Pieces of April - Ein Tag mit April Burns

Produktionsnotizen

Als erfahrener und angesehener Roman-, Theater- und Drehbuchautor kann Peter Hedges auf eine stattliche Anzahl großer Spielfilmproduktionen zurückblicken, darunter Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa (What's Eating Gilbert Grape, 1994) und der Oscar-nominierte Film About a Boy - Der Tag der Toten Ente (About a Boy, 2002).

Während der jeweiligen Dreharbeiten hat Hedges die unterschiedlichsten Erfahrungen gemacht: "Manchmal bin ich fast ununterbrochen am Set, bei manchen Produktionen bin ich nur gelegentlich vor Ort, und einige Filme sehe ich erst als ganz normaler Zuschauer im Kino. Das ist dann in etwa so, als ob man eine Party ausrichtet, zu der man dann gar nicht eingeladen ist."

Nachdem er jahrelang hinter der Schreibmaschine gesessen hatte, fand Hedges, dass es Zeit sei, auch einmal an der Party beteiligt zu sein und selbst Platz auf dem Regiestuhl zu nehmen. Für sein Regiedebüt entschied er sich für die Verfilmung einer seiner eigenen Geschichten.

Für Hegdes geht es in seinem witzigen, aber auch bewegenden Film Pieces of April - Ein Tag mit April Burns um "das Gefühl von Rastlosigkeit, das man bekommt, wenn man weiß, dass die Zeit verrinnt, es aber noch so viele Dinge zu sagen gibt." Durch den Tod seiner Mutter vor wenigen Jahren weiß Hedges, wie es sich anfühlt, wenn man jemanden verliert, der einem so nah war.

In seinen Augen geht es in Filmen "viel zu wenig darum, wie Menschen tatsächlich sterben, oder wie sehr sie um ihr Leben kämpfen. Da gibt es viel mehr Humor, aber auch Wut, als man glauben mag. Ich möchte auf der Leinwand glaubhafte Geschichten sehen, deshalb sollte mein Film so realistisch wie möglich werden." Genau diese Mischung aus Humor und Emotionen ist es schließlich auch, die die besondere Stärke des Films ausmacht.

Auf den Titel stieß Hedges bei einem Besuch in einem Plattenladen, wo er das Lied "Pieces of April? von Three Dogs Night hörte. Als er den Charakter seiner Protagonistin entwickelte, stellte sich Hedges ein Mädchen vor, das genauso launenhaft und wandelbar ist, wie der Monat April. "Ich wollte ein verletzbares, launiges und auffälliges Mädchen, das von einer Minute auf die andere lacht, obwohl es eben noch geweint hat." Seine Heldin April vereinigt all diese Eigenschaften in sich.

Als Theaterautor und -regisseur hat Hedges eine gewisse Affinität für die Arbeit der Schauspieler und wie sie es schaffen, einer Rolle Leben einzuhauchen. "Da kann man schreiben was man will - wenn man nicht die richtigen Schauspieler hat, bleiben es leblose Buchstaben auf dem Papier."

Hedges schätzt sich äußerst glücklich, dass er nicht nur eine so talentierte Besetzung für seine Geschichte gefunden hat, sondern auch, dass er alle derart für die Geschichte begeistern konnte. "Jeder hat mitgemacht, weil er wirklich mitmachen wollte. Es war fast so, als ob man mit guten Freunden in der Garage ein Stück auf die Beine stellt." Trotz des Spaßes, den er während der Dreharbeiten hatte, und der Kreativität, die er ausleben konnte, empfand Hedges die Arbeit hinter der Kamera dennoch als sehr anstrengend.

"Wenn man gleichzeitig Autor des Drehbuchs und Regisseur ist, dann mußs man die sehr genaue Vision, die man während des Schreibens entwickelt hat, in Filmbilder umformen, was sehr schwierig ist. Es gab Momente, da dachte ich bei mir 'Oh Gott, wer hat denn das geschrieben? Schmeißt den Kerl raus!' Trotzdem hat es sehr viel Spaß gemacht. Ganz ehrlich, das ist wahrscheinlich eine der großartigsten Jobs, die es gibt. Ich wollte das schon immer mal machen und es war tatsächlich so traumhaft, wie ich es mir vorgestellt hatte."

So wie viele unabhängige Filmproduktionen wurde auch Pieces of April - Ein Tag mit April Burns mit Digitalkameras gefilmt, dennoch glaubt Hedges, dass gerade diese Aufnahmetechnik dem Film den letzten Schliff gegeben hat und die Handlung unterstreicht. "Ich empfinde den Film als sehr direkt und sehr rau... so wie das Leben eben ist. Viele Filme scheinen den Bezug zum Leben verloren zu haben, deswegen empfand ich es als sehr spannend, Szenen auf so intime Weise zu drehen. Ich wollte, dass es so aussieht, als ob wir Leute unbemerkt beobachten."

