Domino

Produktionsnotizen

Über die wahre Domino Harvey "Ich kannte Domino für zwölf Jahre, in denen sie mich unablässig inspirierte oder überraschte. Sie war ein Freigeist, wie ich es noch nie bei einem Menschen erlebt habe ..." - Tony Scott

Die Geschichte von Tony Scotts bislang wohl aufregendstem und garantiert ambitioniertestem Film DOMINO begann Anfang der Neunziger, als der Regisseur in einem britischen Revolverblatt erstmals etwas über eine gewisse Domino Harvey las. Nicht genug damit, dass die junge Engländerin als Kopfgeldjägerin arbeitete - sie entstammte als Tochter des Schauspielers Laurence Harvey (THE MANCHURIAN CANDIDATE) auch noch einer Welt der Privilegien, die sie gegen den lebensgefährlichen Untergrund von Los Angeles eingetauscht hatte.

Scott traf sich schnellstmöglich mit der damals Zwanzigjährigen und nur nach einer Woche waren sich die beiden einig, einen Film über Dominos Leben zu realisieren. Scott plante schon immer mit einer Kurzfassung von Dominos Leben zu beginnen und doch wollte er nie ein rein biografischen Film drehen. In manchen Fällen vermied er es sogar die wahren Namen der Menschen zu benutzen, ?weil ich die wahren Ereignisse ihrer Leben im Film falsch oder ungenau darstelle?, so der Regisseur.

Im Verlauf vieler Gespräche wurde Scott zu einer Vaterfigur für die junge Frau, ohne sie immer von ihrem mitunter selbstzerstörerischem Verhalten abhalten zu können. ?Ich sagte Domino immer wieder, ?Du bist verrückt??, erinnert sich Scott. ?Sie stand auf alle möglichen gefährlichen Dinge neben der Kopfgeldjägerei, und ich sagte ihr, ?Pass auf! Du wirst eine Tür zuviel eintreten?. Aber sie sagte nur, dass mit einer Schrotflinte in der Hand eine Tür einzutreten ihr den größten Adrenalinschub bereite, den sie je erlebt hatte. Es half ihr die Stimmen in ihrem Kopf ruhig zu stellen, und so konnte ich nichts sagen oder tun um ihre Einstellung zu ändern.?

Scott weiter: ?Als ich Domino kennen lernte, lebte sie bei ihrer Mutter und ihrem Stiefvater, dem berühmten Restaurateur Peter Norton, in Beverly Hills. Sie ließ ihre Schusswaffen in der Garage und holte sie ab, wenn sie auf einer ihrer Kopfgeldjagden ging. Sie lebte zwei sehr unterschiedliche Leben.?

?Ich traf auch Dominos Team?, erinnert sich Scott. ?Sie waren bereits vor zehn Jahren berüchtigt, noch bevor es die vielen Kopfgeldjäger gab. Sie benutzten Domino als Tarnung oder als Köder, wie es die Situation eben verlangte. Aber täuschen Sie sich nicht, die Kopfgeldjagd ist ein hartes, gefährliches Gewerbe.?

Über die Suche nach dem richtigen Drehbuchautor Mehrere Drehbuchautoren versuchten sich an der Geschichte, aber Scott mußste festellen, dass sie mehr an einer authentischen Darstellung von Dominos Leben interresiert waren, was für Scott ?solide, aber viel zu geradlinig? war. Als Scott schließlich Richard Kelly die gleiche Aufgabe stellte, bekam er mehr als er erwartet hatte.

Tony Scott: ?Ich hatte Richards Regiedebüt DONNIE DARKO gesehen und das Drehbuch zu seinem nächsten Film SOUTHLAND TALES gelesen, und schätzte sofort seine außergewöhnliche Herangehensweise an Themen. Er stellt Strukturen auf sehr einfallsreiche Weise auf den Kopf, mischt komödiantische und makabre Elemente innovativ durcheinander und hat doch echte, lebendige Menschen im Zentrum der Storys.?

?Es ist eine sehr komplexe Geschichte?, gibt Scott zu. ?Es ist wie ein großes Puzzle. Das Publikum mußs aufpassen, um bei der Geschichte mithalten zu können. Wir zeigen sie in der Gegenwart und wir zeigen sie im Flashback. Aber für mich ist es wirklich die Geschichte eines Mädchen, dass im Haus auf dem Hügel lebt und davon träumt eine Kopfgeldjägerin zu sein, um dann diesem Traum um Haaresbreite zu entkommen ? während dieser Zeit stand die Zeit still ? und das war die wahre Domino.?

