Noch einmal Ferien

Produktionsnotizen

"Georgia Byrd hat sich immer nur geduckt, sie war fest überzeugt, dass ihr richtiger Platz am Ende der Schlange wäre", sagt Queen Latifah über ihre Figur, "nun macht sie zum ersten Mal in ihrem Leben etwas nur für sich selbst ? allerdings nur deshalb, weil sie glaubt, dass sie bald stirbt. Diese letzten Wochen will sie leben wie eine Königin."

So selbstbewusst und entspannt sie in ihrer Küche ist, so unbeholfen verhält sich Georgia außerhalb. Im Kirchenchor singt sie stets mit leiser Stimme, die Welt betrachtet sie vorsichtshalber lieber von der Seitenlinie. Erst die Fehldiagnose, dass sie unheilbar krank ist und bald sterben mußs, verändert ihr Leben radikal. Mit ihren Ersparnissen reist sie nach Karlovy Vary und zieht ins Grandhotel Pupp ein.

"Im Angesicht des baldigen Todes hat Georgia keine Angst mehr, sich in Gefahr zu begeben", erläutert Produzent Jack Rapke, "sie macht Bungee Jumping von hohen Brücken oder fährt mit dem Snowboard gefährliche Pisten hinab. Sie wird bewundert und sie verändert ihre Mitmenschen."

"Der Film ist definitiv zum Lachen, aber hoffentlich steckt noch mehr darin", sagt Produzent Laurence Mark, "man kann mit dieser Figur sehr mitfühlen und sie gut verstehen. Die Botschaft von Georgia lautet: ?Das Leben ist ein Bankett ? hab' keine Angst, dich zu bedienen.'"

Regisseur Wayne Wang ergänzt: "Als Georgia irrtümlich erfährt, dass sie nur noch wenige Wochen zu leben hat, legt sie den schützenden Panzer ab, den sie so lange um sich aufgebaut hat. Angesichts des baldigen Todes fühlt sie sich unverletzlich. Und dadurch entdeckt sie jene Herausforderungen und Reize des Lebens, die man erst erkennt, wenn man bereit ist, seine Ängste zu überwinden."

LL Cool J spielt Georgias Kollegen Sean Matthews, dem gleichfalls der rechte Antrieb im Leben fehlt ? und der durch ihre Veränderung inspiriert wird. "Sie verschwindet ganz einfach", erläutert LL Cool J, "und dann hört Sean auf einmal die verrückten Neuigkeiten von Georgia."

Die Veränderung von Georgia wird in der Küche besonders augenfällig: Von der schüchternen Köchin, die allenfalls ihre Diät-Gerichte zu kosten wagt, entwickelt sie sich zur leidenschaftlichen Genießerin, der das Essen enormes Vergnügen bereitet. Für Latifah bot das die Gelegenheit, mit Starköchen wie Emeril Lagasse und anderen berühmten TV-Köchen zu arbeiten, die hinter den Kulissen für die kulinarischen Genüsse sorgten. Von Lagasse lernte die Schauspielerin sogar die Zubereitung seines legendären Hühnchen Tchoupitoulas.

Für Queen Latifah berührt die Komödie ganz existentielle Gefühle: "Stell' dir vor, wie du dich fühlen würdest, wenn man dir sagt, dass du nur noch ein paar Wochen zu leben hast. All deine Träume, alle Wünsche und Pläne stehen plötzlich vor dem Aus. Was würdest du in dieser Lage tun?"

Am Anfang des Projekts stand für die Drehbuchautoren Jeffrey Price und Peter S. Seamann der Klassiker "Ferien wie noch nie" mit Alec Guinness von 1950. Bald kamen Mark und Rapke als Produzenten an Bord und Queen Latifah zeigte Interesse an der Komödie.

Für Mark war es entscheidend, einen Regisseur zu finden, der die richtige Balance zwischen Humor und Drama beherrscht. Der Produzent hatte mit Wayne Wang bereits bei "Überall, nur nicht hier" gearbeitet und sagt über ihn: "Wang ist einer der wenigen Regisseure, die sehr kunstvoll Komödie und Gefühle verbinden können. Er weiß, wie man exzellente Leistungen von den Schauspielern bekommt und wie sich Humor aus Story und Figuren entwickelt."

