Lost Children

Produktionsnotizen

Dieser Film gibt den Kindern eine Stimme und ein Gesicht. Aus ihrer Perspektive wird eher emotional als faktisch der Krieg in Nord-Uganda geschildert. LOST CHILDREN vermittelt einen Eindruck davon, wie die Kinder und ihre Familien versuchen, die schreckliche Vergangenheit in einer grausamen Gegenwart zu bewältigen. Die Kinder, die den Rebellen entkommen konnten, sind alle Täter und Opfer zugleich. Aber auch Helden, denn die Flucht zu wagen und den Angehörigen ihrer Opfer wieder zu begegnen, erfordert viel Mut.

Nur wenige Kinder haben überhaupt die Chance, den Krieg im Busch zu überleben; die meisten werden als "Kanonenfutter" Opfer der Lord's Resistance Army (LRA) oder als vermeintliche Rebellen durch die Regierungstruppen getötet. Aber: ist ein Kind ein Mörder, wenn es zum Töten gezwungen wird und aus Angst, selbst zu sterben, sich dem Zwang beugt? Der Makel als Täter, das Trauma als Opfer und die Wunden als Überlebende verfolgen diese Kinder bis in ihre Familien, ihr näheres Umfeld und die Gesellschaft.

Der Film beginnt mit der Ankunft der Kinder nach der Flucht aus den Buschlagern der LRA. In Auffanglagern finden die Kinder Zuflucht. Eines von drei Auffanglagern in Nord-Uganda wird von der Caritas Gulu betrieben und ist in Pajule, 40 km von der sudanesischen Grenze entfernt. Der Ort liegt mitten im Kampfgebiet und ist lediglich mit dem Jeep über eine Straße zu erreichen, die täglich nur für wenige Stunden unter großem Risiko passierbar ist.

Die Filmemacher führten Interviews mit über 30 Kindern, bis sie sich dann auf die vier konzentrierten, die im Film zu sehen sind. Der Film wurde in zehn Wochen in drei Drehphasen im September 2003, Januar und Mai 2004 gedreht. Um nicht zur Zielscheibe der Rebellen zu werden oder der drastischen Zensur der Regierung zu unterliegen, reiste das Team inkognito mit kleinem Equipment und der Unterstützung der Caritas Gulu, denn das Vertrauen der Kinder hätten die Filmemacher mit Regierungstruppen im Rücken wohl kaum gewinnen können. Caritas Gulu ist eine lokale Hilfsorganisation der katholischen Kirche, die von Acholis (Angehörige des in Nord-Uganda lebenden Stammes) geleitet wird.

In und um Pajule gibt es weder Strom noch Telefon, kein fließendes Wasser und mehr Gerüchte als ernsthafte und gesicherte Informationen. Noch während der Dreharbeiten wurden drei Mitarbeiter des Pajule Centers im Auto von Rebellen überrascht, einer von ihnen wurde getötet. Zwei Tage nach der Abreise des Teams im Oktober 2003 wurden Pajule und das Auffanglager von den Rebellen angegriffen. Dabei starben fast 20 Menschen und über 240 wurden entführt.

Um nicht als Filmteam aufzufallen, wurde auf Mini DV gedreht. Mit einem kleinen Generator konnten Akkus und Powerbook betrieben werden. Jeden Abend wurde das Material des Tages auf Festplatte überspielt, damit bei einem Angriff der Rebellen nicht der komplette Film verloren ging. Das Material wurde dabei am Laptop aus der Regionalsprache Acholi ins Englische übersetzt. Während der Drehs folgte das deutsche Team über Kopfhörer mittels Simultanübersetzung dem Geschehen und konnte so auf das, was passierte, reagieren. Acholi wird nur von der Bevölkerung Nord-Ugandas, ca. zwei Millionen Menschen, gesprochen.

