Hustle & Flow

Produktionsnotizen

?Dies ist eine Geschichte aus Memphis ? ein Film darüber, mit allen Mitteln Musik zu machen?, sagt Craig Brewer, der Autor und Regisseur des neuen Spielfilms ?Hustle & Flow?. ?Musik ist unsere gemeinsame Liebe und Sprache. Sie ist unsere Chance, unseren Schmerz, unseren Kampf, unsere Möglichkeiten anzunehmen und daraus etwas zu machen, das einen Rhythmus hat, rauh und ungefiltert.?

?Hustle & Flow? erzählt die Story von DJay, einem kleinen Zuhälter, der einen Weg findet, seine Träume zu verwirklichen. Es ist eine letztlich universelle Geschichte, die da in der Welt der Hip Hop Musik in Memphis spielt und von den Rhythmen dieser Stadt inspiriert ist. Der Film integriert dabei neue Musik innovativer Künstler, die die Grenzen der Musikgenres überschreiten. ?Hustle & Flow?, der von einer atemberaubenden Darstellung von Terrence Howard angetrieben wird, erhielt den Publikumspreis und den Kamerapreis auf dem Sundance Film Festival 2005.

Produzent John Singleton, der selbst Filmhits wie ?Boyz?n the Hood - Jungs im Viertel?, ?Shaft ? Noch Fragen?? und ?Four Brothers? inszeniert hat, stimmt zu, dass die universellen Themen des Filmes über Grenzen hinweg gelten. ?Hip Hop hat mittlerweile die Populärkultur erreicht, es nimmt denselben kulturellen Raum ein, den Rock?n?Roll einmal inne hatte, und Craig kennt diese Welt ? besonders die des Memphis Hip Hop ? aus dem Effeff?, bemerkt der Produzent.

?Ich fühlte, dass ?Hustle & Flow? eine Geschichte aus Memphis ist ? so wie die Geschichte von Elvis Presley oder die von Isaac Hayes?, fügt Brewer hinzu. ?Diese Kerle hatten nicht viel, aber genau diese Tatsache hat die Menschen aus ihnen gemacht, die sie waren und die sie in ihrem künstlerischen Schaffen einmalig machte; diese Tatsache ließ sie letztlich Großartiges vollbringen.?

Brewer erzählt, dass die Idee für den Film dem Leben entsprang. ?Mein Vater war gestorben, sehr unerwartet; ich fing an, über meine eigene Sterblichkeit nachzudenken?, sagt er. ?Ich verlor ihn durch einen plötzlichen Herzinfarkt ? er rauchte nicht und trank nie, aber im Alter von 49 Jahren beendete ein Blutklümpchen sein Leben. Wenn man der einzige Sohn ist, und der Vater stirbt mit 49, dann denkt man unwillkürlich, dass man über das Alter von 50 hinaus mit geborgter Zeit lebt. Da ich zu diesem Zeitpunkt 27 war, konnte ich nicht anders als zu denken, dass ich schon über die Halbzeit hinaus war.?

?Zur gleichen Zeit etwa war ich damals in Memphis auf der Suche nach Locations für einen anderen Film, als eines Tages dieser Zuhälter auf mich zukam. Er versuchte, mir eine seiner Frauen anzubieten, und war mit seinem Gemurmel, seinem geschäftigen Gehabe, seinem Geschwätz unnachgiebig ? er versuchte sogar, mir sein Auto zu verkaufen. Und da habe ich diese zwei Elemente zusammengebracht ? ich dachte, ?Mann, was wäre, wenn dieser Kerl dieselbe Midlife Crisis hätte wie ich, und dann plötzlich darüber nachdenken würde, etwas kreatives zu tun ? was für eine Art von Geschichte wäre das wohl??. Ich stellte mir vor, dass seine Kreativität in der Musik liegen würde ? in Memphis bedeutet das im Hip Hop, im Crunk ? und dass sein Geschäfts-Geschwätz in seinen Rapstil einfließen würde.?

Basierend auf diesem Zusammentreffen erschuf Brewer die Figur des DJay, einem kleinen Zuhälter, der auf der Suche nach seiner eigenen Stimme, seiner Ausdrucksmöglichkeit ist. Terrence Howard spielt diese Rolle eines Mannes, der verzweifelt versucht, sein Leben zu ändern. ?Ich mußste 80% von dem, was ich weiß, vergessen und mich auf das konzentrieren, was DJay zu dem macht, was wer ist?, sagt Howard. ?Für jemanden wie ihn geht es um das Überleben. Craig sagte einmal zu mir, ?DJay ist nicht so schlau wie du. Wenn du in dieser Situation wärst, würdest du dich ganz anders verhalten. Aber DJay hat nur das, was er hat.??

Um etwas über das Leben eines auf der Straße arbeitenden, kleinen Zuhälters zu lernen, verbrachte Howard einige Zeit mit Juicy J von Three 6 Mafia, einer bekannten Gruppe aus Memphis, die die Hip Hop-Unterart des ?Crunk? vertritt. ?J lehrte mich, dass jemand in DJays Position keine Gefühle oder Sympathien zulassen kann, die seine Situation kompromittieren?, sagt Howard. ?Ich lernte, dass ich, um zu DJay zu werden, einen Teil meines Gewissens zur Seite schieben und mich an den großen Gedanken des Überlebens klammern mußste.?

