Harry Potter und der Feuerkelch

Produktionsnotizen

Das vierte Jahr: Champions und Wettkämpfe In ?Harry Potter and the Goblet of Fire? (Harry Potter und der Feuerkelch), dem vierten Film nach den ungeheuer beliebten ?Harry Potter?-Romanen von J.K. Rowling, erlebt Harry Potter im vierten Schuljahr an der Howarts-Schule für Hexerei und Zauberei die lustigsten und gefährlichsten Abenteuer seines Lebens. Denn Harry mußs nicht nur bei einem halsbrecherischen internationalen Turnier gegen seine älteren und erfahreneren Mitschüler antreten, sondern sich auch mit seinem Erzfeind, dem bösen Lord Voldemort, auseinander setzen: Der will wieder die Macht ergreifen ? und Harry ein für alle Mal den Garaus machen. Etwas Schlimmeres lässt sich gar nicht vorstellen, oder?

Doch! Harry hat nämlich eine Heidenangst davor, eine Tanzpartnerin zum Weihnachtsball in Hogwarts einzuladen. Auch für Harry beste Freunde Ron und Hermine bringt das neue Schuljahr tief greifende Veränderungen ? vielleicht stellen sie sich endlich der Tatsache, dass sich ihre Gefühle füreinander verändert haben. Während die Teenager ängstlich auf die ungewohnten Hormonschübe reagieren, bahnt sich auch unter den Erwachsenen eine Romanze an: Zwischen Harrys zuverlässigem Ratgeber Hagrid und Madame Maxime, der üppigen Direktorin der Beauxbatons-Akademie, funkt es gewaltig.

?Dieser Film stellte uns ständig vor neue und sehr schwierige Herausforderungen?, berichtet David Heyman, der die ?Harry Potter?-Filmserie produziert. ?Wir brauchen einen Regisseur, der einen düster-spannenden Thriller inszenieren kann und den Action-Sequenzen den nötigen Drive verleiht, aber gleichzeitig mußs er auch sehr viel Einfühlungsvermögen für die oft komischen Pubertätsängste der Teenager mitbringen. Man braucht sich nur so unterschiedliche Filme wie ,Dance With a Stranger?, ,Donnie Brasco? oder ,Vier Hochzeiten und ein Todesfall? anzusehen, um sofort zu merken: Nur sehr wenige Regisseure bringen die Fähigkeiten und die vielseitige Begabung eines Mike Newell mit.?

?Für mich ist die Story vor allem ein Thriller?, sagt Newell. ?Es gibt wunderbare Sequenzen ? von der Spannung beim Trimagischen Turnier bis zum Humor und Herzschmerz beim Weihnachtsball, aber das treibende Element ist der traumhafte Thriller, in dem es ein echter Bösewicht auf Harry abgesehen hat ? und nur Harry allein in der Lage ist, ihm die Stirn zu bieten.?

Die gefährlichen Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Zu Beginn der Geschichte leidet Harry unter unheimlichen Albträumen, und seine berüchtigte blitzförmige Narbe brennt wie Feuer. Der Schmerz verwandelt sich in tiefes Schaudern, als Lord Voldemorts fürchterliche Gefolgsleute, die Todesser, den Nachthimmel während der Quidditch-Weltmeisterschaft mit dem Dunklen Mal des niederträchtigen Zauberers erstrahlen lassen. Erstmals kündigen sie damit die Rückkehr ihres Führers an, der vor 13 Jahren verschwunden ist.

Nicht einmal der ehrwürdige Hogwarts-Direktor Dumbledore weiß, was er von diesen geheimnisvollen Vorgängen halten soll. Um die Gemeinschaft der drei größten europäischen Zaubererschulen zu fördern, kündigt Dumbledore an, dass Hogwarts das Trimagische Turnier ausrichten wird: Zu diesem spannenden Wettkampf werden die Schüler und Lehrer von zwei anderen europäischen Zaubererschulen eingeladen, ein Schuljahr lang in Hogwarts zu leben und zu lernen. "Dumbledore will die Zaubererzunft auf die schwierigen Zeiten vorbereiten?, stellt Heyman fest. ?Mit seiner Geste unterstreicht er ein Thema des Films: Wir müssen lernen, mit Menschen auszukommen, die anders sind als wir. Wenn sie das Herz auf dem rechten Fleck haben, spielt es keine Rolle, woher sie stammen.?

Weil das Trimagische Turnier lebensgefährliche Risiken birgt, bestimmt Barty Crouch, der Chef der Abteilung für Internationale Magische Zusammenarbeit, dass die teilnehmenden Schüler mindestens 17 Jahre alt sein müssen ? was den 14-jährigen Harry und seine Freunde von vornherein ausschließt. Doch nachdem der magische Feuerkelch einen Champion aus jeder der Zaubererschulen als Turnierteilnehmer bestimmt hat, wird erstaunlicherweise noch ein vierter Name genannt: Harry Potter. Obwohl Harry protestiert, ist die Entscheidung des Kelchs verbindlich ? ihm bleibt keine Wahl: Er mußs in dem strapaziösen Turnier gegen die älteren Schüler antreten, die ihm an Zauberfähigkeiten weit überlegen sind.

?Mir gefällt an Harry vor allem, dass er kein Held im klassischen Sinne ist, kein unüberwindlicher Superman?, sagt Daniel Radcliffe, der sich auf Newells Rat hin zur Vorbereitung Thriller wie ?North by Northwest? (Der unsichtbare Dritte) anschaute. ?Harry ist durchaus nicht unverwundbar. Er hat Angst. Obwohl er so viel Unterstützung bekommt, möchte er wohl schon seit langem seine Vergangenheit zu den Akten legen ? er will nicht mehr den Helden spielen. Doch als sein Name aus dem Kelch auftaucht, steht er sofort wieder im Rampenlicht. Das bringt ihm Kritik von allen Seiten ein, aber er selbst weiß natürlich am besten, dass er seinen Namen nicht in den Kelch getan hat ? also war es jemand anderes.?

Als Harry seinen zuverlässigen Mentor Dumbledore um Rat und Schutz bittet, stellt er überrascht fest, dass auch der Direktor selbst keine Ahnung hat, was es mit diesen geheimnisvollen Ereignissen auf sich hat. ?Harry kann sich auf niemanden mehr verlassen?, sagt Radcliffe. ?Erstmals erlebt er Dumbledore als alten Mann, der die Sache nicht mehr im Griff hat ? was Harry äußerst verunsichert. Jemand oder etwas schleicht sich in Hogwarts ein und hat es auf ihn abgesehen, aber Dumbledore weiß nicht, was das ist, woher es kommt und wie man es aufhalten kann.?

?Dumbledore hat das Geschehen nicht mehr unter Kontrolle, er bekommt es mit der Angst zu tun?, sagt Michael Gambon, der wie in ?Harry Potter and the Prisoner of Azkaban? (Harry Potter und der Gefangene von Askaban) den ehrwürdigen Direktor spielt. ?Er trägt eine ungeheure Last auf den Schultern, ist für die Sicherheit und das Wohlergehen seiner Schüler verantwortlich, und als sich das Böse in Hogwarts ausbreitet, fällt ihm kein Rezept dagegen ein.?

Weil Dumbledore vermutet, dass Harrys Name sicher nicht im Kelch gelandet ist, um ihn gewinnen zu lassen, bittet er Alastor ?Mad-Eye? Moody um Hilfe: Dieser exzentrische Lehrer unterrichtet in Hogwarts seit neuestem die Verteidigung gegen die Dunklen Künste und soll nun mit seinem besonders sensiblen Auge über den Nachwuchszauberer wachen, bis klar ist, was wirklich hinter den unheilvollen Vorfällen steckt.

