The Missing

Ausführlicher Inhalt

Im unwegsamen, ungemütlichen Südwesten der Vereinigten Staaten behauptet sich Maggie Gilkeson (CATE BLANCHETT) gegen alle Widrigkeiten, die sich einer allein stehenden Frau mit zwei Töchtern im Wilden Westen in den Weg stellen. Mit unerbittlich harter Arbeit hält sie ihre entlegene Farm in Schuss. Als Heilerin kümmert sie sich um die Gesundheit der im Umkreis verstreut lebenden Nachbarn und der ebenfalls im bitterkalten Nordwesten von New Mexico hausenden Indianer und verdient sich damit das nötige Geld zum Überleben.

Hof und Bett teilt sie sich mit ihrem Vormann Brake Baldwin (AARON ECKHART), der sie zwar berühren darf, aber doch nie wirklich zu ihr durchdringen kann. Auf Grund traumatischer Erlebnisse in ihrer Kindheit erlaubt sich Maggie keine überflüssigen Emotionen oder romantischen Momente. Mit entsprechend harter Hand erzieht sie ihre Töchter. Darunter leidet vor allem die ältere, Backfisch Lilly (EVAN RACHEL WOOD), die sich immer wieder dem Diktat der Mutter zu widersetzen versucht.

Nichts würde Lilly lieber tun, als die Einöde der mütterlichen Farm hinter sich zu lassen, um in der Stadt schöne Kleider zu tragen und das Leben einer weltgewandten Frau zu führen. Der aufgeweckte Wildfang Dot indes kann sich nichts Besseres vorstellen, als in der Wildnis zu leben, und sieht entsprechend bewundernd zu seiner Mutter auf. Allen Widrigkeiten und etwaigen Meinungsverschiedenheiten zum Trotz befindet sich das Leben auf der Farm in einem fragilen Gleichgewicht. Es wird erschüttert, als eines Tages ein älterer, wortkarger Mann (TOMMY LEE JONES) mit zerfurchtem Gesicht und der typischen Kleidung der Apachen auftaucht und um Unterschlupf bittet.

Zunächst hält Brake den Mann tatsächlich für einen Indianer. Doch als er sich als Samuel Jones vorstellt, wird klar, dass es sich um einen Weißen handeln mußs, der Jahre seines Lebens bei den Indianern verbracht hat. Brake quartiert ihn im Stall ein, wo sich der geheimnisvolle Fremde die Zeit damit vertreibt, detaillierte Skizzen in einem abgegriffenen Notizbuch anzufertigen. Abends wagt sich Jones ins Herrenhaus.

Ein Blick auf den alten Mann reicht ? und Maggie gefriert das Gesicht. Sie erkennt ihn sofort ? obwohl sie ihn seit 20 Jahren nicht mehr gesehen hat: Es ist ihr Vater, der die Familie damals zurückließ, um sein Leben bei den Indianern neu zu beginnen. Nachdrücklich verweist sie ihn des Hauses. Nie mehr wolle sie ihn sehen, zischt sie: Für sie sei er ein toter Mann, der mit seinem rücksichtslosen Verhalten den Tod ihrer Mutter und ihre eigene Misere verschuldet habe. Alle Versuche, sie zu beruhigen, auch am folgenden Tag, schlagen fehl. Gebrochen reitet Jones davon.

Lilly kann es nicht erwarten: Ewig hat sie den Tag herbeigesehnt, endlich mit Brake, dem Hilfsarbeiter Emiliano (SERGIO CALDERÓN) und ihrer Schwester in die Stadt reiten zu dürfen ? zu zivilisierten, gut angezogenen Menschen. Besorgt und doch froh für ihre Töchter blickt Maggie ihnen hinterher, wie sie davonreiten. Und wartet auf der Veranda auf ihre Rückkehr. Und wartet. Und wartet ... bis aus dem Nichts eines ihrer Pferde ohne Reiter auftaucht. Keine Sekunde zögert Maggie, schwingt sich auf ihr Pferd und macht sich mit langsam wachsender Panik auf die Suche nach ihren Kindern.

In einem einsamen Wald wird sie fündig. Zuerst entdeckt sie die nackte Leiche von Emiliano. Langsam nähert sie sich einem noch glimmenden Lagerfeuer, über dem sich ein an einem Baum aufgehängtes Paket dreht. Maggie schwinden fast die Sinne, als sie erkennt, dass sich darin die grausam zerstümmelte Leiche von Brake befindet. Kurz darauf gibt es einen Grund aufzuatmen: Dot, die sich verstecken konnte, kommt ihr zwar verstört weinend, aber dennoch unversehrt entgegengelaufen. Von ihr erfährt Maggie, dass ein unbekannter Mann Lilly gefangen und mit unbekanntem Ziel entführt hat. Maggie ist sich sicher: Es mußs ihr Vater gewesen sein.