Allerdings war es auch die ?Jedermann?-Qualität der Figur, die Howard an der Rolle reizte. ??Hustle & Flow? handelt vom menschlichen Streben, sich selbst zu verbessern, mehr zu wollen?, sagt Terrence Howard. ?Damit können wir uns alle identifizieren. Selbst wenn das eigene Leben völlig verschieden ist von dem der Filmprotagonisten, es gibt Elemente in dem, was sie durchmachen, die wir alle nachempfinden können. Man fühlt mit DJay und sieht, dass er kämpft und versucht, sich zu bessern. Das ist eine menschliche und sehr universelle Geschichte, denn das haben wir alle schon erlebt, unabhängig von der Umwelt oder Leidenschaft, die man als Einzelner hat ? wenn man aufhört, nach mehr zu streben, dann erlischt die Flamme.?

Wenn die Figur des DJay jemand ist, mit dem sich jeder identifizieren kann, so trifft das auch auf die Erfahrung von Craig Brewer, den Autor und Regisseur des Filmes, zu. Nachdem er drei Jahre lang um die Realisierung des Filmes kämpfen mußste, setzte sich Brewers Hartnäckigkeit schließlich durch. ?Ich glaube, Craig ist DJay?, sagt Terrence Howard, der Star des Films. ?Er ist auch eine Art Zuhälter; er versucht, sein Vorhaben, seine Idee, mit allen Mitteln zu verwirklichen.?

?Ich bin genau wie DJay?, stimmt Brewer zu. ?Es ist in vielen Aspekten wie eine Art der Zuhälterei, wenn man kleine, kostengünstige, unabhängige Filme macht. Und selbst als ich nach Hollywood kam, wurde mir klar, dass ich dort genauso geschwätzig und geschäftstüchtig sein mußste. Ich hatte immer das Gefühl, alles riskieren und einsetzen zu müssen für mein künstlerisches Streben.? Obwohl die Herkunft in ?Hustle & Flow? keine Rolle spielt, ist sich Brewer dessen bewusst, dass sich einige Leute fragen werden, warum er als Weißer diese Geschichte erzählt.

?Ich wusste, dass die Leute diese Frage stellen würden?, fährt er fort, ?aber in dieser Story geht es nicht um schwarz oder weiß; ich schreibe eben über eine Welt, in der ich mich gut auskenne. Mit der Erschaffung des DJay wollte ich gegen allgemeine Klischees arbeiten, und ihn zu einer komplexen Figur machen. Ich wollte seinen Lebensstil nicht glorifizieren ? ich wollte, dass das Publikum die Humanität in dieser Person sieht, ohne dabei ihre Schwächen zu ignorieren. Was ich an der Figur des DJay spannend finde, ist, wie seine ungefilterten Emotionen und wirtschaftlichen Möglichkeiten seine Handlungen in den entstehenden Situationen beeinflussen.?

Brewer, der das Drehbuch im Jahr 2000 verfasst hatte, fand eine Mitstreiterin in Stephanie Allain, die von Anfang an bei dem Projekt dabei war. ?Stephanie war drei Jahre lang in den Film involviert?, erzählt Brewer. ?Wenn ich aufgeben wollte, dann ließ sie mich nicht. Sie flog mich auf ihre Kosten nach L.A., und manchmal zahlte sie meine Miete.?

?Als ich das Drehbuch las, war ich ver-zaubert. Ich fühlte mich wie bei einem meisterhaften Geschichtenerzähler?, sagt Produzentin Stephanie Allain. ?Es war spannend. Craig hat keine Angst, komplexe Figuren in verzweifelte Situationen zu stecken und dann ihre Herzen zu offenbaren.? Allain versuchte, das Skript in Holly-wood an den Mann zu bringen, sie verkaufte ihr Haus, um den Film weiter zu fördern, bis sie schließlich alles auf eine Karte setzte.

Craig erinnert sich: ?Stephanie sagte, ?Bei deinem ersten Spielfilm, ?The Poor & Hungry?, hast du einen wirklich guten Film für 20.000 gemacht, lass uns mal sehen, was du mit 400.000 Dollar anstellen kannst?.? Vor über zehn Jahren gehörte Allain zu den Produzenten, die John Singletons ?Boyz?n the Hood - Jungs im Viertel? zu Columbia Pictures brachten. Jetzt fragte sich Allain, ob Singleton, der gerade den internationalen Kinohit ?2 Fast 2 Furious? inszeniert hatte, daran interessiert sein könnte, den Film mit ihr zusammen zu finanzieren.

Nachdem er das Drehbuch gelesen hatte, war Singleton total begeistert. ?Es war anders, als alles was ich sonst gelesen hatte?, sagt er. ?Es gefiel mir, wie unverfroren und mutig es war. Dann sah ich Craigs ersten Film und dachte, ?wow, dieser Kerl hat es als Regisseur wirklich drauf?.? Singleton war bereit, das Projekt zu unterstützen, allerdings nicht auf die Art und Weise, die Allain und Brewer ursprünglich im Kopf hatten. ?Er sagte, ?Mann, der Film braucht ein größeres Budget. Lass uns das richtig machen??, erinnert sich Brewer, und erläutert, dass Singleton der Meinung war, mit einem Filmemacher seines Standes werde die Finanzierung einfacher.

