Pieces of April - Ein Tag mit April Burns

Ausführlicher Inhalt

April Burns (Katie Holmes) hat keine Lust, aufzustehen, egal, wie sehr ihr Freund Bobby (Derek Luke) versucht, sie aus dem Bett zu bekommen. Denn von dem heutigen Tag hat sie nicht viel Gutes zu erwarten: Sie hat ihre Familie zum Thanksgiving-Essen eingeladen, und das, obwohl sie schon seit Jahren mit ihrer Mutter Joy (Patricia Clarkson) verstritten ist und sie kaum noch miteinander reden. Außerdem ist Katie alles andere als eine begnadete Köchin, und es ist das erste Mal, dass sie ein Festmahl für so viele Personen ausrichten mußs.

Ihre Mutter hielt sie immer für wertlos, ungezogen, eigenbrötlerisch und aufmüpfig und will am liebsten gar nichts mit April zu tun haben. Und da April ohnehin daran zweifelt, dass ihre Familie überhaupt auftaucht, ist sie nicht sicher, ob sich der ganze Aufwand lohnt. Dennoch quält sie sich aus dem Bett und beginnt - wenn auch anfangs ein wenig halbherzig - mit den Vorbereitungen: Sie füllt den Truthahn, schält die Kartoffeln und bereitet die Soße vor.

Zwar zählt Kochen nicht gerade zu Aprils Leidenschaften, aber sie findet dennoch langsam Gefallen an der Arbeit. Doch als wäre es für April noch nicht schwer genug, ein Festmahl für die ganze Familie zu zaubern, mußs sie zu allem Überfluss auch noch feststellen, dass ihr Ofen kaputt ist. Statt aufzugeben, nimmt April die Herausforderung an und begibt sich auf eine Odyssee durch das Treppenhaus: Sie geht von einer Tür zur nächsten und fleht die Nachbarn an, deren Herd benutzen zu dürfen, holt sich aber eine Abfuhr nach der anderen.

Zur gleichen Zeit wacht Aprils Vater Jim (Oliver Platt) auf und sucht seine Frau Joy. Sie ist unheilbar an Krebs erkrankt, und jedes Mal wenn Jim nicht weiß, wo Joy ist, vermutet er sofort das Schlimmste. Doch die Sorgen sind unbegründet, denn Joy sitzt bereits im Auto, bereit für die Abfahrt, obwohl doch gerade sie diejenige ist, die April während der ganzen letzten Jahre gemieden hat.

Zusammen mit Aprils Geschwistern Beth (Alison Pill) und Timmy (John Gallagher, Jr.) holen sie noch Grandma Dottie (Alice Drummond) aus dem Altersheim, und schon befinden sie sich auf dem Highway Richtung New York. Beth hat überhaupt keine Lust, zu ihrer Schwester zu fahren, denn sie wollte selbst das Festtagsmenü zubereiten. Deshalb versucht sie, ihre kranke Mutter durch übertriebene Fürsorge zum Umkehren zu bewegen.

Auch wettert sie ständig gegen April und lässt kein gutes Haar an ihr, vergisst dabei aber nie, ihre Qualitäten und Talente zu erwähnen - schließlich mußs sie ja ihre Stellung als Lieblingstochter verteidigen. Joy kennt ihre Tochter aber gut genug, um ihre Absichten zu durchschauen und sich nicht von ihr beeinflussen zu lassen. Doch auch sie weiß nicht mehr so recht, warum sie am Morgen noch so versessen auf diese Reise war.

Sie beginnt, ihre Launen und ihre Wut auf April an den anderen auszulassen, und glaubt, sie habe das undankbarste und furchtbarste Kind auf der Welt. Sie geht sogar soweit, April indirekt für ihren Krebs verantwortlich zu machen. Das ist selbst Grandma Dottie zuviel, und sie weist ihre Tochter zurecht: Sie mag sich vielleicht kaum mehr die Namen ihrer Lieben merken können, aber sie weiß um die Bedeutung von Familienwerten und was es heißt, füreinander dazusein.

