The Da Vinci Code - Sakrileg

Produktionsnotizen

Die Entstehung - Vom Buch zum Film Noch lange bevor der Sensationserfolg von Dan Browns Bestseller ?Sakrileg? seinen Höhepunkt erreicht hatte, empfahl der Sony-Vorsitzende Howard Stringer dem Filmproduzent John Calley, das Buch zu lesen. ?Ein erstklassiger Thriller, ich war ganz verrückt danach?, erinnert sich Calley. Er erwarb umgehend die Filmrechte.

Parallel zeigten Brian Grazer, Kovorsitzender bei Imagine Entertainment und sein Partner, Regisseur und Produzent Ron Howard, ebenfalls Interesse an der Verfilmung. Grazer war vor allem von der kontroversen Thematik des Romans fasziniert: ?Für mich bietet ?Sakrileg? nicht nur grandiose, spannende Unterhaltung; vielmehr waren es die hintergründigen Fakten, die meine Aufmerksamkeit weckten, wie z.B. die Diskrepanz zwischen historischen Fakten und der Geschichtsschreibung. Dieses Thema fand ich sehr aufregend.?

Als Grazer und Howard erfuhren, dass Calley bereits eine Option auf die Rechte hatte, trugen sie ihm ihre Ideen für eine Kinofassung von THE DA VINCI CODE ? SAKRILEG vor. Sie wurden Partner. Ron Howards Frau las ?Sakrileg? gerade mit ihrem Buchclub und als er erwähnte, dass er vielleicht einen Film daraus machen werde, stieß er auf einhellige Begeisterung. ?Ich habe den Roman genauso entdeckt, wie der Rest der Welt auch: durch Mundpropaganda. Die Menschen interessieren sich aus den verschiedensten Gründen für dieses Buch und auf jeden hat es seine ganz eigene Wirkung.?

Der Hauptgrund für Howards Faszination ist jedoch seine Vorliebe für das Thriller-Genre. ?Die Geschichte hat alle klassischen Spannungsmomente, die einen guten Film ausmachen?, stellt der Regisseur fest. ?Sie scheint den Zuschauer in eine bestimmte Richtung zu führen, doch dann kommt plötzlich eine überraschende Wendung. Das ist es, womit Dan Brown seine Leser derart fesselt: ?Man wähnt sich auf dem vertrauten Terrain eines Mystery-Thrillers, und plötzlich ? wow! ? nehmen die Ereignisse eine völlig andere Wendung.?

John Calley freute sich über Howards Interesse an ?THE DA VINCI CODE -SAKRILEG?, denn er hatte schon lange nach einer Gelegenheit gesucht, mit dem Oscar®-Preisträger zusammen zu arbeiten: ?Ich habe Ron immer bewundert. Er ist routiniert und dabei äußerst bescheiden: Er stellt sich ganz in den Dienst des Projektes. Er ist die ideale Wahl, denn er bringt eine Art Grundverständnis und Aufgeschlossenheit mit, nach denen dieser Stoff verlangt.?

Nach ihrer Zusammenarbeit bei A Beautiful Mind und Das Comeback war Drehbuchautor Akiva Goldsman Howards erste Wahl, um Dan Browns Roman für die Leinwand zu adaptieren. ?Es war eine echte Herausforderung?, räumt Howard ein. ?Als wir uns zur Verfilmung entschlossen, hatte sich das Buch längst vom Bestseller zu einem internationalen Phänomen entwickelt. Ich hatte schon vorher eng mit Akiva Goldsman zusammen gearbeitet und wir führten tiefschürfende Gespräche über die Vorlage. dass es einen tollen Filmstoff abgeben würde, reichte noch nicht aus. Wir mußsten uns all die Fragen stellen, die der Roman aufwirft. Ich hatte zuvor an keinem vergleichbaren Projekt gearbeitet: Einem, das nicht nur Entertainment bietet und starke Emotionen hervorruft, sondern auch zu Diskussionen anregt.?

Goldsman gibt offen zu, dass ihn die Aufgabe zunächst etwas einschüchterte: So viele Menschen hatten das Buch gelesen und dazu ihre eigenen Bilder im Kopf entwickelt. ?Ich war von dem Roman schwer beeindruckt und hatte keine Ahnung, wie man ein derart komplexes und labyrinthisches Werk angemessen adaptieren soll?, gesteht er. ?Mein erster Impuls war, lieber abzulehnen. Aber dann setzte ich mich mit Ron zusammen und er hatte so klare Vorstellungen zur Umsetzung, dass ich mich von seinem Selbstvertrauen anstecken ließ.?

Auch dem zweifachen Oscar®-Gewinner Tom Hanks, der Dan Browns Protagonist Robert Langdon verkörpert, waren die Tücken einer Bestselleradaption nur allzu bewusst: ?Man mußs den Lesern geben, was sie erwarten, denn ? ganz ehrlich: Das Buch ist wirklich gut?, sagt Hanks. ?Natürlich könnte man es anders machen. Dann sollte man aber sicher gehen, dass man es auch besser macht! Mit der Adaption eines so spezifischen Stoffes wie ?Sakrileg?, stellt Akiva sich einer gewaltigen Aufgabe, gerade weil er als erfahrener Drehbuchautor genau weiß, wie man eine Geschichte in Bilder umsetzt.?