Rapke ergänzt: "Wayne hat den Ton der Geschichte und der Charaktere genau verstanden. Er erkannte die substantielle Thematik hinter der Komödie ebenso wie die wunderbare Leinwandpräsenz von Latifah. Er wusste, wie er an das Herz dieser Geschichte kommt."

Wang, der mit anspruchsvollen Studio-Produktionen wie "Manhattan Love Story" und persönlichen Filmen wie "Eine Tasse Tee für die Liebe" oder "Smoke ? Raucher unter sich" seine Vielseitigkeit überzeugend demonstriert hat, war bei diesem Projekt vor allem durch die überraschenden Wendungen in einem ganz normalen Leben fasziniert. "Ich fand diese Idee eines ?Lebens für den Augenblick' schon immer spannend", erklärt der Regisseur, "was passiert, wenn jeder einzelne Tag zählt? Mit diesem Thema habe ich mich in meiner Arbeit und meinem Leben gleichermaßen sehr oft beschäftigt ? vermutlich ebenso oft erfolgreich wie vergeblich."

"Es ist ein faszinierendes Konzept, das wirklich jeden Menschen anspricht: Wie lebt man sein Leben am besten? Wie macht man das beste aus der Zeit, die einem zur Verfügung steht?", erläutert Produzent Laurence Mark.

Für Wang gehört es zu den größten Herausforderungen des Lebens, an die Zukunft zu denken ohne dabei die Gegenwart zu vergessen: "Als ich das Drehbuch bekam, hatte ich gerade meinen Vater verloren. Er war ein sehr umsichtiger Mensch, der durch einen Unfall starb. Ganz egal wie vorsichtig wir uns verhalten, können wir alle jeden Tag in unkontrollierbare Situationen geraten. Das inspirierte mich, mit diesem Film den Wert des Lebens und die Unvorhersehbarkeit des Schicksals zu erkunden." Über die Figuren Für Queen Latifah lag der Reiz an dieser Hauptrolle in der unglaublichen Verwandlung von der unscheinbaren Kirchgängerin zu einer Figur, die ihre gesamte Umgebung zu begeistern versteht. "Queen Latifah vermittelt eine unwiderstehliche Wärme und Menschlichkeit, zugleich ist sie jene freche Komödiantin, als die sie das Publikum schon lange kennt", erläutert Drehbuchautor Jeffrey Price, "mit Queen in der Rolle konnten wir wunderbar zwei Seiten einer Figur entwickeln: Aus der introvertierten Frau zu Beginn wird eine überaus lebensfrohe Person am Ende."

Ihr enormes Comedy-Talent hat Latifah spätestens durch ihre oscar©nominierte Rolle der Mama Morton in "Chicago" und die Hauptrolle in "Haus über Kopf" bewiesen. "Noch einmal Ferien" bot eine ganz neue Herausforderung für die Schauspielerin: "Für mich war das die Gelegenheit, jemanden zu spielen, der völlig anders ist als ich selbst", erläutert Latifah, "meistens spiele ich Figuren, die eher laut und extrovertiert sind. Hier spiele ich eine Frau, die zunächst völlig unscheinbar ist und überhaupt nicht weiß, wie sie sich ausdrücken soll. Für mich wurde diese Georgia zu einer meiner Lieblingsrollen, weil sie so bescheiden und inspirierend ist."

Tatsächlich hat auch die Schauspielerin eine schüchterne Seite: "Latifah bedeutet ?feinfühlig und sensibel' - und diesen Aspekt habe ich diesmal einfach ein bisschen stärker betont als sonst".

Wie Georgia war auch Latifah begeistert, neue Erfahrungen zu machen: "Für dieses Projekt habe ich gelernt, Snowboard zu fahren. Immer wieder neue Dinge zu probieren, gehört zum Besten an meinem Job", sagt die Schauspielerin, "ich bin ein aktiver Mensch. Ich fahre Motorrad, Schneemobil und Ski. Ich liebe das Abenteuer des Lebens ? was für diese Rolle sehr hilfreich war."

