Basic Instinct: Neues Spiel für Catherine Tramell

Produktionsnotizen

Die Legende Die ursprünglichen Pläne für ein Sequel des internationalen Kassenschlagers BASIC INSTINCT wurden vor acht Jahren geschmiedet. "Wir besuchten das New Yorker Schriftsteller-Ehepaar Leora Barish und Henry Bean, die auf die Idee kamen, dass Catherine Tramell etwas mit einem Psychiater anfangen könnte," erzählt Produzent Mario Kassar.

"Wir waren sofort der Meinung, dass dies ein wirklich interessantes Konzept sei. Ursprünglich wollten wir die Filmhandlung ja in New York ansiedeln, aber dann kamen wir darauf, dass es ebenso interessant sein könnte, alles in einer europäischen Stadt spielen zu lassen. Also trat London auf den Plan."

Kassar erinnert sich gut an die Zeit, als Sharon Stone ihre Rolle, die ihr zum Weltruhm verhalf, übernommen hatte. "Sharon hat sehr hart dafür gekämpft, um die Rolle der Catherine Tramell im ersten BASIC INSTINCT-Teil zu bekommen. Man hatte damals bereits die Kombination von Michael Douglas als männlicher Hauptdarsteller und Paul Verhoeven als Regisseur in trockenen Tüchern und suchte nun nach einer bereits etablierten Darstellerin für die weibliche Hauptrolle.

Viele bekannte Schauspielerinnen wollten sich allerdings vor der Kamera nicht ausziehen. Verhoeven testete daraufhin Sharon für diese Rolle und merkte dabei, dass sie genauso aussah wie Kim Novak in ?Vertigo?. Jeder, der ihr Demoband sah, stimmte darin überein, dass sie perfekt für die Rolle war. So erhielt sie letztlich ihr Engagement, und Catherine Tramell war geboren. Als wir den Film dann in Cannes zeigten, meinte Sharon rückblickend, dass sie auf dem roten Teppich als Schauspielerin ins Kino schritt und als Filmstar wieder herauskam."

Für BASIC INSTINCT: NEUES SPIEL FÜR CATHERINE TRAMELL wurde der schottischstämmige Regisseur Michael Caton-Jones ausgewählt, was letztlich auch von Stone begrüßt wurde, da Caton-Jones vor allem durch seine früheren Filmarbeiten wie den erotischen Politthriller SCANDAL (1988) beeindruckt hatte.

"Michael geht bei seiner Arbeit sehr organisch zu Werke", sagt Kassar. "Er ist sehr natürlich, maßvoll und natürlich sehr stylish. Seine Filme haben immer einen gewissen Look. Zudem hat er die unnachahmliche Gabe, aus seinen Darstellern das Bestmögliche herauszuholen, da sie ihn sehr verehren und daher erst recht hart an sich arbeiten, um ihn zu beeindrucken."

Kassars Produktionskollege Joel B. Michaels zeigte sich gleichfalls enthusiastisch. "Michael arbeitet und arbeitet. Er hat ein extrem gutes Auge und geht erstaunlich gut auf seine Schauspieler ein. Ich bin geradezu fasziniert, wie er mit ihnen umgeht. Er besitzt diese einzigartige Technik, aus ihnen das Beste herauszukitzeln. Sicherlich müssen alle guten Regisseure ihre Mitarbeiter antreiben, außerdem benötigen verschiedene Schauspieler auch unterschiedliche Behandlungen, damit sie sich wohl fühlen, um gute Leistungen zu erbringen. Aber Michael übertrifft dies alles noch."

Die Besetzung Nachdem entschieden war, den Film in London zu realisieren, erfuhr die Produktion vor allem wegen der Beteiligung des Regisseurs Michael Caton-Jones gerade bei der Crème de la Crème der britischen Schauspielerzunft höchste Aufmerksamkeit. Einer von ihnen war der Absolvent der Royal Academy of Dramatic Arts, der Liverpooler David Morrissey, der seit einigen Jahren auf zahlreiche hochgelobte Kino- und Fernsehfilme sowie Theaterengagements zurückblicken kann.

Für Caton-Jones war er der ideale Darsteller, um den kühlen Psychiater Dr. Glass zu verkörpern, der ein Opfer von Catherine Tramells Intrigen wird. "David hatte den passenden Ansatz", urteilt Produzent Kassar rückblickend. "Oberflächlich gesehen ist er das genaue Gegenteil all jener bizarren Sachen, die in Catherines Psyche betrieben werden. Aber während er ihr langsam verfällt, wird er zu diesem dunklen Platz hingeführt, den man eigentlich nur dann aufsucht, wenn die krankhafte Neugier bei einem die Oberhand gewinnt."

"Die Chemie zwischen Sharon und David stimmte von Anfang an", fügt Co-Produzent Michaels hinzu. "Sharon hat sofort auf ihn reagiert." Zudem waren sich Kassar und Michaels rasch einig, dass sie in ihrem Film die seit über 20 Jahren tätige britische Kinolegende Charlotte Rampling verpflichten würden. "Zu guter Letzt hat sie eingewilligt!" sagt Kassar. "Charlotte gibt einem Film so viel und sie hat so viele denkwürdige Charakterrollen in den vergangenen Jahren gespielt."

"Ich bin seit vielen Jahren ein großer Fan von Charlotte Rampling, daher war ich ziemlich aufgeregt, als Michael mir mitteilte, dass er sie für den Film wollte", sagt Joel B. Michaels. "Für einen Regisseur hat er ein gutes Auge, was einen großartigen Cast angeht, und daher waren wir ihm dankbar, dass er Charlotte für das Projekt begeistern konnte. Sie ist eine sehr elegante und intelligente Frau sowie der absolute Inbegriff von Professionalität. Sie bezauberte uns alle vollständig.

Was die weibliche Hauptrolle betrifft, so lautet Michaels' Statement: "Ich liebe Sharon. Wer tut das nicht? Sie ist sehr klug, kennt ihren Charakter aus dem Effeff. Schließlich hat sie Catherine Tramell mit ihrem Auftritt in BASIC INSTINCT ja erst erfunden."

Der Look, das Feeling und der Style Jedem, der sich fragt, mit welchen Worten man den Look von BASIC INSTINCT: NEUES SPIEL FÜR CATHERINE TRAMELL beschreiben könnte, antwortet der renommierte Produktionsdesigner Norman Garwood folgendermaßen: "Cool, nobel und stilvoll. Der Film ist ein London-Movie, und wir wollten die Stadt als den coolsten Ort auf der Welt aussehen lassen. Von Michael bekamen wir die strikte Anweisung, auf keinen Fall ein Postkarten-London darzustellen, also keinen Big Ben, keine Tower Bridge usw. Wir sollten vielmehr die erstaunliche neue Architektur zeigen, die sich in der Stadt in den letzten zehn Jahren ausgebreitet hat und diese gleichzeitig mit dem klassischen, altgewohnten London vermischen."

"Mit Michael zu arbeiten war unglaublich interessant", fährt Garwood fort. "Ich habe diese Erfahrung wirklich genossen. Ich überlegte anfangs, ihm eine Menge Ideen vorzulegen, um herauszufinden, was er will und was nicht. Aber anstatt wild herumzukritzeln, habe ich bemerkt, dass er viel lieber mit Modellen arbeitet. Also stellten wir millimetergetreue Modellbauten her, damit er alles von einer dreidimensionalen Warte aus betrachten konnte."

Außerdem kam Garwood zu dem Schluss, dass der Style der weiblichen Hauptfigur für den gesamten Look und das Feeling des Films stehen mußs. "Catherine ist ein Vamp, eiskalt, mit einem zweideutigen und geheimnisvollen Charakter. Wir wollten daher allzu viele Farben vermeiden, vielmehr schien uns Dunkelrot ein passendes Leitmotiv zu sein, da es uns an getrocknetes Blut erinnerte. Wie geschaffen also als farbliches Motto des Films."