Während der Skriptentwicklung berieten sich die Filmemacher immer wieder mit Autor Dan Brown. ?Dan war sehr umsichtig und hilfsbereit. Ihm war vollkommen klar, dass das Drehbuch keine wortgetreue Umsetzung des Romans sein konnte?, sagt Howard. ?Er wusste, dass wir die Geschichte straffen mußsten. Aber er blieb unsere wichtigste Informationsquelle. Er wies uns sogar auf einige Details hin, auf die er erst nach Beendung des Romans gestoßen war. Sie sind in das Skript eingeflossen. Unser Film ist also quasi eine aktualisierte, kommentierte Version von ?Sakrileg?.

Die Darsteller und ihre Rollen Kaum hatte Akiva Goldsman sein Drehbuch fertig gestellt, standen die Filmemacher vor der nächsten Hürde: Ein Ensemble zu gewinnen, das Browns faszinierenden Romanfiguren gerecht wird und ihre Persönlichkeiten auf der Leinwand zu eigenem Leben erweckt. ?Dieser Film hat eine wahrhaft internationale Besetzung?, schwärmt der ausführende Produzent Todd Hallowell. ?Wie Ron nach und nach alle Teile zusammengebracht hat, bis sie perfekt ineinander griffen ? das war ein spektakulärer Prozess. Er hat wirklich ein außergewöhnliches Ensemble versammelt.? Tom Hanks / Robert Langdon ?Robert Langdon ist der Held jedes Intellektuellen, einer, der unermüdlich forscht, um dieses Mysterium zu entschlüsseln?, beschreibt Drehbuchautor Akiva Goldsman. ?Durch die Geschichte hindurch fühlen wir uns zu Menschen hingezogen, die nach der Wahrheit suchen, nach dem Gral. Viele von ihnen waren Ritter, Männer mit reinem Herzen und starkem Willen ? unbeugsam.? Hanks war der Erste, der für THE DA VINCI CODE ? SAKRILEG im Gespräch war. Obwohl er in den vergangenen Jahren nicht mit Ron Howard gearbeitet hatte, blieben sie in Verbindung.

?Aber es war mehr als nur Freundschaft, was mich dazu brachte, Tom als Robert Langdon zu besetzen?, versichert Howard. ?Als ich zum ersten Mal mit ihm über die Rolle sprach, hatte ich ein ähnlich gutes Gefühl wie vor zehn Jahren bei Apollo 13. Es gibt viele Überschneidungen zwischen Tom ? als Schauspieler wie als Mensch ? und dem sensiblen Charakter Langdons. Tom ist dieser Kerl: Langdon wird von Wissensdurst getrieben und er hat diesen wunderbaren trockenen Humor. Von kleinsten Details wird sein Interesse geweckt und er möchte die Wahrheit begreifen. Auch Tom ist sehr klug und fasziniert von der Welt um ihn herum. Ich wusste, dass ich in ihm einen intelligenten und hilfreichen Mitstreiter hatte.?

Hanks war begeistert, erneut mit Howard zu arbeiten ? umso mehr, als er ihm die Herausforderung bot, eine Rolle zu spielen, die nichts mit seinem persönlichen Erfahrungsschatz zu tun hatte. ?Langdon hat dieses unglaubliche, ausufernde Fachwissen, es füllt ihn aus?, erzählt Hanks. ?Und es ist ihm gelungen, seine Leidenschaft zum Beruf zu machen. Als Symbologe kann er dir genau sagen, was drei Striche auf einer Höhlenwand bedeuten, was sie damals bedeuteten und wie sich ihr Sinn über die Jahrhunderte hinweg verändert haben mag. Er ist jemand, der permanent alles beobachtet. Er erkennt all diese Zusammenhänge, ständig.?

Der Schauspieler betont, dass der Austausch mit Howard wesentlicher Bestandteil für den Zugang zur Rolle des Robert Langdon war: ?Ron ist völlig entspannt, dabei aber unglaublich verantwortungsbewusst, aufmerksam und äußerst perfektionistisch.?

Audrey Tautou / Sophie Neveu Der Vorname Sophie ist von Sofia abgeleitet, dem griechischen Wort für Weisheit. Neveu bedeutet im Französischen ursprünglich Nachkomme ? womöglich eine Nachfahrin von Maria Magdalena ...? Für Howard ist die Figur der Sophie Neveu der Dreh- und Angelpunkt von ?THE DA VINCI CODE - SAKRILEG?. ?Ein Aspekt, der mich beim Lesen besonders beschäftigt hat und der unbedingt auch im Zentrum des Films stehen sollte, war das Prinzip des göttlich Weiblichen?, erzählt Howard. ?Ich habe drei Töchter und bin seit dreißig Jahren mit einer starken Frau verheiratet, darum ist mir das sehr wichtig. Sophie macht in ?THE DA VINCI CODE - SAKRILEG? eine aufregende emotionale Entwicklung durch. dass eine so starke Frauenfigur im Mittelpunkt steht und wir mit ihr gemeinsam herausfinden, wer sie wirklich ist ? das macht die Geschichte erst richtig spannend.?

Drehbuchautor Goldsman teilt Howards Faszination für den Weiblichkeitskult. ?Der interessanteste Aspekt des Romans war für mich die Geschichte dieser jungen Frau, die Suche nach ihrer wahren Identität. Für einen Schriftsteller ist das natürlich fruchtbarer Boden. Sicher bietet das Buch epischere Ansätze, doch für mich war dies der packendste, der menschlichste Part.?

