V wie Vendetta

Produktionsnotizen

Regisseur James McTeigue sieht ?V wie Vendetta? vor allem als Polit-Thriller mit einer sehr düsteren und vielschichtigen Hauptfigur. ?Einerseits setzt V sich für andere ein ? er ist überzeugt, einen sozialen Umbruch auslösen zu können. Andererseits hegt er mörderische Rachegefühle gegen alle, die ihm persönlich Unrecht getan haben.?

Bei der Vorbereitung zu ?V wie Vendetta? ließ sich McTeigue bei einer ganzen Reihe von Filmen anregen, vor allem von ?La battaglia di Algeri? (Schlacht um Algier, 1965), einer sehr realistischen Darstellung des algerischen Aufstands gegen die Franzosen in den Jahren 1954 bis 1962. Wie Stanley Kubricks ?A Clockwork Orange? (Uhrwerk Orange), George Orwells ?1984? (1984), Ray Bradburys ?Fahrenheit 451? (Fahrenheit 451) oder Lindsay Andersons ?If?? (If?) warnt auch ?V wie Vendetta? vor den Gefahren der Korruption, Bevormundung, Manipulation und Unterdrückung, behandelt allerdings auch die Risiken des Extremismus ? ob nun eine Regierung die Macht missbraucht oder ein Einzelner das Gesetz in die eigene Hand nimmt.

?,V wie Vendetta? ist ein vielschichtiger Film?, sagt Produzent Joel Silver, der in seiner langen und eindrucksvollen Filmkarriere die innovative ?Matrix?-Trilogie und wegweisende Action-Filme wie die ?Lethal Weapon?-Serie, ?Die Hard? (Stirb langsam) und ?Predator? (Predator) produziert hat. ?Der Zuschauer kann sich für die dynamische Action begeistern, aber auch tiefer in die Probleme und Themen einsteigen, die der Film aufwirft: Die Verantwortung des Einzelnen für jene Macht, die das Volk der Regierung anvertraut, und auch die Mittel, die man einsetzen darf oder mußs, um einen Tyrannen zu stürzen. Viele faszinierende Fragen werden gestellt ? allerdings gibt es keine einfachen Antworten darauf.?

Der Film stützt sich auf den Comic-Roman ?V for Vendetta? (V wie Vendetta): Er erschien erstmals 1981 in dem unabhängigen monatlichen Comic-Magazin Warrior, das schnell eine Kultgemeinde um sich scharte. Die Blattmacher Alan Moore und David Lloyd brachten 26 Ausgaben heraus, bis das Magazin eingestellt wurde ? deshalb erfuhren die Fans nie den Schluss der Geschichte. Erst nach fünfjähriger Pause vollendeten Moore und Lloyd ?V wie Vendetta? im Jahr 1989 unter dem Dach von DC ? in diesem Verlag erschien die gesamte Geschichte als Comic-Roman.

?V wie Vendetta? spielt in der nahen Zukunft ? das heutige London ist noch sehr gut zu erkennen. Die Autoren Moore und Lloyd ließen sich von ihrer damaligen Gegenwart inspirieren. ?Was wir von Margaret Thatchers ultra-konservativer Regierung hielten, setzten wir in den faschistischen britischen Polizeistaat um, der ,Vendetta? beherrscht?, erklärt Lloyd. ?Vs Hauptmotiv: Er will dieses System stürzen.?

Moores und Lloyds Comic-Serie setzt sich mit vielen politischen Thesen und ethischen Fragen auseinander, die nach wie vor hochaktuell sind. ?Die wesentliche Aussage des Originals ist, dass jeder Mensch ein Recht auf Individualität hat: Er hat das Recht ? und die Pflicht ? sich gegen den Zwang zum Konformismus zu wehren?, kommentiert Lloyd. ?V leistet Widerstand, indem er Regierungsinstitutionen direkt angreift und Regime-Befürworter ermordet. Es geht in der Story also nicht nur um den Kampf gegen einen bösen Tyrannen, sondern auch um Terrorismus: Kann man Terror in bestimmten Situationen als notwendig rechtfertigen? Dieser Frage müssen wir uns stellen, wenn wir das Problem in unserer realen Welt jemals lösen wollen.?

Die berühmten Autoren/Regisseure Andy und Larry Wachowski, die die revolutionäre ?Matrix?-Trilogie konzipierten, schätzten Moores und Lloyds Comic-Roman. Schon Mitte der 1990er-Jahre, bevor sie sich der Herkules-Aufgabe der ?Matrix?-Trilogie widmeten, schrieben sie ein Drehbuch zu ?V wie Vendetta?. Während sie an der Endfertigung von Teil 2 und 3 von ?Matrix? arbeiteten, nahmen sich die Wachowskis das ?Vendetta?-Skript nochmals vor und zeigten es ihrem Regieassistenten James McTeigue, der sie bei allen drei ?Matrix?-Filmen unterstützt hatte. Der im Werbebereich bereits erfahrene Regisseur McTeigue suchte damals das passende Sujet für sein Spielfilmdebüt.

?Wir arbeiteten an der Endfassung von ,Revolutions?, als Andy und Larry mir den Comic-Roman ,V wie Vendetta? zu lesen gaben?, erinnert sich McTeigue. Er begeisterte sich sofort für das Thema des Romans und fand genau wie die Wachowskis, dass er auch in der heutigen Zeit nichts von seiner politischen Brisanz verloren hat. ?Wir merkten, dass der Roman das heutige politische Klima sehr präzise vorausgeahnt hat. Er macht deutlich, was passiert, wenn die Gesellschaft von der Regierung beherrscht wird, statt dass die Regierung als Sprachrohr des Volks dient. Ich halte es für durchaus nicht weit hergeholt, wenn ich behaupte, dass so etwas tatsächlich passieren kann, wenn die Regierenden nicht mehr auf das Volk hören.?

Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die Wachowskis gerade in der Schlussphase ihrer zehn Jahre währenden ?Matrix?-Odyssee ? sie waren einfach nicht in der Lage, sofort wieder eine neue Regieaufgabe zu übernehmen. Dazu McTeigue: ?Wenn man zehn Jahre in ein Projekt investiert, ist das in jedem Fall eine Menge Zeit, denn das Filmemachen laugt uns völlig aus. Natürlich wollten Andy und Larry den Film eigentlich sofort machen, aber diesmal waren sie mit dem Rücksitz zufrieden.?

Also boten die Wachowskis und Produzent Joel Silver ihrem langjährigen Kollegen McTeigue an, ?V wie Vendetta? zu inszenieren. Dabei kann er auf viele wichtige Mitarbeiter der Wachowskis zählen: Produzent Grant Hill, Produktionsdesigner Owen Paterson, auf den für die visuellen Effekte verantwortlichen Dan Glass und Stunt Coordinator Chad Stahelski. Die Brüder selbst waren als Autoren und Produzenten an Bord.

Die Wachowskis nahmen sich ihre ursprüngliche Drehbuchfassung noch einmal vor und überarbeiteten sie. McTeigue erinnert sich: ?Ihre erste Fassung war eine sehr gute Adaption, allerdings haben sie den Comic-Roman praktisch Bild für Bild nacherzählt. Wir wollten die Story jedoch weiter in die Zukunft verlegen, so dass sich die Rückblenden auf die 1990er-Jahre beziehen und die Filmhandlung etwa ins Jahr 2020 projiziert wird.?