"Am Anfang des Films spielt Latifah eine Figur, die völlig anders ist als ihr Image", sagt Regisseur Wayne Wang, "Georgia ist emotional behindert und unfähig, sich auszudrücken. Latifah hat wirklich tief gegraben, um die Szenen, in denen sie von ihrem baldigen Tod erfährt, so überzeugend zu spielen."

LL Cool J, der Latifah seit vielen Jahren kennt, spielt die Rolle von Sean, dem Kollegen von Georgia, auf den sie ein Auge geworfen hat. Für diesen Aspekt hat sich Latifah an alte Zeiten erinnert: "Er ist ein ziemlich attraktiver Mann und in meiner Jugend hatte ich mich schon so ein wenig verliebt in ihn", erläutert Latifah, "ich mußste mich also nur an jene Gefühle erinnern, als er als Poster an meiner Wand hing."

"Wirklich? Davon wusste ich ja gar nichts", gibt sich LL Cool J überrascht über die jugendlichen Schwärmereien von Latifah, "wir kennen uns beide schon sehr lange, die gemeinsamen Szenen waren einfach wundervoll. Sie ist eine so smarte, junge Frau. Und sie hat mir einige Dinge beigebracht."

"Wir benötigten jemanden, dessen Präsenz und dessen Chemie zu Queen Latifah passt", sagt Laurence Mark, "LL Cool J war dafür die perfekte Wahl. Er kennt Latifah schon lange, und ihre gegenseitige Sympathie ist nicht zu übersehen." "Wir haben uns viele Kandidaten für diese Rolle angesehen", sagt Rapke, "wir mochten Cool J, weil er, ganz wie Latifah, gegen den Typ besetzt ist. Man würde nie erwarten, dass er schüchtern wäre und kein Selbstbewusstsein hätte. Zudem stimmte die Chemie zwischen ihm und Latifah einfach perfekt."

Der Kontrast zu seinen bisherigen Rollen war ein entscheidendes Argument für LL Cool J, der seinen Part als "Hommage an die kleinen Leute" versteht.

"Ich hatte mit Wayne ein nettes Gespräch darüber, wie die Rolle aussehen sollte," berichtet LL Cool J, "ich fand es spannend, jemanden zu spielen, der keine Heldentaten mit viel Action-Einlagen vollbringt. Er ist der ganz normale Typ von nebenan mit wenig Lebenserfahrung. Leute wie Sean werden gerne übersehen, weil sie so ruhig und bescheiden sind. Nicht jeder ist ein Meister der Selbstdarstellung. Nicht jeder ist super schlagfertig. Nicht jeder hat das Selbstbewusstsein, auf andere Menschen zuzugehen. Aber Schüchternheit ist liebenswert. Sie steht für Anstand und Bescheidenheit."

"Die beiden verlieben sich auf ganz unschuldige Weise, nichts ist manipuliert oder kalkuliert, es gibt keinerlei Hintergedanken", fährt LL Cool J fort, "solche Beziehungen, die sich so langsam und organisch entwickeln, sind viel gesünder und dauerhafter als andere."

Für die Rolle des ebenso brillanten wie bösartigen Starkochs Didier fanden die Produzenten mit der französischen Schauspiel-Ikone Gérard Depardieu die perfekte Besetzung ? nach seiner Ankündigung des Rückzugs aus dem Filmgeschäft, könnte dies seine letzte Rolle in einem amerikanischen Film sein.

"Wir haben bei der Figur des Didier von Anfang an gesagt: ?Versuchen wir, einen Typen wie Depardieu dafür zu finden'", berichtet Jack Rapke, "und irgendwann haben wir gesagt: ?Warum versuchen wir es nicht gleich bei Depardieu?'"

Die Rolle hatte eine natürliche Anziehungskraft für den Schauspieler, Restaurantbesitzer und Winzer. "Ich habe eine Leidenschaft für gutes Essen", sagt Depardieu, "wenn mich jemand fragt, wie es mir geht, sage ich: ?Großartig, ich habe gerade ein wunderbares Steak gegessen.' Diese Rolle ist für mich wie ein wunderbares Steak."