Natürlich war es kein leichtes Unterfangen die richtige Darstellerin für die Schlüsselfigur Sophie Neveu zu finden. Diverse bekannte französische Schauspielerinnen sprachen für die Rolle vor. Die Favoritinnen flogen schließlich nach Los Angeles zur Leseprobe mit Hanks. Audrey Tautou, die zuvor nur einen einzigen Film in englischer Sprache gedreht hatte (Kleine schmutzige Tricks), blieb von allen am wenigsten Zeit, sich vorzubereiten. Umso stärker beeindruckte sie die Filmemacher mit ihrer nuancierten Darstellung. ?Audrey hat eine einzigartige Ausstrahlung, die angesichts der mystischen Elemente in THE DA VINCI CODE ? SAKRILEG einfach perfekt war: Sie ist rätselhaft und sympathisch zugleich.?

?Audrey ist Respekt einflößend und geheimnisvoll?, stimmt Tom Hanks zu. ?Sie wirkt sehr zart, aber wenn sie dann eine Frage stellt, ist sie vollkommen authentisch und bodenständig.?

Ian McKellen / Sir Leigh Teabing ?Teabing ist unsere Sphinx?, lacht Goldsman. ?Er steckt voller Geheimnisse. Zugleich ist er der Motor der Geschichte, im Buch wie im Film. Vieles geschieht nur, weil er im Hintergrund die Fäden zieht.?

?Es gibt eine ganze Reihe großer englischer Schauspieler, die für Sir Leigh Teabing in Frage gekommen wären?, so Howard. ?Aber als ich Sir Ian traf, wusste ich sofort, dass wir viel Spaß miteinander haben würden und er aus der Rolle etwas ganz besonderes machen könnte. Und ich behielt Recht! Ich habe ihn schon in so vielen unterschiedlichen Filmen bewundert. Er hat diese erstaunliche Bandbreite von Popcorn-Kinohelden bis hin zu düsteren, ambivalenten Charakteren in kleinen Produktionen.?

Auch Hanks freute sich darauf, mit einem so erfahrenen, respektierten Schauspieler zu drehen. ?Ich glaube, niemand hat mehr Spaß am Schauspielern als Sir Ian McKellen?, lacht er. ?Unsere erste gemeinsame Filmszene ist repräsentativ für die tägliche Zusammenarbeit bei Meetings und Proben: Es war ein stetiges Ausprobieren, herrlich. Ian jonglierte nicht nur mit den Textzeilen, sondern auch mit den Untertönen. Auch am Set hörte er nie auf zu experimentieren. Egal, ob er am Schreibtisch einen Abriss über die Geschichte der Prieuré de Sion gab, oder mit den Worten ?Wen haben wir denn hier?? eine Treppe hinunter schritt: Das Ergebnis war jedes Mal anders. Für ihn ist die Welt eine gigantische Bühne. Es macht ihm einfach Freude, immer etwas Neues zu versuchen.?

Paul Bettany / Silas Paul Bettanys wichtigste Aufgabe bestand darin, dem mörderischen Albino-Mönch Silas, der wohl bizarrsten Figur in Dan Browns Roman, ein menschliches Gesicht zu geben. ?Silas ist ein furchtbar verstörtes Individuum, das sich verzweifelt nach einer Vaterfigur sehnt. Der erste Mensch, der ihm mit Freundlichkeit begegnet, ist Bischof Aringarosa. dass er Silas? gestörte Psyche als Waffe einsetzt, ist natürlich bedauerlich. Für den Mord an seinem Vater, der Silas ?Gespenst? nannte, saß der Albino im Gefängnis. Doch dann trifft er Aringarosa, der seinem traurigen Dasein endlich einen Sinn gibt.?

Silas war die Hauptrolle, die zuletzt besetzt wurde. Zwar hatte Howard zahlreiche Schauspieler vorsprechen lassen, fand aber, dass sie sich der Rolle nicht richtig näherten. Mit Bettany hatte er bereits das Oscar®-prämierte Drama A Beautiful Mind gedreht und er bewunderte seine Leistung in Gangster No. 1, die Bettanys enorme Wandlungsfähigkeit zeigt. Also wandte er sich auf der Suche nach dem perfekten Silas an Bettany ? und hat es nicht bereut.

?Paul liebte die Figur, liebte das Drehbuch ? er hat alles auf eine Karte gesetzt, um diese Rolle zu spielen?, sagt Howard. ?Er ist im Film wirklich erschreckend, einfach Angst einflößend. Und er bescherte mir einige verstörende Tage am Set: Zwischen den Szenen war er mein Freund Paul Bettany. Aber sobald die Kamera lief, schien er innerlich zu erstarren, und ich erkannte, dass er die Rolle auf absoluter Isolation aufbaut. Dank Bettanys Talent wurde Silas zwar Furcht einflößend, aber kein Monster. Paul hat so viel in die Figur eingebracht. Er ist alles, was ich mir erhofft hatte ? und mehr: In Paul Bettanys Händen ist Silas ein menschliches Wesen.

