Es ist ein Elch entsprungen

Ausführlicher Inhalt

In einer einsamen, fernen Forschungsstation im ewigen Eis des hohen Nordens fällt zwei Forschern auf ihrem Radarbildschirm ein merkwürdiger Punkt auf, der sich von rechts nach links bewegt. Ein Meteor? Eine Sternschnuppe? Oder gar... der Weihnachtsmann? Der zehnjährige Bertil Wagner (RABAN BIELING) hat es nicht leicht: Seine Mitschüler hänseln ihn. Er fühlt sich einsam, unverstanden und vermisst vor allem seinen Vater (ARTHUR KLEMT), der oft auf Forschungsreisen unterwegs und lange von zu Hause fort ist.

Neue Freunde hat der Junge auch noch nicht gefunden, seitdem er mit seiner Mutter (ANJA KLING) und seiner zwölfjährigen Schwester Kiki (SARAH BECK) von der Stadt aufs Land gezogen ist. Und schließlich macht Bertil auch noch der aufdringliche und unsympathische Bauer und Großgrundbesitzer Pannecke (JÜRGEN TARRACH) das Leben schwer, der Kinder per se nicht ausstehen kann. dass der obendrein noch ein Auge auf Bertils Mutter Kirsten geworfen hat, macht wiederum vor allem Kirsten zu schaffen: Immerhin ist Pannecke ihr Vermieter - was ihn aber keineswegs erträglicher oder sympathischer macht.

Gerade weil Pannecke ein solches Ekelpaket ist, haben es die Kinder der Umgebung mit ihren Streichen besonders auf ihn abgesehen. Mit einer Ladung Feuerwerkskörpern jagen sie seinen halben Hühnerstall in die Luft und sorgen nachhaltig dafür, dass die schwer traumatisierten Hühner die nächsten Wochen das Eierlegen verweigern werden. Als die Kids fliehen, stoßen sie auf Bertil, der auf den wilden Funkenflug und den Lärm aufmerksam geworden ist. Ohne dass Bertil es merkt, stopft einer der Jungen die verbliebenen Knaller in Bertils Anorak. Dann laufen sie davon. Am nächsten Tag auf dem Schulhof lassen sie ihn noch einmal unmissverständlich wissen, dass er Ärger bekäme, wenn er sie an Pannecke verrät.

Abends versammelt sich die kleine Familie in der Küche und bereitet - wie jeden Tag - das gemeinsame Abendessen vor. Liebevoll gehen die drei miteinander um und machen Witze über die, wie immer viel zu harten, Weihnachtskekse der Großmutter. Es klingelt. Pannecke ist an der Tür. Er hat den Schlitten von Bertil mit dabei, den er in der Nähe seines gesprengten Hühnerstalls gefunden hat. Kirsten ist empört, dass der Vermieter ihren Sohn verdächtigt, den gemeinen Streich begangen zu haben. Entrüstet schlägt sie ihm die Tür vor der Nase zu. Auf dem Weg zurück in die Küche fällt ihr der Anorak ihres Sohnes auf, aus dessen Taschen allerhand Zündschnüre ragen. Pannecke hatte also doch Recht!

Von der folgenden Standpauke ist der unschuldige Bertil so überrascht, dass ihm vor lauter Verzweiflung erst einmal die Worte fehlen. In diesem Moment gibt es einen ohrenbetäubenden Lärm, das Licht fällt aus und ein riesiges Etwas kracht durch die Wohnzimmerdecke. Als sich der Staub gelegt hat, stellt sich heraus, dass es sich um einen ausgewachsenen Elch handelt! Und nicht nur das: Der Elch kann sprechen! Er stellt sich als Mr. Moose (Stimme: ARMIN ROHDE) vor und entpuppt sich als geradezu entwaffnend tollpatschig. Kirsten, Bertil und Kiki sind fassungslos. Ein Elch, der sprechen kann! In ihrem Haus! Nachdem sich die erste Aufregung gelegt hat, erklärt sich die Familie bereit, Mr. Moose draußen in der Scheune übernachten zu lassen.