Krieg in Uganda Der Krieg im Norden Ugandas zwischen der Regierungsarmee und der Rebellenbewegung LRA (Lord's Resistance Army) ist heute der längste ununterbrochene Bürgerkrieg Afrikas und einer der brutalsten. Kaum eine Woche vergeht, an dem nicht aus der Kriegsregion entsetzliche Verbrechen der Rebellen gemeldet werden: Massaker an Zivilisten, Entführung von Kindern durch Bewaffnete, Anzünden von Dörfern. Die Antwort der Regierung - Luftangriffe mit Kampfhubschraubern, Anheuern von Milizen, Zusammenlegung der Bevölkerung in Wehrdörfern und Vertriebenenlagern - zeugt nicht davon, dass dieser Krieg bald zu Ende gehen könnte, trotz aller Friedensbemühungen der letzten Jahre. Die LRA ist unter Rebellenbewegungen auf der Welt einzigartig darin, dass sie auch nach 19 Jahren Krieg kein zusammenhängendes Territorium kontrolliert oder überhaupt den Anspruch darauf erhebt.

Ihre Führung hat kein politisches Programm. Die LRA ist eine sich selbst nährende Kriegs- und Terrormaschinerie, in der Krieg und Terror Selbstzweck sind - und den Menschen Ugandas beweisen soll, dass die Regierung von Präsident Yoweri Museveni einen großen Teil ihres Landes nicht unter Kontrolle hat. Museveni errang Anfang 1986 in Uganda die Macht als Chef einer Rebellenarmee; genauso alt ist der Kampf der LRA und ihrer Vorgängerorganisation "Holy Spirit Movement". Musevenis Sieg setzte einer Zeit der Wirren in Uganda ein Ende, die mit der blutrünstigen Diktatur von Idi Amin (1971-79) ihren Anfang nahm und das Land in der ersten Hälfte der 80er Jahre zum schlimmsten Schlachtfeld Afrikas gemacht hatte. Museveni war der erste Präsident aus dem Süden Ugandas, und sein Sieg bedeutete die Entmachtung des Nordens. Das akzeptierten nord-ugandische Soldaten nicht und traten in den Aufstand.

Dieser politische Aufstand ging nach wenigen Jahren per Friedensvertrag zu Ende, aber der Krieg in Norduganda tobte weiter - als unpolitischer Aufstand unter Führung religiöser Sektenchefs in einer zerrütteten Gesellschaft. Alice Lakwena als Anführerin der "Holy Spirit Movement" und später Joseph Kony als Leiter der "Lord's Resistance Army" verbreiteten mit Mitteln der Gehirnwäsche eine einfache Ideologie: Zusammenarbeit mit dem Staat ist von Übel. Alle Vertreter und Kollaborateure des Staates müssen gnadenlos bekämpft werden, denn sie sind des Teufels, und nur wer den Teufel aktiv bekämpft, ist des Himmels sicher.

In Regionen, die den Einzug der Moderne immer nur als Chaos erlebt haben und deren Bevölkerungen nach dem Verlust ihrer alten Traditionen keine neue Ordnung finden, kann solches Denken auf fruchtbaren Boden fallen. Initiationsriten wie die der LRA - jeder neue Rekrut mußs ein brutales Verbrechen begehen, möglichst den Mord an Angehörigen oder Freunden eventuell in Verbindung mit Kannibalismus, Kriegsführer versprechen Unverwundbarkeit durch magisches Wasser - gibt es in zahlreichen bewaffneten Gruppen in anderen Ländern der Region. Aber nirgends hat sich eine solche Bewegung so lange halten können.

Die besondere Stärke der LRA hat zwei Gründe. Zum einen bestand die erste Generation ihrer Führer aus erfahrenen Militärs, die wußten, wie man eine Armee für das Überleben im Busch aufbaut und über welche Kanäle man Waffen und Munition organisiert. Zum zweiten erhielt die Gruppe ab Mitte der 90er Jahre Unterstützung von der Regierung des Sudan. Sudan gewährte der LRA-Führung Asyl, rüstete die LRA-Kämpfer aus und gewährte ihnen Rückzugsgebiete im Südsudan, von denen aus sie zugleich der sudanesischen Regierungsarmee beim Kampf gegen die südsudanesischen Rebellen der SPLA (Sudan People's Liberation Army) half.

So konnte die LRA problemlos ihren Terror in Norduganda fortsetzen. Ihren Höhepunkt erreichte der Krieg in den Jahren 2002-03, paradoxerweise nachdem Ugandas Armee auf Einladung des Sudan im Südsudan einmarschieren und die LRA dort jagen durfte. Die LRA-Führung zog sich an sichere Orte im Sudan zurück, die LRA-Truppen zogen tief nach Uganda hinein und leben mittels Ausplünderung der Bevölkerung. Die Methode hatte sie schon in den 90er Jahren perfektioniert: Überfälle auf Dörfer und Schulen, Zerstörung von Ernten und Plünderung von Märkten - und vor allem Entführen von Kindern.

