The Fog - Nebel des Grauens

Produktionsnotizen

Es war im Jahre 1871, als sich ein unheimlicher Nebel über die See legte und vier Männer ein unaussprechliches Verbrechen begingen. Die Mannschaft und die Passagiere eines Clippers versanken in ihrem feuchten Grab. Sie verloren ihr Leben, ihre Namen wurden vergessen, ihre Geschichte wurde nicht zu Ende geschrieben, als der undurchdringliche Nebel fast anderthalb Jahrhunderte lang das grimmige Geheimnis ihrer Mörder versiegelte.

Nun kommen die ruhelosen Geister der Toten wieder an die Oberfläche, um die Vergangenheit wieder aufleben zu lassen und das schreckliche Verbrechen von damals ans Licht zu bringen. Nick Castle (TOM WELLING in der Rolle, die ursprünglich von Tom Atkins gespielt wurde), der Kapitän des Charterbootes ?Sea Grass? und sein erster Maat Brett Spooner (DERAY DAVIS) verhaken ihren Anker unbemerkt in einem alten Seesack, der sich unter Wasser zwischen zwei Felsen verfangen hat und verstreuen dessen Inhalt auf dem Meeresgrund.

Damit bringen sie eine Serie von schrecklichen Ereignissen ins Rollen, die auf ihrer kleinen Heimatinsel Antonio Bay tödliche Folgen haben werden. Artifakte aus der Vergangenheit werden an Land gespült ? eine goldene Haarbürste, eine antike Taschenuhr, eine goldene Musikbox ? und die rachsüchtigen Geister der früheren Besitzer werden auf Antonio Bay losgelassen.

?Die Vergangenheit wird buchstäblich wieder in die Gegenwart gespült?, erläutert Regisseur Rupert Wainwright, ?und seltsame Dinge geschehen. Mehr und mehr dieser Gegenstände tauchen auf, und langsam begreifen wir, dass hier zwei Welten dazu bestimmt sind, aufeinander zu prallen.? Doch auch schon bevor diese geisterhaften Gegenstände an Land gespült werden, ringen Vergangenheit und Gegenwart in Antonio Bay ? personifiziert durch die Bevölkerung der Insel.

Die verschiedenen Generationen streiten über die Frage, ob die wenigen finanziellen Mittel der Stadt für eine Statue ausgegeben werden sollen, die vier der heldenhaften Gründerväter von Antonio Bay ehren soll ? Patrick Malone, David Williams, Norman Castle und Richard Wayne. Nick Castle, ein direkter Nachfahre von einem der Gründer, würde lieber sehen, dass Geld für die längst fälligen Reparaturen der Docks und der Deiche bereit gestellt würde ? sehr zum Missfallen von Antonio Bays älterem Bürgermeister Tom Malone (KENNNETH WALSH) und der Historikerin der Stadt, Kathy Williams (SARA BOTSFORD).

Elizabeth Williams (MAGGIE GRACE) kehrt nach Antonio Bay zurück, um ihre Mutter Kathy zu besuchen, von der sie sich entfremdet hatte, nachdem Elizabeth plötzlich aus ihrer Heimatstadt fortzog. Ihr Ex-Freund Nick liebt Elizabeth noch immer ? auch wenn sie die Stadt verlassen hat, ohne ihm vorher davon zu erzählen ? und zwischen ihm und Elizabeth kommen prompt alte Gefühle wieder hoch.

?In der Beziehung zwischen Nick und Elisabeth geht es hauptsächlich darum, die Dinge wieder zusammenzufügen?, erklärt Maggie Grace. ?Keiner von ihnen ist sich sicher, worauf es hinauslaufen soll oder was passieren wird. Wir wissen nur, dass sie beide noch sehr viel füreinander empfinden. Es geht um die Erinnerungen an die Romanze, die sie teilten. Sie hält es für richtig, dass sie damals die Stadt verlassen hat, obwohl sie damit Nick sehr verletzt hat. Aber sie bereut diese Entscheidung dennoch.?

In der ursprünglichen Filmversion von THE FOG ? NEBEL DES GRAUENS, die von John Carpenter inszeniert wurde, ist Elizabeth (damals gespielt von Jamie Lee Curtis) eine Auswärtige, die zufällig per Anhalter nach Antonio Bay kommt und in einen Albtraum gerät, mit dem sie eigentlich nichts zu tun hat. In der modernisierten Version kommt Elizabeth auch per Anhalter in die Stadt, aber sie ist dort geboren und aufgewachsen, und das unterstreicht das ?Vergangenheit trifft auf Gegenwart?-Thema des Films.

?Elizabeth hat eine Vergangenheit auf der Insel?, sagt Grace. ?Sie setzt sich für die Menschen dort ein und sie hat unbewältigte Dinge mit Nick zu klären. Außerdem ist auch sie eine der Nachkommen von den Gründervätern, also ist sie in einer sehr viel signifikanteren Art in die Geschehnisse eingebunden. Obwohl sie die gleiche Funktion erfüllt wie in dem Original, ist die Elizabeth in unserer Version eine völlig andere Figur.?

