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Ein neues PlanAls Steven Soderberghs hochkarätiges Remake der klassischen Rat-Pack-Komödie „Ocean’s Eleven“ (Frankie und seine Spießgesellen) im Dezember 2001 in die Kinos kam, überraschte der weltweite Erfolg sogar die hohen Erwartungen des renommierten Produzenten Jerry Weintraub. „Ich setzte natürlich große Hoffnungen auf ,Ocean’s Eleven‘, weil wir eine fantastische Besetzung, einen genialen Regisseur, ein hervorragendes Drehbuch und eine wunderbare Geschichte hatten“, erinnert sich Weintraub, der schon eine Menge Kinohits produziert hat – die äußerst beliebte „Karate Kid“-Serie, aber auch Meilensteine wie „Nashville“ (Nashville), „Diner“ (American Diner) und „Oh, God!“ (Oh, Gott…).
Niemand wagte davon zu träumen, ein Ensemble dieser Größenordnung ein zweites Mal zusammen vor die Kamera zu bekommen, aber das Schicksal wollte es, dass Soderbergh am selben Abend beim Abendessen verkündete, er habe eine Idee, die neue Geschichte in der Ewigen Stadt anzusiedeln. „Ich habe nie über eine Fortsetzung nachgedacht, bis wir auf der PR-Tour für ,Ocean’s Eleven‘ nach Rom kamen – ich verliebte mich auf Anhieb in diese Stadt“, bestätigt Soderbergh. „Als ich mir überlegte, wie man die Geschichte konstruieren könnte, blieb die Idee vom europäischen Schauplatz hängen.“ „Steven besuchte Rom damals zum ersten Mal, und ich merkte, wie seine Augen zu strahlen begannen“, erinnert sich Andy Garcia. „Die Stadt inspirierte ihn, plötzlich fing er an, über ein Sequel zu reden, und er schrieb schon daran, bevor wir wieder abreisten.“ Zurückgekehrt nach Los Angeles, ließ Weintraub sich auch von George Noflis Drehbuch „Honor Among Thieves“ anregen, ein Abenteuer über den größten Dieb Amerikas, den der größte Dieb Europas herausfordert. „Das Skript enthielt eine überragende Idee für ,Ocean’s Twelve‘. Also schickte ich es an George, Brad und Steven und bat sie, es zu lesen“, sagt Weintraub. „Alle waren begeistert. In der Story geht es um zwei Hauptfiguren – unsere schwierigste Aufgabe bestand also darin, das Buch an unser Ensemble anzupassen.“ „George Nolfi hatte sein Drehbuch im selben Stil wie ,Ocean’s Eleven‘ geschrieben“, sagt Soderbergh. „Für die Fortsetzung schwebte mir vor, dass Benedict den Räubern auf die Spur kommt – sie müssen also in Europa eine Serie von Dingern drehen, um ihm das Geld zurückzuzahlen. Und im Gegensatz zum ersten Film, wo der Spaß darin besteht, dass sie Erfolg haben und alles klappt, überlegte ich mir, dass es noch lustiger wäre, wenn diesmal von vornherein absolut alles schiefgeht. Wir beschlossen also, Georges Drehbuch mit meinen Ideen zu kombinieren, was wirklich wunderbar funktionierte. Es war also gar nicht so schwierig, ,Honor Among Thieves‘ in ,Ocean’s Twelve‘ zu verwandeln – vielmehr hatten George und ich jede Menge Ideen, die wir ursprünglich alle in dem Drehbuch unterbringen wollten, letztlich aber doch wieder streichen mußsten.“ „Es ist wohl nicht übertrieben zu sagen, dass wir aus der Masse der Ideen, die wir entwickelten, leicht fünf Drehbücher hätten schreiben können“, sagt Drehbuchautor George Nolfi. „Das eigentliche Schreiben ging mir leicht von der Hand, weil ich schon derart genaue Vorgaben hatte. Das Konzept enthielt viel mehr Material, als schließlich im Skript unterzubringen war. Wir mußsten es zusammenkürzen – wie wenn man einen Marmorblock mit dem Meißel bearbeitet.“ „Der wichtigste Aspekt: Wir brauchten ein Drehbuch, das funktioniert, ohne dass bestimmte Schauspieler in den Vordergrund treten“, sagt George Clooney, Soderberghs Partner in der Produktionsfirma Section Eight, die die „Ocean“-Filme mit Weintraubs Firma Jerry Weintraub Productions produziert hat. „Was unser Darstellerteam so besonders macht: Niemand hat ein so großes Ego, dass er für sich bessere Gags oder mehr Dialoge als die anderen fordert. Darüber hat auch Steven immer wieder gesprochen: Dieses Ensemble ist wunderbar großzügig. Niemand versucht die anderen an die Wand zu spielen.“ Zwölf ist die neue ElfSchon das Vorhaben, für „Ocean’s Eleven“ ein Ensemble der größten Weltstars zusammenzubringen, erschien damals genauso unwahrscheinlich und schwierig wie Danny Oceans Plan, 160 Millionen Dollar aus einem Tresor in Las Vegas zu stehlen. Doch dieselbe Besetzung auch für ein Sequel wieder zusammenzubekommen – ergänzt durch eine weitere Hand voll hochkarätiger Darsteller – mußste schier unmöglich erscheinen. So dachten alle – außer Jerry Weintraub.„Niemand hat geglaubt, dass wir diesen Film machen könnten“, erinnert sich Weintraub. „Denn logistisch ist es äußerst prekär, eine Besetzung dieses Umfangs und dieses Kalibers in einem Drehplan von 77 Tagen unterzubringen. Was die Sache einfacher machte: Alle wollten liebend gern wieder mitmachen.“ „Wir haben es hier mit einer Gruppe von Leuten zu tun, die sich wirklich bemühen, so oft wie möglich zusammenzuarbeiten“, erzählt George Clooney. „Wir alle haben dieselbe Lebenseinstellung: Wenn wir nicht Spaß an unserem Beruf haben, sind wir Idioten, denn wir alle haben unglaubliches Glück gehabt. Trotzdem ist es fast unmöglich, derart viele stark beschäftigte Schauspieler unter einen Hut zu bekommen, aber Jerry hat das irgendwie geschafft. Natürlich ist es kein Nachteil, dass wir ihn alle sehr schätzen und gern mit ihm zusammen sind. Ganz ehrlich: Er bringt uns dazu, an Veranstaltungen teilzunehmen, indem er einfach ,bitte‘ sagt. Er ist ein Meister des Showbusiness, er weiß ganz genau, wie man Dinge anpackt und welche man besser lässt. Außerdem ist er ein echter Spaßvogel.“ „Ich habe Jerry mal als Papst von Las Vegas bezeichnet“, sagt Brad Pitt. „Inzwischen habe ich aber den Eindruck, dass er sein Reich ausgedehnt hat.“ Bernie Mac stimmt ihm zu: „Ich habe tiefen Respekt vor Jerry. Für ihn ist das Beste gerade gut genug, und er passt sehr gut auf uns auf.