Underworld: Evolution

Produktionsnotizen

Die Entwicklung einer Geschichte "Sie wollen wissen, womit ich mich auskenne? Ich kenne mich mit Krieg aus."

Zu Beginn von UNDERWORLD EVOLUTION mußs Selene versuchen, schlimme Erinnerungen zu verarbeiten. Die Erinnerung an das Massaker an ihrer Familie hat sie immer schon verfolgt. Aber jetzt, wo sie weiß, dass Vampirkönig Marcus sie auf dem Gewissen hat, liegt ihre Welt förmlich in Trümmern. Wie viele Werwölfe mußsten von ihrer Hand sterben, weil Selene glaubte, dass sie die Schuld trugen? Wie viele weitere hätte sie getötet, wenn Kraven dieses schändliche Geheimnis nicht offenbart hätte? Und wie viele weitere Leben werden noch vergeudet werden, bevor die Fehler der Vergangenheit ausgemerzt werden können?


?Zu Beginn des Films steht Selene auf ausgesprochen wackligen Beinen?, erklärt Kate Beckinsale, die in der Fortsetzung von Underworld (Underworld, 2003) erneut als Selene zu sehen ist. ?Alles was sie seit hunderten von Jahren für gegeben hingenommen hat, hat sich als Lüge herausgestellt. Sie hat viele Werwölfe aus einer Rache getötet, die nicht gerechtfertigt war. Und jetzt hat sie Viktor auf dem Gewissen und sich damit komplett aus dem Kreis der Vampire ausgeschlossen. Ihr letzter Verbündeter ist Michael, der selbst mit der Tatsache kämpft, dass er gerade zu einem Hybriden wurde.?

Selenes einzige Hoffnung liegt darin, Marcus, den letzten noch existierenden Ältesten, bei seiner Erweckung aufzuklären. Wenn auch er von Viktors und Kravens Betrug erfährt, wird er ihr sicherlich verzeihen, dass sie einen Ältesten getötet hat. Aber womit weder Selene noch sonst jemand gerechnet hat: Auch Marcus ist aufgrund des Blutes des Werwolfs Singe, das von Viktor vergossen wurde, zum Hybriden geworden. Da die anderen Ältesten Amelia und Viktor tot sind, gibt es niemanden mehr, der es mit seiner neuen, kraftvollen Macht aufnehmen könnte. Glaubt Marcus zumindest.

?Marcus ist extrem mächtig geworden und hat eindeutig Pläne, die seinen eigentlichen Rang weit übersteigen?, erklärt Tony Curran, der den größenwahnsinnigen Hybriden auf der Leinwand zum Leben erweckt. ?Er sieht sich selbst als gottgleiche Figur. Es gibt da einen Moment, an dem er sagt: ,Ein wahrer Gott hat keinen Vater.? Er hat diese wilde Idee in seinem Kopf, seinen Bruder William zu befreien, den ersten und bedeutendsten Werwolf, um mit ihm die Weltherrschaft zu übernehmen. Marcus ist eine ernst zu nehmende Bedrohung, weil der einzige andere Hybride, den es auf der Welt gibt, Michael ist. Kein anderer Vampir, Mensch oder Werwolf kann sich mit ihm messen. Sie hätten nicht den Hauch einer Chance.?

Kraven ist der erste, der die Bedrohung zu spüren bekommt, als er versucht, Marcus vor dessen vollständiger Erweckung zu töten. Stattdessen wird er zum Opfer: Als er seinen letzten Atemzug nimmt, rasen Kravens Erinnerungen durch Marcus. Dabei erfährt er vom Aufenthaltsort eines Anhängers, den einst Lucian an einer Kette trug. Nun besitzt Michael den Anhänger und Selene ist, ohne es selbst zu wissen, der Schlüssel dazu, wie er eingesetzt werden kann.

Selene und Michael wird der neue Terror in ihrer Mitte bewusst, als Marcus einen Angriff auf Michael startet: Er will ihn töten, um den Anhänger in seinen Besitz zu bringen. Damit offenbart Marcus, wie wertvoll der Anhänger ist, doch seine wahre Bedeutung bleibt weiterhin ein Geheimnis. Aber es gibt weiterhin etwas, das Marcus weiß, Selene aber nicht, nämlich, dass sie ?das letzte Stück des Puzzles ist?, erklärt Curran. ?Das starke Haus wurde von ihrem Vater errichtet, doch Viktor hat ihre Familie getötet, um dieses Geheimnis zu schützen und sicherzustellen, dass William niemals freikommt.? Nach Viktors Tod ist Selene die einzige, die weiß, wo William sich aufhält.

Selene und Michael überleben den ersten Kampf mit Marcus, aber weil der Sonnenaufgang kurz bevorsteht, bleibt ihnen nur wenig Zeit herauszufinden, was die wahre Bedeutung des Anhängers ist. Michael übernimmt die Kontrolle und findet einen sicheren Unterschlupf für Selene, wo er endlich seinen rechtmäßigen Platz neben ihr einnimmt. Jetzt ist er kein Opfer mehr, dessen Schicksal von Selenes heldenhaftem Einschreiten abhängt. Michael wird sich der eigenen Kräfte bewusst, der Rolle, die das Schicksal ihm zugeteilt hat ? und seiner Gefühle für Selene.

?Sie verlieben sich ineinander und er ist für sie da. Er unterstützt sie?, erklärt Scott Speedman, der erneut in der Rolle des Michael zu sehen ist. ?Er ist noch dabei herauszufinden, wer er ist, aber er ist kein Opfer mehr. Anstatt unbeteiligt daneben zu stehen, lediglich zu beobachten und zu reagieren, ist er mittlerweile ein deutlich dynamischerer Typ.? Die Entwicklung der Beziehung zwischen Selene und Michael beantwortet die Frage, die nach dem Erfolg von Underworld am häufigsten gestellt worden war.

?Meine Absicht war es, den ersten Film mit dem Beginn der Beziehung enden zu lassen?, gesteht Regisseur Len Wiseman. ?In der Geschichte von Lucian und seiner Vampir-Liebe steckte ein Romeo-und-Julia-Aspekt, der sich auch bei Michael und Selene finden lässt. Selene hasst Menschen, also hatte die Beziehung bis zum Schluss des Films nie eine wirkliche Chance. Am Ende konnte das Publikum aber spekulieren: ,Wird es eine Beziehung geben? Wie wird diese Beziehung aussehen? Wird sie anhalten??? Diese Fragen erhielten alsbald eine Relevanz, die weit über Selene und Michael hinausgingen, weil auch die Romanze zwischen Wiseman und Beckinsale ernst zu werden begann. Zwischen dem Original und der Fortsetzung fanden die beiden Zeit zu heiraten. Beckinsale saß mit einem Mal an der Quelle, was die Entwicklung ihrer Figur im neuen Film anbetrifft und konnte auch entsprechenden Input geben. ?Man hielt durchaus Rücksprache mit mir, was die Geschichte und den dramatischen Bogen meiner Figur anbetrifft?, erinnert sich Beckinsale.

Ihr und Wiseman war eine stärker ausgearbeitete Charakterentwicklung von Selene ein besonderes Anliegen, da sie den Eindruck hatten, dass man das beim ersten Film vernachlässigt hatte. ?Selene kam geheimnisvoller rüber, als wir das angestrebt hatten?, meint Beckinsale. ?Das war zwar cool und wirkte sehr heroisch, aber diesmal genossen wir die Gelegenheit, ein paar weitere Seiten von ihr zeigen zu können. Diesmal kämpft sie wirklich ihren eigenen Kampf. Ihr ist viel klarer, warum sie kämpfen mußs ? und das macht sie leidenschaftlicher. Und was sich zwischen ihr und Michael abspielt, macht sie auch viel verletzlicher.?

