Peter Pan

Produktionsnotizen

"Für alle Kinder und für jene, die einmal Kinder waren" Die Geschichte von Peters und Wendys Reise durch den nächtlichen Himmel ist im kollektiven Bewusstsein verwurzelt wie ein immer wiederkehrender Traum ? berauschend, fantastisch, unwiderstehlich. PETER PAN ist mehr als ein romantisches Nostalgie-Stück oder eine einfache Gute-Nacht-Geschichte ? PETER PAN repräsentiert unsere tiefsten Hoffnungen und Ängste. Die kraftvolle emotionale Wahrheit der Geschichte entspringt einer Fantasie über die Fähigkeit, zu fliegen und Abenteuer zu erleben, die gleichermaßen universell und zeitlos ist.

Unter rein technischen Gesichtspunkten war die Zeit niemals besser, um diese Geschichte neu für die Leinwand zu erzählen. Unter philosophischen Aspekten ist das Verlangen der Welt, zu träumen, den Fantasien ihren Lauf zu lassen und Dinge zu glauben, wie es PETER PAN vermittelt, größer denn je.

Dennoch hat es etliche Zeit gedauert. Die Partnerschaft, die PETER PAN schließlich in die Kinos bringen sollte, verlangte nach Mitspielern, die lange Jahre fest an das Projekt glaubten. Lucy Fisher sicherte sich die Filmrechte bereits vor 20 Jahren und entwickelte die Produktion zusammen mit ihrem Partner Douglas Wick.

Joe Roth und Todd Garner von Revolution Studios und Amy Pascal von Columbia teilten ihre Leidenschaft für die Geschichte und schoben das Projekt mit P. J. Hogan als Regisseur und Co-Autor weiter an. Und Stacey Snider, Mary Parent und Scott Stuber von Universal komplettierten ein Team, dessen energetische Zusammenarbeit diese Version von PETER PAN für die Zuschauer weltweit möglich machte.

"Wenn die Welt des Scheins Realität wird" Eine verführerische Dualität zieht sich durch PETER PAN. Sollen wir glauben, dass die Kinder der Familie Darling tatsächlich in jener Nacht, in der ihr Vater besonders streng ist, aus ihrem Fenster nach Nimmerland fliegen? Oder sollen wir stattdessen annehmen, dass Wendy mit einem fantastischen Traum in der letzten Nacht im Kinderzimmer ihrer Kindheit ein bitteres Lebewohl sagt? Jedes dieser beiden Szenarien bietet den Zuschauern ein unglaublich großes Abenteuer.

P. J. Hogans Ziel war es von Anfang an, zwischen dem Zauber der Geschichte und dem der Effekte ein perfekt ausbalanciertes Gleichgewicht herzustellen. Sein visuell hinreißender Film ist in einer scheinbar ?normalen? Welt angesiedelt, die den romantischen Ton eines Gemäldes um die Jahrhundertwende mit frischen, authentischen Darstellungen und einem spürbaren Respekt vor dem Originalmaterial verbindet ? mit Kindern, die fliegen können, einem tickenden Krokodil von der Größe eines Doppeldecker-Busses und einem Schwertkampf in der Takelage eines Piratenschiffs hoch über dem Deck.

Der Kontrast zwischen den beiden Welten der Geschichte ? das London der Jahrhundertwende einerseits und das überlebensgroße Nimmerland andererseits ? ist scharf gezeichnet. Die graue, kalte Anmutung der Stadt schmilzt förmlich dahin, wenn die Kinder die Atmosphäre der surrealen Dschungellandschaft von Nimmerland einatmen.

P. J. Hogans Faible für Magie und Vorstellungskraft und seine Fähigkeit, andere Menschen in diese spezielle Welt zu entführen, verband sich auf perfekte Weise mit der Geisteshaltung von J. M. Barries Arbeit.

?Das Buch ist umwerfend ? intensiv, voller großartiger Figuren und wunderbarer Momente. Man hat das Gefühl, dass J. M. Barrie alles darin verarbeitet hat, was ihm wichtig war?, sagt Hogan. ?Und das Stück ist einzigartig ? die Geschichte ist stark, voller Abenteuer und Action, sehr lustig, aber auch sehr, sehr bewegend. Was mich an der Verfilmung gereizt hat, war, dass ich als Erster realisiert habe, dass die Geschichte noch nie in dieser Form umgesetzt wurde. Ich weiß, sie ist schon verfilmt worden, aber die Geschichte ist dabei noch nie zu ihrem Recht gekommen. Es gab so viele wundervolle Dinge, die noch nie auf der Leinwand zu sehen waren.?

Hogans Liebe zum Filmstoff führte zu einem Drehbuch ? er schrieb eine frühere Version von Michael Goldenberg (Contact ? Contact, 1997) um, als er als Regisseur an Bord kam. ?Ich glaube, P. J. hat das komplette Stück und das Buch in einer Art mentalem Palm-Pilot abgespeichert und kann es jederzeit abrufen?, lächelt Olivia Williams, die Darstellerin der Mrs. Darling. ?Kein einziger Satz wird von uns in dem Film gesprochen, der sich nicht irgendwie auf Barrie bezieht. Eine so natürliche, moderne und filmische Adaption einer Geschichte, die vor 100 Jahren geschrieben wurde ? es ist fantastisch.?

Hogans Wissen war darüber hinaus der wertvollste Richter am Set, der den Regisseur und die Schauspieler durch jene unvermeidlichen Momente führte, in denen die Arbeit vor der Kamera dem geschriebenen Wort nicht gerecht werden konnte. ?Immer wenn wir nicht wussten, wie wir etwas gestalten sollten, nahm sich P. J. das Material der Urquelle vor?, erinnert sich Jason Isaacs, der selbst alles von und über Barrie gelesen hatte, um sich auf seine Doppelrolle von Mr. Darling und Käpt?n Hook vorzubereiten.

?Was P. J. getan hat, ist genau das, was Barrie heute tun würde, wenn er ein Hollywood-Studio zur Verfügung hätte.? Die Oscar®-nominierte Lynn Redgrave spielt Tante Millicent, das strengste, disziplinierteste Mitglied der Familie Darling ? eine Figur, die Hogan bereits mit Redgrave als Schauspielerin im Hinterkopf erfunden hatte. ?Tante Millicent gehört nicht zum Original, aber sie passt hervorragend zu der Geschichte?, sagt Redgrave, die das Stück als Kind in England sehr oft gesehen hat. ?Sie ist eine verzweifelte Romantikerin und eine komische, strenge Figur.?

?P. J. ist unglaublich erfindungsreich?, fährt sie fort. ?Wenn er ein Maler wäre, würde er neue Farben erfinden, die vorher nicht existiert haben. Er ist dem Geist von J. M. Barrie treu geblieben, hat aber dennoch einige neue Aspekte eingebracht, die so barrieesk sind, dass es schwer für mich war zu unterscheiden, was bereits im Original enthalten war und was nicht.?

Die Produzentin Lucy Fisher teilte die Hingabe an Barries Arbeit. ?Es ist ein Privileg, eine Ehre und eine Bürde, etwas zu bearbeiten, das so viele Menschen lieben?, gibt sie zu. ?Du willst alles richtig machen.?