Laut Garwood sollte auch Tramells Wohnung dieses Farbkonzept reflektieren. "Sie sollte fast wie ein Lagerraum aussehen, mit vielen schattigen Ecken und dunklen Materialien. Sie ist fast monochrom gehalten, aber mit glänzenden Oberflächen und kalten eisigen Griffen, was irgendwie bedrohlich wirkt."

Rückblickend auf jene Rolle, die ihr erst zu Weltruhm verholfen hatte, besaß auch Sharon Stone einen bestimmten Anteil am Look und dem Feeling des Projekts. Garwood hatte ihr ein Modell der Wohnung hergestellt, das sie sehr mochte. Zudem war sie involviert in die Auswahl der Kunstobjekte für ihre Film-Wohnung. "Sharon hat einen ausgezeichneten Geschmack, und es war zudem wichtig, dass sie sich mittels einer geeigneten Auswahl an Objekten dort auch wohlfühlt", erklärt Garwood.

"So entschieden wir zusammen, ihre Lieblingskünstler Egon Schiele und Fritz Balthaus dort aufzuhängen." Im scharfen Kontrast zur Wohnung Catherine Tramells stellte sich Garwood indes die räumliche Umgebung von Michael Glass eher als "Bücher"-Stube vor.

"Wir richteten es daher so ein, dass sich genau im berühmten gurkenartigen Swiss Re-Tower von Sir Norman Foster, der die Skyline der City of London bestimmt, das Büro von Dr. Michael Glass befindet", sagt Garwood.

"Wir haben dann auch im authentischen Turm auf einem der leeren Flure gedreht und haben das Büro später in den Pinewood Studios nachgebaut. Wir wollten alles sehr dramatisch halten, wobei uns die doppelseitigen Fenster im Swiss Re-Gebäude zu Hilfe kamen. Filmbauten auf Basis einer bereits vorhandenen und prominenten realen Architektur zu errichten, das war schon eine große Herausforderung, gerade bei all dem vielen Glas."

Eines der Hauptelemente, um ein weltweites Publikum in seinen Bann zu ziehen, war wie bereits vor über 14 Jahren in BASIC INSTINCT das berühmt-berüchtigte "S"-Wort: Sex. Legendär wurden 1992 Sharon Stones über- und dann auseinandergeschlagene Schenkel in der Befragungsszene bei der Polizei, vor allem durch die erotische Art und Weise, wie Stone diesen besonderen Moment inszeniert hat.

Über ein Update dieser Erotik in BASIC INSTINCT: NEUES SPIEL FÜR CATHERINE TRAMELL meint Produzent Kassar: "Risikosüchtig ist die passende Beschreibung für Catherine. Ihr Adrenalinspiegel schnellt in die Höhe, wenn sie in irgendeine gefährliche Sache verwickelt ist, was im Film nun sehr häufig vorkommt. Somit wird unser Projekt richtig sexy wegen dieses Charakters und der konstanten Suche nach der Gefahr."

"Sicherlich ist Catherine in diesem Film älter und die Situationen sind anders geartet ? trotzdem wirft sie das gesamte psychologische System über den Haufen", fährt Kassar fort.

"Normalerweise geht man zu einem Seelenklempner, legt sich auf die Couch, der Arzt hört einem stundenlang zu und versucht dabei herauszufinden, was mit einem wirklich los ist. Als Catherine aber Dr. Michael Glass aufsucht, ist sie es, die ihn manipuliert. Anstatt ihr Sachen aus der Nase zu ziehen, füttert sie ihn gezielt mit Informationen, ohne allzu viel preiszugeben. Auf diese Weise nimmt sie ihn mit in ihre Welt, und der Seelenarzt verfällt ihr mehr und mehr. Die Erotik der Geschichte rührt also daher, dass der Arzt aufgrund seiner gefährlichen Obsession und des damit verbundenen Risikos seine professionellen Grenzen außer Acht lässt."

Für Darsteller David Morrissey hat bereits der ursprüngliche Film BASIC INSTINCT Grenzen überschritten, vor allem hinsichtlich der sexuell freizügigen Szenen, die man in einem Mainstream-Produkt damals so noch nicht gesehen hatte. "Zudem war der Film aber auch ein gelungener Thriller ähnlich wie ein Hitchcock-Film, besonders was Kamerapositionen und Musik anging", sagt Morrissey.

"BASIC INSTINCT war ein großartiges Kino, und so war ich wirklich aufgeregt, als mir diese Rolle angeboten wurde. Aber es liegen mehr als zehn Jahre zwischen beiden Teilen, und wie es für jedes Sequel gilt, so mußs letztlich jeder Teil für sich gelten. Und unser Film tut das auch. Zwar hat er dieselbe Hauptfigur, denselben Erzählton und ist ebenfalls ein erotischer Thriller, gleichwohl machen ihn die unterschiedliche Location und die neuen Nebendarsteller zu einem neuartigen Kunstwerk."

"Catherine ist jetzt wesentlich abgebrühter als damals", sagt Produzent Michaels. "Sie lebt in einer Art Zwischenwelt, und das macht sie zugleich faszinierend und gefährlich. Sie besitzt die Fähigkeit, jemanden von innen heraus zu manipulieren, bei dem sie gewillt ist, ihren psychologischen Willenskrieg zu führen. Dabei nimmt sie nie den einfachen Weg. Im ersten Film hat ihr Michael Douglas' Charakter so gut es ihm möglich war körperlich standgehalten. In unserem Film wird es eher ein mentaler Kampf, und daher ist Catherine auf der Suche nach einem ihr überlegeneren Intellekt ? wie etwa dem eines angesehenen, renommierten Psychiaters."

Zur gerne geführten Debatte über den Sinn und Unsinn von Sequels reagiert Produzent Michaels ziemlich direkt: "Man produziert ein Sequel mit der Maßgabe, dass der erste Teil erfolgreich gelaufen ist. Daher gibt es natürlich eine Messlatte, die bereits hoch angesetzt ist und die man tunlichst auch überschreiten sollte, weil eben alles am Erfolg des Vorgängerprodukts gemessen wird. Daher haben wir unser Drehbuch auch so geschrieben, als hätte es BASIC INSTINCT nie gegeben. Denn im Grunde ist unser Film kein Sequel. Er besitzt eine solch starke Geschichte, dass er wirklich für sich steht und daher auch seinen eigenen Erfolg haben wird."

Die Drehorte Regisseur Michael Caton-Jones' ursprünglicher Auftrag an seinen Location Manager Keith Hatcher lautete, in London Orte zu finden, die jene Veränderungen widerspiegeln, die die britische Metropole in den vergangenen zehn Jahren durchgemacht hat. Es ging gerade darum, nicht die roten Doppeldecker-Busse und den Big Ben als gängige Filmkulisse für London zu nehmen. BASIC INSTINCT: NEUES SPIEL FÜR CATHERINE TRAMELL sollte in einem unterkühlten und topmodernen London spielen. Außerdem sollten die Drehorte für dieses lang erwartete Sequel Spiegelbilder für den sexy Style der Hauptfigur sein.

Die atemberaubende Anfangssequenz des Films, in der Stone und der ehemalige Fußballstar Stan Collymore mit mörderischem Tempo in einer Spyker C8 Laviolette (die als Einzelstück in den Niederlanden gefertigt wurde und bis dahin nie auf der Leinwand zu sehen gewesen ist) nahe der Ost-Londoner Canary Wharf die Themse entlang fahren und immer das Swiss Re-Gebäude im Hintergrund haben, wird komplettiert durch 360-Grad-Panoramablicke auf ein minimalistisch eingerichtetes High-Tech-Büro.

Das Gebiet südwestlich der Tower Bridge, ganz in der Nähe des Amtssitzes des Londoner Bürgermeisters Ken Livingstone, wurde als idealtypische Location für Catherine Tramells Apartment ausgewählt. Andere Fixpunkte im Film sind u.a. die angesagten Szenetreffs in Soho, das Hakkasan, The Atlantic Bar und die Titanic Bar. Demgegenüber kontrastiert die schäbige Nachtseite um die Brewer Street und die Hanway Street, wo eine bunte Mixtur der Unterwelt Sohos zu Hause ist, einschließlich ihrer Drag Queens, Prostituierten und Transsexuellen.