Wiseman fügt hinzu: ?Sie kommt viel stärker mit ihrer menschlichen Seite in Berührung. Sie hat diesen kühlen Killer-Roboter-Modus zurückgelassen. Es war sehr aufregend, andere Seiten von ihr zu Gesicht zu bekommen.? Im Schutz der Nacht suchen Selene und Michael einen gewissen Adrian Tanis auf, den Historiker des Vampirstaats, der die enigmatische Vergangenheit des Anhängers erklären kann. Verbannt, weil er angeblich bösartige Gerüchte verbreitet hatte, verbringt Tanis seine Zeit im Exil damit, mit orgiastischer Lust Blut zu vergießen oder Waffen an die Werwölfe zu verkaufen.

Weil seine Deckung aufgeflogen und seine Arbeit für beide Seiten aufgedeckt ist, erkennt Tanis, dass er den bohrenden Fragen von Selene nur wenig entgegenzusetzen hat. ?Sie sind an Informationen interessiert, und ich bin interessiert daran zu überleben?, erklärt Steven Mackintosh, der die Rolle des Tanis übernahm. ?Das ist also der Deal. Selene ist ziemlich Respekt einflößend, also bleibt mir nichts anderes übrig als auszupacken. Der Anhänger ist der Schlüssel zu der Zelle von Marcus? Zwillingsbruder. Wo genau sie zu finden ist, ist tief in Selenes Erinnerungen versteckt. Außerdem war der erste Unsterbliche nicht Viktor, wie immer behauptet wurde, sondern der Vater von Marcus, Alexander Corvinus.?

Für die klassische Königswürde, die Corvinus ausstrahlt, fand man einen entsprechend legendären Patriarchen des Schauspiels, Sir Derek Jacobi. ?Ja, es ist wahr?, schmunzelt Jacobi. ?Ich befürchte, ich bin der Daddy von alldem, was man da sieht. Ich trage Verantwortung für die ganze Angelegenheit.? Als Edelmann des sechsten Jahrhunderts überlebte Corvinus eine verheerende Pestplage, die allerdings seine Gene mutieren ließen und ihn zum ersten Unsterblichen machten.

Später hatte er drei Söhne: Marcus, der von einer Fledermaus gebissen wurde; William, der von einem Werwolf gebissen wurde; und ein dritter, der den einsamen Pfad der Sterblichkeit einschlug. Als Nachfahre dieses letzten Sohns blieb Michael reinblütig, bis ein Werwolf sein Schicksal veränderte. Sein genetischer Code verhinderte es allerdings, dass er an dem Biss zu Grunde ging. Das ist der Grund, dass auch Selene ihn später nach einer gewalttätigen Auseinandersetzung mit Viktor beißen und damit den ersten Hybriden der Geschichte schaffen konnte.

Es war eine bewusste Entscheidung von Regisseur Wiseman, die altbekannten Mythen stärker auf wissenschaftliche Beine zu stellen. ?Ich bin kein großer Fan der älteren Filme und Legenden?, gibt er zu Protokoll. ?Ich stehe nicht auf religiöse Vampire, denen man einfach ein Kreuz entgegenreckt und die dann aus Furcht zurückschrecken. Für mich sind das Fantasy-Vampire. In meiner Welt gibt es ,reale? Vampire, die wissenschaftlich erklärbar sind. Es geht um eine seltene Blutkrankheit, eine Pest ? und nicht um irgendetwas weit Hergeholtes oder Fantastisches. Ich wollte einen anderen Blick auf Vampire und Werwölfe werfen. Deshalb ist Underworld mehr ein geradliniger Actionfilm, der eher zufällig von Kreaturen aus Horrorfilmen bevölkert wird.?

Mit dieser Sichtweise war es auch möglich, komplexere Emotionen zu vermitteln. So ist es möglich, dass jemand wie Corvinus, der damit leben mußs, die Welt mit einem fürchterlichen Fluch überzogen zu haben, nicht in der Lage war, seine beiden Monstersöhne zu töten und damit die beiden Blutlinien zu zerstören, bevor sie überhaupt eine Gelegenheit hatten, sich zu entfalten und zu entwickeln. Stattdessen, erklärt Jacobi, fällte er die Entscheidung, ?den Krieg zu beschränken, das Durcheinander aufzuräumen und zu versuchen, die Geschichte seiner Familie zu verstecken.?

Das bedeutet auch, dass Viktor, der von Bill Nighy in einer Rückblendensequenz gespielt wird, mit der der Film beginnt, nichts mehr als ein Thronräuber war. ?Ich war der Erste?, behauptet Tony Curran von Marcus. ?Aber das heißt nicht, dass ich der Mächtigste war. Ich war ein arroganter junger Vampir; Viktor war ein mächtiger Mensch und als er zum Vampir wurde, übernahm er die Führung, weil er älter und erfahrener war.? Viktor benutzte seine Macht, um einen Krieg gegen die Werwölfe zu beginnen, die zu dieser Zeit weitaus zerstörerischer und weniger kontrollierbar waren als ihre späteren Abkömmlinge.

Fragt sich nur, warum Viktor seine Konkurrenten Marcus und William nicht einfach tötete? Viktor glaubte an den Mythos, dass auch alle Nachfahren der beiden Brüder sterben müssten, wenn man sie zerstörte. Also setzte er den Krieg fort. Um sich seine Macht zu bewahren, verhinderte er, dass die beiden Blutlinien miteinander gekreuzt wurden ? auch wenn das bedeutete, die eigene Tochter zu opfern. dass Corvinus stets bereit war, hinter dem despotischen Vampir aufzuräumen, passte Viktor bestens in den Kram.

Corvinus wurde auf diese Weise ebenso ein Gefangener wie sein Werwolf-Sohn, verdammt dazu, den Globus in einem gewaltigen, geheimen Schiff zu bereisen, von dem aus er all die Aktivitäten auf der Erde beobachten und notfalls seine Armee von ?Aufräumern? losschicken kann, um jegliche Beweise für eine übernatürliche Welt zu beseitigen. ?Dieses Schiff ist mit dem Kontrollzentrum der NASA zu vergleichen?, meint Jacobi. ?Es ist der Mittelpunkt der Vampir-Werwolf-Welt, von dem aus Alexander ein Auge auf alle Ereignisse werfen kann. Er kann alles in Zaum halten, damit die Dinge niemals wirklich außer Hand geraten.?

Aber Corvinus? Bemühungen können nicht ewig gut gehen. ?Die Dinge laufen aus dem Ruder, und seine Macht gerät in Gefahr.? Weil er Selene und den Schlüssel zur Zelle seines Bruders finden will, sucht auch Marcus Tanis auf, aber er ist weitaus weniger großzügig und nachsichtig als Selene es war. Bevor er ihn endgültig beseitigt, saugt Marcus alle Erinnerungen aus Tanis heraus und macht sich danach auf die Suche nach Selene, den Schlüssel und den eigenen Vater.

Als Selene und Michael das Schiff von Corvinus ausfindig machen, ist ihnen Marcus bereits auf den Fersen. Marcus tötet zunächst Michael: Er spießt ihn an dem Dock auf, an dem das Schiff festgemacht ist. Selene ist sich sicher, dass die Verletzung tödlich ist und bricht vor Trauer und Wut in Tränen aus. Im folgenden Kampf kann sie allerdings nicht verhindern, dass sie Marcus mit ihren Erinnerungen füttert und damit den Ort von Williams Gefängnis verrät.

Marcus? Selbstvertrauen und Arroganz sind größer denn je und so wagt er es, dem eigenen Vater gegenüberzutreten. Doch der lehnt die monströse Präsenz seines Sohnes voll und ganz ab. Marcus reißt den Vater in Stücke und lässt ihn sterbend zurück. Dies erweist sich als fataler Fehler: Der schwerstverletzte Corvinus überträgt all seine Kraft auf Selene, in der Hoffnung, sinnloses Blutvergießen zu vermeiden.

Als seinen vermeintlich letzten Akt zerstört Corvinus das eigene Schiff. Derek Jacobi weist jedoch darauf hin: ?Obwohl man sieht, wie ich mit einem ekstatischen Gesichtausdruck aus dem Leben scheide, bleibt es ein Geheimnis, wo genau ich hin entschwinde.?