?PETER PAN dreht sich nicht nur darum, dass Kinder ein Abenteuer erleben und mit Feen spielen?, erläutert Fisher. ?Das Material von Barrie ist zwar komplett tauglich für Kinder, aber es birgt darüber hinaus Tiefe und Rätsel, und darum ist es seit so langer Zeit so beliebt. Die Mythen, die sich selbst tragen, sind jene, in denen sich Menschen ihren Ängsten stellen und mit ihnen fertig werden.?

Für Fisher ist PETER PAN ebenso die Geschichte von Wendy wie die von Peter. ?Das Theaterstück heißt ,Peter Pan??, bemerkt sie, ?aber das Buch trägt den Titel ?Peter and Wendy?, weil es tatsächlich aus zwei Geschichten besteht. Peter ist zwar der Star, aber die Story wird aus der Perspektive von Wendy erzählt ? sie ist es, die aus dem Fenster springt und wieder dorthin zurückkehrt.?

Die Filmemacher waren sich einig, dass das, was sich zwischen ?aus dem Fenster springen? und ?wieder dorthin zurückkehren? abspielt, glaubhaft sein sollte, damit PETER PAN sein Ziel erreichen kann. ?Eine unserer größten Ambitionen war von Anfang an, den Zuschauern zu vermitteln, dass alles wahrhaftig ist, was sie sehen ? dass wir alle gemeinsam nach Nimmerland reisen und dort eine realistische Version eines fantastischen Ortes erleben können?, sagt der Produzent Douglas Wick. ?Wir wussten, dass wir mit der Technologie von heute jene Art von fremdartiger Realität erzeugen können, die noch niemals vorher in dieser Form möglich war.?

?Die emotionale Realität war die zweite große Herausforderung ? und die Suche nach einem Regisseur, der beides zusammenführen konnte?, fährt Wick fort. ?Unsere Mission war es, eine archetypische Version eines schnurrbartzwirbelnden Hook oder eines albernen Peter zu vermeiden. Wir wussten, dass P. J. den Ton der emotionalen Realität und Glaubwürdigkeit treffen würde. Sein Skript war auf einen sehr glaubwürdigen Hook, einen glaubwürdigen Mr. Darling und eine Familie fokussiert, die auf eine erkennbare Art interagierte, so dass man niemals entfernte Menschen aus einer entfernten Zeit und einem entfernten Ort vor sich sah.?

"Stolze, unverschämte Jugend!" ?Peter Pan ist ein Junge, der seine Freiheit genießt und alles machen kann, was er will. Er kann fliegen, er fechtet Schwertkämpfe aus, er tötet Piraten ? jedes Kind möchte das, und Peter Pan darf das.? Das sagt Jeremy Sumpter ? und der mußs es wissen. Der junge amerikanische Schauspieler ist der erste Junge, der für die ikonische Rolle des Peter Pan in einer großen Produktion ausgewählt wurde.

Hogan begrüßte die Möglichkeit, einen Jungen als Peter Pan für seine Leinwand-Version einzusetzen. ?Peter Pan war bisher eine Zeichentrickfigur und auf der Bühne ist er meist von Mädchen verkörpert worden?, erklärt der Regisseur.

?In der Stummfilmversion ist er von einer Frau gespielt worden und in Hook (Hook, 1991) war er 40 Jahre alt. Nun spielt ein Junge endlich die wohl großartigste Rolle, die jemals für einen Jungen geschrieben wurde. Jeremy ist Peter Pan. Er ist wild, selbstbewusst, stürmisch, witzig ? all das, was in einem Jungen schwierig zu finden ist. Ich suchte nach einem zwölfjährigen Errol Flynn, und das war sehr schwer, denn normalerweise haben Zwölfjährige keine Ahnung davon, wer sie sind, und sie sind nicht sehr selbstbewusst. Wir haben lange gesucht. Aber dann kam Jeremy durch die Tür, und er war?s.?

Jason Isaacs, der vielseitige britische Schauspieler, der Peter Pans Nemesis verkörpert, spürte die Kraft von Sumpters Energie jeden Tag. ?Sie hatten Schwierigkeiten, ihn morgens festzuhalten, um das Make-up aufzutragen?, scherzt er. ?Er hatte unglaublichen Einfluss auf mich und die ,verlorenen Jungs?, und darum ist er ein so großartiger Peter Pan. Er schaut nie nach unten, er schaut nie zurück. Er ist wie eine Supernova ? und man mußs versuchen, mit ihm Schritt zu halten.?

Sumpter genoss es, die Rivalität zwischen Peter Pan und Hook zu spielen. ?Meine Lieblingsszene in dem Film ist die, in der Peter sagt: ?Zu sterben wäre ein wirklich großes Abenteuer.? Das macht Hook so wütend, und dann ? tick tack! ? schaut Hook zurück und sieht das Krokodil!?

Aber Sumpter verstand, dass Peter Pan nicht immer triumphiert. ?Jeremy hat das Gesicht eines Engels, aber auch das eines Tieres?, sagt Lucy Fisher. ?Er hat eine unfassbare Energie, Führerqualitäten und ungebändigtes Charisma. Und dennoch hat er auch eine zärtliche Seite, die in den Szenen hervortritt, in denen er verletzt oder traurig ist. Er ist ein atemberaubend natürlicher Schauspieler. Er sagt seine Texte mit einer Natürlichkeit auf, die niemals theaterhaft wirkt. Er ist furchtlos und vermittelt dennoch ein Gefühl, das von Herzen kommt.?

Für den Gegenspieler von Peter Pan folgte Hogan einer Tradition, die seit der allerersten Bühnenproduktion des Stückes vor rund 100 Jahren immer wieder gepflegt wurde: die Besetzung von Käpt?n Hook und Mr. Darling durch ein und denselben Schauspieler.

Dies machte für Jason Isaacs durchaus Sinn: ?Hook ist ein unglaublich gefährlicher Mann. In anderen Versionen hat man die Figur komödiantisch angelegt, aber Barrie hat ein Buch geschrieben, das für Erwachsene und Kinder gleichermaßen geeignet ist, und im Zentrum steht eine Angst einflößende Figur. Es ist keine Überraschung, dass diese Kreatur, die alle Furcht erregenden Aspekte des Erwachsenwerdens repräsentiert, Ähnlichkeit mit Wendys Vater hat.?

Diese beiden Angst einflößenden Männer sind jedoch selbst ängstlich. ?Mr. Darling wird von Tante Millicent beherrscht, die ihm stets vorhält, was andere Menschen über ihn denken und wie andere Menschen über ihn richten?, erläutert Isaacs. ?Und Hook befürchtet, dass sich niemals sein Schicksal erfüllen wird. Er sollte die sieben Meere beherrschen und den Respekt seiner Männer genießen, aber noch nicht mal dieser lästige kleine Junge scheint Angst vor ihm zu haben.?

Isaacs, der unter anderem in Harry Potter and the Chamber of Secrets (Harry Potter und die Kammer des Schreckens, 2002), The Patriot (Der Patriot, 2000) und Black Hawk Down (Black Hawk Down, 2001) zu sehen war, gehörte zu den ersten Schauspielern von Hogans Ensemble. ?Es ist eine Star-Rolle?, sagt der Regisseur. ?Aber ich wollte niemanden haben, den Kinder kennen. Ich wollte, dass Kinder Angst vor Hook haben, und ich denke, dass sie vor Jasons Darstellung Angst haben werden. Sein Hook ist getrieben, psychotisch, charmant und zu allem fähig.?