Während des ganzen Filmes wirft Domino eine Münze. Kopf, du lebst. Zahl, du stirbst. ?Sie wirft die Münze und fragt sich, wie sie landen wird. Das ist ein fortlaufendes Thema in diesem Film?, sagt Scott. ?Und genau wie eine Münze hat sie selbst zwei verschiedene Seiten; sie war ein Adrenalinjunkie und ein verletzter Vogel, aber sie hat ihr Leben immer mit Vollgas gelebt.?

Über die Zusammenarbeit mit dem Produzenten Samuel Hadida Zu Scotts wichtigstem Verbündeten bei der DOMINO-Produktion wurde nach Abnahme des Skripts der französische Verleiher und Produzent Samuel Hadida, mit dem der Regisseur bereits bei TRUE ROMANCE zusammengearbeitet hatte. ?Sammy hat mich immer unterstützt und stand hinter mir,? so Scott, ?er vertraut mir und Vertrauen ist das wichtigste bei einem solch abenteuerlichen Projekt wie diesem?.

Scott schickte an Samuel Hadida das neueste Drehbuch, seine letzte BMW Werbung und eine Ripomatic (eine Art Videotrailer, der Bilder und Ausschnitte aus alten Filmen, Werbungen und Fernsehshows benutzt, um den angedachten Charakter eines Projekts zu verdeutlichen, hauptsächlich in der Werbebranche genutzt). Auf diese Weise konnte sich Hadida ein Bild von dem Gefühl und Look, den sich Scott für den Film vorstellte, machen. Er schickte ihm auch eine Kopie seines letzten Films, MAN ON FIRE, der noch nicht in Europa veröffentlicht war. Hadida verbrachte einen Abend mit dem Material in seinem Pariser Büro, bevor er Scott am nächsten Morgen anrief. Er war mit im Boot.

?Das Ripomatic gab mir ein Gefühl und ein Bild für die Geschichte?, erinnert sich Hadida. ?Es begann mit einer Frauenstimme und dann kam das Bild eines wunderschönen Models, eine Pistole, eine Münze, die durch die Luft flog; es war ein echt cooler Entwurf einer Idee, die mir das filmische Erlebnis, das in Tonys Kopf entstand, nahe brachte.?

Hadida weiter: ?Wenn mich das Drehbuch fasziniert, wenn ich anfange wie die Personen zu denken während ich es lese, wenn ich beginne mir Sorgen zu machen und nervös zu werden, wie wir den Film drehen werden, dann ist das der Moment, in dem das Projekt für mich interessant wird. Weil ich Herausforderungen mag. Die starke weibliche Hauptrolle und die Handlung erinnerten mich an TRUE ROMANCE. Richards Drehbuch für DOMINO hatte nicht nur alle dramatischen Elemente, es war auch unheimlich vielschichtig und komplex, so dass man nie wusste, wo es einen als nächstes hin führte.?

?Als Europäer?, fährt Hadida fort, ?verlassen wir uns auf den Regisseur, und so weiß Tony, dass wir ihm nicht fortwährend auf die Schulter tippen werden oder ihm den Arm mit Anweisungen oder anmaßenden Vorschlägen verdrehen werden. Wir sind kein Studio. Wir machen Independent Filme für Studios und wir bauen Beziehungen mit unseren Filmemachern auf.?

?Mit Tony zu arbeiten ist immer eine besondere Erfahrung?, sagt Victor Hadida, Executive Producer und Bruder von Samuel Hadida. ?Er ist immer dabei, seinen Horizont zu erweitern und probiert immer wieder neue Sachen und er nimmt uns als Zuschauer immer mit. Er besitzt eine kreative Stärke und holt das Beste aus allen Beteiligten heraus, mit denen er arbeitet; es ist eine natürliche Osmose.?

Im folgenden gelang es Samuel Hadida auch, New Line Cinema als amerikanischen Produktionspartner zu gewinnen, deren Filme er seit fünfzehn Jahren verliehen hatte. Noch ein Deal, der binnen 24 Stunden unterschriftsreif war. Schließlich deutete sich dank der Kombination von Regie-Routinier Tony Scott und Kult-Talent Richard Kelly auch schon ein DOMINO-Ensemble vor der Kamera an, dass es auch in Hollywood nicht alle Tage zu bestaunen gibt - angeführt von Keira Knightley, bei der man trotz ihrer bisherigen Erfolge nicht darauf vorbereitet war, was für eine explosive Leistung sie in der Titelrolle zeigen würde.

Über die Schauspieler und ihre Rollen ?Ich besetzte Keira instinktiv?, so Tony Scott, ?denn Domino und Keira sind ganz unterschiedliche Persönlichkeiten?, meint der Regisseur. ?Die echte Domino war dunkler, ein bisschen mehr verrückt, aber in erster Linie sind sie beide britische Mädels ? ein bisschen Unschuld, ein bisschen Lady Di, gemischt mit dem Unbehagen in diese Schublade gesteckt zu werden. Sie kommen beide aus einer anderen Welt, einer, die sich nicht leicht mit der düsteren Welt des Kopfgeldjägers vereinen lässt. Ich konnte Keira als dieses Mädchen sehen. Sie auf die Reise der Domino Harvey mitzunehmen, war vergleichbar mit der Erfahrung der echten Domino, als sie erstmalig dieser düsteren Welt ausgesetzt wurde.?