Das berühmte Naturgeschichte-Museum in Südkensington, in dem man selten eine Drehgenehmigung bekommt, ist ebenfalls zu sehen, genau wie Old Billingsgate Market, der als Holloway-Gefängnis herhalten mußs, nicht zu vergessen Lincoln's Inn, The Masonic Hall nahe Covent Garden, die Stadthalle auf der South Bank, das Imperial College, die berühmte und von einem japanischen Millionär erbaute Tanaka Business School sowie das atemberaubende, im neugotischen Stil errichtete Royal Holloway College nahe Egham in Surrey.

Laut Produzent Mario Kassar erinnert das in BASIC INSTINCT: NEUES SPIEL FÜR CATHERINE TRAMELL abgebildete neue London viel mehr an die Architektur eines Sir Norman Foster denn an die klassische Bauweise, die von Sir Christopher Wren inspiriert wurde. Im Laufe seiner Karriere war Kassar ein ständiger Besucher der britischen Metropole. Er glaubt fest daran, dass der Film durch seinen Mix aus Alt und Neu eine gewisse Magie aufbauen wird.

"Dieser Mix ist faszinierend und schön zugleich, und für die Filmgeschichte passt er ausgezeichnet. Die Stadt wird so zu einem weiteren Hauptdarsteller."

"Wenn man eine Filmstory für Europa zurechtschneidet, dann ist es immer von Vorteil, wenn man sich für eine Stadt entscheidet, in der die Sprache nicht zu einem Hindernis wird", findet Produzent Michaels. London habe daher erst recht Sinn gemacht, zudem es eine Weltmetropole ist. "Architektonisch ist London wunderschön und mannigfaltig. Norman Garwood, Michael Caton-Jones und unser Kameramann Gyula Pados haben sich hier erstaunlich gut ergänzt, um mittels der perfekten Drehorte dem Film einen außergewöhnlichen Look zu verpassen."

"Wenn man in einer Großstadt wie London lebt, neigt man dazu, alles für selbstverständlich zu nehmen und darüber zu vergessen, wie schön diese Stadt eigentlich ist", beobachtet Darsteller Morrissey. "Bei den Dreharbeiten zu diesem Film hatte ich aber das Gefühl, London mit völlig neuen Augen zu betrachten."

Die Kostüme Für die ungarische Kostümbildnerin Beatrix Aruna Pasztor war der Ausgangspunkt ihrer Arbeit, sich mit Sharon Stone in deren Haus in Los Angeles über die Garderobe von Catherine Tramell auszutauschen. "Sharon und ich entschieden, uns ihrer Rolle auf eine sehr noble, künstlerische Weise zu nähern. Sharon präsentierte mir eine Menge an Ideen, die auf ihrem fabelhaften persönlichen Geschmack basierten. Wir fingen also an, unsere Vorstellungen mit den photographischen Arbeiten eines Helmut Newton, den Bildern Egon Schieles und den Klassikern des Film-Noir zu kombinieren", erklärt Pasztor.

"Neben ihrem außergewöhnlichen Stilwillen besitzt Sharon natürlich einen tollen Körper, den sie auch perfekt in Szenen zu setzen weiß", erzählt Pasztor weiter.

"So war es eigentlich recht einfach, sie einzukleiden. Sharon liebt besonders Second-Hand-Klamotten, daher entschieden wir, einige wirklich alte Teile mit zeitgenössischer Designer-Ware zu kombinieren. Das BBC ist einer meiner Lieblingsgeschäfte, in denen man tolle Sachen finden kann. Wir fanden also einige zum Teil gut erhaltene Second-Hand-Stücke aus den 1970-er Jahren, obendrein kauften wir einige Klamotten von einer ausgesuchten Firma namens Whitaker. Die meisten Stücke der Garderobe stammen aus L.A., London, Mailand und Rom."

Obendrein spielt Schmuck eine wesentliche Rolle im Film. Neben einigen einzigartigen und bizarren Funden auf Flohmärkten stiftete das Londoner Unternehmen Chopard die meisten der verwendeten Schmuckstücke. "Ihre Juwelen waren fantastisch. Erst sie gaben der Rolle den reichen, luxuriösen Anstrich, der wiederum die Grundlage bildet für den Charakter Catherine Tramells", meint Pasztor.

Ihr Landsmann, der ungarische Kameramann Gyula Pados, hat eng mit Pasztor bei der Auswahl der Stoffe zusammengearbeitet. "Gyula hat mich gebeten, möglichst glänzende Stoffe zu finden", sagt sie. "Da der Film nur minimal ausgeleuchtet ist, war es gut, mit Kleidern zu arbeiten, die ein wenig Licht reflektieren. Sharons gesamte Garderobe aus auffälligen Stoffen war recht enganliegend geschnitten. Diese Beschaffenheit und Sharons Silhouetten sorgen für einen interessanten und sexy Look", sagt Pasztor.

"Und was David Morrissey betrifft", fährt sie fort, "so verpassten wir ihm einen eleganten und noblen Film-noir-Look, ähnlich dem von Humphrey Bogart. Für ihn besorgte ich eine Anzahl von hochmodischen Designeranzügen. Seine Rolle ist keineswegs extravagant, daher wollten wir ihn klassisch ausstaffieren auf eine eher nüchterne Weise. Somit entsteht ein guter Kontrast zu Sharons exzentrischem und trendigem Look."

Die Stunts Die Anfangsszene von BASIC INSTINCT: NEUES SPIEL FÜR CATHERINE TRAMELL ist eine der spektakulärsten Unfallsequenzen in der jüngsten Filmgeschichte. Gedreht in und um das berühmte Londoner Dockland-Gebiet im Osten der Stadt, war die Entdeckung dieser Drehlocation das Hauptverdienst der Location-Abteilung. "Sie haben eine wunderbare Arbeit geleistet", erklärt First Assistant Director Terry Bamber. "Das Team hat alle unsere Anfragen vollstens erfüllt."

Die Second-Unit-Truppe bei BASIC INSTINCT: NEUES SPIEL FÜR CATHERINE TRAMELL gilt als das beste Team, das die britische Filmindustrie aufzubieten hat. Viele von ihnen haben an etlichen James Bond-Produktionen oder auch an dem Actionabenteuer ?Lara Croft: Tomb Raider? mitgearbeitet. In der Anfangsszene, in der Tramell und Kevin Franks mit hoher Geschwindigkeit in einem Spyker Laviolette um die Canary Wharf herumflitzen, haben beide Sex miteinander.

Geschwindigkeit und Leidenschaft führen schließlich zum riskanten Höhepunkt, als der Wagen gegen eine Telefonzelle prallt und in der Themse versinkt. "Diese Szene haben wir mit acht Kameras eingefangen", erklärt Bamber. "Normalerweise hätten wir hier zwei getrennte Einstellungen benutzt, aber unser Zeitfenster war sehr eng, da es nur zwischen 22.30 und 4.30 Uhr richtig dunkel war. Also mußsten wir schnell arbeiten. Meine Hauptsorge galt dem Wind, denn für den Stuntman Stevie Hamilton war es sehr riskant, den Wagen bei starkem Wind zu fahren, da dieser die Flugbahn des Autos hätte negativ beeinflussen können."

Die Handwerker und Special-Effects-Experten begannen um 6 Uhr in der Früh die Rampe für den Haupt-Stunt aufzubauen. Das Wetter hielt an diesem Tag das gesamte Team in Atem, und es dauerte bis Mitternacht, als man endlich beginnen konnte mithilfe einer Art Kanonenfeuer-Vorrichtung den Wagen auf der speziell hergerichteten Rampe wie eine Rakete zu starten.