Die Beziehung von Nick und Elizabeth wird verkompliziert durch Nicks Liebelei mit Stevie Wayne (SELMA BLAIR in der Rolle, die ursprünglich mit Adrienne Barbeau besetzt war), der Leuchtturmwärterin, die mit dieser Aufgabe ihren Urgroßvater ehrt. Außerdem ist Stevie Besitzerin und Discjockey des lokalen Radiosenders, das sie vom Leuchtturm aus über den Äther schickt, und allein erziehende Mutter, die mit Nick mehr als nur gute Gespräche führt, nachdem Elizabeth die Stadt verlassen hat.

Nick mag ?ein einfacher, ehrlicher Kerl sein, der das gerade heraus sagt, was er denkt und das tut, was er tun will?, wie Tom Welling es ausdrückt, ?aber er hat auch ein Gespür dafür, Dinge komplizierter zu machen, weil er handelt, wie es ihm gefällt, ohne über die Konsequenzen nachzudenken.? Spooner warnt Nick immer wieder vor dessen Untreue, stößt aber auf taube Ohren ? unter anderem, weil er schwerlich als glaubwürdiger Berater in diesen Fragen gelten kann. Als Nick zu einem geheimen Rendezvous mit Stevie aufbricht, organisiert Spooner eine ?Sprit-Kreuzfahrt? mit der ?Sea Grass?.

Unter den Partypassagieren befinden sich auch etliche hübsche Frauen, Nicks Cousin Sean ? und ein Camcorder, mit dem Spooner die Festivitäten aufnehmen will. Spiel und Spaß verwandeln sich aber in grauenvollen Schrecken, als sich der geheimnisvolle Nebel über das Boot legt. Spooner ist der einzige Überlebende der tödlichen Ereignisse.

Die Rache der Geister hat begonnen ... ?THE FOG ? NEBEL DES GRAUENS handelt von Verantwortung?, erläutert Welling. ?Unglücklicherweise nicht von der Verantwortung für deine eigenen Taten, sondern für die deiner Vorfahren. Und es geht auch um Umweltaspekte ? das, was wir heute tun, könnte sich auf die Generationen auswirken, die nach uns kommen, und wir müssen Verantwortung für das übernehmen, was wir tun.?

Während die Passagiere der ?Sea Grass? ihrem Tod ins Auge blicken, hat Elizabeth einen immer wiederkehrenden Albtraum, in dem sie mit vielen anderen Menschen im brennenden Laderaum eines Schiffes gefangen ist. Sie ist erschrocken, verwirrt und sich der Bedeutung dieses Traums nicht bewusst. Erst später, als der exzentrische Strandschatzsucher der Stadt ihr eine antike Taschenuhr übergibt, die er in den Algen an der Küste gefunden hat, beginnt die Uhr wieder zu ticken ? das erste Zeichen von Elizabeths Verbundenheit mit der schrecklichen Vergangenheit der Stadt.

Elizabeth kämpft mit ihrer Vergangenheit und ihrer Zukunft, Stevie dagegen ist fest in der Gegenwart verwurzelt. Sie ist ein wenig älter und weiser und ihre Reaktion auf die plötzliche Rückkehr von Elizabeth aus New York ? zwischen Desinteresse und Nachdenklichkeit ? illustriert, dass sie mit sich und ihrem Platz in der Welt im Reinen ist. Selma Blair sagt über ihre Figur: ?Stevie betreibt einen kleinen Radiosender. Sie sagt das Wetter an und spielt nur die Musik, die sie selbst mag. Sie ist darüber hinaus eine ganz normale, erwachsene Frau und Mutter, deren Leben sich um ihren Sohn Andy (COLE HEPPELL) dreht.?

Stevies ruhige Art gerät allerdings aus den Fugen, als sich grauenvolle Dinge im Leuchtturm ereignen. Zuerst werden die Frequenzen von KAB von den Tönen einer Musikbox belegt, die die Schreie der sterbenden Passagiere auf dem Clipper abspielt. Dann geht die antike Haarbürste, die ihr Sohn Andy am Strand gefunden hat, in Flammen auf und hinterlässt eine Prägung, die der gleicht, die Elizabeth auf der Rückseite der goldenen Taschenuhr gefunden hat.

Die Situation eskaliert, als Elizabeth ein Tagebuch aus dem Jahr 1871 von einem der Gründer der Stadt findet ? Patrick Malone. Oder besser gesagt: Das Buch findet sie. Nachdem sie fast ertrunken ist, wendet sich die völlig verängstigte Elizabeth an Pater Malone, den Bruder des Bürgermeisters von Antonio Bay, Tom Malone. Pater Malone weiß um das Verbrechen seiner Vorfahren, ist aber durch das Schweigegelübde gebunden und sucht Trost im Alkohol.

?Pater Malone ist der einzige Mensch in der Stadt, der genau weiß, was in der Vergangenheit geschehen ist ? und er weiß, dass der Tag der Vergeltung kommen wird?, sagt Adrian Hough, der den getriebenen Priester spielt. ?Dieses Wissen hat ein Loch in seine Seele gebrannt, das er mit Alkohol zu schließen versucht. Aber er scheint nur Öl ins Feuer zu gießen und an diesem Wahnsinn verzweifelt er.?