Moody ist ein legendärer Auror, ein Jäger der dunklen Zauberer, dem man nachsagt, er habe das halbe Askaban-Gefängnis mit Voldemorts Gefolgsleuten gefüllt. Aber die Frontjahre im Kampf gegen das Böse haben ihre Spuren hinterlassen. Viele Narben zeugen von seinen Kämpfen, er leidet unter Verfolgungswahn und verlässt sich ganz auf sein magisches blaues Auge, um das Böse, das er in jeder dunklen Ecke vermutet, aufzuspüren und dingfest zu machen.

?Moody ist ein Revolverheld mit Zauberstab?, sagt Brendan Gleeson ? der vielseitige Schauspieler hat sich mit hinreißenden Darstellungen wie in ?Braveheart? (Braveheart), ?Cold Mountain? (Unterwegs nach Cold Mountain), ?Troy? (Troja) und ?The Gangs of New York? (The Gangs of New York) profiliert. ?Er hat die Guten vor so vielen Dämonen bewahrt, dass er völlig durchgedreht ist. Als ich mit Mike Newell über die Figur sprach, beschrieb er seinen Eindruck: Moody hat durch seine vielen Verwundungen erheblichen Schaden genommen. Es ist für mich eine sehr interessante Aufgabe, den Spannungsbogen dieser Figur herauszuarbeiten: Moody kommt als halbe Leiche in Hogwarts an, aber mit der Zeit fassen die Kids Vertrauen zu ihm.?

Moodys Wahnsinn hat durchaus Methode, auch wenn seine ruppige Art der Zuneigung die Schüler oft zu Tode erschreckt und die Kritik seiner Kollegen provoziert. ?Mir gefällt vor allem, dass er mich an einige meiner eigenen alten Lehrer erinnert?, sagt Gleeson nachdenklich. ?Für Lehrbücher und Samthandschuhe hat er einfach keine Zeit. Er will den jungen Männern und Frauen klipp und klar sagen, mit wem sie es zu tun bekommen: Das Böse gibt es wirklich, und sie müssen ganz genau wissen, worauf sie sich dabei einlassen. Moody ist praktisch der personifizierte Initiationsritus, er beschleunigt ihr Erwachsenwerden. Von der sanften Tour beim Umgang mit Harry und den anderen Schülern hält er nichts, denn sie müssen sich auf die harte Wirklichkeit vorbereiten.?

?Moody ist eine komplexe, schwierige Figur?, stellt Heyman fest. ?Brendan hält das Ungestüm und den Humor der Rolle wunderbar im Gleichgewicht ? dadurch wirkt er ebenso furchterregend wie sympathisch.? ?Ein Schauspieler von Brendans Kaliber und Vielseitigkeit ist die echte Ausnahme?, fügt Newell hinzu, der 1992 mit Gleeson das Familienabenteuer ?Into the West? (Into the West; auch: Das weiße Zauberpferd) gedreht hat. ?Vielleicht gilt das ja für alle Iren, jedenfalls bringt Brendan eine Urwüchsigkeit mit, die ihn wild, aber auch staunend-unschuldig wirken lässt. Das passt wunderbar zur Darstellung dieser vielschichtigen Figur.?

Moodys durchdringend blaues Glasauge gestaltete der für die Monstereffekte zuständige Nick Dudman zusammen mit dem Leiter der visuellen Effekte, Jimmy Mitchell. ?Das Auge entwickelt ein Eigenleben?, sagt Newell. ?Aber wenn wir verraten würden, wie uns das gelingt, nähmen wir den Zuschauern ihre Illusion.? Die Kostümbildnerin Jany Temime ließ sich beim Entwurf zu Moodys typischem schwarzen Mantel von den Italo-Western anregen: Die abgetragene Lederschwarte mit ihren vielen Schnallen wirkt so verschlissen wie ihr Träger.

?Moody ist ein Krieger, kennt kein Heim, keine Heimat. Er lebt buchstäblich in seinem Mantel?, vermutet Temime. ?Unser Team hat eine Woche gebraucht, um den Mantel angemessen alt und abgetragen aussehen zu lassen ? als ob Moody ihn schon sein Leben lang getragen hätte.? Während Moody Harry vor den geheimnisvollen, lebensbedrohlichen Mächten zu schützen sucht, mußs der Teenager sich mit einer ganz andersartigen Gegnerin herumschlagen ? der Sensationsreporterin Rita Skeeter. Skeeter ist so skrupellos wie penetrant ? sie schreckt vor nichts zurück, kein Beweggrund ist ihr zu nieder, wenn es um ihre unverschämten Klatschkolumnen geht.

?Rita schreibt, was die Leute lesen wollen und was sie ihrer Meinung nach bei der Stange hält?, sagt die weltweit geschätzte Schauspielerin Miranda Richardson, bekannt durch Auftritte in so unterschiedlichen Filmen wie ?The Hours? (The Hours ? Von Ewigkeit zu Ewigkeit), ?Sleepy Hollow? (Sleepy Hollow ? Köpfe werden rollen), ?Enchanted April? (Verzauberter April) und Mike Newells Hit-Thriller ?Dance With a Stranger? (Dance With a Stranger) von 1985. ?Sie setzt Himmel und Hölle in Bewegung, um die Story zu bekommen, die sie im Kopf bereits fertig geschrieben hat. Drohende Gefahren spornen sie erst an. Todesgefahr oder mögliche Unfälle ergeben prächtige Schlagzeilen: Dann legt sie richtig los.?

?Rita ist aalglatt und unerbittlich, weiß aber ihren Charme einzusetzen ? so bekommt sie ihre Knüller?, erklärt Newell. ?Miranda ist unglaublich begabt. Ihr Gefühl für komisches Timing ist unübertroffen, aber gleichzeitig kann sie so herrlich bedrohlich auftreten.? Skeeter heizt die Stimmung gegen Harry Potter noch an, als er auf seltsame Weise für das Trimagische Turnier ausgewählt wird. Und sie lotet sein Privatleben aus ? seins und Hermines. ?Eine ekelhafte Person!?, beschwert sich Emma Watson. ?Rita hat es offensichtlich auf Hermine abgesehen. Sie erkennt Hermines Schwächen und verstärkt sie noch: Sie merkt, dass Hermine weder als Bücherwurm noch als Streberin gelten will ? schlägt also in eine ähnliche Kerbe wie Professorin Trelawney im dritten Film.?

Wen überrascht es da, dass die extravagante Journalistin sich so schrill kleidet, wie es ihrem Charakter entspricht. ?Rita findet, dass sie immer dem Anlass entsprechend gekleidet sein mußs: Die äußere Erscheinung ist genauso wichtig wie ihre ? höchst eigenwillig interpretierte ? Wahrheitspflicht den Lesern gegenüber?, sagt Richardson. ?Sie ist überzeugt davon, dass sie als Einzige angemessen angezogen ist.?

?Ich ließ mich von den 1980ern inspirieren?, sagt Jany Temime über ihre Entwürfe zu Rita Skeeters Outfits. ?Knallige Farben, kantige Linien, die mit dem von ihr recherchierten Thema korrespondieren. Ein Beispiel: Als die Wettkämpfer im Trimagischen Turnier ihre erste Aufgabe bewältigen und gegen die Drachen kämpfen, trägt Rita eine Art Schlangenleder mit Schuppen. Als sie beim Tauchen zuschaut, tritt sie nicht zufällig in ekelhaftem Giftgrün auf.?