“ „Jeder Regisseur träumt davon, mit Jerry zu arbeiten“, berichtet Steven Soderbergh. „Er hat ein Gespür für Geschichten, für die Besetzung, einen überragenden Instinkt. Ohne ihn wären diese beiden Filme absolut unmöglich gewesen. Durch Jerrys Kontakte hatten wir derart freie Hand an unseren europäischen Schauplätzen, wie das nur sehr selten vorkommt. Außerdem passt er ständig auf, dass alles reibungslos funktioniert und alle zufrieden sind. Ich wurde mal gefragt, wie ich Jerry beschreiben würde: ,Also: Niemand mußs überlegen, ob er Jerry schon mal kennengelernt hat oder nicht. Niemand hat je die Frage gestellt: Kennst du Jerry Weintraub?, und die Antwort war: Weiß ich nicht genau. So ein Mensch ist er.‘ Er ist sehr angenehm im Umgang, und er ist der beste Produzent, den ich je erlebt habe.“ Ebenso wie der Produzent extraordinaire Weintraub allseits bewundert wird, schlägt auch die Begeisterung des Teams für Regisseur Soderbergh hohe Wellen. „Steven lässt sich mit niemandem vergleichen“, staunt Matt Damon. „Er arbeitet so gewissenhaft, wie ich es sonst noch nie erlebt habe.“ „Für Steven besteht der ganze Tag aus drehen, schneiden, arbeiten, Probleme lösen“, sagt Clooney, der mit „Ocean’s Twelve“ zum vierten Mal für Soderbergh vor der Kamera steht. „Dagegen sagten wir anderen uns abends: ,Das war’s für heute. Trinken wir noch ein Glas Wein.“ „Energie ist ein wesentlicher Bestandteil meiner Kreativität – ich finde es also wunderbar, wie effizient Steven die Dreharbeiten gestaltet“, sagt Julia Roberts, die für ihre Leistung in Soderberghs „Erin Brockovich“ den Oscar gewann. „Wir drehen jetzt zum vierten Mal zusammen, und nie gibt es Leerlauf, der mich ermüden, mir die Begeisterung austreiben würde. Steven arbeitet sehr genau, er versteht es, alles am Laufen zu halten, jedermann anzuspornen – wir alle bemühen uns sehr, unter seinen wachsamen Augen das Ziel zu erreichen. Zum Teil ergibt sich diese Effizienz natürlich daraus, dass die Mitwirkenden ihre Arbeit gern tun. Wir fühlen uns alle als Mitglieder eines Teams.“ Als Roberts kurz vor Drehstart erfuhr, dass sie mit Zwillingen schwanger war, änderten Soderbergh und Drehbuchautor George Nolfi das Drehbuch, um diese „anderen Umstände“ clever in die Geschichte zu integrieren. „Es war ein großer Spaß, wie Steven das eingebaut hat“, sagt die Schauspielerin. Soderbergh ist nicht nur ein sehr begabter und leidenschaftlicher Filmemacher, ungewöhnlich ist auch die Bandbreite seiner Fähigkeiten – von der Entwicklung des Drehbuchs bis hin zur Kameraführung. „Steven ist ein außergewöhnlicher Regisseur, Autor, Kameramann und Cutter“, sagt Weintraub. „Das bedeutet: Wenn er morgens an den Set kommt, mußs er nicht endlos mit fünf verschiedenen Leuten diskutieren. Er kommt einfach herein, und schon läuft die Sache. Er arbeitet völlig konzentriert, ist bestens vorbereitet und hat auch keine Angst davor, etwas Neues auszuprobieren. Immer wieder überrascht er mich.“ „Weil er all diese unterschiedlichen Funktionen ausfüllt, behält er wie kein anderer den Überblick – das beschleunigt den Arbeitsablauf“, stellt Don Cheadle, der ebenfalls zum vierten Mal mit dem Regisseur und Clooney arbeitet. „Immer denkt er sich etwas Neues aus, stachelt uns und sich selbst zu Höchstleistungen an.“ „Es gibt viele Kameraleute, die besser ausgebildet und begabter sind als ich. Aber ich merke, dass ich am effizientesten arbeite, wenn ich selbst die Verantwortung für die Kamera übernehme, um die Bilder in meinem Kopf umzusetzen“, erklärt Soderbergh. „dass die Lichtsetzung und die Kameraführung mich vom Inszenieren abhalten, habe ich so nie empfunden. dass ich durch den Sucher schauen und genau sehen kann, was wir ins Bild bekommen, hilft mir sehr und macht die Sache spannend.“ Für Andy Garcia liegt das Vergnügen, mit Soderbergh zu arbeiten, in dem ausgewogenen Verhältnis zwischen minutiöser Vorbereitung und der Möglichkeit zu improvisieren. „Wie ein Spitzensportler kann Steven auch mal den Spielplan einfach vergessen und zulassen, dass etwas Unvorhergesehenes passiert“, sagt der Schauspieler. „Denn er weiß genau: Diese spontanen Momente sind die kostbarsten Augenblicke eines Films.“ Neben dem bewährten Darstellerteam werden in „Ocean’s Twelve“ zwei Neuzugänge willkommen geheißen: Weibliche Unterstützung für Julia Roberts verspricht Catherine Zeta-Jones, die in Soderberghs Oscar-preisgekröntem „Traffic“ (Traffic – Macht des Kartells) eine Hauptrolle spielte und mit ihrer Leistung in „Chicago“ den Oscar gewann. „Die beiden schönsten Frauen der Welt spielen zusammen in meinem Film“, begeistert sich Weintraub. „Julia hat wahrhaft großes Talent, in diesem Film ist sie unglaublich komisch. Catherine konnte ich während des letztjährigen Filmfestivals in Venedig näher kennen lernen – auch sie ist eine hervorragende Schauspielerin. Als Steven und ich überlegten, wer Isabel spielen sollte, kam für uns beide niemand sonst in Frage.“ „Jerry vermittelt uns das Gefühl, dass er gut auf uns aufpasst“, sagt Catherine Zeta-Jones. „Es gibt nicht viele Leute, die eine derartige Produktion so elegant und problemlos auf die Beine stellen können wie Jerry. Er ist wunderbar diplomatisch – in allen Ländern, die wir während des Drehs bereisten, wurden wir mit offenen Armen empfangen. Nachdem ich ,Traffic‘ mit Steven gedreht hatte, wollte ich diese für mich so traumhafte Erfahrung gern wiederholen. Er geht immer gleich vor – ob es sich um einen dramatischen Stoff wie ,Traffic‘ handelt oder um einen Film wie ,Ocean’s Twelve‘: Er sorgt für eine Atmosphäre, in der jeder Mitwirkende seinen Teil der Verantwortung übernimmt. Alle tragen mit viel Energie dazu bei. Bessere Voraussetzungen für die Arbeit könnte es gar nicht geben.“ Laut Soderbergh „war die Besetzung der Isabel ganz entscheidend, weil das Sequel teilweise um ihre Person konstruiert ist, obwohl sie im ersten Film nicht auftauchte. Wir brauchten also eine Schauspielerin, die die Leinwand völlig dominieren kann. Mir war klar, dass die Rolle Catherines Fähigkeiten ganz und gar entspricht. Als Nervensäge ist sie wunderbar. Und die Zusammenarbeit mit Catherine bei diesem Film lief spitzenmäßig, gerade weil wir diesmal ihre glamouröse Schönheit besonders betonen können. Damals bei ,Traffic‘ war sie im sechsten Monat schwanger – ich bewunderte, wie tapfer sie durchhielt. Es war toll zu beobachten, wie sie die Jungs jetzt in ,Ocean’s Twelve‘ ordentlich aufmischt, denn Isabel ist nicht nur schlau und sexy, sondern sie versteht auch etwas von ihrem Job.