Elizabeth bittet Pater Malone um Hilfe, aber der ist nicht in der Lage, Licht ins Dunkel dieses Geheimnisses zu bringen. Also suchen sie und Nick Hinweise in den kryptischen Einträgen, die sie in Patrick Malones Tagebuch von 1871 finden: ?Möge Gott meiner Seele vergeben. Ich sage diese Worte, aber tief in meinem Herzen frage ich mich: Kann Gott einem Mann vergeben, wenn er eine so große Sünde begangen hat wie die, die ich tun werde??

Als sich Nick und Elizabeth in einer Kneipe dem Tagebuch des Urgroßvaters ihres Priesters widmen, bemerkt Elizabeth die alten Fotos, die die Wände der Taverne zieren: Die kleine Siedlung aus ein paar wackligen Hütten und Zelten scheint über Nacht zu einer blühenden Gemeinde gewachsen zu sein. Das Datum dieser plötzlichen Verwandlung: 1871. Sollte zwischen dem Tagebuch und dieser Entwicklung ein Zusammenhang bestehen, täten Nick und Elizabeth gut daran, diese schnell aufzudecken ? denn der Nebel fordert zwei weitere Opfer ...

Im Rathaus findet zu dieser Zeit ein kleiner Empfang statt, mit dem die Enthüllung der kontroversen Statue der Gründerväter gefeiert wird. Aber die Bewohner von Antonio Bay sind von den Todesfällen auf dem Charterboot erschüttert und beunruhigt über die Folgen dieser Tragödie auf den Tourismus der Stadt. Während der Feier zu Ehren der vier heldenhaften Gründer, die ? so viel ist längst klar ? verantwortlich für ein unaussprechliches Verbrechen waren, setzt der Nebel den Generator der Stadt außer Gefecht und stürzt Antonio Bay in Dunkelheit.

Im Leuchtturm ist Stevie gerade Zeugin des schrecklichen Todes des lokalen Meteorologen Dan (JONATHAN YOUNG) geworden und versucht nun verzweifelt, ihren Sohn zu erreichen. Sie sendet über ihr Radio das SOS-Signal und versucht, zu ihrem Strandhaus zu gelangen und Andy zu finden, weil sie nicht sicher ist, ob überhaupt irgend jemand ihre Hilferufe empfangen hat. Dicker, feuchter Nebel liegt über die Straße, und Stevies Auto wird von einem Truck gerammt und stürzt die Uferstraße hinab in die kalte, dunkle See.

Während Stevie unter Wasser um ihr Leben kämpft, sieht sie zum ersten Mal die aufgedunsenen, geisterhaften Körper, die aus der Tiefe emporsteigen, von Angesicht zu Angesicht. Sie kann sich mit knapper Not retten und sucht weiter nach Andy ? aber längst hat der Nebel ein weiteres Opfer gefordert: Andys Großmutter Connie. Der völlig verängstigte Junge hat sich in seinem Zimmer versteckt und die Spalten seines Türrahmens mit Klebeband verschlossen, damit der tödliche Nebel nicht in den Raum eindringen kann. Aber selbst das ist kein Schutz vor dem sicheren Tod. Zum Glück kann Nick Andy im letzten Moment retten.

Verzweifelt versuchen Nick und Elizabeth nun, ins Rathaus zu gelangen und Elizabeths Mutter zu retten. Aber der Nebel umschließt Nicks Auto und die Blindfahrt endet mit einem Unfall. Inmitten dieses Chaos? erscheint auch Stevie aus der Dunkelheit ? zu Tode erschrocken, aber lebendig. Und am Pier der Stadt erscheint noch etwas aus dem Nebel: ein gespenstischer Clipper ? und dessen rachsüchtige Passagiere ...

Von seinen Verletzungen an Bord der ?Sea Grass? einigermaßen genesen, flüchtet in der Zwischenzeit Spooner aus dem Krankenhaus und wird mit Schrecken und zusammen mit dem betrunkenen Pater Malone Zeuge, als die ?Elizabeth Dane? in den Hafen segelt. Spooner erkennt das Schiff, das er in jener Nacht sah, als Nicks Charterboot angegriffen wurde, aber allein Pater Malone versteht, warum es nun in Antonio Bay einläuft ? und er scheint sein Schicksal zu akzeptieren.

Endlich kommen Nick, Elizabeth, Stevie und Andy im Rathaus an. Die Bedeutung der Statue wird Elizabeth auf einmal klar ? und das Geheimnis des verfluchten Clippers und dessen flammende Zerstörung durch die Stadtoberen von Antonio Bay im Jahr 1871 wird endlich enthüllt.

?THE FOG ? NEBEL DES GRAUENS handelt auch von der Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart und davon, wie die Vergangenheit wiederkehrt, um die Gegenwart zu zerstören?, sagt Regisseur Wainwright. ?Diese Menschen sind die Nachkommen von vier Männern, die hundert Menschen ermordet und deren Geld gestohlen haben. Mit diesem Geld haben sie diese mittlerweile blühende kleine Stadt gegründet.?