Regisseur Michael Caton-Jones über den Film "Als ich zum ersten Mal das Drehbuch zu BASIC INSTINCT: NEUES SPIEL FÜR CATHERINE TRAMELL las, war ich gerade in Ruanda mitten in den Dreharbeiten zu ?Shooting Dogs?, der vom dortigen Genozid handelt und sehr schwierig umzusetzen war", erzählt Regisseur Michael Caton-Jones rückblickend über sein jüngstes Projekt.

"Ich befand mich in Kigali, als das Skript eintraf. Da es kein Titelblatt hatte, wusste ich beim Lesen nicht, um welchen Film es sich handelte. Mein Agent hatte mir nur gesagt, dass ich es 'unbedingt lesen' und ihm dann gleich wieder zurückschicken müsse. Zunächst ging ich davon aus, dass es sich um einen reinen Thriller handelte. Ich hatte keine Ahnung, dass es das Sequel zu BASIC INSTINCT war. Aber ich fand es zu großen Teil hervorragend, obwohl es kilometerweit davon entfernt von dem war, was ich gerade in Afrika machte. Aber im Anschluss daran könnte es eine gute Abwechslung für mich werden, wie ich damals dachte."

Fasziniert war Caton-Jones vor allem von den abseitigen, dunklen Aspekten des Drehbuchs und der Tatsache, dass die einzige Verbindung zwischen dem Vorläufer BASIC INSTINCT die Rolle der Catherine Tramell darstellte. "Ich wollte einen Film machen, der sich radikal vom ersten Teil distanziert", so Caton-Jones.

"Mein Ziel war einen Film zu drehen, der für sich selbst stehen kann. Wenn ich aber auf diese Weise vorgehe, mußs ich einen Spagat schaffen zwischen dem, was das bereits vom ersten Teil beeinflusste Publikum erwartet und dem, was so komplett anders ist, dass es zu BASIC INSTINCT keinerlei Beziehung haben würde. Es war wirklich ein verzwickter Balanceakt, den wir aber ? wie ich meine ? gut hinbekommen haben."

Caton-Jones ist ein großer Bewunderer des ersten Films. "Die Regie war ohne Frage hervorragend, obwohl sie für die damalige Zeit vielleicht ein wenig zu perfekt gewesen ist. Damals in den frühen 90-er Jahren mit all den Frisuren und so, da gab es ja nichts anderes. Der Film ist zweifellos glatt und hat sich im Laufe der Zeit in etwas verändert, das er bei seiner Herausbringung definitiv nicht darstellen wollte. Zudem war er ein Erfolgsgarant für Michael Douglas und auch Sharon Stone wurde durch ihn zu einem Star.

Daher haben wir es bei BASIC INSTINCT mit Vorstellungen zu tun, die sich über die Jahre bis zu einem bestimmten Ausgang verändert haben. Daher gab es auch kein Interesse von meiner Seite oder irgendeinem anderen Filmemacher für ein simples Remake. Bei BASIC INSTINCT, der in San Francisco angesiedelt ist, lässt sich zudem so etwas wie ein "Noir"-Retro feststellen, denn selbst bei der Musik erinnert man sich an Hitchcock. Wenn es also einen solchen Film-Noir-Einfluss gibt, dann kann ich der Geschichte auch eine europäische Note geben, mit einem leicht veränderten Grundton."

Caton-Jones stellte sich daher so etwas wie eine Mischform vor. "Wenn man einen Film in Europa realisiert, neigt man dazu, sich stark an die Kultur des jeweiligen Drehortes zu halten. Wenn man indes in den Vereinigten Staaten dreht, sieht das anders aus. Atlanta könnte Boston sein oder aber auch eine andere US-Stadt. Daher fand ich es interessant, die Handlung, die ursprünglich in New York angesiedelt war, nach London zu verlegen und diese Stadt wie jede andere zu behandeln. Ich wollte also keine Londoner Busse im Film sehen sondern vielmehr europäisches mit amerikanischem Filmschaffen kombinieren."

"Ein US-amerikanischer Regisseur würde nicht notwendigerweise das kulturelle Spannungsverhältnis in London verstehen", fährt Caton-Jones fort.

"Die Stadt besitzt doch nicht nur Beefeaters oder den Tower. Sie hat sich vor allem in den vergangenen 10 bis 15 Jahren architektonisch verändert, und diesen stilistischen Impetus haben auch die Einwohner verspürt. Seit ich in den Vereinigten Staaten wohne, habe ich ein besonderes Gespür für europäische Anliegen und Themen bekommen, also auch ganz besonders für meine britische Besetzung und mein Team. Weil man wirklich spüren kann, wie London sich in den letzten Jahren zu einer richtigen europäischen Metropole entwickeltet hat."

Caton-Jones investierte sehr viel Energie für die Wahl der richtigen Besetzung aller Figuren in BASIC INSTINCT: NEUES SPIEL FÜR CATHERINE TRAMELL: "Wenn man castet, bleibt immer der wichtigste Faktor, die begabtesten Darsteller für die Rollen zu finden", so Caton-Jones.

"Es ist dabei nicht ausschlaggebend, ob sie berühmt sind. Wenn sie die bestimmte Qualität mitbringen, die man sucht, dann engagiert man sie. David Thewlis etwa ist brillant, er ist einer der interessantesten und zuverlässigsten Schauspieler, die Großbritannien in letzter Zeit ausgebildet hat. Es war unglaublich mit ihm zu arbeiten, denn er ist nicht nur begabt, sondern eigentlich unbeschreiblich. Er nimmt, was die eher simple gestrickte Rolle eines zielstrebigen Polizisten hergibt und füllt diese komplett aus.

Er gab diesem Charakter eine Geschichte, ein bestimmtes körperliches Verhalten mit seiner Zurückhaltung gegenüber Catherine sowie eine gute Portion Misstrauen ihr gegenüber. Da kommt ein regelrechtes Volumen auf, um weiterzufassen, und Thewlis baut hier etwas absolut Faszinierendes und Ehrliches auf. David verstand sofort die Rechtschaffenheit sowie die Abgründe dieses Polizisten.

Er könnte genauso bezaubernd und witzig sein sowie zwielichtig ? dies alles sind typisch menschliche Verhaltensweisen. In diesem Zusammenhang nur zu sagen, dass er ein guter Cop oder ein böser Cop ist, halte ich für viel zu simpel. Menschen sind zu vielschichtig und man sollte sich nie fürchten, diese Kompliziertheit auch zu zeigen."

Diese Kompliziertheit erleichterte auch Caton-Jones' Bemühungen das Publikum damit in Bann zu halten unentwegt herauszufinden, wer denn in der Filmhandlung lügt und wer die Wahrheit sagt. "Dabei ist es kaum vordringlich, den Zuschauern banale Antworten zur Hand zu geben. Vielmehr sorgt die Handlung für eine Menge Fragen, so dass die Zuschauer ganz im Geschehen aufgehen und sich ständig überlegen müssen, warum dies so oder anders geschieht.

Das funktioniert aber auch nur dann, wenn ein Schauspieler ganz in seiner Rolle aufgeht. Neben Thewlis hat auch David Morrissey diese emotionale Unbedingtheit. Er ist ein sehr intelligenter Kerl mit dem man eine Szene vor und nach dem Dreh sauber durchsprechen kann. Gerade auch wegen unseres ähnlichen Werdegangs ? wir entstammen der Arbeiterklasse und sind ungefähr gleich alt ? haben wir uns mit wenigen Worten oder Gesten verstanden. So war es relativ einfach, ihn davon zu überzeugen, noch ein Quäntchen mehr draufzulegen."

Die Story und der Stil von BASIC INSTINCT: NEUES SPIEL FÜR CATHERINE TRAMELL besitzt nach Caton-Jones' Ansicht eine Art überhöhter Wirklichkeit. "Die Leute im Film tragen nicht gerade ihren Abfall selbst vor die Tür", meint er lachend. "In der Regel bezahlen sie jemanden dafür, ihnen den Müll zu entsorgen. Daher wollte ich eine Art von überhöhtem Look, besonders bei den Kostümen, gleichwohl sollte ihr Verhalten realistisch und menschlich sein. Die Welt, in der sie wohnen, ist ein wenig glänzender und reicher als unsere reale Welt.