Jean Reno / Bezu Fache Bezu heißt auch der Ort in Südfrankreich, wo die Festung der Tempelritter steht, ?faché? bedeutet auf Französisch so viel wie ?verärgert?. Jean Reno hatte bereits mit Produzent John Calley gearbeitet und zeigte großes Interesse an der Rolle des Capitaine Fache. Ein Aspekt reizte ihn besonders: Faches Enttäuschung darüber, dass Aringarosa sein Vertrauen missbraucht. ?Er steckt da mit drin, weil er wirklich an etwas glaubt?, erläutert Reno. ?Aber zu allererst ist er Polizist und versucht, seinen Job zu machen. Mich interessierte, wie dieser Mann sich verhält, wenn er ausgerechnet von einem Erzbischof betrogen wird.? Howard konnte sich niemand anderen für den Part des Pariser Polizeichefs vorstellen: ?Jean bringt große Freude an der Arbeit mit, Intelligenz, erlesenen Geschmack und Talent.? Die Figur des Bezu Fache ist Reno auf den Leib geschrieben: ?Ich fühlte mich sehr geehrt, als ich erfuhr, dass Dan Brown tatsächlich mich im Hinterkopf hatte, während er sein Buch schrieb. dass ich Fache jetzt im Film verkörpern darf, bedeutet mir umso mehr.? Alfred Molina / Bischof Aringarosa Alfred Molina wurde kontaktiert, als er gerade in England As You Like It drehte ? übrigens gemeinsam mit Ron Howards Tochter, Bryce Dallas Howard ? und fuhr sofort für einen Probetag nach London. Molina war dankbar für die Möglichkeit, schon vor Beginn der Dreharbeiten Zeit mit Howard und Akiva Goldsman zu verbringen: ?Ron, Akiva und ich gingen meine Szenen immer wieder durch, um all die Kleinigkeiten abzustimmen, die wir herausarbeiten wollten, um die Geschichte bestmöglich im Hinblick auf meinen Charakter zu erzählen.? Howard lobt Molinas Einsatz beim Erfassen seiner Rolle: ?Alfred hat sich in einer Weise in Aringarosa hinein versetzt, die weit über das Wort auf dem Papier hinausging. Diese Extraportion Einfühlungsvermögen ist in den Film eingeflossen.? Die Optik von The Da Vinci Code - Sakrileg THE DA VINCI CODE ? SAKRILEG wurde an zahlreichen Originalschauplätzen in Europa gefilmt, außerdem an mehreren Sets in den Pinewood und den Shepperton Studios. Obwohl die Produktion im Pariser Louvre drehen durfte, mußste die Grande Galerie im Studio nachgebaut werden. Nur so war es möglich, Actionszenen zu drehen, ohne die unschätzbaren Kunstwerke zu gefährden. Zu diesem Zweck konstruierte Szenenbildner Allan Cameron Teile des Museums in der ?James-Bond-Halle? der Pinewood Studios vor den Toren Londons.

?Mir war von Anfang an klar, dass wir zumindest einen kleinen Teil des Louvre nachbauen müssen?, erzählt Cameron. ?Aber als wir dann in den Louvre kamen, fürchteten wir um das Parkett ? von den kostbaren Gemälden ganz zu schweigen. Nach einigen Besuchen in Paris beschlossen wir, doch einen größeren Abschnitt des Museums in Pinewood nachzubilden. Mir persönlich machte das natürlich mehr Spaß, als vor Ort zu drehen! Aber mein Bühnenbildner James Gemmill mußste 150 Bilder aus dem Louvre kopieren, wobei er sich ganz exakt an den Orginalen des Museums orientierte. Wir ließen eigens Marmor herstellen, der zu dem im Louvre passte. Mein Tischler fertigte Dielen aus ähnlichem Furnier wie der Fußboden der Grande Galerie. Diese wurden dann abfotografiert, auf Plastikfolie gedruckt und auf dem Studioboden ausgelegt.?

Die Orginal-Gemälde wiederum wurden digital fotografiert, vergrößert und nochmals übermalt. Zum Teil wurden sie an die Wand projiziert und von Gemmill übermalt. ?James hat sich so exakt wie möglich an die berühmten Vorbilder gehalten. Er weiß alles über Glasuren und Aufbringungstechniken. Sogar die Oberfläche der Gemälde wirkt jetzt ziemlich realistisch.?

?Ich versuchte jedem Bild die richtige Textur zu geben?, fügt Gemmill hinzu. ?Wir können zwar nicht immer die Originaltechnik benutzen, aber die Beschaffenheit ist ungemein wichtig. Das ist eben der feine Unterschied, wenn in einem Film ein Bild an der Wand hängt und man sofort sieht, dass es bloß ein Druck ist und kein Gemälde. Spätestens wenn sich das Licht darauf bricht, ist die Struktur zu erkennen. Man sollte sich also Mühe damit geben.?

Eine Reihe weiterer Sets entstand in den Shepperton Studios im Südwesten Londons, so auch das Innere der Kirche Saint-Sulpice und eine Reihe von Zimmern des Château Villette ? Leigh Teabings Residenz. ?Wir wollten im Film das echte Château zeigen und hatten großes Glück, dass wir die Dreherlaubnis bekamen?, sagt Cameron. ?Aber die Bibliothek, die Küche und das Arbeitszimmer mußsten wir im Studio nachbauen. Diese Ausstattung hat besonders viel Spaß gemacht, da sie eine beachtliche Anzahl von Requisiten beinhaltete.?

?Natürlich haben wir uns bei unseren Sets an die Architektur des Châteaus gehalten?, fährt Cameron fort, ?die schönen Schnitzereien, den Stuck. Wir haben das ganze Zubehör übernommen, damit es wirklich bewohnt aussieht. Das Arbeitszimmer und die Bibliothek, Teabings Höhle, spiegeln seinen Charakter wider. Wir haben lauter Gegenstände ausgewählt, die Teabing sich selbst ausgesucht hätte.?