Das Rathaus ist auch das Museum der Stadt, in dem der Erfolg von Antonio Bay gefeiert wird und die dunkle, geheime Vergangenheit vertuscht werden sollte. Darum ist es der perfekte Schauplatz für die Enthüllung dieses Geheimnisses. Nachdem Elizabeth das Rätsel gelöst hat, ist Pater Malone nicht mehr an sein Beichtgeheimnis gebunden. Alle anderen bereiten sich darauf vor, ihr Schicksal und die möglichen Folgen zu akzeptieren, nur der Bürgermeister Tom Malone ist davon überzeugt, dass die Beichte seines Urgroßvaters auf dem Sterbebett nichts weiter als das Plappern eines Verrückten war. Er beharrt auf seiner Meinung: ?Wir sind unschuldig.?

?Malones Ansicht nach sind wir nicht für die Taten verantwortlich, die unsere Vorfahren begangen haben, und darum ist es ein großer Schock für ihn, als die Geister wiederkehren und blutige Rache nehmen?, sagt Kennneth Welsh, der die Rolle des Bürgermeisters Tom Malone spielt.

Nach ihrer Rache finden die Seelen der ?Elizabeth Dane? endlich Frieden. Das dunkle Geheimnis ist gelüftet, und der Nebel zieht sich wieder auf die See zurück ...

Über die Produktion Als der Produzent John Carpenter und seine Partnerin, die inzwischen verstorbene Debra Hill, zum ersten Mal von David Foster wegen eines Remakes von Carpenters Klassiker The Fog (The Fog ? Nebel des Grauens, 1980) ? auf Initiative von Fosters Kollegen und Associate Producer Shane Riches ? angesprochen wurden, reizte Carpenter diese Vorstellung sehr, allerdings wollte er kein weiteres Mal Regie führen. Es machte mehr Sinn, so Carpenter, ?einem jungen Genie diese Aufgabe zu übertragen, das sie besser ausführen konnte.?

Er und Hill stimmten zu, dass Foster, der auch schon Carpenters The Thing (Das Ding aus einer anderen Welt, 1982) produziert hatte, dieses Projekt weiter vorantrieb. Foster klemmte sich mit Leidenschaft dahinter, nicht nur weil er ein Fan des Originals war, sondern weil er schon seine erste Zusammenarbeit mit Carpenter genossen hatte. ?Mit ihm kann man wunderbar arbeiten?, sagt Foster. ?Er ist sehr uneitel. Für mich ist das sehr wichtig.?

Darüber hinaus mochte Foster, dass der Orignalfilm weitgehend auf Gewalt und Blutspritzereien verzichtete. ?Ich fand an dem ersten The Fog gut, dass die meiste Gewalt nur suggeriert wird. Und wenn man sich den Film heute anschaut, wirkt er immer noch frisch und spannend. Und er ist gruselig wie der Teufel.?

?Ich habe fünf Enkel?, fährt Foster fort, ?und ich möchte Filme machen, die sie sich anschauen können. Ich glaube, ich könnte keinen richtig blutigen Film mehr produzieren. The Fog ist eine fantastische Geistergeschichte über diese Menschen, die über 100 Jahre lang auf dem Grund des Meeres gefangen sind und wieder emporsteigen, um Rache an den Nachfahren jener Männer zu nehmen, die sie getötet haben.?

Foster traf sich im Krankenhaus mit Debra Hill, wo sie gegen ihre Krebserkrankung kämpfte. Trotz ihres geschwächten Zustands war sie immer noch voller Kraft: ?Sie war immer noch dieselbe alte Debra, voller Energie und Leidenschaft für den Prozess des Filmemachens.?

Danach kontaktierte Foster Revolution Studios und nach 48 Stunden war der Deal eingetütet. ?Ich kenne Joe Roth (den Gründer von Revolution Studios) seit vielen Jahren?, sagt er. ?Er ist ein ehrenwerter Kerl. Revolution Studios ist eine der wenigen Firmen in Hollywood, bei denen ein wirklich aktiver Produzent, jemand der weiß, wie man Filme produziert und sich mit den Details auskennt, den Laden schmeißt.?

Anschließend suchten Foster, Hill und Carpenter nach einem Drehbuchautoren, der das Original updaten konnte. Cooper Layne, der vorher bereits den von Foster produzierten The Core (The Core ? Der innere Kern, 2003) geschrieben hatte, traf mit seinen Vorstellungen ins Schwarze. ?Er ist ein sehr talentierter, frischer und neuer Autor?, lobt Foster. ?Jeder war begeistert von seinem Zugang zu dem Stoff.?

Carpenter schließt sich Fosters Meinung an: ?Cooper kam mit einigen Seiten, auf denen er seine Ideen zu THE FOG ? NEBEL DES GRAUENS skizziert hatte, und das war absolut fantastisch. Er hat einen tollen Job geleistet, indem er die Essenz der Geschichte beibehalten, aber einige signifikante Änderungen vorgenommen hat.?