Harry bemüht sich redlich, sich nicht von Moodys unorthodoxen Methoden oder Rita Skeeters heimtückischem Klatsch ablenken zu lassen, weil er eine Konfrontation mit Lord Voldemort fürchtet ? der dunkle Zauberer hat einst seine Eltern ermordet. ?Du-weißt-schon-wer?, wie ihn die Bewohner der Zaubererwelt ängstlich nennen, ist brutal und teuflisch gnadenlos. Harry hat als Einziger den Todesfluch des Dunklen Lords überlebt ? ein erstaunliches Kunststück, bei dem sein Gemüt erheblich stärker in Mitleidenschaft gezogen wird, als die Narbe auf seiner Stirn vermuten lässt.

?Mit dem Begriff ,Feindschaft? lässt sich diese Beziehung nur ungenau beschreiben?, sagt Radcliffe. ?Harry hasst Voldemort mit jeder Faser seines Körpers. Er will ihn umbringen, weil er seine Eltern auf dem Gewissen hat. Gleichzeitig hat er Todesangst vor ihm.? ?Es ist sehr schwer, jemanden darzustellen, der das absolut Böse verkörpert?, überlegt Ralph Fiennes, der in seiner Karriere viele heroische, romantische und schurkische Rollen gespielt hat, zum Beispiel in ?The Constant Gardener? (Der ewige Gärtner), ?Red Dragon? (Roter Drache), ?Maid in Manhattan? (Manhattan Love Story), ?The English Patient? (Der englische Patient) und in ?Schindler?s List? (Schindlers Liste), der ihm eine Oscar-Nominierung einbrachte.

?Als ich mit Mike über die Figur sprach, wollten wir Voldemort eine gewisse Menschlichkeit verleihen, weil man das ,Böse an sich? unmöglich darstellen kann. ,Das Böse? wird oft mit knirschenden Zähnen und Geifer gezeigt. Ich wollte Voldemorts Bösartigkeit subtiler und umso fürchterlicher demonstrieren. Sie entsteht aus Angst, Frust und Unglück. Als Kind war Voldemort unerwünscht. Er verlebte eine sehr unglückliche Kindheit ? da ist die Ursache seiner Wut, seiner Eifersucht, seines Hasses zu suchen.?

?Die Liebe ist ein Fremdwort für Voldemort?, stellt Heyman fest. ?Er empfindet sie als Schwäche. Er ist die Verkörperung des absolut Bösen, wirkt attraktiv und charismatisch. Ralph ist ein tief schürfender Schauspieler ? er versteht es hervorragend, Voldemorts unheimliches Charisma angemessen komplex zu umreißen.? Voldemort kocht vor Wut, weil Harry Potters Legende ? der Junge, der überlebt hat ? ihn selbst in den Schatten stellt.

Deswegen hat er die vergangenen 13 Jahre darauf verwandt, die Macht zurückzuerlangen, die er in jener Schicksalsnacht verloren hat, als Harrys Eltern umkamen. Mit Hilfe seines wimmernden Dieners Wurmschwanz nimmt der Dunkle Lord triumphierend wieder menschliche Gestalt an, um Harry ein für alle Mal den Garaus zu machen.

?Mike wollte unbedingt Voldemorts plötzliche Stimmungsschwankungen, seinen Jähzorn ausloten?, sagt Fiennes. ?Manchmal bricht seine Wut auf Harry explosionsartig aus ihm hervor, manchmal kann er aber auch fast freundlich wirken. Man weiß nie so recht, woran man bei ihm ist. Wenn jemand charmant auftritt, aber man dennoch das Gefühl bekommt, dass er urplötzlich gewalttätig werden könnte, wirkt er unglaublich furchterregend. Wenn ich mit jemandem am Tisch sitze, der mir ein Glas Wein und Geschenke anbietet, obwohl ich weiß, dass er meine Frau erstochen hat, dann geht mir das echt an die Nieren.?

?Als Voldemort jagt uns Ralph wirklich Angst ein?, bestätigt Newell. ?Man spürt, dass er wahnsinnig ist ? seine Augen verraten das. Wenn er auf der Leinwand erscheint, bin ich jedes Mal starr vor Schreck.? ?Eine sehr anstrengende Erfahrung?, sagt Radcliffe über seine Szenen mit Fiennes. ?Ich habe ihm bei der Arbeit zugeschaut und daraus gelernt ? wie er seinen Körper, seine Hände einsetzt, vor allem, als Voldemort erstmals wieder menschliche Gestalt annimmt. Einfach fantastisch.?

?Daniel mußs sich einiges von mir gefallen lassen?, schmunzelt Fiennes. ?Dieser Junge steht einem Mann gegenüber, der ihm den Finger in die Wunde am Kopf bohrt, lacht und sich am Schmerz des anderen weidet. Er mußs die Agonie und die Angst spielen, ohne dies durch viele Worte ausdrücken zu können. Ich bewundere ihn sehr.? Wie Voldemort aussehen sollte, wurde lange und sorgfältig überlegt, denn erstmals in der ?Harry Potter?-Filmserie erscheint der Dunkle Lord komplett in menschlicher Gestalt. ?Als Ralph die Rolle übernahm, fragte mich David Heyman: ,Du wirst ihm doch irgendeine Maske verpassen, nicht wahr???, erinnert sich Newell.

?Das habe ich aber gleich abgelehnt. Denn Ralph kann das Böse spielen. Er baggert es aus den Tiefen seiner Psyche hervor. Doch am Wochenende zu Hause überlegte ich dann trotzdem: Eigentlich sollten wir tatsächlich etwas mit seinem Gesicht machen.? ?Meine Nichten und Neffen wollten unbedingt die Dreharbeiten besuchen, um ihren Onkel Ralph als Voldemort zu erleben?, erinnert sich Fiennes. ?Als sie schließlich kamen, erkannten mich gar nicht!?

Der für die Monstereffekte zuständige Nick Dudman und sein Team entwickelten das Konzept für Voldemorts Make-up: Mit minimalen Maskenteilen und Abziehbildern entstand so die Illusion einer fast durchsichtig blassen Haut ? ein Geflecht von Adern zieht sich über seinen Schädel, seine Arme und Hände.

?Das Make-up ist ebenso einfach wie wirkungsvoll?, stellt Fiennes fest, der sich den Kopf, die Arme und die Brust zu diesem Zweck rasieren ließ. ?Ich wollte nur minimales Make-up tragen, um mich möglichst frei bewegen zu können. Wir gehen von der Vorstellung aus, dass Voldemort gerade erst in seine neue Haut geschlüpft ist. Er empfindet den Körper als ungewohnt, probiert ihn aus und genießt die damit verbundenen Kräfte.?

Für Voldemorts schwarz wallendes Leichentuch verwendete man leichte Seide. Er wirkt dadurch wie ein ?schwebendes Reptil? ? so beschreibt Fiennes sein Kostüm. ?Wenn man Voldemort in der Gesamtansicht erblickt, trägt er ein schwarzes, wallendes Gewand. Keine Schuhe. Irgendwie passte es nicht, dass er Schuhe trägt. Er ist doch eben erst aus einem Kessel gestiegen.? ?Uns schwebte ein möglichst einfaches Kostüm vor, das sich von den schweren Anzügen der Professoren abhebt?, fügt Heyman hinzu. ?Es wirkt sehr spartanisch, hat kaum Ornamente, weil er von Ästhetik nichts hält. Wenn die Todesser auch auf Schmuck und Flitter stehen, so gilt das nicht für Voldemort.?

