Die Familie Stone - Verloben verboten!

Produktionsnotizen

Sybil Stone (DIANE KEATON) ist eine Matriarchin mit starkem Willen, das Herz der Stone-Familie, eine offenherzige Frau, die nur das Beste für ihre fünf Kinder will. Immer noch hinreißend schön, spiegelt sich in ihrem Gesicht seit kurzem ein Anflug von Empfindlichkeit oder Müdigkeit. Es hat den Anschein, als trüge Sybil ein Geheimnis mit sich herum?

?Die Figur der Sybil hat mich sofort gepackt, weil sie so vielschichtig ist?, erzählt Keaton. ?Die Rolle erlaubte mir, viele, oft miteinander in Widerstreit liegende Emotionen auszudrücken. Es hat Spaß gemacht, eine Frau zu spielen, die in dem ganzen Chaos, das in ihrem Leben und in ihrem Haushalt herrscht, eine gewisse Ordnung aufrecht erhält. Sybil ist das Band, das die Familie zusammen hält.?

Sybil und die Familie sind nicht gerade angetan von der Ankunft der Freundin ihres ältesten Sohnes Everett. Meredith Morton (SARAH JESSICA PARKER) ist eine perfekt gestylte, typische New Yorker Karrierefrau. Ihre Maßanzüge, das hochgesteckte Haar und das tadellose Make-up sprechen Bände über ihre Persönlichkeit und hinterlassen einen unauslöschlichen Eindruck sowohl auf Freunde als auch auf Fremde. Das Zusammentreffen mit den Stones gestaltet sich chaotisch und wird allen unvergesslich bleiben.

?Meredith unterscheidet sich von den meisten Figuren, die ich bisher gespielt habe?, sagt Sarah Jessica Parker. ?Sie ist dominant, stur und festgefahren. Sie ist auch hartnäckig und unflexibel, und wenn sie sich plötzlich außerhalb ihrer gewohnten Umgebung im Haus der Stones zurechtfinden mußs, wird sie zum Psycho-Wrack! Meredith bemüht sich wirklich, mit den schrulligen Mitgliedern der Stone-Familie klar zu kommen?, fährt Parker fort.

?Aber sie versteht deren Welt nicht, zu der sie dazu gehören will, und weiß deshalb nicht, wann sie aufhören sollte zu reden. Wenn sie versucht, sich aus diesen peinlichen Situationen zu retten, macht sie alles nur noch schlimmer.? Nach ihrer ersten verpatzten Feuerprobe mit den Stones sucht Meredith die Hilfe ihrer jüngeren Schwester Julie (CLAIRE DANES). Julie, die für eine Stiftung arbeitet, die Stipendien für Künstler vergibt, ist nicht annähernd so unflexibel wir Meredith.

?Julie steht nicht unter dem Druck, den Meredith erlebt?, erläutert Claires Danes. ?Sie ist nur dazu da, moralischer Beistand zu sein . Sie kommt, als das Leben ihrer Schwester aus der Bahn zu geraten droht. Nach aller anfänglichen Exzentrik scheinen die Stones reizend zu sein, und Julie weiß zunächst nicht so recht, was sie von all dem halten soll.?

Danes betont die feine Balance zwischen Komödie und Tragödie in diesem Film. Das bedeutete für die Schauspieler , dass sie immer genau den richtigen Ton zwischen diesen beiden Gattungen treffen mußsten. ?Für mich war die Arbeit an dem Film eine aufregende Erfahrung, weil ich als Schauspieler gezwungen war, so ehrlich wie möglich zu sein?, erklärt sie. ?Du kannst dich nicht hinter einem komödiantischen oder dramatischen Schauspiel-Ansatz verstecken, weil du damit nie das ganze weite Spektrum dynamischer Momente schaffen und aufrechterhalten könntest.?

Julie betritt die Höhle des Löwen wesentlich entspannter als ihre Schwester, aber ihr Besuch zieht weitere Komplikationen nach sich, vor allem für Everett Stone (DERMOT MULRONEY). Everett ist ein erfolgreicher Anwalt in New York, dessen Charme darin besteht, dass er nicht zu bemerken scheint, welche Ausstrahlung seine Attraktivität auf andere hat.