Weitere wichtige Änderungen: Moores und Lloyds Handlung wurde stromlinienförmig gestrafft, Evey bekommt eine andere Vorgeschichte, sie ist jetzt älter als im Original. ?Der Comic-Roman hat eine sehr verzweigte Handlung mit vielen Figuren?, berichtet McTeigue. ?Einige dieser Figuren mußsten wir zusammenfassen oder streichen, wobei wir allerdings sorgfältig darauf achteten, die Themen und das stimmige Konzept des Romans nicht zu verändern.?

Die Bearbeitung für das Kino wurde erheblich dadurch erleichtert, dass Lloyd und Moore ihren Roman bereits sehr filmisch konzipiert hatten: Die traditionellen ?Gedankenblasen? wichen Bildunterschriften, und statt großspuriger Layouts beschränkten sie sich auf rechteckige Comic-Strip-Bildfolgen. Lloyd bezeichnet die Drehbuchfassung der Wachowskis als werkgetreue Umsetzung des Originals. ?Ich habe ,Vendetta? nie ausschließlich als Comic gesehen?, erinnert er sich. ?Ich merkte sofort, dass die Story sich gut in andere Medien umsetzen lässt. Mir geht es bei meiner Arbeit immer nur darum, den wesentlichen Gehalt, die Schlüsselelemente zu bewahren, damit die ursprüngliche Aussage erhalten bleibt.?

Die Filmemacher legten großen Wert darauf, Vs Geheimnis zu bewahren: In Anlehnung an Moores und Lloyds Roman und ihren detailreich gezeichneten Helden bleibt sein durch Brandnarben schrecklich entstelltes Gesicht auch im Film hinter einer Maske verborgen, die so aussieht wie Guy Fawkes, jener andere legendäre Saboteur, der vor 400 Jahren einen gewaltsamen Tod starb.

Am 5. November 1605 fasste man Fawkes unter dem House of Lords, wo 36 Fässer Schießpulver unter Eisenstücken und Feuerholz verborgen lagen. Unter der Folter gestand Fawkes den kühnen Plan, am Tag der Parlamentseröffnung durch den König das englische Parlament samt König James I. in die Luft zu sprengen.

Fawkes gehörte zu jenen desillusionierten Katholiken, die damit James? Verfolgung der englischen Katholiken beenden wollten. Chaos und Aufruhr sollten das Land destabilisieren ? man hoffte, dass ein neuer Monarch, ein neues politisches Regime den Katholiken mehr Rechte einräumen würde. Als altgedienter Soldat kannte Fawkes sich bestens mit Schwarzpulver aus ? er spielte bei dem Komplott also eine wichtige Rolle.

Die Verschwörer erwarben einen Keller unter dem House of Lords: Dort lagerten sie den Sprengstoff, um dann die Eröffnung des Parlaments abzuwarten. Doch weil immer mehr Komplizen in das Komplott eingeweiht wurden, war es um die Geheimhaltung schlecht bestellt: Ein anonymer Brief warnte den katholischen Lord Monteagle, der Eröffnung des Parlaments fernzubleiben. Damit war der Plan verraten. In der Nacht des 4. November wurde Fawkes im Keller gestellt, verhaftet und dem König vorgeführt. Die grausige Folter lockerte seine Zunge, und er gestand den ehrgeizigen Plan. Fawkes und die anderen Mitglieder der Gruppe wurden öffentlich gehängt, ausgeweidet und gevierteilt ? damals die übliche Bestrafung für Hochverräter.

Jedes Jahr am 5. November brennen in ganz England Freudenfeuer, und mit einem Feuerwerk wird die Vereitlung der Fawkes-Verschwörung gegen König und Regierung gefeiert. Überall gibt es dann Fawkes-Masken zu kaufen, und ?Guy?-Puppen werden verbrannt.

Als Alan Moore und David Lloyd ihren Helden V für den Comic-Roman ?V wie Vendetta? konzipierten, ließen sie sich von Guy Fawkes? politischem Umfeld inspirieren. Wie Fawkes will auch V Chaos stiften, um das heimtückische Regime zu stürzen. ?Guy Fawkes war ein früher Anarchist?, sagt Lloyd. ?Er bildet das perfekte Vorbild für V.?

Vs Verwendung der Guy-Fawkes-Maske hat einen ebenso dramatischen wie irritierenden Effekt. ?Die Fawkes-Masken wirken so unheimlich, weil sie grinsen?, stellt Lloyd fest. ?Die Figur wirkt dadurch sehr bizarr, gleichzeitig aber auch sehr bedrohlich ? wenn dich einer umbringen will, erwartet man doch wirklich nicht, dass er lächelt.?

In ?V wie Vendetta? ist der Mann hinter der gruselig grinsenden Maske der vielseitige Schauspieler Hugo Weaving, der in seiner beeindruckenden Karriere die unterschiedlichsten Rollen gespielt hat ? vom tödlichen Agenten Smith in der ?Matrix?-Trilogie über den Elrond in allen drei Teilen der ?Lord of the Rings?-Trilogie (Herr der Ringe) bis zu unvergesslichen Auftritten in den unabhängig produzierten Hits ?The Adventures of Priscilla, Queen of the Desert? (Priscilla ? Königin der Wüste) und ?Proof? (Proof ? Der Beweis).

?V will vollenden, was Guy Fawkes und seinen Verschwörern am 5. November nicht gelungen ist?, sagt Weaving. ?Er will das Parlamentsgebäude in die Luft jagen, weil er wie die Verschwörer damals überzeugt ist, dass es die Tyrannei symbolisiert.?

V glaubt, er sei vom Schicksal dazu bestimmt, das seiner Meinung nach grausame und ungerechte System zu Fall zu bringen. ?Er wünscht sich inbrünstig, der guten Sache zu dienen ? aber dieses Motiv lässt sich nicht von seinem persönlichen, wie besessen geplanten Rachefeldzug trennen?, sagt Silver.

Einerseits will V das englische Volk vom faschistischen Joch befreien, aber er selbst will auch Vergeltung für das, was er in der Haft und unter der Folter erleiden mußste, denn seine Peiniger haben aus ihm ein Monster gemacht. Er räumt seine Feinde einen nach dem anderen aus dem Weg, und immer lässt er eine einzelne Violet-Carson-Rose als Visitenkarte am Tatort zurück.

Mit felsenfester Überzeugung und aus rachsüchtiger Verbitterung über sein eigenes Schicksal kämpft V leidenschaftlich für ein würdiges und freies Leben in einem apokalyptischen faschistischen Großbritannien. Dabei mußs er gerissen, listig und unerschrocken vorgehen ? seine Waghalsigkeit weist nicht nur extremistische Züge auf, sondern auch ein Quäntchen Wahnsinn.