?Jason ist sehr vielseitig?, fährt Hogan fort. ?Er verändert sich so stark von Film zu Film, aber ich denke, dass Hook die Rolle ist, für die er geboren wurde. Er versteht es auf wunderbare Weise, Wahnsinn mit Charme und Witz zu verbinden, und das ist eine wirklich kunstvolle Kombination.?

Isaacs? Transformation in den narzisstischen Irren nahm 90 Minuten in Anspruch, in denen Frisur, Make-up und Garderobe angelegt wurden. Als modebewusster Mann trägt Hook stets nur feinste Kleidung aus Samt, Seide und Leder sowie teure Juwelen, wogegen sich seine zügellosen Männer nur in stinkende Lumpen kleiden. Seine Perücke, ein Gewirr von Korkenzieherlocken, das ausschließlich aus menschlichem Haar ? aus Russland eingeführt ? geformt wurde, erinnert an schmelzende schwarze Kerzen. Aber sein wichtigstes Accessoire sind seine tödlichen Haken ? Hook benutzt eine ganze Sammlung von ihnen.

?Unser Modellbauer hat einen Apparat konstruiert, der an meinem kompletten Arm befestigt und mit einer Sperrklinke festgezurrt wurde?, sagt Isaacs. ?Es ist wie ein Folterinstrument, sehr scharf und gefährlich.?

Der Second-Unit-Regisseur und Stuntveteran Conrad Palmisano gibt zu Protokoll, dass der Haken aussah ?wie ein Büchsenöffner für ein 150-Liter-Benzinfass. Er sieht sehr bedrohlich aus, wenn er auf dich zukommt, und ich denke, dass es sehr aufregend ist, wenn sich Peter Pan seinem Erzfeind mit der Kralle an der einen und dem Schwert in der anderen Hand stellt.?

Der zweite unverzichtbare Anhang von Hook ist sein Matrose Smee, der von dem ehrwürdigen Richard Briers verkörpert wird. ?Smee und Hook sind wie alte Eheleute?, beschreibt Isaacs die Beziehung zwischen dem ruchlosen Paar.

Die Besetzung von Briers als verschlagener alter Schuft war besonders befriedigend für Hogan. ?Ich bin mit Richard Briers aufgewachsen und habe ihn ? so wie viele Australier ? in den Siebzigern immer in seiner Fernsehserie ?The Good Life? gesehen?, erinnert sich der Regisseur. ?Es war immer mein Traum, einmal mit ihm zu arbeiten. Er ist einer der witzigsten, warmherzigsten Schauspieler, und als ich am Drehbuch arbeitete, konnte ich mir keinen besseren für die Rolle des Smee vorstellen.?

"Ein Mädchen ist zwanzig Jungs wert" Die Suche auf drei Kontinenten nach der jungen Schauspielerin, die den Part von Wendy spielen sollte, erwies sich als größte Herausforderung für die Filmemacher in der Casting-Phase von PETER PAN. Hunderte von Mädchen sprachen bei offenen Castings in den USA, in England und in Australien vor, bevor man bei einem Vorsprechen in London Rachel Hurd-Wood fand, die in den Home Counties lebt und noch nie zuvor als Schauspielerin Erfahrungen gesammelt hat.

?Rachel war die Letzte, die wir besetzt haben?, sagt Hogan. ?Wir brauchten ein Mädchen, die in die Zeit passte ? eine Zwölfjährige mit Stolz, Stärke und Witz. Heutzutage sind die Kinder anders.?

Die Filmemacher achteten bei der Besetzung der Rolle eher auf die emotionale Wahrheit als auf professionelle Erfahrungen. Dennoch war die Rolle von Wendy rein schauspielerisch eine Herausforderung. ?Es ist ein schwieriger Part, denn Wendy verändert sich im Lauf des Films?, erklärt Fisher. ?Als wir den Darsteller von Peter gefunden hatten, fragten wir uns: Wer sieht neben ihm gut aus? Dann fanden wir dieses Mädchen, das die gleiche Art von Präsenz ausstrahlt wie er, und sie meisterte diesen komplizierten Part mit Energie und Eleganz.?

Laut Jason Isaacs, der viele Szenen mit Hurd-Wood teilte, stellte sich ihre mangelnde Erfahrung als Glücksfall heraus. ?Rachel hat kein Handwerk, hinter dem sie sich verbergen kann?, bemerkt er. ?Alles mußs echt sein, oder sie kann es nicht spielen. Darum ist ihre Darstellung auch so wahrhaftig.?

Hurd-Woods Reise nach Nimmerland begann einen Tag nach Schulbeginn, als ihre Mutter sie an der Tür mit einem Maßband erwartete. ?Meine Großeltern haben im Fernsehen von der Rolle erfahren, für die sie eine typisch englische Wendy mit einer bestimmten Größe suchten. Ich habe vorher nie geschauspielert. Meine Mutter sagte mir, dass ich die Rolle bestimmt nicht bekäme, aber ich sollte mir mal einfach so aus Spaß anschauen, wie ein Vorsprechen für einen Film abläuft.?

Nach dem offenen Vorsprechen wurde sie gebeten, für ein weiteres Casting zusammen mit Isaacs vor der Kamera zu spielen. Beim dritten Mal sollte sie mit einem Schauspiellehrer arbeiten und danach flog man sie zu einem Screen-Test nach Australien. Als Nächstes verbrachte Rachel Hurd-Wood vier Tage in Los Angeles, um die Produzenten kennen zu lernen und mit John Kirby zu arbeiten, dem Schauspiellehrer für alle Kinder von PETER PAN. Im Verlauf der Dreharbeiten erwarb sie sich Kenntnisse, von denen sie im Leben nie geträumt hatte ? sie mußste fechten und fliegen lernen, und sie beschwerte sich doch nur über eine Sache.

?Es macht keinen Spaß zu weinen?, sagt sie. ?Deine Freunde am Set dürfen nicht mit dir reden, weil es dich von der Szene ablenken könnte, das ist hart, ermüdend und macht einfach keinen Spaß. Einmal mußste ich einen ganzen Tag lang weinen, und wenn ich mir am nächsten Tag den Arm gebrochen hätte, hätte ich nicht mehr weinen können, weil ich total ausgetrocknet war.?

Egal ob Lachen oder Weinen ? Rachel Hurd-Wood bewundert ihre Filmfigur. ?Wendy ist wirklich eine großartige Person?, sagt sie. ?Sie liebt das Abenteuer, hat aber trotzdem eine mädchenhafte Seite. Wenn ich damals gelebt hätte, wäre ich gern ihre Freundin gewesen.?

Kinder und Tiere Obwohl PETER PAN in vielen Schlüsselrollen mit Schauspielern mit exzellentem Ruf aufwartet, wurden die ?verlorenen Jungs? und die jungen Mitglieder der Familie Darling mit Newcomern besetzt.

?Die Kinder sind fantastisch und sie hatten einen wunderbaren Einfluss am Set?, sagt Olivia Williams. ?Wenn etwas Spontanes, Kindliches passierte, zog das eine regelrechte Party-Stimmung nach sich. P. J. hat Kinder besetzt, die nicht darauf trainiert waren, süß zu sein. Also waren all diese wahrhaftigen Momente wirklich spontan, und es war sehr erfrischend und lehrreich, den Kindern bei der Arbeit zuzusehen.?