Einen Film zu drehen ist sehr schwierig - einen guten Film zu drehen, ist schier unmöglich. Weil Hedges jedoch fest daran glaubte, dass Pieces of April - Ein Tag mit April Burns eine Geschichte sei, die unbedingt erzählt werden müsse, hat er das schier unmöglich geschafft. "Rilke schrieb, 'Jedwede Kunst wird aus der Notwendigkeit geboren.' Ich hatte eine Geschichte, die ich erzählen mußste, also habe ich den Film gemacht."

Glücklicherweise gelang es Hedges, zahlreiche Leute - Produzenten und Schauspieler - um sich zu versammeln, die genauso dachten, sodass er das Projekt auf den Weg bringen konnte. "Kein Film dreht sich so einfach von allein - das gibt's einfach nicht. Ein Film ist das Resultat zahlloser Zwischenfälle, Niederlagen und kleiner Wunder. Ich glaube, Katie Holmes ist eines dieser Wunder." Holmes und Hedges hatten sich vor einer Weile schon einmal getroffen und "sie mochte das Drehbuch sofort und glaubte auch fest daran. Deswegen hat sie auch alle Höhen und Tiefen mit uns durchgestanden."

Katie Holmes wusste, dass es sehr anstrengend ist, die Titelrolle eines Films zu übernehmen, dennoch beschloss sie, die Herausforderung anzunehmen. "Ich war von dem Drehbuch und von der ganzen Geschichte sofort total mitgerissen," sagt Holmes, die noch nie zuvor eine solche Leidenschaft für ein Filmprojekt entwickelt hatte. "Gleich nachdem ich es gelesen hatte, wusste ich, dass ich das unbedingt spielen möchte."

Katie Holmes war sofort in die Rolle der April Burns vernarrt und beschreibt sie als "eine sehr kreative und starke Kämpferin, die von den meisten nur nach ihrem Äußeren bewertet wird, aber in ihrem Inneren mit vielen Problemen fertig werden mußs. April ist stur, will sich beweisen und sie will nicht, dass man ihr ständig sagt, was sie machen soll. Im Laufe des Films entdeckt sie jedoch, wie wichtig es ist, eine Familie zu haben, verwundbar zu sein und jemanden zu lieben."

Rückblickend beschreibt Holmes die Dreharbeiten als "eine wundervolle Erfahrung und ein großer Spaß, dabei gewesen zu sein, vor allem wegen Peter, der ein echter Schatz ist. Auch wenn alles sehr schnell gehen mußste (Der Film wurde in nur 16 Tagen gedreht!), ging es dennoch stets nur darum, die Sache so gut wie möglich zu machen. Es hat jeder so viel von sich in den Film eingebracht, dass man sehr viel voneinander lernen konnte."

Peter Hedges hält Katie Holmes für eine unglaublich intelligente Schauspielerin: "Sie hat ein unbeschreibliches Gespür dafür, ob sie etwas richtig dargestellt hat oder nicht. Sie sagt es auch geradeheraus, wenn sie sich da in irgendetwas verrannt hat. Ich denke, das hat ihr sehr viel Respekt eingebracht." Hedges war es auch, der entdeckte, dass Holmes die Zuschauer nicht nur emotional bewegen, sondern auch sehr witzig sein kann.

"Ich habe mir April als eine kantige, überraschende, witzige und ein bisschen launenhafte Figur mit Sexappeal vorgestellt. In einer solchen Rolle hat man Katie meines Erachtens bisher noch nicht gesehen und ich denke, dass viele Zuschauer sagen werden 'Wow, ich hab' ja gewusst, dass sie eine klasse Schauspielerin ist, aber das hier übertrifft wirklich alles.'"

Auf die Frage, was sie glaubt, wie das Publikum auf den Film reagieren wird, antwortet Katie Holmes: "Ich bin sicher, dass sie den Film lieben werden, denn es ist einer dieser Filme, die dich zwar nicht sofort vom Stuhl reißen, über die du aber lange Zeit nachdenkst und die dir wirklich nahe gehen. Ich bin sicher, viele Menschen werden sich von der Geschichte direkt angesprochen fühlen."