Hintergründe Die Werke Leonardo da Vincis: Die Kunst und THE DA VINCI CODE ? SAKRILEG "Das letzte Abendmahl" In Dan Browns THE DA VINCI CODE ? SAKRILEG liefert Sir Leigh Teabing (IAN MCKELLEN) eine eigenwillige Interpretation des legendären Kunstwerks. Leonardo da Vinci begann sein Werk, eine Auftragsarbeit seines Gönners Ludovico Sforza, Herzog von Mailand, im Jahre 1495 und beendete es 1498. ?Das letzte Abendmahl? ist ein Fresko, das da Vinci direkt auf die Wand des Refektoriums Santa Maria delle Grazie in Mailand malte.

?Das letzte Abendmahl? misst 4,60 x 8,80 m und hält jenen Moment fest, nachdem Jesus seinen Jüngern verkündet hat, dass einer von ihnen ihn verraten wird. Die natürliche Darstellung der Reaktionen ? von Überraschung, Bestürzung bis hin zu Judas? völlig ausdruckslosem Gesicht ? war seinerzeit revolutionär. Das Bild ist anachronistisch, aber Tisch, Tafeltuch, Stühle und Essbesteck sehen so aus, wie sie im 15. Jahrhundert von Mönchen benutzt worden sein könnten.

Leonardo ordnete die Jünger in vier Gruppen à drei Personen an. Christus sitzt in der Mitte, etwas abgerückt. Aus der Perspektive des Betrachters sieht man ein zentrales Dreieck, das auf dem Kopf steht und wiederum gebildet wird aus zwei weiteren Dreiecken. Zu Jesus` Rechten (vom Betrachter aus links) sieht man die feminine Figur eines jungen Apostels? und der Schlüssel zur schockierendsten Enthüllung des DA VINCI CODE.

Unglücklicherweise verwendete Leonardo für sein Fresko nicht die herkömmliche Technik, nämlich Tempera ?Farben auf nassem Gemäuer. Stattdessen malte er direkt auf die trockene Wand. 1556 schrieb der Historiker Vasari, dass sich der Zustand von da Vincis Meisterwerk so stark verschlechtert hatte, dass nur noch Umrisse zu erkennen waren.

Die ?Mona Lisa? Da Vincis ?Mona Lisa? ist wohl eines der berühmtesten Gemälde, das jemals gemalt wurde. Leonardo begann das Porträt der geheimnisvollen Dame mit dem unergründlichen Lächeln 1503 und hat vermutlich mehrere Jahre daran gearbeitet. Als sich Leonardo drei Jahre vor seinem Tod in die Dienste des französischen Königs Franz I. begab, nahm er seine ?Mona Lisa? mit. Das Gemälde wurde zum ersten Mal im Schloss Fontainebleau ausgestellt, dann in Versailles und schließlich im Louvre, wo die schöne Unbekannte bis heute, von Panzerglas beschützt, Millionen Bewunderer anlächelt. Sie ist zweifellos die größte Attraktion des Museums.

Viele Jahre lang war das Bildnis unter dem Namen ?La Gioconda? bekannt: Man nahm an, dass es sich bei Leonardos Modell vermutlich um Elisabetta, die dritte Gattin des Florentiner Kaufmanns Francesco del Giocondo handelte. Trotzdem ist das Gemälde nach wie vor Gegenstand wilder Spekulationen. Manche halten ?Mona Lisa? gar für ein Selbstporträt da Vincis, andere für die Mätresse eines Medici-Fürsten.

Schauspieler Jean Reno ist schon fast sein ganzes Leben in ihr Antlitz verliebt: ?Ich kehre immer wieder zur Mona Lisa zurück?, schwärmt er. ?Sie hat einen ganz besonderen Zauber: Wenn du dich abwendest, scheinen ihre Augen dir zu folgen. Ich sehe diesen Austausch zwischen Bild und Betrachter als eine Art Parfüm, denn er ist berauschend. Andere mögen sagen, dass ihr Lächeln diese eigentümliche Ausstrahlung erzeugt. Für mich sind es ihre Augen.?

?Die ?Mona Lisa? ist hypnotisierend, fesselnd und regt zum Nachdenken an?, stimmt Howard zu. ? Deshalb eignet sich gerade die ?Mona Lisa? so gut als Markenzeichen und als Bild, das man sofort mit THE DA VINCI CODE ? SAKRILEG verbindet. Nicht nur, weil da Vinci sie geschaffen hat, sondern weil ihre rätselhafte Natur perfekt die Thematik des Films reflektiert.?