In der Zwischenzeit hat Marcus mit dem Schlüssel in der Hand die Zelle seines Bruders gefunden. Er steckt den Schlüssel in das komplexe Schloss und löst damit die Hölle auf Erden aus. Doch Corvinus? Aufräumtrupp und Selene sind ihm auf der Spur. Eine apokalyptische Schlacht bricht los. Wie vorausgesagt wurde, erhebt sich ein Bruder aus der Asche: Doch es ist Michael!

Unsere Helden haben nur wenig Zeit, sich über die Wiedervereinigung zu freuen. William und Marcus haben es immer noch auf den Sieg abgesehen. In einer letzten Auseinandersetzung wird William von Michaels Klauen getötet und von Marcus bleibt nichts übrig als ein Tornado aus Fleisch und Blut. Das Tageslicht naht. Doch zur Überraschung der Sieger kann es Selene keinen Schaden mehr zufügen. ?600 Sommer. 600 Herbste. 35 Generationen von Menschen. Und schließlich, da ist sie wieder... die Sonne.?

Über die Produktion - Die Entwicklung eines Looks Nachdem sich Underworld zum Überraschungserfolg des Jahres 2003/2004 entwickelte und bereits vor seiner Veröffentlichung auf DVD ein Fünffaches seines Budgets einspielte, drängte Lakeshore Entertainment sofort auf eine Fortsetzung. dass der Erfolg vor allem auf positive Mundpropaganda zurückzuführen war, hatte alle Beteiligten überrascht ? auch und vor allem Regisseur Len Wiseman, der sich auf einmal mit einer Heerschar von Fans konfrontiert sah, die wissen wollten, wie die Geschichte von Selene weitergeht.

Das war eine ?eigenartige Erfahrung?, gesteht Wiseman, dieser ?Druck, die Fans zufriedenzustellen?. Dennoch freundete er sich schnell mit der Idee an, bereits etablierte Figuren und Themen erneut aufzugreifen und mit vielen der Darsteller und Crewmitglieder von Underworld erneut zu arbeiten. ?Der Vorgang, zurück zu gehen und wieder in etwas Bekanntes einzusteigen?, erklärt der Regisseur, ?war ein bisschen, als würde man die Highschool oder das Sommercamp erneut besuchen: Man ist wieder mit Freunden zusammen.?

Produzent David Coatsworth fügt hinzu: ?Mit einer Fortsetzung sind immer hohe Erwartungen verbunden. Man hat die Verpflichtung, alles größer und besser zu machen. Das empfanden wir als unser Mandat.? Es half natürlich, dass das Budget diesmal höher war, obwohl nicht in der Höhe, wie er sagt, ?wie man sie von üblichen Hollywood-Blockbustern kennt. Die größte Herausforderung war eine kreative: Wir mußsten den richtigen Look hinkriegen, die richtige Action. Und wir mußsten den intelligentesten Weg finden, das im Rahmen unserer Möglichkeiten umzusetzen.?

Die erste Entscheidung war, sich von dem blaustichigen, unterirdischen Monochrom des ersten Films zu verabschieden und eine neue visuelle Richtung einzuschlagen sowie eine neue Textur zu finden. ?Der Film ist etwas farbiger, das aber in unterschiedlichen Umgebungen?, sagt Wiseman. ?Underworld war außerdem sehr urban und irgendwie klaustrophobisch. Im neuen Film öffnen wir diese Welt. Der Film ist immer in Bewegung. Er spielt draußen. Er ist in den Bergen angesiedelt. Ich wollte nicht noch einmal denselben Film drehen.?

Die zweite Entscheidung war, den Film nicht in Budapest zu drehen, wo Underworld entstand, sondern im kanadischen Vancouver. Wiseman und Beckinsale war es nicht nur aus Familiengründen wichtig, nicht so weit von Los Angeles entfernt zu sein, die Drehorte des neuen Films waren auch deutlich ländlicher. Ein Großteil der Geschichte von UNDERWORLD EVOLUTION entfaltet sich in großer Höhe in Bergwäldern und Regionen, die nahe an der Küste liegen. Alles sprach also für Vancouver, eine Hafenstadt, die von dicht bewaldeten Küstenbergen umsäumt und mit dem Flugzeug leicht von Los Angeles zu erreichen ist. Außerdem steht sie im Ruf, über ausgezeichnete Filmcrews zu verfügen.

Perfekt war die Situation allerdings nicht. Weil man nicht auf die unverkennbare europäische Architektur zurückgreifen konnte, mußsten die Sets von Grund auf neu errichtet werden. Aber Einschränkungen können die Kreativität auf ungewöhnliche Weise beflügeln, wie Szenenbildner Patrick Tatopoulos anmerkt. Weil das Drehbuch nach einem altertümlichen Kloster verlangte, wie man es in der Umgebung von Vancouver definitiv nicht finden wird, baute Tatopoulos einfach eines in ein Bergmassiv.

?Für den Außenanblick entwarf ich ein Kreuz, das ich in den Fels rammte, während der Rest des Klosters sich innerhalb des Berges verbirgt?, sagt Tatopoulos. ?Manchmal hat man einfach nicht genügend Geld. Dann mußs man sich etwas anderes einfallen lassen. Oft erweist sich das als bessere Alternative. Das Kloster sah nämlich verdammt cool aus.? Tatopoulos, der für Underworld lediglich die Kreaturen entworfen hatte, übernahm diesmal die komplette Ausstattung, eine Aufgabe, die sich völlig organisch aus seiner Zusammenarbeit mit Regisseur Len Wiseman ergab, der ursprünglich vom Produktionsdesign kommt und über einschlägige Erfahrung im Bereich von Kulissen und visuellen Effekten verfügt.

?Len und ich arbeiten absolut reibungslos miteinander?, sagt Tatopoulos. ?Außerdem erkennt man einen guten Szenenbildner immer daran, dass er nicht seine eigene Vision realisiert. Er ist da, die Vision des Regisseurs umzusetzen. Und Len gehört definitiv zu den Jungs, die großen Einfluss auf den Look ihrer Filme nehmen ? vermutlich, weil das ursprünglich sein Fach war. Also lieferte Len ein paar grobe Skizzen ab und als er merkte, dass ich seine Ideen verstand, wurde er merklich lockerer. Wir sprachen dieselbe Sprache und das war die Grundlage für sehr entspannte Arbeit.?

Wisemans visuelle Scharfsinnigkeit beeindruckte auch den ausführenden Produzenten David Coatsworth, der mit großer Zufriedenheit anmerkt: ?Ziemlich zu Beginn stellten wir ein paar Szenen neu zusammen und der Autor fragte Len, ob er sich die neuen Seiten bereits angesehen hätte und er mit den Änderungen zufrieden wäre. Und Len antwortete: ,Kann ich nicht sagen, ich habe sie noch nicht gezeichnet.? Das war ein vielsagender Einblick in seinen Arbeitsstil. So funktioniert sein Verstand: Natürlich liest er, was im Drehbuch steht, aber er drückt sich in erster Linie durch Zeichnungen aus. Viele der Szenen illustrierte er eigenhändig, dann gab er die groben Storyboards weiter an die Illustratoren. Worte bedeuten ihm nicht allzu viel.?

?Der Junge ist ein Weltenbauer?, erläutert Produzent Gary Lucchesi. ?Er ist ungewöhnlich talentiert. Und er weiß, was er tut. Es gibt nur wenige Regisseure, die wirklich verstehen, wie man Live-Action mit visuellen Effekten kombiniert, die wirklich beide Medien aus dem Effeff beherrschen. Len kennt sich damit aus, es ist Teil seiner DNS.? Wisemans Design-Ursprünge waren der Grund, warum er bei kreativen Herausforderungen oftmals auf komplexe CGI-Effekte verzichtete. Er bevorzugt In-Kamera-Techniken wie Stuntarbeit und Modellbau. ?Len ist ein großer Fan praktischer Techniken?, weiß Tatopoulos.