Dem war allerdings nicht so ... und als man nach einem Jahr der Finanzsuche noch immer nicht weiter war, traf Singleton die mutige Entscheidung, den Film komplett selbst zu finanzieren. ?Ich dachte, ?okay, ICH werde diesem Film das grüne Licht geben??, sagt Singleton. ?John verstand, dass ich ein Filmemacher mit lokalen Wurzeln bin?, sagt Brewer. ?Ich versuche dasselbe in Memphis zu tun, das er in South Central getan hat ? und er glaubte daran, dass ich der richtige dafür war. Wir verbrüderten uns einfach. Wir erforschen gern dieselben Figuren, dieselben komplexen Typen, dieselben Themen mit Männern und Frauen, und die sind nicht immer nett. Ich glaube, wir leben beide an schwierigen Orten und das macht sich im alltäglichen Leben bemerkbar.?

Singletons Glaube an den Film machte sich bezahlt, als er im Januar 2005 den Publikumspreis beim Sundance Film Festival erhielt. ?Dieser Film bekam die Bedeutung für uns alle, etwas anderes zu versuchen?, sagt Allain. ?Für John Singleton ging es darum, außerhalb des Systems zu arbeiten, und für Terrence darum, als Hauptdarsteller wirklich gefordert zu werden. Anthony Anderson, der hauptsächlich als Darsteller für Komödienrollen bekannt ist, konnte hier mal im Bereich des Dramas arbeiten. Alle, die an ?Hustle & Flow? mitgearbeitet haben, wurden zu einer Familie, und Craig war DJay, das Familienoberhaupt ? er half uns dabei, unseren Traum zu leben.?

?Jeder, der mit diesem Film zu tun hatte, brauchte ihn?, sagt Paul Stewart, der Music Supervisor. ?Craig brauchte den Film. Al Kapone ? ein Rapper aus Memphis, der viele von DJays Raps schrieb ? brauchte ihn. Jeder brauchte ihn ? und sie haben es geschafft.?

Über die Figuren Im Mittelpunkt von ?Hustle & Flow? steht die Figur des DJay, einem kleinen Zuhälter, der versucht, sein Leben zu ändern. DJay, der das Alter erreicht hat, in dem sein Vater gestorben ist, steht an einem Scheideweg. ?Er will sich nicht mehr als Zuhälter durchs Leben schlagen?, sagt Terrence Howard, der den aufstrebenden Rapper spielt. ?DJay ist wie ein Hirte mit seiner Herde. Diese Frauen sind seine Familie, er ist die Vaterfigur, und wenn sie in Schwierigkeiten stecken, dann mußs er einen Weg heraus finden.?

??Hustle & Flow? glorifiziert die Figur aber nicht?, fügt Howard hinzu, und erklärt, dass DJay ein hartes Leben führt, durch das er sich von Tag zu Tag durchschlagen mußs. Genauer gesagt, der Film zeigt eine Seite dieses Daseins, die nicht oft auf der Leinwand zu sehen ist. ?Es bricht DJay das Herz, dass er seine Mädchen diese Dinge tun lassen mußs. Er versucht, sich ein besseres Leben vorzustellen, um bei Verstand zu bleiben.? Als DJay aber die Rolle, die er spielt, nicht mehr länger beiseite schieben kann, macht er sich an die Umsetzung eines Planes, der das Leben aller verändern soll.

?Diese Art von Persönlichkeit ist wesentlich interessanter als die juwelenbehängten Zuhälter mit dem goldenen Becher in der Hand, die man normalerweise in Filmen sieht, denn dies hier ist sozusagen ein klassischer kleiner Zuhälter auf den Straßen von Memphis?, sagt Brewer. ?Bei diesem Kerl dreht sich viel ums Reden, ums Geschwätz. Und es ist dieses Talent, dass DJay letztlich zu seiner Art von Rap-Musik führt. Er war immer gut darin, die einzelnen Worte geschickt zu verbinden.?

Von Anfang an war Brewer davon überzeugt, dass die Rolle von Howard und nicht von einem bekannten Rap-Star gespielt werden sollte. ?Terrence Howard ist ein Mann, der das Wesen, den Kern von DJay versteht ? er war schon immer ein phantastischer Schauspieler, der bisher nie wirklich die Möglichkeit bekam, sich als Hauptdarsteller in einem Film zu profilieren?, so Brewer. ?Wenn man den richtigen Darsteller für die Rolle verpflichtet, bekommt man das Gefühl, die Chance zu haben, etwas von Bestand zu kreieren. Denn man weiß, dass man einen Schauspieler gefunden hat, der genauso denkt. Für mich war das Terrence.?

So sehr aber die Filmemacher überzeugt waren, dass Howard der richtige Mann für die Rolle war, so hatte Howard dennoch Bedenken. ?Ich hatte Angst?, gibt er zu. ?Diese Figur war jemand, den ich glaubte zu kennen. Man hat bestimmte Dinge in seinem Leben, die man unterdrückt, und wenn sie wieder ans Licht kommen, dann ist es nicht leicht, sie zu akzeptieren. Aber Craig war mir gegenüber so loyal ? er stand zu mir, als andere einen Rap-Star für die Rolle wollten ? dass ich die Bedenken zur Seite schob und zusagte. Ich mußste DJay einfach zum Leben erwecken.?

Laut Howard kam ein Teil seiner Inspiration für die Rolle von seiner Mutter, die vier Kinder großzog, eine Zeitlang nebenbei für Rollen vorsprach. ?Sie versuchte, sich Zeit fürs Vorsprechen zu nehmen, aber es ging nicht. Sie kam enttäuscht nach Hause, und hat all das an mich weitergegeben. Ich denke, sie war ein bisschen wie DJay, sie hielt an ihren Träumen fest, aber fragte sich, wie sie würde wahr machen können.?