?Der Mann ist sehr kompliziert und zwiespältig?, sagt Weaving. ?Er war eingesperrt, wurde gefoltert, körperlich und seelisch missbraucht. Dadurch hat er sich, wenn man so will, in einen Racheengel verwandelt. Er ist ein Killer, dabei aber ein sehr kultivierter und gebildeter Mensch, der unbeirrbar an die Freiheit des Einzelnen glaubt.?

Den gesamten Film über spielt Weaving seine Rolle unter der starren Maske ? die für einen Schauspieler so entscheidende Mimik, der Augenkontakt bleiben ihm dabei versagt. Er mußs also andere Wege finden, um V Leben einzuhauchen und ihn menschlich zu gestalten. ?Vor langer Zeit in der Schauspielschule hat mir die Arbeit mit Masken immer viel Spaß gemacht?, sagt Weaving. ?V trotz seiner Maske auf der Leinwand überzeugend darzustellen war für mich deshalb eine willkommene Herausforderung. Viel mußs ich über die Stimme transportieren, aber ich kann auch kleine, geschmeidige Bewegungen einsetzen, um so die Maske lebendiger zu gestalten. Außerdem war es wichtig, den Ausdruck der Maske durch unterschiedliche Beleuchtungen und Schattierungen zu variieren.?

?Sobald Hugo die Maske anprobierte, merkten wir sofort, dass sie funktioniert?, sagt McTeigue. ?Er kommt vom Theater, was für diese Rolle äußerst hilfreich ist. Außerdem hat er eine wunderbare physische Präsenz und eine fantastische Stimme. Er gewöhnte sich gut an die klaustrophobische Enge der Maske, und er drückt seine Gefühle durch die Stimme, die Körperbewegungen aus.?

Wie V die Guy-Fawkes-Maske und Fawkes? Identität verwendet, hat in der Story sowohl praktische als auch symbolische Bedeutung. Mit der Maske versteckt er seine Gesichtsnarben, und dadurch, dass er sein eigenes Ich verbirgt, wächst er über den Revolutionär hinaus ? er wird zur revolutionären Idee selbst. So drückt sich Vs Überzeugung aus, dass man zwar Menschen unterwerfen, aber eine Idee niemals besiegen kann ? ihre Kraft lässt sich einfach nicht unterdrücken. Vs Maske bildet auch den Kontrast zu den metaphorischen ?Masken?, die seine Landsleute tragen, weil sie ihre Individualität, ihre Überzeugungen aufgeben, um sich anzupassen und damit der Verfolgung durch die Behörden zu entgehen.

?Im Film ist V eher eine Idee als eine Person?, sagt Natalie Portman, die neben Weaving die Evey Hammond spielt, jene junge Frau, die sich von V anstecken lässt und so selbst zur Aktivistin wird. ?Er ist unbesiegbar, weil man Menschen töten kann, Ideen aber nicht. V steht also für Wahrheit, Widerstand, Individualität. Doch auf seinen politischen Idealismus fällt der Schatten seiner persönlichen Rache.?

dass Natalie Portman den gesamten Film über mit einem maskierten Partner spielen mußste, war eine schwierige Aufgabe, aber Regisseur McTeigue machte sich keinerlei Sorgen, weil er wusste, dass sie durchaus in der Lage ist, auf den ausdruckslosen Partner emotional zu reagieren: ?Mir war klar, dass sie mit der Maske umgehen kann ? durch sie wirkt V viel lebendiger.?

Die junge Schauspielerin Natalie Portman kann bereits eine äußerst beeindruckende Karriere vorweisen: die Episoden I, II und III der ?Star Wars?-Saga, aber auch viel gepriesene Auftritte in Filmen wie ?Closer? (Hautnah), ?Garden State? (Garden State) und ?Everyone Says I Love You? (Alle sagen: I Love You). Mit Portman hat McTeigue als Regieassistent bereits ?Star Wars: Episode II ? Attack of the Clones? (Star Wars: Episode II ? Angriff der Klonkrieger) gedreht. Er weiß also aus erster Hand, wie unglaublich begabt sie ist und wie konzentriert sie arbeitet. ?Sie ist ein absoluter Profi und sieht traumhaft aus?, lobt der Regisseur. ?Aber vor allem ihre Furchtlosigkeit und Intelligenz machen sie zur Idealbesetzung für die Rolle.?

?Evey vertritt all die Menschen, denen V helfen möchte?, sagt Silver. ?Sie nimmt zwar an seinem Feldzug teil und will das englische Volk befreien, lehnt aber seine persönlichen Rachemotive ab. Natalie versteht sich als Schauspielerin derart auf subtile Nuancen, dass wir von vornherein wussten: Sie hat die seltene Fähigkeit, einen derartigen inneren Konflikt darzustellen.?

Eveys Eltern haben es gewagt, sich gegen das Unterdrückungsregime, das ihr Land knechtet, aufzulehnen: Das haben sie mit dem Leben bezahlt und damit die kleine Evey zur Waisen gemacht. Eveys Eltern sind zu Aktivisten geworden, weil ihr Sohn aus politischen Gründen umgekommen ist, und in gewisser Weise war ihnen ihr politisches Engagement wichtiger als ihre Tochter. ?Den Aktivismus hat sie bereits am eigenen Leib erlebt ? ihre Eltern sind deswegen gestorben und haben sie allein zurückgelassen. Seitdem versucht sie also einfach nicht aufzufallen und auf Nummer Sicher zu gehen?, sagt Portman. ?Ihre Angst erhält sie am Leben.?

? zumindest bis zu jenem Abend, an dem das Schicksal Evey mit V konfrontiert. Ab 23 Uhr gilt eine generelle Ausgangssperre ? dann patrouillieren Undercover-Geheimpolizisten, die so genannten Fingermen, durch die Straßen, und sie erwischen Evey, die sich über das Kopfsteinpflaster zur Wohnung eines Freundes schleicht. Sie hat nur Pfefferspray, um sich zu wehren, und so wird sie zum Opfer der willkürlichen Rechtsauffassung der Beamten. Doch bevor die Begegnung in Brutalität ausarten kann, taucht ein geheimnisvoller Mann im Umhang auf ? er bewahrt nicht nur ihre Menschenwürde, sondern rettet ihr auch das Leben. Ohne dass ihr das bewusst ist, beginnt Evey daraufhin politischer zu denken.

Als ihr Folter und Einzelhaft drohen, wird Eveys politisches Bewusstsein endlich voll und ganz geweckt. ?In der Haft lernt sie mit ihren Ängsten umzugehen, und die Überwindung der Furcht macht sie praktisch unangreifbar?, sagt Portman, die in Kauf nahm, sich den Kopf für eine Schlüsselszene im Film rasieren zu lassen, in der die Bewacher ihren Willen brutal brechen wollen.

Portman ließ sich vom Thema der Geschichte anregen ? ihr gefiel Eveys Verwandlung von der anonymen Bürokraft zur mutigen, politisch motivierten Heldin. ?Politik und Ideologie spielen im Drehbuch eine wesentliche Rolle?, sagt sie. ?Es geht um die Entscheidungen, die man bei der Entwicklung seines politischen Bewusstseins treffen mußs, und um die Auswirkungen auf das Privatleben des Einzelnen.?

