In den Schuhen meiner Schwester

Produktionsnotizen

Man könnte meinen, dass Regisseur Curtis Hanson nach meisterhaften Filmen wie L.A.CONFIDENTIAL ("L.A. Confidential", 1997) , WONDER BOYS ("Die Wonder Boys", 2000) und 8 MILE ("8 Mile", 2002) mit der Frauen-zentrierten Welt von IN DEN SCHUHEN MEINER SCHWESTER Neuland betritt. Aber Hanson sieht das anders: "IN DEN SCHUHEN MEINER SCHWESTER unterscheidet sich nicht grundlegend von meinen anderen Filmen, denn in allen geht es um Menschen, die herausfinden wollen, was sie mit sich und ihrem Leben anfangen, Figuren, die sich nach menschlicher Bindung und Familie sehnen."

Jennifer Weiners zweiter Roman "In Her Shoes" erschien 2002 und stürmte schnell die Bestsellerlisten in den USA. Die Autorin erinnert sich: "Als ich den Roman zu schreiben begann, waren einige der grundlegenden Fragen für mich: Wie können Menschen, die den gleichen sozialen Hintergrund haben, im gleichen Haus aufwuchsen, die gleichen Ferienziele und das gleiche Abendessen hatten, sich so völlig unterschiedlich entwickeln, verschiedene Interessen, Einstellungen und auch ein ganz anderes Aussehen haben? Was haben sie noch gemeinsam? Welche Verbindungen bleiben zwischen ihnen bestehen, auch wenn ihr Leben sich ganz unterschiedlich entwickelt?

In Familien mit mehr als einem Kind gibt es oft ein Gefühl der Kategorisierung: Du bist der Kluge, Verantwortungsvolle, während du derjenige bist, der immer alles vermasselt, auf den wir immer ein Auge haben müssen. Ich finde es interessant, wie solche Etiketten eine Person prägen und behindern." Als Drehbuchautorin Susannah Grant ("Erin Brockovich") mit der Adaption des Romans begann, faszinierte sie vor allem die intensive, aber schmerzhafte Verbindung der beiden Schwestern. "Der Mensch, der dich am besten kennt, kann dich am tiefsten verletzen," erklärt sie.

"Und das ist auch die Person, die dir am besten helfen kann, wenn du verletzt bist. Das ist das Risiko der Liebe. Aber das Risiko, nicht zu lieben, ist größer, denn das bedeutet furchtbare Einsamkeit. Am Anfang befinden sich die meisten Figuren der Geschichte in einer Art ?Einsamkeits-Schacht' - alle leiden unter der gleichen Isolation." "Als ich Susannahs Drehbuch las," erzählt Weiner, "hab ich mich selbst getreten, denn sie hat Dinge geschrieben, von denen ich wünschte, ich wäre auch daraufgekommen. Sie hat die Schwestern mit Herz und Seele erfasst."

"Das Faszinierende an diesen beiden Schwestern ist", erläutert Curtis Hanson, "dass sie einerseits so gegensätzlich sind. Maggie ist wunderschön, hält sich aber für dumm. Rose ist eine Perfektionistin und denkt, sie sei reizlos. Doch im Grunde sind sie zwei Seiten ein und derselben Medaille. Sie sind verbunden durch ihre gegenseitige Abhängigkeit, durch Gewohnheit, durch Liebe. Und erst als ein traumatischer Zwischenfall sie auseinander reißt, müssen sie eigenständig, als Individuen, funktionieren. Das befreit sie, erlaubt ihnen, ihren eigenen Weg zu gehen und dabei herauszufinden, wer sie wirklich sind."

Carol Fenelon, Hansons Ko-Produzent, gefiel vor allem wie das Drehbuch die Frage der Selbstachtung behandelt. "Wir erliegen so oft der Wahrnehmung anderer von uns selbst," sagt Fenelon. "IN DEN SCHUHEN MEINER SCHWESTER handelt von der Aufgabe, herauszufinden, wozu wir fähig sind - uns in unseren eigenen Schuhen wohl zu fühlen. Maggie und Rose lernen, dass es nie zu spät ist, den eingeschlagenen Pfad zu verlassen." Am Anfang des Films hat Maggie alle Brücken zu ihrer Familie abgebrochen. Sie ist ganz unten. "Maggie ist wie ein Kind", erklärt Cameron Diaz.

