Willkommen im Club

Ausführlicher Inhalt

98-minütige Spielfilm "Willkommen im Club": eine schwarz-humorige Geschichte zum Thema Arbeitslosigkeit, deren fast schon erschreckende Realitätsnähe zu Herzen geht und die Zuschauer dazu verführt, das große Thema unserer Zeit einmal aus einem persönlichen, menschlichen Blickwinkel heraus zu betrachten. Auch die Entstehung des Films war ungewöhnlich: Die Beteiligten, allesamt zwar Profis, aber große Idealisten, verzichteten auf ihre Gage, damit der extrem niedrig budgetierte Film realisiert werden konnte. Gedreht wurde in Original-Locations und Privatwohnungen, die kostenlos zur Verfügung gestellt wurden.

Anhand dreier verschiedener Konstellationen erzählt dieser Film von Menschen, deren Leben durch den plötzlichen Verlust der Arbeitsstelle aus der Bahn gerät. Die Hauptfiguren sind der verheiratete, aber von Frau und Tochter getrennt lebende Polierer Joachim (Joseph Dieken), die junge Ärztin im Praktikum Kerstin (Nicole Unger) und die alleinerziehende Mutter Tonja (Kasia Naumow), die zudem Ausländerin ist. Sie alle müssen lernen, mit der neuen Situation zurechtzukommen: Es entstehen absurde Situationen beim Arbeitsamt und bei den vielen sogenannten "Minijobs", mit denen sich die Protagonisten "über Wasser halten" wollen ? konterkariert von tragischen Szenen, wenn die finanzielle Not unerträglich wird.

Anhand der drei völlig verschiedenen Figuren können wir somit beobachten, wie unterschiedlich einzelne Menschen auf den Verlust ihrer Arbeit reagieren: Joachim hält es zunächst für völlig ausgeschlossen, dass man beim Arbeitsamt keine Arbeit für ihn hat, und klemmt sich mit leidenschaftlicher Energie hinter den bald ziemlich verängstigten Arbeitsvermittler Gerd Hoffmann (Harald Burmeister). Seiner Familie gegenüber ist ihm die Situation jedoch peinlich, und er versucht alles, um sich nichts anmerken zu lassen. Tonja ist "nicht leistungsberechtigt", müsste also zum Sozialamt gehen. Da schlägt sie sich lieber mit diversen Minijobs durch, was ihr mehr schlecht als recht gelingt.

Ob wohl ihr ehemaliger Liebhaber helfen kann? Kerstin, die eigentlich am wenigsten Not leidet, weil sie schon bald eine neue Stelle in Aussicht hat und somit nur ein halbes Jahr lang "abwarten" müsste, verliert dagegen durch den unerwarteten Rausschmiss ihr gesamtes Selbstvertrauen und möchte am liebsten gar nicht mehr das Haus verlassen. Jede eigene Entscheidung, die man ihr abverlangt, wird zum unüberwindlichen Hindernis.

Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto

Dirk Jasper FilmLexikon

© Fotos: Stehwiederauf Film © 1994 - 2010 Dirk Jasper