Die gefilmten Bilder überarbeitete später das Effekteteam: Im Computer wurde Fiennes? Nase abgeflacht und Schlitze hinzugefügt ? dieser Schlangenlook verstärkt Voldemorts Slytherin-Herkunft. ?Das wirkt echt gruselig?, sagt Heyman über Fiennes? digitale Verwandlung. ?Aber auf sehr subtile, beunruhigende Art.?

Wir sind die Champions Eine der ehrwürdigsten Traditionen in der Welt der Zauberer ist das Trimagische Turnier. Der Wettkampf birgt derartige Gefahren, dass er seit über 100 Jahren nicht mehr ausgetragen wurde. Der magische Feuerkelch wählt drei Champions aus ? je einen aus den größten europäischen Zaubererschulen. Sie bekommen die glorreiche Chance, den begehrten Trimagischen Pokal zu gewinnen. Doch wer vom Kelch ausgewählt wurde, kann nicht mehr aussteigen.

Wenn sich die Champions den drei gefährlichen Phasen des Turniers stellen, können sie sich nur auf ihren Verstand und auf ihren Zauberstab verlassen. Wer eine Aufgabe erfolgreich absolviert, bekommt Hinweise für die nächste: Ohne sie kann kein Champion überleben ? vom Sieg ganz zu schweigen. Harry Potter und seine Mitschüler staunen nicht schlecht, als die Schüler der anderen Schulen vor dem Trimagischen Turnier durch die Flure von Hogwarts strömen: die anmutigen und schlagfertigen Mädchen der Beauxbatons-Akademie für Zauberei unter Führung der majestätischen Madame Maxime und die stoischen jungen Männer des Durmstrang-Instituts mit ihrem rätselhaften Direktor Igor Karkaroff.

Als Ersten wählt der Feuerkelch den Champion aus, der Durmstrang vertritt: der bulgarische Quidditch-Superstar Viktor Krum, attraktiv, stoisch und schweigsam. Lange suchte man nach einem bulgarischen Schauspieler, der sowohl vom Aussehen als auch von seinen sportlichen Fähigkeiten den Anforderungen entsprach. Die Filmemacher entschieden sich für den Newcomer Stanislav Ianevski.

?Viktor Krum ist der beste Quidditch-Sucher der Welt ? die Fans und die anderen Spieler beten ihn an?, sagt Ianevski, der Krum mit dem beliebten englischen Manchester-United-Fußballstar Wayne Rooney vergleicht. ?Stan entspricht der Rolle nicht nur vom Aussehen her ? ein grüblerischer dunkler Typ, attraktiv und sportlich ? vor allem aber kann er auch spielen?, sagt Newell über Ianevski, der zuvor noch nie als Schauspieler aufgetreten ist.

Als Vertreterin der Beauxbatons-Akademie wählt der Kelch die schöne und verführerische Fleur Delacour. Diese Rolle übernimmt die französische Schauspielerin Clémence Poésy (?Gunpowder, Treason & Plot?, ?Bienvenue chez les Rozes?). ?Fleur ist sehr elegant und anmutig, steht aber mit beiden Beinen fest auf der Erde?, kommentiert Poésy. ?Clémence verkörpert die typisch französische Haltung und Würde?, sagt Newell. ?Gleichzeitig ist sie aber genau wie Fleur sehr stark und entschlussfreudig.?

?Clémence bringt als Schauspielerin eine Menge Talent mit?, berichtet Heyman. ?Es gelingt ihr, die innere Kraft, Würde und Kühnheit auszudrücken, die von der Beauxbatons-Favoritin im Trimagischen Turnier verlangt wird.? Unter den Hogwarts-Schülern herrscht einhellige Begeisterung, als der Kelch den dritten Trimagischen Champion benennt: den Hufflepuff-Favoriten Cedric Diggory. ?Cedric verkörpert all das, was man von einem Hogwarts-Champion erwartet?, sagt Newell. ?Robert Pattinson ist diese Rolle praktisch auf den Leib geschrieben; er ist ein typischer Engländer mit dem attraktiven, gut geschnittenen Gesicht eines Privatschulzöglings.?

?Cedric bringt den rechten Kampfgeist mit, ist aber ein sympathischer Typ, der fair spielt und sich an die Regeln hält?, sagt Pattinson (?The Ring?). ?Er ist die Verkörperung des typischen Helden, der am Schluss das Mädchen bekommt ? in diesem Fall ist es mein Mädchen!?, fügt Radcliffe hinzu. ?Aber letztlich kommen Cedric und Harry gut miteinander aus, weil sie sich achten und beide auf Fairness Wert legen.?

Die Eröffnung des Trimagischen Turniers Die Dreharbeiten zu ?Harry Potter und der Feuerkelch? begannen im späten Frühling 2004 in den Leavesden Studios im englischen Hertfordshire. Nach den Aufnahmen im Studio und an Originalschauplätzen wie der Oxford University, Virginia Water in Surrey, Ashridge in Hertfordshire und Glen Nevis in Schottland fiel die letzte Klappe im März 2005. Das wohl kniffligste Problem des Drehs stellten die drei spannenden und gefährlichen Phasen oder ?Aufgaben? des Trimagischen Turniers dar.

Bei der ersten Aufgabe tritt jeder Champion gegen einen anderen Drachen an. Der Wettkämpfer mußs jeweils ein goldenes Ei ergattern, auf dem das gigantische Reptil brütet. Das Schicksal will es, dass Harry dem fürchterlichsten aller Drachen gegenübertritt ? dem ungarischen Hornschwanz. Diese mitreißende Sequenz beginnt in einer Arena, die aus den schottischen Felsen gehauen wurde. Das riesige Set wirkt wie die Mischung aus einem Steinbruch und einer mittelalterlichen Stierkampfarena ? es entstand in zwei Teilen in den Leavesden Studios.

?Der Set ist eines der größten der gesamten Filmserie, aber für einen Drachenkampf braucht man eben Platz?, berichtet Produktionsdesigner Stuart Craig ? der dreifache Oscar-Preisträger (?Der englische Patient?; ?Gefährliche Liebschaften?; ?Gandhi?) erhielt für seine Leistung in ?Harry Potter and the Sorcerer?s Stone? (Harry Potter und der Stein der Weisen) eine weitere Oscar-Nominierung. ?Außerdem haben wir die Action nicht nur auf die Arena beschränkt. Wir wollten die gesamte herrliche Kulisse des schottischen Hochlands mit einbeziehen.?

?Die Drachenjagd geht weit über das Buch hinaus?, erklärt der für die visuellen Effekte verantwortliche Jim Mitchell. ?Harry kann sein Geschick auf dem Besen wirklich beweisen, als der Hornschwanz ihn aus der Arena und hoch durch die Berge, über Brücken, Dächer und das Schulgelände jagt.? Craig und Mitchell entwarfen den grimmigen Hornschwanz gemeinsam: Das übel gelaunte Monster ist mit einem Stachelpanzer bedeckt.

?Ich habe den Look des Hornschwanzes ausführlich mit Stuart diskutiert?, sagt Mitchell. ?Sollte er vier Beine haben, oder nur zwei und dafür Flügel? Weil man Drachen oft mit Dinosauriern vergleicht, entschlossen wir uns, ihm einen Raptor-artigen Körper mit Fledermausflügeln zu geben. Außerdem lassen wir ihn uralt aussehen, seine Schwingen sind zerfetzt ? er soll den Eindruck machen, als ob er schon sehr viele Jahre auf dem Buckel hat.?