"Sie wirkt tough und extrovertiert, ist aber in Wahrheit sehr einsam, selbstsüchtig und Ich-bezogen. Um durchs Leben zu kommen, kann sie sich nur auf Sex, gutes Aussehen und Charisma verlassen. Sie fühlt, dass sich das auf Dauer totläuft, dass sie einen anderen Weg einschlagen, eine Beziehung zu den Menschen, die sie lieben, aufbauen mußs. Aber sie hat sich immer als Opfer gesehen. Nie übernimmt sie die Verantwortung für ihr Tun, also versteht sie nicht, wie sie so tief sinken konnte. Als Rose sie hinauswirft, hat sie keine Freunde, auf die sie zählen, keinen Platz, wo sie hingehen kann. Sie ist verzweifelt und hat Angst, und alles was sie tut, resultiert aus dieser Angst."

"Wir lernen Maggie als jemanden kennen, der immer nur nimmt, nie gibt," erläutert Fenelon. "Aber während ihrer Reise kristallisiert sich Maggies enormes Einfühlungsvermögen heraus. Es ist ihre große Fähigkeit, zu verstehen, was es bedeutet, ?in den Schuhen anderer Menschen zu stecken'. Dies bestärkt Maggie in ihrem Wunsch, sich um andere zu kümmern - ihre Großmutter, den Professor, den Frauen in dem Altenheim, und Rose."

Curtis Hanson über die Figur: "Camerons Darstellung der Maggie ist wirklich zauberhaft. Sie bringt ein großes Verständnis für die Rolle mit und dafür, dass Attraktivität in unserer Gesellschaft an sich ein Gewinn ist. Aber sie weiß auch, dass das äußerliche Erscheinungsbild lediglich eine Maske sein kann. Das tolle an ihrer Schauspielkunst ist, dass sie uns Maggies Ängste, ihre Unsicherheit und ihre Verletzlichkeit vorführt. Selbst wenn Maggie abscheuliche, unvorstellbare Dinge tut, die man seiner Schwester nie antun würde, weiß man, dass sie gute Seiten in sich hat. Man spürt, dass sie sich nach Anerkennung sehnt, nicht länger nur das Mädchen mit dem hübschen Gesicht und dem tollen Körper sein will. Man fühlt mit ihr, weil man spürt, wie dringend sie ihr Leben ändern will, und man versteht, dass ihr mangelndes Selbstvertrauen ihr das so schwer macht."

"Wenn ich eine Geschichte fürs Kino erzähle," so Hanson weiter, "will ich erreichen, dass der Zuschauer nachvollziehen kann, was die Figur fühlt, in ihr Leben eindringt. Da Maggie eine Person ohne Halt ist, ohne emotionale Verankerung, drehte ich all ihre Szenen am Anfang des Films, mit Handkamera. Das Publikum soll das nicht bewusst realisieren, aber es soll eine distanzierte Unverbundenheit um Maggie spüren, die nie weiß, welchen Weg sie geht. Da beide Schwestern zu einem gewissen Grad über ihre Erscheinung definiert werden, habe ich in vielen von Maggies Szenen einen Spiegel oder ein Fenster eingesetzt, das ihr Spiegelbild reflektiert - in Maggies Welt geht es immer um die Oberfläche, ihr gutes Aussehen hat sie überleben lassen. Rose dagegen meidet Spiegel solange, bis sie selbstsicherer wird. Gegen Ende des Films, wenn beide Schwestern sich selbst und die andere klarer sehen, war es richtig, die kritische Badezimmer-Szene vor einem großen Spiegel spielen zu lassen."

Als Toni Collette die Rolle der Rose übernahm, mußste sie mehr als 10 Kilo an Gewicht zulegen. "Ich habe ein Gelübde abgelegt, nie wieder für einen Film zuzunehmen," lacht die australische Schauspielerin, die sich für ihren zweiten Film MURIELS WEDDING ("Muriels Hochzeit", 1994) schon einmal fast 20 Kilo anfuttern mußste. "Aber Curtis hat eine Art, das zu bekommen was er will, und da habe ich eben zugenommen. Als Rose dann ihren Job hinschmeißt, sich verliebt und ein glücklicherer Mensch wird, wirkt sich das auf ihren Körper aus. Dann mußste ich die Pfunde während der Dreharbeiten mit strenger Diät und Fitnessprogramm wieder runterhungern. Auf eine solche Gewichts-Schaukel werde ich mich sicher nicht mehr einlassen. Aber für IN DEN SCHUHEN MEINER SCHWESTER hat es sich gelohnt, denn dieser Teil ihres Lebens beeinflusst und hemmt Rose wirklich."