Trotz ihrer Begeisterung für den Part entschied Knightley frühzeitig, sich bei ihrer Performance nicht sklavisch an der realen Domino Harvey zu orientieren, die sie nur kurzzeitig traf. ?Es macht wenig Sinn?, erklärt sie, ?eine Person auf der Leinwand exakt imitieren zu wollen, wenn sich der Rest der Story erhebliche Freiheiten nimmt. Vielmehr habe ich mich von Domino und ihrem rebellischen Geist inspirieren lassen und es beim Drehen genossen, meine eigenen Erfahrung beim Tanz auf des Messers Schneide zu sammeln. Ich hoffe jedenfalls, dass es ihr gefallen hätte, was ich schauspielerisch aus ihrer Vorlage gemacht habe.?

Ganz andere Sorgen hatte dagegen Seventies-Ikone Jacqueline Bisset, die als Dominos resolute Mutter Sophie Wynn (ein Pseudonym) zu sehen und - Ironie des Schicksals - diese einst tatsächlich persönlich kennen gelernt hat. Selbst nachdem Bisset mit Dominos Mutter gesprochen hatte, um sicher zu gehen, dass sie von dem Film und seiner fiktiven Natur wusste, achtete sie sehr darauf, diese Rolle nicht zu karikieren.

?Ich fühlte mich an meine Loyalität Dominos Mutter gegenüber gebunden?, erklärt Bisset, ?weil die Situation etwas delikat war. Es besteht immer eine gewisse Verantwortung, wenn die Rolle auf einer realen Person beruht, vor allem, wenn diese Person sich in ganz außergewöhnlichen Umständen befindet. Sie ist in starker Sorge über die Gefahr in der sich ihre Tochter befindet und kann sich die Umstände dieses Jobs gar nicht vorstellen. Der Verstand schreckt bei dem Gedanken zurück, was alles passieren könnte.?

?Wir zeigen im Film, wie schwierig die Beziehung zwischen Domino und ihrer Mutter ist. Domino ist von ihrem Wesen ein ganz andere Mensch als ihre Mutter?, schildert Keira Knightley das Verhältnis. Knightley: ?Statt sich in Beverly Hills die Augenbrauen zupfen zu lassen, wollte die echte Domino das Leben in all seinen Schattierungen und Extremen wahrnehmen. Und so fand sie, nach vielen Versuchen in anderen Berufsfeldern, ausgerechnet eine Gruppe von Kopfgeldjägern, die sie im gleichen Zuge faszinierte wie Angst einflößte.?

?Ihre Fähigkeit ruhig und besonnen zu bleiben auch wenn eine Pistole auf ihr Gesicht gerichtet ist, macht sie zu einer guten Kopfgeldjägerin?, fährt Knightley fort. ?Anstatt die Kontrolle zu verlieren oder hysterisch zu werden, wird sie auf unheimliche Weise ruhig. Sie ist eiskalt.?

Als Tony Scott mit den Besetzungsarbeiten begann, stellte er fest, dass er einen soliden Grund brauchte, auf dem die Rollen wachsen konnten. Er entschied, dass der Familienaspekt des Trios ein guter Anfangspunkt war. Für Richard Kellys Drehbuchüberarbeitungen stellten sich die Erforschung und die Treffen mit echten Kopfgeldjägern als unerwartete, aber unwahrscheinlich reiche Informationsquellen heraus.

?Die meisten dieser Leute stammen aus kaputten Familien?, erklärt Tony Scott die Anziehung, ?und können nennenswerte Bindungen ähnlich wie die Hell´s Angels nur mit Gleichgesinnten aufbauen. Domino, Ed und Choco waren in der Realität eine wirklich funktionierende Familie, was sicher in Dominos Suche nach Vaterfiguren ihren Ursprung hat. So habe ich beim Casting versucht, Schauspieler zu finden, die den realen Vorbildern sehr ähnlich sind.?

Mickey Rourke und Tony Scott kennen sich seit 25 Jahren, und so kam ihm der Schauspieler für die Rolle des Ed sofort in den Sinn, da Rourke laut Regisseur ?genau das richtige Alter hat. Er ist auf einem Motorrad und im Boxring groß geworden. Er hat die Welt der Drogen und die düsteren Seiten des Lebens erlebt. Alles in seiner Lebenserfahrung ergänzte die Rolle des Ed.?

