TDR - The Devil's Rejects

Produktionsnotizen

Der Redneck-Pschopathen-Clan Rob Zombies Debütfilm ?Haus der 1000 Leichen? avancierte nach seinem Start im Jahr 2003 schnell zum Kult-Horrorstreifen. Auch die exzentrische ?Firefly?-Familie tauchte hier erstmals auf: ein ultrabrutaler Redneck-Psychopathen-Clan, der Morde im Dutzend verübt. In TDR ? THE DEVIL?S REJECTS findet die Firefly-Familiensaga um die bizarre Sippschaft von Captain Spaulding, Mama, Otis, Baby und Tiny Firefly, nun ihre makabre Fortsetzung.

Rob Zombie, Autor und Regisseur des Projekts, wollte mit TDR ? THE DEVIL?S REJECTS etwas ganz neues abliefern. ?Sequels sind meistens nichts anderes als die gleiche Story mit einer 2 hinter dem Titel?, meint der Regisseur. TDR ? THE DEVIL?S REJECTS ist ein eigenständiger Film, bei dem lediglich einige der Figuren wieder auftauchen.?

TDR ? THE DEVIL?S REJECTS unterscheidet sich sowohl stilistisch als auch in seiner Erzählweise von seinem Vorgänger. Im neuen Film überfällt Sheriff John Wydell (William Forsythe) das Haus der Fireflys, und er ist von der Idee besessen, den Tod seines Bruders zu rächen. Wydell jagt die entflohenen Familienmitglieder, die auf ihrer Flucht ihren blutigen Ruf mehr als treu bleiben. Der Film verlässt damit den eng gesteckten Rahmen von Zombies Debut ?Haus der 1000 Leichen? und schafft eine überzeugende Synthese aus traditionellen Horror-Elementen, Serienkiller-Thrillern und Western mit Rachemotiven.

?Bei diesem Projekt bin ich alles komplett anders angegangen?, sagt Zombie. ?In HAUS DER 1000 LEICHEN war es o.k., wenn die Charaktere ihre Rollen überspitzt interpretierten. In TDR ? THE DEVIL?S REJECTS wollte ich dagegen eine realistische Atmosphäre erzeugen, und zwar vom Set-Design über die Kostüme bis hin zu den einzelnen Figuren.?

?TDR ? THE DEVIL?S REJECTS ist erheblich grausamer als der erste Film?, sagt auch Sid Haig, Darsteller des verrückten Killer-Clowns ?Captain Spaulding?. ?Das Ganze ist subtiler und der psychologische steht dem physischen Horror in nichts nach.?

Zombie gesteht, dass er nie an einen Nachfolger für HAUS DER 1000 LEICHEN gedacht hatte.. ?Die Fertigstellung des neuen Scripts kostete mich einiges an Zeit, weil ich zunächst nicht recht wusste, wohin es gehen sollte. Ich wollte etwas vollkommen Neues machen, und nicht einfach eine Variation des Films, den ich schon abgedreht hatte.?

"Nichts Gefälliges" Schon als Kind liebte Zombie die 50er Jahre ?Creature?-B-Movies. Als Teenager begeisterten ihn die schmutzigen, oft nihilistischen Horrorklassiker wie THE TEXAS CHAINSAW MASSAKRE (?Blutgericht in Texas?), DAWN OF THE DEAD (?Zombie?) oder A CLOCKWORK ORANGE und brachten ihn letztlich selbst dazu, Filme zu machen. ?Diese Filme sind der Punk Rock des Kinos?, sagt Zombie. ?Während alle anderen in die gewöhnlichen Hollywood-Studiofilme liefen, zogen sich meine Freunde und ich in einem abgewrackten Autokino, irgendwo in einem der schmutzigeren Stadtviertel DAWN OF THE DEAD rein. Diese Filme waren etwas ganz besonderes, weil sie so schlicht sind. Sie hatten nichts gefälliges an sich.?

Für TDR ? THE DEVIL?S REJECTS ließ sich Zombie aber auch von 70er Jahre Krimis wie THE GAUNTLET (?Der Mann, der niemals aufgibt?) oder BONNIE & CLYDE, sowie von rauen Western wie etwa THE WILD BUNCH (?The Wild Bunch ? Sie kannten kein Gesetz?) inspirieren. ?TDR ? THE DEVIL?S REJECTS hat viel von einem super-brutalen Western?, meint Zombie. ?Ich habe mit intensiven Close-Ups im Sergio-Leone-Stil auf die Gesichter gehalten. Denn ich wollte, dass man die schmutzigen Zähne der Leute sehen kann, ihren Schweiß, ihre verbrannte Haut.?

