen Rhythmus ? und damit auch seine eigenen Herausforderungen. ?Das Match gegen Chelsea ist Kunos erste Bewährungsprobe in einem großen Spiel, also drehten wir das auch so ? wie eine erste Interpretation, einen ersten Blick auf die Größe des Sports?, erklärt Cannon.

?In einem späteren Spiel erhält Santiago seine erste Gelegenheit, von Anfang an dabei zu sein. Wie soll er sich fühlen? Sollen wir das aus seinen Augen miterleben ? oder sollen wir von draußen nach innen blicken? Man will ja gerne vorausplanen, aber ein Fußballspiel lässt sich nicht planen. Alles entwickelt sich spontan, unvorhersehbar. Also mußs man einfach den Instinkten vertrauen und darauf hoffen, dass man all die Einzelteile, die man braucht, Stück für Stück bekommt.? Nachdem man die Live-Aufnahmen im Kasten hatte, wurden die Actionsequenzen ein oder zwei Tage später noch einmal nachgestellt. ?Wir holten noch einmal ein paar richtige Spieler von Newcastle mit vor die Kamera?, sagt Matt Barrelle. ?Außerdem sind jetzt die Schauspieler mit dabei, die einige der echten Spieler aus den Live-Aufnahmen ersetzen. Sie befinden sich dann inmitten der Action und spielen die Szene nach, in der das Tor fällt oder der Ball knapp daneben geht. Das Ergebnis sieht ziemlich toll aus.?

Bei der Arbeit mit Kuno waren ein paar Kameratricks unabdingbar. ?Ich habe mit Danny, Andy, meinem Double und allen anderen hart daran gearbeitet, dass alles absolut echt aussieht?, erklärt Becker seine Rolle in dem umständlichen Prozess. ?Der Schlüssel war es, alles so real wie nur möglich aussehen zu lassen.? Der womöglich schwierigste Aspekt des Drehs in Newcastle hatte allerdings nichts mit Fußball zu tun. ?Am meisten machte uns in Newcastle das Wetter zu schaffen?, erläutert Danny Cannon. ?Es ist unerbittlich und hat uns wirklich unsere Grenzen aufgezeigt. Das ist unglaublich harte Arbeit, da draußen bei Minustemperaturen im Schnee und dem Matsch und dem Regen und dem Hagel zu stehen und die Schauspieler zu motivieren, sie dazu zu bringen, sich noch mehr reinzuhängen und noch mehr aus sich herauszuholen, wenn sie am liebsten ihren Hut nehmen würden.?

Aber auch bei den selbst kontrollierten Wetterbedingungen war es nicht wirklich einfacher. ?Wir drehten zwei Tage lang mit einer Regenmaschine, von sieben Uhr morgens bis, zumindest fühlte es sich so an, neun Uhr abends. Insgesamt waren es zweimal hintereinander zehn Stunden, die wir Schauspieler unter den Regenmaschinen laufen mußsten, während man uns einen steifen Wind ins Gesicht blies?, erinnert sich Kieran O?Brien. ?An diesen zwei Tagen habe ich erwachsene Männer weinen gesehen. Es gab viele eingefrorene Hände und Füße. Aber es sieht toll aus.?

Schauspieler, die weniger in die Action eingespannt waren, litten mit ihren Kollegen. ?Hut ab vor den Jungs, denn in Newcastle ist es unangenehm kalt. Bisweilen mußsten die Jungs bei Minustemperaturen fünf bis zu zehn Stunden schuften und in der eisigen Kälte Fußball spielen. Ihnen gehört mein ganzer Respekt?, sagt Anna Friel. Angesichts der brutalen Bedingungen mußste Danny Cannon nicht nur die Rolle des Regisseurs spielen, sondern sich auch als Cheerleader für seine Schauspieler betätigen. ?Wir haben versucht, die gleiche Menge Energie und Können in unsere Szenen zu stecken, wie man das aus einem Fußballspiel gewohnt ist. Man strengt sich an und hängt sich emotional rein?, erklärt er.

?Das war das Anstrengendste: Ich mußste immer ein Maximum an Energie aus meinen Darstellern herauskitzeln, die Intensität aufrecht erhalten, den unbedingten Siegeswillen einfordern. Und dann mußs man die Jungs ja auch noch aussehen lassen, als gehörten sie in die Premier League. Ich habe während des Drehs ein paar Mal meine Stimme verloren, weil ich von der Tribüne aus Regieanweisungen gab. Manche Dinge ändern sich eben nie: Ich habe meinen Schauspielern die selben Dinge zugebrüllt, mit denen ich auch meinen Lieblingsverein anfeure, wenn ich im Stadion bin.? Trotz der Ablenkung durch das brutale Wetter war es für Cast und Crew gleichermaßen aufregend, die Anatomie des Fußballs von innen miterleben zu dürfen.