Für die Rolle mußste sich Howard mit der Welt des ?Crunk? beschäftigen, einer vor allem in den amerikanischen Südstaaten und der im US-Staat Tennessee gelegenen Musikmetropole Memphis beheimateten Unterart des Hip Hop. ?Terrence ist auch ein Sänger?, sagt Allain, ?aber eher ein Liedermacher für Balladen. Das mußste er abschütteln und sich auf den Rhythmus des Memphis Crunk einlassen.?

John Singleton fügt hinzu: ?Ich wusste, dass Terrence den Zuhälter-Teil der Rolle spielen konnte, aber ich mußste sicher sein, dass er auch den Rapper Jay spielen konnte, bevor ich mich für diese Investition entschloss. Terrence und ich flogen nach Memphis und ich stellte ihn Juicy J und Paul von Three 6 Mafia vor. Terrence nahm im Studio den Song ?Pop It For Some Paper? auf und das brachte das Eis zum Schmelzen. Dieser Moment war absolut magisch, denn da wusste ich, Terrence Howard kann die Rolle des DJay wirklich spielen.?

?Zu sehen, wie aus Terrence DJay wurde, das war wirklich aufregend?, erläutert Allain. ?Diese Kerle in Memphis ? Juicy J, Al Kapone ? nahmen ihn supergut auf. Terrence lernte den Memphis-Stil wirklich gut, vor allem auch den besonderen ?Flow? ? den Rhythmus und den Tonfall der Songtexte.? ?Zuerst rappte er einfach, um den Rhythmus zu bekommen?, sagt Brewer, "und das führte dann letztendlich zu seiner Sprache, dem Rhythmus und der Figur.?

DJay ist sich aber nicht sicher über seinen nächsten Schritte im Leben, bis er seinen alten Kumpel Key wiedertrifft, einen Toningenieur aus der Mittelklasse, der sich seinen Lebensunterhalt problemlos verdient, aber dennoch auch von etwas größerem träumt. ?Key ist ein Träumer?, sagt Anderson. ?Es gibt eine Stelle, an der er sagt, ?Ich habe meiner Frau diesen Traum nahegebracht, dass ich mein eigenes Studio habe, und in der Musikindustrie arbeite, und es an die Spitze schaffe. Und jetzt habe ich das Gefühl, alles was ich erreicht habe ist, die Miete zu zahlen?. Für ihn gibt es nichts schlimmeres als einen aufgeschobenen Traum.?

?Es ist eine Sache, eine Figur wie DJay zu zeigen, mit all ihren Schwächen und seinem Gehabe auf der Straße, aber wir mußsten eine Figur als Fixpunkt haben?, sagt Brewer. ?Ich wollte einen Charakter, der den normalen Kerl repräsentiert, der am Abend mit seinem Mädchen ausgeht und diesen Film ansieht. Er verkörpert die Gedanken des Publikums: ?Hey, ich habe ein schönes Haus, eine nette Frau, ich gehe zur Kirche, ich gehe jeden Tag zur Arbeit, ich rauche kein Gras oder betrinke mich ständig, aber diese Leute ? wenn ich sie treffen würde, wenn ich sie kennen lernen würde und sie wären meine Freunde, dann würde ich mich nicht von ihnen abwenden.? Ich denke, von dieser Sorte gibt es jede Menge Menschen da draußen.?

?Bei meinen Unterhaltungen mit Craig ging es darum: Ich war der normale Kerl im Publikum, der sich den Film anschaut?, sagt Anderson. ?So wie DJay seine Lebenskrise durchmacht, so durchlebt auch Key etwas ähnliches. Und beim anderen finden sie das, was sie brauchen, um da durchzukommen.?

?Ich fand es interessant, dass wir mit Anthony Anderson arbeiten konnten, der ein klassischer ?Showstealer? ist, denn wir brauchten eigentlich genau jemanden, der DJay nicht die Show stahl?, fährt Brewer fort. ?Ich sagte ihm, ?denk dran, er ist kein Selbstdarsteller. Wenn die Dinge komisch werden, dann aufgrund der Situation und nicht, weil die Figur versucht, witzig zu sein??. Er hat das perfekt verstanden, und im Gegenteil, er war dankbar, dass er einmal etwas derartiges machen konnte.?

?Es ist toll, was ich bisher in meiner Karriere alles machen konnte, aber als ich so etwas gehaltvolles wie diese Rolle angeboten bekam ? die sehr anders ist als das, wofür mich die Leute sonst so kennen ? da mußste ich zuschlagen?, fügt Anderson hinzu. Die Handlung des Films wird vorangetrieben durch den bevorstehenden Besuch von Skinny Black, einem Rapper aus Memphis, der den Sprung nach Hollywood geschafft hat. DJay behauptet, Skinny in ?seinen frühen Tagen? gekannt zu haben, und will dem berühmten Rapper sein Demoband geben. Gespielt wird diese Rolle von dem mehrfach mit Platin ausgezeichneten Rap-Superstar Chris ?Ludacris? Bridges.

?Chris ist ein scharfsinniger und begabter Schauspieler?, sagt Brewer. ?Es ist schwer, mit Terrence zu improvisieren, so wie er das zeitweise macht. Ich hatte alles auf Papier, aber manchmal machte Terrence einfach etwas anderes und Chris zuckte nicht mal mit der Wimper. Es gibt Leute, die bei so etwas festfrieren oder ausflippen, aber nicht er ? er ließ sich einfach mitziehen.?