?Die praktische Umsetzung ist zeitaufwändiger. Der Regisseur ist viel stärker gefragt. In vielerlei Hinsicht ist sie die schmerzhaftere Technik. CGI ist oft einfacher, aber es ist wichtig, so viel wie möglich mit praktischen Techniken umzusetzen. Das ist glaubwürdiger. Selbst wenn ein gewisser Aspekt der Szene im Anschluss mit CGI nachbearbeitet werden sollte, stellten wir sicher, dass wir etwas Vorzeigbares aufgenommen hatten. So sind zum Beispiel die Flügel einer Fledermaus im Computer entstanden, aber die Figur selbst stammt aus der Make-up-Abteilung. Da hat man etwas Greifbares, an das man glauben kann. Als Zuschauer schenkt man den CGI-Aspekten dann weniger Aufmerksamkeit. Wenn man perfekt versteht, wie die eine Technik die andere unterstützt, dann hat man großartiges Teamwork, dann kann man etwas auf Film umzusetzen, das besser aussieht, als hätte man nur eine der Techniken benutzt.?

Diese Idee einer singulären Vision, die man gemeinschaftlich umsetzt, spiegelt sich auch in der Arbeit Wisemans mit seinen Schauspielern wider. ?Er ist wunderbar?, sagt Sir Derek Jacobi. ?Er hat ein fantastisches Auge. Er weiß genau, was er will. Er ist sehr genau, sehr akribisch. Er ist ausgesprochen komplex, aber er geht sehr geradlinig mit seinen Schauspielern um. Er ist keiner dieser diktatorischen Regisseure, die sich an ihren eigenen Neurosen aufhängen. Len gehört zur Gang, er ist der Anführer des Rudels.?

Scott Speedman sieht es genauso: ?Es war ziemlich beeindruckend mitzuerleben, wie er bei der Arbeit an diesem Film gewachsen ist. Ich bin fest davon überzeugt, dass er noch Großes leisten wird. Er ist ausgesprochen talentiert. Er ist mehr als großzügig und man kommt spielend mit ihm aus. Er ist kein Arschkriecher. Er schmiert dir keinen Honig um den Mund und erzählt dir ohne Grund, dass deine Arbeit toll ist.?

Hinter der Kamera fand Wiseman mit Kameramann Simon Duggan, der gerade an I, Robot (I, Robot, 2004) gearbeitet hatte, einen perfekten Mitstreiter. Was Duggan bei der Arbeit an UNDERWORLD EVOLUTION so interessant und befreiend fand, war die Tatsache, dass eigentlich überhaupt nicht bei Tageslicht gefilmt wurde: ?Weil es sich um einen Film über Vampire und Werwölfe handelt, ist das komplette Ausleuchtungs- und Drehortszenario auf Filmarbeiten während der Nacht und kurz vor Sonnenaufgang ausgerichtet. Man mußs sich also keinen Kopf über den Dreh bei Sonnenlicht machen. Das gibt einem Kameramann eine ziemlich große Bandbreite, was man mit dem Licht anstellen und wie man die Drehorte so schön aussehen lassen kann, wie man will.?

Der Dreh in ländlichen Locations trug zu dem ?visuellen Fest? bei, obwohl sich einer der Schlüsseldrehorte als unerwartetes Problem erwies. Für das mittelalterliche Dorf, in dem der Film beginnt, brauchte man große Mengen an Schnee, was in den hohen Bergen von Vancouver eigentlich nie ein Problem darstellt. Aber ausgerechnet dieser Winter war ungewöhnlich trocken: Es lag fast überhaupt kein Schnee. ?Wenn man eine Winterszene entwirft, ist falscher Schnee eines der teuersten Elemente?, sagt Produzent David Coatsworth.

?Während des kompletten Aufbaus des Dorfs gab es so gut wie keinen Schnee. Drei Tage, bevor wir mit dem Dreh begannen, schneite es etwa 72 Stunden lang ohne Unterlass. Wir hatten für unsere Aufnahmen mehr Schnee, als wir es uns je hätten träumen lassen. 24 Stunden nach Abschluss des Drehs kam ein warmer Wind direkt aus Hawaii und schmolz den kompletten Schnee auf den Bergen. Wir hatten ein perfektes Fenster von ungefähr zehn Tagen, in dem wir aus dem Vollen schöpfen konnten. Da liegt so viel Schnee, dass es aussieht, als ob wir ihn auf einem Studiogelände angehäuft hätten. Das lief absolut brillant ab.?

Duggan war ebenso angetan von den Resultaten. ?Es war einfach fantastisch, diese mittelalterliche Schlachtszene mit Pferden und Werwölfen und schwarzen Rüstungen. Visuell gab das wahnsinnig viel her, mit Schneefall bei Nacht und viel Blut und lodernden Feuern. Eine wirklich schöne Szene.?

Die Entwicklung der Stuntarbeit Diese Schlacht war auch eine der etwas schwierigeren Szenen für die Stuntabteilung. Mit den Worten von Stuntkoordinator Brad Martin gesprochen, war die Szene mit ihren vielen Pferden, Schauspielern und Stuntleuten, die sich in ein Meter fünfzig tiefem Schnee beharkten, ?pures Chaos?. Aber die Probleme der Abteilung hätten noch viel größer sein können, hätte Pferdetrainer Danny Virtue nicht die Geistesgegenwart besessen, die Pferde vor dem Dreh mit den Werwolf-Darstellern vertraut zu machen.

?Danny mußste die Werwölfe mit ihren Köpfen im Vorfeld zu den Pferden bringen?, erklärt Martin. ?Andernfalls wären die Tiere am Drehtag völlig ausgeflippt.? Martin gibt aber auch zu, dass es die Pferde im Vergleich zu einigen der Schauspieler relativ leicht hatten. ?Kate hing während der meisten Zeit des Drehs an Drähten und befand sich in einer ausgesprochen unbequemen Lage?, weiß Martin.

?Ich kann mich an eine Nacht erinnern, da waren wir um Mitternacht im Dachsparren, um die Szene zu drehen, in der Marcus Michael auf dem Dock aufspießt. Kate war an ihren Gelenken und ihrer Hüfte aufgehängt und versuchte, in dieser unangenehmen Position eine halbwegs bequeme Stellung zu finden. Das war eine miese Situation. Aber sie zog die Sache durch und sah obendrein noch großartig dabei aus.?

?Da gab es noch so eine fabelhafte Sache, die wir gemacht haben?, fährt Martin fort. ?Das war mit Scott in der gleichen Dock-Sequenz, wenn Michael von Marcus hochgehoben wird: Er schleudert ihn weg, Michael macht einen Vorwärtssalto, landet auf dem Dock und wird dort von einem abgebrochenen Pfahl aufgespießt. Wir statteten Scotts Brust mit Blutbeuteln aus. In dem Moment, in dem er aufgespießt wird, ließen wir die Beutel platzen. Das sah toll aus. Der Salto sah irre aus. Scott ist sehr talentiert.?

Das Gelingen dieser Szenen schreibt Martin Jim Curchman zu, der das Team mit einem Computer gesteuerten Windensystem vertraut machte. Jeder Stunt wurde in einen Computer gespeist, der die Geschwindigkeit und Bewegungsabfolge ausrechnete, damit der Stunt stets unter perfekter Kontrolle durchgeführt werden konnte. Wenn der Stunt erst einmal programmiert war und die persönlichen Angaben des jeweiligen Schauspielers oder Stuntman eingegeben waren, konnte er endlos oft mit höchster Präzision wiederholt werden.

?Es war also sehr sicher und sehr einfach, Kate oder Scott an den Drähten aufzuhängen?, berichtet Martin. ?Wir mußsten nur die Anfangs- und Endmarke sowie die Geschwindigkeit einprogrammieren und konnten dann alle möglichen und unmöglichen Dinge anstellen.?