Ob Unrecht durch weiteres Unrecht getilgt werden kann? Angesichts der Quellen seiner Inspiration verwundert es nicht, dass die beiden Zombie Filme in den 70er Jahren spielen. Er sagt selbst:?Ich bin ein typisches Kind der Siebziger. Damals gab es nicht nur gute Filme: alles war einfacher und überschaubarer. Heutzutage ist es doch viel schwieriger, eine Geschichte über einen Gruppe zu schreiben, deren Wagen mitten im Niemandsland zusammenbricht, weil sich in einem solchen Fall der eine ans Handy hängt und der andere seinen ?Blackberry?-Organizer zückt.?

Im Gegensatz zu anderen, aktuellen Horrorfilmen verläuft bei TDR ? THE DEVIL?S REJECTS die Trennlinie zwischen Gut und Böse nicht so deutlich. In der Verherrlichung der Anti-Helden steckt nichts Entschuldigendes. Und sogar der gnadenlose ?Gottesdiener? Sheriff Wydell wird hier letztlich zum Kriminellen. Überraschenderweise sympathisiert man nach etwa der Hälfte des Films ja gerade mit den Killern. Ein beabsichtigter, dramaturgischer Kniff, der Verunsicherung stiftet, und gerade deswegen Fragen aufwirft, ob Unrecht durch weiteres Unrecht getilgt werden kann.

?Alle meine Hauptcharaktere sind Bösewichte?, sagt Zombie. ?Sogar Sheriff Wydell überschreitet die Grenze zum Bösen. Ich mußste nur zusehen, dass das Publikum bereit war, meinen Weg mitzugehen. Ich habe mir oft BONNIE & CLYDE angesehen. Da ist man auch mitten drin unter den bösartigen Charakteren. Diese Figuren haben aber auch sympathische, unwiderstehliche Seiten, weshalb man es dann doch schlimm findet, wenn sie getötet werden.?

Damit sich die Antihelden im Film nicht selbständig machen, legte Zombie dieses Mal mehr Wert auf eine präzise Figurenzeichnung. ?Die Charaktere sind hier keine schaurigen Comicfiguren mehr, sondern echte Menschen?, sagt er. ?Keiner identifiziert sich mit Freddy Krueger, Jason oder Michael Myers. Die Figuren dürfen keine stumpfsinnigen Killermaschinen sein. Sie müssen realistisch sein.?

Mit Coolness bringst Du es im Leben ziemlich weit Zombies Frau Sheri Moon, die im Film die Killer-Sexbombe ?Baby? spielt, meint dazu: ?Ich glaube, die Figuren funktionieren, weil sie Charisma haben. Sie sind ein bisschen, wie die toughen Kids an der Schule, in deren Clique man auch gerne gewesen wäre.?

Zombie pflichtet dem bei:. ?Man mußs nur an Charles Manson denken. Er ist eine grausame Person, die schreckliche Dinge getan hat. Aber trotzdem ist er irgendwie faszinierend. Er hat eine so große Ausstrahlung, dass einem das andere fast egal ist. Mal ehrlich: Mit Coolness bringst Du es im Leben ziemlich weit.? Zombie lacht und fährt fort: ?Du kannst ein ziemliches Arschloch sein, aber so lange du cool bist, kommst Du damit ungeschoren davon.?

Auch wenn man sich vordergründig dagegen wehrt, wird mancher Zuschauer sich vielleicht auch im Familiensinn der Fireflys wieder erkennen. Diese lassen zwar nach außen hin ihrem Killer-Drang freien Lauf, stehen aber als Familie extrem loyal zueinander und praktizieren so ihre eigene Form von Familienbande. Rob Zombie meint dazu: ?Ich habe mich schon immer für enge Familienbündnisse und hermetische Außenseitergruppen interessiert, eigentlich für alle Unangepassten, die sich ihre eigene Welt erschaffen. Untereinander verhalten sich Außenseiter meistens völlig normal. Und dort wirken sie auch am sympathischsten.?