Hanson ist schon lange ein Bewunderer von Toni Collette, vor allem ihrer chamäleonhaften Fähigkeit, sich ganz in die Charaktere zu verwandeln, die sie spielt. "Toni greift das auf, was sich während der Proben heraus kristallisiert, und buddelt sich dann ins Innerste ihrer Figur ein. Am Set bringt sie die Szene dann genau auf den Punkt. Die subtilen Nuancen, die sie ihrer Rose verleiht, sind manchmal atemberaubend." Collette erklärt, dass Roses "Schuh-Tick" ein wichtiger Teil ihrer Persönlichkeit ist.

"Sie kann sich nicht mit Kleidern verwöhnen, weil sie das immer daran erinnert, dass sie übergewichtig ist und ihren Körper nicht mag," sagt Collette. "Aber Füße wachsen nicht, also passen Schuhe immer. Sie hat unzählige Paare im Schrank, manche immer noch in der Schachtel. Sie sind unberührt, zur Schau gestellt hinter verschlossenen Türen. Aber vielleicht werden sie ja eines Tages getragen... Sie sind wie Rose, die so schön ist, sich aber versteckt." Auch wenn Rose sich ihrer Reize am Anfang des Films nicht bewusst ist, Simon sieht sie ganz deutlich.

Collette über seine "Jagd" auf Rose: "Sie findet das schockierend und beängstigend. Simon ist ein freundlicher und ruhiger Mann, ein Typ, der nicht sofort ins Auge sticht. Er hat Rose schon eine ganze Zeitlang im Visier, und als sie die Tür ein wenig öffnet, stößt er sie ganz auf. Anfangs hat sie kein Interesse an ihm, aber als sie ihn besser kennen lernt, ändert sich das. Simon hilft Rose dabei, ihre eigenen wunderbaren Qualitäten zu erkennen, die sie vorher nicht wahrgenommen hat, und Simon wird zur Liebe ihres Lebens."

Mark Feuerstein spielt Simon, dessen gesunder Menschenverstand und Liebe zu Rose ihr endlich das Glück bringen, nach dem sie sich so sehnt. "Simon tickt ganz einfach," sagt Feuerstein. "Er liebt gutes Essen, die ?Sixers', das Gesetz, Politik - und Rose. Und als er sie endlich soweit hat, dass sie ihn zurückliebt, tut er alles in seiner Kraft stehende, um sie zu halten. Er versteht ihre Sehnsucht nach dem Leben anderer nicht. Er ist sehr pragmatisch. Simon meint, je eher man seine Lebensumstände akzeptiert und erkennt, welche Möglichkeiten das Leben einem bietet, desto glücklich wird man werden.

Als ich das Drehbuch zum ersten Mal las, fühlte ich mich gleich zu Simon hingezogen. Es gibt eine Frau in seinem Leben, die sich ihm nicht völlig öffnet, und diese Situation kannte ich auch. Er und Rose versuchen, einander kennen zu lernen, und ihre Zurückhaltung macht das sehr schwierig. Wenn sie streiten und er fragt, was los ist, erzählt sie ihm nichts, sondern schweigt. Ich glaube, jeder, der schon mal in einer Beziehung war, kennt dieses Problem der Kommunikation." Maggie und Rose sind nicht die einzigen Frauen, die im Verlauf der Geschichte aufblühen. Auch der Auslöser ihrer Veränderung, ihre Großmutter Ella Hirsh, macht eine Verwandlung durch. Ella hatte eine Tochter - die Mutter von Maggie und Rose - die an einer schweren Depressionen litt.

Ella hat ihr Leben lang geglaubt, bei ihrer Tochter versagt zu haben und Schuld an ihrem Tod zu sein. Sie erlaubt sich nicht einmal, darüber nachzudenken. Als Inspiration für die Rolle der Ella diente Jennifer Weiners eigene Großmutter, die in einer Wohnanlage für aktive Senioren in Florida lebt. "Ich fand diese Umgebung immer den idealen Hintergrund für eine Komödie, wegen der Balz-Rituale und der Art, wie sich alles verändert," sagt Weiner. "Mit sechzehn interessiert dich nur, ob dein Date ein Auto hat. Wenn du 80 bist, willst du auch nur wissen: Hat der Kerl einen Wagen, und ist er noch in der Lage, nachts zu fahren? Es ist ein Ort, wo die Menschen ihr Leben wieder neu verhandeln, eine Art Neustart für alle, ein Neu-Erfinden. Und Ella gibt ihrem Leben auch einen neuen Sinn, gleichzeitig mit ihren Enkelinnen Rose und Maggie."