Während sich Layne an seine ersten Drehbuchfassung setzte, regte Foster an, dass man schon in diesem frühen Stadium einen Regisseur mit ins Boot holen sollte. Carpenter und Hill pflichteten ihm bei. ?Wir waren längst noch nicht mit dem Skript fertig?, erinnert sich Foster, ?aber wir brauchten einen Regisseur, der seine eigene Vision mitbringt ? also habe ich mir gedacht, dass es wohl am besten sei, wenn wir diesen Regisseur gleich zu Anfang bei uns haben. Wir alle waren sehr beeindruckt von Stigmata (Stigmata, 1999), den Rupert Wainwright inszeniert hatte. Als wir ihn trafen, hatte er bereits den Film vor Augen.?

Die unglaublich erfolgreiche Renaissance des Horrorfilms in den letzten Jahren bringt eine einfache Frage mit sich: Warum ist dieses Genre so unverwüstlich? ?Horror begleitet uns seit den Anfängen des Films?, sagt John Carpenter. ?Jeder von uns kann mit Horror etwas anfangen. Wir sind ängstlich geboren worden. Wir kommen schreiend auf die Welt und bekommen als Erstes einen Schlag auf den Hintern. Wir haben alle Angst vor den gleichen Dingen. Es mag kulturelle Unterschiede beim Humor geben, aber nicht beim Horror. Also ist Horror perfekt.?

Außerdem habe Horror einen ungewöhnlich hohen Unterhaltungswert, fährt Carpenter fort. ?Horrorfilme sind perfekte ?date movies?. Du bist aufgewühlt, dein Adrenalin steigt ? du erschrickst dich, du schreist ? und dann lachst du, weil du schreien mußstest.? Dabei bezieht sich Carpenter auf den Erfolg jüngerer Filme wie The Ring (Ring, 2002) und The Grudge (The Grudge ? Der Fluch, 2004), die beide das Genre ernst nahmen. ?Diese Filme respektieren ihre Geschichte und erzählen sie mit all ihrem Ernst.?

Ebenso wie diese Beispiele reflektiert auch die neue Version von THE FOG ? NEBEL DES GRAUENS die Sensibilität einer Generation von Filmemachern, die mit Thrillern wie Jaws (Der weiße Hai, 1975) und The Fog aufgewachsen sind. ?Ich glaube, es ist nur natürlich, dass die Leute, die solche Filme als Kinder gesehen und geliebt haben und heute selbst Filmemacher geworden sind, diese Art von Filmen wieder sehen wollen. Und selbst wenn es sich nicht um ein Remake handelt, werden sie von diesen Filmen inspirert?, bringt es Carpenter auf den Punkt.

Ein weiteres Geheimnis des Erfolges von Horrorfilmen ist die Umkehrung dessen, was als normal oder sicher angesehen wird ? nimm etwas Gutartiges und sorge dafür, dass es gefährlich wird. ?THE FOG ? NEBEL DES GRAUENS funktioniert zum Teil deswegen so gut, weil wir normalerweise eine Insel als sicheren, friedlichen Ort ansehen, einen Ort, an dem jeder glücklich ist?, erläutert Selma Blair.

?Und Nebel ist normalerweise sehr idyllisch und ruhig, wenn er um einen Leuchtturm wabert ? aber genau der wird in unserem Film zu einem Monstrum. Genau das ist der Trick in Horrorfilmen ? etwas, mit dem man nichts Böses verbindet, zu einer Bedrohung zu stilisieren.?

?Visuell gesehen ist Nebel wunderschön?, sagt Regisseur Wainwright. ?Obwohl jeder, der mal durch das Weingebiet von Nordkalifornien gefahren ist, weiß, dass er sehr gefährlich sein kann. Man kann die Hand vor Augen nicht sehen und Menschen sterben sehr oft bei Autounfällen. Bei einem Horrorfilm macht es Spaß, mit etwas Schönem zu spielen und es angsteinflößend zu machen.?

Und Maggie Grace ergänzt: ?Als ich die Rolle annahm, schaute ich mir so viele Horrorfilme wie möglich an, um mich mit dem Genre vertraut zu machen und eine Idee davon zu bekommen, wie es funktioniert und was die Filme so furchteinflößend macht. Ich wollte das für mich selbst herausfinden. Nachdem man einen Film wie Jurassic Park (Jurassic Park, 1993) sieht, hat man nicht wirklich Angst davor, dass ein Dinosaurier um die Ecke kommt und dich die Straßen entlang hetzt. Aber wenn es in dem Film um deinen Nachbarn geht ? Man mußs die Angst in den alltäglichen Dingen finden. Das ist es, was einen dann in einem Horrorfilm aufwühlt. Eine Woche später ist man dann immer noch ein bisschen mitgenommen von dieser Art Film.?

In der Vergangenheit tendierten Horrorfilme eher dazu, ein vorwiegend männliches Publikum anzusprechen. Mittlerweile allerdings schauen sich jüngere und eher weibliche Zuschauer Horrorfilme an. ?Horrorfilme sind die Filme eines jungen Publikums?, sagt Produzent Foster. ?Und nach den letzten Zahlen ? nämlich zu 56 Prozent ? sind es Frauen. Das ist aber erst seit ungefähr vier Jahren so.?