Eine weitere Innovation der technischen Abteilung sah aus, wie David Coatsworth sagt, ?wie eine Mischung aus einem Rollstuhl auf vier Rädern und einem Hotrod. Das benutzten wir, um die Kamera durch sehr enge Räume navigieren zu können. In unserem Fall war das ein ausgesprochen niedriger und schwer erreichbarer Korridor, in dem wir einen Creature-Kampf hatten. Unsere Trapez-Jungs bastelten ein paar brillante Takelagen, mit denen wir die Creatures, Selene und Scott umher bewegen konnten. In dieser Hinsicht haben wir absolutes Neuland beschritten.?

Obwohl die Besetzung ihren Teil der anspruchsvollen Stuntarbeit genoss, waren die Schauspieler doch dankbar, dass die Stuntleute bei den schwierigeren Stunts selbst Hand anlegten. ?Die Spezialeffekt-Jungs sind so clever und so gut, dass wir uns immer perfekt beschützt fühlten?, lobt Derek Jacobi. ?Es waren die Stuntleute, die die Blessuren davon trugen. Ich bin froh mitteilen zu können, dass sie ein nettes Double fanden, das genauso aussieht wie ich. Ich hoffe also, dass alle meine Freunde denken werden, dass sie da mich auf der Leinwand sehen. Ich werde ihnen diese Illusion sicherlich nicht rauben.?

Kate Beckinsale sieht das ähnlich. ?Ich hatte ein fantastisches Stuntdouble, das einige erschreckende Dinge tat, die ich niemals auch nur im Entferntesten freiwillig mit mir hätte anstellen lassen?, lacht die Schauspielerin. ?Und selbst wenn ich es gewollt hätte, man hätte es mir niemals erlaubt. Ich meine, die sprang von Klippen und ich weiß nicht was. Wenn es sicher genug war und die Versicherung mitspielte, dann konnte ich das versuchen, aber Len war diesmal etwas zurückhaltender als beim ersten Film, vermutlich weil wir mittlerweile miteinander verheiratet sind. Wenn man seine Frau dann von einer Klippe stößt, sieht das vielleicht nicht ganz so gut aus.?

Beckinsale ist immer noch beeindruckt davon, den körperlichen Ansprüchen der Rolle gerecht geworden zu sein. ?Ich war kein übermäßig athletisches Kind?, erinnert sie sich. ?Ich war immer eher eine Tänzerin. Ich hatte kein großes Vertrauen darin, jemanden zu schlagen oder von einem Gebäude zu springen. Beim ersten Film war ich sprichwörtlich der Fisch, den man aus dem vertrauten Gewässer in ein neues warf. Dafür durchlief ich drei Monate lang ein sehr intensives Training. Und dann wurde ich immer freundlich daran erinnert, dass ich nicht bei Peter Pan mitspielen würde und härter aussehen sollte. Mittlerweile ist mir das in Fleisch und Blut übergegangen.?

Sie meint weiter: ?Diesmal hat es richtig Spaß gemacht. Len und ich wollten etwas von der Ballerei wegkommen und mehr unmittelbare Handkämpfe zeigen, bei denen es zur Sache geht, die dreckig und hässlich sind. Es war sehr gut, das zu trainieren, und festzustellen, dass ich die körperlichen Voraussetzungen dafür mitbrachte. dass ich tatsächlich richtig zuschlagen kann, überrascht mich. Das habe ich Len und dem Stuntteam zu verdanken.?

Was die Schauspielerin ebenfalls verblüffte, war ihr selbstverständlicher Umgang mit Feuerwaffen. ?Diesmal mußste ich viel mehr mit automatischen Maschinenpistolen hantieren. Ich war doch ziemlich überrascht, dass mir das sehr leicht fiel, wenn man bedenkt, dass ich bei meinem Leben im britischen Chiswick niemals auch nur zwei Meter in die Nähe von Feuerwaffen gekommen war. Ich bin nervöser, wenn man mir sagt, ich solle in High-Heels eine Treppe hinauflaufen und dabei nicht aussehen wie ein Mädchen. Davor habe ich mehr Angst?, lacht sie.

Produzent Gary Lucchesi stimmt zu, dass die laufende, springende und zuschlagende Kate Beckinsale in UNDERWORLD EVOLUTION als Actionheldin noch beeindruckender auftritt als im ersten Film. ?In diesem Film ist sie besser, weil sie bei den Kampfszenen viel entspannter ist?, sagt Lucchesi. ?Und natürlich ist sie eine überwältigende dramatische Schauspielerin. Es würde mich nicht überraschen, wenn sie eines Tages einen Oscar® als beste Schauspielerin gewinnen würde. Sie ist die perfekte Kombination.?

Der Produzent ist überzeugt, dass sie das Fundament ist, auf der die Underworld-Filme gedeihen. ?Man will immer, dass die Fortsetzung besser ist als der erste Film?, meint Lucchesi. ?Man will selbstsicherer sein, mehr Stil, mehr visuelle Effekte, mehr Atmosphäre haben. Wir hatten das große Glück, eine Schauspielerin in der Hauptrolle verpflichtet zu haben, die auch dramatisch einiges hergibt. Das half ungemein.?

Beckinsale findet indes, dass ihr Ko-Star ebenso viel Lob verdient hat. ?Speedman ist dieser seelenvolle, unglaublich zähe Typ ? und im wahren Leben auch für jeden Unsinn zu haben?, meint sie. ?Dann ist da Tony Curran, der völlig durchgedreht ist und einen tollen Sinn für Humor hat. Es war wunderbar, Derek mit an Bord gehabt zu haben, weil wir unbedingt jemand brauchten, der weise ist, bei dem sich unter der Oberfläche viel abspielt ? eine sensible, mächtige, interessante Person. Und er ist hinreißend am Set. Steven Mackintosh, der als Tanis zu sehen ist, ist ein brillant talentierter Schauspieler.?

Die Entwicklung der Figuren Besetzung und Crew sind allerdings der Meinung, dass das Gelingen eines Films über Vampire und Werwölfe großteils von den Talenten der Spezialeffekt-Make-up-Künstler abhängig ist, die den Kreaturen Leben einhauchen. Auch hier stand Szenenbildner Patrick Tatopoulis im Mittelpunkt des Geschehens. Er hatte sich die Monster des ersten Films ausgedacht. Also war es ausgemachte Sache, dass er seine Arbeit beim zweiten Film fortsetzen würde, um das Original übertrumpfen zu können.

Tatopoulos sagt: ?Wir waren beim ersten Film nicht vollständig zufrieden mit den Designs der Werwölfe. Ihr Hals war zu steif, weshalb sich die Schauspieler nicht so gut bewegen konnten, wie wir uns das gewünscht hätten. Aber wenn wir den Hals weicher gestalteten, um mehr Bewegung zuzulassen, dann fiel das Design förmlich in sich zusammen. Diesmal wurde der Hals also nicht geformt, sondern fabriziert. Aber wenn man Dinge fabriziert, kann man keine Haut zeigen, also bedeckten wir die Entwürfe mit Haar. Das ist der Grund, warum die Wölfe diesmal deutlich behaarter sind.?

Ein anderes Problem mit den Werwölfen des ersten Films war, wie Tatopoulos? rechte Hand, Guy Himber, Leiter der Spezialeffekt-Make-up-Abteilung, verrät, ?dass wir einen ziemlich kleinen Pfotenabdruck entworfen hatten, der ziemlich gut aussah, den Werwolf-Darstellern aber keine optimale Plattform zum Laufen gegeben hatte. Bei diesem Film konnten wir Patrick und Len zu einer größeren Pfote überreden, die den Werwölfen etwas mehr Federung und mehr Stabilität erlaubte. Die Beinverlängerungen sind diesmal ebenfalls ziemlich beeindruckend. Die Jungs können prima damit laufen. Sie können auf einem Bein stehen und allerhand verrückte Dinge anstellen, die sie beim ersten Film noch nicht machen konnten.?

Durch die Beinverlängerungen werden die Schauspieler automatisch etwa 30 Zentimeter größer. ?All die Werwolf-Darsteller sind etwa zwei Meter groß oder sogar noch größer?, sagt Himber. ?Mit den Verlängerungen messen sie dann etwa zwei Meter dreißig. Manchmal kauern sie. Aber selbst, wenn sie kauern, mußs man als normal gebauter Mensch immer noch zu ihnen aufsehen.?