“ Die Rolle des François Toulour, eines wohlhabenden europäischen Playboys, der sich sein Taschengeld als unfassbarer Meisterdieb namens „Night Fox“ verdient, vertraute Soderbergh dem international anerkannten Franzosen Vincent Cassel an, der sich mit Filmen wie „La haine“ (Hass), „Elizabeth“ und als Sprecher in „Shrek“ einen Namen gemacht hat. Die beiden trafen sich 2003 zufällig während des Filmfestivals in Cannes, und der Regisseur fragte Cassel, ob er vielleicht bei „Ocean’s Twelve“ mitmachen würde. Cassel sagte sofort zu, ohne das Drehbuch zu kennen. „Wenn ein Regisseur wie Steven mich bittet, auf ihn zu warten, dann weiß ich, dass ich ihm vertrauen kann“, sagt Cassel. „Von Anfang an haben die Kollegen mich in ihrem Team willkommen geheißen. Sie verstehen es wirklich, sich die Dreharbeiten angenehm zu gestalten und einen großen Spaß daraus zu machen!“ „Vincent Cassel beobachte ich in seinen Filmen schon geraume Zeit – er hat mich immer wieder mitgerissen“, sagt Soderbergh. „Sobald wir uns an das Skript setzten, verkündete ich, dass ich diesen Typ als Toulour wollte. Ich spürte sofort, dass er ins Team passen würde, dass er sich gut in unser Spiel integrieren konnte. Und so war es tatsächlich. Alle fanden ihn sofort sympathisch. Er hat viel Humor, ist sehr clever, und er passte sich unmittelbar unserem Rhythmus an – dafür bin ich ihm sehr dankbar.“ Zur Besetzung von „Ocean’s Twelve“ gehören auch die gefeierten britischen Schauspieler Robbie Coltrane, der in einer Szene in Amsterdam auftaucht, und Comedian-Schauspieler Eddie Izzard, der als exzentrischer Erfinder auf dem römischen Schauplatz mitmischt. Hinzu kommen die bewährten Soderbergh-Mitarbeiter Cherry Jones, die neben Julia Roberts in „Erin Brockovich“ zu sehen war, und Jeroen Krabbé, der in „King of the Hill“ (König der Murmelspieler) und „Kafka“ (Kafka) mitwirkte. „Wenn mich jemand fragt, wie ich mit diesen Kollegen gearbeitet habe, bezeichne ich sie einfach als Halbstarke“, sagt Carl Reiner. „Denn wenn die Kamera nicht läuft, dann singen und tanzen sie ständig, üben boxen oder erzählen sich Schwänke aus ihrem Leben. Die haben so viel Spaß, dass einem fast schlecht wird.“ „Es wäre wirklich schwierig, nur so zu tun, als ob man derart locker und kameradschaftlich miteinander umgeht, wie diese Gruppe es tut“, stellt Soderbergh fest. „Und zum Glück hat dieses Team er auch gar nicht nötig.“ Die PlayerOcean’s Twelve zeigt Danny Ocean und Co. in einer völlig neuen Phase ihrer „Laufbahn“, wobei allerdings schnell deutlich wird, dass man die Diebe zwar aus dem Spiel nehmen kann, aber sie haben es durchaus nicht verlernt, und bald juckt es ihnen wieder in den Fingern. „Alle versuchen zwar mehr oder weniger, ein ehrliches Leben zu führen“, meint George Clooney. „Doch wenn sie wirklich ehrlich sind, müssen sie zugeben: Richtig wohl fühlen sie sich nur, wenn sie ein Ding planen und durchführen. Sie brauchen einfach diesen Adrenalin-Schub, auf den sie in den vergangenen drei Jahren verzichten mußsten.“„Die Entwicklung der Figuren ist sicher noch interessanter als im ersten Teil“, sagt Steven Soderbergh. „Denn inzwischen kennen die Darsteller ihre Rollen in- und auswendig und können sie noch intensiver ausloten. Richtig komisch wird es, wenn wir erleben, was die Elf mit ihrem Geld angestellt haben. Und es bringt natürlich auch Spaß herauszufinden, wer sie bei Benedict verpfiffen hat und wie sie darauf reagieren.“ Hier folgt das Who’s who der Helden, die in „Ocean’s Twelve“ im Mittelpunkt stehen: DANNY OCEAN: Er hat das Unmögliche geschafft und in einem komplexen Coup Terry Benedicts unangreifbaren Tresor in dessen Las-Vegas-Casino ausgeräumt. Dadurch ist der charismatische Bandenchef vom geschiedenen und auf Bewährung entlassenen Knastbruder zum berüchtigtsten Superhirn der Unterwelt aufgestiegen. Danny hat die 160 Millionen Dollar unter seinem Team aufgeteilt und seine Ex-Frau Tess zum zweiten Mal geheiratet. Jetzt lebt er zurückgezogen und ganz legal in Connecticut. „Danny geht zufrieden einkaufen, um Tess zum zweiten Mal ein Geschenk zum dritten Hochzeitstag zu besorgen, als sie ihn anruft und alarmierende Neuigkeiten berichtet“, verrät Clooney. „Seit damals versuchen alle Mitglieder seiner Crew, ein ehrbares Leben zu führen, aber sie verprassen ihr Geld mit vollen Händen. Deswegen werden wir jetzt von unserer Vergangenheit eingeholt.“ RUSTY RYAN: Rusty Ryans Gaunerkarriere hatte einen Tiefpunkt erreicht, als Danny Ocean ihn als seine rechte Hand anheuerte, um den Benedict-Coup durchzuziehen. Nach dem unglaublichen Erfolg hat Rusty sich als Inhaber eines angesagten Hollywood-Hotels etabliert. Ihm steht nicht nur ein weiterer Supercoup bevor – vielleicht findet er jetzt sogar seine große Liebe. „Im ersten Film blieb unklar, ob Rusty sich zu Männern oder Frauen hingezogen fühlt“, witzelt Brad Pitt. „Das wollen wir im Sequel klarstellen: Er verliebt sich in eine Frau.“ LINUS CALDWELL: Der talentierte Nachwuchsganove Linus Caldwell hat sich mit dem Vegas-Coup seine Sporen verdient. Doch der Meister der Taschendiebe ist so ehrgeizig, dass er sein Können und seine Zukunft leichtfertig aufs Spiel setzt. „Linus möchte unbedingt wie Danny und Rusty ein eigenes Team leiten, aber das ist für ihn noch eine Nummer zu groß“, sagt Matt Damon. „Er hat sein Geld in Chicago eingesetzt, um ,Begabungen zu fördern‘, und er will Danny imitieren, indem er eine eigene Bande um sich schart.“ ISABEL LAHIRI: Die elegante und fähige Europol-Agentin Isabel Lahiri spürt erfolgreich auch die gerissensten Superdiebe auf, denn sie ist selbst Tochter eines verstorbenen Einbrechers. „Isabel hat hervorragende Fähigkeiten als Detektivin, sie konzentriert sich völlig auf ihre Aufgabe und leistet Spitzenarbeit“, sagt Catherine Zeta-Jones. „Sie analysiert den Vegas-Raub sehr genau und hat eine persönliche Verbindung zu Oceans Bande, was sie nur noch mehr antreibt, den Fall zu lösen.