?Die Rolle des Everett war eine Herausforderung, denn er beginnt sehr zugeknöpft und geradlinig, aber am Ende der Geschichte findet er zu seiner echten Persönlichkeit zurück?, erklärt Dermot Mulroney. ?Tief in seinem Herzen ist Everett nicht der Übererfüller und unterwürfige Business-Typ, den wir am Anfang sehen. Er ist wie der Rest der Familie Stone: locker und freundlich, ein Lebenskünstler, der offene Gespräche liebt und das Gelächter, das sie oft hervorrufen.?

Everetts Bruder Ben (LUKE WILSON) scheint sich am weitesten von den Neu-England Wurzeln seiner Familie entfernt zu haben. Er lebt als Film-Cutter an der Westküste. Seine unberechenbare, manchmal verschmitzte Art drückt sich auch in seiner mega-legeren Kleidung aus.

?Im Vergleich zu seinen Geschwistern wirkt Ben wie ein Loser?, sagt Wilson. ?Er ist der Freigeist der Familie, der in Kalifornien lebt und keine Freundin hat. Ben liefert einen dramatischen Kontrast zu seinem biederen Bruder Everett. Amy (RACHEL McADAMS), die Schwester von Ben und Everett, ist das leidenschaftlich offenherzige jüngste Mitglied der Familie. Sie trägt ihre natürliche, umwerfende Schönheit mit einer aggressiven Gleichgültigkeit zur Schau ? und mit einer beinahe greifbaren Feindschaft gegenüber Meredith.

?Mich hat der dramatische Bogen gereizt, den Amy durchschreitet und der sie langfristig zum Ziel bringt?, sagt Rachel McAdams. ?Amy hält sich für ehrlich und nicht für gemein. Sie bringt ihre krasse Offenheit auf süffisant-geistreiche Art rüber. Sie weist Meredith sofort als unpassend für ihren Bruder zurück, weil sie für eine Lebensart steht ? Erfolg in einer modischen Yuppie-Welt ? der sich Amy verweigert. Eine Haltung, an der sie hart gearbeitet hat?, fährt McAdams fort.

?Dann wird ihr klar, dass sie jeden ablehnen würde, der von außen in die Familie kommt, denn Außen bedeutet Wandel. Amy will, dass alles unverändert bleibt.? Der Vater Kelly (CRAIG T. NELSON), ein College-Professor in den Sechzigern, ist immer noch eine eindrucksvolle Erscheinung. Kelly liebt seine Familie ganz offensichtlich, und dieses Gefühl bestimmt seine Handlungen.

?Die Figur hat mich gereizt, weil Kelly traditionell den Titel Haushaltsvorstand trägt, während in Wahrheit Sybil das Familienleben bestimmt?, sagt Craig T. Nelson. ?Trotz seiner Zurückhaltung ist Kellys ruhiger, permanenter Einfluss auf jedes seiner fünf Kinder offensichtlich.?

Elizabeth Reaser spielt Susannah, eine weitere Stones-Tochter und Ty Giordano ist Thad Stone, der jüngste Sohn, der taub und schwul ist. Giordano ist ein tauber Schauspieler, der, wie seine Film-Figur, von den Lippen liest und in Zeichensprache kommuniziert. Brian White spielte Thads Lebensgefährten Patrick. ?Die Geschichte dreht sich nicht um einen tauben Menschen?, erklärt Regisseur und Autor Thomas Bezucha. ?Thad ist zufällig taub. Mit einem tauben Familien-mitglied ist es nur natürlich, dass die Stones Experten in Zeichensprache sind.?

Bezucha nahm die Dienste eines Zeichensprachen-Lehrers in Anspruch, der eng mit den Schauspielern während der Proben und der Dreharbeiten zusammenarbeitete. Die Sprache passt sich gut filmischen Erfordernissen an, weil sie so visuell ist. ?Die Stones sind, ebenso wie Meredith und Julie, Menschen, die man im wirklichen Leben treffen könnte?, sagt Produzent Michael London, zu dessen Erfolgen ?Sideways?, ?Dreizehn? und ?Haus aus Sand und Nebel? zählen. ?Sie können engstirnig und sogar ziemlich scheußlich zueinander sein. Aber diese Merkmale machen die Charaktere glaubwürdig.?

DIE FAMILIE STONE - VERLOBEN VERBOTEN! spielt in einer kleinen Universitätsstadt während der Weihnachtsfeiertage ? für Familien die wichtigste Zeit des Jahres. ?Unsere Geschichte trägt sich während der Feiertage zu, wenn erwartet wird, dass du großzügig und gastfreundlich bist, dich generell von deiner besten Seite zeigst?, sagt London. ?Aber was Meredith betrifft, will bei den Stones einfach keine Feierstimmung aufkommen.?