Die Familiendynamik hat sich in TDR ? THE DEVIL?S REJECTS noch verstärkt, und Sid Haig, Sheri Moon Zombie und Bill Moseley konnten ihre Rollen aus dem ersten Film wieder aufgreifen. ?Sid, Bill und Sheri waren Klasse im ersten Film und ihre Art der Zusammenarbeit ist großartig. Mittlerweile sind sie Freunde geworden. Sie haben in den vergangenen vier Jahren so viel Zeit miteinander verbracht, dass sie sehr familiär mit einander umgehen. Sogar wenn die Kamera nicht läuft, spürt man ihre Verbundenheit.?

?Sid, Bill und ich kommen auch außerhalb der Filmarbeiten super miteinander aus. Dadurch wird es am Set einfacher. Wir haben eine Menge improvisiert und uns oft köstlich amüsiert?, sagt Sheri Moon Zombie.

Null Angst und immer ein Ass im Ärmel Die eigenwilligen Charaktere lassen auch in TDR ? THE DEVIL?S REJECTS wieder eine Reihe von derben Sprüchen ab. Deshalb gehört der makabre Humor, ähnlich wie in HAUS DER 1000 LEICHEN, wieder zu den Markenzeichen des Films. Zombie sagt dazu: ?Die Figuren sind lustig und sie haben Charakter. Ohne Humor wäre der Film derart trostlos, dass man ihn sich nicht ansehen könnte. Mit den extremen Figuren kann man nur über die Humorebene etwas anfangen.?

Sid Haig, der öfter finstere Gestalten dieser Art spielt, mochte seine Rolle als Captain Spaulding von dem Moment an, als er das Drehbuch des ersten Teils gelesen hatte. ?Captain Spaulding ist eine schräge Version der Comic-Figur Captain America (eine nationale ?Superman?-Variation). Er hat null Angst und immer ein Ass im Ärmel. Sein Killerdasein ist nur ein Teil seiner Persönlichkeit. Genau genommen ist er der originellste und menschlichste Bösewicht, den ich je gespielt habe. Und seine Moralvorstellungen sind wirklich ziemlich verdreht.?

Für Sheri Moon Zombie, die neben ihrer Rolle als ?Baby? in ?Haus der 1000 Leichen? bisher vor allem in den Musikvideos ihres Mannes zu sehen war, gehörte TDR ? THE DEVIL?S REJECTS zu den erfüllendsten Erfahrungen in ihrem Schauspielerleben. ?Dieses Mal hatte ich das Gefühl, genau zu wissen, was ich mache. ?Baby? terrorisiert, mordet, feiert Partys und ist zugleich ein Opfer; deshalb steckte in dieser Rolle zehnmal mehr Möglichkeiten als in jener aus dem Vorgänger-Film?, sagt Sheri Moon.

Die Augen ausgeheult Das emotionale Spektrum darzustellen, das Baby im Verlauf der Geschichte abdecken mußs, war andererseits eine große Herausforderung für sie. ?Rein gefühlsmäßig fand ich die Gewaltszenen schwierig. Es fällt mir nicht leicht, Menschen Böses anzutun. Und wenn Du dann auch noch das Opfer bist, wird es richtig heftig. Während der Folterszenen mit William Forsythe habe ich mir regelrecht die Augen ausgeheult.?

In Bezug auf die Zusammenarbeit mit ihrem Ehemann gibt es für Sheri kein Problem. ?Es ist das beste, was ich mir vorstellen kann?, sagt sie, ?wir hatten eine Menge Spaß. Für andere mag diese Konstellation schwierig sein. Für uns hat sie gepasst.? Auch Rob Zombie sieht das so: ?Wir hatten wirklich eine Menge Spaß. Aber ich behandle sie auch nicht anders als den Rest des Teams. Als Regisseur hast Du es mit 50 Schauspielern zu tun. Und jeden einzelnen mußst Du individuell und gemäß seiner Art behandeln. Sheri und ich haben also unser ureigenes Arbeitsverhältnis gefunden.?

Neben den Charakteren, die schon aus dem ersten Film bekannt sind, ist Sheriff Wydell, gespielt vom erfahrenen William Forsythe, die auffälligste neue Figur. Angetrieben vom Willen, den Tod seines Bruders zu rächen, gibt Wydell schließlich seiner eigenen Mordlust nach. ?Der Wunsch nach Rache verselbständigt sich?, sagt Forsythe. ?Wydell ist von der Idee besessen, den Fireflys Grausamkeiten zuzufügen, sie genauso leiden zu lassen, wie sie ihre Opfer haben leiden lassen.?