“ TERRY BENEDICT: Der skrupellose Terry Benedict dürstet nach Rache – er will mit der frechen Bande abrechnen, die seine Casinos um 160 Millionen Dollar erleichtert haben, vor allem aber mit ihrem Anführer Danny Ocean, der Benedict nebenbei auch noch die Freundin ausgespannt hat. „Es gab nur zwei Möglichkeiten, wie Benedict im Sequel auftritt: Entweder macht er in der Bande mit – oder er bringt sie um“, sagt Andy Garcia. „Ich glaube fast, er würde letzteres vorziehen. Ich spiele gern den Bösewicht, denn dann mußs ich nicht als Held all die Probleme aus dem Weg räumen: In dieser Geschichte bin ich selbst das Problem. Dadurch verlagert sich meine Verantwortung als Darsteller, die mir sehr viel mehr Freiheit einräumt.“ BASHER TARR: In Las Vegas mußste Sprengstoffexperte Eugene „Basher“ Tarr die halbe Stadt kurzschließen, um seinen Teil zum erfolgreichen Benedict-Coup beizutragen. Inzwischen hat er seinen Beuteanteil genutzt, um einen lang gehegten Traum zu verwirklichen. „Basher wollte schon immer in der Musikbranche Fuß fassen“, sagt Don Cheadle. „Er wünscht sich den Erfolg seiner Titel, ist aber total frustriert, weil die Songs wegen der ständigen Fluchkanonaden in den Texten nicht im Radio gespielt werden dürfen.“ FRANK CATTON: „Man kann einen Mann wie Benedict nicht übers Ohr hauen und dann glauben, dass der dies einfach so hinnimmt“, sagt Bernie Mac – er spielt den Safeknacker Frank Catton, der sich gern die Fingernägel maniküren lässt. „Wir haben ihn brüskiert, und ein Ganove wie er lässt so etwas nicht auf sich sitzen. Irgendjemand wird die Konsequenzen zu spüren bekommen.“ Catton stößt unter recht unglücklichen Umständen wieder zu Oceans Team, und sie machen dort weiter, wo sie aufgehört haben. „Die enge Verbundenheit des Teams gefällt mir am besten“, findet Mac. „Diese Kameradschaft ist das Rückgrat der besten Szenen – auch nach den drei Jahren, die sie getrennt waren, weil sie untergetaucht sind, um ein unauffälliges Leben zu führen.“ TESS OCEAN: Tess Ocean ist die Konservatorin der Gemäldegalerie im Bellagio-Casino. Sie war nicht gerade begeistert, als ihr ständig schwindelnder, krimineller Ex-Mann vor drei Jahren in Las Vegas auftauchte… aber selbst sie mußste zugeben, dass es zwischen den beiden immer noch knisterte, und sie ließ sich von Dannys kühnem Plan überrumpeln, ihren damaligen Freund auszurauben: den mächtigen Casino-Besitzer Terry Benedict. Inzwischen ist sie wieder mit Danny verheiratet und genießt als Hausfrau das zurückgezogene Leben in Connecticut. „Mir gefiel am Drehbuch vor allem, dass sich meine Rolle und die Umgebung völlig verändert haben“, erzählt Julia Roberts. „In Ocean’s Eleven war Tess Dannys Gegenspielerin. In meinen Szenen hatte ich mit George und Brad zu tun, aber nie mit allen Jungs. Es war also sehr schön, diesmal mit zum Team zu gehören.“ TURK & VIRGIL MALLOY: Die Autoexperten des Teams sind die Malloy-Zwillinge, die sich ständig in den Haaren liegen und ihre Konkurrenzsituation als Brüder auch in den drei Jahren seit dem Benedict-Coup nicht beigelegt haben. „Virgil hat sehr verantwortungsvoll gehandelt und das meiste Geld aus dem Vegas-Anteil gespart“, sagt Casey Affleck. „Er hat sich mit einer jungen Frau verlobt, ist sesshaft geworden und glaubt, seine kriminelle Vergangenheit endgültig hinter sich gelassen zu haben.“ Gleichzeitig gab Turk fast sein gesamtes Vermögen für Autos, Maschinen und Erfindungen aus. „Im ersten Film waren Casey und ich die Witzbolde“, stellt Scott Caan fest. „Doch in ,Ocean’s Twelve‘ werden alle zu Komikern.“ FRANÇOIS TOULOUR – „NIGHT FOX“: Der renommierte französische Schauspieler Vincent Cassel spielt François Toulour, einen wohlhabenden europäischen Playboy, der sich als Meisterdieb einen Namen macht. Am Tatort hinterlässt er jeweils sein Markenzeichen: einen kleinen schwarzen Fuchs. Toulour stammt aus einer reichen und privilegierten Familie – wenn er stiehlt, geht es ihm also nicht ums Geld. Aber er braucht den Adrenalinschub bei der Durchführung scheinbar unmöglicher Verbrechen. „Toulour ist äußerst arrogant, sehr elegant und verwöhnt, unglaublich charmant und höchst geschickt“, definiert Cassel seine Rolle. „Er arbeitet sehr konzentriert, und wenn er sich etwas in den Kopf setzt, bekommt er es auch. Als Einzelgänger arbeitet Toulour immer allein, und wenn er nicht weiß, wie er das bewerkstelligen kann, übt er so lange, bis es ihm gelingt.“ LIVINGSTON DELL: Der Überwachungs-, Computer- und Elektronik-Experte Livingston Dell ist das bescheidenste Mitglied in Oceans Team. Er wohnt weiterhin bei seinen Eltern und probt seinen Auftritt als Standup-Comedian. „Mir gefällt an dieser Story, dass die Figuren sehr viel intensiver entwickelt werden als im ersten Film“, sagt Eddie Jemison, der schon in Steven Soderberghs frühem Film „Schizopolis“ (Schizopolis) dabei war. „Die Gruppe wirkt wie ein altes Ehepaar. Sie lieben einander, aber offenbar ertragen sie es nicht, in einem Raum zusammen zu sein.“ SAUL BLOOM: Saul Bloom hat seinen Ruhestand aufgegeben, um in Danny Oceans Team mitzumachen. Er verwandelte sich in Lyman Zerga, den reichen Geschäftsmann mit nebulöser Herkunft, der darauf bestand, seinen Aktenkoffer in Terry Benedicts Tresor zu deponieren – so ermöglichte er den unglaublichen Coup. Saul genießt inzwischen seinen zweiten Ruhestand und erfindet sich noch einmal neu, diesmal als Mitglied eines High-Society-Männerclubs im Nobelbezirk Hamptons auf Long Island/New York. Carl Reiner beschreibt das so: „Saul hat nie ein unbeschwertes Leben geführt. Er war ein Kleinganove. Mit dem Geld aus dem Benedict-Coup in der Tasche hat er eine Frau in der Reizwäsche-Abteilung kennen gelernt, mit der er jetzt zusammenlebt. Als Benedict bei ihm anklopft, hat er wirklich keine Lust, in seinem Alter noch ein Ding zu drehen. Er will nicht, dass sein letzter Scheck platzt.“ REUBEN TISHKOFF: Nachdem Terry Benedict Reuben Tishkoff aus dem Immobilienmarkt in Vegas gedrängt hatte, konnte der seinen Rachedurst stillen, indem er Danny Oceans ausgeklügelten Plan finanzierte, mit dem Benedict um 160 Millionen Dollar erleichtert wurde. Tishkoff zeichnet sich als Einziger der Bande dadurch aus, dass er das Geld aus seinem Beuteanteil inzwischen vermehrt hat. „Tishkoff ist Geschäftsmann, er hat die Zeichen der Zeit erkannt und auf dem Aktienmarkt kräftig abgesahnt“, sagt Elliott Gould. „Als wir ihn wiedertreffen, trägt er immer noch Punkte und Streifen. Und auf seine eigene exzentrische Art beschäftigt er sich heute mit Gedankenlesen und Mystizismus.