Im Haushalt der Stones fehlen traditionelle soziale Schranken. Bei ihnen ist es an der Tagesordnung, alles zu diskutieren, vom Haschisch-Rauchen bis zum Verlust der Jungfräulichkeit. Kein Thema ist tabu ? vor allem nicht das Thema Meredith Morton. Bereits in der Eröffnungssequenz des Films, in der eine tadellos korrekt gekleidete Meredith in einem New Yorker Geschäft Anweisungen an einen Mitarbeiter in ihr Handy bellt, während sie mit Everett Weihnachtseinkäufe erledigt, erkennt der Zu-schauer Meredith als den Prototyp einer Karrierefrau aus Manhattan.

?Ihre gestylten Designer-Highheels könnten gar nicht unpassender sein, als sie im gemütlichen, komfortablen und schon etwas abgewohnten Haus der Stones ankommt.? Ein Zusammenstoß dieser unterschiedlichen Welten ist unvermeidlich und kommt prompt. Meredith fühlt die Geringschätzung, die ihr entgegen schlägt und zieht in ein nahe gelegenes Hotel. Trotz der Versuche von Everetts Bruder Ben, sie zu trösten, bittet Meredith ihre Schwester Julie, zu kommen und emotionalen Beistand zu leisten.

Julies Ankunft ? und der unerwartete Eindruck, den sie auf Everett hat ? bringen die Familie gänzlich aus dem Häuschen. ?Die Stones sind einfach, wie sie sind?, erklärt Bezucha. ?Sie lehnen Meredith ab, weil sie anders ist als sie. Sie sind lebenslustig und offen und Meredith erscheint zugeknöpft und unzugänglich. Die Familie bildet eine Allianz gegen Meredith. Was sie auch tut, es bringt sie gegen sie auf. Aber sie sind anständige Menschen, und schließlich kommt eines zum anderen.

Jeder, der eine Familie hat, wird mit der Geschichte etwas anfangen können?, fügt Bezucha hinzu. ?Die Zuschauer können sich in einem oder mehreren Charakteren wieder erkennen.? Um die Figuren zu entwickeln, hat Bezucha auf seinen eigenen Hintergrund zurückgegriffen. Als Sohn eines Universitätsprofessors wuchs er in Amherst, Massachusetts auf. Aber Bezucha betont, dass der Film nicht autobiografisch sei: ?Die Geschichte handelt nicht von meiner Familie, aber sie dreht sich definitiv um meinesgleichen?, erläutert er. ?Ich bin unter Akademikern an der Ostküste aufgewachsen.?

Über die Produktion Nachdem Bezucha das Drehbuch fertig gestellt hatte, überzeugten er und Michael London die Oscar-Preisträgerin Diane Keaton, die Rolle der Sybil, des weiblichen Oberhaupts der Stones, zu übernehmen. Die Filmemacher wussten, dass Keatons Talent und ihre Vielschichtigkeit hervorragend zu der unvergleichlichen Mischung aus Komödie und Drama passten. Es gab eine weitere Überlegung: ?Wir dachten zu dieser Zeit, dass wir mit Diane Keaton als Sybil für unseren Film einen Anker haben würden, der eine starke Magnetwirkung auf andere gute Darsteller haben würde?, sagt London.

Tatsächlich nannten viele Schauspieler die Möglichkeit, mit Diane Keaton zu arbeiten, als großen Anreiz, in das Projekt einzusteigen. Kurz nach Lektüre des Drehbuchs sagte Keaton zu. ?Diane Keaton ist eine Ikone?, sagt Michael London. ?Die Rolle hat viel von ihr verlangt ? eine große schauspielerische Herausforderung. Dianes Darstellung ist das Herz des Films, sie vereint die Geschichte und die Charaktere um sich herum.?

Mit der Zusage von Keaton in der Tasche erfüllte sich die Besetzungs-Wunschliste der Filmemacher. Schauspieler der ersten Liga sagten zu bei einem Projekt, das schnell ein eindrucksvolles Ensemble aufwies. In New York traf Bezucha Sarah Jessica Parker, die gerade die Produktion ihrer Hit-Serie ?Sex and the City? beendete. Parker hatte zahlreiche Filmrollen abgelehnt aufgrund der Ähnlichkeit zu Carrie Bradshaw, ihrem Serien-Charakter. ?Ich wollte warten, bis mir eine spezielle Rolle angeboten würde?, sagt Parker.