Als Vorbereitung auf die Rolle schaute sie sich die Dokumentation ?The Weather Underground? an: Darin geht es um eine radikale amerikanische Gruppe, die Ende der 1960er-, Anfang der 1970er-Jahre eine Bombe im Capitol von Washington deponierte und Timothy Leary aus dem Gefängnis befreite. Sie las auch die Autobiografie des berühmten israelischen Premierministers Menachem Begin, der über seine Sowjethaft schreibt und berichtet, wie er später die Leitung der militanten Zionistengruppe Irgun übernahm, die in Palästina Terrorakte verübte, um die Briten aus dem Land zu vertreiben.

Informativ fand Portman auch Antonia Frasers Buch ?Faith and Treason? über den ?Gunpowder Plot? von 1605. ?Da stand, wie der britische Hof die Katholiken drangsalierte, wie sie sich gewehrt haben, und dass all die Intrigen während der Regierungszeit von James I. Shakespeare zu ,Macbeth? inspirierten.?

Chief Inspector Finch heftet sich als Detektiv auf Vs Spuren ? er mußs Vs Mordserie stoppen und ihn dingfest machen, bevor der seine Ankündigung in die Tat umsetzt und das Parlamentsgebäude am 5. November zerstört. Als Chefermittler in der geheimnisvollen Serie grausig-gleichartiger Morde an Prominenten will Finch zunächst nur den flüchtigen Terroristen und seine angebliche Komplizin Evey hinter Schloss und Riegel bringen.

Doch als Finch Vs Vergangenheit auf die Spur kommt, ist er schockiert von den Staatsgeheimnissen, die er dabei aufdeckt ? er entwickelt Sympathien für den Täter. Und er beginnt sich zu fragen, wem er all die Jahre gedient hat, ohne je Fragen zu stellen. Plötzlich ist er durch die Ermittlungen mit der Wahrheit, mit der Realität konfrontiert. Statt weiterhin die staatlichen Unterdrückungsmechanismen zu akzeptieren, denkt er über Menschenrechte und den Freiheitsanspruch der Bürger nach. Der Schauspieler Stephen Rea übernimmt die Rolle des Finch und lässt die Zuschauer miterleben, wie der Detektiv allmählich Beweise dafür entdeckt, dass die britische Regierung für ungeheure Verbrechen verantwortlich ist. ?Als der Jäger plötzlich ein großes Interesse an seiner Beute entwickelt, wird es richtig spannend?, sagt Rea über Finch.

Rea hält die Themen der Story für zeitlos: ?Was passiert, wenn die Regierung zu weit geht? Diese warnenden Fragen sind ja durchaus nicht neu: Welche Funktion hat die Regierung eigentlich? Worin besteht ihre Verantwortung gegenüber den Bürgern??

?Andy und Larry machen interessante Sachen, wagen sich dabei aber auch aufs Glatteis?, fährt Rea fort. ?Es ist immer ein ehrgeiziges Projekt, ein Kunstwerk in ein anderes Medium zu übersetzen. Comic-Romane bestehen logischerweise aus statischen Einzelbildern, die man in ein bewegtes Bild verwandeln mußs. Das ist schwierig und auch nicht ganz realistisch, aber ich erlebe das als höchst interessant. Ich habe gern mit diesem Stoff gearbeitet, der eine gewisse surreale Qualität entwickelt.?

Rupert Graves spielt Finchs Leutnant Dominic, der als Juniorpartner ermittelt. ?Ihm geht im Laufe des Films ein Licht auf?, stellt Graves fest. ?Seine Fantasie ist etwas beschränkt ? er hat sich immer geduckt und an den Staat geglaubt, aber er und Finch begreifen langsam, dass ihre Regierung nicht so toll ist, wie sie bisher dachten.?

Der Schurke an der Spitze des totalitären englischen Regimes ist Chancellor Sutler, gespielt von dem renommierten John Hurt, der bereits zweimal für den Oscar nominiert war ? mit seinen gefeierten Leistungen in ?Midnight Express? (12 Uhr nachts ? Midnight Express) und ?The Elephant Man? (Der Elefantenmensch). Sutler regiert mit harter Knute und sorgt durch massive Einschüchterung dafür, dass die Bürger kuschen ? Geheimpolizei, ständige Überwachung und Androhung bevorstehender apokalyptischer Gefahren. Zensur, Propaganda und eingeschränkte Redefreiheit sind der Alltag, und die Ausmerzung von Minderheiten gehört zu den notwendigen Kollateralschäden. ?Sutler steht für eine Gesellschaft, die überzeugt ist, dass sich das Land am besten durch eine faschistische Regierung beherrschen lässt?, sagt Hurt. ?Stell keine Fragen, lass einfach die Partei machen, und stell vor allem nie unsere Autorität infrage.?

Hurt hat in Michael Radfords Film ?1984? (1984) nach dem Roman von George Orwell den Winston Smith gespielt: Auch in dieser grausigen Geschichte beherrscht ein omnipräsenter faschistischer Führer eine totalitär regierte Gesellschaft. In ?V wie Vendetta? sieht man Sutler mit Ausnahme einiger Schlüsselmomente nur auf einem erdrückend gewaltigen Monitor ? er hält flammende Reden an sein Volk und ereifert sich bei digitalen Konferenzen in giftigen Auseinandersetzungen mit seinem Kabinett.

In einer komischen Szene wendet sich Hurt jedoch vom Bildschirm ab und spielt mit Stephen Fry die Parodie eines Comedy-Show-Sketches: Fry, in der Rolle des TV-Moderators Gordon Deitrich, begibt sich wagemutig in große Gefahr, indem er sich über den Regierungschef lustig macht.

Deitrich ist ein weltgewandter Fernsehmann, der im Dienste der Regierung eine tägliche Comedy-Show produziert. Und er ist Eveys enger Freund und Vertrauter. Außerdem hütet er seine eigenen Geheimnisse, von denen die Behörden nichts wissen dürfen: ?Er zerreißt einfach das von der Zensur genehmigte Skript seiner Show und schreibt selbst eine ätzende Persiflage auf den Kanzler.?

Im Film ist Fry fast ständig neben Portman zu sehen. ?Natalie beeindruckt mich ungeheuer?, sagt er. ?Sie ist doch erst zwölfeinhalb Jahre alt, oder? Sie ist noch ein Embryo, bei dem die Zellteilung gerade erst eingesetzt hat, und schon spricht sie mehrere Fremdsprachen und behauptet sich als hervorragendes Naturtalent im Film. Sie hat Köpfchen und immer gute Laune. So etwas wie sie erlebt man nicht alle Tage. Sie wird sich in der Branche noch sehr lange an der Spitze halten.?

Eine weitere Rolle im hochkarätigen Ensemble übernimmt Tim Pigott-Smith als Creedy, Chef der britischen Geheimpolizei und Vs letzter, gefährlichster Gegner. Scheinbar ist es Sutler, der dem Land die Daumenschrauben anzieht, doch die wahre Macht übt Creedy aus. Ben Miles spielt Dascomb, Sutlers Propagandachef, der clever reagiert, als V das Gerichtsgebäude Old Bailey in die Luft jagt: Auf dem staatseigenen Sender BTN ist sofort von einem ?notwendig gewordenen Abriss? die Rede.