Nachdem er das Drehbuch gelesen hatte, unterhielt sich Forsythe mit Zombie - seit langem ein Fan des Schauspielers ? und brachte seine eigenen Visionen für das Projekt ein. ?Für uns war Wydell eine Figur, die zunächst ins Hintertreffen gerät, um dann voll anzugreifen, ein nicht zu stoppender ?Tough Guy?, mit einer Prise Wildem Westen, ein Typ, wie ihn früher Robert Shaw oder Lee Marvin gespielt hätten?, sagt Forsythe.

Am Set übertraf Forsythe dann Zombies kühnste Erwartungen. Zombie schwärmt: ?Die Arbeit mit William war fantastisch. Sein Typ mußste ziemlich dynamisch rüber kommen, denn sonst wäre er von den anderen gegen die Wand gespielt worden. Aber William ist ein Vollprofi und hat eine derartig bedrohliche, intensive Präsenz, dass diese Gefahr nie aufkam. Er wirkte echt sadistisch.?

Das wahre Leben ist viel schmutziger Zombie hatte für dieses Projekt ein größeres Budget und mehr Technik zur Verfügung, versuchte aber trotzdem jenen glatten Look zu vermeiden, der die meisten aktuellen Horrorproduktionen prägt. ?Was mir an den Spielfilmen heutzutage im Vergleich zu den Siebziger Jahren nicht gefällt ist, dass sie einfach nur gut aussehen. Das wahre Leben ist viel schmutziger. Sobald es zu sauber wird, merkst Du, dass Du in einem Film bist, und das erzeugt keinen Horror,? sagt Zombie.

Zombie entschied sich dafür, den Film auf Super-16 zu drehen, um einen grobkörnigeren Look zu erzeugen und mit leichteren, kleineren Kameras arbeiten zu können. ?Im ganzen Film gibt es nur eine kleine Steadycam-Einstellung und einen einzigen Dolly-Shot,? sagt Zombie. ?Und selbst wenn die Kamera auf einem Stativ stand, legten wir extra einen Sandsack unter, damit sie ein bisschen wackelte.?

Angesichts dieser Stilmittel, erinnert TDR ? THE DEVIL?S REJECTS eher an das rauere, trostlosere Repertoire eines George Romero oder an den Kult-Klassiker The Texas Chainsaw Massacre. ?Ich wollte, dass die extremen Szenen kaum zu ertragen sind,? sagt Zombie. ?Zum Beispiel die Motel-Szene: Als wir sie filmten, wirkten alle, die sich das Geschehen auf dem Monitor ansahen, ziemlich erschüttert. Auch die Schauspieler selbst waren aufgebracht. Da wusste ich, dass wir auf dem richtigen Weg waren.?

Dann werde ich wahnsinnig Zombie hat sein gesamtes musikalisches Image selbst entworfen, inklusive der Designs für die Produkte seiner Band und für die Bühnenshows. Deshalb überrascht es kaum, dass er auch in seinen Filmen auf jede Einzelheit achtet und vom Produktionsdesign über die Kostüme bis zu den Haaren alles kontrolliert.

Zombie beschreibt diesen Tick folgendermaßen: ?Ich hatte die Zeichnungen für jede Figur parat, bevor wir überhaupt eine Kostümfrau an Bord hatten. Ich wusste genau, wie alles auszusehen hatte. Für mich zählt jedes Detail. Wenn die Koteletten eines Schauspielers nicht stimmen oder mir dessen Gürtelschnalle nicht passt, dann werde ich wahnsinnig. Solche Details sind für mich enorm wichtig. Vor allem bei einem Film wie diesem, wo man eine ganz spezielle Atmosphäre schaffen will. Ich suche immer nach der Nuance, die etwas interessant genug macht, damit man es sich ansehen will, ohne dabei die Grenze zur Übertreibung zu überschreiten.?

TDR ? THE DEVIL?S REJECTS wurde ausschließlich ?on location? gedreht, und zwar in den Wüsten-Gemeinden von Lancaster und Palmdale in Kalifornien, noch dazu in den heißesten Monaten des Sommers. Diese Locations waren nicht immer unbedingt ideal für eine Filmproduktion, aber sie erzeugten den authentischen Look des Films. ?Das Motel-Set war eng, stickig, heiß, einfach extrem unangenehm?, erinnert sich Zombie.