Rourke brauchte nicht lange für den Part überredet werden: ?Ich schätze Tony sehr, weil er ein exzellentes Auge für Schauspieler hat und einem erlaubt, vor der Kamera an seine Grenzen zu gehen. Er ist ganz einfach ein guter Mann und ich mag die Art von Filmen, die er dreht.?

?Ich erinnere mich?, fährt Rourke fort, ?als ich noch ein Junge war, gab es einen Kopfgeldjägerfilm, oder auch eine Fernsehserie mit Steve McQueen. Er war jemand, der manchmal ein wenig über die Grenzen des Gesetzes hinaus agierte. Eine sehr romantische Gestalt. Aber wenn Du einen echten Kopfgeldjäger triffst, mußst Du schnell feststellen, dass er das komplette Gegenteil ist. Ich habe versucht Ed ein bisschen von dieser Realität und von der Romantik zu geben, also Ecken und Kanten.?

Choco, der Dritte im Bunde, wird vom südamerikanischen Schauspieler Edgar Ramirez verkörpert. ?Edgar war einige Tage in Los Angeles?, beschreibt Produzent Hadida den Besetzungsprozess, ?weil er seinen für den Oscar nominierten Film PUNTO Y RAYA vorstellte. Tony traf ihn und wusste sofort, dass er einen überzeugenden Choco abgäbe, weil er ein unbezahlbares Auge für die richtigen Schauspieler in den richtigen Rollen hat - vor allem in Ensembles wie TRUE ROMANCE oder nun DOMINO.?

Tony Scott ist in dieser Frage eher bescheiden: ?Es war reines Glück. Es ist mir gelungen eine fast psychotische Qualität aus Edgar herauszulocken. Dazu kommt, dass er sehr attraktiv ist, ein bisschen wie Jim Morrison oder Val Kilmer, und er ist schlau. Ich hatte einfach nur Glück ihn zu finden, weil es auf dem letzten Drücker passierte.?

?Der echte Choco kam früher in mein Büro, setzte sich und sprach mit mir stundenlang?, erzählt Tony Scott. ?Aber er sprach immer Spanisch, obwohl er Englisch konnte. Dieser Typ, der sieben Menschen umgebracht hatte, versteckte sich hinter seiner Sprache, weil er so schüchtern war. Ed übersetzte dann für ihn. Kurz bevor Choco ins Gefängnis kam, schickte er mir einen 12-seitigen, handgeschriebenen Brief in perfektem Englisch. Es war sein Ausblick auf das Leben im Allgemeinen und das Leben im Gefängnis als Kopfgeldjäger.?

In einer weiteren Schlüsselrolle ist Charakterdarsteller Delroy Lindo in der Rolle des Kautionshändlers Claremont Williams III. zu sehen (Anmerkung: Kautionshändler, in den USA ?bail bondsmen? genannt, stellen ihren Kunden gegen ein ?Versicherungs?-Entgeld von zehn Prozent die vom Gericht festgelegte Kautionssumme zur Verfügung. Falls ein Klient flüchtet oder nicht zum Prozessbeginn erscheint, schickt ihnen - nur in Amerika! - der ?bail bondsman? Kopfgeldjäger auf den Hals, da das Gericht andernfalls die volle Kautionssumme einbehält).

Tony Scott wählte Lindo wegen seines Charmes und seines guten Aussehens, ganz zu schweigen von seiner lässigen Art. ?Delroy ist klug und er hat einen guten Sinn für Humor?, erklärt Scott. ?Und er sieht aus wie ein Frauenheld. Ich brauchte all diese Eigenschaften. Als Schauspieler kennen ich seine Integrität, sein Engagement und seine grenzenlose Aufgeschlossenheit. Er will wirklich alles über die Person, die er spielt, wissen und die wahre Person Celes King war ein sehr kluger Mann, der seine Gelegenheiten erkannte und ausnutzte, wann immer er konnte. Manche würden sagen, er war ein Opportunist, und Delroy spielt ihn so glatt, dass man kaum merkt was passiert.?

Zu Domino?s innerem Zirkel zählt schließlich auch der von Claremont rekrutierte Fahrer Alf, den der Schotte Rizwan Abbasi spielt. ?Wir suchten unseren Alf in Los Angeles und New York?, erinnert Scott, ?doch es schien unmöglich, einen Schauspieler zu finden, der der Rolle eines Exil-Afghanen sowohl physisch entsprach als auch dramaturgisch gewachsen war. Er wurde als letzter Darsteller des Filmes besetzt und ich mußste seine Szenen lange aufschieben oder mit Doubles arbeiten. Und als wir unseren Mann in London endlich fanden, gab es bis zuletzt natürlich Probleme mit seinem Arbeitsvisum. Doch das Warten hat sich gelohnt, denn Rizwan passt sehr gut ins Kopfgeldjäger-Team, obwohl er insgeheim seine eigene Agenda hat.?