Für die Rolle der Ella konnte Oscar®-Preisträgerin Shirley MacLaine gewonnen werden. Sie sagt, dass die Arbeit an IN DEN SCHUHEN MEINER SCHWESTER in den früheren Goldwyn Studios Erinnerungen an die Vergangenheit wachriefen. Ellas Zuhause war nicht nur auf der gleichen Bühne aufgebaut, wo sie THE APARTMENT ("Das Appartement", 1960) gedreht hatte, auch der Probenraum für Regisseur und Schauspieler war MacLaines Garderobe während der Dreharbeiten von " Das Appartement ", THE CHILDREN'S HOUR ("Infam", 1961) und IRMA LA DOUCE ("Das Mädchen Irma La Douce", 1963). Doch IN DEN SCHUHEN MEINER SCHWESTER bedeutete für die legendäre Schauspielerin weit mehr als ein Eintauchen in Erinnerungen. "Ich war so froh, zur Abwechslung mal in einem Film zu spielen, der von den Charakteren vorangetrieben wird", konstatiert sie.

"Ella lebt in einem sozialen Umfeld, wo alles perfekt ist, manikürt und sauber und komfortabel", fügt MacLaine hinzu. "Sie will nicht mit ihren eigenen Gefühlen konfrontiert werden oder darüber nachdenken, dass sie aus dem Leben ihrer Enkelinnen ausgeschlossen wurde. Sie ist eigenständig, kümmert sich aber nicht wirklich gut um sich selbst, und hält eine etwas beschönigte Fassade aufrecht. Eine Rolle wie die der Ella habe ich noch nie gespielt - das kann etwas bedrohlich sein, weil es so authentisch subtil ist. Diese Tatsache und eine Unterhaltung mit Curtis, in der er sagte, er wolle eine sehr ruhige Performance, gaben für mich den Ausschlag, die Rolle anzunehmen."

"Die Möglichkeit, Shirley MacLaine als Ella zu besetzen, fand ich aufregend," sagt Hanson. "Sie ist eine so starke Persönlichkeit und Schauspielerin. Was würde passieren, wenn sie dieses Talent und diese Persönlichkeit in diese Figur einbringt, die so voller Sinnlichkeit und Leben steckt, dieses Potenzial aber völlig ungenutzt lässt? Eine Figur, die ihre eigenen Bedürfnisse total ignoriert und stattdessen andere umsorgt? Ihre Hilfe für diese älteren Leute ist für sie das Mittel, mit ihren Schuldgefühlen und ihrer Frustration über die Art umzugehen, wie sie ihre Tochter behandelt hat. Sie mußste in ihrem Spiel die Verdrängung ihrer Probleme deutlich machen. Wenn Shirley ihre ganze Kraft in so einen Charakter legen würde, wäre das sehr aufregend."

"IN DEN SCHUHEN MEINER SCHWESTER handelt von Menschen," fährt Hanson fort. "Solche Filme wurden früher in Hollywood am laufenden Band produziert, heute sind sie eher eine Seltenheit. Es ist eine zeitgemäße Geschichte über Emotionen und Beziehungen, mit Charakteren von denen der Zuschauer sagen kann: ?Das bin ja ich; ich weiß wie es ist, sich so zu fühlen'." "Es ist auch eine Geschichte mit ganz allgemeinen Themen", fügt Carol Fenelon hinzu. "IN DEN SCHUHEN MEINER SCHWESTER handelt von denen, die uns am wichtigsten sind, unseren Freunden und unseren Familien. Es gibt viel Hoffnung und Optimismus in diesem Film, der dem Zuschauer eine gutes Gefühl und viel Gesprächsstoff liefert, wenn er das Kino verlässt.

Über die Produktion Die Dreharbeiten zu IN DEN SCHUHEN MEINER SCHWESTER begannen in Los Angeles und wurden in Philadelphia und Delray Beach, Florida, fortgesetzt. Zum Kernteam, das Curtis Hansons Visionen umsetzte, zählten Produktionsdesigner Dan Davis, Kameramann Terry Stacey und Kostümbildnerin Sophie de Rakoff. "Ich habe noch nie mit einem Regisseur gearbeitet, der sich so um die Details kümmert wie Curtis," erzählt de Rakoff. "Alles ist auf die Sichtweise seiner Figuren ausgerichtet. Er kommt zu jeder Anprobe, nimmt alle Fotografien ab. Ein sehr interessanter Prozess. Die Kostüme sind ein Instrument die Charaktere weiterzuentwickeln und helfen, die Geschichte zu erzählen."

