Die Wilden Kerle 3

Produktionsnotizen

... noch immer wild? Kaum war nach den zweiten ?Wilden Kerlen? ein Jahr ins Land gezogen, da formierte sich im Sommer 2005 einmal mehr die wildeste Elf aller Zeiten, um in Niederbayern mit den Dreharbeiten zu DIE WILDEN KERLE 3 ? UND DIE BIESTIGEN BIESTER eine neue Herausforderung anzunehmen. Die Spannung bei den Filmemachern war groß, welche Überraschungen die wilde Schauspieltruppe wohl diesmal bereithalten würde.

Doch Joachim Masannek und sein Team trafen auf unerwartet kooperative junge Leute. ?Man kann mit ihnen jetzt ganz anders reden?, lobt Masannek. ?Die verstehen einen, sind viel ernster, übernehmen mehr Verantwortung.? Auch Produzentin Ewa Karlström stimmt dem zu.

?Inzwischen sind sie zwischen elf und 15 Jahre alt und haben seit dem letzten Film einen riesigen Entwicklungssprung gemacht. Das merkt man am Spiel, der Disziplin, der Professionalität. Es ist viel einfacher und macht viel mehr Spaß.? Eine Woche lang coachte Darsteller und Kindertrainer Adnan Maral vor Drehbeginn seine junge Truppe, die sich nicht nur äußerlich gewandelt hatte.

Kein Kinderkram mehr Tatsächlich wuchs auch die Story mit ihren gewaltig in die Höhe geschossenen Hauptfiguren mit. ?Die sind jetzt eben älter geworden ? Wilson ist 15, Vanessa ist 15, damals waren sie zwölf. Damals war es ihre Welt, inzwischen sind sie dafür zu alt geworden und können Zwölfjährige nicht mehr spielen?, erläutert der Regisseur.

?Aus dieser Perspektive versuchen wir auch den Film zu erzählen: Die Wilden Kerle gibt es nicht mehr, sie müssen aber noch mal zurück, weil sie dieses Kapitel in ihrer Geschichte nicht abgeschlossen haben, davor weggelaufen sind.? Entsprechend den gestiegenen Anforderungen an die Story mußste angesichts des immensen Erfolgs der Vorgänger auch die Produktion ?noch einen drauflegen?, wie Ewa Karlström erzählt.

?Die Ausstattung ist noch aufwändiger, es gibt noch mehr Action. Ich finde es schön, dass man immer versucht, noch besser zu werden. Und die Kinozuschauer sollen davon profitieren.? Ein wichtiger Punkt dabei ist die Glaubwürdigkeit der Figuren. ?Der Unterschied zwischen Film und Wirklichkeit ist nicht so groß, sie spielen nicht eine Hexe oder einen Zauberer, sondern das, was sie sind?, verdeutlicht Joachim Masannek.

Wilde Outfits Nun ja, vielleicht nicht alle ? schließlich überzeugt der privat eher unkonventionelle Uwe Ochsenknecht als spießiger Banker mit Kontrolltick. In einer Szene allerdings darf er im Biene-Maja-Kostüm begeistern. ?Es war natürlich lustig, aber da sieht man, wie bescheuert man in so einem Kostüm aussieht, dazu mit einer dicken Brille?, stellt der vielseitige Schauspieler fest. ?Aber das finden die Kinder lustig.?

Außer bei Nick Romeo Reimann, der im Matrosenkostüm litt, stießen die ausgefallenen, mit vielen orientalischen Stoffen verzierten Kostüme von Mika Brauns Team bei den anderen Darstellern auf wesentlich positivere Reaktionen. So freute sich Jimi Blue Ochsenknecht über einen ?echt coolen? weißen Anzug mit Glitzerpailletten und Glühbirnen ? passend zu den Outfits seiner Bandkollegen, der ?echten? Bananafishbones.

Die allerdings warnen: ?Unsere Glitzeranzüge sind total abgefahren, können aber eventuell stinken, denn wir waren vor Jahren mal damit auf Tour. Aber sie blinken, denn die Pailletten sind winzige CDs.? Weniger Geruchs- denn praktische Probleme gab es hingegen bei den ? insbesondere von den Jungs mit Wohlwollen quittierten ? heißen Outfits der Biestigen Biester. ?Es wurde ja im Herbst gedreht und es war schon ganz schön kalt draußen?, gesteht Nini Tsiklauri.

?Als wir im Steinbruch gedreht haben, war es gerade mal plus drei Grad plus und wir mußsten in Miniröcken rumlaufen.? Doch das Bibbern hat sich gelohnt, zumindest laut Wilson Gonzalez Ochsenknecht. ?Die Biestigen Biester sind ziemlich hübsch und ziehen sich sehr gewagt an, das sieht gut aus, sie sehen aus wie aus dem Buch.? Wenn das mal nicht runtergeht wie Öl ...?

Potzteufelscoole Erfindungen Hadschi Ben Hadschi alias Adnan Maral besticht mit einer Garderobe, die alle Anforderungen bestens erfüllt. ?Ich bin der Geheimerfinder. Alle Werkzeuge, die ich brauche, trage ich am Körper, damit ich schnell bin.? Als Konstrukteur der Gerätschaften der Wilden Kerle versorgt er sie mit den abgefahrensten Erfindungen.

