Gothika

Ausführlicher Inhalt

Dr. Miranda Grey (HALLE BERRY), Kriminalpsychologin im Woodward-Frauengefängnis, glaubt alles zu wissen über die Verirrungen des Verstandes. Aus streng rationaler Perspektive analysiert und bewertet sie die psychischen Störungen ihrer Patientinnen als Verdrängungsreaktionen auf traumatische Ereignisse. So deutet sie auch die paranoiden Hilferufe von Chloe (PENÉLOPE CRUZ), in ihrer Zelle vom Teufel vergewaltigt zu werden, als Projektionen einer Frau, die von ihrem Stiefvater missbraucht und deshalb zu seiner Mörderin wurde.

?Sie hören nicht zu?, schreit Chloe die Psychologin enttäuscht an, bevor sie wieder einmal zur Furie wird und auch diese Sitzung zu einem erschütternden Ende bringt. Zurück im Büro ihres Mannes Doug (CHARLES S. DUTTON), der die psychiatrische Abteilung Woodwards leitet, diskutiert Miranda mit ihm Chloes Zustand, bevor Doug sich verabschiedet. Er will auf dem Weg nach Hause noch kurz in seinem Landhaus in Willow Creek vorbeischauen. Ein schweres nächtliches Gewitter tobt und es regnet in Strömen, als sich schließlich auch Miranda auf den Heimweg macht.

Weil eine Polizeisperre sie vor einem unpassierbar gewordenen Straßenabschnitt warnt, nimmt Miranda einen einsamen Umweg, telefoniert am Steuer noch kurz mit Doug. Wie aus dem Nichts kommend, steht plötzlich ein Mädchen auf der Fahrbahn, zwingt Mirandas Wagen in den Straßengraben. Benommen nähert sich die Psychologin der zitternden Gestalt und blickt in das geschockte Gesicht eines verletzten, sich schüttelnden Mädchens, das zum Entsetzen Mirandas Feuer fängt und sie damit umschließt. Dann wird alles um sie herum schwarz, doch der Albtraum hat damit erst begonnen.

Als Miranda wieder erwacht, findet sie sich in Woodward wieder, eingesperrt in einer der verglasten Beobachtungszellen. Verwirrt und erregt drängt sie auf Antworten, doch ihr besorgter Kollege Dr. Pete Graham (ROBERT DOWNEY jr.) hat selbst viele Fragen. Als sie von ihren letzten Erinnerungen, dem unheimlichen Mädchen, erzählt, konfrontiert Pete sie mit der schrecklichen Wahrheit. Miranda soll ihren Mann brutal ermordet haben, wurde blutüberströmt am Tatort gefunden und war drei Tage psychisch völlig abgetaucht.

Alle Indizien sprechen gegen sie, doch Mirandas Gedächtnis bleibt blockiert. Nur eine Injektion bringt die völlig aufgelöste Psychologin wieder zur Ruhe. Eingesperrt im selben Trakt mit ihren ehemaligen Patientinnen, träumt Miranda von blutverschmierten Wänden und von der gequälten Gestalt, die ihr erschien. Es ist Nacht geworden, als Geräusche sie wecken. Das Licht flackert, und von einer unsichtbaren Macht angezogen, heftet sich ihr Blick auf die gläserne Zellenwand.

Fassungslos sieht sie, wie ein unsichtbares Wesen seinen Atem auf die Scheibe haucht und darauf eine Botschaft hinterlässt: ?Nicht allein?. Es ist eine Kontaktaufnahme, doch der Geist ist ruhelos und schreckt auch vor Gewalt nicht zurück. Am nächsten Tag, in der Dusche mit den anderen Frauen, materialisiert er sich. Das Mädchen aus jener gespenstischen Nacht attackiert Miranda, bis auf ihrem Arm eingeritzt der blutige Schriftzug ?Nicht allein? erscheint. Dann verschwindet der Spuk.