Harry Newell, der den von Napoleon besessenen John Darling spielt, erklärt die ganz besondere Herausforderung bei den Dreharbeiten mit der Arbeit mit Rebel, dem Bernhardiner, der als Nana im Film auftritt. ?Es kann ziemlich anstrengend sein, mit einem Hund zu arbeiten?, bemerkt er. ?Manchmal spielst du eine perfekte Aufnahme, aber der Hund muckt auf, geht nicht zu seiner Markierung oder so. Und manchmal spielt der Hund eine perfekte Aufnahme, aber du vermasselst es. Aber es machte Spaß, Rebel am Set zu haben.?

Weder Newell noch sein Kollege Freddie Popplewell, der den kleinen Michael Darling spielt, haben vor PETER PAN geschauspielert. Von den sechs ?verlorenen Jungs? hatte nur Harry Eden, der Darsteller des Nibs, schon Erfahrungen vor der Kamera. Drei der ?verlorenen Jungs? ? Theodore Chester, George Mackay und Rupert Simonian ? wurden von einem Casting-Agenten an ein und demselben Ort entdeckt: an der Harrodian School in London. Der Lehrplan und die Methoden der Schule fördern den kreativen Ausdruck der Schüler, aber vielleicht war die Tatsache ein gutes Omen, dass der Schulleiter der Harrodian School den Namen James Hook trägt.

Der Chefkameramann Donald McAlpine, der bei mehr als 50 Filmen hinter der Kamera stand, entdeckte, dass die Arbeit mit Kindern von ihm technische Entscheidungen abverlangte, mit denen er vorher nicht gerechnet hatte. ?Es war ein Running-Gag zwischen P. J. und mir?, erinnert er sich.

?Ich wählte eine Kameraeinstellung aus, die einen kleinen Bildausschnitt zeigen sollte. Dann kam er und sagte mir, er wolle die Linse mit dem größtmöglichen Weitwinkel. Das stellte mich immer wieder vor große Beleuchtungsprobleme, aber in den meisten Fällen hatte er Recht. Die Akzente, die meine Art von Linsen bei Erwachsenen hervorheben, wären bei diesen hübschen jungen Kindern unbemerkt geblieben. Darüber hinaus sieht man die ganze Welt in diesen Einstellungen, also haben wir am Ende eine Nahaufnahme und eine Weitwinkelaufnahme gedreht ? zwei für den Preis von einer.?

Kapitel und Verse ?J. M. Barrie hat PETER PAN in einer Zeit geschrieben, die für mich persönlich unendlich faszinierend ist?, sagt der Regisseur P. J. Hogan. ?Wenn ich mir die Kunst dieser Zeit anschaue, entwickle ich ein großes Interesse an der Romantik, besonders an der Arbeit von John William Waterhouse und Sir Edward Coley Burne-Jones. Die Farben sind strahlend, die Menschen scheinen von innen heraus zu leuchten. Und ich dachte mir: Diese Gemälde hat sich J. M. Barrie bei verschiedensten Ausstellungen angesehen.?

?Wenn ich sage, dass der Look des Films sehr romantisch ist, meine ich das nicht unbedingt im engsten Sinn des Wortes?, fährt Hogan fort. ?Es ist eher so, dass alles überlebensgroß ist, die Farben sind heller und wärmer, alles ist reichhaltiger.?

Um PETER PAN die visuelle Stimmung zu geben, die er haben wollte, stellte Hogan ein Team von preisgekrönten Filmkünstlern zusammen. Doch lange vorher legte er bereits den Grundstein für deren Arbeit, indem er ein Buch mit Bildern zusammenstellte, die verschiedene Aspekte seiner Vision verdeutlichten.

?P. J. hat eine sehr präzise Vorstellung von den visuellen Mitteln, mit denen er eine Geschichte erzählen will?, gibt der Produzent Patrick McCormick zu Protokoll. ?Sein Reverenzbuch deckte jedes Detail der Geschichte ab ? die Sequenzen in London, in Nimmerland, sogar die in den Wolken. Wir haben all dies im Film erschaffen. Es gibt nicht eine einzige Sequenz oder einen Moment, wo wir gesagt hätten: ?Okay, wir haben eine Location, machen wir es uns einfach und bauen wir hier einen Set auf.? Alles wurde so konstruiert, dass es zu dem Rest des Films passt.?

Im frühen Stadium der Vorproduktion hatten die Filmemacher noch geplant, PETER PAN ?on location? zu drehen, was bedeutet hätte, dass man in einem echten Dschungel, auf einem echten Schiff und in den Straßen von London gedreht hätte. Aber da ein so großer Teil der Geschichte nachts spielt und strikte Gesetze zur Kinderarbeit den Arbeitsplan der vielen minderjährigen Schauspieler kontrollierten, wurden diese Pläne schnell wieder verworfen.

Stattdessen zog die Produktion in die Warner Roadshow Studios nach Gold Coast in Queensland, Australien, wo die Sets des Films in etlichen riesigen Hallen aufgebaut wurden. Die einzige Ausnahme waren die Straßen von London, die außen auf dem Studiogelände in Australien errichtet wurden. Dort fand laut Drehplan der einzige Nachtdreh der Haupt-Unit statt.

Während der meisten Zeit nahm PETER PAN alle acht Hallen des Studios für sich in Anspruch. Dadurch wurde die Sorge um das Arbeitspensum der Kinder eliminiert. In den Hallen konnten die verschiedenen Locations geschaffen und aufgebaut werden, und die Dreharbeiten konnten in kontrollierter Umgebung stattfinden, wo zum Beispiel die Wetterbedingungen (gedreht wurde unter anderem während der Sturmsaison) keine Rolle spielten. Darüber hinaus erlaubte diese Methode den Filmemachern, die Geschichte in einer überlebensgroßen Welt und in einer überhöhten Realität anzusiedeln.

Durch Hogans frühe Recherchen bot sich dem Team die willkommene Chance, auf die Basisarbeit zu verzichten. ?P. J. mußs ein Jahr damit verbracht haben, das zusammenzustellen, was wir die Bibel nannten?, sagt Produktionsdesigner Robert Ford. ?Das meiste stammte von Bildern oder von Illustrationen aus Büchern, die ausdrückten, wie der Film seiner Meinung nach aussehen sollte. Es nimmt normalerweise viel Zeit in Anspruch, wenn man die Vision des Regisseurs ohne ein solches Dokument herausarbeiten will. Ich habe noch nie einen Regisseur kennen gelernt, der bei seinen Vorbereitungen so weit gegangen ist, bevor er sein Team zusammenstellt.?

?PETER PAN ist der Traum eines Designers?, fährt Ford fort. ?Das sind viele Filme auf einmal: das alte London, ein Piratenschiff, tropischer Dschungel, ein altes Schloss mit Drachen und Wasser ? jeder dieser Schauplätze wäre schon ein Film für sich. Unser Grundgedanke war, die Realität zu nehmen, sie zu dehnen und zu erweitern und so einen magischen Level zu erzeugen ? indem man die extremsten Dinge zusammenstellt, die man in der Natur findet. Man findet diese Kombination von Pflanzen nicht in einem wirklichen Urwald ? nur in unserem. Und so weiß man nie, ob man sich in der Realität befindet oder in einem Traum.?