Scott konzipierte DOMINO von vornherein in zwei thematischen Hälften - zunächst widmet sich die Story Domino und den Hintergründen ihrer Entscheidung, als Kopfgeldjägerin zu arbeiten. Und nachdem diese Motive und die handelnden Personen etabliert sind, bekommt der Film eine zusätzliche Dimension, als Dominos Crew ins Zentrum einer Reality-TV-Sendung rückt. Die Idee dazu kam Scott, als er während der jahrelangen Entwicklung des DOMINO-Stoffes von Fernsehproduzenten erfuhr, die Wind von seinem Interesse an Domino bekommen und tatsächlich Shows über reale ?bounty hunter? entwickelten - freilich ohne es so weit zu treiben, sie auf der Jagd zu begleiten.

Dieser Vermischung von Realität und bizarrer Medienreflektion sind eine Reihe weiterer DOMINO-Figuren geschuldet, die den schwarzen Humor der Geschichte noch intensivieren. So spielen sich die beiden ehemaligen ?Beverly Hills 90210?-Stars Ian Ziering und Brian Austin Green selbst, nachdem sie von Autor Richard Kelly ungefragt als weltweit bekannte Personifizierungen jenes hedonistischen Lifestyles ins Skript integriert wurden, den Dominos Mutter genießt und sich auch für ihre Tochter wünscht.

?Ich dachte beim Lesen des Skripts zunächst?, erinnert Ziering, ?dass sich jemand einen Scherz mit mir erlaubt, doch als ich von Tony Scotts Beteiligung erfuhr, wurde mir die smarte und surreale Dimension der Rolle richtig klar. Es machte auch enormen Spaß, öffentlich die ?90210?-Dämonen zu exorzieren und das Publikum zu überraschen. Hoffentlich glauben nur die Leute nicht, dass Brian und ich wirklich so affektiert sind wie in der Story, sondern die Klischee-Version von blasierten Prominenten lieferten.?

Im besten Sinne durchgeknallt legt auch Christopher Walken seinen Part als Fernsehproduzent Mark Heiss an. Tony Scott dazu: ?Diese Figur dreht auf wie ein Frettchen auf Speed, und ich weiß auch nicht, wo Chris seine Performances immer wieder hernimmt. Die Leute glauben, Walken improvisiere viel, doch in Wahrheit macht er heimlich, still und leise seine Hausarbeiten. Wir haben drei Mal miteinander gedreht, und immer fragte er mich vor dem Dreh über seine Figur aus, verschwand dann für ein paar Wochen und kam mit diesen spektakulären Typen wie in TRUE ROMANCE oder nun DOMINO zurück. Und es ist die pure Freude, ihm dabei zuzusehen, wenn er sein Ding macht!?

Abgerundet wird das DOMINO-Ensemble mit Schauspielern, die noch bis in die letzte Nebenrolle so prominent wie sehenswert besetzt sind. So spielt die in den USA außerordentlich beliebte Komikerin Mo?Nique die herrlich extrovertierte Mitarbeiterin des Department of Motor Vehicles (DMV), bei der dank ihres Zugangs zu Personaldaten viele Fäden der fintenreichen Story zusammenlaufen. Lucy Liu wiederum stieß für zwei Drehtage zur Produktion, um Domino als gestrenge FBI-Agentin auszufragen, und in der Schlussfassung dienen diese Szenen dem Film als narrativer Überbau und verleihen ihm eine an Akira Kurosawas RASHOMON angelehnte Struktur.

Und schließlich stieß auch noch Tom Waits hinzu, der eine mystische Figur namens ?The Wanderer? spielt - wobei es der Film offen lässt, ob er eine im Meskalinrausch imaginierte Figur ist oder wahrlich wie der Chorsänger einer griechischen Tragödie aus dem Nichts erscheint und Domino in der Wüste zu etwas Orientierung verhilft. Der Ernst des Lebens in Sachen DOMINO begann für Keira Knightley nur vier Tage, nachdem sie in England den Dreh zu PRIDE AND PREJUDICE abgeschlossen hatte und begann, in Los Angeles mit ihren Schauspielpartnern Mickey Rourke und Edgar Ramirez ein Kopfgeldjäger-Trainingsprogramm zu absolvieren.

Geleitet von dem langjährigen Profi Zeke Unger, enthielt das Training ebenso Kurse zu Taktik, Feuerwaffen oder Selbstverteidigung wie auch zur historischen und justizialen Einschätzung von ?bounty hunters? in den USA. So lernten sie zum Beispiel, dass der Beruf des Kopfgeldjägers im England des 15. Jahrhunderts entstand und in Amerika zu Zeiten des Wilden Westens durch Kriminelle popularisiert wurde, weil es sich für Schurken plötzlich eher lohnte, Bankräuber für ein Kopfgeld zu jagen, als selbst mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten.