Catherine ist eine ziemlich gutsituierte Frau, die sich in Fragen der Mode exakt auskennt. Daher war ich ganz optimistisch, Sharon durch ihren ganz privaten Blick auf Aussehen und Kleidung in ihre Rolle hineinwachsen zu lassen. Viele Schauspieler wachsen ja erst durch ihre Kostüme in die Rolle ein. Es ist jetzt über 14 Jahre her, dass Sharon Catherine Tramell gespielt hat, daher war es sehr wichtig herauszufinden, wer diese Frau jetzt ist und wie sie zu dem geworden ist, was sie jetzt darstellt."

Die erotischen Momente des Films hätten auch nur auf diese spezifische Weise dargestellt werden können, findet Caton-Jones, da das, was für eine Person reizvoll ist, nicht notwendigerweise auch für jemand anderen so zu sein braucht. "Wenn man versucht herauszufinden, was sexy ist, liegt die Antwort nicht immer auf der Hand. Dabei hat es nicht immer nur mit kruder körperlicher Anziehung zu tun. Es könnte auch die Vorstellung des nackten oder auch des verborgenen Körpers sein ? oder nur die Tatsache, wie jemand einen anderen betrachtet.

Die gefühlvollsten oder erotischsten Momente sind eher eine Liebkosung, eine Berührung oder ein flüchtiger Blick. Dies lässt sich aber nur dann erzielen, wenn man einen umfassenden Prozess abbilden kann. Daher war ich mir sehr sicher, dass Sex genauso wie alle anderen Emotionen im Film abgebildet werden mußs: Wenn er keinem dramaturgischem Zweck dient, dann hat er in der Geschichte auch nichts verloren. Es gibt also keinen Grund eine Menge Sex nur um seiner selbst willen zu zeigen. Dann kann man gleich einen Pornofilm machen."

Die Natur der Sexualität in BASIC INSTINCT: NEUES SPIEL FÜR CATHERINE TRAMELL ist hauptsächlich ein Machtkampf, wie der Regisseur weiter ausführt. "Es gibt unterschiedliche Arten von Sex: liebevoller Sex, ausgewogener Sex, verstohlener Sex. In unserem Fall war ich davon überzeugt, dass sich unser Sex um die pure Machtausübung dreht und um die Frage, wer dabei die Kontrolle innehat. In unserem Film ist Sex eine Waffe."

Nach Caton-Jones' Ansicht bedingen sich im Film die sexuellen und die Thrillerelemente gegenseitig. "Es ist viel zu einfach zu behaupten, dieser Film sei nur ein erotischer Film oder ein Thriller. In Wahrheit handelt es sich dabei um eine Kombination. Das ist auch einer der Gründe, warum ich diesen Film unbedingt in Europa machen wollte. In Europa haben wir nämlich eine entspanntere Haltung zum Thema Sex. Meiner Meinung nach ist diese europäische Sex-Einstellung für einen Mainstream-Film weitaus interessanter als diese klinisch reinen Hollywood-Produkte, die wir normalerweise sehen."

Gerade weil er alle diese unterschiedlichen Aspekte für den Film zusammenbringen wollte, mußste Caton-Jones aufpassen, dass sich alle Elemente auch miteinander ergänzten und somit ein durchgängiges und vollständiges Produkt ergaben. "Das Design eines Films kann nur funktionieren, wenn man sich vor dem Dreh für einen bestimmten Look entschieden hat. Man tut das, in dem man zusammen mit dem Kostümbildner, dem Produktionsdesigner und dem Kameramann andere Filme, Malereien oder Fotografien als Referenz heranzieht. Dann kreiert man eine Palette an Farben und Farbtönen.

Mit unserem Produktionsdesigner Norman Garwood etwa war ich auf der Suche nach etwas, das London auf eine glänzende und geschmeidige Art widerspiegelt. David Morrisseys Filmname lautet Michael Glass und es gibt in der Tat eine ganz Menge an doppelten Böden und Reflexionen bei den Personen in der Handlung. Die Orte reflektieren wiederum das Grundprinzip mit einem Farbmuster, das Dunkelheit, Launenhaftigkeit und diesen europäischen Film-Noir-Look wiedergibt. Gleichzeitig mußsten wir die Schauspieler auf eine modische Weise einkleiden, um dieses Prinzip auch bei ihnen widerzuspiegeln. Man will doch in diesem Film keine Jeansträger sehen!"

Bei der Auswahl der Drehorte arbeitete Caton-Jones heraus, wie er und sein Kameramann eine bestimmte Szene drehen könnten und wo die beste Kameraposition sein würde. "Nehmen wir als Beispiel ein Fenster, an dem wir die Darsteller sehen, dann ist hierfür zunächst ein bestimmter Blickwinkel nötig. Haben wir diesen, müssen wir uns ferner überlegen, wie wir die Beleuchtung anlegen wollen. Diese Überlegungen müssen rechtzeitig gemacht werden, nicht erst dann, wenn wir am Set mit dem Dreh beginnen wollen. Dann ist es zu spät. Man kann dann nicht unterbrechen und sich erst einmal lange Gedanken darübermachen. Man verliert nur kostbare Zeit und belastet außerdem die Darsteller."

Sobald die eigentlichen Dreharbeiten beendet waren, fing für ihn die Arbeit erst an, berichtet Caton-Jones. "Die Wahrheit ist, dass Filme eigentlich erst im Schneideraum geschaffen werden. Das Schneiden ist die wahre Kunst. Es geht dabei um die Feinabstimmung des Bildes, damit eine Geschichte mit so wenig Film wie möglich erzählt werden kann. Im Laufe meiner Berufsjahre habe ich gelernt, dass das, was im Studio hervorragend aussieht, oft im Schneideraum gleich in den Abfall wandert.

Daher sollte man immer offen sein für Alternativen, seinen Kopf frei halten und vor allem seinem Instinkt vertrauen. Im abgedunkelten Schneideraum ist man nur auf das Bild konzentriert, so dass man auf winzige Erzählnuancen weitaus empfindlicher reagiert als bei allen Ablenkungen am Set. Man ist sogar in der Lage, Bildinformationen viel schneller zu erfassen und zu verarbeiten, etwa ein flüchtiger Blick oder die Bewegung eines Kopfes. Man entdeckt bei dieser Arbeitsweise wirklich flüchtige Tatsachen und kann dabei alles überschüssige Material loswerden."

Ist Catherine Tramell die gefährlichste Frau der Filmgeschichte? "Catherine Tramell ist sehr gefährlich, aber gefährliche Frauen sind eben auch am interessantesten" sagt Produzent Mario F. Kassar. "Sharon hat Catherine erst zu dem gemacht, was sie ist und mit ihr können sich nur wenige Schauspielerinnen und Kinorollen messen. Sie sieht umwerfend aus, lächelt charmant und ist sehr sexy, aber unter der Oberfläche agiert sie hinterhältig und manipulativ."

"Catherine ist mittlerweile eine Filmikone geworden. Wenn man die Top 10 der Kino-Bad Girls zusammenstellen würde, käme sie auf jeden Fall unter die Top drei", fügt Co-Produzent Michaels hinzu. "Sie wäre sogar die interessanteste böse Filmheldin, da sie eben nicht mit einem rauchenden Colt daherkommt. Sie arbeitet vielmehr auf geistiger und psychologischer Ebene, was ich persönlich weitaus spannender und faszinierender finde. Wenn ihr Intellekt nicht zum Tragen gekommen wäre und ihre Rolle nicht die entsprechende Substanz gehabt hätte, ich wüsste nicht, ob diese Rolle bis in unsere Zeit überdauert hätte."