"Während der Vorbereitung habe ich einen Artikel im New York Times Magazine über das Restaurant von Depardieu und seine Kochkünste gelesen", berichtet Wayne Wang, "ich war begeistert, dass er diese Leidenschaft in unseren Film einbringen würde."

"Didier ist in vielfacher Weise wie ein Mentor in dem Film", erläutert Laurence Mark, "er ist die Leitfigur, die Georgia inspiriert und ermutigt."

Der Chef von Georgia und Sean ist Matthew Kragen, ein Möchtegern Donald Trump, der alles besitzen will. In seiner Gier hat Kragen längst den Blick auf die wesentlichen Dinge im Leben verloren, seine Mitmenschen sind ihm völlig gleichgültig.

Für diese Rolle des narzisstischen Antagonisten, der gleichwohl nicht völlig unsympathisch sein sollte, wurde Timothy Hutton besetzt, der seit seinem Oscar© für "Eine ganz normale Familie" von Wayne Wang bewundert wird.

"Tim bietet ein breites Spektrum, das von ruhig über kontrolliert bis übertrieben grell reicht," erläutert Wang, "dank dieser großartigen Palette kann er selbst einen fiesen Bösewicht noch attraktiv erscheinen lassen."

"Kragen ist ein absoluter Kontrollfreak", erläutert Hutton, "jede unvorhergesehene Kleinigkeit wirft ihn sofort aus der Bahn. Solche Rollen machen großen Spaß."

Laut Latifah ist Hutton bestens geeignet für die Figur: "Tim Hutton ist verrückt, ein Wahnsinniger. Tim benötigt keinen Stuntman, er macht alle gefährlichen Szenen selbst, wenn man ihn lässt. Man mußs ihn am Ärmel fassen und sagen: ?Nein, wir wollen nicht, dass du jetzt von diesem Berg springst.'" Über das Essen Georgia träumt seit langem davon, ein eigenes Restaurant zu eröffnen. Ihr mangelndes Selbstbewusstsein verhinderte allerdings die Umsetzung ihrer Pläne. Als sie in Europa den berühmten Koch Didier triff, ist dieser beeindruckt von ihrer Leidenschaft für gutes Essen und ihrer Lust am Leben.

Die Leidenschaft für gutes Essen teilt auch Regisseur Wayne Wang, der mit Filmen wie "Eine Tasse Tee für die Liebe" und "Dim Sun ? Etwas fürs Herz" bereits kulinarische Genüsse auf die Leinwand zauberte. Raffinierte Kochkünste im Kino wollte Wang mit "Noch einmal Ferien" noch steigern.

"Die Mahlzeiten sollten eine große Rolle spielen", sagt Wang, "ich traf mich mit Susan Stockton vom Food Network in New York. Es sollten nur frische Zutaten verwendet werden, die Gerichte sollten organisch und rustikal sein. Ich mochte die Idee eines französischen Kochs, der im Winter in Osteuropa arbeitet. Er mußs schon sehr kreativ sein, schließlich bekommt er längst nicht all jene Zutaten, die ihm in Paris wohl zur Verfügung stünden."

Gemeinsam mit Stockton plante Wang in den Studios des Food Network die logistischen Vorbereitungen. "Wir produzieren täglich mehrere Koch-Shows im Studio und machen Sendungen im ganzen Land", sagt Stockton, "unsere Köche sind alle zugleich Food-Stylisten, die genau wissen, wie man eine Mahlzeit am besten für die Kamera präsentiert."

Für die Vorbereitung der Mahlzeiten in New Orleans waren sieben Köche des Food Network im Einsatz, die jedes Gericht immer mehrfach zubereiteten. "Die Köche hatten für jeden Tag mehrere Menü-Alternativen, für den Fall dass sich der Drehplan änderte", erläutert der Ausstatter Douglas Fox, "wir wussten vorher nie, wie oft eine Szene wiederholt werden würde. Wenn ein Schauspieler einen Bissen nahm, benötigten wir für die Wiederholung sofort ein frisches Gericht. Meist waren wir für 10 Wiederholungen vorbereitet, wir hatten also 10 Versionen von jeder Mahlzeit vorrätig."