Heute unterliegen Kopfgeldjägern in den Vereinigen Staaten strengen Regeln und arbeiten eng mit den Behörden zusammen, vor allem mit den U.S. Marshalls. Dennoch zieht die Profession vornehmlich zwielichtige Gestalten an, ?da du erfolgreicher bei der Jagd bist, wenn du wie ein Krimineller denken kannst und die abseitigen Ecken der Gesellschaft besser kennst als die Hauptstraßen?, wie Zeke Unger es beschreibt. Aus versicherungstechnischen Gründen durften die Schauspieler den Ausbilder nicht während eines Auftrages begleiten.

Lediglich Tony Scott ging mit Unger auf die Jagd nach Flüchtigen und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus: ?Wir fuhren zu einem Einsatz im Stadtteil Compton in L.A., ich hatte meine kleine DVD-Kamera dabei und dachte naiv, was das für eine coole Recherche sei. Doch kurz vor unserem Zielort zogen Zeke und seine Jungs kugelsichere Westen an, schulterten ihre AK-47-Maschinengewehre und stürmten schließlich heraus. Ich dachte zuerst, dass sie meinetwegen eine Show veranstalten, aber Fehlanzeige. Dies war ein Job in einer der härtesten Gegenden der Stadt, wild und unberechenbar, aber zum Glück ohne Verletzte, obwohl Menschen in diesem Job auf beiden Seiten sterben. Ohne Zweifel: Die professionelle Suche nach frei laufenden Schwerverbrechern ist nichts für Chorknaben.?

Mit ähnlichen Adrenalinkicks reicherte Scott nach Möglichkeiten sogar die Dreharbeiten an, als er zum Beispiel in der Szene von Dominos erstem Einsatz mit Mitgliedern realer Straßengangs aus East L.A. arbeitete. ?Ich nutzte nicht nur die großartigen Gesichter dieser Gangmitglieder ?, erinnert der Regisseur, ?sondern gab ihnen richtige Rollen, weil man die Energie alltäglicher Erfahrungen in ihren Augen funkeln sieht.?

Wann immer jedoch Waffen für eine Szene vorgesehen waren, achtete das Team sorgsam darauf, diese nach jeder Einstellung einzusammeln, obwohl natürlich nie scharfe Munition an den Set kam. Doch die hitzigen Szenen der Konfrontationen zwischen Kopfgeldjägern und Gangmitgliedern auf engstem Raum gerieten so intensiv, dass niemand das geringste Risiko durchgebrannter Sicherungen eingehen wollte.

Um einige Blessuren kamen die DOMINO-Stars jedoch im Laufe der Produktion nicht herum. ?Ich kann mit absoluter Sicherheit und einigem Stolz sagen?, so Keira Knightley, ?dass ich nie wieder nette Hände oder Fingernägel haben werde, weil ich beim Dreh der Schießereien zu viele Funken des Mündungsfeuers abbekommen habe. Es tut nicht sonderlich weh, sondern fühlt sich nur an wie ein kleiner Stromstoß. Aber da viele unserer Shoot-outs in engen Räumen stattfanden, konnte man unmöglich allen Funken oder Patronenhülsen ausweichen. Wir witzelten oft, dass uns Tony offensichtlich alle umbringen wollte.?

?Es gab keinen Tag ohne Kratzer und blaue Flecken, doch das kalkuliert man ein, wenn man sich mit Tony in die Schlacht stürzt. Ganz im Gegenteil möchte ich die Erfahrung um nichts missen. Hart war bloß eine der letzten Sequenzen in Las Vegas, als ich mit zwei Maschinenpistolen um mich feuern sollte, die mir schlichtweg zu schwer und furchterregend waren. Doch als gerade alle Kraft meinen Körper verließ, sagte mir Tony, dass ich einfach laut schreien und das nötige Adrenalin mobilisieren sollte - und genau diese Einstellung ist nun im Film, auch wenn ich mich selbst kaum wieder erkenne?, so Keira Knightley.

dass er sich mit seiner Lust am Extremen nicht nur Freunde macht, ist dem Regisseur natürlich klar. ?Doch man darf gerade bei so einem Stoff nicht zurückstecken?, so Scott, ?oder gar Ecken und Kanten der Figuren abschleifen. Domino, ihre Welt und vor allem ihre risikofreudige Lebensphilosophie faszinierten mich, also wollte ich dem mit einer angemessen wilden Geschichte gerecht werden. Ich mag es zudem, alte Trampelpfade zu verlassen und sowohl inhaltliches als auch stilistisches Neuland zu erschließen. Je abgedrehter, desto besser! Filme für die ganze Familie gibt es zur Genüge, und ich halte das Publikum schon immer für klug genug, um zwischen Realität und Fantasie unterscheiden zu können und zum Beispiel die Gewalt in DOMINO wahrzunehmen wie eine betont grelle Farbe in der abstrakten Malerei.?