Im Film bereitet April ein Festmahl zu Thanksgiving für ihre Familie vor. Damit möchte sie sich mit ihrer Familie und vor allem mit ihrer unheilbar an Krebs erkrankten Mutter aussöhnen, die von Patricia Clarkson gespielt wird. Gleich als Peter Hedges ihr das Drehbuch schickte, begann Clarkson, es interessiert zu lesen, und war sofort davon begeistert. Clarkson kannte Hedges bereits seit mehreren Jahre und war stets ein großer Bewunderer seiner Schreibkünste.

Ihre Begeisterung stieg sogar noch, als sie erfuhr, dass Hedges selbst Regie führen würde: "Ich wusste, dass Peter noch nie einen Film inszeniert hat, aber es ist so eine persönliche Geschichte, und Peter ist so ein intelligenter Mensch, dass mir das nichts ausmachte. Schließlich hatte ich schon oft mit Regiedebütanten gearbeitet und dabei die großartigsten Erfahrungen gemacht. Ich wusste, Peter war genau der richtige für diesen Film."

Vor allem die Tatsache, dass die Rolle der Joy derart viele Facetten hat, reizte Clarkson, sie zu spielen: "Es ist eine wunderbare Rolle. Joy ist eine echte Herausforderung, weil sie so komplex und so einzigartig ist. Sie mag ein wenig düster, wütend und übertrieben emotional wirken, aber sie hat gleichzeitig auch einen guten Sinn für Humor."

Während sie das Drehbuch von Peter Hedges las, malte sich Clarkson aus, wie sich die Gefühlswelt von Joy während ihrer Reise entwickeln und verändern sollte. Wenn sie auf dieser emotionalen Reise doch einmal ins Stocken geriet, wandte sie sich an Peter Hedges: "Ich wusste, dass ich mich auf Peter verlassen konnte, denn er wusste immer sehr genau, was er wollte. Das ist es übrigens auch, was ich an der Arbeit mit Regiedebütanten so schätze: Sie kennen das Drehbuch in- und auswendig, wissen über die Figuren bescheid und haben eine ganz bestimmt Vorstellung davon, wie eine Rolle zu spielen ist."

Joy und ihre Tochter April wussten nie so recht, wie sie miteinander umgehen sollten, dennoch versuchen beide während des gesamten Films, aufeinander zuzugehen und sich auszusöhnen. "Die räumliche Trennung ist ein Spiegelbild ihrer emotionalen Distanz," sagt Clarkson. "Der Film zeigt das Aufeinanderzugehen beider Figuren, bis sie sich schließlich irgendwo zwischen ihren verhärteten Fronten treffen."

Da sich beide Figuren erst am Ende des Films begegnen, war es für Clarkson schwer, sich die Figur der April vorzustellen und sich in ihrer Rolle als Aprils Mutter darauf zu beziehen. Deswegen traf sie sich vor den Dreharbeiten mit Katie Holmes: "Ich hoffte, wir würden eine ähnliche Vorstellung von April haben, auf die wir dann unser Spiel beziehen könnten. Und tatsächlich entsprach die Art von Katie genau meinen Erwartungen für die Figur der April, sodass ich mir einfach Katie als meine Filmtochter vor Augen hielt."

Den größten Teil des Films hatte Clarkson an der Seite von Oliver Platt zu bewältigen, der Joys Ehemann Jim spielt. "Ich kenne Oliver schon ewig. Deshalb habe ich mich auch so gefreut, als er zusagte, bei dem Projekt mitzuspielen, denn er ist wie geschaffen für diese Rolle. Ich glaube, jede Frau würde sich glücklich schätzen, einen Mann wie Oliver zu haben, denn er ist ein so guter, liebevoller, verletzlicher und witziger Mensch."

Wenn Clarkson die Beziehung zwischen Joy und Jim beschreiben soll, dann betont sie die Tatsache, dass beide ja schon seit über zwei Jahrzehnten verheiratet sind: "Zwischen den beiden herrscht eine ganz besondere Kameradschaft," sagt sie, "aber jetzt, wo Joy mit dem Krebs kämpfen mußs, beginnt sich die Beziehung zwischen den beiden zu verändern. Ein körperlich so erschöpfender Kampf hinterlässt auch seine Spuren im Gefühlsleben der Betroffenen.

Der Kampf um das eigene Leben ist wahrscheinlich die größte Herausforderung, die sich einem im Leben stellen kann, und natürlich verändert sich dadurch die Persönlichkeit des Betroffenen. Und genau mit diesem Umstand müssen Joy und Jim jetzt fertig werden. Zum ersten Mal in ihrem Leben spürt Joy ein so tiefes Gefühl von Wut, Trauer und Bedauern, und Jim gibt ihr während dieser Zeit die Kraft, sich nicht einfach aufzugeben. Er will noch ein paar Dinge aus der Welt schaffen, bevor es zu spät ist - deswegen macht er sich mit Joy und den Kindern auf die lange und für Joy sehr anstrengende Fahrt zu April."