“ YEN: Schlangenmensch Yen zwängte sich damals in eine Bargeldkarre, um in Terry Benedicts unbezwingbaren Tresor einzudringen. Seitdem lebt er auf der Überholspur, feiert mit Models Partys in seiner luxuriösen Villa und kleidet sich sehr viel hipper als früher. „Mir hat der erste Film sehr viel Spaß gemacht, obwohl ich damals keine Ahnung hatte, wer all die Starkollegen überhaupt waren“, sagt der chinesische Akrobat Shaobo Qin, der mit „Ocean’s Eleven“ sein Kinodebüt gab. „Nach Ende der Dreharbeiten kehrte ich zu den Peking-Akrobaten zurück, mit denen ich nach wie vor in aller Welt auftrete.“ „Ocean’s Eleven“ entstand an Schauplätzen in Atlantic City/New Jersey, St. Petersburg/Florida sowie in und um das Bellagio-Hotel in Las Vegas. Bei „Ocean’s Twelve“ schraubten Produzent Jerry Weintraub und Regisseur Steven Soderbergh die Ansprüche noch höher und gingen mit dem gesamten Produktionsteam geschlagene zehn Wochen auf Reisen: Sie drehten in Chicago, Amsterdam, Paris, Monte Carlo, am Comer See, in Rom und in Castellamare del Golfo auf Sizilien. „Es ist sehr viel angenehmer, in Rom, Paris, am Comer See und Monte Carlo zu drehen als in einem Studio in Hollywood“, behauptet Weintraub. „Natürlich kann man Sets bauen, aber das Pantheon in Rom oder die Grachten in Amsterdam kann niemand nachbauen. Durch diese traumhaften, wunderschönen Schauplätze wird der Film unverwechselbar geprägt. In jeder Stadt wurden wir herzlich und äußerst zuvorkommend empfangen. Wir durften sogar im Casino von Monte Carlo filmen, das wirklich nur sehr selten als Filmkulisse gedient hat. Ein sehr außergewöhnliches Gebäude, das sich von Las Vegas total unterscheidet.“ „Ich würde ja gern behaupten, dass ich noch nie so wunderbare Dreharbeiten erlebt habe – leider stimmt das aber nicht“, sagt Brad Pitt mit unübersehbarem Augenzwinkern. „Lausige Drehorte. Ekelhaftes Essen – vor allem in Italien. Und die Kollegen – nicht zum Aushalten! Ich war total genervt.“ Im April 2004 flog das Drehteam von Chicago aus in die Niederlande, wo es drei Wochen lang in Amsterdam drehte, vor allem im „Kattenkabinet“, einem im 18. Jahrhundert entstandenen Gebäude, das an einer der schönsten Grachten der Stadt liegt. „Auch Amsterdam habe ich einst auf einer PR-Tour kennengelernt – ich war sofort begeistert“, berichtet Soderbergh. „Eine wunderschöne, echt einzigartige Stadt. Im Kino hatte ich sie noch nicht oft als Schauplatz gesehen, zumindest nicht in amerikanischen Filmen, und thematisch passt die Stadt gut in das komödiantische Konzept unseres Films. Ich freue mich sehr, dass wir dort drehen konnten – wir haben die Schauplätze nicht nur beiläufig, sondern sehr intensiv genutzt.“ Zu den Drehorten in Amsterdam gehören das Pulitzer-Hotel, das aus 25 historischen, an den Grachten gelegenen Häusern besteht, die alle im 17. und 18. Jahrhundert entstanden, und das Dampkring, eines der bekanntesten Kaffeehäuser der Stadt. Daneben drehte das Team im Haarlem-Hauptbahnhof und im von Richard Meier entworfenen Rathaus der niederländischen Hauptstadt Den Haag. Von Holland ging die Reise weiter nach Paris, wo Szenen in der Sorbonne, in der australischen Botschaft, am Gare du Nord und in etlichen weiteren Stadtvierteln und Straßen entstanden. „Wir drehten in der australischen Botschaft auf einer Terrasse mit Blick auf die Seine und den Eiffelturm“, berichtet Weintraub. „Ich fragte Steven: ,Du weißt, dass da drüben der Eiffelturm ist?‘ Seine Antwort: ,Das ist ein Klischee, das brauchen wir nicht zu zeigen.‘ Aber im fertigen Film taucht der Eiffelturm als Spiegelung auf Brads Sonnenbrille auf – ich glaube, diese Einstellung wird wohl in den nächsten 25 Jahren von jedem Filmstudenten analysiert werden.“ Nach Abschluss des Drehs in Paris richtete sich das Team für eine Woche am Comer See ein, es folgten ein Monat in Rom und zwei Tage auf Sizilien. Während des Aufenthalts in Como wohnten mehrere Darsteller sowie Weintraub und Steven Soderbergh in George Clooneys nahe gelegener Villa. „Wir kamen uns vor wie in Hearst Castle“, schmunzelt Clooney. „Morgens beim Frühstück fragten wir: ,Wer mußs heute arbeiten?‘ Wenn es dann Zeit wurde, gingen wir hinunter zum Anleger, bestiegen das Boot und dampften zum Drehort.“ „Wir fühlten uns wie im Sommercamp – das hat unglaublich Spaß gemacht und war sehr erholsam“, fügt Julia Roberts hinzu. „Wir lungerten den ganzen Tag am Pool herum und fragten: ,Wer arbeitet heute eigentlich?‘ Wir haben zwar ein enormes Arbeitspensum absolviert, aber das erstaunt mich immer wieder an dieser Gruppe. Ich kapiere einfach nicht, wie viel Spaß das alles machte, obwohl wir derart viel gearbeitet haben.“ Die atemberaubende Villa Erba aus dem 19. Jahrhundert, über dem Comer See gelegen, diente als François Toulours Wohnsitz. Die Filmfans unter den Darstellern und Teammitgliedern horchten auf, als sie erfuhren, dass der verstorbene italienische Regisseur Luchino Visconti hier mit seiner Familie Urlaub zu machen pflegte. (Wer es ganz genau wissen wollte, nahm zur Kenntnis, dass Visconti in der Villa Erba seinen Film „Ludwig II.“ geschnitten hat.) 1986 verkaufte die Visconti-Familie das Anwesen an die Gemeinde – heute dient es als Ausstellungs- und Konferenzzentrum. In Rom drehte das Team im Jugendstil-Esssaal des Grand Hotel Plaza, das an der exklusiven Via del Corso liegt (wo Federico Fellini gern lunchte); außerdem im Bahnhof Stazione Termini; dem eleganten Prada-Emporium an der Via Condotti; in etlichen Cafés im Herzen der Altstadt beim Campidoglio; an den Flughäfen Fiumicino und Ciampino; im Exedra-Hotel an der Piazza Repubblica; in der British Academy im Garten der Villa Borghese, die die Außenansicht des Kunstmuseums doubelte; in einem Lagerhaus in den Mercati Generali, dem früheren römischen Lebensmittel-Großmarkt; am Dach-Swimmingpool und auf der Dachterrasse des neu renovierten Es-Hotels, das am Bahnhof im römischen Viertel Esquilino liegt; und schießlich an einem der berühmtesten Wahrzeichen Roms, dem Pantheon. Es entstand im Jahr 27 vor Christus als Tempel, in dem die olympischen Götter verehrt wurden. Nach einem Feuer wurde es im Jahr 118 nach Christus wieder aufgebaut und Jahrhunderte später als katholische Kirche geweiht. „Ich legte Wert darauf, Rom so naturalistisch wie möglich zu zeigen – jede Einstellung mußs sich den Figuren und ihren Aktionen unterordnen“, sagt Soderbergh. „Ich möchte den Zuschauern das Gefühl vermitteln, durch die Straßen Roms zu spazieren.