Die Dreharbeiten Die Dreharbeiten zu DOMINO begannen am 4. Oktober 2004 und dauerten 62 Tage an. Zu den Locations in und um Los Angeles zählten die Hollywood Presbyterian Church, das Department of Motor Vehicles (DMV) in Santa Monica, die Hotels Ambassador, Alexandria und Wilshire Grand sowie Privatgrundstücke in Bel Air, East Los Angeles, Altadena und Lancaster. Anfang Dezember schlug die Crew dann in Las Vegas ihre Zelte auf und filmte unter anderem im nahe gelegenen Valley of Fire und im Bonnie Springs Ranch and Motel, bevor der Dreh mit der einwöchigen Arbeit im weltberühmten Stratosphere Hotel und Casino für das DOMINO-Finale seinen Höhepunkt fand.

Bei der Wahl der Schauplätze legte Scott darauf Wert, weder altbekannte Locations zu verwenden noch unnötig auf Studiodrehs auszuweichen. Die Location-Managerin Janice Polley, die sonst für Michael Mann, Ridley Scott und Richard Donner arbeitet, wurde aus diesem Grund mit ins Boot geholt. ?Janice hat zum Beispiel Plätze in East Los Angeles gefunden, in denen noch nie gedreht wurde... Orte die in Mexiko liegen könnten?, wie der Produktionsdesigner Chris Seagerss es beschreibt.

Ein andere Drehort war das Valley of Fire in Nevada. Tony Scott: ?Im Valley of Fire in Nevada fühlt man sich wie auf dem Mars... Es gibt immer wieder Probleme mit dem Licht, mit dem Hintergrund und den Menschen, auf die man dort vor Ort trifft. Aber diese originelle Plätze injizieren nach meiner Erfahrung eine Dosis Leben in eine Produktion, die man künstlich nicht erzeugen kann. Ich lasse mich von diesen Locations zusätzlich inspirieren.

DOMINO wurde sowohl auf 35mm-Film wie auch mit High-Definition-Videokameras gedreht, bevor die diversen Filmmaterialien technisch vielfach verfremdet wurden. ?Ich wollte die Realität überhöhen und eine grimmige, fiebrige, irrwitzige Atmosphäre schaffen?, beschreibt Scott, ?und nutzte dafür grelle Farben, dunkelstes Schwarz oder gleißendes Weiß. Diese Palette variiert je nach der Emotionalität einer Szene und erforderte viel Improvisationstalent der Crew. Aber ich hatte in meinem Kamikaze-Kameramann Dan Mindel einen starken Partner, der stilistisch jederzeit mit mir über die Klippe zu springen bereit war und ein Auge dafür hat, auch die verrücktesten Experimente funktionieren zu lassen.?

Scott beginnt seinen kreativen Prozess in dem er Alben herstellt, gefüllt mit ausgerissenen Blättern aus Heften, Zeitungen, Büchern und Photos. Er sammelt seine optischen Eindrücke von allen erdenklichen Ressourcen um eine Referenzgrundlage für seine Mitarbeiter zu schaffen. ?Er reißt Seiten aus allem heraus, von der Zeitschrift Vogue bis zu Büchern des Museum of Modern Art?, erklärt Mindel. ?Im Endeffekt dreht sich alles um Licht und Textur; Kontrast steht im großen Maße für das, was Tony macht. Tony zeigt allen Photos, die seine Absichten verdeutlichen. Es ist eine viel schnellere Methode um die Information an die Beleuchtung-, Bühnen- und Kamerateams zu vermitteln.?

?Ich liebe es meine Kamera in Bewegung zu halten?, sagt Scott. ?Doch das bildet einen wesentlichen Bestandteil der Energie von diesem Film.?

?Tony hat durch die Verfeinerung seiner Kamerabewegungen und der Benutzung handbetriebener Kameras mit mehrfachen Belichtungen einen besonderen kinetischen Effekt geschaffen?, sagt Kamermann Mindel. ?Es ist ein sehr markantes Erscheinungsbild, das von unterschiedlichen Belichtungen wegen ungenauen Kamerageschwindigkeiten herrührt.?

Zu Scotts Experimentierfreude zählt auch seine Praxis, Szenen fast grundsätzlich mit bis zu sechs Kameras gleichzeitig zu drehen. Der Regisseur erklärt: ?Ich inszeniere wie bei einem Theaterstück und nehme von Totalen bis zu Nahaufnahmen alles gleichzeitig auf. Manchmal geraten die Kameras einander in den Weg, doch ich brauche selten mehr als vier Einstellungen, in denen ich die Schauspieler jeweils lange spielen und ihre Szenen aufbauen lassen. Dadurch bleibt mir am Set das Aufteilen einer Szene in zahlreiche Set-ups erspart.?