Während Mitchell und sein Team den Hornschwanz im Computer animierten, konstruierten und bauten John Richardson, Leiter der Spezialeffekte, und Nick Dudman, verantwortlich für die Monstereffekte und Masken, einen ?echten Drachen?, ein 13 Meter langes animatronisch gesteuertes Biest, das mit einem voll funktionsfähigen Flammenwerfer ausgerüstet war. ?Der Drache bewegt sich einerseits mit Hilfe der Animatronik, andererseits durch Bühnenarbeiter, die die Flügel per Hand bewegen?, beschreibt Dudman das Monster, das in der Szene auftaucht, in der Hagrid Harry nachts in den Wald führt, um ihn im Vorfeld des Turniers vor den Drachen zu warnen.

?Die Bewegungen werden aus Sicherheitsgründen vom Computer gesteuert, denn der Flammenwerfer hat eine Reichweite von zehn Metern. Beim geringsten Patzer würde auf diese Distanz das halbe Stuntteam gegrillt!? ?Den Flammenwerfer haben wir sehr lange getestet?, berichtet Richardson. ?Dabei mußste eine Menge bedacht werden ? die Sicherheit der Mitarbeiter am Set steht immer an erster Stelle. Man mußs nämlich auch auf Rückzündungen gefasst sein ? die Flammen können auch von der Seite kommen.?

Bei Harrys spektakulärem Kampf mit dem Hornschwanz wurde Daniel Radcliffe durch die Gegend geschleudert und baumelte am Dachrand, während sein Alter Ego von dem gnadenlosen Reptil gejagt wurde. ?Der Drachenkampf erforderte großen sportlichen Einsatz und hat mir manchen Schrecken eingejagt!?, sagt Radcliffe. ?Bei dem Stunt, als Harry vom Dach stürzt, baumelte ich kopfüber in 13 Meter Höhe buchstäblich an meinen Knöcheln. Dann stürzte ich plötzlich runter ? mit dem Kopf zuerst. Angst hatte ich keine, weil unser Stuntteam bestens für unsere Sicherheit sorgt. Aber eine Sekunde lang lief doch mein bisheriges Leben wie ein Film vor meinen Augen ab!?

Bei der zweiten Aufgabe geraten die Champions sogar noch in größere Gefahr: Sie müssen ihre Freunde in den Wassertiefen des Schwarzen Sees aufspüren und retten. Was die Aufgabe noch komplizierter macht: Ihnen bleibt nur eine Stunde zur Lösung der Aufgabe, denn Harry fürchtet, dass ihre Freunde sonst nie mehr aus den dunklen Tiefen des Lochs auftauchen. ?Im Schwarzen See gibt es Pflanzen, Felsen und Monster, wie man sie sich in einem schottischen Loch vorstellt ? sie können dort Hunderte von Jahren existieren, ohne dass jemand sie entdeckt oder stört?, berichtet Stuart Craig über die von ihm entworfene mythische Unterwasserwelt.

Die Filmemacher legen Wert darauf, dass die Filmhelden wie durch einen tiefen und trüben Fluss schwimmen ? die in Kinofilmen üblichen Unterwasseraufnahmen im klaren blauen Wasser eines Swimmingpools wollten sie unbedingt vermeiden. ?Die größten Probleme der Dreharbeiten ergaben sich durch die Unterwassersequenz?, erzählt Heyman. ?Aufnahmen in einem echten Loch verboten sich wegen der Kälte des Wassers. Wir testeten ein Verfahren, das als ,Trocken statt nass? bezeichnet wird: Man hängt die Schauspieler an Drähte und bläst sie mit der Windmaschine an, um den Unter-Wasser-Eindruck zu simulieren. Aber das Haar wallte nicht überzeugend genug.?

Im Verlauf von drei Monaten baute das Drehteam eines der größten Unterwasser-Filmbecken Europas: 330 Quadratmeter Grundfläche und sieben Meter Wassertiefe, um die Schauspieler, die Stuntleute, das Taucherteam, das Kamerateam, die Bluescreen und die Kameraausrüstung unterzubringen. ?Jeder Wassertropfen wurde alle 90 Minuten gefiltert ? es war sicher reiner als Mineralwasser!?, beschreibt Richardson das ausgeklügelte Filtersystem des Beckens.

Richardson baute mit seinem Team eine spezielle Beobachtungsgalerie ? Peter MacDonald und sein Team waren von den Schauspielern, den Tauchern und dem Unterwasser-Kamerateam durch eine besonders gesicherte, sechs Zentimeter dicke Glasscheibe getrennt. Die Anweisungen erhielten die Schwimmer durch den Regieassistenten des 2. Drehteams, Jamie Christopher, über ein ausgeklügeltes Funksystem. Eine ?Trockenzone? wurde eingerichtet, in der Radcliffe und seine Schauspielkollegen ihre Atemmasken für kurze Zeit abnehmen konnten, ohne dass sie auftauchen mußsten, was durch den Druckausgleich immer Probleme in den Ohren verursacht.

Während das Becken noch gebaut wurde, machten Radcliffe und seine Kollegen einen Tauchkursus. ?Ich bin nicht gerade ein guter Schwimmer, aber zum Glück fand ich das Schwimmen unter Wasser relativ einfach?, berichtet Radcliffe, der seine sechsmonatige Ausbildung in einem Schwimmbad begann, dann in größere Becken wechselte, um schließlich auf die Dreharbeiten in dem gewaltigen Tank vorbereitet zu sein. ?Am schwierigsten fand ich, das Tauchen technisch zu bewältigen und dabei auch noch zu spielen. Ich durfte nie vergessen, dass Harry Kiemen hat, also gar nicht atmet. Also hatte ich sorgsam darauf zu achten, dass ich keine Luftblasen ausatmete. Um mich herum konnte ich überhaupt nichts erkennen, ich hörte nur Jamies völlig unwirkliche Stimme. Ein absolut bizarres Erlebnis, aber ich fand es echt toll.?

Stunt Co-ordinator Greg Powell verantwortete das Training und die Sicherheitsmaßnahmen für Radcliffe und die übrigen Schauspieler, die jeweils von vier Tauchern und dem Tauchmeister betreut wurden. ?Daniel mußste nicht nur schwimmen, spielen, Dialoge sprechen und auf Monster reagieren, die später per Computer hinzugefügt wurden?, berichtet Powell, ?sondern er trug dabei auch Schwimmflossen an Händen und Füßen. All das absolvierte er sieben Meter tief unter Wasser in völliger Dunkelheit ? bis ihm die Luft ausging und er das Zeichen gab: Einer der Stuntleute schwamm dann zu ihm hin und gab ihm seine Sauerstoffmaske zurück. Eine wirklich unglaubliche Leistung.?

Insgesamt verbrachte Radcliffe innerhalb von drei Drehwochen 41 Stunden und 38 Minuten unter Wasser. Ein Tauchgang dauerte sogar ganze 75 Minuten. ?Das war echt cool!?, behauptet er enthusiastisch. Der für die Effekte zuständige Nick Dudman und sein Team vertäuten Puppendoubles von Ron, Hermine, Cho Chang und Fleurs kleiner Schwester Gabrielle Delacour in den auf dem Grund des Beckens installierten Ruinen, wo Harry sich bemüht, die Fesseln seiner Freunde zu lösen. Dudman erklärt das komplizierte Verfahren: ?Von jedem Schauspieler fertigten wir Körperabgüsse an.