?Als ich meinen Fuß durch die Tür des Filmbusiness steckte, entschied ich mich, keine Rapper oder Sänger zu spielen, aber diese Rolle war so gut, dass ich eine Ausnahme machen mußste?, sagt Bridges. ?John und ich machten deutlich, dass er so weit von sich selbst weg agieren sollte wie möglich, also kurzum, wir wollten ihn eher als Trottel?, sagt Brewer. ?Ludacris lebt noch immer in Atlanta. Er tourt noch immer durch den Süden der USA. Er ist alles, was Skinny Black nicht ist. Skinny Black ist jemand, der sich davongemacht hat; er hat das Geld genommen und lebt jetzt ein Hollywood-Leben. Das ist nicht die Art von Chris.?

D.J. Qualls spielt Shelby, einen aufstrebenden Musiker, der seine Drum-Machine perfekt beherrscht. ?Qualls bringt Authentizität?, sagt Brewer. ?Er stammt aus Nashville und ich wollte ihn schon immer mal in einer Rolle sehen, die mehr ist als nur ein Witz. Er ist ein sehr interessanter Typ ? eine gedankenvolle, reife Persönlichkeit. Ich glaube, das Publikum wird ihn annehmen, sie denken, ?ich kenne diesen Kerl, er ist irgendwie komisch, ich bin so einem auch schon mal begegnet?.

?Mir gefiel an diesem Projekt die Wahrheit, die in der Beschreibung des Südens rüberkommt?, sagt Qualls. ?Es fühlt sich einfach echt an. Die Klischeevorstellung über die Südstaaten ist, dass sie rassistisch sind, aber Tatsache ist, dass sie so arm sind ? und Armut ist der große Gleichmacher ? dass sie vermutlich eine der am wenigsten rassistischen Gegenden sind, die ich kenne. Man hat keine Zeit, andere Menschen zu hassen, wenn man damit beschäftigt ist, seine Familie zu ernähren.?

Qualls fühlte sich auch von der universellen Qualität des Drehbuchs angesprochen. ?Ich lebe inzwischen in L.A., und das ist eine Stadt voll von Träumern. Jeder will etwas größeres sein als er ist?, bemerkt er. ?Ich habe das selbst mitgemacht, als ich noch in Nashville saß und unbedingt Schauspieler werden wollte und nicht wusste, wie ich das anstellen sollte. Darum geht es in diesem Film.?

Nola (Taryn Manning) ist eine von DJays Mädchen. Jung und leicht zu beeindrucken hat Nola nichts in ihrem Leben außer DJay. ?Nola hat eine gewisse Unwissenheit an sich, die entsteht, wenn man aus Arkansas oder Chattanooga oder Mississippi wegläuft. Sie hat eine gewisse Naivität was ihre eigene Ausbeutung angeht. Aber plötzlich hat jeder in dem Haus etwas zu tun, außer Nola, denn es gibt nichts, von dem sie selbst weiß, dass sie gut darin ist ? aber nur, weil nie jemand mehr von ihr verlangt hat.?

Manning beschreibt die Beziehung zwischen Nola und DJay als komplex. ?Es gibt keinen Sex zwischen den beiden; es ist eine sehr geschwisterliche Beziehung. Gleichzeitig sieht sie zu ihm auf, hängt an jedem seiner Worte, glaubt alles, was er sagt. Es geht zu weit, DJay nutzt Nola definitiv aus. Aber schließlich kommt sie aus ihrem Schneckenhaus; und das wird ihr nicht noch einmal passieren.?

Manning erzählt, Brewer habe von Anfang an sie für die Rolle im Kopf gehabt ? obwohl der Regisseur es selbst nicht wusste. ?Er hatte eine Präsentation zusammengestellt, ein ?Look Book?, um mögliche Finanziers für den Film gewinnen zu können?, sagt Manning, ?und er schnitt ein altes Foto von mir aus einer Zeitschrift aus, um Nola zu bebildern. Als es darum ging, die weiblichen Rollen zu besetzen, sagte er, ?naja, kann ich die hier vorsprechen lassen??.?

Eine weitere Bewohnerin des Hauses ist Shug (Taraji P. Henson), ebenfalls eine von DJays Frauen, die zufälligerweise gerade schwanger ist. ?Ihre Schwangerschaft bringt in ihr dieselben Hoffnungen und Ängste und Sorgen hervor, die DJay hat?, sagt Brewer. ?Sie ist die einzige, der DJay sein Herz anvertraut, denn sie macht ähnliches durch.?

Paula Jai Parker spielt die Rolle von Lexus, die nicht an das glaubt, was DJay zu erreichen versucht. ?Ich sagte Paula, sie müsse kompromisslos sein?, so Brewer. ?Du mußst wie ein Gewitter in Memphis sein: Du tauchst auf, du verursachst etwas Chaos, und dann verschwindest du einfach wieder - und alles andere ist dir egal.?

Eine aus Memphis stammende Musiklegende hat einen Auftritt als Arnel: Isaac Hayes. Arnel ist der Besitzer der Bar, in der der Wettbewerb mit Skinny Black stattfindet. ?Ich sagte, stellt Euch Truck Turner vor, der seine Waffen abgibt und eine Bar aufmacht und sich zur Ruhe setzt. Das ist Arnel?. ?Wir mußsten ihn einfach haben?, so Brewer.