Vor allem die systematische Kindesverschleppung hat die LRA weltweit berüchtigt gemacht. Rund 20.000 Minderjährige hat die LRA seit 1986 entführt, die Hälfte davon seit 2002. Besonders gerne machte die LRA eine Zeit lang Schulen zu Zielscheiben, vor allem Mädcheninternate. Aber auch aus Dörfern oder mitten auf der Straße wurden Kinder verschleppt. Nicht immer mit Gewalt: Für Kinder hat das Ausreißen in den Busch natürlich auch etwas Verführerisches - wenn sie die Konsequenzen nicht kennen.

In Reaktion auf die systematischen Entführungen sind weite Landstriche Nordugandas inzwischen menschenleer. Knapp 1,4 Millionen Menschen, fast ausschließlich Frauen und Kinder, sind in Vertriebenenlager oder an den Rand der Städte geflohen, mehr schlecht als recht geschützt von der Armee oder eigens aufgestellten Milizen. Landwirtschaft und Handel sind weitgehend zusammengebrochen, die Menschen sind auf Wohlfahrt angewiesen - die es oft nur ungenügend gibt. Der entvölkerte Busch bietet zugleich ideales Terrain für eine Verschärfung des Krieges. Die meisten Opfer auf LRA-Seite dabei sind zwangsrekrutierte Kinder.

Weil Armee und Milizen ungenügend Schutz bieten, schicken immer mehr Familien ihre Kinder nachts zum Schlafen in das Zentrum der Städte. Bis zu 40.000 "Nachtpendler" (night commuters) gibt es in Norduganda inzwischen - doppelt so viele wie vor einigen Jahren noch. Sie werden in öffentlichen Gebäuden oder Schulen oder einfach auf der Straße untergebracht und gehen morgens wieder nach Hause, ständig in Angst, ständig auf der Flucht. Eine Verbesserung der Lage ist nur in Ansätzen in Sicht, obwohl Ugandas Regierung seit 2004 durchschlagende Erfolge gegen die LRA meldet. Rund 15.000 LRA-Rekruten haben nach amtlichen Angaben von Amnestiemöglichkeiten Gebrauch gemacht und haben die Waffen gestreckt.

Viele werden zwar gleich wieder ersetzt; dennoch sei die Zahl der LRA-Kämpfer seit 2002 von 8.000 auf 300 gesenkt worden, erklärte Ugandas Armeeführung im Juli 2005. 146 LRA-Kommandeure seien getötet worden. Auch die Entführungen von Kindern gingen zurück, so das Militär. Im Jahr 2003 habe die Armee 4.632 entführte Kinder aus den Reihen der LRA befreit, im Jahr 2004 waren es 3.031 und im ersten Halbjahr weniger Kinder in LRA-Händen befänden. Die Erfolgs-meldungen dürften übertrieben sein, zumal Ugandas Armee schon öfter die LRA für besiegt erklärt hat, nur damit diese dann umso brutaler zuschlug. Außerdem kritisieren Beobachter, dass Korruption im ugandischen Militär so weit verbreitet ist, dass bei manchen Nutznießern wenig Interesse an einem kompletten Ende der Kampfhandlungen besteht.

Dennoch ist nicht zu übersehen, dass sich im Laufe des vergangenen Jahres einiges politisch bewegt hat, das ein wenig Hoffnung zuläßt - nicht zuletzt durch verstärkten Druck der Geberländer, die Ugandas Präsident immer mehr zu einem Überwinden militaristischer Regierungsstrukturen drängen. Mehrere zeitlich und räumlich befristete Waffenstillstände in den letzten Jahren ermöglichten Kontakte zwischen LRA-Generälen und Ugandas Sondervermittlerin Betty Bigombe. Die Gespräche drehten sich vor allem um die Bedingungen, zu denen die LRA aufgeben würde. dass der Internationale Strafgerichtshof Ermittlungen gegen die LRA wegen Kriegsverbrechen aufgenommen hat, verstärkt den Druck auf die Rebellion ebenso wie der Friedensschluss im Sudan zwischen Regierung und südsudanesischen Rebellen, der den Nutzen der LRA für Sudans Regierung verringert.