Den Puppen mußsten wir jedes Haar einzeln annähen, die Hautfarbe wurde Schicht für Schicht aufgetragen. Es war nämlich notwendig, ein absolut perfektes Abbild vom Original herzustellen ? die entsprechenden Bewegungen mußsten so aussehen, als ob sie ganz friedlich waren oder schliefen. Um die Puppen im Wasser in der Schwebe zu halten, bauten wir entsprechende Tanks ein, die Kolben ließen sich je nach Bedarf fluten, um die gewünschte Höhe zu gewährleisten.?

?dass die Unterwasserszenen gelungen sind, verdanken wir ausschließlich unserem Regisseur des 2. Drehteams, Peter MacDonald?, berichtet Newell anerkennend. ?Ohne Peter hätte ich den Film niemals machen können. Seine Geduld und sein Fachwissen bei der Inszenierung dieser umfangreichen Sequenz, die buchstäblich Wochen in Anspruch nahm, sind beispiellos.?

Der für die visuellen Effekte verantwortliche Jim Mitchell schuf mit seinem Team per Computer eine Unterwasserwelt ? von den Ruinen, die vielleicht einst zu Hogwarts gehörten, bis zu den bösartigen Wasserdämonen, die man Grindelohs nennt. ?Ich erlebe sie als sehr unangenehme, entfernte Cousins der berühmten Kobolde aus Cornwall!?, beschreibt Mitchell die temperamentvollen Monster.

Bei der Suche nach seinen Freunden begegnet Harry unter Wasser auch einer Meerjungfrau, und die Filmemacher nahmen sich vor, sie ?deutlich von allen bisherigen Meerjungfrauen abzusetzen?, wie Heyman sagt. ?Stuart und ich verpassten der Meerjungfrau einen Schwanz, der sich seitwärts bewegt, denn auf und ab haben sich die Menschen im Meerjungfrauenkostüm immer bewegt?, erklärt Mitchell. ?Außerdem ist das Wesen länger als menschenmöglich, und es hat Haare aus Quallen-Tentakeln.?

Bei der dritten und letzten Aufgabe müssen die jungen Zauberer den Weg durch ein dichtes und unheimliches Labyrinth finden. Es besteht aus hohen, breiten Hecken und neblig trüben, dunklen Pfaden. Die Champions betreten das Labyrinth während der Dämmerung. Nichts dient ihnen als Orientierung außer einem gruseligen blauen Licht, das im Zentrum des ausgedehnten Parks leuchtet: Dort wartet der begehrte Trimagische Pokal auf sie. ?Wir hatten den Ehrgeiz, alle bisherigen Labyrinthe an Größe und Höhe in den Schatten zu stellen?, sagt Craig. ?Es verwirrt und verstört ? es ist einfach beklemmend!?

Dumbledore ermahnt die Champions, sich in dem lebendigen Labyrinth nicht zu verirren, denn offensichtlich führt es Böses im Schilde. ?Diese Warnung kann auch den gegenteiligen Effekt haben?, erklärt Heyman. ?Denn das Labyrinth hat eine ungeheure Ausdehnung ? die Gefahr, sich darin zu verlieren, ist also einerseits real und fürchterlich. Andererseits handelt es sich um eine lebendige Kreatur, die sich an der Angst mästet: Sie lebt davon, dass die Eindringlinge unsicher werden.?

?Das Labyrinth ist echt gruselig ? man kommt sich vor wie auf einem nächtlichen Friedhof?, kommentiert Newell. ?Man bekommt es schon mit der Angst zu tun, wenn man sich vorstellt, dass es sich um das denkbar größte Labyrinth überhaupt handelt. Aber außerdem entwickelt es ein boshaftes Eigenleben, und es gelingt ihm, alle Eindringlinge glauben zu lassen, sie würden den Verstand verlieren. Die Wettkämpfer werden also immer verwundbarer, unkonzentrierter und unmenschlicher. Jedes Mal, wenn man sich im Labyrinth furchtbar erschreckt, verliert man eine weitere Schutzschicht ? bis man völlig hilflos dasteht.?

Während die Dunkelheit zunimmt und die Wettkämpfer immer tiefer einhüllt, verengt sich das Labyrinth buchstäblich, umschlingt sie und greift sie an. Wie bei dem Drachen und dem Unterwasser-Abenteuer entstand auch das ?reale? Labyrinth in Gemeinschaftsarbeit von John Richardson mit seiner Spezialeffekte-Mannschaft und dem Team für visuelle Effekte unter Leitung von Jimmy Mitchell.

Richardson und Co. bauten mehrere Bereiche des Labyrinths, das 7,50 Meter hoch und 12 Meter lang war. Die computergesteuerten hydraulischen Wände waren so angelegt, dass sie sich jeweils einzeln bewegen ließen ? aufs Stichwort bauschten sie sich auf und bedrängten die Schauspieler. ?Im Innern des Labyrinths befand sich ein schweres Stahlskelett, das die Schauspieler buchstäblich hätte erdrücken können, falls etwas schief lief?, berichtet Richardson. ?Wir mußsten also verschiedene Sicherheitsvorrichtungen einbauen, damit so etwas nicht passieren konnte? doch wenn man die Angst in den Gesichtern der Schauspieler sieht, dann sieht die ziemlich echt aus!?

Die Tücken der Pubertät Inmitten der Rätsel und spannenden Abenteuer bietet sich in ?Harry Potter und der Feuerkelch? immer wieder Gelegenheit für Szenen, die die Komik und den Herzschmerz des Erwachsenwerdens zeigen. Denn Harry mußs sich nicht nur mit seinem plötzlich auftauchenden unsterblichen Feind herumschlagen, beim Trimagischen Turnier dem Tod ins Auge schauen, sich gegen die Einmischungen einer Reporterin und die massive Ablehnung durch seine Mitschüler wehren ? er braucht auch eine Tanzpartnerin für den Weihnachtsball. Doch keine Magie hilft bei der peinlichen Unbeholfenheit, Schüchternheit und den Hormonschüben, die nun einmal die Schrecken der Pubertät ausmachen.

?Zu den wunderbaren Aspekten der Story zählt, dass sich Harry und seine Freunde allmählich für das andere Geschlecht interessieren ? mit all der Tollpatschigkeit, die damit verbunden ist?, bemerkt Produzent David Heyman. ?Mike Newell hat sehr viel Humor und eine unglaubliche Intuition für komödiantisches Timing ? es ist also tragikomisch, mitzuerleben, wie die Teenager versuchen, sich einander zu erklären.? Harry und seine Mitschüler sind wie angewurzelt, als die wunderhübschen Beauxbatons-Girls und die unglaublich maskulinen jungen Durmstrang-Männer die Flure von Hogwarts bevölkern.

?Als die Beauxbatons-Mädchen eintreffen, sind die Hogwarts-Jungen wie vom Donner gerührt?, sagt Newell. ?Die Girls wirken derart feminin, dass den Boys ? vor allem Ron ? die Spucke wegbleibt.? Jany Temimes Kostüme betonen die Unterschiede der drei Schulen und die Nervosität, die sich daraus ergibt. ?Die Beauxbatons-Mädchen sind raffiniert und sehr selbstbewusst ? also kleide ich sie in die sinnlichsten und weiblichsten Stoffe, die ich gefunden habe: feine Seide im Blau der französischen Flagge?, erklärt Temime. ?Der Stoff passt sich den Körperformen an und bildet einen starken Kontrast zu den strengen Uniformen, die die Hogwarts-Mädchen tragen. Die Durmstrang-Boys strahlen mit ihrer groben, fast primitiv dicken Wollkleidung, schweren Stiefeln und Wollmänteln eine Männlichkeit aus, wie die Mädchen sie noch nie erlebt haben.?