?DIE FAMILIE STONE - VERLOBEN VERBOTEN! schien anders zu sein, also ergriff ich die Geleg-enheit, Meredith zu spielen.? Schnell waren daraufhin auch die restlichen Rollen besetzt, u.a. mit Dermot Mulroney, Claire Danes, Rachel McAdams, Luke Wilson und Craig T. Nelson. ?Die Schauspieler sagten uns alle das gleiche bei ihren Zusagen?, erinnert sich Bezucha. ?Sie wollten mitmachen, weil ihnen das Drehbuch gefiel und sie sich voller Elan in den Film stürzen wollten. Ihre Beweggründe waren ganz klar und deshalb fügte sich bei dem Projekt auch mühelos eins zum anderen.?

Während einer Probe vor Beginn der Dreharbeiten trafen sich die Schauspieler in Los Angeles ? ein Luxus, der bei den meisten Filmen nicht gewährt wird. ?Thomas war von Anfang an klar, dass es entscheidend für den Erfolg des Films sein würde, dass die Schauspieler sich als Familie verstehen?, sagt Sarah Jessica Parker. ?Während der Proben spielten wir alle Charaden, was tatsächlich in einer Filmszene vorkommt. Wir fühlten uns bei den Proben wie zu Hause, wie an einem Ort, an dem man sich gerne aufhält.?

Zu den Treffen der Schauspieler luden Bezucha und London auch einige talentierte ?Künstler hinter den Kulissen? ein. Bezucha, der vor dem Start seiner Filmkarriere bei Ralph Lauren gearbeitet und den Look der Lädenweltweit kreiert hat, hatte eine klare visuelle Vorstellung von DIE FAMILIE STONE - VERLOBEN VERBOTEN! Sein handverlesenes Team erweckte die Geschichte zum Leben mit der peinlich genauen Aufmerksamkeit für jedes Detail, die Bezucha im Sinn hatte.

Kameramann Jonathan Brown, der früher bereits mit den berühmten Kameraleuten Conrad Hall und Vittorio Storaro gearbeitet hatte, sorgte für die besondere Optik des Films. Produktions-Designerin Jane Ann Stewart, die für Regisseur Alexander Payne ?Sideways?, ?About Schmidt?, ?Election? und ?Baby Business? ausgestattet hat, ist bekannt dafür, Räume zu schaffen, die aussehen, als lebten ?echte? Menschen in ihnen ? eine Grundvoraussetzung für DIE FAMILIE STONE - VERLOBEN VERBOTEN! Essen ist ein wichtiger Bestandteil des Films, man sieht die Stones häufig beim Kochen.

Höhepunkt dieser häuslichen Tätigkeiten sind die Vorbereitungen für den Weihnachtsabend. Diese entscheidende Sequenz wurde mit einer imposanten Palette traditioneller ? und essbarer ? Gerichte gedreht, bei der die gesamte Besetzung um den großen Esstisch versammelt ist. Charakteristisch für Bezuchas Detailversessenheit ist auch, dass der Regisseur den bekannten Chefkoch Valerie Aikman-Smith als Food-Stylisten engagierte.

Bezucha war es wichtig, die Außenaufnahmen an Orten zu drehen, die der Geschichte entsprechen. Er legte die körperlich und logistisch aufwändigsten Sequenzen an den Anfang der Produktion: zehn Drehtage an zwei verschiedenen Ostküsten-Locations. Ein alles lahm legender Schneesturm erwartete das Team.

?Wir hatten Glück, ein heftiger Schneesturm kam auf am Abend des ersten Drehtags?, erinnert sich Michael London. ?Dadurch sehen die Aufnahmen aus wie pittoreske Postkarten! Der Sturm war also ein Segen, aber einer mit Haken. Nachdem der Blizzard durchgezogen war, hinterließ er eisige Temperaturen. Die Schauspieler und vor allem das Team waren also unglaublicher Kälte ausgesetzt ? und daraus resultierend schwierigen Arbeitsbedingungen.?

Madison in New Jersey war das ungenannte Neuengland-Städtchen mit der Universität. Die Deko-Abteilung verpasste der kleinen Gemeinde eine intensive Rundum-Erneuererung: lange Girlanden mit Lichterketten wurden installiert, große Schaufenster-Auslagen geschaffen und ein überdimensionaler Weihnachtsbaum im Zentrum an der Hauptstraße errichtet.