Scott fährt fort: ?Und obwohl es manche Leute für aufgeblasen halten, wenn ich mit sechs Kameras antrete, arbeite ich dadurch letztlich ökonomischer, zeitsparender und kann Motive beim Schnitt präziser aufeinander abstimmen.? Zusätzlich benutzte Scott in DOMINO noch Szenen der TV-Crew, die Domino, Ed und Choco für eine Weile begleitet. Der Regisseur hatte die Kameraleute im Film mit funktionierenden Kameras ausgestattet und sie instruiert, diese wie für eine echte Reality-TV-Produktion einzusetzen, um die entstandenen Bilder später selbst zu sichten und als Schnittmaterial zu verwenden.

Ein besonderes Maß an Einfallsreichtum war des weiteren für die Ausstattung und den Einsatz des Wagens nötig, mit dem die ?Bounty Squad?-Gang sozusagen auf Tour geht. ?Statt vor schockierend unrealistischen Rückprojektionen zu drehen?, so Scott, ?nahmen wir unseren Winnebago (Anm.: Eine chromblitzende Kreuzung aus Bus und Wohnwagen) tatsächlich auf die Straße und drehten darin mit ein paar Kameras. Manchmal fuhr ich den mobilen Zirkus sogar selbst, um die Wege dem jeweils besten Licht anzupassen. Einhergehend mit den afghanischen Wurzeln Alfs, der im Film den Fahrer spielt, haben wir dem Wagen ein Design verpasst, dass an Kriegsfilme erinnert.

So bemalten wir die Front mit einer Art Gesicht ähnlich wie es Hubschrauberpiloten in Vietnam taten und zeichneten eine schöne Frau auf die Seite. All diese Einfälle halfen uns freilich wenig, als wir den großen 360-Grad-Stunt des Winnebago drehten. Tests mit Modellen sahen furchtbar aus, also konzipierten meine Stunt-Experten Joe Pancake und Chuck Picerni eine Rampe, von der aus der Sprung gelingen sollte. Leider ging es zunächst schief, was unser Budget arg strapazierte, doch die Wiederholung war es dann wirklich wert.?

Zum Schluss- und letzten Höhepunkt der turbulenten DOMINO-Produktion geriet am Ende der Dreh im Stratopsphere Hotel und Casino in Las Vegas. Scott wählte den 135-geschossigen und damit höchsten freistehenden Turm der Vereinigten Staaten jedoch nicht nur seiner visuellen Reize wegen, sondern da er den DOMINO-Plot hier optimal kulminieren lassen konnte.

?Wenn ich einen Set von Grund auf hätte bauen müssen?, so Scott, ?wäre mir sicher nichts besseres als das Stratosphere eingefallen. Der Turm ist eine architektonische Ikone und für die Story funktioniert er perfekt, weil die unterschiedlichen Parteien hier alle zusammenkommen und vom Publikum kollektiv überblickt werden können: Während sich Kopfgeldjäger, Mafiosi und Casino-Betreiber im Inneren des Stratosphere belauern, beobachtet das FBI die Szenerie von außen.?

Die Zusammenarbeit mit dem Stratosphere Hotel und der Filmcrew verlief ausgezeichnet. ?Solange wir nicht den täglichen Hotelbetrieb störten, waren alle happy?, wie es ein Hotelverantwortlicher auf den Punkt bringt. Egal welche Probleme bei den Dreharbeiten entstanden, die Mitarbeiter des Stratosphere fanden eine Lösung. Da bewahrheitet sich das Motto, dass das Wörtchen ?Nein? in dieser Stadt nicht existiert.

So gaben die Verantwortlichen des Stratosphere auch dem Wunsch Tony Scotts nach, die Fenster im Restaurant an der Spitze des Turmes zu entfernen, die beim Einbau 10.000 Dollar pro Stück gekostet hatten. Das gab Scott die Möglichkeit einen gigantischen, kontrollierten Feuerball in die Nacht hinausjagen konnte, der in der Kombination mit Studio-Spezialeffekten das letzte DOMINO-Ausrufezeichen setzt, denn so etwas hat man selbst in Vegas noch nicht gesehen.

In Las Vegas entstand schließlich auch die Momentaufnahme, die den Film so passend wie würdig beendet und der Frau gewidmet ist, ohne die ?der Rock´n´Roll-Fiebertraum DOMINO?, wie Tony Scott seinen Film nennt, nie hätte entstehen können. Er zeigt die echte Domino Harvey, wie sie in die Kamera lächelt, als hinter ihr krachend eine Limousine zu Bruch geht. Natürlich lacht sie nur und blinzelt noch nicht einmal ...

Szenenfoto
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