Der bereits zweimal mit dem Laurence Olivier Theatre Award ausgezeichnete Schauspieler Roger Allam spielt Prothero, den arroganten, scharfzüngigen Nachrichtenmoderator des Magazins ?The Voice of London?. Die äußerst beliebte Sendung wird von Millionen Zuschauern gesehen ? sie hören zu, wie er schwadroniert, und trösten sich mit dem Slogan, den er jeweils als Abschluss trompetet: England siegt. ?Er schwafelt über seine Überzeugungen und bildet so das Sprachrohr der Staatspropaganda?, sagt Allam. ?Er ist eine Art Evangelist des National-Faschismus.?

John Standing zählt zu den angesehensten britischen Bühnen-, Film- und Fernsehdarstellern ? hier übernimmt er die Rolle des Bischofs Lilliman. Die religiösen Überzeugungen prägen den Theologen allerdings nicht so sehr wie seine perversen sexuellen Neigungen, die ihm schließlich das Genick brechen. ?Mir bringt der Lilliman richtig Spaß?, berichtet Standing, ?denn er stellt die gräßlichsten Sachen an und wirkt dabei fast komisch. Eine wunderbare Rolle.?

Vs Leben (und letztlich auch Eveys) wird unabwendbar von einer Frau namens Valerie Page geprägt ? obwohl beide sie überhaupt nicht kennen. Ihre Geschichte steht für das Schicksal Tausender, die durch die kaltschnäuzige Brutalität und Verfolgung der Behörden als unpassend eingestuft, gefoltert und getötet wurden ? aber ihre Geschichte stellt auch einen Hoffnungsschimmer dar, an dem sich eine Revolution entzünden kann. Die Rolle der Valerie übernimmt Natasha Wightman, die unter anderem in Robert Altmans ?Gosford Park? (Gosford Park) zu sehen war.

Die renommierte irische Schauspielerin Sinead Cusack spielt Delia Surridge, eine Untersuchungsrichterin mit grausiger Vergangenheit, die sie mit V verbindet. ?Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal eine derart abstoßende Frau spielen würde?, sagt die Tony-Kandidatin. ?Ich hielt mich bisher immer für ziemlich sanft, nett und irisch! Stattdessen spiele ich diesmal eine schurkische Mörderin ? also für mich ganz neues Terrain. Der Film ist die höchst interessante psychologische Studie einer Welt, die uns hoffentlich auf ewig erspart bleibt.?

Dreharbeiten ?V wie Vendetta? spielt in naher Zukunft in London. Man kann zwar noch berühmte Wahrzeichen wie das Parlamentsgebäude, den Gerichtshof Old Bailey und den Big Ben wiedererkennen, aber die Stadt ist wie das ganze Land in einer Nachkriegsdepression erstarrt. Kanzler Adam Sutler hat die uneingeschränkte Macht über diese streng reglementierte Gesellschaft an sich gerissen, indem er seine extremistische Norsefire-Partei als Englands letztes Bollwerk gegen Krieg, Seuchen und Hungersnot anpreist. Doch Sutlers Unterdrückungsmechanismen sorgen dafür, dass dem Land auch die letzte Vitalität und Hoffnung ausgetrieben wird. Nahrungsmittel sind rationiert ? dafür gibt es Angst im Überfluss. An persönliche Freiheit kann sich kaum noch jemand erinnern, und niemand wagt aufzumucken ? sonst wird er von den Fingermen ? Minister Creedys Geheimpolizei ? ?eingesackt? und verschwindet auf Nimmerwiedersehen.

Unter der Leitung von Regisseur James McTeigue versuchte das ?V wie Vendetta?-Team, das heutige London mit seinen bekannten Elementen in die filmische Darstellung einer trostlosen politischen Umwelt zu übernehmen. ?England hat seine Seele verloren?, sagt Produktionsdesigner Owen Paterson, der zuvor mit McTeigue und den Wachowski Brothers die ?Matrix?-Trilogie gestaltet hat. ?Wir versuchen ein London zu schaffen, das man durchaus wiedererkennt ? aber es ist in einer totalitären Eiszeit erstarrt.?

Paterson und Kostümbildnerin Sammy Sheldon verwendeten alle nur denkbaren Grauschattierungen, um die Stadt und ihre Bürger wie in ein düsteres Leichentuch einzuwickeln. ?In dieser Welt hat man kaum noch die Wahl?, sagt Innenausstatter Peter Walpole. ?Autos oder Bohnenkonserven gibt es zwar, aber jeweils nur eine Sorte. Das kann man zum Beispiel auch im Fernsehstudio merken: Alle Monitore sind vom selben Typ, alle Tische und Stühle sehen vollkommen gleich aus.?

Der Film wurde überwiegend im Studio und in Innenräumen gedreht, um die beklemmende Atmosphäre der Entfremdung zu betonen. ?Wir wollen ein klaustrophobisches Ambiente erzeugen und haben ganz bewusst überwiegend Innenaufnahmen verwendet?, erklärt McTeigue.

Die Dreharbeiten begannen im März 2005 im Potsdamer Studio Babelsberg. Im nahen Berlin wurde an einigen Originalschauplätzen gedreht, vor allem aber filmte das Team zehn Wochen lang in den Studiohallen von Babelsberg. Anschließend folgten einige Drehwochen in London, wo die wichtigsten Außenaufnahmen entstanden.

Paterson überwachte den Entwurf und Bau von atemberaubenden 89 Sets allein in Babelsberg. Zu den Sets gehören der Jordan-Fernsehturm, in dem das staatseigene British Television Network untergebracht ist; Victoria Station, der ehemalige, völlig zerstörte U-Bahnhof (der U-Bahn-Verkehr wurde von der Regierung schon vor Jahren eingestellt); und außerdem ein weiterer wichtiger U-Bahn-Abschnitt, den V nutzen will, um das Parlamentsgebäude zu sprengen.

In der historischen Halle 2, wo Fritz Lang 1926 seinen futuristischen Klassiker ?Metropolis? drehte, bevölkerten 500 Komparsen Patersons großartigsten und aufwändigsten Set: die labyrinthische Schattengalerie.

Wie V selbst wirkt sein unterirdisches Hauptquartier elegant, geheimnisvoll und fesselnd ? es ist eine Kombination aus Gruft und Kirche, eine Erweiterung der Tunnel, die die Stadt durchziehen. ?Ich stellte mir die Schattengalerie vom Grundriss her in Form des Spielkartensymbols ,Kreuz? vor, mit einer zentrale Halle und weiteren Räumen, die von dort nach allen Seiten abgehen?, beschreibt McTeigue den riesigen Set, der eine Bibliothek, Vs Ankleidezimmer, eine Küche und einen Vorführraum/Aufenthaltsraum enthält. ?Man hat den Eindruck, als ob sich sein Quartier unter einem gewaltigen Kulturtempel befindet, den die Behörden schon vor langer Zeit geschlossen haben.?

?Die Schattengalerie könnte man zum Beispiel unter der St.-Paul?s-Kathedrale oder unter der Westminster Abbey vermuten?, erklärt Paterson. Sie hat gewölbte Decken, wirkt wie ein Tudor-Haus. Es könnte gut sein, dass vor langer Zeit einfach eine Tür zugemauert wurde ? seitdem scheint es vergessen.?