Die Wolfköpfe boten eine weitere ausgezeichnete Gelegenheit für Experimente. ?Der Wolfkopf?, sagt Himber, ?ist ein Stück Animatronik mit Motoren, mit denen sich die Brauen, die Augen, der Kiefer, die Lippen bewegen lassen. Der Wolf kann also zwinkern oder die Zähne fletschen. Wir hatten drei Jungs mit Fernbedienungen, die die Animatronik steuerten, sowie den Darsteller im Kostüm. Wir bauten ein Kommunikationssystem ein, sodass der Chef-Puppenspieler ihm die entsprechenden Anweisungen geben konnte ? und wir die Arbeit aller Beteiligten koordinieren konnten.?

Am stolzesten ist Tatopoulos jedoch auf die Hybrid-Flügel von Marcus, die vom Team liebevoll ?chicken wings? getauft wurden. ?Wenn man einen Typen hat, dem den kompletten Film über Flügel auf dem Rücken auf und ab wippen, dann sieht das nur zu leicht falsch aus?, erzählt Tatopoulos. ?Also dachte ich mir: ,Warum falten wir die Flügel nicht einfach in seinen Torso zurück?? Auf diese Weise hätten wir eine Figur, die eindeutig eleganter und interessanter ist. Wenn er sich dann in dieses Fledermauswesen verwandelt, kommen die Flügel einfach aus seinem Rücken heraus.?

Wie stellt man es an, etwa zwei Meter fünfzig breite Flügel realistisch in einen Torso zu falten? Tatopoulos orientierte sich an Schmetterlingen, die aus ihrem Kokon schlüpfen. ?Er entfaltet seine Flügel, indem er Blut in sie pumpt, indem er sie aufpumpt?, sagt er. ?Es gibt also durchaus einen realistischen Hintergrund für dieses Design ? es war nicht einfach nur eine Fantasie... Das fand ich am coolsten daran.?

Cool vielleicht für Tatopoulos, aber nicht für die Schauspieler. Der Werwolf-Anzug wog beispielsweise etwa 15 Kilo, der Kopf weitere fünf bis sieben Kilo, und jede Beinverlängerung jeweils etwa drei bis vier Kilo. Produzent David Coatsworth war sich bewusst, mit welchen Schwierigkeiten die Darsteller konfrontiert waren und ist voll des Lobes für ihre Anstrengungen. ?Wir hatten wirklich das große Glück, mit einigen der besten Leute im Geschäft arbeiten zu können?, sagt er.

?Wenn wir etwas brauchten, dann bekamen wir das auch. Besser hätte es nicht laufen können. Was diese Jungs geleistet haben, war sehr, sehr schwierig. Man mußs in ausgezeichneter körperlicher Verfassung sein. Egal, wie bequem sie es sich in ihren Kostümen einzurichten versuchten, mußsten sie dennoch Gel anbringen, um überhaupt in sie schlüpfen zu können. Und dann arbeiteten sie entweder bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt oder in überheizten Studios und Tanks voll heißem Wasser und so weiter. Es gibt keinen angenehmen Aspekt an ihrer Arbeit. Obendrein mußsten sie noch Performances abliefern, die Wölfe interessant gestalten und zu Leben erwecken. Das ist eine wirkliche Kunst.?

Wenn man einen Hybriden spielt, ist der Vorgang noch intensiver. Zusätzlich zu den anstrengenden Drehtagen verbrachten Scott Speedman und Tony Curran vier oder noch mehr Stunden vor dem Dreh und zwei Stunden nach Drehende im Make-up-Stuhl. Currans Marcus hatte beispielsweise getrennte Teile für die Stirn, den Kopf, die Nase, die Lippen, den Hals, den Rücken und die Oberarme.

Allesamt mußsten nahtlos auf seinem Körper angebracht werden ? jeden Tag aufs Neue. Dazu kamen noch das Kostüm, Kontaktlinsen und 32 Zähneprothesen. Es ist ein Wunder, dass er die Geistesgegenwart besaß, überhaupt noch zu performen. ?Sie zogen mir meine Jacke an, setzten meine Zähne und Augen ein, dann kippten sie Blut über mich und sagten: ,Okay, los jetzt, spiel!? ?, lacht Curran. ?Es war wirklich schwer, fokussiert zu bleiben. Man mußs all seine Konzentration zusammennehmen, wenn man dieses Outfit trägt, denn obwohl es umwerfend aussieht, ist es eine einzige Behinderung.?

Scott Speedman stimmt all dem zu, obwohl er auch zugibt, dass er die Gelegenheit willkommen hieß, ?in der ganzen Make-up-Geschichte zu verschwinden. Ich habe es geliebt, darin herumzuspringen und mich wie verrückt zu gebärden. Man weiß noch nicht einmal, dass das wirklich ich bin.? Mag die Arbeit auch anstrengend sein, so zieht Speedman seinen Hut vor den Leuten der Make-up-Abteilung: ?Sie sind Künstler. Sie haben die Sache wirklich ernst genommen und unglaublich hart gearbeitet. Es war also nicht so schlimm, wie es klingen mag. Aber verratet ihnen nicht, dass ich das gesagt habe, weil ich unentwegt rumgenörgelt habe.?

Guy Himber gibt das Kompliment zurück: ?Bei beiden Filmen hatten wir ungemein viel Glück mit den Schauspielern, mit denen wir gearbeitet haben. Es ist ein langer, intensiver und ausgesprochen ungemütlicher Vorgang, und wir verbringen viel Zeit mit den Schauspielern in diesen Stühlen. Aber Scott Speedman war wirklich großartig. Bill Nighy war beim ersten Film einfach wunderbar. Tony war ein Genuss ? wenn überhaupt, dann mußsten wir seine Energie zurückschrauben, wenn er bei uns war. Man kommt sich in der Zeit, die man miteinander verbringt, ziemlich nahe. Man mußs großes Vertrauen entwickeln, weil wir ja wirklich alles von diesen Jungs sahen. Wir haben sie jeden Tag von oben bis unten gewaschen. Da blieb nicht viel Raum, jemandem dumm zu kommen.?

UNDERWORLD EVOLUTION wird die Fans des ersten Films weltweit begeistern. Da stellt sich die Frage: Was geschieht jetzt mit den Monstern und den Figuren? Könnte es sein, dass es einen dritten Film geben wird? Regisseur Len Wiseman will sich jetzt noch nicht in die Karten schauen lassen. ?Wir haben ein paar Ideen für eine weitere Fortsetzung, aber auch für ein Prequel. Aber es gibt noch keinen festen Plan?, sagt er geheimnisvoll. ?Selbst bei Figuren, die bereits im ersten Teil gestorben sind, gibt es immer noch viele Dinge, die man an ihnen entdecken kann, die wir von Anfang an in einem Film erzählen wollten. Also gibt es sicherlich manchen Hinweis dafür, dass wir mit UNDERWORLD weitermachen.?

?Er hat den Kopf ständig voll mit neuen Ideen?, sagt Kate Beckinsale über ihren talentierten Ehemann. ?Es ist wirklich eine Frage der Vision des Regisseurs. Len zieht sein Ding durch. Und dann entsteht diese magische Welt, die er die ganze Zeit bereits in seinem Kopf hatte. Ich finde das aufregend und bin immer gespannt, was als nächstes passiert. Dies ist eine interessante Geschichte, eine interessante Beziehung. Die Figuren sind cool, und die Kameraarbeit ist wunderbar. Man hat die Gelegenheit, in eine andere Welt einzutauchen. Und wenn es jemanden gibt, der eine solche Welt auferstehen lassen kann, dann ist das Len. Bisher war es eine aufregende Reise.?