Niemand kann ihn bezeugen und jeder ist sicher, dass Miranda sich selbst so übel zugerichtet hat und nun endgültig den Verstand verloren hat. Auch Sheriff Ryan (JOHN CARROLL LYNCH), der beste Freund von Mirandas ermordetem Mann. Immer und immer wieder bemüht sich die Psychologin, die Ereignisse zu rationalisieren, verfolgt von Albträumen und einer Erscheinung, die ihr mit zunehmender Aggression Hinweise zu geben versucht.

Als sie im Büro ihres Kollegen Dr. Parsons (BERNARD HILL) ein Foto seiner jungen Tochter Rachel sieht, die sich vor Jahren das Leben nahm, erkennt Miranda ihre Peinigerin wieder. Den Geist, der sie heimsucht, wenn die Korridore in der Nacht, verwaist und unheimlich, die Angst schüren. In der darauf folgenden Nacht stellt Miranda sich der Erscheinung, die mit ihr in Kontakt treten will, und plötzlich wird ihre Zelle von unsichtbarer Hand geöffnet wird. Sie folgt dem Flüstern und dem Mädchen, das sie in Dougs Büro und schließlich zu Chloes Zelle führt.

Ängstlich nähert sich Miranda und sieht das Grauen ? den mächtigen tätowierten Körper eines Mannes, der wieder einmal sein Opfer quält und missbraucht. Bevor Miranda etwas unternehmen kann, schleppt sie das Wachpersonal fort. Doch jetzt weiß sie, dass Chloes vermeintlich paranoide Ängste einen realen Grund haben und entschuldigt sich am nächsten Morgen bei ihr. Erleichtert umarmt Chloe sie, gibt ihr aber eine Warnung auf den Weg: ?Er hat gesagt, du bist die Nächste.?

Als das Tageslicht sich wieder zurückgezogen hat, bekommt Miranda in ihrer dunklen Zelle erneut unheimlichen Besuch. Mit einem zur Fratze verzerrten Gesicht attackiert sie der Geist Rachels, wirft sie mit gewaltiger Kraft gegen die Wände, bis Miranda zu Boden sinkt. Alarmiert von Videokameras, die nur eine selbstzerstörerische Furie, die einmal eine Psychologin war, zeigen, öffnet das Wachpersonal die Zellentür. Diesen kurzen Moment der Unaufmerksamkeit nutzt Miranda zur Flucht, versteckt sich im Labyrinth der Gänge und schließlich im Pool, wo ihr wiederum Rachel erscheint.

Weiterhin panisch auf der Flucht hilft ihr einer der Wachmänner, der es nicht über sich bringt, sie zu verraten, und überlässt ihr die Schlüssel seines Wagens. Miranda rast mit dem Auto durch die Nacht, den Geist Rachels im Nacken, der sich auf dem Rücksitz materialisiert. ?Was willst du von mir??, schreit sie geschockt ihre Verfolgerin an. Nach rasender Fahrt erreicht sie schließlich ihr Haus und erhält die Antwort. Kurz flackern alle Lichter auf. Es ist eine Einladung.

Ängstlich, aber entschlossen, sich der Wahrheit zu stellen, geht Miranda die Treppe hinauf und furchtbare Erinnerungen kommen zurück. In einer Vision des Grauens windet sich Doug schmerzverzerrt vor ihr, hebt sie die Axt und lässt sie auf ihn niederfahren, sieht sie den blutigen Schriftzug ?Nicht allein? an der Wand und sich selbst im Spiegel, als der Geist Rachels, der in sie gedrungen war, ihren Körper verlässt. Verzweifelt sackt Miranda in sich zusammen.

Noch immer kann sie das Puzzle nicht zusammensetzen, verstehen, warum der Geist des Mädchens gerade sie heimsucht. Unerwartet gibt ihr Gedächtnis endlich den entscheidenden Hinweis preis. Was wollte Doug in Willow Creek, wohin er an seinem Todestag fuhr? Ohne zu wissen, wonach sie dort eigentlich suchen soll, fährt Miranda los. Und findet Antworten, die nun nicht mehr ihren Verstand, sondern ihr Leben bedrohen ...

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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