Vs gruftartiges Versteck dient auch als eine Art Museum ? dort sammelt er Musik, Filme, Literatur, Philosophie und Kunst ? all das, was vom ?Ministerium für verwerfliches Material? verboten wurde. ?V rettet alles, was die Regierung verdammt?, sagt McTeigue.

?Er wacht über die Kultur, deren Erhaltung unmittelbar bedroht ist?, fügt Hugo Weaving hinzu. ?Wahrscheinlich gibt es in dieser Welt etliche Leute wie ihn, die ihre eigenen Höhlen, ihre eigenen Schatzkammern à la Schattengalerie hüten.?

Als schwierigste Aufgabe für Innenausstatter Peter Walpole und seine Abteilung erwies sich die Urheberrechtssituation, denn für die Galerie wollte er Duplikate von unzähligen weltbekannten Kunstwerken anfertigen, um sie in den vielen Kammern der Galerie auszustellen. ?Wir mußsten Objekte unterschiedlichster Art besorgen ? einfach alles, vom Picasso bis zum Turner, von moderner Kunst bis zu Comic-Heften?, sagt Walpole.

Außerdem stellte Walpoles Team Hunderte von Büchern zusammen, die Vs persönliche Bibliothek ergeben. In diesem Raum der Schattengalerie erwacht Evey ? umgeben von unzähligen Stapeln verbotener Bücher.

?Wenn man den Raum betritt, sieht man zunächst niedrige Bücherstapel ? als ob der Wind sie wie gefallene Blätter hereingeweht hätte?, berichtet Walpole. ?Doch wenn man dann weitergeht, werden die Stapel immer höher, dann reichen sie schließlich bis zur Decke, bedecken die Wände, so dass sie fast wie eine Schneewehe wirken.?

Um die Dreharbeiten in der Bibliothek möglichst praktisch und flexibel zu gestalten, klebte man viele Bücher zu kleinen Stapeln zusammen, die man schnell zur Seite räumen und wie Legosteine zu größeren Einheiten zusammensetzen konnte, statt sie mühsam Buch für Buch zu stapeln.

Natalie Portman erinnert sich an den Dreh dieser Szenen: ?James brachte einen Zeitungsausschnitt mit: Das Foto einer Bibliothek, die man im Irak entdeckt hatte. Sie war von den Behörden geschlossen worden ? alles war mit Bücherstapeln vollgestopft. Unglaublich, wie nah die Realität an unsere Filmgeschichte herankommt.?

Neben den Sets entwarf Paterson zusammen mit McTeigue und Ausstatter Stephan Gessler auch Vs gruselige Maske. Sie ist nicht nur Tarnung, nicht nur Ausdruck seines Hangs zur Theatralik, nicht nur eine Hülle für sein schrecklich entstelltes Gesicht, sondern vor allem ein überzeugendes Symbol für die von ihm vertretenen Prinzipien der Freiheit und freien Meinungsäußerung.

Paterson richtete sich dabei nach Vs berühmter Maske aus dem Comic-Roman, wobei Illustrator David Lloyd seinerseits als Vorbild jene Guy-Fawkes-Masken benutzte, die am 5. November zu Ehren des als Volksheld verehrten Hochverräters getragen werden. Lloyd zeichnet sie allerdings so, dass die Maske auf jedem Bild einen anderen Gesichtsausdruck annimmt und verschiedene Stimmungen ausdrückt.

McTeigue entschied sich dagegen für eine ?starre? Maske ? er verzichtete auf die Möglichkeit, sie mit Computertricks oder auch mechanisch zu manipulieren, um so die Mimik zu verändern. ?Das Gesicht ist zwar sehr spezifisch, soll aber möglichst ,zeitlos? wirken?, sagt er. ?Denn wenn wir den Look der Maske richtig hinbekommen, dann können wir ihre Wirkung vor der Kamera atmosphärisch deutlich verändern ? sei es durch die Beleuchtung, sei es durch Hugos Darstellung.?

Das Ergebnis beschreibt der Regisseur als ?Mischung aus der traditionellen Guy-Fawkes-Maske und einer Harlekin-Maske?. Sie wurde zunächst aus Ton geformt ? was sehr viel unpräziser und umständlicher ist als die moderne Gussformherstellung per Computer-Scan. Vom Original fertigte man einen Glasfiber-Abguss, der per Airbrush-Bemalung ein porzellanartiges Puppengesicht bekam.

?Unser hervorragender Bildhauer Berndt Wenzel hat äußerst geduldig sieben Versionen der Maske aus Ton geformt, um ihr den richtigen Persönlichkeitsausdruck zu verpassen?, sagt Paterson. ?Es war nämlich wichtig, eine perfekte Grundform zu gestalten, die uns erlaubt, mithilfe der Ausleuchtung unterschiedliche Ausdrucksvarianten zu erzeugen.?

Um die Maske zum Leben zu erwecken, ?mußste das Team sehr eng zusammenarbeiten?, berichtet Weaving. Obwohl er von der Ausleuchtung und der Kameraposition unterstützt wurde, mußste der Schauspieler viele Gefühle allein mit seiner Stimme und seiner Körpersprache ausdrücken, denn hinter Vs Fassade sind weder Augen noch Mund oder andere Gesichtspartien erkennbar. ?James gab mir oft Tipps, wie ich spielen sollte, wenn ich keine Maske tragen würde. Das war toll, denn die Maske überzeugt nur, wenn die Figur hinter der Maske überzeugt.?

Von entscheidender Bedeutung war also, wie V spricht. ?Von Anfang an war klar, dass ich mich beim Sprechen der Dialoge gar nicht anzustrengen brauchte, weil meine Stimme von der Maske derart gedämpft wird, dass ich meine Texte anschließend sowieso nachsynchronisieren mußste?, sagt der Schauspieler. ?Aber dennoch ist es sehr wichtig, die Figur durch die richtige Stimme auszudrücken ? also auch schon im Moment der Kameraaufnahmen.?

Aber Weaving mußste nicht nur seine Gefühle durch die Maske sichtbar machen ? auch das Tragen der Maske erwies sich als äußerst problematisch. ?Hugos Gesichtsfeld ist stark eingeschränkt?, erklärt McTeigue. ?Wenn er seinem Partner vor der Kamera gegenübersteht, kann er nur dessen Bauch sehen.?

Außerdem mußste sich der maskierte Weaving auf die Perücke, den Hut und das schwere Cape einstellen ? es hat einen hohen Kragen und schränkt seine Kopfbewegungen ein. ?Einfach phänomenal, wie der Schweiß in Strömen läuft, wenn man Perücke, Hut, ein sehr dickes Kostüm und eine Maske trägt?, sagt der äußerst geduldige Weaving.

Die Entwürfe zu Weavings Garderobe stammen von Kostümbildnerin Sammy Sheldon (?Black Hawk Down?; ?The Hitchhiker?s Guide to the Galaxy?/Per Anhalter durch die Galaxis). Sheldon hielt sich dabei an McTeigues Anweisung: V sollte aussehen ?wie eine Mischung aus dem tatsächlichen Guy Fawkes und einem Revolverhelden.?