Über die Musik ?Ich bin öfters umgezogen und Musik war immer das verbindende Element bei meinen Wohnstätten in Memphis?, erzählt Brewer. ?Wann immer wir nach Hause kamen, die Musik war ständig ein wichtiger Bestandteil. Ich wuchs mit Otis Redding und Sam & Dave auf, mit Muddy Waters und Howlin? Wolf und Buddy Guy und Elvis Presley und Jerry Lee Lewis. Als ich anfing Filme zu machen und jene Rap-Musik darin integrieren wollte, stellte ich fest, dass die Rapper aus Memphis die Tradition von Sam Phillips und den Sun Studios aufrechterhielten. Sie machen ihre Musik mit allen Mitteln und manchmal ist das Ergebnis eine Inspiration für die Kulturszene.?

Obwohl Memphis der Geburtsort des Rock?n?Roll war, hatte die Region vor einiger Zeit an Bedeutung verloren. Der Crunk Rapper Al Kapone aus Memphis, der mit ?Hustle & Flow? (It Ain?t Over) und ?Whoop That Trick? zwei von DJays Stücken geschrieben hat, merkt an, dass der Crunk Sound den Wurzeln der Musik in Memphis entstammt. ?Wir haben eine so reichhaltige Musikgeschichte in dieser Stadt, von Stax über Elvis und Rock?n?Roll bis zum Blues, aber als meine Generation heranwuchs, lag das in Trümmern?, erzählt Kapone. ?Wir wussten immer, dass es da etwas gab, aber wir konnten die Tradition nicht fortführen. Allerdings hatten wir immer diese Energie, die sich irgendwie Luft verschaffen wollte ? wir wollten gehört und anerkannt werden.?

?Crunk ist eine Unterart des südlichen Hip Hops. Es ist eine sehr regionale Musik, die aus bestimmten Gegenden der US-Südstaaten stammt?, sagt Music Supervisor Paul Stewart, der mit Produzent John Singleton bereits an dessen Filmen ?Poetic Justice? und ?2 Fast 2 Furious? zusammengearbeitet hatte. ?Es ist eine sehr energiegeladene Tanzmusik, etwas aggressiv und direkt, und sie repräsentiert das Leben, das Dasein auf der Strasse. In den Texten kommen die Kultur des Südens und das Leben dort zum Ausdruck. Bevor der Crunk sich in die-sen Gegenden entwickelte, hörte man dort Platten aus anderen Regionen. Daher ist es eine echte Ausdrucksweise der dortigen Kultur. Die Leute im Süden machen gern Party; an der West- und der Ostküste herrscht ein anderer ?Vibe?, eine andere Atmosphäre. Im Süden hat die Musik sozusagen ein ganz einzigartiges Aroma, das auf der einzigartigen musikalischen Geschichte hier fußt.?

?Ludacris meint? die Bezeichnung entstand aus dem Begriff ?crank?, wie in ?cranking up your car? ? sein Auto aufmotzen?, sagt Brewer. ?Das ist ein gutes Sinnbild ? es fährt, der Motor läuft, es ist laut und einprägsam. Man wippt die ganze Zeit mit.? Für Stewart war die Chance unwiderstehlich, Crunk - eine Art des Hip Hop, die von den Kritikern oft ignoriert wird - in einem Film groß herauszustellen. ?Das tolle an dem Film ist, dass wir diese Musik ? die manchmal als unterste Stufe von Musik betrachtet wird ? in einen Kontext stellen konnten mit Al Green, Willie Hutch und einer Reihe anderer Musiker von Stax Records?, sagt Stewart.

?Als zusätzlichen Bonus versammelte unser Komponist, Scott Bomar, quasi ein Dream Team klassischer Stax Musiker, die den Filmsoundtrack einspielten ? einige dieser Kerle spielten schon auf dem ?Shaft? Soundtrack von Isaac Hayes und Alben wie ?Hot Buttered Soul?.? Seit seiner Arbeit an ?Hustle & Flow? wurde Stewart von Leuten angesprochen, die normalerweise keine Fans dieser Musikart sind, aber die sich dabei ertappten, dass sie beim Verlassen des Kinos die Melodien aus dem Film vor sich hinsummten. ?So viele Leute sind auf mich zugekommen und haben gesagt, ?also, das ist nicht wirklich meine Art von Musik, aber, wow. Es hat mir echt gut gefallen??, bemerkt er.

Brewer sagt, er ist seit langem ein Fan dieser Musikrichtung. ?Ich hörte schon Crunk ehe es Crunk genannt wurde?, erzählt er. ?Ich hörte Ludacris, ich hörte Three 6 Mafia, ich hörte Al Kapone, ich hörte Eightball & MJG, Pastor Troy, Juvenile ? da gibt es all diese Musiker, die zu diesem Sound etwas beigesteuert haben. Erst seit kurzem ist Crunk ein Wort, das die Leute kennen und dem zuordnen.?

Stewart findet, dass Crunk nur aus dem Süden der USA kommen konnte. ?Dort herrscht große Armut?, erklärt er. Aus diesem Grund, so sagt er, scheint es, dass die Menschen verzweifelt nach einem Ventil suchen. ?Wenn die Leute zusammen rumhängen, haben sie Spaß. Sie entspannen und lassen sich gehen. Es hat mich an Punk Rock erinnert ? es geht fast bis zum Ellbogen-Einsatz. Die Leute sind ganz aufgezogen, wenn sie Party feiern.?

?Hip Hop hat seine Ursprünge an der Ostküste ? wo die Musikindustrie sitzt ? aber im Süden hat man es ziemlich schnell aufgegriffen?, fährt Stewart fort. ?Aber weil die Musikfirmen dort nicht ansässig waren, wurde es ziemlich lange ignoriert, was aber dazu führte, dass man seinen ganz eigenen Sound entwickeln konnte.?