Ein Grund für diese demografische Verschiebung mag darin liegen, dass die weiblichen Figuren in den Horrorfilmen der letzten Zeit immer öfter als die Heldinnen charakterisiert wurden. ?Horrorfilme sind zu großartigen Medien geworden, in denen sich Frauen als Heldinnen beweisen können?, sagt Blair. ?Es sind die ersten Filme, in denen die Frauen aufstehen und den Tag retten. Sie haben die Annahme, dass Frauen hilflose Opfer sind, auf den Kopf gestellt. Unser Dank mußs Leuten wie Debra Hill gelten, weil sie Frauen in Horrorfilmen auf diese neue Art und Weise gezeigt haben.?

Grace pflichtet ihr aus vollem Herzen bei: ?Es ist schön, eine Figur zu spielen, die kraftvoll ist und die Dinge in die Hand nimmt. Jemanden, der nicht den ganzen Film hindurch umhergetragen wird.?

Darüber hinaus mochten Blair und Grace das Thema von THE FOG ? NEBEL DES GRAUENS. ?Es ist im Prinzip eine moralische Fabel, verpackt in einem Horrorfilm ? eine Geschichte über Konsequenzen, mit sehr authentischen Figuren?, sagt Grace. ?Manche Filme dieses Genres werfen die Figuren einfach in eine Situation, in der sie herausfinden müssen, was gerade passiert ? aber wir erfahren nicht, wer diese Figuren wirklich sind. Ich fand es gut, dass unser Skript die Charaktere erklärt, wie ihre Beziehungen zu einander sind und warum wir uns um sie sorgen sollten.?

Ein weiterer Faktor, der das Genre bereichert ist ? glaubt man Selma Blair ? die Inszenierung von Rupert Wainwright. ?Ich fand Stigmata atemberaubend ? es ist ein sehr stylisher, wunderbarer Film, der auch noch echt gruselig ist. Als ich das Drehbuch für THE FOG ? NEBEL DES GRAUENS las, bemerkte ich, dass Rupert bereits einige sehr stylishe Elemente eingebaut hatte.?

Und Tom Welling ergänzt: ?Er bringt auch noch Ecken und Kanten mit in die Geschichte, eine bestimmte finstere Spannung, die wunderbar zu diesem Stoff passt.? Das größte Problem bei THE FOG ? NEBEL DES GRAUENS war nicht, die talentiertesten Schauspieler für den Stoff zu begeistern, sondern das Arbeitspensum der viel beschäftigten Hauptdarsteller unter einen Hut zu bringen. Tom Welling stand für ?Smallville? vor der Kamera und Maggie Grace drehte auf Hawaii ?Lost?. Eine Zeit lang drehte Welling fünf Tage in der Woche für ?Smallville? und arbeitete an den Wochenenden an THE FOG ? NEBEL DES GRAUENS.

?Als wir eine Woche lang Nachtdrehs hatten?, erinnert sich Foster, ?war Tom am frühen Montagmorgen, so gegen sieben Uhr, mit seinen Szenen für uns fertig, duschte, zog sich um und fuhr gleich an den Set von ?Smallville?. So etwas ist echt hart. Ein anderes Mal flog Maggie von den Dreharbeiten zu ?Lost? aus Honolulu ein, schlief zwei Stunden, stand den ganzen Tag für uns vor der Kamera und flog danach sofort zurück nach Honolulu. Die beiden waren einfach unglaublich.?

Ein Grund für den Stress, den sich die beiden für THE FOG ? NEBEL DES GRAUENS machten, war die Möglichkeit, mit einem Produzentenveteran wie David Foster zusammenzuarbeiten. ?David hat so viele große US-Filme geschaffen?, bemerkt Blair. ?Und er mag Schauspieler und genießt es, mit uns zusammen Zeit zu verbringen. Er war immer da und lud uns abends zum Essen ein, wenn wir am Ende des Tages müde waren. Und er kann die besten Geschichten erzählen.?

Am Set genoss Foster in der Tat den Ruf als famoser Erzähler von Hollywood-Anekdoten ? aus der Vergangenheit und der Gegenwart. ?David ist mit Abstand der beste Geschichtenerzähler, den ich kenne?, sagt Tom Welling. ?Er hat mir Anekdoten von jedem erzählt, über den ich etwas wissen wollte ? Steve McQueen, Warren Beatty, Harrison Ford, Peter Sellers, Robert Redford. Gute Geschichten, nette Geschichten. David ist darin sehr, sehr gut. Er sorgte dafür, dass es ein sehr angenehmes Set war.?

?David ist länger im Geschäft als die meisten von uns auf der Welt sind?, ergänzt Grace. ?Es war immer ein bisschen wie bei ?Onkel Fosters Märchenstunde?. Wir kamen alle zusammen, fragten ihn nach unseren Lieblingsschauspielern und Regisseuren, und dann fing er an zu erzählen. Es war eine sehr schöne Erfahrung.?