?Allein an der Seitenlinie stehen zu dürfen, während Liverpool auf dem Rasen sein Bestes gibt, oder den Spielern beim Aufwärmen, beim Aufmarsch, beim Auslaufen nach dem Spiel zuzusehen, war großartig. Die Athletik, das Können, was die mit einem Ball anstellen können ? einfach nur mit dabei zu sein, war atemberaubend?, sagt Stephen Dillane. ?Wir spielten eine Runde Fußball auf dem Hallenplatz von Newcastle, was eine Menge Spaß bereitete. Es war ein einziger Kick, ein großes Erlebnis. Ich bin ein Fan, also war das eine wirklich besondere Sache für mich.? Der Einsatz des St. James? Park während der echten Spiele wärmte den Schauspielern ebenfalls das Herz. ?Es war unglaublich?, schwärmt Kuno Becker.

?In diesem Stadion zu stehen, vor 50.000 Fans, und eine Szene zu filmen, war unfassbar. Fußballer sind ja nichts anderes gewohnt ? das ist auch der Grund, warum sie ihre Karriere nicht an den Nagel hängen wollen, wegen dieses Gefühls.? Die Arbeit mit echten Fußballstars, die Cameo-Auftritte im Film haben, war nicht minder aufregend. David Beckham, Mittelfeld-Dirigent von Real Madrid und einer der bekanntesten Sportler des Planeten, hat einen Auftritt als er selbst. ?David war klasse?, lobt ihn Danny Cannon. ?Er hat keinerlei Allüren. Er ist ein sympathischer Kerl. Er war sehr offen. Das macht 90 Prozent aus ? wenn man so offen sein kann. Dann kann man sich auch selbst darstellen, ganz entspannt. Er leistete großartige Arbeit.?

Für Kuno Becker war die Arbeit mit Beckham ?Wahnsinn. Können Sie sich vorstellen, mit ihm den Ball hin und her zu kicken? Das machte viel Spaß. Ich glaube, das Publikum wird bei dem Film mitgehen, weil so viele echte Fußballer mit dabei sind.? Sollte jemand Befürchtungen gehabt haben, das Team von Newcastle United könne sich abgelenkt fühlen, weil ein Filmteam sich mitten in der Saison bei ihm breit gemacht hatte, wurde er eines Besseren belehrt. ?Newcastle gewann fünfmal in Folge, während wir da waren?, lacht Matt Barrelle. ?Für uns war es toll, dass Newcastle während des Drehs diese Siegesserie hinlegte. Die Atmosphäre war fantastisch, und entsprechend toll sind unsere Aufnahmen geworden. Jeder in der Stadt war supernett zu uns.?

Nach einem Zwischenstopp in London, wo ein paar Partyszenen und Szenen in Gavins Wohnung entstanden, sowie einem weiteren in den Pinewood Studios, ging es für die Produktion weiter nach Los Angeles, wo die letzten zwei Wochen des Drehs über die Bühne gebracht wurden. Die sonnige Brise an der Westküste war mehr als nur eine willkommene Abwechslung für Cast und Crew. Sie war von essenzieller Bedeutung für die Geschichte. ?In Los Angeles bei Sonnenschein filmen zu können, war sehr wichtig für uns, weil wir den Kontrast brauchten?, führt Barrelle aus. ?Hier die Sonne ? und in Newcastle graue, bedrohliche Wolken.?

Die Produktion filmte im Pacific Design Center in West Hollywood. Dazu kamen Aufnahmen in einer Villa in Beverly Hills und an anderen Locations. Für die Fußballszenen arbeitete die Produktion mit Spielern vom Hollywood United Football Club. ?Der Hollywood United Football Club besteht aus englischen Fußballern, die in und um Los Angeles leben. Beim Verein versammeln sie sich und kommen zusammen?, erklärt Andy Ansah. Am Ende der Dreharbeiten hatten die Schauspieler Zeit zur Reflektion und konnten ihren Teamkapitän, Regisseur Danny Cannon, loben.

?Wir hatten Glück, dass er mit dabei war. Es ist schwer, jemanden zu finden, der Fußball so gut versteht und so viel darüber weiß und obendrein ein guter Regisseur ist?, sagt Kuno Becker. ?Die Kombination ist selten. Aber wir hatten sie.? Der Film verlangte nach einem Regisseur, der die Actionszenen mit Pepp umsetzte, während er auch ein Gefühl für die Nuancen der dramatischen Entwicklungen haben mußste. ?Dies ist nicht einfach nur ein Fußballfilm?, merkt Stephen Dillane an. ?Es geht um einen Helden, der sich durchsetzen will und dem das gelingt. Er widersteht den Versuchungen und macht alle Höhen und Tiefen durch. Wir zeigen, wie sehr man sich zusammen nehmen mußs, um das alles zu überstehen, und was es tatsächlich bedeutet, wenn man etwas erreichen will, egal wie talentiert man ist.?

?Man kann Fußball jeden Tag der Woche im Fernsehen sehen?, aagt Kuno Becker. ?Aber in unserem Film geht es mehr um die Geschichte. Auch wenn man Fußball nicht mag, macht nichts: Man wird den Film trotzdem mögen. In der Geschichte geht es um ganz universelle Gefühle.? ?Mit GOAL wollten wir eine Geschichte schaffen, die die Menschen bewegt?, betont Mike Jefferies. ?Wir wollen die Zuschauer in Begeisterung versetzen, wir wollen sie traurig machen, sie zum Lachen bringen. Fußball ist dabei nur die Kulisse.?

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