?Bei Vs Kostüm gehen wir also von der Mode des 16. Jahrhunderts aus ? aber wir haben es vereinfacht, glatter und moderner gestaltet, also Futurismus auf historische Art?, sagt Sheldon, die das Kostüm aus Cashmere, Wolle, Leder und einem echten Seidenstoff aus dem 16. Jahrhundert mit Korbflechtmuster schneiderte. ?Auch Vs Hut haben wir angepasst, er ist gedrungener und klarer, nicht so verspielt und voller Federn, wie man ihn zu Fawkes? Zeit trug.?

Wie Vs Kleidung sind auch die von ihm bevorzugten Waffen ? sechs handgefertigte Wurfmesser ? eine Mischung aus historischem und modernem Design. ?Wenn V sein Cape öffnet, soll das aussehen wie ein Gebiss aus Metallzähnen?, erklärt McTeigue. ?Unser Waffenmeister Simon Atherton hat hervorragend gearbeitet: Er fertigte nicht nur Vs Messer an, sondern auch die metallenen Scheiden, in denen sie stecken.?

Vs gruselig-elegante Visitenkarten sind Violet-Carson-Rosen, die im Film von roten Grand-Prix-Rosen dargestellt werden. Die Ausstattungsabteilung kaufte täglich Dutzende dieser Rosen, um zu gewährleisten, dass immer einige voll erblüht für die Dreharbeiten zur Verfügung standen.

Während Weaving sich mit Vs kompliziertem Kostüm abmühte, mußste sich Natalie Portman mit eher minimalistischer Kleidung begnügen. Als Vs unerwartete Komplizin Evey Hammond mußste sie sich in einer Schlüsselszene vor der Kamera den Kopf rasieren lassen: Evey wird festgenommen und gefoltert, damit sie Vs Identität verrät.

McTeigue wusste natürlich, dass sich diese Aufnahme nicht wiederholen ließ. Er setzte also mehrere Kameras ein, um Eveys Qual ins Bild zu bekommen, während ihre kastanienbraunen Locken fallen. Der für die Filmfrisuren verantwortliche Jeremy Woodhead rückte höchstpersönlich Portmans Haarpracht mit der Schere zu Leibe.

Portman erlebte diese Erfahrung als sehr befreiend. ?Es war sehr schön, mal ein wenig von der Eitelkeit abzurücken?, sagt sie. ?Wenn man bedenkt, wie viel Zeit man als Frau auf sein Aussehen verwendet ? wenn man all die Stunden zusammenzählt, ergeben sie zehn Lebensjahre. Es war toll, damit zu brechen. Andererseits dauert es sehr lange, bis das Haar nachgewachsen ist ? also je eher, desto besser!?

Auch eine weitere überwältigende Einstellung ließ sich nicht wiederholen: In dieser mitreißenden Sequenz kippt V einen Dominostein, der dann Tausende weiterer Steine zu Fall bringt, die in einem komplizierten ?V?-Muster auf dem Boden der Schattengalerie aufgebaut sind.

Vier professionelle Domino-Arrangeure von Weijers Domino Productions benötigten 200 Arbeitsstunden, um für diesen atemberaubenden Effekt 22.000 Dominosteine in Position zu bringen. Bei den Vorbereitungen war die Studiohalle für jedermann außer den Arrangeuren gesperrt, denn bei den ersten Vorbereitungen waren die Steine schon durch eine kleine Irritation umgefallen.

Entsprechend herrschte am Drehtag eine hoch konzentrierte Spannung, damit kein Schritt, kein lautes Wort die Steine aus dem Gleichgewicht brachten. Allen stockte hörbar der Atem, als einer Frisurenassistentin beim Striegeln von Vs Locken der Kamm aus der Hand fiel ? da saß V/Hugo Weaving nämlich schon im Schneidersitz am Anfang der Dominoreihe. Glücklicherweise verfehlte der Kamm den ersten Stein um Haaresbreite. Die Dominosteine wurden dann offiziell ?gekippt? ? und fielen in perfekter Formation.

Neben den monatelangen Studioaufnahmen in Babelsberg drehte das Team auch ein paar Wochen an Originalschauplätzen in Berlin. Für eine Rückblende inszenierte man eine Norsefire-Wahlveranstaltung mit Kanzler Sutler am Gendarmenmarkt; die Szenen in Bischof Lillimans Schlafgemach entstanden in einem weitläufigen Potsdamer Schlosstrakt; und eine ehemalige Hühnerfarm verwandelte man in das unheimliche Internierungslager Larkhill.

Dort, am Motiv Larkhill, ging Stunt Coordinator Chad Stahelski buchstäblich durchs Feuer, um mit dieser eindringlichen Aufnahme an Vs grausige Vergangenheit zu erinnern ? hier liegt die Ursache für seine unstillbaren Rachegelüste. Stahelski bringt übrigens vier Jahre Erfahrung allein bei der ?Matrix?-Trilogie mit, und er übernimmt alle Stunts für Keanu Reeves.

Während der Dreharbeiten in Babelsberg bereitete ein kleines Team schon die abschließenden Produktionswochen in London vor. Owen Patersons Ausstattungsteam überzog die Außenschauplätze mit der freudlos stumpfen Patina einer streng reglementierten Gesellschaft ? alle Werbeflächen verschwanden, ebenso die Hinweise auf den öffentlichen Nahverkehr, überhaupt jeder bunte und heitere Farbtupfer.

?Alles soll grau in grau aussehen?, sagt Ausstatter Peter Walpole. ?Außerdem brachten wir Überwachungskameras an und stellten Telegrafenmasten mit Lautsprechern auf, um die ,Big Brother?-Atmosphäre zu betonen.?

Die Rückblenden in die 1990er-Jahre zeigen England vor der Wahl des ultrakonservativen Kanzlers Adam Sutler: ?In dem Fall sind die Sets unordentlicher, belebter und lockerer?, berichtet Walpole. ?Doch in den Szenen, die die filmische Gegenwart beschreiben, haben wir die Sets betont leer gehalten. Alles wirkt reglementierter. Den subtilen Unterschied kann man deutlich spüren.?

Zum Höhepunkt des Films kommt es am Parlamentsgebäude: Das Team drehte in der berühmten Straße Whitehall, die von der Nelson-Säule am Trafalgar Square bis zum Parlamentsgebäude und Big Ben führt. An der Straße liegt das Verteidigungsministerium, und direkt um die Ecke befindet sich der Wohnsitz des Premierministers in Nr. 10 Downing Street. Das Stadtviertel erfordert also hohe Sicherheitsauflagen und ist bisher noch nie für Filmaufnahmen abgesperrt worden. Neun Monate dauerten die Verhandlungen mit 14 Regierungsbehörden und -agenturen, unter anderem auch mit dem Verteidigungsministerium, aber schließlich hatte der für die Drehorte zuständige Nick Daubeney die beispiellose Drehgenehmigung in der Tasche: Das ?V wie Vendetta?-Team durfte die Straße drei Nächte hintereinander von Mitternacht bis 5 Uhr morgens absperren. Wenn man die Zeit für Auf- und Abbau der Ausrüstung sowie die Positionierung von Mannschaften und Fahrzeugen (darunter zwei Armeepanzer) abrechnet, blieben den Filmemachern also nur vier Drehstunden pro Nacht.