Doch bis das auch die Situation der Bevölkerung verbessert, dürften noch Jahre vergehen. Der Terror der Rebellen geht weiter - und selbst im Falle des Friedensschlusses würde eine komplett zerstörte Gesellschaft zurückbleiben, in der keine Familie heil blieb und ein Großteil der Menschen traumatisiert ist, wo die Fähigkeiten zur Regeneration aus eigener Kraft und die Perspektiven eines Neuanfangs unerreichbar weit entfernt scheinen.

Kinder im Krieg Der Einsatz von Kindern als bewaffnete Kämpfer in Kriegen ist für Warlords sehr attraktiv. Kinder sind billig und willig, sie lassen sich leicht verführen und leicht ersetzen. Sie erwarten keinen Sold und müssen keine Familie ernähren, und sie brauchen weniger Nahrung. Aber sie können genauso gut töten wie Erwachsene - je jünger sie sind, desto weniger moralische Skrupel kommen ihnen dabei, weil sie die Tragweite ihres Tuns nicht begreifen. Sie machen die Drecksarbeit - sie sind willige Vollstrecker, Kanonenfutter, Späher, Träger, Sexsklaven. Hilfreich ist dabei, dass viele Waffen inzwischen "kinderleicht" in Gewicht und Handhabung geworden sind. Kindeseinsatz im Krieg ist völkerrechtlich verboten und wird vom Internationalen Strafgerichtshof als Kriegsverbrechen verfolgt.

Doch gibt es auf inter-nationaler Ebene bisher weder Sanktionen gegen Kindeseinsatz im Krieg noch effektive Strategien, um Bürgerkriegsparteien daran zu hindern. Die Zahl von Kindersoldaten weltweit wird seit Jahren konstant auf rund 300.000 geschätzt. Der jüngste UN-Bericht zur Lage von Kindern in bewaffneten Konflikten, veröffentlicht im Februar 2005, spricht allerdings von nur noch 250.000, verteilt auf 54 Kriegsparteien in elf Ländern: Birma, Burundi, Elfenbeinküste, Kolumbien, Demokratische Republik Kongo, Nepal, Philippinen, Somalia, Sri Lanka, Sudan und Uganda. Erfolge hingegen habe es in Afghanistan, Angola, Äthiopien, Eritrea, Liberia, Osttimor und Sierra Leone gegeben, was den Rückgang der Gesamtzahl erklärt.

Als brutalste Kinderrekrutierer nennt der UN-Bericht drei Gruppen, alle in Afrika: die regierungstreuen Janjaweed-Reitermilizen in Darfur im Westen des Sudan; die ruandische Hutu-Milizengruppe FDLR (Demokratische Kräfte zur Befreiung Ruandas) im Osten der Demokratischen Republik Kongo; und eben die ugandische LRA (Lord's Resistance Army). Allen dreien wird neben dem Einsatz von Kindern im Krieg "Tötung, Verstümmelung, Entführung, Vergewaltigung und andere schwere sexuelle Gewalt an Kindern" vorgeworfen. Der internationale Kampf gegen Kindesmissbrauch im Krieg geht auf einen aufrüttelnden, anklagenden Untersuchungsbericht der UN-Sonderbeauftragten Graca Machel aus dem Jahr 1996 zurück.

Auf der Grundlage des Berichts der einstigen First Lady von Mosambik und heutigen Ehefrau von Nelson Mandela verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen im Mai 2000 ein Zusatzprotokoll zur internationalen Kinderrechtskonvention, das die Rekrutierung und den Einsatz von Kindern in bewaffneten Konflikten verbietet - allerdings ist seine Anwendung freiwillig. 85 Länder haben das Protokoll bislang unterzeichnet. Weitergehende Maßnahmen scheitern regelmäßig am Unwillen des UN-Sicherheitsrats. Dieser lässt lediglich jedes Jahr die Lage Revue passieren. Erst im Juli 2005 lehnte dieser erneut verbindliche Strafmaßnahmen ab und beschloß lediglich die Einrichtung einer ständigen Arbeitsgruppe, um die Lage von Kindern im Krieg dauerhaft zu beobachten.