P. J. Hogans Bibel hatte ebenfalls enormen Einfluss auf Donald McAlpine, den Chefkameramann, der bereits den visuell umwerfenden Moulin Rouge (Moulin Rouge, 2001) gefilmt hat. ?P. J. präsentiert dir ein Bild, das vielleicht glorreich golden scheint, durch das du aber realisierst, dass er eine dunkle, schwarz beleuchtete Szene braucht?, erklärt er. ?Manchmal geht es um Farben, manchmal um das Design, aber es geht immer um die Emotionen, die seine Visionen in ihm wecken und hoffentlich auch bei den Zuschauern wecken werden. Es ist die alte Geschichte von dem Bild, das mehr als tausend Worte erzählt. Worte sind bei der Kommunikation über visuelle Konzepte so begrenzt.?

?Roger Ford gestaltete Sets, die für die Kamera wie gemacht sind?, ergänzt McAlpine. ?Wenn du die Kamera aufbaust, bemerkst du, dass er gerade dort keine Elemente integriert hat. Er hat bereits visualisiert, wie die Dinge gefilmt werden könnten. Wenn man an ein durchdachtes und exzellent gestaltetes Set kommt, ist das sehr inspirierend. Bei dem Piratenschiff zum Beispiel haben wir alle unser absolut Bestes gegeben, damit diese wunderbare Konstruktion im Film so gut wie möglich aussieht.?

Während der Vorbereitungen hatten die Filmemacher überlegt, das Piratenschiff ?Jolly Roger? auf See zu errichten. Stattdessen wurde das Deck des wunderschönen, aber etwas vernachlässigten alten Schiffs, das Hook von spanischen oder portugiesischen Seeleuten gekapert haben könnte, in einer Studiohalle aufgebaut ? nach ersten Designkonzepten, die die Filmemacher von ILM aus Nordkalifornien übermittelt bekamen. ?Jedes Mal, wenn sie uns etwas Neues schickten, baten wir sie, das auszubauen?, erinnert sich Ford. Natürlich.

Der Set-Designer Jim Millet überwachte die Konstruktion des Schiffes, das 85 Fuß lang war ? 90, wenn man die Takelage an beiden Enden mitzählt ? und die maximale Länge der Halle ausschöpfte. Es wurde auf einer Hebebühne errichtet, damit die Bewegungen des Schiffes auf dem Wasser simuliert werden konnten. In der Zwischenzeit bauten Zimmerleute und Designer bei ILM eine 20 Fuß lange Version des Schiffes inklusive Rumpf und Kiel für Effektaufnahmen.

"Ich glaube an Feen! Ich glaube, ich glaube!" In den 100 Jahren, seit ?Peter Pan? erstmals auf einer Londoner Bühne aufgeführt wurde, haben sich technische Möglichkeiten entwickelt, die im Jahr 1904 nach Science-Fiction geklungen hätten. Selbst vor 20 Jahren, als Lucy Fisher die Rechte an PETER PAN erwarb, wäre ein Live-Action-Film nicht möglich gewesen, der die fantastischen Elemente der Geschichte mit der surrealen Anmutung verweben konnte, wie es die Filmemacher nun im Sinn hatten.

Donald McAlpines Erfahrungen mit dem üppig designten Moulin Rouge, in dem ebenfalls viele Effekt-Aufnahmen verwendet wurden und der ebenfalls hauptsächlich im Studio gefilmt wurde, waren dem PETER PAN-Team eine immense Hilfe. ?Es gibt viele logistische, finanzielle und kreative Überlegungen, wenn eine wirklich menschliche, dramatische Geschichte mit den Mitteln der heutigen Computer und Computergrafiken erzählt werden soll?, sagt der Kameramann.

Die Filmemacher nutzten ihre technischen Möglichkeiten voll aus, um ihr Ziel zu erreichen ? allerdings nicht um jeden Preis und nicht auf Kosten der Geschichte. Schließlich ist PETER PAN keine Science-Fiction. Hogan bestand also darauf, dass die signifikanten Fantasy-Elemente in PETER PAN so gezeigt werden sollten, wie ein Kind sich das vorstellen würde.

?Ich wollte mit Menschen zusammenarbeiten, die die Magie des Films über die Technologie stellen?, sagt Hogan. ?Die Menschen, mit denen ich bei ILM zu tun hatte, waren genau die Richtigen für dieses Projekt. Scott Farrar sprang sofort darauf an und liebte das Material.?

Farrar war eine Schlüsselfigur bei der Produktion von den Vorbereitungen bis hin zur Nachbearbeitung. ?Dieser Film hat einen schwierigen Stil, denn er ist nicht wirklich Fantasy?, sagt er. ?Er ist fast fotorealistisch, allerdings auf eine altmodische Weise, wie in Büchern. Alles basiert auf unserer realen Welt, es ist nur größer, bunter und dramatischer. P. J. hatte einen malerischen Stil für die Geschichte im Sinn, also war das unser großes Ziel. Und ich wusste, dass er starke Farben liebt.?

Der Film nutzt rund 1.200 Effekt-Aufnahmen, die fast alle von ILM produziert wurden. Teams bei Digital Domain und Sony Pictures Imageworks steuerten Schlüsselaufnahmen bei, ebenso wie die Firmen R!ot Pictures, Pacific Titles und CIS Hollywood.

Bei der Arbeit an einer Welt, die die unbegrenzten Möglichkeiten der kindlichen Vorstellungskraft reflektiert, bemerkten Farrar und seine Mitarbeiter bei ILM bald, wie sehr ihre Bemühungen die Kinder in ihrem Leben begeisterten. ?Kinder werden diese visuellen Bilder lange in sich tragen, und das gibt uns eine unbeschreibliche Befriedigung?, erläutert Farrar. ?Ich liebe es, wenn ich mir vorstelle, dass meine Kinder ? oder die Kinder von anderen Menschen ? diesen Film sehen.?

?Es gab eine Zeit in meinem Leben, da fühlte ich mich wie der Meister der Zerstörung?, sagt Farrar. ?Ein Jag-alles-in-die-Luft-Film nach dem anderen. Das macht Spaß, aber PETER PAN ist komplett neu und anders. Er ist so reich in seiner Imaginationskraft, du bist nicht beschränkt in deinem Denken über Designs, denn du fragst dich ständig: Was würden Kinder denken??

Das Know-how des kompletten Teams war es, das die Magie auf die Leinwand brachte. ?Ganz egal, wie gut die Animation ist, egal, wie gut die Modelle sind ? wenn das Licht nicht stimmt, wird es im Film nicht funktionieren?, gibt Farrar zu. Also nahmen wir alles auf, was sich am Set abspielte. Die Beleuchtung, der Abstand der Scheinwerfer, die Filter ? alles. Anders hätten unsere Aufnahmen nicht hineingepasst.?

?P. J. hat wunderbare Ideen und wenn mal ein Problem auftaucht, hat er immer noch eine bessere Idee als Lösung parat?, erklärt Farrar weiter. ?Er hat nicht viel Erfahrung mit der Arbeit an der Blue Screen, also halfen wir ihm dabei. Aber er ist der Steuermann des Schiffes, und das kam immer der Darstellung zugute.?

Farrars Erfahrung war besonders bei den Szenen wichtig, in denen Glöckchen mitspielt, aber seine ursprüngliche Meinung über diese kleine, leuchtende Figur änderte sich. ?Am Anfang war ich der Ansicht, dass Glöckchen ein komplett computergenerierter Part sein müsse?, erinnert sich Farrar.