Starkoch Emeril Lagasse, der bei Food Network eine populäre Sendung macht, hat in New Orleans seinen Firmensitz und betreibt dort zudem drei Restaurants.

"Vor einigen Jahren verbrachte ich gemeinsam mit Queen Latifah einen Marathon-Tag bei ?Wer wird Millionär' und war begeistert von ihrer ganzen Art", erzählt Lagasse, "wir hatten damals viel Spaß miteinander, umso mehr war ich begeistert, dass ich bei ihrem Film mithelfen konnte. Mir gefiel sehr gut, wie ernsthaft die Produktion die Vorbereitungen des Essens nahm."

Zu Beginn des Films kocht Georgia nach dem Rezept einer TV-Show, in der Emeril sein Hühnchen Tchoupitoulas zubereitet. Die Sendung wurde vorab für den Film inszeniert und diente Queen Latifah als Koch-Training.

"Queen Latifah hat Hühnchen Tchoupitoulas mehrfach mit unserem Team zubereitet und war extrem gut in der Küche", berichtet Susan Stockton, "sie kann gut mit dem Messer umgehen, sie lernt schnell und vergisst nichts."

Wie sehr die Kochkünste auch das Filmteam begeisterten, zeigen die großen Pfannen, die in wenigen Minuten leer gegessen waren. "So schlecht kann es also nicht gewesen sein", amüsiert sich Latifah.

Zu den Gerichten von Georgia gehören Menu-Klassiker von New Orleans wie Jambalya-Eintopf, Schweinekotelett und Brotpudding. Als sie nach Europa reist und die Kreationen von Starkoch Didier entdeckt, werden ihre Mahlzeiten üppiger ...

  • Georgias Dinner Menu
  • Warmer Hummersalat auf Kartoffelnest mit Linsen und Kaviar
  • Fleischtopf Cassoulet ? gratiniert mit Entenschlegel
  • Risotto Barolo mit Wintergemüse und Trüffel
  • Rindsgulasch mit Waldpilzen und breiten Eiernudeln mit Kümmel
  • Filet Rouget, weiße Zitronenbutter mit Kapern und Röstkartoffeln
  • Gebratene Wachtel aus Freilandzucht mit Brioche-Füllung
  • Lammkeule mit Polenta und Blutorangen-Sauce
  • Profiteroles mit Karamell
  • Soufflé au chocolat
  • Fruchttörtchen
  • Depardieu war persönlich bei der Vorbereitung dieser Dinner-Sequenzen beteiligt. Die Food Network-Beraterin Susan Stockton flog nach Paris und traf den Schauspieler in seinem Restaurant La Fontaine. Während eines dreistündigen Dinners besprachen die beiden die Menüs, die Didier im Film zubereiten sollte.

    "Gérard ist ein Koch mit eigenen Ideen, deswegen war mir wichtig, dass er mit unseren Vorschlägen einverstanden war", erinnert sich Stockton, "ich wollte vermeiden, dass er zum Drehen kommt und dann sagt: ?Also ich würde Lammkeule niemals auf diese Weise zubereiten.' Als erstes haben wir seine Küche begutachtet, das mögen Köche immer gerne. Zum Dinner machte er uns ein Spanferkel. Er war sehr guter Laune, denn er kam gerade von einer Reise an die Küste zurück und brachte Fisch und Austern mit und Trauben von seinem Weinberg."

    "In großen Hotels müssen die Köche sich meistens an ein festes Menü halten", sagt Depardieu, "aber Didier macht seine eigenen Gerichte und verwendet dazu alle frischen Zutaten, die er auftreiben kann. Er wiederholt sich nie bei seinen Speisen."

    Mit dem Regisseur plante Stockton wochenlang die Menüs für den Film. Wang schickte ihr per Email und Zeitungsausschnitten seine Vorstellungen, wie die Gerichte aussehen sollten.