“ Für Casey Affleck war ein besonderes Highlight des europäischen Abenteuers natürlich die Geburt seines ersten Kindes in Amsterdam. Das zweite Highlight hat er Jerry Weintraub zu verdanken. „Jerry fragte, ob ich eine Sightseeing-Tour durch Rom mitmachen wollte – es stellte sich heraus, dass uns der Bürgermeister persönlich privat über das Forum führte“, sagt Affleck. „Immer wieder schafft es Jerry, uns derart umwerfende, absolut einmalige Erlebnisse zu ermöglichen. Die Erinnerung an die Dreharbeiten wird dadurch noch erheblich kostbarer – wir können wirklich zufrieden sein: Es war ein großes Vergnügen.“ Unvergesslich für das Team waren die Dreharbeiten nicht zuletzt durch den Schabernack, den George Clooney andauernd im Kopf hatte – er ist berühmt dafür, seinen Freunden und Kollegen Streiche zu spielen. „dass alle Kollegen aus dem ersten Film wieder mitmachen wollten, liegt vor allem an George“, sagt Weintraub. „Er ist immer guter Laune und steckt alle damit an. Jedermann weiß: Wenn George in einem Film mitwirkt, wird es garantiert nie langweilig!“ „Georges Streiche sind gewöhnlich auf lange Hand vorbereitete Meisterstücke – ich weiß also genau, dass er es im Augenblick irgendwie auch auf mich abgesehen hat, ohne dass ich das merke“, überlegt Matt Damon. Doch einmal wurde auch Clooney übertrumpft – durch einen cleveren Trick, den Brad Pitt einfädelte. Vor dem Drehstart in Italien kreierte Pitt eine getürkte Tages-Dispo auf Italienisch, die das einheimische Team anwies, Clooney nur mit seinem Rollennamen anzusprechen, weil er das ausdrücklich verlangte. „Einen Monat lang wurde er täglich mit ,Good Morning, Mr. Ocean‘ und ,Yes, Mr. Ocean‘ angesprochen, bis George endlich dahinter kam“, erinnert sich Damon. „Das war lustig, nahm aber irgendwann pathologische Züge an“, sagt Clooney gutmütig. „Ich nahm mir also endlich die Dispo vor und bat jemanden, den Text für mich zu übersetzen. Als sogar in den italienischen Zeitungen berichtet wurde, dass ich mich wie eine Diva aufführte, weil jeder mich als Danny Ocean ansprach, tauchte Brad auf einmal bei mir auf. Er sagte: ,Das zahlst du mir heim, stimmt’s?‘ Und ich antwortete: ,O ja, das zahle ich dir heim, Mann. In diesem Fall wird es eine Menge Kollateralschäden geben.‘“ Als Teil seiner Rache schmuggelte Clooney schwere Gewichte in das Gepäck, das Pitt in einer Szene schnell packen mußste, um mit einer gewandten Bewegung in den Zug zu springen. „Das Gepäck war tonnenschwer“, gibt Pitt grinsend zu. „Aber ich fand, dass die Szene dadurch viel realistischer wirkte – und darauf lege ich bei allen meinen Rollen großen Wert.“ Es war aber nicht das einzige Mal, dass Clooney sich während der Dreharbeiten auf Pitts Kosten amüsierte. „Ich fasste in eine Tasche meines Gepäcks und spürte darin Kies, oder Tannenzapfen oder ein gammeliges Butterbrot“, erinnert er sich. „Das belegt mal wieder, wie absolut kindisch Leute sein können, die ihre Arbeit nicht ernst nehmen.“ Der Schauplatz der letzten Drehtage befand sich im kleinen Fischerdorf Castellamare del Golfo auf Sizilien. Dort entstanden Szenen auf einer klassischen Yacht aus den 1930er-Jahren und in einer ehemaligen Tunfisch-Fabrik, die durch den Zauberstab des Ausstatters in eine atemberaubende sizilianische Villa mit Blick auf das Mittelmeer verwandelt wurde. Im Juli traf das Filmteam wieder in Los Angeles ein, wo weitere vier Wochen in den Warner Bros. Studios gedrehte wurde. Obwohl er all die hinreißenden Drehorte in Europa gesehen hatte, erlebte Weintraub den schönsten Moment dieser Produktion in seinem Wohnwagen auf dem Studiogelände. „Ich saß in meinem Wohnwagen, als zwei kleine, etwa zehnjährige Jungen anklopften. Sie erklärten, sie seien große Fans von mir, und zählten alle Filme auf, die ich produziert und in denen ich mitgespielt hatte“, sagt Weintraub, der für seine Gastauftritte in Filmen wie „The Firm“ (Die Firma) und „Vegas Vacation“ (Viva Las Vegas – Hoppla, wir kommen!) bekannt ist. „Sie hatten Bilder und Poster von meinen Filmen dabei und baten mich um Autogramme. Als ich dann so weit war, fragte der eine: ,Darf ich Sie was fragen? Sie verdienen doch eine Menge Geld, nicht wahr? Als ich bejahte, fragte er: ,Wenn Sie so reich sind, warum wohnen Sie dann in einem Wohnwagen?‘“ Das Ambiente einer Welt voller IntrigenSpaßfaktor, Humor-Input und Teamgeist konnten sich bei „Ocean’s Twelve“ absolut mit dem Vorgänger messen, aber zusammen mit Komponist David Holmes, Produktionsdesigner Philip Messina und Kostümbildnerin Milena Canonero wollte Regisseur Steven Soderbergh stilistisch neue Wege beschreiten.„Auf jeden Fall wollten wir uns nicht wiederholen“, sagt Soderbergh. „Es ging mir um eine ganz neue Atmosphäre in einem eigenständigen, originellen Film. Das ästhetische Konzept von ,Ocean’s Twelve‘ beschreibe ich gern so: Das ist die mit Abstand teuerste Episode einer Fernsehserie aus den 60er-Jahren.“ David Holmes hatte bereits die Musik zu „Ocean’s Eleven“ und auch Soderberghs romantischen Thriller „Out of Sight“ geschrieben. Er komponierte nun einen völlig neuen Soundtrack zu „Ocean’s Twelve“. „Nicht ein einziges Musikstück war schon im ersten Film zu hören – das ist sehr unüblich“, stellt der Regisseur fest. „David und ich nahmen uns vor: ,Wir fangen noch einmal ganz von vorn an. Der Film ist ein anderer, die Stimmung ist anders, die Optik auch. Also wollen wir auch eine andere Musik.‘ Und die hat er mir geliefert. Die Musik ist absolut außergewöhnlich: sehr originell, und sie passt wunderbar zum Film.