?Wir unterhielten uns über die Kontrolle ihrer Flugbewegungen und so was. Aber das verlangte dennoch nach einer Schauspielerin, deren Darstellung im Computer eingefangen werden konnte. Doch dann fand P. J. Ludivine Sagnier, und sie war fantastisch. Sie kann tolle Fratzen schneiden und Emotionen im Stil der Stummfilmzeit porträtieren ? ein Talent, das zu echter physischer Comedy führt. Also haben wir nun die wunderbare Persönlichkeit von Ludivine auf der Leinwand, meist in Nahaufnahmen. Wenn sie herumfliegt und akrobatische Dinge anstellt, dann ist das ihr computergenerierter Part, aber immer wenn wir Ludivine selbst einsetzen konnten, haben wir das getan.?

In etlichen halbnahen Aufnahmen ist die Figur Glöckchen ein Hybrid, bei dem Sagniers Kopf auf einen computergenerierten Körper montiert wurde.

"Fröhliche Gedanken und Zauberstaub ..." Der Moment, in dem Peter, Wendy, John und Michael einen menschlichen Kometen formen und auf ihrem Flug nach Nimmerland durch die Stratosphäre brechen, ist wahrlich erfrischend. Diesen Flug glaubhaft darzustellen war ein gemeinsamer Verdienst, der die Erfahrung der Stunt-Abteilung, die Magie der Spezialeffekte und die besondere Hingabe der Schauspieler erforderte.

?Üben, üben, üben ? das ist der Schlüssel zum Fliegen?, scherzt Jeremy Sumpter, der mehr Zeit in der Luft verbrachte als jeder andere seiner Kollegen. ?Peter Pan ist ein perfekter Flugakrobat. Sein Körper ist dabei total gerade, und das ist sehr schwer. Ich mußste mich flach in ein Fallschirmgeschirr hängen und mußste die Kraft meines Rückens nutzen, damit meine Füße den Boden nicht berührten. Ich habe monatelang trainiert, bis meine Rückenmuskeln stark genug waren, dass ich mich so lange wie möglich gerade durchdrücken konnte.?

Für Sumpters Flüge wurden höchst selten Stunt-Doubles genutzt. ?P. J. mochte sie nicht einsetzen, denn ich fliege anders als alle anderen.? So wie Wendy nahm auch Rachel Hurd-Wood ihre Flugstunden sehr ernst, aber sie genoss sie auch. ?Es war manchmal richtig hart, aber wenn man dabei lacht und Spaß hat, dann ist es großartig.?

Der Second-Unit-Regisseur und Stuntkoordinator Conrad Palmisano und sein Team waren dafür verantwortlich, die Schauspieler in die Luft zu bekommen ? und sie trainierten sie monatelang dafür. ?Wir wollten einen schwerelosen Look für die Flüge?, sagt er. ?Es sieht nicht so aus wie bei den Zeichentrickfiguren, die einfach fliegen können und wo dies Teil ihrer Rolle ist. Wir haben uns gefragt: Wie kann dich Zauberstaub dazu bringen zu fliegen? Kann man lernen, eine Kurve zu fliegen? Wir haben viel Zeit damit verbracht, Nuancen zu entwickeln, wenn man noch nicht so gut fliegen kann ? ohne es so darzustellen, dass unsere Figuren lausige Flieger sind.?

Aber es brauchte mehr als fröhliche Gedanken und Zauberstaub. ?Vier oder fünf Kinder dazu zu bringen, perfekt in einer Aufnahme zu fliegen, ist eine ziemliche Herausforderung?, fährt Palmisano fort. ?Wenn sie vor der Blue Screen waren, haben wir Helfer gehabt, die wir liebevoll die Blaubeeren genannt haben ? Jungs in blauen Anzügen, die herumgelaufen sind, sich die Kinder geschnappt und hochgehoben haben, bis wir sie alle in der richtigen Position hatten.?

Das Training begann jedoch schon am Boden. ?Wir haben mit den Kindern auf Trampolins und anderen gymnastischen Geräten geübt, damit sie sich daran gewöhnten, ihren Körper in der Luft zu benutzen?, sagt Palmisano. ?Wir haben Jeremy in einen Zirkus in den USA mitgenommen und ihn Trapez fliegen lassen, damit er ein Gespür dafür bekam, wie es sich anfühlt, zu fliegen und zu fallen. An der russischen Schaukel hat er einen Schubs bekommen und ist 25 oder 30 Fuß weit geflogen, bevor er auf einem Airbag gelandet ist. Dann haben wir ihn in ein Geschirr getan und ihn gebeten, dieses Gefühl wieder einzufangen.?

Farrars ILM-Team spielte ebenfalls eine Schlüsselrolle bei diesen Sequenzen. ?Sehr wenige Live-Action-Filme haben es bisher geschafft, Flugsequenzen richtig gut darzustellen?, bemerkt Farrar. ?In einer Luftaufnahme, wenn man zum Beispiel ein Flugzeug vor Gebäuden und einem engen Hintergrund filmt, besteht eine extrem dichte Verbindung zwischen den Kameraschwenks und -bewegungen des Vordergrundobjektes und dem, was im Hintergrund geschieht. Wenn das nicht zusammenpasst, sieht es unecht aus.

In der Vergangenheit hat man sein Bestes versucht, indem man Luftaufnahmen aus verschiedenen Perspektiven gefilmt hat und dann die Essenz dieser Aufnahmen benutzt hat ? die Bewegungen, vielleicht einen schnellen Schwenk oder eine plötzliche Kamerafahrt nach unten. Aber das ist sehr schwierig mit dem Hintergrund zusammenzubringen. Jetzt versuchen wir, den Vordergrund-Objekten ? unseren Helden ? eine gute Choreografie zu verschaffen und sie durch unsere Kameraarbeit mit dem Hintergrund zusammenzubringen." Zu den Hintergründen, die Farrar in PETER PAN für die Flugszenen verwendet hat, zählen die Straßen und Dächer von London, Wolken, Planeten, die Landschaften von Nimmerland und die ?Jolly Roger?.

En garde! Die Filmemacher hatten etliche Einflüsse im Sinn, als sie sich über den Ton der Kampfszenen von PETER PAN Gedanken machten. ?Einige meiner Lieblingsfilme sind die Errol-Flynn-Filme der dreißiger und vierziger Jahre, und ich habe mir gedacht: Wenn wir ähnliche oder bessere Schwertkämpfe zu Stande bringen würden, dann wäre ich sehr erfreut?, sagt der Regisseur. ?Sie machten unglaublich viel Spaß, und die Schauspieler wussten, was sie tun. Wenn sich Käpt?n Hook und Peter Pan duellieren, wollte ich das Feuer und den Esprit von Schauspielern wie Basil Rathbone und Errol Flynn wieder zum Leben erwecken.?

Um das zu erreichen, wurde die Crew um ein Trio der besten Action-Experten der internationalen Filmindustrie erweitert: der Second-Unit-Regisseur Conrad Palmisano, der Fechtmeister Gary Worsfield und der Kampfkoordinator Brad Allan. Die Duellanten in PETER PAN fechten mit spitzen Schwertern. ?Es ist nicht die Art Schwertkampf, in dem die Gegner so lange mit dem Schwert nach sich hauen, bis es einen von ihnen erwischt?, erläutert Palmisano.