Die Ankunft der Gastschüler und der Beginn des Trimagischen Turniers führt zu einer Veränderung in der Beziehung der besten Freunde Harry, Ron und Hermine. Erstmals kommt es zum Streit zwischen Harry und Ron. ?Ron glaubt, dass Harry seinen Namen in den Kelch getan hat, weil er für den Wettkampf ausgewählt werden wollte?, erklärt Rupert Grint. ?Deshalb ist er echt wütend auf Harry und redet nicht mehr mit ihm. Er hat es satt, dass Harry ständig die Aufmerksamkeit auf sich zieht.?

Dazu Radcliffe: ?Harry versucht bereits die Kritik von allen Seiten zu verdauen ? man unterstellt ihm, er hätte selbst die Hand im Spiel, um für den Wettkampf ausgewählt zu werden. Gleichzeitig fürchtet er den wahren Grund, der zu seiner Auswahl geführt hat ? das wächst ihm einfach über den Kopf. Sein Streit mit Ron ist dafür ein gutes Beispiel.?

Gleichzeitig sind Harry und Ron auch mit der Suche nach Tanzpartnerinnen für den Weihnachtsball völlig überfordert. Ron kapiert endlich, dass sich seine Gefühle für Hermine verändern. ?Hermine ist sehr überrascht, als Viktor Krum mit ihr gehen will?, sagt Emma Watson. ?Und Harry und Ron sind von diesem Umstand erst recht schockiert, vor allem Ron, der gerade erst begreift, dass Hermine ein Mädchen ist!?

?Wir haben immer schon gespürt, dass sich zwischen Ron und Hermine etwas entwickelt, obwohl wir uns beide dessen nicht bewusst waren?, überlegt Grint. ?Doch in diesem Film gestehen beide sich das ein. Als Hermine mit Viktor Krum auf dem Weihnachtsball erscheint, kapiert Ron endlich, dass er etwas für sie empfindet.? ?Ron ist völlig fertig, als er Hermine am Arm eines anderen sieht ? vor allem, weil der andere sein Idol ist: Viktor Krum?, stellt Heyman fest.

So panisch hat sich Harry in seinem ganzen Leben noch nicht gefühlt, als er dem sanften Charme seiner Hogwarts-Mitschülerin Cho Chang erliegt. ?Mir hat an Harry immer gefallen, dass er auf Romantik und all das Zeug absolut mitleiderregend reagiert?, sagt Radcliffe. ?Er hat keinen Schimmer, wie er sich in Gegenwart von Mädchen benehmen soll. Damit ist er in guter Gesellschaft all derer, die sich im Gespräch mit Mädchen unbeholfen vorkommen ? das dürfte also wohl alle männlichen Wesen dieser Welt einschließen.?

Harry nimmt seinen ganzen Mut zusammen und bittet Cho, mit ihm auf den Ball zu gehen ? mit bittersüßem Resultat. ?Cho mag Harry sehr und sie will ihm nicht wehtun, aber sie hat bereits Cedric Diggorys Einladung angenommen?, sagt die 18-jährige Schauspieldebütantin Katie Leung aus Schottland, die die Rolle der Ravenclaw-Quidditch-Sucherin ergatterte, nachdem ihre Eltern sie überredet hatten, zusammen mit 5000 anderen hoffnungsvollen Mädchen am offenen Casting teilzunehmen. Doch auch zwischen den Erwachsenen spinnen sich zarte Liebesbande: Hagrids Herz blüht auf, als er Madame Maxime erblickt, die traumhaft riesige Beauxbatons-Direktorin ? diese Rolle übernimmt die renommierte Bühnendarstellerin Frances de la Tour (?The Cherry Orchard?/Der Kirschgarten, ?Strike It Rich?/Liebesroulette).

Dazu de la Tour: ?Madame Maxime ist zwar 2,54 Meter groß, verdrängt aber völlig ihre gigantischen Ausmaße. Sie beschreibt sich selbst als großknochig! Die beiden kommen zwar aus völlig verschiedenen Welten ? Maxime ist elegant und vornehm, Hagrid eher von rustikalem Charme ? aber sie mag ihn wirklich.? ?Die Liebe hat so ihre Tücken, wenn man ein Riese ist?, stellt Robbie Coltrane fest. ?Hagrid kann sein Glück gar nicht fassen, als das Beauxbatons-Team eintrifft und er eine Frau erblickt, die sogar noch größer ist als er!?

Heyman und die Schauspieler würdigen Newells Fähigkeit, dem Film einen unverkennbar britischen Touch zu verleihen. ?Mike hat selbst eine Privatschule besucht und weiß genau, was es heißt, im Internat zu leben. Und er hat auch ein präzises Gespür für die jugendliche Anarchie, die man in solchen Schulen oft erlebt?, sagt Heyman. ?Es gelingt ihm wunderbar, das Schulleben mit all seinen Unbequemlichkeiten und Peinlichkeiten darzustellen. Wir erleben Hogwarts lebendiger ? und britischer ? als je zuvor.?

Daniel Radcliffe sieht das ähnlich: ?Mike ist Engländer, ein sehr englischer Engländer. Jeden Tag trug er seine Anzugweste, was mir gut gefällt ? man erlebt es heute kaum mehr, dass jemand Westen trägt. Er hat ein unglaubliches Charisma und flößt uns großen Respekt ein. Doch er verinnerlicht den britischen Humor total und kann sich bestens in die Internats-Teenager hineinversetzen.?

Newell hatte eine Menge Spaß mit seinen jungen Darstellern ? nicht zuletzt auch mit Oliver und James Phelps, die Rons ältere Zwillingsbrüder Fred und George Weasley spielen. Als Fred und George einen Zaubertrank schlucken, um älter zu werden und so den Kelch auszutricksen, damit sie am Turnier teilnehmen können, schießen sie über ihr Ziel hinaus: Zeitweilig verwandeln sie sich in runzelige Greise. Laut Drehbuch sollen sich die Zwillinge gegenseitig die Schuld geben und aufeinander losgehen, aber Newell war bei den ersten Wiederholungen der Szene mit dem Kampfgeist der Phelps-Brüder noch nicht zufrieden.

?Wer von euch beiden will sich mit mir prügeln??, fragte der Regisseur. Ungläubig und sehr zögerlich meldete sich Oliver. Er kapierte kaum, was geschah, und schon hatte Newell ihn zu Boden gerungen. ?Ich wollte meine Ringerkünste eigentlich gar nicht demonstrieren, aber ich ergriff die Gelegenheit, um alle zum Lachen zu bringen ? obwohl ich mir dabei eine Zerrung holte, die noch Monate später höllisch wehtat!?, grinst Newell. ?Aber manchmal nützt es, mich vor all den Leuten lächerlich zu machen, die mich als Autoritätsperson erleben. Auch ich habe nicht auf alles eine Antwort parat, und die Mitarbeiter geben nur ihr Bestes, wenn sie mich nicht für vollkommen halten.?

Auf spiegelglattem Parkett Aufgeregt (und zähneklappernd) bereiten sich die Schüler auf den Weihnachtsball vor ? ein Fest mit Abendgarderobe, Gesellschaftstänzen und? Tanzpartnern! Das Filmteam inszenierte den aufwändigen Weihnachtsball direkt vor den Feiertagen im Dezember 2004 ? ein angemessen farbenfroher Abschluss des Arbeitsjahres im Studio. ?Wir wollten die Große Halle für den Weihnachtsball völlig auf den Kopf stellen?, erklärt Newell. ?Die Filmhelden und auch die Zuschauer sollen das Gefühl bekommen, dass sie die Halle ganz neu erleben.?