    "Im Restaurant gibt es einen Tisch aus dunklem Holz, den wir ?food plateau' nannten. Darauf befinden sich Fisch, Gemüse, Braten, Käse, Früchte und Holzschalen", erzählt Stockton, "das ist eine traditionelle Festtafel für den Winter und ein gutes Beispiel dafür, wie Wayne das Essen auf der Leinwand zeigen wollte."

    Mit ihren beiden verantwortlichen Köchen Jay Brooks und Krista Ruane besuchte Stockton drei Tage lang die Küche des Hotel Pupp und engagierte 15 Köche, die bei den Vorbereitungen helfen sollten. Die Hälfte der verwendeten Produkte stammte aus Tschechien, die andere Hälfte kam aus Frankreich.

    Stockton legte großen Wert auf eine landestypische Küche, "wir fragten die Köche vor Ort welche Sahne sie verwenden oder wo es das beste Lamm gibt."

    Die enorme Größe der Hotelküche ermöglichte es, dass die Film-Köche parallel zum normalen Küchenbetrieb arbeiten konnten.

    "In New York sind die Küchen klein, es wird so viel Raum wie möglich für den Restaurantbereich verwendet", sagt Stockton, "im Pupp ist die Küche hingegen riesig. Für diese alten Hotels in Europa ist das durchaus typisch, schließlich wurde dort früher über offenem Feuer gekocht, was eine gute Belüftung mit hohen Räumen notwendig machte. Die großzügige Raumaufteilung ermöglichte uns eine wunderbare Zusammenarbeit mit den Hotelköchen: Die lernten von uns, und wir lernten von ihnen."

    Um sicherzustellen, dass die Mahlzeiten immer frisch und heiß serviert wurden, gab Wang der Küche vor jedem Dreh einige Minuten Vorwarnzeit. Zudem wurden vor jeder Szene immer erst Großaufnahmen der Gerichte gemacht.

    "Ich stamme von der Bay Area, wo Köchinnen wie Alice Waters und Judy Rogers nach den Methoden des natürlichen Kochens arbeiten", sagt Wayne Wang, "man verzichtet auf zu viel Soße oder zu viele Gewürze und setzt auf den Eigengeschmack der Zutaten. Diesem Prinzip wollten wir in unserem Film ebenfalls treu bleiben." Über die Drehorte Die Produktion begann in New Orleans, das für viele Crewmitglieder bald zu einer zweiten Heimat wurde. Die Arbeiterviertel dienten als Kulisse für die einfache Behausung von Georgia ? diese Viertel wurde später durch die Verwüstungen des Hurrikans Katrina schwer in Mitleidenschaft gezogen.

    "Die Bewohner von New Orleans waren absolut großartig", sagt Produzent Jack Rapke, "wir waren ihre Gäste und sie behandelten uns mit ihrer berühmten Gastfreundschaft. Die gesamte Produktion wurde von diesen Leuten unterstützt ? und nun versuchen wir, diesen Leuten zu helfen."

    "Wir haben bewusst die klassischen Bilder von New Orleans wie den Garden District vermieden und wollten eine andere Seite der Stadt zeigen", berichtet Kameramann Geoffrey Simpson, "um zu verdeutlichen, wie klein die Welt von Georgia ist, haben wir die Räume so aufgenommen, dass sie möglichst beengt wirken."

    "Die großartige Tradition der Südstaatenküche, die Gemeinde der Southern Baptist Church und die gesamte Schönheit von New Orleans waren künstlerisch eine große Inspiration für unseren Film", berichtet der ausführende Produzent Richard Vane.

    Wayne Wang, der in New Orleans bereits "Because of Winn-Dixie" drehte, sagt über die Stadt: "Es herrscht hier eine ganz besondere Atmosphäre, Glaube und Kirche sind sehr wichtig, fast organisch für die Bewohner ? was perfekt zu unserer Georgia passt."