Während Foster seine Schauspieler und sein Filmteam mit Geschichten aus der Vergangenheit unterhielt, machte Wainwright Eindruck mit seinem Mut, sich an Filmgeschichte zu wagen. DeRay Davis, der die Rolle des Brett Spooner spielt, findet das Selbstbewusstsein des Regisseurs, einen Kultklassiker wie The Fog neu aufzulegen, ?gewaltig? und bemerkt, dass dieses Selbstvertrauen ein signifikanter Faktor für die Schauspieler war, sich ebenfalls von allen Zweifeln zu befreien. ?Mit Rupert auf dem Regiestuhl fühlte ich mich einfach besser?, sagt Davis. ?Er hat eine sehr angenehme Zone geschaffen.?

Selma Blair war ebenfalls von Wainwright beeindruckt ? und bedauerte es, dass sie wegen des engen Drehplans nicht in der Lage war, mehr Zeit mit ihrem Regisseur zu verbringen. ?Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit gehabt, Rupert besser kennen zu lernen?, sagt sie. ?Er ist einfach ein brillanter, sehr komischer Kerl. Er war immer sehr besorgt um unser Wohlbefinden. Und er hat sich stets absolut hervorragend vorbereitet.?

Darüber hinaus hat Wainwright der Schauspielerin eine wertvolle Lektion gegeben: ?Bevor wir mit den Dreharbeiten begannen, hat Rupert darauf bestanden, dass wir für unsere Figuren Biografien erfinden?, gibt Blair zu Protokoll. ?Ich habe das sowieso schon immer gemacht, aber vorher nie mit einem Regisseur darüber geredet. Aber Rupert hat meine Biografie kopiert und den anderen Schauspielern zum Lesen gegeben, damit jeder verstehen konnte, woher meine Figur kommt und wir somit alle auf dem gleichen Stand waren. Das hatte nur Vorteile, und das ist eine Technik, die ich immer wieder anwenden möchte.?

Was den Regisseur der Originalversion von THE FOG ? NEBEL DES GRAUENS betrifft, überließ Carpenter Wainwright voll und ganz das Zepter. ?Dies ist ein neuer Regisseur, der seine ganz eigene Sichtweise und seine Sensibilität mitbringt?, sagt Carpenter.

?Ich hätte sicher eine schwere Zeit gehabt, wenn ich ihm erklärt hätte, was er tun mußste oder wenn ich seiner Vision in die Quere gekommen wäre. Mein Zugang zum Filmemachen war immer der, dass der Regisseur einen Film dreht. Und dies war Ruperts Zeit. Er mußste bereit sein, sich den Stoff anzueignen, und genau das ist geschehen. Ich habe nie viel Zeit an den Sets anderer Regisseure verbracht, insofern war THE FOG ? NEBEL DES GRAUENS eine neue Erfahrung für mich. Aber es war ziemlich interessant, einen anderen Regisseur bei der Arbeit zu beobachten. Das hatte manchmal etwas von einem Déjà-vu. Ich stand auch schon mal an diesem Ort, aber unter anderen Umständen. Es hat einfach viel Spaß gemacht, zuzusehen.?

Carpenter fungierte bei den Dreharbeiten als Richtlinie, erinnert sich Grace. ?Wir fanden es toll, dass wir Johns Unterstützung und Präsenz am Set hatten?, sagt sie. ?Er half uns, die Stimmung der Geschichte und das Feeling für den Film zu finden. Wir hatten mit dem Original eine fantastische Vorlage, also mußsten wir keinen Blindflug antreten. Dennoch ist unsere Version ein völlig anderer Film.?

?John war stets als reine Inspiration vor Ort?, ergänzt Welling. ?Es hat Spaß gemacht, mit ihm zu reden. Ich meine, dieser Mann ist eine Ikone. Mit einem Mann, der so viel vollbracht hat, Zeit zu verbringen, war für mich einfach wunderbar." Carpenters Version von The Fog wurde seinerzeit mit einem sehr schmalen Budget und nur zwei Nebelmaschinen gedreht. ?Die neue Version nutzt dagegen die modernste Technik. Das Team des Special Effects Coordinators Bob Comer hatte zwischen 40 und 50 Nebelmaschinen verschiedener Größe und einen gewaltigen Container voller Equipment zur Verfügung, das wir überall mit hinnahmen, weil wir nie genau wussten, wann wir welches Teil brauchten?, sagt Carpenter.

Ironischerweise war es oftmals die alte Technik, die am besten funktionierte. ?Über einen Zeitraum von einem Monat testeten unsere Leute jede Menge sehr kompliziertes Equipment?, erinnert sich Comer. ?Aber wir stellten fest, dass die einfachsten Formen von Rauch am besten funktionierten. Wir haben Stickstoff- und CO2-Rauchmaschinen ausprobiert, aber am Ende haben wir die in die Ecke gestellt und wieder auf das altmodische Trockeneis, die Sperrholzkisten und Ventilatoren zurückgegriffen. Das sieht immer noch am besten aus.?