Neben den unzähligen Genehmigungen für den Dreh in Whitehall mußste das Filmteam auch die Erlaubnis einholen, dort vor Ort während der Proben und des Drehs die Panzer und nachgebildeten Waffen zu verwenden.

Die ausgemusterten Militärpanzer besorgte man in einem britischen Requisitenfundus. Bevor diese Fahrzeuge jeden Abend zu den Aufnahmen nach Whitehall transportiert wurden, wurden die Panzer zuvor von Sicherheitsbeamten der Regierung inspiziert, damit sichergestellt war, dass die Waffen nicht funktionierten und auch nicht irgendwie umfunktioniert worden waren. Dann brachte man sie per Tieflader an den Drehort ? Pausen unterwegs waren untersagt, die Panzer durften während des Transports nicht verändert werden, und sie wurden während der ganzen Zeit von Sicherheitsbeamten begleitet. (Beim Dreh, also am Set selbst, fuhren die Panzer aus eigener Kraft.)

Jeder Schauspieler und jeder Techniker, der während des Drehs in Whitehall eine Filmwaffe in die Hand nahm, wurde zuvor genau überprüft. Jede Waffe erhielt einen Barcode, um jedes Einzelstück und seinen Benutzer leicht zu registrieren und zu überwachen.

Während des gesamten Drehs waren die offiziellen Sicherheitsbeamten ständig präsent ? einige waren den Darstellern und dem Team als solche bekannt. Andere blieben in der Menge anonym, um die Sicherheit für alle jederzeit zu gewährleisten.

Für diese aufwändige Szene mußsten Kostümbildnerin Sammy Sheldon und ihr Team 500 Statisten in imitierte V-Capes und -Hüten einkleiden. Und für die 400 Statisten, die die Miliz darstellen, fertigten sie Uniformen, Helme und Splitterschutzwesten an.

Nach Abschluss der Dreharbeiten gingen der für die visuellen Effekte verantwortliche Dan Glass und das ?Vendetta?-Modell-Team unter der Leitung von José Granell ans Werk: Zehn Tage brauchten sie, um große Miniaturmodelle des Parlamentsgebäudes, des Big Ben und des Gerichtshofs Old Bailey für Schlüsselszenen in die Luft zu sprengen.

Später fügte man zwar auch einige Computereffekte in die Explosionsszenen ein, aber wegen ihrer großen symbolischen Aussagekraft legten die Filmemacher Wert darauf, dass die Detonationen so realistisch wie irgend möglich aussehen ? deswegen entschieden sie sich für die durch Spezialeffekte real explodierenden Modelle und verzichteten auf CGI.

?Die Modelle wirken echt, greifbar?, erklärt Granell. ?Vor allem wenn es um physikalische Elemente wie Wasser und Feuer geht, erhält man gerade bei der Pyrotechnik bessere Resultate, wenn man das real, physisch filmt. Bei Computer-Bildern passiert nie etwas Unerwartetes ? es sei denn, man baut es bewusst ein. Den CGI-Bildern fehlt also die entscheidende Qualität, dass nämlich die Natur macht, was sie will.?

Die Filmemacher entschieden sich für Modelle im großen Maßstab, um ein realistisches Verhältnis zwischen der Größe der Gebäude und der damit verbundenen Pyrotechnik zu gewährleisten. Elf Wochen brauchte die Londoner Firma Cinesite, um in den Shepperton Studios Gipsmodelle im Maßstab 1:7 zu bauen: Entsprechend war das Gerichtsgebäude Old Bailey sieben Meter hoch, Big Ben ragte fast zehn Meter in die Höhe, und das Parlamentsgebäude war 13 Meter lang.

Bei ihren Recherchen studierten Granell und sein Team Dokumentaraufnahmen von der Explosion echter steinerner Gebäude, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie Stein sich bei der Detonation verhält. Daraufhin begannen sie ihre Experimente mit verschiedenen Materialien. Weil Gips sehr gut bricht und sich bei der Explosion am ehesten wie Stein verhält, wurden die Modelle vorwiegend aus in Formen gegossenem Gips errichtet. Das Team experimentierte mit verschiedenen Gips-Rezepten für die unterschiedlichen Gebäudeteile ? einige Komponenten mußsten stabiler sein, andere mit mehr Details erforderten schwächere Gipsversionen.

Vor diesen abschließenden Aufnahmen drehte das Team Effeke für bestimmte Bildelemente: einzelne pyrotechnische Explosionen, die man später in der Endfertigung einfügen konnte. Man probierte die unterschiedlichsten Kombinationen von Sprengladungen und Gipszusammensetzungen aus, um herauszfinden, wie sich die einzelnen Mischungen vertrugen. ?Beispielsweise ergab sich das Problem, dass der bewusst schwache Gips zu viel Staub verursachte?, sagt Granell. ?Und ich wollte vor allem die Farbe der Sprengelemente gut ins Bild bringen ? die pyrotechnische Ladung, die Flammen, all diese Details. Also änderten wir das Gipsrezept, um das Problem in den Griff zu bekommen.?

Das Team lernte die Baupläne von Old Bailey und vom Parlamentsgebäude praktisch auswendig, um akkurat vorherzubestimmen, wie sich die Baustruktur bei einer solchen Detonation verhalten würde, zum Beispiel: Wie schnell breitet sich die Explosion im Gebäude aus, wo sind die Bruchstellen, wo geben sie gleich zu Anfang nach, welcher Gebäudeteil übersteht die Druckwelle, wie groß sind die entstehenden Bruchstücke, wie schnell fliegen sie durch die Luft, und wie weit?

Neben dieser strukturellen Genauigkeit achteten die Designer auch auf alle äußeren Details, um den legendären Gebäuden genau den richtigen Look zu verpassen. ?Da mußs man schon sehr detailbesessen sein?, sagt Granell. ?Man schaut sich die echten Gebäude sehr genau an, nicht nur die Bauelemente, sondern auch den Zustand der Steine, wie verwittert sie bereits sind. Denn all das müssen wir ja imitieren. Wir müssen ständig daran denken, dass viele Zuschauer diese Gebäude sehr gut kennen ? sie können also sehr genau beurteilen, ob sie echt aussehen oder nicht.?

Die langwierigen Recherchen und die große Mühe der Experten beim Bau der außergewöhnlichen Modelle zahlten sich hundertprozentig aus: Auf der Leinwand wirken die explodierenden Modelle absolut überzeugend ? sie verhielten sich bei den Aufnahmen ganz wie berechnet. ?Die Gebäude sehen einfach fantastisch aus?, sagt Granell. ?Ich habe mich gleich zu Anfang bei den Jungs entschuldigt, die mit uns gearbeitet haben, denn sie haben sehr viel Mühe investiert, und die Miniaturmodelle sahen wunderbar aus ? bis wir sie in die Luft jagten. Ich konnte also nichts weiter tun als darauf zu achten, dass wir bei den Explosionen alles richtig machten, damit sich das auch lohnt!?

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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