In der Stadt wendet sie sich Hilfe suchend an die Polizei, die in Ermangelung von Personal nichts weiter tun kann, als sie an das Militär zu verweisen. Fest steht, dass es sich bei dem Täter nicht um Jones handelt, sondern eine Gruppe ehemaliger indianischer Army-Scouts auf ihrem Weg nach Mexiko, die junge Frauen entführen, um sie dort meistbietend zu verkaufen. Viel Hoffnung kann man Maggie jedenfalls nicht machen: Es würde viel zu lange dauern, bis ein Trupp Soldaten eintreffen könnte, um Lilly zu retten.

Im örtlichen Gefängnis entdeckt Maggie ihren Vater, der ihre einzige Hoffnung ist: Mit seinem Wissen um die Kultur der Apachen könnte es gelingen, rechtzeitig einzuschreiten. Entschlossen akzeptiert Jones die Aufforderung seiner Tochter, bei der Suche nach seiner Enkelin zu helfen. Gemeinsam mit Dot ergeben sie ein merkwürdiges Trio, das sich da auf den Weg macht ? und nur Jones ahnt, welch ein apokalyptisches Abenteuer sie erwarten mag. Denn bei den Entführern handelt es sich um den dämonischen Apachen-Hexer Pesh-Chidin, der eine Bande von indianischen Renegaten und weißen Halsabschneidern anführt und über unheimliche magische Kräfte verfügt.

Bei seinem Plan, insgesamt acht junge Frauen zu sammeln, kennt er weder Skrupel noch Gnade. Das bekommt eine junge Pioniersfamilie bald am eigenen Leib zu spüren, in deren Farm Pesh-Chidin mitten in der Nacht eindringt, um alle dort zu töten ? bis auf die junge Ehefrau des Farmers, die gerade noch ihr wenige Monate altes Baby an sich reißen kann, bevor sie verschleppt wird. Sie wird in eine gut bewachte Höhle gebracht, wo sich neben anderen gefesselten und geknebelten Mädchen auch Lilly befindet: mitgenommen, aber unversehrt und mit dem festen Willen, aus ihrem Martyrium zu entkommen, sich nicht brechen zu lassen.

Bei ihrer Suche nach Lilly stoßen Jones, Maggie und Dot auf die verlassene Farm und die grausam zugerichteten Leichen ? und werden dort von einer Kompanie von Soldaten unter dem Kommando von Lt. Jim Ducharme (VAL KILMER) überrascht. Nur in letzter Sekunde gelingt es Maggie, die Soldaten nach einer Schießerei davon zu überzeugen, Jones nicht aufzuknüpfen: Auf Anfrage, was er in der Farm mache, hatte er geantwortet, er sei auf der Suche nach seiner entführten Enkelin, wusste dann aber nicht, wie sie heißt.

Weil die Kompanie anders lautende Weisungen hat, kann sie sich nicht an der Jagd auf Pesh-Chidin beteiligen. Jones, Maggie und Dot ziehen alleine weiter und stoßen bald auf ermutigende Hinweise, dass Lilly noch am Leben ist, als sie die Leiche eines Wanderfotografen entdecken und in dessen Wagen ein Foto der geknebelten Lilly finden. Wenig später können die drei trotz des unwegsamen Weges zu Pesh-Chidins Bande aufschließen. Lilly hat in der Zwischenzeit einen verzweifelten Fluchtversuch unternommen, worauf sie von dem Hexer verflucht wurde und nun eine Ledermaske tragen mußs, die ihr Gesicht bedeckt.

Der Versuch, den Verbrechern in felsigem Canyon-Terrain aufzulauern, schlägt fehl, und Jones, Maggie und Dot müssen fliehen. Dabei kommen ihnen zwei Apachen zu Hilfe, die Jones aus seiner Zeit bei den Indianern gut kennt: Der besonnene Kayitah (JAY TAVARE) hilft seinem Sohn Honesco (SIMON BAKER) dabei, dessen ebenfalls von Pesh-Chidin entführte Braut wieder zu finden. Mit den Indianern schlagen die weißen Verfolger ihr Lager in einem verlassenen Dorf auf. Maggie verarztet den verletzten Honesco und wird danach selbst von einem schweren Fieber befallen ? ausgelöst von Pesh-Chidin, der eine Bürste Maggies gefunden hat und sie mit einem ebenso geheimnisvollen wie gefährlichen Fluch belegt.

Mit gemeinsamen Kräften und der Hilfe von christlichem und indianischem Glauben gelingt es, den Bann zu brechen und Maggie zu retten. Sie mußs schnell wieder zu Kräften kommen, denn mit Kayitah hat Jones einen Plan ausgeheckt, wie man Lilly und Honescos Braut befreien kann. Ein Plan auf Leben und Tod, für den Jones und Maggie sich nicht nur dem Zauber von Pesh-Chidin und dessen Mörderbande stellen müssen, sondern auch den Dämonen ihrer Vergangenheit, die ihre Beziehung immer noch vergiften ...

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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