Der Nebelflüssigkeit war eine einfache Mischung aus Propylenglykol und Glyzerin, die so lange erhitzt wurde, bis sie sich atomisierte und in einen Nebel verwandelte. Danach wurde sie mit großen Ventilatoren über Trockeneisblöcke geblasen, um sie über Bodenflächen oder über Wasser zu bewegen oder ? im Fall des ?wütenden Nebels? ? durch eine Nebelpumpe. ?Wie haben alle möglichen verschiedenen Versionen von Nebel?, erklärt Wainwright.

?Der ?wütende Nebel? besteht aus zwei Männern mit leistungsstarken Nebelpumpen und aufgesetzten Scheinwerfern. Die pusten den Nebel aus den Pumpen und rennen auf dich zu. Der Nebel ist dann so dick, dass er richtig schwarz ist, aber von den Scheinwerfern im Inneren erhellt wird ? so sieht er aus wie eine Wolke, die auf dich zuschwebt und dich attackiert.?

?Dann haben wir den ?schleichenden Nebel??, fährt Wainwright fort. ?Der besteht aus Trockeneis, der mit Dampf vermischt wurde. ?Schleichender Nebel? kommt hinter einem Gebüsch hervor und kommt einen Hügel hinunter. Davon haben wir große Mengen erzeugt, die sich um alles legen ? ein Schlüsselaspekt der Szene. Wir haben diese großartige Aufnahme von Spooner, der auf Deck von Nicks Boot steht, während die Dinge schrecklich schief zu laufen scheinen. Die Kamera schwenkt herum, und der Nebel bewegt sich wie ein Ruderboot auf dem Wasser auf die ?Sea Grass? zu und beginnt, wie eine Schlange in das Schiff zu kriechen. Das ist ziemlich gruselig. Und besser als jeder computergenerierte Trick.?

Das soll jedoch nicht bedeuten, dass keine Computereffekte in dem Film benutzt wurden. CGI wurden immer dann eingesetzt, wenn man dem Nebel einen speziellen ?Charakter? verleihen mußste ? oder um die Beine der Effekt-Techniker bei den Aufnahmen des ?wütenden Nebels? zu entfernen. Aber in der Regel verließ sich Comers Team auf ihre eigenen Talente, mit denen die gewünschten Effekte erzielt wurden. Dabei baten sie stets die Special-Effects-Götter um ihre Hilfe.

?Außenaufnahmen mit künstlich erzeugtem Nebel sind sehr schwierig?, erläutert Comer, ?denn wenn es schon eine leichte Brise gibt, macht sie die Arbeit fast unmöglich, egal, wie gut du bist. Glücklicherweise waren uns die Götter die meiste Zeit gewogen. Die einzige schlechte Nacht war meines Wissens die, in der wir die Außenaufnahmen auf der ?Elizabeth Dane? drehten. Wir hatten Windgeschwindigkeiten von 60 km/h, strömenden Regen, die Zelte und das Equipment flogen einfach weg ? und wir sollten tiefliegenden Bodennebel herstellen. Das war eine ziemlich harte Nacht.?

Der Gebrauch von ?echtem? Nebel half auch den Schauspielern, sich besser in ihre Rollen zu finden. ?In etlichen Szenen, in denen der Nebel auf uns verwirrend oder desorientierend wirken sollte, war das tatsächlich auch der Fall?, erinnert sich Welling. ?Der Nebel verzerrte unsere Wahrnehmung, wir konnten nicht richtig sehen. Rupert hat damit eine einzigartige, mysteriöse Umgebung geschaffen.?

Und manchmal waren die Effekte am Drehort ebenso furchterregend wie im Film. ?Wir haben in der Dämmerung eine Szene auf dem Friedhof gedreht und es war überall um uns herum neblig?, sagt Welling. ?Und dann kamen Menschen mit wirklich gruseligem Make-up aus dem Wald oder liefen umher. Das war noch schauriger als im Drehbuch. Aber es half uns Schauspielern sicherlich, die Geschichte glaubhafter zu erzählen.?

Selma Blair stimmt ihm zu. ?In meiner ersten Nacht drehte ich die Szene, in der ich im Auto sitze und verzweifelt versuche, zu meinem Sohn Andy zu gelangen. Es war sehr dunkel draußen und der Nebel war sehr massiv und kräftig. Er umhüllte mich völlig, waberte um mich herum ? Das war meine erste Erfahrung damit und ich bekam Gänsehaut ? es war verdammt gruselig.?

Allerdings wurden die Gruselmomente bei den Dreharbeiten immer wieder mit unfreiwilligem Humor ausgeglichen. ?Einmal sollten die Special-Effects-Jungs mit den Nebelpumpen auf den Pick-up-Truck zurennen, den ich fuhr?, erinnert sich Welling. ?Sie kamen näher und näher ? es war sehr schaurig, sehr emotional. Dann hörte ich nur einen seltsamen, dumpfen Schlag. Einer der Nebeljungs konnte nicht sehen, wohin er lief und ist mir genau ins Auto gelaufen. Als wir gesehen haben, dass er sich nicht verletzt hatte, sind wir alle in Gelächter ausgebrochen. Und er war derjenige, der am lautesten lachte.?

Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto

Dirk Jasper FilmLexikon

© Fotos: Sony Pictures © 1994 - 2010 Dirk Jasper