?Von einem geschäftlichen Standpunkt aus gesehen gibt es im Süden eine ganze Industrie ? man braucht den Rest des Landes gar nicht?, fügt Stewart hinzu. ?Aber als sich das Party-Element des Crunk herumgesprochen hatte, wurde es quasi zur Popmusik des Hip Hop. Das kann man in New York, L.A., im Süden spielen ? wo immer man hinkommt, kann man jetzt diese Musik hören.? Letztlich, so Stewart, ist Crunk aus einem Grunde populär. ?Wenn man darauf nicht tanzen kann, dann kann man nicht tanzen?, lacht er. ?Es ist etwas universelles. Es geht unter die Haut.?

Drei neue Songs ? DJays Songs ? sind die Highlights des Soundtracks. Für diese Songs wandten sich die Filmemacher an die aus Memphis stammenden Künstler Three 6 Mafia und Al Kapone. Kapone schrieb ?Whoop That Trick? und ?Hustle & Flow? (It Ain?t Over), und Three 6 steuerten DJays ?It?s Hard Out There For A Pimp? bei.

Kapone, ein Crunk Rapper aus Memphis, kam durch einen zufälligen Telefonanruf mit dem Film in Berührung. Kapone, der mit Brewer bei dessen vorherigem Film, ?The Poor & Hungry? mitgearbeitet hatte, rief den Filmemacher nur an, um wieder einmal hallo zu sagen. Zur selben Zeit bereitete Brewer die Musik für ?Hustle & Flow? vor, und hatte auf Singletons Vorschlag hin mit der Zusammenarbeit mit Three 6 Mafia begonnen, und erwartete eigentlich einen Anruf von deren Bandmitglied DJ Paul.

?Mitten im Gespräch stellte er plötzlich fest, dass er gar nicht mit DJ Paul sprach, sondern mit mir!?, lacht Kapone. ?Also erzählte er mir, was so abging, und über den Film und die Arbeit mit Singleton. Er sagte, dass sich John eigentlich dafür entschieden hätte, mit Three 6 Mafia zu arbeiten, da es schon bei ?Baby Boy? eine Zusammenarbeit mit der Band gegeben hatte.?

Weil Brewer ein Fan von Kapones Musik ist und in der Vergangenheit bereits erfolgreich mit dem Rapper zusammengearbeitet hatte, versprach der Regisseur dem Musiker, bei Singleton ein Wort für ihn einzulegen, aber es gab einen Haken. ?Al Kapone hatte nur eine Chance, diesen Song richtig hinzukriegen?, sagt Brewer. ?Kapone mußste richtig in die Handlung und die Figur eintauchen. Ich gab ihm Terrence Howards Telefonnummer, und er sprach lange mit Terrence. Aus einer dieser Situationen entstand etwas direkt vor unseren Augen, ganz wie im Film: Er schaffte es in einer Nacht ? schrieb den gesamten Text, legte den Beat fest, alles.?

?Ich habe einfach die ungefilterten Emotionen in den Text einfließen lassen?, sagt Kapone. ?Ich wollte, dass die Figur realitätsgetreu wirkte; wenn man nicht wüsste, dass es aus einem Film ist und würde den Song hören, dann sollte man denken, dass da wirklich jemand seine Story erzählt.? Am nächsten Tag hatte Kapone alles aufgenommen, außer einem Aufhänger, einem ?hook?. ?Da hatten wir die Idee für ?keep hustlin?, keep flowin?, um so auch den Bezug zum Titel des Filmes herzustellen?, erzählt er. ?Als alles geschafft war, kam Singleton am nächsten Tag in die Stadt, und das erste, was mir durch den Kopf schoss war, ?verdammt, hey, das ist John Singleton, der Regisseur von ?Boyz n the Hood?! Ich habe eine Audition bei Singleton!? Es war der Hammer.?

?Wir spielten ihm den Song vor?, so Kapone weiter, ?und er hörte zu, und noch während des ersten Songverses fing er an zu lächeln, als wolle er sagen, ?verdammt, das ist klasse!?. Noch bevor das Lied zu Ende war, stand er auf seinen Beinen und tanzte und hatte Spaß. Da dachte ich, ?ok, scheinbar mag er den Song tatsächlich?. Er sagte, ?Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Alles, worum es geht, die Bedeutung, das Gefühl und die Energie, das trifft es genau auf den Punkt?.?

Kapone hatte die Bewerbung bestanden. ?Singleton sagte, ?Mann, hast du noch was anderes???, erinnert sich Brewer. ?Das etwas andere? entpuppte sich als der Song ?Whoop That Trick?, den Kapone eigentlich selbst hatte veröffentlichen wollen, der aber perfekt erschien als erste Aufnahme, die DJay im Film macht.

?Nachdem er gesehen hat, dass Skinny Black es geschafft hat, denkt DJay, ?Mann, das kann ich auch??, sagt Kapone. ?An diesem Punkt lässt er seinen Emotionen einfach freien Lauf. Die Gefühle sind nicht sauber, nicht entschuldigend; sie kommen direkt auf den Punkt: ?Whoop That Trick ? So fühle ich mich und ihr werdet mich anerkennen!?. All das spielt eine Rolle beim Herauslassen dieses ersten, direkten Stückes Energie.?