?Es gibt die Blutegelschleuder, damit kann man Blutegel abschießen; dann gibt es die Pfefferhaubitze, die Pfeffer und Curry auf die Gegner sprühen kann; es gibt auch die Kaugummischleuder, eine Spinnfädenfesselkanone. Ich habe alles erfunden, was die Wilden Kerle mit sich tragen und womit sie ihre Kämpfe austragen. Ich bin der Gute im Hintergrund, der ihnen alles zuschustert, der ihnen die Fahrräder baut.? Und die sind etwas schwerer als die Vorgängermodelle und hatten deshalb so ihre Tücken.

?Ich bin sogar gegen einen Baum gefahren, als wir den Berg runter mußsten?, erinnert sich Kevin Iannotta grinsend. Uncool, vor allem, wenn der Feind mit mordsmäßig aufgemotzten Quads auftrumpft. Constantin Gastmann etwa darf sich über ein wahrlich königliches Gefährt freuen. ?Da gibt es sehr viele Accessoires: Ich sitze auf einem Nerzpelz, überall ist Fell und vorne habe ich einen Riesenlöwenkopf. Es ist sehr schön, sehr beeindruckend?, lobt er.

Cool ? vor und hinter der Kamera Während die Wilden Kerle und ihre neuen Konkurrentinnen sich in ihren Rollen super zurechtfanden, gab es auch von allen Seiten Lob für Joachim Masannek und seine zunehmende Gelassenheit. ??Die Wilden Kerle? war sein erster Film und es ist klar, dass man am Anfang nicht alles weiß, aber mittlerweile ist er total entspannt?, bemerkt Sarah Kim Gries ganz abgeklärt. Und auch der Regisseur selbst ist sich der Veränderungen bewusst.

?Es ist was anderes, wenn man so ein eingespieltes Team um sich hat im Vergleich zum ersten Mal, wo wir auch in Prag waren und zum Teil ein tschechisches Team hatten ? das war von den Bedingungen her einfach schwieriger.? Neuzugang Claudia Michelsen, die als Nervs Mutter ihr komödiantisches Talent beweist, freute sich insbesondere über das ganz besondere Wilde-Kerle-Feeling bei den Dreharbeiten.

?Es ist ganz toll, es ist ein Hammerteam und die Arbeit macht wirklich Spaß. Es ist der dritte Film ? sie kennen sich alle gut, wissen, wer was braucht, das ist ein großer Vorteil und auch ein Luxus am Set.? Und weil sich alle so gut kennen, war auch ein Thema kein Problem mehr, bei dem es im zweiten Film noch Schwierigkeiten gab: das Küssen. ?Beim ersten Mal war es komisch, man küsst ja nicht alle Tage irgendwen einfach so?, erklärt Sarah Kim Gries. ?Aber mittlerweile ? ich kenne Jimi Blue ja nun schon seit fünf Jahren ? ist es so egal, und abgesehen davon ist es nur ein Filmkuss.?

Frauen ? Fußball ? äääh, Forurteile? Ein paar Monate vor der Fußball-Weltmeisterschaft einen Film über kickende Mädchen in einem fußballversessenen Land wie Deutschland zu drehen, ist schon ein Wagnis. Aber mit seinen Wilden Kerlen hat Joachim Masannek offenbar ein ziemlich aufgeschlossenes Völkchen erwischt.

Mit Geschichtswissen, wie Raban Bieling beweist: ?Im Mittelalter wurden die Frauen sehr unterschätzt, und das werden sie heute immer noch ? beim Fußball. Alle denken, Frauen können nicht Fußball spielen, aber das stimmt nicht. Ich kennen viele Frauen, die besser spielen als Männer.? Und auch Jimi Blue Ochsenknecht will keinesfalls den Macho raushängen lassen. ?Es gibt Frauenfußballer, die besser sind als einige Bayern-Spieler.? Starke Worte zugunsten des ?schwachen? Geschlechts.

?Männliche? Tugenden? Wird auch das Thema Frauenfußball mitunter kontrovers diskutiert, sind sich die Wilden Kerle bei einem Filmthema doch ziemlich einig: ?Ich finde Rülpsen und Furzen eigentlich gar nicht cool, aber im Film soll es cool sein, dass man daran Spaß hat?, erzählt Raban Bieling. ?So kann man zum Beispiel zeigen, dass das Essen geschmeckt hat. Ich glaube, im Kino macht man das auch, aber ich finde es ein bisschen eklig. Wir haben auch nicht wirklich gefurzt, aber gerülpst schon.?

Eine Einschränkung macht dagegen Jimi Blue Ochsenknecht. ?Generell für Mädchen finde ich es ungezogen. Es ist was anderes, es kommt anders rüber als wenn es Jungs machen.? Naja, wenn er meint... Sarah Kim Gries ist da schon strenger in ihrer Sicht, ob Mädchen rülpsen dürfen: ?Dürfen schon, aber ich würde es nicht machen. In gewissen Situationen mag es nicht so schlimm sein, aber ich finde es ekelhaft.?

Unverzichtbar Mag man auch zum Thema Rülpsen und Furzen stehen wie man will, eines ist sicher. ?Ich glaube, dass es noch nie so was gab. Es ist ein Film wie ?Spider Man?, man geht aus dem Kino und will alles sofort nachmachen. Man kriegt Bock auf Fußball und Lust, eine Mannschaft zu gründen?, freut sich Raban Bieling. Wie schon mehrmals zuvor haben Wirklichkeit und Kino ihre Parallelen.

?Die echten Wilden Kerle sind nämlich auch nicht mehr zusammen, sie versuchen aber gerade wieder zusammenzukommen. Und darauf basiert die Geschichte?, erzählt Marlon Wessel. Und wie immer sind die Geschichten, die das Leben schreibt, die besten ...

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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