?Madison sah durch die Arbeit von Produktionsdesignerin Jane Ann Stewart und ihrem Team und durch den frischen Schnee schließlich wie ein schnuckeliges kleines Ostküsten-Dorf zur Weihnachtszeit aus, direkt aus dem Bilderbuch?, sagt die Ausführende Produzentin Jennifer Ogden. ?Neuengland hat ein ganz eigenes Flair. Man kann nicht Schnee auf Palmen schütten in Los Angeles und erwarten, dass das Publikum das akzeptiert. Glücklicherweise konnten wir für unser Setting auf das Original zurückgreifen.?

Danach zog das Filmteam nach Greenwich, Connecticut, für die Außenaufnahmen des Stones-Hauses. Das etwas in die Jahre gekommene, aber komfortable An-wesen profitierte vom zweiten Schneesturm, der die Produktion traf. Er sorgte für eine hinreißend verschneite Landschaft, wie in Bezuchas Drehbuch gewünscht. Das Art-Department holte Greenwich nach Hollywood, in Form eines weit ausholenden 180-Grad Fotos der wunderschönen Umgebung des Hauses. Das Foto wurde aufgeblasen auf ein über 42 Meter langes Hintergrundpanorama, das bei den Innenauf- nahmen in einem Studio zum Einsatz kam.?

Die Kombination der an der Ostküste fotografierten Außenaufnahmen mit den passenden Innensequenzen im Studio in Los Angeles wurde nahtlos in der Postproduktion zusammengefügt. Bei der Rückkehr nach L.A. schufen die Filmemacher einige der New York Sequenzen. Die Eröffnungsszene, mit Meredith und Everett beim Weihnachts-Shopping, wurde in der Beverly Hills Niederlassung vom ursprünglich in Manhattan angesiedelten ?Barneys Department Store? gedreht. Das stellte das Team vor einige Schwierigkeiten, weil die Produktion um 10 Uhr morgens, bei Öffnung des Ladens, beendet sein mußste.

Zwei Drittel des Films spielt im Haus der Stones. In Los Angeles fand der Großteil der Dreharbeiten in Studios statt, wo das Produktionsteam das häusliche Umfeld der Familie aufbaute. Bezucha brachte seine Design-Erfahrungen ein und bestimmte viele Details. ?Für mich ist das Haus quasi auch ein Schauspieler im Film?, erläutert er. ?Über 30 Jahre lang zogen Sybil und Kelly Stone dort fünf Kinder groß, und diese gelebten Jahre sollte man sehen. In Neuengland gibt es viele dieser betagten Häuser.?

Stewart sagt, er wollte, dass man ?die Dielen knarren hört?. Für ihn spiegelt das Familiendomizil den Geschmack der Mutter wieder, mit ihrer liberalen Yankee-Sensibilität und ihrer geradlinigen Persönlichkeit. Gleichzeitig wollte Stewart aber auch die Präsenz eines Mannes im Haus klar herausstellen. ?Kelly und Sybil sind, mit seinem Professoren-Gehalt, nicht reich, also sind sie gezwungen, beim Einrichten etwas zu improvisieren?, sagt Stewart. ?Sie behalten die Dinge gern um sich, bis sie auseinander fallen. Sie haben nie eine komplette neue Innendekoration vorgenommen.?

Bezucha und Stewart wollten am Set das Leben im Haushalt der Stones erstehen lassen, jeder Raum sollte die Persönlichkeit seines Bewohners ausstrahlen. Zum Beispiel bewohnt Amy mit ihrer rebellischen Natur das Mansardenzimmer. Everetts Zimmer ist ordentlich, sein gerahmter Preis für eine sportlerische Leistung von 1982 erweckt den Anschein, als sei die Zeit stehen geblieben. All diese Aspekte sind Bestandteil von Bezuchas Versuch, eine fein abgestimmte, realistische Welt zu erschaffen.

Zeit und Sorgfalt, die in Produktions-Design und Set-Aufbau verwendet wurden, hatten positiven Einfluss auf alle Beteiligten. Diane Keatons Reaktion auf das Set vom Stone-Haus sorgte für Lacher bei den Kollegen und der Crew. ?Das ist fantastisch?, rief sie. ?Aber ich würde hier nicht leben wollen, auch wenn ihr mich dafür bezahlen würdet.?

Ebenso wie das Haus haben auch die Kostüme ihre Geschichte. Bezucha war in ihre Kreation ebenso involviert wie ins Set-Design. Trotz des Weihnachtsferien-Ambientes wollte man das traditionelle Rot und Grün vermeiden, das üblicherweise mit dem Fest assoziiert wird. Stattdessen wählten die Filmemacher eine gedämpfte Farbpalette für Sets, Hintergründe und Kostüme.