“ Produktionsdesigner Philip Messina war dafür zuständig, die zahlreichen Sets und Drehorte des Films optisch aufzupeppen. „Steven legt immer Wert darauf, die Figuren durch ihre Umgebung zu definieren“, sagt Messina, der mit Soderbergh bereits „Ocean’s Eleven“, „Erin Brockovich“, „Traffic“ und „Eros“ gedreht hat. „Mit dieser Besetzung ist das allerdings einfach – egal wo man die Darsteller hinstellt, sie werden immer toll aussehen.“ Messina berichtet, dass sich ein Schauplatz als besonders tückisch herausstellte, obwohl die Sache anfänglich ganz einfach schien: Das Drehbuch forderte ein Haus an einer Amsterdamer Gracht. „Steven wollte auf jeden Fall, dass wir Außen- und Innenansicht, die Gracht und die Dächer jenseits der Gracht alle an einem Schauplatz drehten. Doch ich fand heraus, dass man die meisten dieser wunderschönen Dächer gar nicht betreten kann“, berichtet Messina. „Sie fallen sehr steil ab – es ist einfach unmöglich, dass ein Darsteller darauf Halt findet – von einem Filmteam samt Ausrüstung ganz zu schweigen. Ich habe mir etwa 40 Häuser an den Grachten angeschaut, bis ich endlich ein verwendbares Dach fand, an das wir nur ein kleines Stück ansetzen mußsten. Gegenüber fanden wir eine Außenansicht, die fast geeignet war – wir haben einfach einen neuen Eingang vorn draufgesetzt. Das Innere haben wir etwas verändert: Wir bauten einen zusätzlichen Raum mit einem Tresor darin, und wir ersetzten die fünf Meter hohen Fenster durch Fensterscheiben, die man öffnen konnte.“ Die Treppen in den holländischen Häusern an den Grachten sind kaum mehr als einen Meter breit – also mußste die Filmausrüstung über Gerüste und mit Kränen in das Haus und aufs Dach gehievt werden. In Rom war die Schauplatzsuche weniger kompliziert, denn die Ewige Stadt bietet jede Menge atemberaubender Ausblicke. "Mein liebster Drehort ist im Film nur ganz kurz zu sehen“, berichtet der Designer. "Wir suchten eine Werkstatt für den Erfinder, den Eddie Izzard spielt. Und unter einem Lampengeschäft in einem Haus aus dem 14. Jahrhundert fanden wir unglaubliche Gewölbe. Sie wurden schon seit Jahrzehnten nicht mehr benutzt und erwiesen sich als perfekte Umgebung für den Exzentriker.“ Als Messina und sein Team den ausgedehnten Lebensmittelmarkt in Rom entdeckten, der schon seit einem Jahr nicht mehr benutzt wurde, verwendeten sie eines der Gebäude als Lagerhaus von Oceans Team. „Das Viertel wirkte wie eine ausgestorbene Stadt“, sagt er über das Marktareal. „Buchstäblich Dutzende von Straßenblocks standen leer. Einfach wunderschön. Wir hatten unglaublich Glück, denn sechs Monate nach unserem Drehtermin sollte das gesamte Gelände laut Stadtplanung renoviert und neu besiedelt werden.“ Eine geeignete Villa für den wohlhabenden Dieb François Toulour zu finden erwies sich als schwierig, weil das Haus laut Drehbuch am Wasser liegen sollte. Weil die Dreharbeiten während der Sommermonate stattfanden, waren Drehorte an der französischen Riviera oder der italienischen Amalfi-Küste wegen der Menschenmassen nicht verwendbar. „Toulour ist der Sohn von Aristokraten, aber wir wollten auch vermitteln, dass er sich seinen Stil und Geschmack durch viel Geld erworben hat“, erklärt Messina. „Außerdem soll er isoliert wirken – das Haus mußste also abseits liegen.“ Messina suchte mehrere norditalienische Seen ab und entschied sich dann für die Villa Erba am Comer See: Dieses ausgedehnte Anwesen wies alle optischen und praktischen Vorzüge des Toulour-Besitzes auf. „Heute ist die Villa Erba ein Kongresszentrum – entsprechend konnten wir unser Produktionsbüro und die Kostümabteilung direkt vor Ort einrichten.“ Ein Privathaus mit Grundstück ganz im Westen Siziliens verwendete Messina für die Sets der Schlüsselszenen am Ende des Films. Diese Sets heben sich von Toulours förmlichem Prunk durch ihre südländische, lockere Atmosphäre ab. „Das Haus liegt in einer wunderschönen Gegend – etliche Felsmassive ragen aus dem Wasser, der Blick aufs Meer ist traumhaft“, erinnert er sich. „Wir durften aber nicht im Innern des Hauses drehen, also dachte ich mir, dass wir einfach unseren eigenen Eingang davorsetzen könnten. Wir haben also einen kleinen Anbau konstruiert, und vor dem Haus eine komplette Terrasse – dadurch wurde es kosmetisch verschönert.“ Nach der Rückkehr drehte das Team noch etliche Wochen vor allem in drei Hallen auf dem Gelände der Warner Bros. Studios. Messina baute dort holländische und römische Hotelzimmer nach, ein paar römische Gefängniszellen, das Innere eines holländischen Frachtkahns und den Salon des Wahrsagers. Eine der kniffligsten Aufgaben seiner Laufbahn bewältigte Messina mit dem Bau der Museumsinnenräume, die man dem echten Schauplatz in Italien vorzog. „Ich habe selten einen derart großen Set gebaut wie dieses Museum“, beschreibt er die Konstruktion, die fast die gesamte Fläche der riesigen Halle 15 einnahm. „Ich ließ mich von der Architektur der 19. Jahrhunderts inspirieren, natürlich auch von der ähnlich klassischen Außenansicht, die wir in Rom filmten.“ Vier verschiedenen Ausstattungsteams in drei Ländern hat Messina für ihre „fantastische Kompetenz“ und die opulente Eleganz des Films zu danken. Outfits für Ocean's TwelveDie Kostümbildnerin Milena Canonero hat mit „Chariots of Fire“ (Die Stunde des Siegers) und „Barry Lyndon“ (Barry Lyndon) bereits zwei Oscars gewonnen. Steven Soderbergh und Produzent Jerry Weintraub baten ausdrücklich um ihre Mitwirkung. „Bei ,Ocean’s Eleven‘ war ich nicht dabei“, sagt Canonero. „Und als Steven mich anrief, zögerte ich, weil ich mich um derart viele berühmte Schauspieler kümmern mußste.Außerdem hatte ich gerade die Arbeit an Wes Andersons „The Life Aquatic“ beendet und überlegte, ob ich mich wirklich gleich wieder in ein derart aufwändiges Unternehmen wie ,Ocean’s Twelve‘ stürzen sollte. Aber Jerry Weintraub ist wirklich unwiderstehlich – man kann einfach nicht ablehnen! Ich freute mich sehr, wieder mit Steven arbeiten zu dürfen, denn das ist immer ein großes Vergnügen. Es stellte sich heraus, dass die Entwürfe für derart viele Figuren sogar sehr viel Spaß machten. Viele Leute meinen ja, man müsste nur für Kostümfilme die Kleidung entwerfen und schneidern. Aber auch wenn ich an einem ,modernen‘ Film arbeite, schneidere ich immer einige Kostüme selbst! Natürlich gefällt mir die Mischung am besten, die sich aus der Arbeit verschiedener Couturiers ergibt und die sich für die Figuren eignet. Die meisten von Catherine Zeta-Jones’ Kleidern haben wir selbst angefertigt, außerdem mehrere Outfits für Elliott Gould, Brad Pitt, George Clooney, Andy Garcia, Julia Roberts, Vincent Cassel und die vielen anderen Darsteller. Soderbergh bat Canonero um einen originellen Ansatz bei der Garderobe – er wollte auf keinen Fall den Kostümstil wiederholen, den Kostümbildner Jeffrey Kurland für ,Ocean’s Eleven‘ kreiert hatte. „Die Helden verfügen jetzt über sehr viel mehr Geld, sie haben sich weiterentwickelt, sind reifer geworden. Steven legte also Wert darauf, dass sie nicht so wie vor drei Jahren aussahen, als wir sie kennen lernten“, erklärt Canonero, die schon die Kostüme zu Soderberghs „Solaris“ und „Eros“ lieferte. „Ich habe allerdings mit den Darstellern gesprochen, und einige von ihnen behalten Einzelheiten aus dem ersten Film bei.