?Nach einer gewissen Zeit sah man den Schauspielern an, dass es ihnen darin nicht gut ging, dass sie sich dort nicht gerade wohl fühlten. In der Wüste war es nicht anders. Daraus entstand aber ein Realismus, der sich nie ergeben hätte, wären wir an einem gemütlichen Fake-Set gewesen. Ich glaube, diese Widrigkeiten halfen den Schauspielern sogar bei ihrer Darstellung.?

?Jede Szene fühlt sich viel echter an, wenn es wirklich brüllend heiß ist und man fast körperliche Schmerzen spürt?, gibt auch Haig zu. Trotz der Unannehmlichkeiten für Crew und Schauspieler, bemühte sich der Regisseur ständig um ein gutes Arbeitsklima. ?Rob ist immer entspannt, und er weiß, was er will. Wenn Du an der Reihe bist, geht er Dir aus dem Weg und lässt Dich Deine Arbeit machen. Er weiß instinktiv, wo Dein ganz persönliches ?Wahnsinns-Limit? liegt, und er hat auch keine Angst davor, dass Du es überschreitest.?

?Rob festigt Beziehungen durch das nötige Vertrauen und durch Treue,? weiß auch Sheri Moon Zombie. ?Er hat eine klare Vorstellung von allem und will immer nur das Beste für seine Schauspieler. Man kann sich voll darauf verlassen, dass er die entsprechenden Details erkennt.?

Für William Forsythe war die Zusammenarbeit mit Zombie, wie er selbst sagt, ?eindrucksvoll, eine der besten seit langem. Rob ist total leidenschaftlich, und er hat keine Regie-Allüren.? Forsythe gefiel es besonders, dass er viel improvisieren konnte. Und Zombie unterstützte ihn sogar dabei. ?Wir probierten eine Menge zusammen aus,? sagt er. ?Und wenn wir die nötigen Einstellungen abgedreht hatten, schossen wir zum Spaß immer noch ein paar Extras, nur um zu sehen, ob nicht etwas Brauchbares dabei heraus sprang.?

Diese Kombination aus Lockerheit und Detailversessenheit beschreibt vielleicht am besten Rob Zombies Qualitäten als Regisseur. TDR ? THE DEVIL?S REJECTS mag von diversen, unterschiedlichen Genres inspiriert sein. Letztlich aber ist es Zombie, der diese Einflüsse geschickt verbindet, nur um im nächsten Moment wieder alle Erwartungen zu torpedieren, die daran geknüpft sind. Das Ergebnis ist eine überraschende, nicht klar einzuordnende Mixtur, umgesetzt von einem Künstler und Regisseur mit einer absolut einzigartigen Perspektive.

Eine verrückte, post-moderne, Psycho-Rock?n-Roll Welt ?Was diesen Film von anderen unterscheidet ist wahrscheinlich sein Widerspruch zwischen Aufrichtigkeit und Abgedrehtheit,? sagt Haig. ?Einige Szenen wirken geradezu tödlich ernst. Dann wieder blinkt zwischen den Zeilen ein bisschen Humor hervor. Diese Mischung macht?s aus.?

?dass sich Rob nicht bei den Teen-Horror-Zielgruppen anbiedert, ist wahrscheinlich eine seiner besten Eigenschaften,? sagt Sheri Moon Zombie. ? Er schreibt Riesenrollen für ältere Schauspieler und setzt seine Ideen so um, dass auch ein Erwachsenen-Publikum etwas damit anfangen kann.?

Forsythe meint dazu: ?Slasher-Filme waren eigentlich nie mein Ding. Aber dieser Film ist etwas ganz anderes. Er ist wie die Explosion am Ende einer Horror-Ära. Rob verlegt das Genre in eine verrückte, post-moderne, Psycho-Rock?n-Roll Welt. Und ich glaube nicht, dass sich das Ganze in ein noch krasseres Extrem treiben lässt. Gute Menschen werden zu Schlechten. Schlechte Menschen werden noch böser. Es passiert genau das, was nie hätte passieren dürfen. Rob entzieht den Zuschauern ihr Sicherheitsnetz. Und das ist genau das, was wir jetzt brauchen.?

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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