Für Maggies Kostüme galt es, die Sexualität ihrer Figur in Kleidern auszudrücken, die quasi nichts kosten durften. Ihrer rastlosen Existenz entsprechend mußsten sie außerdem in den großen Müllsack passen, der ihr schließlich als Koffer diente. De Rakoff suchte nach gestylten, billigen Stücken, die man gut kombinieren und zu verführerischen Outfits zusammenstellen konnte. Das wiederkehrende Motiv ihrer Garderobe sind begrenzte Mittel und unbegrenzte Lust am Stylen, die zeigen, dass man mit limitiertem Einkommen nicht zum Modemuffel werden mußs.

Rose war das Gegenteil: Geld ohne Ende, aber kein persönlicher Stil. "Maggie und Rose haben unterschiedliche Stärken und Schwächen," sagt de Rakoff. "Ich glaube, die meisten Frauen können sich mit entweder der einen oder der anderen identifizieren, denn sie repräsentieren die entgegengesetzten Pole des Mode-Spektrums." Dann gibt es natürlich noch die teuere Schuh-Sammlung. "Der Schuhschrank ist wie ein eigenständiger Charakter," lacht die Designerin. "Beide Mädchen haben sicher zehn verschiedene Paare, die sie in unterschiedlichen Umgebungen immer wieder anziehen. Sie tragen alles, von Flip Flops bis zu Jimmy Choo, Nine West, Stuart Weitzman, Chanel und Christian LaCroix."

Zwei der wichtigsten Sets, Roses Wohnung und Ellas Villa, wurden von Produktiondesigner Designer Dan Davis auf einer Konzertbühne in Los Angeles errichtet. "Auch wenn Roses Wohnung nicht nach einem bestimmten Apartment gestaltet ist, ist sie doch typisch für die quadratischen Ausmaße und die Innenausstattung von Wohnungen in dem Gebäude, das wir für die Außenaufnahmen gefilmt haben. Wir haben ein Fenster in Roses Wohnzimmer und eines in dem Gebäude in Philadelphia angepasst, und viele Details der Innenausstattung sind sehr ähnlich." Jennifer Weiner war überrascht von der Genauigkeit des Sets, als sie in Los Angeles den Dreh einer Szene mit Toni Collette verfolgte. "Es war verblüffend," erinnert sich die Schriftstellerin, "ich betrat eine Bühne und befand mich mitten in der exakten Nachbildung einer Wohnung, die ich in Philadelphia besucht hatte. Jedes Detail stimmte, bis zum Briefschlitz aus Messing."

Andere Locations fand das Team in Florida, wo Ella Hirsh in einem Wohnheim für "aktive Senioren" lebt. Ellas Zuhause wurde in Abbey Delray South errichtet. In dem weitläufigen Alterswohnsitz in Delray Beach fand sich eine allein stehende Villa am Rande der gemeinschaftlichen Einrichtungen. Dan Davis hält fest: "Der Komplex hatte alles, was wir brauchten: Häuser, Swimming Pools, Pfade, einen Speisesaal, Korridore - die perfekte Umgebung. Es hatte Charakter." Davis errichtete eine erfundene Inneneinrichtung der Villa auf einer Bühne in Los Angeles. Die Außenaufnahmen und Aufnahmen der Gemeinschaftsräume entstanden allesamt on location in Florida.

Viele der Bewohner von Abbey Delray South wurden als Komparsen im Film eingesetzt. Vor Beginn der Dreharbeiten wurden Videoaufnahmen von über 400 Senioren zwischen 65 und 92 aufgezeichnet. Mehr als 300 Senioren wurden schließlich während der Dreharbeiten beschäftigt. Ebenso verfuhr man in Briney Breezes, einem anderen Senioren-Wohnheim in Boynton Beach, wo die Tanztee-Szene gefilmt wurde. Viele der Bewohner von Briney waren begeistert über die Gelegenheit, ihre tänzerischen Fähigkeiten an der Seite von Shirley MacLaine unter Beweis stellen zu können. Hanson ist überzeugt, dass die Schauspieler in ihrem "dritten Frühling" - viele von ihnen Schauspiel-Novizen - die Realität dieser Szenen erhöhten.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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