Für die grandiose Verwandlung der Großen Halle waren Produktionsdesigner Stuart Craig und seine Ausstattungsabteilung zuständig. ?Im Roman wird beschrieben, dass die Halle wie ein Eispalast wirkt ? Eiszapfen hängen von der Decke?, berichtet Craig. ?Wir gingen noch einen Schritt weiter und gestalteten die magische Decke ganz aus Eis. Die Wände sind von glänzendem Silber bedeckt ? alles im Saal, die Türen, Fackeln, Fenster und sogar der Kamin sind von Eis bedeckt oder silbrig angemalt.?

Als i-Tüpfelchen schufen die Innenrequisiteure Stephenie McMillan und Lee Sandales zauberhafte Eisskulpturen, Eis-Drinks und alle nur erdenklichen eisgekühlten Gerichte. ?Wir fielen über den Fischmarkt in Billingsgate her und haben buchstäblich alle Hummer, Garnelen und Krebse aufgekauft!?, berichtet McMillan. ?Wir mußsten sie entsprechend behandeln, damit sie die Hitze der Scheinwerfer aushielten und nicht zu stinken begannen, aber sie ergeben fabelhafte Dekorationen für die weihnachtlich geschmückten Tische.?

Auch die Darsteller wurden für den Ball völlig neu eingekleidet. ?Wir haben allein für den Weihnachtsball 300 Kostüme vorbereitet?, sagt Kostümbildnerin Jany Temime. ?Zunächst entwarfen wir die Abendanzüge der Jungen. Jeder trägt eine weiße oder schwarze Krawatte und eine schicke Weste. Harry trägt eine ganz klassische schwarze Weste. Die Slytherin-Schüler wählen weiße Krawatten, weil sie sich für besonders vornehm halten.?

Ron kommt allerdings nicht so gut davon. ?Mein Outfit ist grässlich ? ganz aus rosa Spitze und Blumen!?, jammert Rupert Grint. ?Aber dann war es doch richtig lustig, als ich es anhatte. Es erinnert an die 1970er-Jahre und ist derart scheußlich, dass es mir schon wieder gefiel!? Die Entwürfe für die Mädchenkleider nahmen mehrere Monate in Anspruch: Ein Team aus über 100 Näherinnen und Kunstschneiderinnen fertigte die Kostüme in Leavesden in Handarbeit an. ?Die Mädchen waren von ihren Kleidern so begeistert, als ob sie einen echten Ball besuchen würden?, erinnert sich Temime.

Einen Schlüsselmoment des Abends und der Handlung bildet die immer ernsthafte Hermine mit ihrem großen Auftritt am Arm des Durmstrang-Champions und Quidditch-Superstars Viktor Krum. ?Hermine sollte ein ganz besonderes Kleid tragen?, sagt Temime über das Kostüm, in das zwölf Meter Chiffon eingearbeitet wurden ? das waren drei Monate Arbeit. ?Es sollte ein richtiges Märchenkleid werden ? alle Kinder sollen den Atem anhalten, wenn sie den Saal betritt.?

?Hermine hat noch nie etwas Vergleichbares getragen?, stellt Emma Watson fest. ?In der Maske wurde ich stundenlang in die Mangel genommen, um mich für die Szene vorzubereiten. Ich wusste genau, dass sich alle Augen auf mich richten würden, als ich den Saal betrat ? mir schlug das Herz bis zum Hals!?

?Emma ist eine natürliche Schönheit ? wenn sie also die ,normale? Hermine in ihrer Schuluniform spielt, müssen wir ihr Aussehen unter dem Make-up eher herunterspielen?, sagt Maskenbildnerin Amanda Knight. ?Aber der Weihnachtsball erfordert natürlich das genaue Gegenteil ? da konnten wir uns mit dem Make-up richtig austoben.?

Es war keine einfache Aufgabe, den jugendlichen Darstellern in einem mehrwöchigen Studio-Kursus das Tanzen beizubringen. ?Die Mädchen freuten sich sehr auf den Tanz, und den Jungen stand es typischerweise sehr bevor?, berichtet Watson. ?Ich tanze sehr gern und gerade die Walzerproben haben viel Spaß gemacht, aber interessanterweise wollte Mike gar nicht, dass wir die Tänze perfekt beherrschen. Er wollte vielmehr unsere Unsicherheit bei den Tanzschritten ins Bild bringen.? ?Ich war völlig panisch?, sagt Radcliffe.

?Meine Eltern tanzen beide sehr gut, haben mir das aber anscheinend nicht vererbt. Alle Kids hatten etwa drei Wochen Zeit, um die Tänze einzuüben, aber weil ich so viele andere Szenen drehen mußste, blieben mir nur ganze vier Tage. Sobald ich die Schritte halbwegs kapiert hatte, kam ich völlig aus dem Takt. Zum Glück soll Harry gar kein toller Tänzer sein.? ?Wir haben uns beim Tanz köstlich amüsiert?, sagt Newell, der freimütig gesteht, dass er selbst überhaupt nicht tanzen kann. ?Dan stürzt sich mit großem Engagement auf jede Aufgabe, aber es sieht so aus, als ob Gott ihn nicht unbedingt für das Tanzparkett auserwählt hat. Was wiederum perfekt zu seiner Rolle in dieser Situation passt!?

Doch die steif-förmlichen Tänze sind schnell vorbei ? anschließend darf jeder zum wilden Punk-Rock tanzen, wie es ihm gefällt. ?Ich erinnere mich an meine Studentenjahre?, berichtet Newell. ?Jedes Jahr gab es einen mondänen Abschlussball mit Gesellschaftstänzen, aber gegen Ende vergaßen wir die Förmlichkeiten und hatten unseren Spaß. Dieses Gefühl will ich auch auf dem Weihnachtsball vermitteln ? die Teenies lassen echt die Sau raus!?

Für den Weihnachtsball engagierten Newell und Produzent David Heyman Jarvis Cocker, den legendären Sänger und Songschreiber der britischen Band Pulp, der mit den Mitgliedern seiner neuen Band Relaxed Muscle sowie Drummer Phil Selway und Gitarrist Johnny Greenwood von Radiohead auf der Bühne originale Musiktitel spielt. In Zusammenarbeit mit dem berühmten Musikproduzenten Mike Hedges schrieb Cocker drei Songs, mit denen die Band im Film auftritt: ?This Is the Night?, ?Magic Works? und ?Do the Hippogriff?.

?Mit Jarvis lässt sich wunderbar arbeiten?, sagt Newell. ?Ihm hat die ganze Sache riesig Spaß gemacht. Er erzählte, dass man ihn als Kind ,Vierauge? nannte, weil er Brillenträger war. Für die Szene wollte er also Vierauge sein: Er schloss die Augen, und wir sahen, dass auf seine Augenlider Augäpfel gemalt waren!?

?Es passiert wirklich nicht jeden Tag, dass Band-Mitglieder von Pulp und Radiohead in der Großen Halle auftreten?, grinst Heyman. ?Obwohl wir alles nur inszeniert haben, war es wirklich überwältigend zu erleben, wie der Weihnachtsball seine eigene Dynamik entwickelte. Alle Darsteller und Teammitglieder haben das als passende Partyatmosphäre erlebt ? zum Jahresausklang absolut angemessen.?

Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto

Dirk Jasper FilmLexikon

© Fotos: Warner Bros. © 1994 - 2010 Dirk Jasper