?Die Felsgrottenmadonna? 1483 erhielt Leonardo den Auftrag, das Mittelstück für ein Altargemälde zu malen. Es existieren zwei Versionen der ?Felsgrottenmadonna?; das Original, auf Leinwand, hängt im Louvre. Eine später angefertigte Kopie, auf Holz, befindet sich in der Sammlung der National Gallery in London. Beide zeigen die Jungfrau Maria mit Jesus und Johannes dem Täufer als Kinder sowie dem Erzengel Uriel. Auch dieses Gemälde ? im Englischen auch ?Madonna of the Rocks? genannt ? hat eine Schlüsselfunktion in THE DA VINCI CODE ? SAKRILEG. Die Geschichte und The Da Vinci Code - Sakrileg Die Tempelritter Der Templerorden wurde 1118 gegründet, nachdem das Kreuzritter-Heer die heilige Stadt Jerusalem während des Ersten Kreuzzugs zurück erobert hatten (sie war 614 n. Chr. von Kalif Omar eingenommen worden). Das neue Königreich Jerusalem wurde von König Balduin I. (gekrönt 1100) regiert. Seine Ritter, unter Führung des französischen Edelmanns Hugo von Payens, hatten ihr Quartier in einem Festungstrakt in der ehemaligen Al-Aqsa-Moschee, wo einst der Tempel König Salomos stand. Schon bald wurden sie bekannt als die Tempelritter oder Templer. Der militärische Mönchsorden wurde ins Leben gerufen, um die zahllosen christlichen Pilger auf ihrer Wallfahrt ins Heilige Land vor Übergriffen zu schützen. Die Templer legten ein Keuschheitsgelübde ab und entsagten allem Besitz. Ihr Wappen war ein rotes Kreuz auf ihrem weißen Waffenrock. Jene Soldaten, die nicht dem Adelsstand angehörten, trugen Rot auf Schwarz.

Der mächtige Abt Bernhard von Clairvaux, einer der mächtigsten Kleriker seiner Zeit (Gründer des Zisterzienser-Ordens und später als Sankt Bernhard heilig gesprochen), setzte sich massiv für die Templer ein. 1128 wurde der Orden beim Konzil in Troyes offiziell von der Kirche anerkannt. Man vermutet, dass Bernhard von Clairvaux maßgeblich an der Festlegung der Ordensregeln beteiligt war, in denen die Templer ausschließlich dem Papst die Treue schworen.

Der Ritterorden weitete sein Mandat bald vom Schutz der Pilger auf Kriegseinsätze im Namen des Heiligen Königreichs Jerusalems aus. Und verlegte sich auf lukrative Bankgeschäfte, d.h die Templer betrieben Pfandleihen (Pilger beliehen ihre Besitztümer, um ihre Reise zu finanzieren), erhoben Steuern und trieben den Zehnten ein. Sie häuften Vermögen und Ländereien an und provozierten damit die Missgunst der politischen Herrscher, die die Templer nie ganz kontrollieren konnten. Der Grundbesitz der Templer dehnte sich inzwischen über ganz Europa aus, sie besaßen Burgen im Heiligen Land und auf Zypern ? und ihr Wissen und ihre Erfahrung ließen sie zwangsläufig in der Politik mitmischen. Sie waren die Vorläufer des modernen, professionellen Militärs. Eine ergebene, gut ausgebildete und disziplinierte Institution, die auf individuelle Heldentaten verzichtete, im Namen eines höheren Zieles.

Die erbittertsten Gegner der Templer waren die Johanniter. Der Orden, 1070 zum Wohl der Pilger und Armen gegründet, entwickelte sich ebenfalls schnell zu einem Militärorden mit großem Einfluss und Reichtum. Die Weigerung der beiden einflussreichsten Orden zusammen zu arbeiten und die wachsende Verschuldung sorgte bei Europas Regenten für Beunruhigung. Die Johanniter setzten ihre wohltätigen Aktivitäten fort ? und lenkten damit den Zorn auf die Templer, was letztendlich zur Zerstörung des Ordens führte.

Am 13. Oktober 1307, einem Freitag (wahrscheinlich der Ursprung des Aberglaubens, Freitag, der 13., sei ein Unglückstag), gab König Philipp IV. von Frankreich Befehl, alle Templer zu verhaften und ihren gesamten Besitz zu beschlagnahmen. Unter Folter gestanden die Gefangenen Akte der Ketzerei und Perversionen. Trotz Bemühungen, den Orden zu retten ? vereinzelte Mitglieder wurden freigesprochen ? war das Ende besiegelt. 1314 wurde Jacques de Molay, der letzte Großmeister der Templer, auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Das Ende der Tempelritter nach 200 Jahren.

Die Prieuré de Sion In seinem Roman SAKRILEG behauptet Autor Dan Brown, dass dieser Geheimbund tatsächlich existiert, angeblich gegründet 1099. Eine Dokumentensammlung in der Pariser Nationalbibliothek soll belegen, dass ihr berühmte Persönlichkeiten aus Literatur, Kunst und Naturwissenschaft angehörten. Die Dossiers wurden jedoch als clevere Fälschung enttarnt. Urheber war ein gewisser Pierre Plantard, der die Prieuré 1956 zusammen mit drei Freunden ?gründete?. Er selbst wurde 1981 zum Großmeister der Bruderschaft gewählt.

Die gefälschten Dokumente und Manuskripte, die als ?Dossiers sécrets? bekannt sind, besagen hingegen, dass die Geheimorganisation 1099 durch Gottfried von Bouillon gegründet wurde; er führte den ersten Kreuzzug nach Jerusalem an und wurde zum ersten Herrscher über das zurück eroberte Heilige Land. Außerdem wird der Prieuré darin auch die Gründung des Templerordens zugeschrieben ? der sich jedoch einige hundert Jahre später von der Prieuré lossagte.