"Ich glaube, dass Catherine sich seit dem ersten Film stark entwickelt hat", kommentiert Sharons Stones Kollege David Morrissey. "Man kann einfach nicht das gleiche Geheimnis erneut spielen, denn etliche Elemente der Handlung werden doch gerade deswegen erst herausgebildet. Catherine ist ein wahrer Wirbelwind ? sie ist jemand, der erstaunlich sexuell freigeistig wirkt. Zudem lässt sie sich nicht durch die Beschränkungen der englischen Gesellschaft aufhalten. Die Ablehnung dieser Begrenzungen schafft naturgemäß erst diese wunderbare Rolle, die einen gleichzeitig erschaudern lässt.

Ihre große Energie und ihre Erotik sind total faszinierend. Da sie eine Fremde in der englischen Gesellschaft ist, kann sie sich zudem weiter als jeder andere aus dem Fenster lehnen. Als Amerikanerin hat sie quasi eine Lizenz zum Skandal, gerade weil Briten sich die Amerikaner so vorstellen. Im Drehbuch gibt es eine Stelle, wo ich mich telefonisch mit Amerikanern unterhalte, die Kontakt zu Catherine hatten und dabei finde ich erstmals heraus, dass sie dort genauso dreist aufgetreten ist, wie hier in England."

Für die Schauspielerin Charlotte Rampling ist "Catherine Tramell so gefährlich, weil sie keine Grenzen akzeptiert. Sie agiert total unmoralisch. Sie hat kein Gewissen, eigentlich ist ihr Denken nur totale Anarchie. Sie lebt nach eigenen Gesetzen in ihrer eigenen Welt. Auch wenn ihr Charakter fiktiv ist, ist sie keinesfalls einzigartig, da es viele ähnliche Personen wie sie auf der Welt gibt. Menschen ihres Charakters sind in der Wirklichkeit natürlich alle Verbrecher."

"Sie ist eine Schwarze Witwe", sagt Hugh Dancy. "Sie verführt Menschen in ihr Netz und tötet sie oder auch nicht. Das ist ihr wahrer Charakter."

Sharon Stone über ihre Rolle der Catherine Tramell "Die Welt hat sich verändert und Catherine ist nach London gezogen, um an einem neuen Roman zu arbeiten. In dieser Phase lernt sie diesen aufregenden und smarten Psychiater kennen, den sie in ihr Lügennetz lockt", erzählt Sharon Stone. "BASIC INSTINCT: NEUES SPIEL FÜR CATHERINE TRAMELL ist eine erstaunliche Geschichte, brillant in Szene gesetzt, spannend und witzig zugleich."

Stone erzählt, dass das Drehen mit Michael Caton-Jones genauso interessant war wie die Zusammenarbeit mit Paul Verhoeven, der den ersten Film gedreht hatte. "Die eigentlichen Vorbedingungen für die Regie eines solchen Projektes sind, dass ein Regisseur gleichzeitig hochintelligent, etwas schräg und ein wenig abgedreht sein mußs", findet sie.

"Zudem mußs er das Filmemachen wirklich verinnerlicht haben, denn ein solches Projekt ist ein großes Unterfangen. Man mußs in der Lage sein, eine Menge unerwarteter Handlungsänderungen und nervenzerreißender Action umzusetzen, daneben mußs man auch mit den Schauspielern klarkommen. Benötigt wird daher also eine Art von übernatürlichem Sinn für Humor und eine lustige, sexy und abgedrehte Seite, um an die Arbeit gehen zu können. Am wichtigsten bleibt jedoch, dass man offen ist für Experimente.

Michael hat wirklich alle diese Vorgaben erfüllt. Er ist kein Regisseur, der jedes Mal denselben Film dreht. Er probiert lieber jedes Genre neu aus. Etwa wie in unserem Film, als er ganz nüchtern einen Sportwagen der Marke Spyker nahm und ihn für vier Tage zusammen mit mir in einen Unterwassertank versenkte. Das war schon hart, aber zugleich eine phänomenale Erfahrung. Denn mir war klar: Wenn wir nicht alles Mögliche und Unmögliche bei diesem Projekt unternommen hätten, wie hätten wir dann mit diesem Film alle bisherigen Erwartungen übertreffen können?"

Trotz der körperlichen Herausforderung hat Sharon Stone gerade die Anfangssequenz wirklich Spaß gemacht, da sie sich selbst auch als "Auto-Freak" bezeichnet. "Ich besitze einen Aston Martin und einen Porsche Cayenne, denn ich liebe Sportwagen", lacht sie. "Ich lebe in diesen Autos erst richtig auf."

Neben jemandem, der knapp zwei Meter groß ist, in einem über sechs Meter tiefen Wassertank noch dazu in einem Sportwagen versenkt zu werden, war für Catherine Tramell genauso berauschend wie für die Schauspielerin Sharon Stone. Aber als das Wasser um sie herum aufspritzte und letztlich durch die Kühlerhaube eindrang, da kamen auch Stone Zweifel: "Obwohl ich von Rettungstauchern umgeben war, hätte ich hier drinnen sterben können", bekennt sie rückblickend.

"Als das Wasser durch ein Gitter ins Wageninnere strömte, trug ich lediglich Zehn-Zentimeter-Stiefelletten und Strapse. Mitten in der Einstellung war meine Ferse plötzlich im Gitter eingeklemmt. Nur durch Yoga-Atemübungen war ich überhaupt unter Wasser in der Lage, meinen Atem zu kontrollieren, da es meiner Meinung nach für die Darstellung der Catherine nicht vorteilhaft sei, dass sie aufgeregt Luft holt.

Aber als ich eingeklemmt war, konnte ich nur an die Sauerstoffflasche unter meinem Sitz denken, an die ich nicht herankam. Außerhalb des Wagens erkannte ich die Taucher, die Messer bei sich trugen. Der Gedanke, das Autodach zu öffnen und mich aus den Wagen zu befreien, wurde übermächtig. Aber gleichzeitig wollte ich die Einstellung nicht kaputtmachen, und so machte ich weiter, wobei ich versuchte, meine Ferse zu befreien.?

Für ihren männlichen Gegenpart in BASIC INSTINCT: NEUES SPIEL FÜR CATHERINE TRAMELL, David Morrissey, ist Stone ebenfalls voll des Lobes. "Er ist ein erstaunliches Super-Talent. Er ist außerordentlich belesen, lustig und witzig und dazu sehr bodenständig. Davids Rolle des Dr. Glass ist zugleich die eines Gentlemans und eines Schlaumeiers ? ein perfekter Gegner also für Catherine Tramell. Die Dynamik zwischen diesen beiden Polen war großartig. Glass und Tramell sind sich ebenbürtig. Ihre Dynamik ist wie ein Gummiband, das extrem weit gespannt wird."

Ausgestattet mit einer hochgebildeten Unverschämtheit, so beschreibt Sharon Stone den Modus Operandi ihres Filmcharakters Catherine Tramell. "Zugleich ist sie auf eine Weise verrückt, da sie sich auf eine unzumutbare Weise beobachtet fühlt und sie von der Wahrheit einen eher ungewöhnlichen Gebrauch macht ", fährt sie fort.

"In puncto Mitleid ist Catherine vollständig unfähig, was wiederum gefährlich und auch anziehend wirkt. Sie ist wie ein großer Spiegel, sehr heiß und anziehend, weil jeder über sie Bescheid wissen will ? vor allem dann, wenn man wie sie besonders attraktiv, liederlich, fetzig und kumpelhaft zugleich wirkt, so dass Menschen um einen herum sagen: Hey, ich will mehr von dir wissen! Solche Dinge beginnen dann sehr schnell gefährlich und verrückt zu werden, so lange, bis man sich verwundert die Augen reibt und sich fragt: Ist Catherine wirklich verantwortlich für ihre Handlungen? Gerade das aber macht die Psychologie dieses Films erst so interessant."

Als Schauspielerin war die größte Herausforderung für Sharon Stone in ihre Rolle hineinzukriechen und herauszufinden, was diese Catherine Tramell eigentlich ausmacht. "In gewisser Weise ist sie sehr schnell. Aber es gibt zugleich diese sehr methodisch angelegte Vampirhaftigkeit bei ihr. Sie wartet eine ganze Zeit lang eher schweigend ab, bis der richtige Moment da ist, nämlich wenn andere um sie herum agieren.