Lernen Sie die Figuren kennen SINGE ? Werwolf-Wissenschaftler In einem notdürftigen Labor in einem verlassenen U-Bahn-Wagon führte der Werwolf-Wissenschaftler Singe seine Experimente durch, um die Blutlinien von Vampiren und Werwölfen zu kombinieren. Er glaubte, dass die Nachfahren des ersten Unsterblichen, Alexander Corvinus, in ihrem Blut eine Kopie des Muttervirus tragen, aus dem die beiden Rassen entstanden. Nur eine pure Quelle kann benutzt werden, um einen Hybriden zu erschaffen ? ein Wesen, das die Qualitäten beider Stämme in sich vereint, aber mächtiger ist als beide. Jahrelang wurde vergeblich nach einem Kandidaten gefahndet, bis Michael Corvin gefunden wurde.

Gefangen und gefoltert von Selene, gab Singe seinen Plan an Viktor weiter. In seiner Wut streckte Viktor den Wissenschaftler mit einem einzigen Hieb nieder. Als sich das Blut von Singe ergoss, tropfte es in das Grab von Marcus, dem letzten verbleibenden Ältesten unter den Vampiren, ein direkter Nachfahre von Alexander Corvinus, und erweckte ihn von seinem ewigen Schlaf.

Handlanger der Werwölfe Hunderte von Jahren waren die Werwölfe Sklaven der Vampire, Wachhunde, die ihre Herren während ihres Schlafes bei Tag beschützten. Ausgelöst durch eine von Lucian angeführte Rebellion, begann der blutige Krieg. Während der Krieg tobte, wurde Lucian getötet und die Werwölfe von den Death Dealers an den Rand des Aussterbens getrieben. Zumindest glaubte man das.

Doch Lucian hatte überlebt und im Untergrund Horden von Werwölfen herangezüchtet. Anders als die edlen Vampire, die in luxuriösen Unterschlüpfen hausen, bevölkern die Werwölfe die verlassenen Untergrundtunnel unter der Stadt. Wie Guerillakämpfer treten sie in kleinen Gruppen auf und schlagen unvermittelt zu, bevor sie in der Nacht verschwinden. Sie warten ihre Zeit ab, bis sie die Behausungen der Vampire mit voller Macht angreifen können.

RAZE ? Werwolf-Scherge 120 Kilo purer Werwolf-Horror: Raze lebt von seinen mörderischen Machenschaften und seiner rachsüchtigen Leidenschaft, den Seinen die Gerechtigkeit zu verschaffen, die ihnen zusteht. Er ist der Scherge des Werwolf-Regimes, ein Krieger nach dem Vorbild der Gladiatoren mit einem ausgeprägten Verständnis für Guerilla-Kriegsführung, das man sich nur in Jahrzehnten erbitterter Schlachten in der Underworld aneignen kann. Er ist Teil einer Elitekampfgruppe, die die Nachfahren von Corvinus jagt: Einer von ihnen könnte der Schlüssel zur Evolution der Werwölfe sein. WILLIAM ? Werwolf-Ältester William ist der Zwillingsbruder von Marcus und Sohn von Alexander Corvinus. Wie bei Marcus hat der Biss eines Tieres einen Virus auf ihn übertragen, der ihn mutieren ließ. Durch William wurde die Werwolf-Krankheit geboren. Er selbst war der erste Werwolf, ganz besonders bösartig ? größer und mächtiger als jeder Werwolf, der nachfolgte.

Williams Biss war hochgradig ansteckend. Ganze Regionen konnte er binnen Tagen mit Werwölfen bevölkern. Anders als moderne Werwölfe waren diese Kreaturen einfältige Monster, die sich nicht wieder in Menschen zurückverwandeln konnten. Marcus empfand es als unbedingt notwendig, seine Armee der Death Dealers aufzustellen, um die Kreaturen auf Distanz zu halten.

Obwohl William immens gefährlich war, brachte es Marcus nicht übers Herz, seinen Bruder zu töten. Stattdessen erklärte er sich bereit, ihn auf ewig wegzusperren. Wenn er befreit werden kann, könnte das das Ende der Menschheit bedeuten.

LUCIAN ? Werwolf-Meister Die Legende von Lucian erzählt von einem finsteren Meister der Werwolf-Horden, dessen bloße Erwähnung für Angst und Schrecken unter den Vampiren sorgt. Seine Werwolf-Mächte übertreffen die seiner Artgenossen nicht nur an Wildheit, sondern auch an Intelligenz und Gerissenheit. Lucian hat eine Unmenge an Verderben und Leid bei den Vampiren hinterlassen.

600 Jahre sind vergangen, seitdem seine Herrschaft zu Ende ging, sechs Jahrhunderte, in denen es in der Underworld keinen wirklichen Schrecken gab. Aber Lucian hat nur abgewartet, bis er die Mittel fand, mächtiger als jeder andere Vampir oder Werwolf zu werden. In einer Verschwörung mit Kraven hatte er den eigenen Tod vorgetäuscht, um im Untergrund eine Armee anzusammeln und den Untergang der Vampire zu orchestrieren. Lucians Tod von Kravens Hand machte Kraven zu einer mächtigen Figur in der Vampirwelt: Bei der Rückkehr von Lucian mit seiner Armee tritt er dem Gegner vermeintlich als Führer entgegen.

Während Lucian weiterhin finstere Pläne mit Kraven schmiedet, sucht er nach dem Blut von Corvinus, das ihm die Macht über Werwölfe und Vampire verleihen soll.

ALEXANDER CORVINUS ? Unsterblicher Ältester Alexander Corvinus ist der erste Unsterbliche ? der genetische Vater aller Vampire und Werwölfe. Im sechsten Jahrhundert war er ein ungarischer Kriegsherr, der zu Macht kam, während die ersten Wellen einer Pest über Europa hinwegfegten. Die Pest mutierte in seinem Körper und wurde zum Muttervirus. Er übertrug den Virus auf seine beiden Söhne Marcus und William. Einer wurde von einer Fledermaus gebissen, der andere von einem Wolf. Der Virus mutierte nun wiederum in den Söhnen von Corvinus und erschuf zwei unterschiedliche Krankheiten: Vampire und Werwölfe.

Nahezu 1000 Jahre hielt sich Corvinus im Schatten auf und beobachtete den Schaden, den seine Söhne ihren Arten und der Menschheit zufügten. Weil er nicht in der Lage ist, seine Söhne zu zerstören, arbeitet er im Geheimen daran, dass sich der Krieg nicht ausbreitet. Als Marcus? neu gefundene Kräfte den Konflikt zur Eskalation treiben, mußs Corvinus auf die Hilfe von Selene und Michael zurückgreifen, um den Krieg ein für allemal zu beenden.

MICHAEL ? Hybrid aus Vampir und Werwolf Bis vor kurzem war Michael Corvin lediglich ein normaler Arzt in der Notaufnahme eines Krankenhauses. Von einer Verbindung in die Underworld wusste er ebenso wenig wie von einem Krieg zwischen Werwölfen und Vampiren. Er ahnt nicht, dass er in seinem Blut den genetischen Schlüssel dazu trägt, den Jahrhunderte alten Konflikt zu beenden.

In einer einzigen Nacht verändert sich sein Leben für immer. Nicht länger menschlich, wird Michael mit den Viren von Vampiren und Werwölfen infiziert. Er wird zu einem Hybrid, mächtiger als die jeweils einzelne Rasse. Auf der Flucht mit Selene mußs Michael damit ringen, sich seiner Macht und seines neuen Lebens, das er nie gewählt hat, nun aber akzeptieren mußs, bewusst zu werden.

MARCUS CORVINUS ? Ältester, mittelalterlicher Kriegsherr Marcus ist der letzte überlebende Älteste und der erste wahre Vampir. Der Biss einer Fledermaus sorgte dafür, dass ein Virus, der im Sohn von Alexander Corvinus tobte, in den virulenten Vampirstamm mutieren konnte. Sein Zwillingsbruder William erlitt aufgrund eines Wolfsbisses ein ähnliches Schicksal. Williams Biss erwies sich als hochgradig ansteckend und so wurde die Region binnen kürzester Zeit mit gewalttätigen Werwölfen bevölkert. Marcus sah keinen anderen Ausweg und zog Vampirkrieger wie Viktor groß, um die Werwolfhorde unter Kontrolle bringen zu können.