?Wir erzählen eine Geschichte in den Kampfchoreografien, mit einer Serie von Attacken, Paraden und Rückzügen, die alle dazu führen, dass der Gegner etwas Bestimmtes tun soll. Gary ist ein wunderbarer Fechtmeister, der Menschen dazu bringt, schnell und präzise zu arbeiten. Seine Kämpfe sind sehr, sehr schnell und voller Kontakt ? das ist sehr aufregend. Wenn Hook Peter Pan eingeengt oder in Schwierigkeiten gebracht hat, dann reagiert Pan auf eine bestimmte Art, und dann kommt Brad ins Spiel.

Der komplette Kampf am Ende spielt sich in der Luft ab, mitten in den Segeln der ?Jolly Roger?. In kurzen Momenten ist es wie ein Hundekampf, der in der Luft stattfindet. Pans Vorteil ist seine Schnelligkeit und seine Fähigkeit zu fliegen, aber das nehmen wir ihm am Ende, damit die Chancen zwischen ihm und Hook beim Schlusskampf besser verteilt sind.?

Worsfield nutzte die Gelegenheit, die Schönheit eines Schwertkampfes auf die Leinwand zu bringen. ?Wir haben beinahe jeden Ausdruck des Fechtens eingebracht?, erklärt er. ?Es gibt Rapport und Kommunikation durch das Schwert, ebenso Beleidigungen, Erniedrigung, Ekel, Wut, Täuschung ? viel mehr als pure Stärke. Es gibt meines Wissens nach keinen Film, der Schwertkämpfe und das Fliegen kombiniert. Das Fechten ist linear, aber Pan kann fliegen, also sind die Möglichkeiten, die wir hatten, überwältigend.?

Brad Allan, der seit sieben Jahren mit dem Stuntteam von Jackie Chan arbeitet, verstärkte die Wirkung der fliegenden Schwertkämpfer noch. ?Der Kampfstil aus Hongkong passt nicht wirklich zum Look von PETER PAN, aber die Filmemacher wollten den Errol-Flynn-Stil mit etwas Action aus der Luft aufpeppen?, erläutert Allan. ?Ich denke, dass Jeremy der nächste Jackie Chan wird?, ergänzt er. ?Manchmal mußsten wir ihn zurückhalten ? er ist unglaublich gut.?

Vier Monate vor Beginn der Produktion widmete sich Sumpter vier Stunden am Tag seinem Fechttraining. ?Peter kontrolliert seine Kämpfe ? er ist geschickt, er ist geschmeidig?, sagt der junge Schauspieler. ?Ich habe mit der Maske erst mal richtig fechten gelernt. Wenn man das kann, konzentriert man sich auf seine Beinarbeit, die Körperpositionen und wie die Stöße und Ausfälle aussehen müssen.?

Jason Isaacs hatte schon einige Erfahrungen als Schwertkämpfer, aber dies stellte sich nicht als so großer Vorteil heraus, wie er gehofft hatte. ?Ich habe schon in einigen Filmen gefochten. Ich war mir ein bisschen zu sicher, bis mir klar wurde, dass ich das Schwert mit meiner linken Hand führen sollte ? schließlich hat Hook einen Haken statt der rechten.?

Dies verstärkte allerdings nur den Ehrgeiz des Schauspielers. ?Jason ist sehr geschickt mit seinem Haken?, lobt Palmisano. ?Wenn er sich auf dich zubewegt, ist er der Mix-Meister der Klingen. Wenn man mit ihm übt und drei Schritte probiert, dann möchtest du einfach dein Schwert hinwerfen, rauslaufen und dich in Sicherheit bringen.?

Wendy und die ?verlorenen Jungs? waren zwar weniger bedrohlich, aber auch sie bekamen ein ordentliches Training. ?Wir brachten die ,verlorenen Jungs? in den Probenstudios mit zehn erwachsenen Stuntmen zusammen, gaben ihnen Schwerter aus Metall und sagten ihnen: Los, attackiert die Typen?, sagt Palmisano. ?Monatelang haben wir sie üben und Kampfroutinen einstudieren lassen, bis jeder Junge etwas gefunden hatte, was er am besten konnte. Das haben wir dann in die Kampfszenen eingebaut.?

Der Schauspieler Bruce Spence, der den Piraten Cookson spielt, mußste sich mit Wendy messen. ?Die Crew bestand aus wirklich großartigen Schwertkämpfern?, sagt er. ?Und wenn ich mir heute jemanden wie Errol Flynn ansehe, denke ich mir: Tsstss, ist das etwa alles, was du draufhast, Errol? Klar, wenn man gegen jemanden wie Wendy kämpft, ist das etwas anderes als ein Gefecht gegen Errol Flynn, aber wenn Wendy aufbegehrt und ihren Mut entdeckt, ist das ein Moment, den ich sehr genieße. Sie entwickelt sich vom kleinen Mädchen zu einer jungen Frau, die die Kontrolle übernimmt.?

Unfälle? Es gab ein paar. ?Klar, wenn man fechtet, haut man sich manchmal, und das tut weh?, gibt Sumpter trocken zu Protokoll. ?Ja, Jeremy und ich haben bei den Schwertkämpfen manchmal daneben gehauen?, pflichtet ihm Isaacs bei. Aber beide Schauspieler bekamen von den Kämpfen nicht genug. ?Jason und Jeremy haben sehr hart dafür trainiert, ihre Stunts selbst auszuführen, und darauf sind wir alle sehr stolz?, sagt Palmisano.

?Ich bin seit 30 Jahren im Stuntgeschäft ? ein Veteran?, ergänzt er. ?Und ich bin der Ansicht, ein bisschen was von Peter Pan steckt in jedem Stuntman. Wir leben zwar nicht in Nimmerland, aber wir wollen einfach nicht erwachsen werden. Wir spielen immer noch mit dem Spielzeug der Jungs, nur ist es ein bisschen größer als normal.?

Aber dennoch überraschte Sumpters Furchtlosigkeit selbst diesen professionellen Risiko-Sucher. ?Ich war immer der erste Junge in der Nachbarschaft, der von einer Brücke ins Wasser gesprungen ist, aber ich habe erst mal nachgesehen, wie tief das Wasser ist. Jeremy würde wahrscheinlich zuerst springen. Ihn zu besetzen war ein echter Coup. Er ist für die anderen Kinder wie ein Rattenfänger. Wenn er auf dem Studiogelände ist, rennen ihm alle anderen Kinder hinterher.?

"Ein rosa Kleid, zum Sterben schön ..." Die Kostüme für die Schauspieler von PETER PAN waren eine weitere enorme Herausforderung, denn Ästhetik, Authentizität und anderen Faktoren mußste Rechnung getragen werden. Wie die Sets sollte auch die Kleidung den Kontrast zwischen der kühlen Enge Englands vor 100 Jahren und der fantastischen, freien Atmosphäre von Nimmerland unterstreichen.

Das Produktions-Hauptquartier der Kostümdesignerin Janet Patterson war randvoll mit authentischen Samt-, Seide- und Satin-Kleidern aus der Jahrhundertwende, mit elegant gefertigten Schuhen und kuscheligen Kinder-Pyjamas. Sie fertigte darüber hinaus zahllose Neopren-Anzüge, die die Piraten unter ihren zerschlissenen Kostümen tragen mußsten. Und es gab Dutzende von Käppchen ? für Nana.

