Saint Ralph

Ausführlicher Inhalt

Es ist das Jahr 1953. Ralph Walker geht in die neunte Klasse einer kirchlichen Schule und ist bekannt für seine Mißgeschicke. Wenn er nicht beim Rauchen im Hof erwischt wird, dann beim Onanieren im örtlichen Freibad, und so lacht man zwar in der Schule über ihn, der Direktor allerdings, der strenge Vater Fitzpatrick, findet Ralphs Eskapaden nur wenig lustig. Er schickt ihn als Strafe zum Geländelauf-Team, das von Vater Hibbert (Campbell Scott), einem ehemaligen Marathonläufer, durch die Gegend gescheucht wird. Ralph findet die Lauferei komplett sinnlos und schleppt sich lustlos hinterher.

Ralph lebt allein im Haus seiner Eltern, lässt aber den Rest der Welt in dem Glauben, dass seine Großeltern sich um ihn kümmern. Sein Vater ist im Krieg gefallen, seine Mutter liegt im Krankenhaus, wo Ralph sie täglich besucht. Eines Tages jedoch, während einer seiner Besuche, fällt Ralphs Mutter in ein Koma. Schwester Alice (Jennifer Tilly) macht Ralph wenig Hoffnung, dass seine Mutter bald wieder aufwachen wird. Sie versichert ihm, dazu bräuchte es schon ein Wunder. Aber sie unterstützt ihn bei seinen Versuchen, mit Musik oder Geschichten ins Bewußtsein der Mutter vorzudringen.

Ralph ist nicht nur todunglücklich wegen des Komas seiner Mutter, er hat auch die berechtigte Angst, man werde ihn in ein Heim schicken, wenn auffliegt, dass er auf Dauer ganz allein lebt. Da hört er im Unterricht, dass es nicht nur für Heilige möglich sei, ein Wunder zu bewirken. Jeder der an etwas glaubt, genug betet und sündenfrei lebt, käme für ein Wunder in Frage. Ralph beschließt also, ein Wunder zu bewirken, auch wenn er noch nicht weiß, wie er die Sündenfreiheit bewältigen soll.

Aber er will immerhin an etwas völlig Aussichtsloses glauben: daran, dass er ein Läufer wird, der den nächsten Boston Marathon gewinnt. Das darauffolgende Wunder soll dann seine Mutter ins Leben zurückholen. Die Idee ist ziemlich verrückt, und Ralph handelt sich nur Ärger damit ein. Die Schule lacht einmal mehr über ihn, sein Freund Chester glaubt, er sei übergeschnappt, Vater Fitzgerald bestraft ihn wegen blasphemischer Reden und Vater Hibbert hält ihn für ein Großmaul. Ralph allerdings lässt sich nicht beirren.

Er beginnt zu trainieren, und allmählich müssen alle einsehen, dass er besser ist, als sie für möglich hielten. Vater Hibbert übernimmt irgendwann sein Training, aber Ralph bedient sich gleichzeitig der absurdesten Mittel, um ein guter Läufer zu werden: Er liest Bücher von irren Langstreckenchampions, er stemmt Gewichte mit Schwester Alice, er versucht mit den Seelen von Toten in Kontakt zu treten, er hat himmlische Visionen. Aber bei all dem läuft er immer besser. Er gewinnt und verliert ein paar lokale Rennen, aber im Frühjahr des Jahres 1954 hat er sich für den Boston Marathon qualifiziert.

Bevor der Marathon stattfindet, schaltet sich Vater Fitzpatrick wieder ein. Er verbietet Ralph, nach Boston zu fahren, und er verbietet Vater Hibbert, ihn dorthin zu bringen. Trotzdem treffen sich die beiden natürlich in Boston an der Rennstrecke. Während Ralph läuft und Vater Hibbert ihn anfeuert, hört die ganze Schule im Radio mit. Auch Schwester Alice sitzt bei Ralphs Mutter und verfolgt das Rennen. Ralph läuft großartig, verliert aber knapp gegen den Läufer John Kelly. Er ist nur Zweiter geworden, es wird kein Wunder geben, seine Mutter liegt weiterhin im Koma.

Ralph kehrt unglücklich zurück in die Schule. Aber durch seinen Glauben an sich und durch seine tatsächliche Teilnahme am Marathon hat sich alles geändert. Niemand hält ihn mehr für einen Spinner, sogar Vater Fitzpatrick ist beeindruckt. Ralph wird weiterlaufen, die olympischen Spiele sind nicht fern. Und seine Mutter wird eines Tages wieder aufwachen, davon ist er fest überzeugt.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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