Die Schauplätze von The Da Vinci - Sakrileg Die Dreharbeiten führten das Produktions-Team von THE DA VINCI ? SAKRILEG von Paris über England bis nach Malta, an einige der faszinierendsten und bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Europas. Obgleich man gelegentlich in die Shepperton und Pinewood Studio ausweichen mußste, konnte ein Großteil der Schlüsselszenen an Originalschauplätzen gefilmt werden. ?Wir waren an vielen Orten, die im Buch genannt werden, denen diese unglaubliche historische Bedeutung innewohnt?, erzählt Tom Hanks. ?Wir durften durch winzige Türchen krabbeln und auf ganz schön harten Fußböden knien. Das hat mir definitiv geholfen, mich besser in Robert Langdon hineinzuversetzen. Das war wirklich mal was anderes, als jeden Morgen in ein Hollywood-Studio zu kutschieren und in Halle 6 meine Szenen zu drehen!? Frankreich Die Eingangsszenen von THE DA VINCI CODE ? SAKRILEG entstanden in den Straßen von Paris ? wie die aufregende Verfolgungsjagd im Smart am legendären Louvre ? und vor den Toren der Stadt, am Château Villette nahe Versailles. Der Pariser Louvre blickt auf eine lange, bewegte Geschichte zurück. Er wurde im späten 12. Jahrhundert ursprünglich als Festung errichtet, um das rechte Flussufer zu verteidigen. Im 14. Jahrhundert wurde er zunächst die Residenz Königs Charles V. Im 16. Jahrhundert ließ König Franz I., Leonardo da Vincis Mäzen, das Gebäude zum prunkvollen Renaissance-Palast umgestalten. Die Grande Galerie öffnete 1793 als Museum ihre Pforten. Fast 200 Jahre und zahllose Um- und Anbauten später schuf der chinesisch-amerikanische Architekt I. M. Pei neue Räume im Untergeschoss und zudem die umstrittene Glaspyramide, die heute als Museumseingang dient und im Film eine wichtige Rolle spielt.

Das Produktions-Team gehörte zu den wenigen Glücklichen, die nach Geschäftsschluss in der Grande Galerie des Museums drehen durften. ?Das ist wirklich ein Privileg und verleiht dem Film eine ganz besondere Atmosphäre?, freut sich Hanks. ?Ich habe es genossen, nachts im Louvre sein zu dürfen und all die Kunstwerke ganz für mich zu haben?, fügt Audrey Tautou hinzu. ?Das war wirklich eine anregende und berauschende Erfahrung.?

Regisseur Ron Howard war das Abenteuer ?allein im Louvre? zuweilen geradezu unheimlich: ?Man fühlt sich, als würde man eine finstere Höhle betreten, leuchtet mit seiner Taschenlampe herum und sieht diese riesigen Hallen. Wenn Du allein im Louvre bist, fühlst du dich wie in einer Höhle mit von Menschenhand geschaffenen Kunstschätzen. Als Filmemacher steht man demütig vor dieser unermesslichen Sammlung von großen Werken, angehäuft in nur einem einzigen Museum.?

Die Figur Sir Leigh Teabing (IAN MCKELLEN) lebt im Château Villette, nordwestlich von Paris in der Nähe Versailles gelegen. (Nach ihrer Flucht im Geldtransporter suchen Langdon und Sophie mitten in der Nacht Teabing auf, um seinen Rat in Bezug auf den Heiligen Gral einzuholen.) Das Schloss wurde um 1696 für François Mansart (Graf von Aufflay und Venedigs Botschafter unter König Louis XIV.) erbaut; der Besitz umfasst an die 750 Quadratkilometer, mit zwei rechteckigen Seen, Springbrunnen und wunderschönen Gartenanlagen von André le Nôtre, der auch die Gärten von Versailles gestaltete. Die Filmaufnahmen auf dem Schlossgelände wurden in drei Nächten abgeschlossen, der Großteil der Innenaufnahmen (mit Ausnahme der Eingangshalle) entstand in den Shepperton Studios.

England Auf der Suche nach Hinweisen, die beim Öffnen des Kryptex helfen könnten, reisen Langdon, Sophie und Sir Teabing nach London und besuchen die Temple Church, zwischen Fleet Street und Themse gelegen. Die Kirche, 1185 geweiht, war ursprünglich Teil eines Tempels aus dem 12. Jahrhundert, der den Tempelrittern als Hauptquartier in England diente. Die Kirche unterteilt sich in den zentralen Rundbau und das rechteckige Seitenschiff (1240 fertig gestellt). Der Rundbau ist der Grabeskirche in Jerusalem nachempfunden.

Auf dem Boden sind die Bildnisse neun lebensgroßer steinerner Ritter eingelassen. Nach der Zerschlagung des Templerordens 1307 übernahmen die rivalisierenden Johanniter das Gotteshaus, bis sie vertrieben wurden und Heinrich VIII. ihren Besitz beschlagnahmte. Die englische Krone vermietete schließlich einen Teil der Anlage an zwei Jura-Colleges, die Inns of Court, die das Anwesen bis heute nutzen. Temple Church wurde 1941, während des Zweiten Weltkrieges bombadiert und später akribisch wieder aufgebaut, bis hin zu den Marmorsäulen.

In der Temple Church stellt Robert Langdon fest, dass sie am falschen Ort sind. Weitere Recherchen führen ihn und Sophie schließlich weiter nach Westminster Abbey. Zwar konnte das Filmteam in der Straße vor der Abbey drehen, die Innenaufnahmen von Westminster Abbey und dem Chapter House entstanden jedoch in der Lincoln Kathedrale, drei Stunden nördlich von London.