Marcus sollte für seine Regentschaft von der Ältesten Amelia erweckt werden, doch sie wurde von Kraven betrogen und von Werwölfen ermordet. Stattdessen erwachte Marcus mit dem Blut des Werwolf-Wissenschaftlers Singe in seinen Adern. Dadurch wurde Marcus zu einer erschreckenden neuen Gattung mit unvorstellbaren Kräften und gewaltiger Macht.

AMELIA ? Ältesten-Prinzessin Amelias gelassene, ausgewählte Schönheit lässt nicht darauf schließen, dass es sich bei ihr um eine grausame Vampirkriegerin handelt. Über Jahrhunderte hinweg regierte sie den Vampirstaat zusammen mit Marcus und Viktor ? ein Ältester regiert, während die beiden anderen schlafen. Trotz ihrer Macht und ihres Titels fiel Amelia auf den Betrug Kravens herein. Bevor sie Marcus erwecken und ihm das Kommando übertragen konnte, gerieten sie und die anderen Mitglieder des Konzils in einen Hinterhalt und wurden von einer Gruppe von Werwölfen getötet. TANIS ? Vampir Vor mehr als einem Jahrhundert war Adrian Tanis ein wohl gelittener Berater der Ältesten, der Historiker der Vampirstaats. Nachdem er ? in Viktors Worten ? ?bösartige Lügen? dokumentierte, wurde ihm das Vertrauen entzogen. Als Strafe wurde Tanis ins Exil geschickt ? und für immer aus dem Vampirstaat verbannt.

Seit damals lebt Tanis in einem isolierten, uralten Kloster ? auch wenn er alles andere als ein Mönch ist. Von der Vampirwelt abgeschnitten, ist Tanis völlig frei, genau das Leben zu führen, das er leben will. So kann er sich seiner Dekadenz hingeben und handelt unter der Hand mit Werwölfen im Austausch für Sicherheit mit Schwarzmarktgütern.

Als Archivar des Vampirstaats besitzt Tanis als einziger wichtige Informationen, die Selene dabei helfen könnten, Marcus aufzuhalten und den Krieg zu beenden. Aber Tanis hat keine Geschenke zu verteilen.

VIKTOR ? Unsterblicher Ältester Viktor ist einer der drei regierenden Vampir-Ältesten. Er war ein stolzer, prahlerischer Vampir-Oberherr und ist mehr als 1400 Jahre alt. Weil er einer der wenigen Vampire ist, dem Selene vertraut und dem sie Respekt entgegen bringt, hat sie ihn vorzeitig aus seinem 200-jährigen Schlaf erweckt, um ihm ihren Verdacht zu berichten, dass dem Vampirstaat in Kürze eine gewaltige Werwolf-Offensive bevorsteht.

Wie die meisten Vampire verabscheut er die Werwölfe. Viktors beeindruckendes Auftreten und sein stoisches Benehmen machen ihn nicht nur für seine Gefolgsleute zu einer einschüchternden Persönlichkeit, sondern auch für die vielen, die ihm den Tod wünschen. Viktor besaß allerdings noch eine weitere dunkle Seite, die kein Vampir jemals vermutet hätte.

Zu ihrem Entsetzen entdeckt Selene, dass es seine Aktionen waren, die vor 1000 Jahren die blutige Auseinandersetzung zwischen Vampiren und Werwölfen ausgelöst haben. Anstatt seine Tochter einem Werwolf zur Frau zu geben, brachte er ihren Liebhaber Lucian lieber dazu, mit anzusehen, wie sie bei lebendigem Leib verbrannt wurde. Viktors mörderische Lügen und sein Verrat fanden ein Ende, als ihn Selene mit seinem eigenen Schwert niederstreckte.

KAHN ? Waffenmeister Kahn ist der Waffenmeister und Kommandant der Death Dealer ? die Elitekampfeinheit der Vampire. Wie Selene hat er sich voll und ganz dem Gewinn des Kriegs gegen die Werwölfe verschrieben. Als einer von wenigen hat er sich ihr Vertrauen verdient.

In seinem spartanischen Refugium bewahrt Kahn das Arsenal der in Silber getauchten Waffen seines Teams auf. Als Selene entdeckt, dass die Werwölfe Kugeln benutzen, die mit einer UV-verstrahlten Flüssigkeit versehen sind, entwickelt Kahn seine eigene Version, damit man wieder auf Augenhöhe gegeneinander antreten kann: eine Silbernitratkugel, die eine toxische Silberdosis direkt in die Blutbahn von Werwölfen befördert.

SELENE ? Death Dealer Selene hat einen Großteil ihres Lebens damit zugebracht, mit den anderen Mitgliedern ihrer Vampirgruppe, den Death Dealers, das Leben von Werwölfen auszulöschen. Sie war der festen Überzeugung, dass es Werwölfe waren, die ihre Familie ermordet haben, als sie ein Kind war, und hat ihr Leben seither der Rache an dieser Bluttat gewidmet.

Ihr wurde erzählt ? und es gab nie einen Grund daran zu zweifeln ? dass Viktor ihr das Leben gerettet habe. Er nahm sich Selene an und machte sie persönlich zum Vampir. Damit wurde sie nicht nur unsterblich, sondern auch stärker als die meisten anderen Vampire. Viktor betrachtete sie als Tochter und sie vertraute ihm voll und ganz.

Als Selene auf etwas stößt, was sie für eine Verschwörung der Werwölfe hält, den Vampirstaat zu zerstören, setzt sie eine Kette von Ereignissen in Bewegung, in deren Verlauf sie einen in einen Werwolf verwandelten Menschen namens Michael beschützen mußs, sie gegen ihren Vampirstaat gestellt wird und sie die schreckliche Wahrheit über ihren Vampir-?Vater? erfährt.

Weil sie Vergeltung der Vampire für den Tod Viktors erwartet, mußs Selene mit Michael fliehen. Sie mußs den letzten lebenden Ältesten, Marcus, anrufen und um ihr Leben flehen. Schnell findet sie heraus, dass Marcus nicht mehr der Vampir ist, den sie einst kannte, sondern eigennützige Pläne verfolgt.

KRAVEN ? Vampir-Anführer Kraven ist ein aristokratischer Vampir-Monarch, für den Macht das liebste Aphrodisiakum ist. Er hat sich während Viktors Schlaf die Regentschaft über die Vampire gesichert. Er ist der Inbegriff der hoch entwickelten Vampir-Spezies, ein höchst gebildeter Prinz der Finsternis, der sich in Sex, Partys und manipulativer Macht suhlt. An der Oberfläche bewahrt er Distanz von dem archaischen Blutbad und der Gewalt der übrig gebliebenen Vampirgruppen. Doch im Geheimen ist er missgünstig und heimtückisch und benutzt seinen Leutnant Soren für seine schmutzige Arbeit.

Kravens gefälliger Charme wird durch eine Sache, die ihm seine Macht nicht geben kann, entzaubert: die unerreichbare Liebe von Selene. Selene hat keinen Respekt vor ihm und hinterfragt regelmäßig seine Befehle, womit sie Kravens gewaltigem und doch fragilem Ego einen herben Schlag versetzt. Kravens Streben nach Selene entwickelt sich zudem zur Gefahr für seine eigene Macht, als er erkennt, dass Selenes Intuition ausgerechnet jenen Plan zu kippen droht, den er ersonnen hat.

ERIKA ? Verführerin Erika ist ein aufstrebender Höfling in Viktors Villa. Sie ist regelrecht besessen davon, auf der hierarchischen Leiter der Vampire schnell und ohne Umwege nach oben zu klettern. Sie hat sich Kraven als Objekt ihrer Begierde ausgesucht und mußs feststellen, dass seine Obsession für Selene ihr einen Strich durch die Rechnung macht. Eifersüchtig denkt sie sich einen Plan aus, wie Selene aus dem Vampirstaat ausgestoßen werden kann. Sie verrät Kraven Selenes Pläne und hilft ihr bei der Flucht.
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Dirk Jasper FilmLexikon

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