?Thomas zeigte mir Fotos von viktorianischen Weihnachtskarten in einem warmen, rötlich-gold glänzenden Look?, erinnert sich Kostümbildnerin Shay Cunliffe. ?Er wollte kein Blau bei den Kleidern, was mich überrascht hat, denn folglich konnte ich keinen der Schauspieler in Blue Jeans stecken. Schließlich verpasste ich Luke Wilson, dessen Figur des Ben geradezu nach Blue Jeans schrie, ein Paar Kordhosen. Es war aufregend, mit Diane Keaton, Sarah Jessica Parker, Claire Danes und Rachel McAdams zu arbeiten, die alle ein sehr gutes Gespür für das richtige Styling haben?, fährt Cunliffe fort.

?Ich habe eng mit jeder Schauspielerin zusammen gearbeitet, um den richtigen Look für ihre Figur zu finden. Am Ende hatte niemand das Gefühl, überhaupt ein Kostüm zu tragen.? Sarah Jessica Parker hatte den Wunsch, dass ihre Garderobe Meredith? Persönlichkeit entspricht. Cunliffe schlug Modelle des Designers Narcisco Rodriguez vor, einem Meister des minimalistischen Stils. Parker, die Rodriguez kennt , war einverstanden.

Shay Cunliffes Recherche für die Kleidung von Diane Keaton führte sie zu Fotografien prominenter Frauen der Gegenwartskultur wie Schriftstellerin Susan Sontag, Bildhauerin Bridget Riley und Künstlerin Louise Bourgeois. Keine von ihnen sollte allerdings aufgrund von Details ihrer Kleidung erkennbar sein, sondern vielmehr für ihre unverwechselbare, liberale Kraft stehen. ?Sybil als Synthese dieser starken Frauen der Vergangenheit?, so Cuncliffe. ?Immer bleibt sie ihrem Stil treu, der der gleiche ist, ob sie nun im Garten arbeitet oder eine Cocktailparty schmeißt.?

Der zeitliche Rahmen von DIE FAMILIE STONE - VERLOBEN VERBOTEN! erstreckt sich über drei Tage, und einmal in dieser Zeit ist Sybil im Bademantel zu sehen. Nachdem Diane Keaton die Auswahl von Cuncliffe angeschaut hatte, zog sie spontan einen leuchtenden Morgenrock aus ihrem eigenen Schrank. Auch wenn Cuncliffe klar war, wie dieser große, abgetragene Bademantel im Kameralicht aussehen würde, war sie überzeugt, dass Keaton mit ihrem unverwechselbaren Stil das ganz aussehen lassen würde wie ?fabulously Sybil?.

Später kamen aus Keatons Privatschrank noch Pyjama-Unterteile, Hausschuhe, Socken und die Hausjacke ihres Ehemanns dazu, Kleidungsstücke, die Bequemlichkeit ausstrahlen. All diese Elemente zu vereinen war für Autor/Regisseur Thomas Bezucha, Produzent Michael London sowie Besetzung und Team eine Herzensangelegenheit. Während sie letzte Hand an den Film anlegten, nahmen sich Bezucha und London noch einmal die Zeit, über DIE FAMILIE STONE - VERLOBEN VERBOTEN! nachzudenken.

?Es geht um Liebe und Menschlichkeit?, sagt Bezucha. ?Sich zu verlieben ist wirklich schwierig. Und Menschen neigen dazu, Dummheiten zu machen, wenn sie sich in geschlossenen Verbänden wie der Familie aufhalten. Das sind die Menschen, die uns am besten kennen, am meisten lieben, aber auch am tiefsten verletzen können. Der Film lotet diese komplexen interfamiliären Beziehungen aus.?

?Wenn man diesen Personen zuschaut, versteht man, dass sie sich wirklich bemühen, einander zu verstehen und zu lieben?, fügt Michael London hinzu. ?Sie suchen nach etwas im anderen.? ?Mein oberstes Anliegen ist es, das Publikum zu unterhalten?, so Thomas Bezucha abschließend. ?Ich hoffe, die Zuschauer finden den Film komisch, weil sie sich selbst in dieser eklektischen Sammlung oft impulsiver und spontaner Charaktere wieder erkennen. Humor kann man in fast jeder Lebenslage entwickeln!?

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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