    Deutlich wird das in einer eindrucksvollen Szene, in der Georgia ihr Schicksal in Form eines Spirituals beklagt. Die Sequenz entstand in der First Street United Methodist Church, bei der 200 Statisten und eine fünfköpfige Band auftreten sowie 18 Mitglieder des Chors der New Orleans Ebenezer Baptist Church, der schon im oscar©nominierten "Ray" zu erleben war.

    Von New Orleans zog die Produktion nach Europa, wo die ausgedehnten Landschaften einen reizvollen Kontrast boten. "Dieses verschüchterte Mädchen Georgia aus New Orleans mit ihren Skiern auf dem Gipfel des massiven Berges mit seiner grandiosen Aussicht zu inszenieren, war eine der lohnendsten Aufgaben meiner Karriere", berichtet Kameramann Simpson.

    Der Kontrast spiegelt sich auch in der veränderten Kleidung von Georgia wider: In New Orleans trägt sie stets möglichst unscheinbare Sachen, in Europa "entwickelt sie sich zu einem Pfau", wie es Kostümdesigner Daniel Orlandi ausdrückt.

    Bei ihrer großen Dinner-Sequenz trägt Latifah ein rotes Chiffon-Kleid und ein Diamanten-Kollier von Chopard. "Das Kollier betont ihr Gesicht sehr elegant ohne je übertrieben zu wirken", sagt Orlandi. Um den wertvollen Schmuck nicht zu gefährden, war bei diesen Szenen ständig ein Sicherheitsmann von Chopard dabei, der Queen Latifah nicht von der Seite wich.

    Für die vier formellen Partys des Films mußste Orlandi über 1.000 Kostüme besorgen. Die Abendkleider, Ballkleider, Smokings und Fräcke wurden in Los Angeles und New Orleans gekauft und in Karlsbad und Prag individuell maßgeschneidert.

    "Wir haben schöne Statisten gefunden und sie sehr schick eingekleidet", sagt Orlandi, "sie strahlen vor Glanz und Glamour. Schließlich ist das der Ort, an dem die schönen Menschen ihre Ferien verbringen." Willkommen im Grandhotel Pupp Das Grandhotel Pupp mit seinen 228 Räumen wurde 1701 errichtet und zählt zu den renommiertesten Hotels in Osteuropa. Zu den berühmten Gästen gehörten Peter der Große, Bach, Beethoven, Goethe und zahlreiche gekrönte Häupter. Das Gebäude, das auch als Zentrum des Karlsbad Film Festival dient, wurde 1893 und 2004 renoviert. Die Dreharbeiten für "Noch einmal Ferien" dauerten sechs Wochen lang.

    "Wir suchten ein eindrucksvolles Hotel in Tschechien, bei dessen Anblick Georgia spontan ?wow' sagen würde", berichtet Richard Vane. "Im Januar und Februar ist Nebensaison, zudem fanden im Pupp einige Renovierungsarbeiten statt ? wir konnten das Hotel also gleichsam komplett übernehmen. Für mich war es sehr angenehm, dass die Crew bei diesem Dreh nicht mehr als zwei Minuten für die Anreise benötigte: Von ihrem Zimmer in die Lobby."

    Die Ballräume und Suiten dienten als eindrucksvolle Kulisse für jene neue magische Welt, die Georgia betritt.

    "Georgia kommt aus New Orleans, wo alles sehr eng für sie war. In diesem märchenhaften Hotel erlebt sie hohe Räume und Kronleuchter, die an goldenen Stangen hängen," sagt Kameramann Geoffrey Simpson. "Wir hatten fast jeden Tag Schnee, sogar als Georgia am Flugplatz ankommt. Auch dieses Wetter sorgte für einen wunderbaren Kontrast zu ihrer Welt von New Orleans."

    Für Produzent Jack Rapke war der pittoreske Schauplatz die perfekte Kulisse. "Ich habe noch nie erlebt, dass so viele Leute einen Standfotografen darum baten, ein Bild von ihnen zu machen. Jeder wollte ein Foto von sich vor diesen grandiosen Bergen im Hintergrund. Das sind Bilder, die man sich an die Wand hängt. Die Schönheit von diesem Ort wird uns allen unvergesslich bleiben."

    Szenenfoto
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