Ursprünglich wurden die Songs von den jeweiligen Künstlern selbst aufgenommen. Danach nahm Howard die Stücke im Studio auf und sang während der Filmaufnahmen im Playback zu seinen eigenen Songs. Es lag in der Verantwortlichkeit von Stewart, sicherzustellen, dass Howard die Rolle des Memphis Rappers überzeugend spielen würde. ?Terrence ist eine talentierte, musikalische Persönlichkeit; er ist ein Sänger und Gitarrist?, sagt Stewart. ?Aufgrund seines schauspielerischen Könnens war er eine offenkundige Wahl, aber es gab Bedenken, ob er das Rappen würde rü-berbringen können. Meine Hauptaufgabe bei Terrence war es, einzuschätzen, ob er das hinkriegen würde, und ihn darauf vorzubereiten.?

Es dauerte nicht lange, bevor jeder überzeugt davon war, dass Howard der richtige Mann war. ?Er hatte es in sich, sonst wäre er nicht dazu fähig gewesen?, sagt Stewart. ?Ich habe ihm eine Menge Musik-CDs gegeben. Und dann, als wir mit den Jungs von Three 6 in deren Studio waren, und auch mit Al Kapone in dessen Studio rumhingen, da hat er den speziellen Dialekt begriffen.?

?Ein wichtiger Punkt war, nach Memphis zu kommen und dort zu lernen, wie diese Leute reden?, sagt Howard selbst. Über die Filmemacher lernte er den dortigen Crunk-Künstler Juicy J, Mitglied der Gruppe Three 6 Mafia, kennen. ?Juicy nahm mich unter seine Fittiche?, so Howard weiter. ?Er erzählte mir, was die Kerle in Memphis so treiben, lehrte mich die Regeln der Konversation, wie man mit Frauen umgeht, alles.? Juicy J, ebenso wie Al Kapone, spielt im Film eine Rolle als rechte Hand von Rap-Star Skinny Black.

Dreharbeiten in Memphis ?Musik und Schweiß sind feste Bestandteile in den Mauern dieses Ortes?, sagt Brewer über seine Heimatstadt Memphis, Tennessee. ?Es war schon immer ein Ort falscher Hoffnungen. Jeder im Delta und im Staat kam nach Memphis, um es zu etwas zu bringen, und blieben dann dort hängen. Memphis hat eine Atmosphäre, die sich gleichermaßen aus Sünde und Erlösung zusammensetzt, und beides ist gleichermaßen verlockend.?

?Ich hege eine Liebe sogar für die Dinge, die ich an Memphis hasse?, fährt Brewer fort. ??Hustle & Flow? mußste in Memphis gedreht werden. Diese Stadt hat Charakter. Sie ist noch immer relativ unberührt vom Fortschritt.? Eine von Brewers favorisierten Locations im Film ist die Nachbarschaft von DJay. ?Ich habe diese Aneinanderreihung von Häusern draußen an der St. Paul Avenue immer geliebt?, sagt er. ?Für mich haben sie einen sehr kultigen Look, die Häuser im Süden sind so, gleichförmig und alle sehr dicht beieinander. Man nennt sie ?Shotgun Houses?.?

?Als wir in dieser Gegend drehten, sagte jeder, ?oh, ihr seid in einem schlechten Teil der Stadt, passt bloß auf?. Aber wir hatten überhaupt keine Probleme,? erzählt Brewer. ?Es ist uns nichts als Liebe entgegengebracht worden. Da waren Hunderte von Leuten, die ihre Stühle in den Vorgarten stellten und uns beim Filmen zusahen. Wenn wir sagten ?bitte Ruhe?, haben sie alle die Lüftungsanlagen ihrer Klimaanlagen abgeschaltet. Ich meine, das heißt, im Haus wird es wirklich richtig heiß, aber sie haben es alle gemacht. Es bedeutet mir emotional etwas, darüber nachzudenken, dass uns die ganze Nachbarschaft dort geholfen hat, einen Film zu drehen.?

Ein typisches Merkmal für Memphis ist auch DJays kaputtes Auto ?hooptie?. ?Ich kann von diesen Dingern gar nicht genug bekommen?, sagt Brewer. ?Wenn ich die South 3rd Street runterfahre, sehe ich ein Auto wie einen alten Chevy Caprice oder einen Cadillac oder Pontiac, mit schicker Lackierung und verschiedenen Konsolen, und ich kann mich gar nicht satt sehen ? es ist etwas so schönes an diesen Fahrzeugen. Die Chromfelgen fallen einem immer besonders auf ? sie geben den Autos eine Art einheitlichen Look. Je hässlicher der Aufbau ist, umso glänzender sind die Räder, und ich denke, ?Mann, das sieht toll aus?. Und das Ganze hat irgendwie etwas, das einfach gut zu DJay passt.?

Ein Film, der von einem Einheimischen geschrieben wurde, mit einem Sound, der ganz eigen für Memphis ist und einer Hauptfigur, die nur den Straßen dieser Stadt entspringen kann, mußste ganz einfach auch dort gedreht werden. ?Ich fühlte mich wie zuhause?, sagt Brewer. ?Ich habe ?Hustle & Flow? so realisiert wie schon meinen ersten Spielfilm und meine Kurzfilme. Ich habe alle Drehorte ausgesucht; ich kannte die Statisten, die zum Einsatz kamen; als wir im Strip-Club filmten, kannte ich die Stripper, die wir gecastet hatten; wenn wir ein paar Autos brauchten, wusste ich, wo man sie am besten bekommen würde. Ich für meinen Teil drehte nur einen weiteren Film in Memphis, nur war es diesmal mit einer großen Crew und Schauspielern ersten Ranges, die mit mir arbeiteten. Aber der Film konnte einfach nur dort entstehen.?

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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