Dottie ist so etwas wie die gute Seele der Familie, so wie Evette (Lillias White) die gute Seele des Hauses ist, in dem April wohnt. Zu ihr hat es April auf ihrer Suche, nach einem Ofen mittlerweile verschlagen. Anfangs hatte Evette über die angeblich so großen Probleme von April gelacht, doch kaum hat sie erfahren, um wie viel es bei dem Festmahl wirklich geht, war sie sofort bereit, April zu helfen.

Auch Evette weiß, wie wichtig liebe Verwandte und eine intakte Familie sind, und sie zeigt April diese Werte auf. Zwar haben Evette und ihr Mann Eugene (Isiah Whitlock, Jr.) auch ein Festmahl für Gäste vorzubereiten, aber sie ist dennoch bereit, April ihren Herd wenigstens für einen Teil der Garzeit zur Verfügung zu stellen und ihr mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Doch während Aprils Probleme - zumindest vorerst - gelöst zu sein scheinen, mußs sich Jim im Auto weiter mit seiner Familie herumstreiten: Während er fest dazu entschlossen ist, dieses Treffen zu genießen und einen schönen Tag mit seiner ganzen Familie zu verbringen, ist Joy mittlerweile dazu übergegangen, darüber nachzugrübeln, ob sie denn auch nur eine einzige schöne Erinnerung an April habe.

Gemeinsam versuchen sie, einen solchen Moment zu rekapitulieren, können sich aber an keinen entsinnen. Jim will nicht glauben, dass es gar keine schönen Erinnerungen mit April geben soll, und er ist fest entschlossen, wenigstens eine solche Erinnerung zu schaffen. Er weiß, dass die Zeit drängt, da Joy nur noch wenige Monate zu leben hat. Für eine Versöhnung zwischen ihr und April wäre es dann zu spät, und die ganze Familie müsste mit dem Gefühl leben, den Streit nicht aus der Welt geschafft zu haben als es noch möglich war.

In der Zwischenzeit geht Aprils Suche nach einem Leihofen weiter und sie lernt eine ganze Reihe sonderbarer Menschen kennen: Eine Veganerin zieht ihr Angebot zu helfen zurück, als sie erfährt, dass April Fleisch in ihrem Ofen braten will, und das freundliche Angebot des jungen Mannes aus dem Apartment neben ihr mußs April leider ablehnen, weil sich in dessen Wohnung der Sperrmüll bis unter die Decke stapelt.

Der etwas kauzige junge Mann mit dem Mops und dem brandneuen Hightech-Herd ist zwar grundsätzlich bereit, April zu helfen, doch seine Absichten sind nicht ganz so uneigennützig, wie es scheinen mag. Als April ihm schließlich unmissverständlich zu verstehen gibt, dass er nicht ihr Typ ist, nimmt er ihren Braten kurzerhand als Geisel. Zwar kann sich April letztendlich bei den Geiselverhandlungen durchsetzen, doch dabei büßt sie eine Keule des Bratens ein.

Dafür ist sie aber um eine Erfahrung reicher: Meist sind die Leute, von denen sie es am wenigsten erwartet hätte diejenigen, die sofort bereit sind, ihr aus ihrer Notlage zu helfen - so wie die chinesische Familie, die für ihre tatkräftige Unterstützung nichts weiter verlangt, als ein wenig über die Ursprünge des Erntedankfestes zu erfahren. Mittlerweile ist Aprils Familie in New York angekommen. Vor dem Haus kommt Bobby, der noch ein paar letzte Besorgungen gemacht hatte, auf sie zugestürmt und begrüßt sie freudig.

Da er allerdings kurz zuvor von einer Gang von Möchtegerngangstern ausgenommen und zusammenschlagen worden war und zudem schwarz ist, lässt sein Anblick Familie Burns gleich wieder die Flucht ergreifen. April ist enttäuscht und traurig: Gerade als sie alles in den Griff bekommen und sich wirklich auf den Besuch ihrer Familie zu freuen begonnen hatte, mußs sie erfahren, dass alles umsonst war. Um das viele Essen nicht zu verschwenden, lädt sie all die neugewonnenen Freunde und hilfsbereiten Nachbarn zu sich ein.

Doch kaum sitzen alle am Tisch, klopft es an der Tür ...

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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