Das ist dann sehr spannend zu spielen, denn sie manipuliert ihre Mitmenschen derart, so dass diese meinen, alle Stricke selbst in der Hand zu haben und von ihrer eigenen Realität auszugehen. Wohin wird das führen? In welche Richtung geht diese Manipulation? Und hier wird es interessant, da dies auf eine Weise geschieht, die ihre Umwelt nicht bemerkt, da die Menschen davon ausgehen, ihr Leben weiterhin in eigenen Händen zu halten."

Ein weiterer Aspekt, der Stone für den Charakter der Catherine Tramell eingenommen hat, ist deren aufgestaute Aggressivität. "Frauen sind doch so erzogen worden, dass sie eher listig zu Werke gehen und ihr wahres Verhalten verbergen, um das zu bekommen, was sie sich wünschen. Umgekehrt heißt es, dass Männer immer direkt agieren. Catherine ist der erste weibliche Filmcharakter, der durchweg direkt, ehrenhaft und ehrlich agiert. Für sie ist es rundweg okay, wenn sie sich als 'energiegeladen, interessant, smart und stark? bezeichnen kann. Ihr Motto lautet: 'Ich rede, handle und bin so, wie ich es will. Also sitze ich in einem Verhörzimmer einigen Männern gegenüber und mache es mir?."

David Morrissey über Dr. Michael Glass "Ich las erstmals das Skript zu BASIC INSTINCT: NEUES SPIEL FÜR CATHERINE TRAMELL als ich mit den Dreharbeiten zu ?Stoned? beschäftigt war, jenen Film über Brian Jones und die Rolling Stones. Schon damals dachte ich, dass ich einen großartigen und aufregenden Thrillerstoff in Händen halte", erinnert sich Morrissey.

"Später traf ich Michael Caton-Jones in London und wir kamen gut miteinander klar. Dann flog ich nach Los Angeles für ein zweistündiges Treffen mit Sharon Stone im Four-Seasons-Hotel. Wir probierten drei, vier Szenen für die Kamera, aber in der ersten Stunde sprachen wir nur über unser Leben, nicht über die Arbeit. Michael war ebenfalls anwesend und wir hatten unheimlich viel Spaß. Wie auch immer, das Treffen war erfolgreich, denn 24 Stunden später bekam ich einen Anruf, dass man mit mir zusammenarbeiten wolle. Und seit diesem Zeitpunkt wurde es richtig aufregend."

Morrisseys Filmcharakter Dr. Glass wird zunächst von der Polizei beauftragt, ein psychologisches Gutachten über Catherine Tramell anzufertigen, die als Mordverdächtige in Untersuchungshaft sitzt. Allerdings wird dieser Fall nie vor einen Richter kommen, denn bereits vor dem ersten Gerichtstermin kommt Catherine wieder frei. Sie verfolgt Dr. Michael Glass und bittet ihn, sie als Patientin weiterzubehandeln. Er stimmt schließlich zu.

"Er wird regelrecht von Catherine intrigiert", sagt Morrissey, "Gleichzeitig arbeitet er an einer Studie, die die psychoanalytische Welt aus den Angeln hebeln soll, vor allem auch, weil Catherine Teil dieser Arbeit ist. Natürlich, gerade weil sie Catherine Tramell ist, kann er ihr nicht widerstehen, und so beginnen beide eine stürmische Affäre."

Und natürlich bringt diese Affäre unvorhergesehene Konsequenzen mit sich. "Michaels Leben beginnt zunehmend komplizierter zu werden, als er mitbekommt, dass Menschen um ihn herum zu Tode kommen", sagt Morrissey. "Und nicht nur er wird dabei zu einem Mordverdächtigen, auch seine professionelle Meinung über Catherine und die Wahrhaftigkeit über ihre in den Sitzungen eruierten Lebensschilderungen geraten zunehmend ins Wanken. Seine Ablehnung, diese Vertraulichkeit aufs Spiel zu setzen, bringt aber erst den wahren Thrillercharakter dieses Films zum Vorschein."

Als Vorbereitung für seine Rolle hat Morrissey etliche Therapeuten und Psychoanalytiker in London interviewt. Ebenso andere Fachleute, die als Psychologen für die Polizei arbeiten. "Es war faszinierend, denn es gibt unendlich viele Informationen über den psychoanalytischen Prozess und wenn man im Internet recherchiert, so wird man mit unzähligen verschiedenen Meinungen bombardiert."

Natürlich war Morrissey mit den Filmen Caton-Jones' vertraut, vor allem mit ?This Boy?s Life? Aber auch ?Scandal? hatte ihn beeindruckt. "Es war wirklich faszinierend, aber mein erster Eindruck war, als ich Michael das erste Mal gegenüber stand, dass er ein bodenständiger schottischer Kerl ist mit einem ähnlichen Sinn für Humor, was uns während der Dreharbeiten sehr zugute kann. Ich mag die Art und Weise, wie er einen Film macht. Er ist sehr direkt. Wir haben zwar auch geprobt, aber eigentlich fingen wir ohne große Umschweife mit dem eigentlichen Dreh an, wobei er lediglich Anmerkungen gab, ob dieser oder jener Dialog auch wirklich glaubhaft rüberkommt. Ich mag diese Art, wie er eher aus dem Bauch heraus Regie führt."

Was seine Kollegin Stone betrifft, so wurde sein erster Eindruck von ihr vollauf während der gesamten Produktionsphase bestätigt. "Es war großartig, mit Sharon Sharon zu arbeiten. Wir unterbrachen uns immer, um zu lachen, was genau dann so wichtig ist, wenn man emotional sehr angespannte Szenen zu drehen hat. Denn eigentlich haben wir wie in einem Dampfkocher gearbeitet, so dass in den Pausen unser Gelächter eine hervorragende und notwendige Ablösung von dieser Spannung bildete.

Eine meiner Lieblingsstellen ist diese wichtige Szene zwischen David Thewlis, Charlotte Rampling, Sharon und mir. Ich habe es wirklich genossen, diese Szene zu spielen, obwohl wir eine Woche lang mit den Proben zubrachten und dann noch einmal eine halbe Woche mit dem eigentlichen Dreh. Jede der anwesenden Protagonisten weist hier eine große Portion an Affektiertheit auf, zudem sind wir erstmals während der gesamten Handlung alle auf einem Fleck versammelt und so langsam beginnen sich die Geheimnisse voreinander zu entschlüsseln. Das hat Spaß gemacht."

Alles in allem steigt Dr. Michael Glass, wie Morrissey sagt, "vollständig in eine sexuelle Welt hinab, die er keinesfalls beherrschen kann. Innerhalb dieser Welt versucht er das Rätsel um den geheimnisvollen Mörder zu lösen, wobei seine Reise dann auch lebensgefährlich zu werden droht." Auch wenn er bestätigt, dass die erotische Natur des Films eine gute Vorlage für das Publikum bildet, so hat seiner Meinung nach der Film aber weitaus mehr zu bieten.

"Ich weiß schon, dass jedermann über die gespreizten Oberschenkel aus dem ersten Teil spricht, aber letztlich hat der Film damals als Gesamtkunstwerk beeindruckt. Klar hat unser Film auch einige eindeutige Szenen, aber viel wichtiger ist, dass der Film als Ganzes punktet und das eigentlich Wichtige dieser Reise ins Innere ist die, die die männliche Hauptfigur unternimmt. Wenn man nur eine heiße Sexszene hat, aber der gesamte Film Schrott ist, hat man gar nichts. Eine Szene mußs für sich stehen und eine Geschichte erzählen können. In BASIC INSTINCT ging es um eine Frau, die mit ihrer sexuellen Energie eine Gruppe von Männern derart beeinflusst, dass diese nicht damit fertig wurden. Zwar gibt es auch in unserem Film ähnliche Szenen, aber aus ganz anderen Gründen."