“ Die Kleidung von Anführer Danny Ocean gestaltete Canonero wieder „sehr unauffällig und einfach, aber elegant“. „Danny trägt einfarbige Kleidung: Schwarz, Grau, Braun, manchmal Beige“, sagt sie. „Rusty ist eitler, steht mehr auf Klamotten. Beim ihm verwende ich viel Satin, glänzende Stoffe – er wirkt aalglatt wie ein Blitzstrahl.“ Mit Canoneros Hilfe schlägt Julia Roberts als Tess Ocean eine neue Richtung ein. „Julia bringt bei der Anprobe gern eigene Ideen ein. Sie wollte Tess diesmal ein wenig lockerer spielen, nicht so steif, wie wir sie damals erlebt haben“, sagt die Designerin, die ihre Entwürfe wochenlang überarbeiten mußste, als Roberts feststellte, dass sie Zwillinge erwartete. (Im Originaldrehbuch sollte Tess im fünften Monat schwanger sein – entsprechend war ihre Garderobe angelegt. Als Roberts dann tatsächlich schwanger wurde, beschloss Soderbergh, dass sie im Film kein Kind erwarten sollte.) Bei den Entwürfen zur Kleidung des von Don Cheadle gespielten Sprengstoffexperten und Nachwuchsmusikers Basher Tarr bat Canonero einen alten englischen Freund um Hilfe: „John Pierce ist ein sehr guter englischer Schneider, der viele Leute in der Musikbranche einkleidet. Er machte für Don einen blauen, mit Schlangenhautmustern bedruckten Mantel mit dazu passendem Schlangenhauthemd. Sehr bunt, aber auch mit deutlich britischem Einschlag. Don gefiel, wie wir Bashers Kostüme auf seine Musik abstimmten.“ Mit Abstand am extravagantesten kleidet sich in Oceans Bande der Finanzier Reuben Tishkoff, den Elliott Gould darstellt. „Im ersten Film sieht Reuben kitschiger aus, er war ein windiger Geschäftemacher mit Goldketten und geschmacklosen Hemden – das war natürlich Absicht“, überlegt Canonero. „Elliott, Steven und ich beschlossen nun, dass Reuben immer schon ein englischer Gentleman sein wollte – entsprechend kleidet er sich jetzt. Er ist immer noch extravagant, aber offenbar hat er die englischen Modemagazine der 70er studiert – jetzt gefallen ihm bunte Schlipse und unpassende Hemden. Und darunter trägt er immer noch seine goldenen Ketten.“ Wie Reuben hat sich auch der andere Senior in Oceans Team, Saul Bloom, seit dem Benedict-Coup verändert. „Saul führt das Leben eines Landedelmanns“, sagt Canonero über Carl Reiners Rolle. „Mit seinem Beuteanteil hat er sich ein wunderschönes Haus in den Hamptons gekauft – sein kitschiges Leben in Miami ist vergessen. Jetzt maskiert er sich als konservatives Mitglied im Countryclub. Ich stellte mir vor, dass er einfach imitiert, wie diese Männer sich kleiden – marineblaue Blazer und College-Krawatten.“ Canoneros Garderobe für den Elektronik-Experten Livingston Dell (Eddie Jemison) unterstreicht dessen subtile Entwicklung vom anspruchslosen Stubenhocker zum anspruchslosen Möchtegern-Comedian. „Eddie meinte, Livingston dürfte inzwischen etwas selbstbewusster und weniger sonderlich sein als im ersten Film, obwohl er seine Kleidung immer noch nicht in die Reinigung gibt“, sagt sie. „Es gibt Leute, die wissen nicht mal, wie man Wäsche in eine Waschmaschine füllt, sie herausnimmt und bügelt. Zu denen gehört auch Livingston – weder seine Hemden noch seine Hosen sind gebügelt. Er trägt nur zerknitterte Sachen – was übrigens fast angesagt aussieht.“ Canonero berichtet, dass die Idee für Yens neuen Modestil von Soderbergh kam: Shaobo Qin spielt den Schlangenmenschen, der jetzt als Modefotograf arbeitet. „Steven wollte Yen einen HipHop-Look verpassen. Yen besucht HipHop-Clubs und sieht, dass die Leute dort ausgebeulte, weite Sachen anhaben – das will er nachmachen. Das Resultat ist allerdings HipHop, wie Yen sich das so vorstellt – er bekommt es nie so richtig hin.“ Die ehrgeizige Europol-Agentin Isabel Lahiri (Catherine Zeta-Jones) wollte die Designerin mit eleganten, aber sehr professionellen Kleidern ausstatten. „Ich hielt mich an den von mir so genannten ,Helden-Look‘ und verwendete immer wieder bestimmte Elemente in ihrer Kleidung, zum Beispiel Trenchcoats, die ihr einen gewissen Detektiv-Look verleihen“, sagt Canonero. „Catherine gefiel, dass wir den Mantel in verschiedenen Farben variierten. Ein glücklicher Umstand ergab, dass die Trenchcoats gerade wieder in Mode kamen, als ich sie schon hatte anfertigen lassen. In den Rückblende-Szenen zeigen wir, dass Isabel mit ihrer Kleidung früher viel lockerer und freier umging als in der Gegenwart.“ Auch in der Garderobe des Meisterdiebs François Toulour bringt Canonero seinen gespaltenen Charakter zum Ausdruck. „Toulour ist Aristokrat, bewegt sich auf international-europäischem Parkett“, sagt sie über die Figur, die Vincent Cassel darstellt. „Er ist charmant, lacht oft und gern. Aber dahinter verbirgt sich seine dunkle Seite, denn er ist ein Dieb, der vor allem nachts arbeitet. Seine Kleidung ist also in Schwarz und Weiß gehalten.“ Großen Wert legt Canonero auch auf die Schuhe. „Man bekommt sie nur selten zu sehen, aber viele Schauspieler benötigen sie, um sich in ihre Rollen hineinzuversetzen“, stellt sie fest. „Don trägt wunderbare Schuhe aus Eidechsenleder, die Basher etwas Verspieltes verleihen. Carl trägt als Saul weiße Lederschuhe, Elliott dagegen kitschige rot-schwarze Schuhe. Und Julia und Catherine tragen traumhaft hohe Absätze.“ |
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