Lücke im System

Produktionsnotizen

Clearstream-Affäre und Weltwirtschaftsforum Für Januar 2000 ist der Weltwirtschaftsgipfel der G8-Staaten im schweizerischen Davos angesetzt. Mit einem normsprengenden Aufgebot militärischen Personenschutzes stellt sich die europäische Polizei Europol vor die VIPs der führenden Industrienationen der Welt. Am Freitag während des Gipfels stürmt der Genfer Untersuchungsrichter Marc Tappolet in Begleitung von Polizisten eine Berner Wohnung.

Computer werden beschlagnahmt und ein junger Informatikspezialist ins Genfer Untersuchungsgefängnis abgeführt. Eine Gruppe von Hackern namens ?Virtual Monkeywrench? hatte sich Zugriff auf den Server des Weltwirtschaftsforums verschafft und eine CD mit E-Mail-Adressen, Passwörtern, Telefon- und Kreditkartennummern zusammengestellt, die sie an die Presse weiterleiteten. Erbeutet wurden die Daten von Gipfelteilnehmern, darunter Bill Clinton, Jassir Arafat und unzählige Wirtschaftsgrößen.

Ebenfalls im Jahr 2000 greift ein Journalist öffentlich das Luxemburger Unternehmen Clearstream an, eine Gesellschaft, die aus einer Fusion zwischen Deutscher Börse Clearing und Cedel hervorging. Das Hauptgeschäft machen grenzüberschreitende Transaktionen mit Aktien aus, die über mehr als 15.000 Verrechnungskonten durchgeführt werden. Er beschuldigt sie der Geldwäsche und der Verdunklung internationaler Banktransaktionen.

Nach Aussage eines ehemaligen Mitarbeiters wuschen verschiedene Banken Geld über geheime Konten der Clearstream. Seit Februar 2001 führen Staatsanwaltschaft und Polizei, die Luxemburger Justiz und das Bundeskriminalamt in Wiesbaden Ermittlungen gegen Clearstream durch.

Der Regisseur über den Film ?Das Einschleusen eines Computervirus, der die Finanztransaktionen stört, wird als terroristische Handlung angesehen. ?Lücke im System? erzählt die Geschichte vom Standpunkt von Alex aus, des Aktivisten, der das Virus einschleust. Indem sich der Zuschauer mit ihm identifiziert, befindet er sich auf der Seite des ?Terroristen?, ohne jemals auf die Idee zu kommen, ihn als solchen zu bezeichnen.

Die Geschichte, die in ?Lücke im System? erzählt wird, ist eine ernste Geschichte, denn sie beruht auf einem erdrückenden Zeugnis. Um den Zeugen zu schützen und aus rechtlichen Gründen wurde die Erzählung so abgeändert, dass Personen und Institutionen nicht mehr identifizierbar sind.?

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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