Zusammenfassend sagt Clarkson über Pieces of April - Ein Tag mit April Burns: "Es geht einfach darum, dass man alles aus der Welt schaffen sollte, was man bereut, da man sonst das Leben nicht genießen kann."

"Patricia Clarkson ist eine meiner Lieblingsschauspielerinnen, wenn nicht sogar die Beste," sagt Hedges. "Wir arbeiten jetzt schon seit fünfzehn Jahren zusammen - seit wir beide gleichzeitig nach New York kamen - und sie ist eine der ganz großen Darstellerinnen meiner Generation. Ich kann es kaum erwarten, dass die Leute sie in diesem Film zu sehen bekommen."

Oliver Platt spielt den Vater von April, einen Mann, der verzweifelt versucht, seine Familie zusammenzuhalten und noch ein paar schöne Momente mit seiner Frau und seiner ältesten Tochter April zu schaffen, an die er sich später - vor allen in den dunklen Zeiten, die ihm bevorstehen - einmal erinnern kann.

"Ich sehe Jim als die treibende Kraft in diesem Film, als denjenigen, der seine Frau und seine Tochter unbedingt noch einmal zusammenbringen will. Sein Ziel ist es, das Auto mit all seinen Insassen nach New York zu bringen und dort das Festessen zu genießen," sagt Platt. "Es ist ein ganz wundervolles Drehbuch, denn die Art, wie Peter das Bild dieser Familie entwickelt, ist sehr ungewöhnlich. Einerseits ist es eine sehr poetische Geschichte, andererseits wirkt alles so real. Peter hat ein feines Gespür für das Bizarre und Hässliche, gleichzeitig beschreibt er aber auch sehr präzise den Lebensrhythmus dieser Familie - ein Rhythmus, den sicherlich viele Zuschauer auch in ihrer Familie wiederfinden werden."

Obwohl sich das Ehepaar seiner schwierigen Situation vollkommen bewusst ist und einer ungewissen Zukunft entgegensieht, versuchen Joy und Jim dennoch stets, ihr Schicksal mit Humor zu nehmen, denn sie wissen, dass ohne Humor die Verzweiflung Oberhand gewinnen würde. Genau dieser Humor ist es, der dem Film einen Großteil seines Charmes und seiner Wärme verleiht.

Über die Beziehung zwischen Jim und Joy sagt Platt: "Obwohl beide stets ein gutes Verhältnis zueinander hatten, hat sich Jim zwei eigenartige Verhaltensweisen angewöhnt, die in vollkommenem Widerspruch zueinander stehen und ihrer Beziehung eher schaden: Einerseits versucht er, die Krankheit seiner Frau zu leugnen und tut, als wäre nichts geschehen, andererseits erwartet Jim immer gleich das schlimmste wenn er mal nicht weiß, wo seine Frau ist, und trauert ihr bereits jetzt hinterher."

Über Platts Darstellung des Familienvaters sagt Hedges: "Oliver war ein wirkliches Geschenk. Er hatte sofort eine sehr präzise Vorstellung von der Figur und versah sie nicht nur mit einer besonderen, ruhige Kraft, sondern auch mit einem herrlichen Sinn für Humor."

Rückblickend sieht Platt die Arbeit mit Hedges als "Absolut mühelos. Hinter der Kamera ist Peter sehr umgänglich und hat auch eine sehr lockere Beziehung zu seinem eigenen Drehbuch, was sehr wichtig ist, bei Regisseuren, die gleichzeitig auch Autoren des Skripts sind."

Die Person, die der Figur der April am nächsten steht, ist ihr Freund Bobby, gespielt von Derek Luke. Genau wie die Partnerschaft zwischen Joy und Jim, ist auch die Beziehung zwischen April und Bobby sehr solide und auch die Kommunikation klappt - im Gegensatz zu den meisten anderen Charakteren des Films - bei diesen beiden sehr gut. Für die Rolle des Bobby suchte Hedges einen Schauspieler, der eine gewisse Fürsorge für April ausstrahlt, und er fand in Derek Luke die perfekte Besetzung.