Außerdem hingen Hunderte von Nachthemden für Wendy in der Garderobe. ?Das ist schließlich das, was sie den ganzen Film über trägt?, bringt es Patterson auf den Punkt. ?Manche sind speziell für die Flugszenen angefertigt worden, und es gibt eine wunderschöne seidene Variante für die Tanzszene.?

Patterson warf ihre Netze weit aus, um das, was sie für PETER PAN brauchte, zu bekommen ? in London und Paris erstand sie Stoffe und Bänder, in Italien Schuhe und Hüte, in Pakistan Stickereien. Alle Socken wurden in England gestrickt.

Die Damen im Ensemble waren von den Kostümen besonders begeistert. ?Janet Patterson ist ein Design-Genie?, lobt Lynn Redgrave. Es war wunderschön, ihre Kostüme zu tragen. Alles basierte auf genau recherchierten historischen Kleidern. Wir trugen korrekte Korsette, richtige, alte Juwelen, wunderschöne Dinge aus jener Zeit, die den Sinn für die Realität verstärken. Das hilft uns bei der Schauspielerei ungemein.?

Olivia Williams pflichtet ihr bei: ?Kinder jedes Alters und jeder Zeit lieben ein rosa Kleid, und ich bin da keine Ausnahme?, gibt die Schauspielerin zu. ?In der Ballszene trage ich ein zum Sterben schönes rosafarbenes Kleid, und das war für mich der glücklichste Moment des Films.?

Dieses rosa Kleid machte auch Patterson glücklich. ?Mrs. Darling ist eine Fantasie-Figur für jedes Mädchen ? die schönste Mutter der Welt?, sagt die Designerin, die bereits für drei historische Filme für den Oscar® nominiert war. ?Alle ihre Kleider verdeutlichen ihre innere Wärme.?

Die Garderobe von Hook war die am sorgfältigsten ausgearbeitete von allen. ?Hook ist ein toller Kerl?, bemerkt Patterson. Zusätzlich zu seiner dandyhaften Garderobe stattete Patterson seine Kleidungsstücke auch mit Subtext aus: Der Mantel und die Weste, die er bei Wendys Besuch in seiner Kabine trägt, sind aus demselben Stoff wie die Abendrobe von Mr. Darling.

Vor 100 Jahren J. M. Barrie kam im Jahr 1860 in der schottischen Kleinstadt Kirriemuir zur Welt und zog als junger Mann nach London, um dort als Schriftsteller sein Glück zu machen. Seine frühen Arbeiten waren prächtige Kurzgeschichten über eine fiktionale Version von Kirriemuir, die er in Zeitungen veröffentlichte.

Er schrieb außerdem für den ?National Observer? und trat somit einem illustren Autorenkreis um Thomas Hardy, Rudyard Kipling, H. G. Wells und W. B. Yates bei. Später ? mit einigen erfolgreichen Theaterstücken und Romanen in seinem Lebenslauf ? zog er in die Straße gegenüber den Kensington Gardens, wo er täglich Spaziergänge mit seinem Bernhardiner unternahm. Während dieser Spaziergänge traf er auf die Kinder von Llewelyn Davies ? fünf Brüder, die ihn zu PETER PAN inspirierten. Als die Eltern der Kinder starben, adoptierte Barrie alle fünf Jungen.

Peter Pan trat erstmals 1902 in J. M. Barries Roman ?The Little White Bird? auf, als Held einer Geschichte, die der Erzähler einem Kind vorliest. Barrie war bereits ein beliebter Romancier und Theaterautor in London, als ?Peter Pan? am 27. Dezember 1904 am Duke of York?s Theatre uraufgeführt wurde. Die Premiere war keine Matinee für Kinder, sondern eine glitzernde Westend-Abendpremiere für ein Publikum intellektueller Londoner, die gekommen waren, um das neue Stück eines der angesagtesten Autoren zu sehen.

Die Besucher hatten keine Ahnung, was sie von ?Peter Pan? zu erwarten hatten, und niemand wollte einen Tipp abgeben, welches Schicksal die thematisch mutige, technisch anspruchsvolle Produktion zu erwarten hatte. Aber der Glaube der Produzenten an Barrie und dessen Ehrlichkeit gegenüber seiner einzigartigen Vision machte ?Peter Pan? prompt zu einem Klassiker.

Barrie verfeinerte den Text des Stückes in den Jahren nach der Premiere immer wieder und baute ihn zu der Geschichte aus, die er im Jahr 1911 als ?Peter and Wendy? veröffentlichte. Das Stück selbst wurde nicht vor 1928 publiziert ? nach Bühnenproduktionen über einen Zeitraum von 24 Jahren ? und diversen Überarbeitungen. Dem Autor Andrew Birkin ist es zu verdanken, dass ein umfangreiches Dokument existiert, in dem nahezu alle von Barries Notizen, Entwürfen und Konzepten, die er über diesen langen Zeitraum zu PETER PAN angefertigt hatte, zusammengestellt sind ? bei den Filmemachern ist dieses Dokument bekannt als ?der Wälzer?. ?Der Wälzer? war eine unglaublich wertvolle Hilfe bei der Herstellung dieses Films.

Ein ewiges Geschenk PETER PAN wird auf der ganzen Welt geliebt für das ungeheuer große Abenteuer, das die Geschichte verspricht, aber in England ist es mehr. Wenige Jahre vor seinem Tod im Jahr 1937 spendete Sir James Barrie die Rechte an PETER PAN dem Great Ormond?s Street Hospital (GOSH) in London. Der charismatische Junge, der nicht erwachsen werden will, hat auf diese Weise geholfen, das Leben von unzähligen kranken Kindern zu retten.

Das Great Ormond?s Street Hospital wurde von Dr. Charles West im Jahr 1852 mit nur zehn Betten aufgebaut und war Londons erstes speziell für Kinder gestaltetes Krankenhaus. Charles Dickens lebte in der Nachbarschaft und las auf den Stufen zum Eingang ein Kapitel von ?A Christmas Carol?, um Spenden für die Erweiterung zu sammeln. So konnte das Hospital das Haus nebenan erwerben und seine Größe auf 20 Betten erweitern. Mittlerweile ist es auf 350 Betten angewachsen.

Als Krankenhaus des National Health Service wird das GOSH von der Regierung für akute Behandlungen unterstützt, aber nicht für die vielen Spezialbehandlungen, die das Krankenhaus bietet. ?Bei uns liegen sehr schwer kranke Kinder, und wenn deren Hausarzt oder das Krankenhaus in ihrer Nähe nicht mehr helfen können, sind wir oft die letzte Hoffnung?, erläutert Kit Palmer, der für GOSH die Rechte an PETER PAN verwaltet.

?Wir haben 22 verschiedene Spezialisten und bieten in England die größte Bandbreite von medizinischer Behandlung unter einem Dach an. Die meisten Patienten werden von mindestens zwei Spezialisten behandelt, viele sogar von fünf.?

?Die Botschaft des Stückes ist zeitlos?, fährt Palmer fort. ?Wer hat sich noch keine Sorgen darüber gemacht, erwachsen zu werden und dem entgegenzutreten, was die Welt für uns bereithält? Dieses Stück hat jeder Nation und jedem Individuum etwas zu sagen. Wir im Hospital haben immer gehofft, dass der klassische PETER PAN, der auf Barries Original-Arbeit basiert, auf die Leinwand kommt. Das Timing ist wundervoll, und nun hoffe ich, dass wir weitere 100 Jahre zur Verfügung haben, um diesen Film zu genießen.?

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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