Die Lincoln Kathedrale, 1092 geweiht, wurde auf Geheiß Wilhelm des Eroberers von Bischof Remigius errichtet und gilt als frühes Musterbeispiel gotischer Architektur in England. Die Kathedrale hat durch die Jahrhunderte Erdbeben, Feuer und immer wieder das Einstürzen der Turmspitzen überdauert. Der Hauptturm ist 271 Fuß (ca. 83 m) hoch und damit der höchste Kathedralenturm Europas, ohne Kirchturmspitze. In den zweihundert Jahren, in denen die Originalspitze noch stand (bevor sie 1594 einstürzte), war die Kathedrale das höchstes Gebäude der Welt. Die Lincoln Kathedrale nimmt eine wichtige Rolle in Englands Geschichte ein. Ein Bischof von Lincoln gehörte zu den Unterzeichnenden der ?Magna Carta?. Ein Original des Dokuments wird bis heute in der angeschlossenen Burg aufbewahrt.

Die Dreharbeiten direkt vor der Westminster Abbey, immerhin eine von Londons größten Touristenattraktionen, stellten Ron Howard und sein Team natürlich vor enorme logistische Schwierigkeiten. Doch die Straßensperren zogen die Passanten eher an, als dass sie für Verärgerung sorgten ? und so mancher ist jetzt als Statist im Film zu sehen.

?Die Szene, die wir dort drehten, ist der Höhepunkt der Handlung?, erläutert Howard, ?und ich werde nie diese Horden von Schaulustigen vergessen, die wir nicht unter Kontrolle bekommen, geschweige denn aus dem Bild raushalten konnten. Also mußsten wir eine Möglichkeit finden, sie irgendwie einzubauen. Ich dachte noch: ?Das wird eine Katastrophe!? Also baten wir um ihre Mithilfe und sie taten uns den Gefallen. Es regnete ein bisschen, aber nicht stark genug, dass man es im Film sehen würde. Wir hatten begonnen, als es noch trocken war. Also baten wir die Menge, die in der Zwischenzeit durch den einsetzenden Regen nass geworden war, die Regenschirme zu schließen, und sie machten mit. Außerdem baten wir sie, ohne Blitz zu fotografieren und nicht in den Szenen der Schauspieler dazwischen zu rufen ? und alle kooperierten! Die Schauspieler bekamen nach jedem Take Applaus. Es geht doch nichts über die viel zitierte britische Höflichkeit.?

Langdons und Sophies Suche endet schließlich in der Rosslyn Chapel in Schottland. Die Kapelle liegt zwölf Kilometer südlich von Edinburgh, in der Ortschaft Roslin, wo einst die Steinmetze untergebracht waren. Die Kapelle wurde 1446 von William St. Clair, Prinz von Orkney erbaut. Ursprünglich hatte er wohl eine weit größere Kirche in Form eines Kreuzes im Sinn, doch nach Sir Williams Tod 1484 wurde die Arbeit daran eingestellt.

Die gotische Kapelle ? sie misst lediglich 69 x 35 Fuß (ca. 21 x 10 m) ? wird geschmückt von einer Fülle aufwändiger Steinmetzarbeiten, von traditionellen christlichen Symbolen über altnordische und keltische Mythen bis zur mutmaßlichen Totenmaske von Robert the Bruce. In der Rosslyn Chapel sind Drachen, Teufel und hundert grüne Männer abgebildet. Kein Wunder, dass sie die Fantasie so vieler Schriftsteller beflügelt hat, darunter Sir Walter Scott oder William Wordsworth.

Viele Legenden ranken sich um die Kapelle. Eine besagt, dass ihr Erbauer William St. Clair ein Großmeister der Templer war. Eine andere Legende sagt, dass ein Großvater Sir Williams 1398 bis nach Neufundland und Massachusetts gereist ist. Diese Geschichte stützt sich auf Steinmetzarbeiten in der Kirche, die an Mais erinnern ? ein Gemüse aus der Neuen Welt, das in England damals noch unbekannt war.

Das ländliche Lincolnshire stellt Italien dar, das Burghley House ersetzt die Burg Gandolfo, in der Bischof Aringarosa ein Vermögen in Inhaberobligationen der Vatikanbank entgegennimmt. Burghley House in Lincolnshire wurde zwischen 1555 und 1587 vorrangig von William Cecil, Schatzmeister von Königin Elisabeth I., entworfen und gebaut und gilt als eines der schönsten Beispiele Elisabethanischer Architektur. Das Herrenhaus hat mehr als hundert Zimmer, von denen das Filmteam unter anderem den wunderschönen ?Heaven Room? und ?Hell Staircase? nutzte; beide von Antonio Verrio ausgestattet.

Malta Die letzte Haltestelle des Produktionsteams war die Insel Malta, dort wurden einige der Rückblenden gedreht, etwa die Szenarien im Heiligen Land und Spanien. Die Mittelmeerinsel Malta war schon immer ein Knotenpunkt für Seefahrer, was an ihrer abwechslungsreichen Architektur abzulesen ist. Einer der Filmschauplätze zum Beispiel, Fort Vittoriosa, war der Sitz der Johanniter, nachdem sie von Rhodos vertrieben worden waren. 250 Jahre lang wirkte der Orden von Malta aus, um die Christenheit gegen das Osmanische Reich zu verteidigen. Er wurde schließlich von Napoléon zerschlagen.
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Dirk Jasper FilmLexikon

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