David Thewlis über Detective Superintendent Roy Washburn "Ich spiele einen Polizeidetektiv, der gegenüber Catherine Tramell sehr misstrauisch bleibt. Zudem bin ich der Hauptermittler, der nach dem ersten Mordfall hinzugezogen wird", erklärt Schauspieler David Thewlis seine Rolle. "Im Film habe ich lediglich eine kurze Vorgeschichte, so dass der Zuschauer sich nicht ganz sicher ist, ob und wie geradlinig ich vorgehe. Es gibt da ein kleines Rätsel in meiner Vergangenheit, so dass der Zuschauer im Unklaren bleibt, wie unschuldig ich wirklich bin."

Sogar am Ende ist man im Ungewissen, verspricht Thewlis. "Man ist sich nie ganz sicher, ob ich nicht doch zu einem Mord fähig sein könnte. Dieser Umstand wurde bereits ganz früh angelegt, als ich mich entschied, die Rolle überhaupt anzunehmen. In dieser thematischen Hinsicht ist unser Film überwiegend wie sein Vorgänger gehalten. Es gibt auch bei uns eine Menge an Mehrdeutigkeiten und bei vielen Handlungsebenen bleibt es dem Publikum überlassen, wie es weitergehen könnte."

Thewlis hat nur großes Lob für seine Kollegen und seinen Regisseur. "Es war wundervoll mit Sharon zu arbeiten. Sie hat einen großartigen Sinn für Humor, ist sehr kreativ und immer enthusiastisch. Zudem habe ich unentwegt David Morrissey als Schauspieler verehrt und respektiert. Ich hatte zuvor noch nie mit ihm gearbeitet. Er ist im selben Alter wie ich und sicher einer der Hauptgründe, warum ich zugesagt habe. Dasselbe gilt für Michael Caton-Jones. Mit ihm wollte ich schon seit vielen Jahren zusammenarbeiten, daher war ich überglücklich, als sich jetzt die Gelegenheit bot.

Er ist ein großartiger Mensch ? warmherzig und humorvoll ? und er versteht es, die Dreharbeiten so zu gestalten, dass sie zu einem einzigartigen Vergnügen werden. Als Regisseur ist er sehr präzise, belesen und wirklich mit Freude bei der Sache. Wir hatten eine zweiwöchige Probephase vor den eigentlichen Dreharbeiten, was mittlerweile eine Seltenheit geworden ist, und in dieser Zeit hatten wir die Möglichkeit, die Filmhandlung mit Michael durchzusprechen. Er ist jemand, der genau zum richtigen Zeitpunkt die richtige Anmerkung macht ? ein untrügliches Zeichen für einen hervorragenden Filmemacher."

Charlotte Rampling über Dr. Milena Gardosh "Ich war sehr neugierig, als man mir mitteilte, dass man sich ausgerechnet mich als Milena in BASIC INSTINCT: NEUES SPIEL FÜR CATHERINE TRAMELL wünschte. Milena ist eine faszinierende Person", sagt ihre Darstellerin Charlotte Rampling. "Milena ist Michael Glass' Mentorin, und er braucht sie für Hintergrundgespräche und Referenzen. Er wendet sich auch an sie als Supervisorin, um sich rückzuversichern, dass er sich nicht vollständig mit dem Leben seiner Patienten identifiziert.

Als Michael mit Catherine ein Verhältnis beginnt, versucht ihn Milena wieder auf den Boden der Tatsachen zu bringen, aber er verliert allmählich den Sinn für die Realität. Milena versucht verzweifelt ihn wieder zu stabilisieren und letztlich zu retten. "Ich bin bestens vertraut mit Psychiatrie und der psychoanalytischen Denkweise, denn dieser Bereich hat mich schon immer sehr interessiert. Lange Zeit hatte ich mich selbst einer Analyse unterzogen. Seit jeher fasziniert mich diese Wissenschaft, mehr und mehr über unser Geistesleben zu entdecken und auch darüber, wie man konkret unser menschliches Verhalten verstehen kann."

Für Rampling war das Drehbuch in vielerlei Hinsicht bahnbrechend. Vor allem deshalb, weil es keinesfalls politisch korrekt, sondern sehr kühn angelegt war und willens, gefährliche Bereiche unseres Geistes zu erforschen. Zudem war sie von ihren Kollegen beeindruckt.

"Es ist immer großartig mit hervorragenden Schauspielern zusammen zu arbeiten, die mit Ernst und Spaß an die Arbeit gehen. Sharon gehört sicherlich zu diesen Menschen. David Morrissey ist wiederum ein kultivierter englischer Darsteller und es war daher sehr lehrreich, das Wechselspiel zwischen uns angelsächsischen Schauspielern und Sharon zu beobachten, denn wir gehen in England anders an die Dinge heran als die Amerikaner."

Zugleich war Charlotte Rampling auch fasziniert von der Art und Weise, wie Caton-Jones als Regisseur arbeitete. "Ich finde es wunderbar mit ihm gearbeitet zu haben", sagt Rampling. "Man konnte spüren, dass er eine ungemeine Erfahrung besitzt, die es ihm erlaubt hat, eine Vielzahl an großen Filmprojekten zu realisieren. Er war unmittelbar zugegen und wusste immer, was wir Schauspieler wirklich benötigen. Wenn man derartig bei solch einem Projekt unter Beobachtung steht wie wir, dann braucht es in der Tat einen guten Regisseur, der einen rasch mit beiden Beinen wieder in die Realität zurückversetzt, weil nur er wissen kann, was gerade für die jeweilige Einstellung wirklich notwendig ist."

Hugh Dancy über Adam Tower "Adam ist ein Celebrity-Journalist. Aber nicht einer, der nur über diese Berühmtheiten schreibt, sondern eher jemand, der selbst etwas Celebrity in sich trägt", beschreibt Hugh Dancy seine Rolle. "Er genießt es, in den Augen der Öffentlichkeit genau dort zu sein, wo sich seine Kolumnen abspielen. Catherine Tramells Fall ist augenblicklich die größte Sensationsmeldung, die London beschäftigt, und so ist er mehr als nur bemüht, ihr hinterherzujagen, wobei ihm auch einiges aus Dr. Michael Glass' Vergangenheit entgegen schlägt."

"Um mich auf meine Rolle vorzubereiten habe ich einige Zeit mit David Morrissey verbracht, da unser beider Filmcharakter eine ausgewiesene Vorgeschichte besitzt und zudem Adam auch mit Michael Glass' Ex-Frau Denise liiert ist. So konnte ich langsam herausarbeiten wie ich David/Michael immer wieder stören könnte und wie unterschiedlich meine Rolle gegenüber seiner ist.

Wir stellten zudem fest, dass Adams Rolle zudem sehr oberflächlich angelegt sein mußs, daher versuchte ich, die klare Antithese gegenüber Michael zu bilden. Adams Beziehung zu Michael hat einen regelrechten Wettbewerbscharakter, denn er liebt es, Michael hochzunehmen. Unter der Maske der Seriosität ist Michael nämlich davon besessen ein berühmter Psychiater sein zu wollen. Für Adam ist es daher leicht, ihn damit zu ärgern. Diese Seite von Adam wird dementsprechend auch im Film zu sehen sein."

Dancy hatte gerade unter Caton-Jones' ?Shooting Dogs? gedreht und fand es daher erst recht spannend mit ihm ein zweites Mal zusammenzuarbeiten: "Man glaubt es nicht, aber er kann deine Leistung wirklich noch höher schrauben. Man selbst ist doch viel zu sehr damit beschäftigt alles möglichst ohne großen Aufwand zu erledigen."

Mittlerweile erinnert sich Dancy an die Wirkung, die BASIC INSTINCT für ihn als Teenager hatte. "Durch diesen Film wurde Sharon Stone damals zu einem Posteridol in allen Jungenschlafzimmern katapultiert. Der Film war für uns ein äußerst gut gemachter, aalglatter Thriller."

Szenenfoto
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