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Frühjahr 1999.
Die NATO führt Krieg gegen Serbien. Tag und Nacht fliegen
amerikanische Bomber ihre zerstörerischen Einsätze gegen
Ziele in Belgrad. Dennoch bleibt Amerika für Dusha (Branka
Katic) das Land ihrer Träume. Ihr sehnlichster Wunsch ist es,
von einem amerikanischen Piloten ins gelobte Land mitgenommen zu
werden. Dafür würde sie alles tun. Bereitwillig glaubt
sie deswegen auch die Story von den AWACS-Besatzungen, die mit
ihren empfindlichen Kameras die Leute auf der Erde selbst aus
größter Höhe erkennen können.
Dusha überlegt, ... ihre Familie jedenfalls will mit diesen Träumereien nichts zu tun haben. Die Oma (Olivera Markovic) verpasst zwar keine der täglichen Englisch-Kurse im Fernsehen (?Ich mußs Englisch lernen, bevor ich sterbe?). Aber die da oben herumfliegen beschimpft sie als ?verdammte Deutsche?, denen es hoffentlich bald an den Kragen geht. Lubi (Lazar Ristovski), ihr jähzorniger Bruder ist wütend auf Dusha, die ?denen? auch noch ein Ziel aufmalt. ?Sollen die uns weg bomben?? - ?AWACS sind Aufklärer, keine Bomber. Ihre Piloten sind nette Menschen, richtig nett.?, hält ihm Dusha entgegen, ?und der Krieg wird nicht hundert Jahre dauern. Ich bin unpolitisch und mußs an meine Zukunft denken.? Das sieht Lubi ganz anders. Mithilfe seiner auf dem Schwarzmarkt erstandenen ?Privat?-Rakete will er unbedingt ?einen von denen runter holen?. Als er das klapprige Geschoss tatsächlich in die Nacht abfeuert, und kurz darauf ein englisch sprechender Uniformträger (Simon Lyndon) am Fallschirm vom Himmel schwebt, sieht Dusha sich dem Ziel ihrer Träume ganz nah. Während ihr Bruder die übelsten Drohungen gegen den ?Todfeind? ausstößt, versucht sie alles, ?ihren Bobby? von ihrer Liebe zu überzeugen. Doch der Amerikaner hat verständlicherweise erstmal seine eigenen Probleme im Sinn. Er beschwört die Genfer Konvention, will Kontakt mit seiner Botschaft, zurück zu seinen Leuten. Was Dushas Absichten betrifft, steht er ziemlich auf der Leitung. Als sie ihn dann endlich soweit hat, dass er mit ihr fliehen will, mußs sie die schmerzliche Erfahrung machen, dass noch andere hinter dem Flieger her sind: Ihr Bruder möchte an dem ?Kriegsverbrecher? ganz privat sein Mütchen kühlen; der dickliche, tumbe Nachbar möchte die staatliche Belohung für den Gefangenen kassieren und die Milizionäre im benachbarten Stadtteil bringen ihre MGs in Stellung, weil ?so ein Amerikaner auf dem Schwarzmarkt einen ganz schönen Wert hat?. Und dann lauern da noch korrupte Taxifahrer, wild um sich schießende Nachtwächter, habgierige Schwarzmarkthändler ... jeder gegen jeden. Wahrlich keine guten Aussichten auf ein Happy End. Dusha lässt sich nicht beirren. Es kommt, wie es kommt. Soll die ganze Welt sich doch gegen sie verschwören, sie werden es schon schaffen: ?You and me, just like Bonnie and Clyde!? |
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