Am nächsten Morgen erklärt Mr. Moose der staunenden Familie beim Frühstück, dass er der Testflug-Elch des Weihnachtsmanns sei. Beim Vorbereitungsflug kurz vor Weihnachten ist er aus der Bahn getragen worden und dabei abgestürzt. Bertil, der schon lange nicht mehr an den Weihnachtsmann glaubt, erscheint die Geschichte unwahrscheinlich. Aber wer weiß? Wenn Mr. Moose Recht hat, würde das bedeuten, dass er die Wagners schon bald wieder verlassen wird: Natürlich mußs er wieder für den Weihnachtsmann zur Stelle sein, den es bei dem Absturz irgendwo nach Irland geschleudert hat und der sich nun auf der Suche nach Mr. Moose befindet. Von dieser Nachricht ist Bertil gar nicht begeistert: Er hat nämlich die Hoffnung, in Mr. Moose endlich einen Freund gefunden zu haben, jene verwandte Seele, die er sich schon immer an seiner Seite gewünscht hat.

Zunächst einmal gilt es, Mr. Moose etwas Heu zu besorgen, damit er seinen Hunger richtig stillen kann. Es gibt nur einen, den man danach fragen kann: ausgerechnet Pannecke. Kiki und Bertil springen über ihren Schatten und sprechen den misstrauischen Vermieter an - nicht ohne ihm zuvor versichert zu haben, die Verantwortlichen für die Sprengung des Hühnerstalls ausfindig zu machen. Weil er heimlich in Kirsten Wagner verliebt ist, kann er den Kindern die Bitte nicht abschlagen. Und erklärt obendrein jovial, dass er es sich als Jäger zur allerersten Priorität gemacht hat, eines Tages einen Elch zu erlegen. Bertil läuft es eiskalt den Rücken runter. Wenn Pannecke wüsste, dass sich ein Elch ausgerechnet bei ihnen einquartiert hat!

Die Weihnachtsvorbereitungen schreiten mit Riesenschritten voran. Während Bertil zusammen mit Mr. Moose einige kleine und ein paar größere Abenteuer erlebt, die die beiden noch stärker aneinander schweißen, gesellt sich noch Kirstens beste Freundin, Gerlinde (CHRISTINE NEUBAUER), zur Familie. Jetzt fehlt nur noch die Großmutter (MONIKA HANSEN) als letzter Gast. Und die befindet sich in ihrem kleinen Flitzer bereits auf dem Weg. An einer Tankstelle liest sie einen älteren Herrn in einem ulkigen karierten Anzug auf und nimmt ihn als Anhalter mit - nicht wissend, dass es sich dabei um den Weihnachtsmann (MARIO ADORF) handelt. In Windeseile nähern sie sich dem Häuschen der Wagners.

Mittlerweile ist sich Bertil sicher, dass er Mr. Moose als Freund auf keinen Fall verlieren will - auch nicht an den Weihnachtsmann. Wenn ihm schon sein sehnlichster Weihnachtswunsch nicht erfüllt wird, seinen Vater an den Feiertagen im Kreis der Familie zu haben, will er wenigstens nicht wieder ganz allein sein. Dabei ist er hin- und hergerissen: Der Junge weiß natürlich auch, dass Weihnachten dann ausfallen mußs und viele Kinder auf der ganzen Welt traurig sein werden. Aber das Schlimmste ahnt er noch gar nicht, denn es droht eine noch viel größere Gefahr, die immer näher rückt: Im Wald hat Pannecke einen Kothaufen von Mr. Moose entdeckt und ist nun ganz wild darauf, sich den Traum von einer Elchgeweih-Trophäe zu erfüllen... Die Lage ist brenzlig. Wird Bertil seinen Freund retten? Wird er ihn für sich behalten können? Wird es ein Frohes Weihnachtsfest geben?

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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