"Derek war der letzte beim Vorsprechtermin, und als ich ihn dort spielen sah, habe ich ihm die Rolle sofort gegeben," sagt Hedges. "Ich bin sicher, wenn sich jemand die Aufnahmen des Castings anschauen würde, würde er sofort den Moment erkennen, in dem Derek mich von seinem Talent überzeugt hat. Ich spürte instinktiv, dass die Chemie zwischen uns beiden einfach stimmte. Seit dem Vorsprechen von Leonardo DiCaprio für Gilbert Grape habe ich nie wieder ein so gutes Gefühl bei einem Schauspieler gehabt - bis Derek vortrat. Darüber hinaus hatte Derek die schwierige Aufgabe, diese entschlossene Liebe zu April darzustellen, und er hat das vom ersten Moment an sehr gut hingekriegt."

Dem kann Derek Luke nur zustimmen, und er erklärt, warum Bobby seine Liebe zu April so offen zeigt: "Bobby ist Zeit seines Lebens stets mit Liebe überschüttet worden, und weil er sonst nicht viel hat, ist Liebe eben auch alles, was er April geben kann. Deswegen redet er auch ständig darüber, wie wichtig Liebe ist. Bobby und April sind vollkommen verschieden, ergänzen sich aber wunderbar. Wenn man sich den Film aufmerksam anschaut, wird man merken, dass Liebe nicht nur ein Gefühl, sondern ein besonderer Wert ist - ein Wert den sie beide besitzen und sich gegenseitig schenken."

Wie die anderen Darsteller, war auch Luke von der Geschichte begeistert und er empfand Peter Hedges stets als einen besonders fürsorglichen Regisseur: "Liebe lässt alles schneller gedeihen, und Liebe und Zuwendung fand man auch am Set. Die großartige Atmosphäre, die Peter geschaffen hat, war wirklich sehr ermutigend und inspirierend."

Auch für seine Filmpartnerin findet Luke nichts als lobende Worte: "Katie ist wirklich sehr sympathisch und sie arbeitet sehr professionell und konzentriert. Sie weiß genau, wie sie ihre Rolle darstellen will, und gibt dir dadurch viele Anhaltspunkte für deine eigene Darstellung. Die Beziehung der beiden auf der Leinwand zu verfolgen macht Spaß, und es ist einfach unglaublich, wie viel Katie von sich in die Rolle eingebracht hat."

Auch für seine übrigen Darsteller - Alison Pill, John Gallagher, Jr., Alice Drummond, Lillias White, Isiah Whitlock, Jr., Sisqo und Sean Hayes - hat Hedges nichts als Lob übrig: "Jeder einzelne von ihnen hat dazu beigetragen, dem Film seine besondere Magie zu verleihen." Auf seinen Vergleich mit der Party zurückkommend, sagt Hedges: "Gerade wenn man zum ersten Mal Regie führt, ist es wichtig zu überlegen, wen du zu deiner Party einlädst. Wenn du eine gute Gästeliste zusammengestellt hast, dann kann gar nichts schief gehen."

Nicht nur Peter Hedges ist vom Resultat seiner Arbeit begeistert - auch beim Sundance Film Festival 2003 wurde der Film begeistert aufgenommen. Clarkson erinnert sich: "Ich sah den fertigen Film zum ersten Mal beim Sundance Festival, wo wir stehenden Applaus erhielten. Das war so verrückt: Die Leute hörten gar nicht mehr auf zu klatschen. Wir waren alle so aufgeregt."

Hedges würde es sich wünschen, dass das Publikum von Pieces of April - Ein Tag mit April Burns viel lacht, berührt wird und die Menschen nach dem Film mehr über sich und ihre Familien nachdenken. "Ich glaube es war David Mamet, der sagte, es sei das größte Kompliment für einen Autoren, wenn die Leute anschließend nicht über das Geschriebene, sondern über ihr eigenes Leben reden. Ich hoffe, mein Film regt die Leute an, ihr eigenes Leben zu überdenken und herauszufinden, was wirklich im Leben zählt.

Pieces of April - Ein Tag mit April Burns dreht sich darum, wie wir selbst ein Auto hochheben, wie wir das undenkbare möglich machen. Statt zu glauben, dass du etwas nicht schaffen kannst, solltest du nach einem Weg suchen, wie du es hinbekommst. Es geht in dem Film nicht nur um eine Mutter und ihre Tochter, die sich wieder einander nähern - vielmehr geht es um Familienwerte, darum, wie eine Familie lernt, unumstößlichen Wahrheiten anzuerkennen, und darum wie wir alle weiter mit unserem Leben zurechtkommen müssen, auch wenn wir es nicht mehr unter Kontrolle haben. Und es geht darum, wie wir uns selbst immer wieder überraschen können, wie wir lieben und was passieren könnte, wenn wir es nicht tun."

Szenenfoto
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