Wie Caritas Gulu ehemaligen Kindersoldaten in Norduganda hilft Als sich die beiden Filmemacher bei der Recherche zu ihrem Dokumentarfilm LOST CHILDREN auf die Situation der Kinder in Nord-Uganda konzentrierten, stießen sie durch Vermittlung einer UN-Beraterin auf das Projekt der Caritas Gulu in Pajule. Es ist das einzige Projekt "an der Front" mitten im Zentrum des Krieges und damit leichter für die fliehenden Kinder erreichbar. Überzeugend erschien den Regisseuren auch der fachliche Ansatz: Das Projekt steht komplett unter lokaler Führung, wird unterstützt von einem Trauma-Experten aus Deutschland und legt großen Wert auf die Zusammenarbeit mit den Acholis. Caritas International, das Hilfswerk der deutschen Caritas, finanziert dieses Projekt seit 1999.

Anlaufstelle für die Kindersoldaten ist Pajule Centre, ein Auffangcamp, das Caritas vor drei Jahren gründete. Die Rebellenarmee verknüpfte damals die Freilassung von Kindern und Jugendlichen an die Bedingung, dass sich die Caritas Gulu um die Wiedereingliederung kümmert. Im Pajule Centre werden sie medizinisch und psychologisch versorgt, erhalten Unterkunft und Verpflegung. Parallel machen sich die Sozialarbeiter des Zentrums auf die Suche nach ihren Familien. DasCamp war bislang für 900 Kinder und Jugendliche der erste Schritt auf dem Weg zurück in ihre Familien und Dorfgemeinschaften.

Die Annäherung zwischen den Kindern und ihren Familien ist nicht immer einfach. Auf der einen Seite hat der Krieg bei den Kindersoldaten, die in Pajule ankommen, deutliche Spuren hinterlassen: Sie leiden unter Verletzungen an Körper und Seele, die nur langsam heilen. Auf der anderen Seite begegnen Angehörige und Dorfgemeinschaften den ehemaligen Kindersoldaten mit Misstrauen und Angst, weil sie fürchten, dass ihre Kinder in der Armee selbst zu Tätern geworden sind. Um die Gemeinden auf die besonderen Probleme der traumatisierten Kinder vorzubereiten, bietet die Caritas Informationsveranstaltungen und Trainingsworkshops an.

Für die tägliche Arbeit werden Katecheten, Priester und Lehrer zu therapeutischen Beratern ausgebildet, die sich um die ehemaligen Kindersoldaten und deren Angehörige kümmern. Diese Helfer bieten den Kriegsopfern das wichtigste in dieser Situation: Sie hören ihnen zu, nehmen Anteil und verurteilen sie nicht für das, was sie getan haben. Sie wohnen in den Dörfern und Lagern inmitten der Menschen, die sie brauchen. Durch die Berater lernen die Kinder zu erzählen und so ihre Erlebnisse zu verarbeiten - eine Form der Problembewältigung, die in der Acholi-Kultur nicht verankert ist. Dabei setzen die Helfer keine fertigen Lösungen vor; vielmehr motivieren sie die Heranwachsenden, an die eigenen Kräfte zu glauben und ihren eigenen Weg zu finden - unter anderem durch individuelle Bildungsangebote.

Um die Akzeptanz all dieser Angebote zu erhöhen, war es besonders wichtig, das Vertrauen der Stammes-Chefs zu gewinnen, die mittlerweile die Arbeit der Caritas durch ihre traditionellen Versöhnungs- und Reinigungsriten aktiv unterstützen. Diese Anerkennung durch die Acholi konnte nur erreicht werden, weil Caritas in seiner Auslandsarbeit konsequent auf die Kompetenz und das Engagement einheimischer Mitarbeiter setzt. Die lokalen Fachkräfte haben ihre Wurzeln selbst in dieser Region, sprechen die Sprache der Betroffenen, kennen ihre Kultur und genießen deshalb das besondere Vertrauen der Bevölkerung. Informationen über die Arbeit von Caritas International: www.caritas-international.de.

von Dominic Johnson, Afrika-Redakteur der taz

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Dirk Jasper FilmLexikon

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